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Der große Rentenbetrug

Jens Wernicke interviewt Horst Morgan.

–> Weiterlesen auf: http://www.nachdenkseiten.de/?p=30551

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Der Artikel erschient zuerst auf den NachDenkSeiten.de.

 

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4 Kommentare zu: “Der große Rentenbetrug

  1. Herr Dr. Erdmann, wieviele Nachweise wollen Sie?
    Es ist kaum vorstellbar, dass Sie es nicht besser wissen:
    Zum Bundeszuschuss, der noch nie seit 1957 vollständig das zurückerstattet hat, was zuvor für allgemeinstaatliche Aufgaben aus den Rentenbeiträgen zweckentfremdet wurde. Die Ausgaben der Rentenversicherung sind nicht gleich Rentenausgaben. Allein die Rentenbeiträge für Renten und sogar höhere würden locker reichen.
    Die etwa 81 Mrd. – der sogenannte [viel zu geringe] Bundeszuschuss – sind Ersatzleistungen, die der Bund zahlen muss [§213 SGB VI], weil der Finanzminister aus den Rentenbeiträgen allgemeinstaatliche, gesamtgesellschaftliche Aufgaben finanziert! Und weil seit 1957 jedes Jahr zuwenig an die gRV zurück erstattet wurde, schuldet der Bund der gRV, also den Rentenversicherten, bis heute rund 700 Mrd. Euro!!! Der Staat bedient sich, nicht umgekehrt.

    Ein Beispieljahr:
    Anhand der Veröffentlichung der Deutschen Rentenversicherung im Heft 1/12 werden nicht beitragsgedeckte Entnahmen und so genannte Bundeszuschüsse in der Rentenversicherung veröffentlicht und als Beispiel das Jahr 2009 herangezogen.
    – Die Rentenausgaben betrugen rd. 207,6 Milliarden Euro.
    – Versicherungsfremde Leistungen nach DRV: rd. 55,6 Milliarden Euro
    – Transferleistungen [RV-Bericht 2009] rd. 14,3 Milliarden Euro
    – Summe der versicherungsfremden Leistungen 2009 rd. 69,9 Milliarden Euro
    – Deutsche Rentenversicherung am 7.5.2012: 26,8 % der Rentenversicherungs-Ausgaben sind versicherungsfremd. Bundeszuschuss zur Finanzierung der versicherungsfremden Leistungen: [DRV-Rentenversicherung in Zeitreihen, Oktober 2012, Seite 218]
    – Bundeszuschuss 38,6 Milliarden Euro
    – Zusätzlicher Bundeszuschuss u. a. aus Ökosteuer 18,7 Milliarden Euro
    – Summe der Bundeszuschüsse 57,3 Milliarden Euro [nur Rentenkasse]
    – Defizit zu Lasten der Gesetzlichen Rentenversicherung:
    *****12,6 Milliarden Euro!*****
    [Quelle: Aus der Veröffentlichung in der Zeitschrift, „Die Rentenversicherung“ Heft 1 von März/April 2012: Nicht beitragsgedeckte Leistungen und Bundeszuschüsse in der allgemeinen Rentenversicherung. Die kommen dabei für 2009 auf einen Anteil der versicherungsfremden Leistungen von 34,0 Prozent der Rentenausgaben.]

    Und Sie meinen ernsthaft, dass es nur Gemecker ist, wenn man auf eklatante Betrugselemente in der Rentengesetzgebung aufmerksam macht? Aber ja, es kostet Zeit alle Ausgaben Rentenversicherung in Zahlen, und in Zeitreihen zu studieren und auszuwerten.
    Sie meinen ernsthaft, dass mehr Kinder eine auskömmliche Rente zu sichern?
    Die werden alle einen gut bezahlten versicherungspflichtigen Arbeitsplatz haben?
    Vielleicht werden es auch Beamte, anders berufständisch Versicherte, Selbständige oder Politiker?
    Aus mehr Kinder werden noch mehr Alte. Und da seit Jahren schon, mehr Menschen sterben als geboren werden,
    gleicht sich das an, denn Kinder werden nach wie vor geboren. Bei jetzt etwa 80 Mio. Menschen waren wir noch nie soviele Menschen wie zur Zeit, da wäre weniger mehr in einem dicht besiedeltem Land.
    Aber hören Sie doch bitte einfach mal Prof. Gerd Bosbach zu: https://www.youtube.com/watch?v=vfWXWRkoJbc

    Bei stets gestiegener Produktivität kommt es darauf an, dass das Erwirtschaftete gerecht verteilt wird und es gut bezahlte, familienfreundliche Arbeitsplätze gibt und wo sind die für die Zukunft? Und die Rentner, die ich kenne, unterstützen ihre Kinder und Enkel und verzichten auf vieles zu deren Gunsten. Vermutlich meinen sie eher Pensionäre, die wahrlich Privilegierten in unserem Land, wie Joachim Leefmann es sehr gut in seinem Buch auf den Punkt bringt.

    Über Renten bestimmen nur Personen, die selbst nicht betroffen sind. Und ja, es verkaufen sehr viele Rentner ihr Haus, um davon zu leben, allerdings kommt es der öffentlichen Hand weit billiger, wenn Rentner in ihren Häusern verbleiben, da die Mieten kaum noch bezahlbar sind. Wie viele Rentner in der Grundsicherung wissen Sie aber schon?
    .

