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Durch Europa geht ein bisher ungekannter Rechtsruck

Von Kaveh Ahangar.

Durch Europa geht ein bisher ungekannter Rechtsruck, der seit Ende des 2. Weltkrieges und Anfang der 90er Jahre ungekannte Ausmaße angenommen hat. Die jüngsten Asylrechtsverschärfungen haben unter anderem zur Folge, dass 20% der Syrer nicht mehr ihre Familien nach Deutschland holen dürfen. Marokko, Tunesien und Algerien werden zudem zu sicheren Herkunftsländern erklärt und Abschiebungen erleichtert. Währenddessen müssen in Berlin die bereits angekommenen Asylsuchende hungern, weil das Lageso ihnen teilweise seit Dezember kein Geld mehr auszahlt. Wenn die deutschen Behörden einen Geflüchteten nicht loswerden, lassen sie einfach die Staatsangehörigkeit ändern. Afrikanische Botschaften werden dabei für ihre Mithilfe bezahlt.

Nachdem vorübergehend ein Schwimmbadverbot für männliche Schutzsuchende in Bornheim ausgesprochen wurde und Asylsuchenden in Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg ab 200, 350 bzw. 750 Euro das Geld und der Schmuck weggenommen werden, haben Geflüchtete nunmehr auch keinen Zutritt mehr in Freiburgs Clubs und Diskotheken. Was kommt als nächstes. Dürfen Refugees bald auch nicht mehr in Supermärkten einkaufen gehen? Dass drei Ortsverbände der SPD zu Straßenblockaden gegen die Errichtung von Flüchtlingsunterkünften in Essen aufgerufen haben lässt böses ahnen.

Dabei ist das Discoverbot für Schwarze oder „orientalisch“ aussehende Menschen nichts neues in Deutschland. Als ich früher noch öfters ausgegangen bin, wurde ich trotz deutschem Personalausweis in vielen Clubs noch nicht mal reingelassen, wenn ich von dem DJ auf die Gästeliste getan wurde. Nur dort, wo ich die Türsteher kannte, wurde ich reingelassen. Und dass auch nur, wenn der oder die Selekteur(in) nichts dagegen hatte. Eine rassistische Türpolitik ist allgemein üblich in deutschen (und französischen) Diskotheken.

Eines der Gründe dafür, dass „migrantische“ Jugendliche und Geflüchtete auf öffentlichen Plätzen manchmal aggressiv auftreten, hängt auch damit zusammen, dass sie oftmals vom sozialen Leben ausgeschlossen werden. Struktureller Rassismus und tägliche Diskriminierung sind Gift und Hindernis für die „Integration“. Laut BKA hat sich die Zahl der Attacken auf Asylunterkünfte binnen eines Jahres auf 1005 verfünffacht. 2015 wurde jeden Tag ein Mensch Opfer rechter Gewalt und es bilden sich seit den sexuellen Attacken am Silvesterabend immer mehr Bürgerwehren, die Jagd auf nicht-weiße Menschen Machen. Die Zahl der Anträge auf Waffenscheine ist zudem explodiert. Auch die Zahl gewaltbereiter Rechtsextremisten ist 2015 um mehr als 1.000 Personen auf über 11.500 gewachsen. Sicherheitskreise beziffern die rechtsextreme Szene auf mehr als 22.000 Anhänger und laut Umfragen gilt die rechtsradikale AfD mittlerweile bundesweit als drittstärkste Kraft. Das ist auch eine Folge davon, dass die Mainstream-Medien Rassisten wie Sarrazin, Buschkowsky & Co. seit Jahren eine Plattform bieten.

Kaum jemand wird wohl noch bestreiten, dass die Stimmung schnell kippen kann und die Parallelen zu den Endjahren der Weimarer Republik treten immer deutlicher zutage. Der neben Habermas bekannteste deutsche Philosoph Peter Sloterdijk stellt unter Beweis, dass wir in Deutschland und Europa nicht nur eine Flüchlingskrise haben, sondern auch eine Krise des Humanismus und gesunden Menschenverstandes. Er bedient sich der rassistischen Panikmache, indem er schreibt: „Die deutsche Regierung hat sich in einem Akt des Souveränitätsverzichts der Überrollung preisgegeben“. Er setzt noch einen Drauf und schreibt: „Wir haben das Lob der Grenze nicht gelernt (…) Es gibt schließlich keine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung.“ Die europäischen Mainstream-Philosophen spiegeln im Allgemeinen das Elend wider, das von Bartsch bis Lafontaine und Wagenknecht tief in die Linke hineinreicht. Das kann man gut am Beispiel Žižeks verdeutlichem, der sich zuletzt für die Einschränkung der Bewegungsfreiheit von Geflüchteten ausprach und in ahistorischer und essentialistischer Manier behauptet, dass die Kultur der Asylsuchenden mit westlichen Werten der Menschenrechte nichts gemein hätte. Ein klassisches Beispiel der Veränderung (“Othering”) der angeblich kulturell Andersartigen. Sarrazin hätte es kaum besser formuliert.