  2. Da muss ich aber jemanden frustriert haben. Ich war mir gar nicht bewusst, dass ich jammere oder zu hohe Steuern zahle.

    Aber jetzt im Ernst: Leider ist Herr Dr. Erdmann nicht ausreichend informiert. Seine Behauptung, Deutschlands Rentensystem würde bezuschusst, ist schlich falsch. Richtig ist, es wurde und wird weiterhin ausgeplündert.

    Auch mit dem Keulenargument ‚demografische Entwicklung’ sollte man vorsichtig umgehen. Die demografische Entwicklung ist seit mehr als hundert Jahren bekannt – ohne dass die Politik etwas dagegen unternimmt. Und eine Diskussion über die demografische Entwicklung ohne Berücksichtigung des Produktivitätsfortschritts ist einfach unseriös.

    Und dann ist in Dr. Erdmanns Kommentar noch von Berechnungsfehlern die Rede. Ich weiß nicht, welche er meint. Meine Ausarbeitung zum Thema Altersarmut findet sich auf meiner Website

    http://www.altersarmut-per-gesetz.de

    Dort habe ich für meine Feststellungen in aller Regel auch die Quellen angegeben. Wem das nicht ausreicht, kann Kontakt mit mir aufnehmen. Ich liefere gerne Zahlen bzw. Berechnungen nach.

    Horst Morgan

  3. Guten Tag,

    ob die Renten zu hoch oder zu niedrig sind, soll sich jeder selbst beantworten. Allerdings sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass das was die Rentner mit ihren Renten kaufen auch von irgendjemanden erarbeitet werden muss.

    Ob in den Berechnungen Fehler enthalten sind, die sich nachteilig auf die Rentner auswirken? Ja, sehr wahrscheinlich. Aber irgendwie müssen die Renten schließlich niedrig gehalten werden.

    Wenn ich nun so einen Artikel/Blog lese, bei dem ein Rentner jammert, er bezahle zu viele Steuern und bekomme zu wenig; dann ordne ich dies schon automatisch in die Schublade Verteilungskämpfe/Gejammere ein.

    Fakt ist, dass die Finanzierung des Rentensystems in Deutschlands bereits im großen Umfang mit Steuermitteln bezuschusst wird. Grund dafür ist, dass die Umlagefinanzierung durch die heutigen Arbeitnehmer schon seit langem nicht mehr zur Finanzierung der Renten ausreicht. Außerdem werden zukünftige Rentner, der demographischen Entwicklung folgend, um einiges weniger bekommen, als die jetzigen (wenn überhaupt). Also sollten die heutigen Rentner froh sein, dass es immernoch genügend arbeitende Menschen gibt, die jeden Tag um 5 Uhr aufstehen und für sie buckeln gehen. Insbesondere mit dem Ausblick später selbst in Altersarmut zu leben.

    Ehrlich gesagt finde ich das von der heutigen Rentnergeneration vollkommen unverschämt immer mehr zu fordern. Sie sollten sich mal diejenigen angucken, die ihre ganze Renten finanzieren/erarbeiten müssen. Und das Märchen von „Früher haben wir ja so viel gearbeitet und wir haben alles aufgebaut und ihr profitiert jetzt davon, also zeigt mal ein bisschen Dankbarkeit“ kann ich nicht mehr hören. Eine durchschnittliche Familie, bei der beide arbeiten (müssen!), hetzt nur so durch den ganzen Alltag. Und was kommt am Ende bei raus? Richtig, fast nichts. Währenddessen die meisten Rentner noch in ihren Häusern wohnen (ist ja deren gutes Recht, weil selbst erarbeitet), wohnen die meisten Familien heutzutage in einer kleinen Wohnung, weil sie sich nicht mehr leisten können. Von Urlaub wollen wir hier ja erst grnicht anfangen zu sprechen. Die Rentner sollten sich endlich mal daran gewöhnen, dass wenn man alt ist und nicht mehr arbeitet, sein Vermögen aufbrauchen muss. Dazu gehört es zum Beispiel auch, seine Immobilienwerte bis zum Lebensende zu „entsparen“, also vor ihrem Tod verkaufen zu müssen.

    Daher mein Fazit: Selbst wenn in der Berechnung Fehler zum Nachteil eines Großteils der (Rentner)Bevölkerung enthalten sein sollten, ändert dies nichts daran, dass für die Rentner nicht mehr da ist. Ihr hättet ja mehr Kinder bekommen können, dann wären auch mehr Einzahler im Topf, aber wieso Eigenverantwortung übernehmen, wenn man auch über andere meckern kann.

  4. soviel zum Thema Rechtsstaat.

    Bei diesem Konstrukt der abermaligen Einkommensbesteuerung, die in dem „Rentenurteil“ manifestiert wird, ist das Ende der Fahnenstange erreicht!

    Revision? Erneute Prüfung eines evidenten Fehlurteils?
    Schluss Aus Unmöglich!

    Ein Skandal,
    auch im Hinblick darauf, mit welchen salbungsvollen Worten dieser unsere Rechtsstaat gefeiert und hochgeschwätzt wird. Das Verhältnis Anspruch und Wirklichkeit diesbezüglich ist erbärmlich und zum k. … erbrechen!

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