Deutschland steht aber keineswegs alleine da. Österreich hat eine Obergrenze für Geflüchtete eingeführt und bei 37.500 Anträgen ist Schluss. Der französische Verfassungsrat hat ein Urteil gefällt, dass der Entzug der Staatsbürgerschaft von Terror-Verurteilten rechtens ist. Schweden plant die Abschiebung von bis zu 80.000 Geflüchteten und die Slowakei will keine Muslime mehr ins Land lassen. Dänemarks Polizei kann künftig Asylsuchenden an der Grenze Wertgegenstände und Bargeld abnehmen und die Niederlande wollen Flüchtlinge direkt von griechischen Inseln zurückschicken.

Quelle: https://www.facebook.com/kavehtracks/?fref=ts

 

Danke an den Autor für das Recht der Zweitverwertung.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

16 Kommentare zu: “Durch Europa geht ein bisher ungekannter Rechtsruck

  1. Ich hatte letztes Jahr schon mal einen Beitrag zu diesem Thema (auf einem anderen Portal) geschrieben, der leider nicht veröffentlicht wurde. Jetzt passt er zum Thema, wie die Faust aufs Auge.

    Geht Europa nach rechts?
    Gerade scheint es so, als würde ein Rechtsruck durch Europa gehen. Und man fragt sich, ist der vielleicht politisch gewollt? Ich behaupte JA, er ist politisch gewollt.

    Roosevelt hat gesagt „In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, dann kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war.“
    Wir müssen also davon ausgehen, dass unsere Politiker sehr genau wissen und wussten, was sie tun und welche Auswirkungen es auf unser Land hat.
    Gerade Regierungen haben Berater, haben die relevanten Bücher gelesen und sind deshalb bestens informiert, wie man eine „farbige Revolution“ herauf beschwört. Sie kennen sich sehr gut aus mit Manipulationstechniken und Propaganda. Sie wissen, aus der Geschichte, was dabei heraus kommt, wenn man ein Volk erst verarmen lässt, die Solidarität abschafft, einen endlosen Wettbewerb etabliert und die Menschen mit Stress und Angst in die gewünschte Richtung erzieht.

    Was sie davon haben? MACHT! Wir – die Bevölkerung – sind dann leichter zu unterdrücken. Nichts wäre schlimmer für die 5% der Reichsten dieser Welt, als wenn die Masse der Menschen sich einig wäre. Schon die Römer wussten von diesem Mechanismus. „Teile und Herrsche“ kann man wörtlich nehmen. Eine Bevölkerung, die sich einig ist und sich gemeinsam gegen die Arm-Reich-Schere wehren würde, wäre nicht mehr zu halten. Ohne die Horden an Arbeitenden, könnten die Reichsten nicht reich bleiben. Jeder € der von den Reichen verdient wird, bedeutet einen € Schulden für einen der Armen. Aus diesem Teufelskreis gibt es für die armen Bevölkerungen dann keinen Ausweg mehr.

    Die momentane Flüchtlingsproblematik ist herbei regiert. Europa hat seit Jahrhunderten Blut an seinen Händen. Man denke an die Ureinwohner Amerikas, die Kolonisierung Afrikas, die endlosen, mit Lügen begonnenen Kriege auf dem Balkan, in der Ukraine und im Nahen Osten. „Failed States“ allüberall, wo westliche Demokratie etabliert werden sollte. Dazu unsere europäische Marktmacht und die Macht die globalen Konzerne, die ganze Landstriche verwüsten mit Ölförderung, Aluminiumherstellung, Baumwollfelder in wasserarmen Regionen, Billigrosen für den europäischen Markt, Palmölplantagen für Biosprit, Regenwaldabholzung für billiges Rindfleisch. Und als würde es noch nicht reichen, werden unsere Lebensmittel so hoch subventioniert, dass wir sie z.B. nach Ghana exportieren und den dortigen Markt damit zerstören. Diese europäische Politik in Gemeinschaft mit globalen Konzernen zerstört die Lebensgrundlage von Millionen Menschen, ihre Heimat und ihre Gesundheit.

    Das alles wollen die verantwortlichen Regierungen nicht gesehen haben? Dann haben sie alle ihren Beruf verfehlt!

    Wenn wir in die Geschichte schauen, war in Deutschland eine ähnliche Situation nach dem 1. Weltkrieg. Eine verarmte Bevölkerung, die einen Sündenbock und einen starken „Führer“ gesucht hat. Auch damals war es schon minutiös geplant und das Volk hat mitgemacht. Heute sollten wir schlauer sein!

    Ich möchte auf Orwells berühmtes Neusprech hinweisen. Krieg ist Frieden – Sklaverei ist Freiheit. Dieses Neusprech setzt sich gerade wie ein Virus in die Köpfe unserer Mitmenschen. Wie sonst kann es sein, dass „linker Gutmensch“ negativ besetzt ist, zum Schimpfwort verkommen ist. Was wäre denn das Gegenteil? „Rechter Schlechtmensch“? Logisch gedacht, wäre dann der „rechte Schlechtmensch“ das bevorzugte Modell. Hier sollte es bei vielen Mitmenschen klingeln.
    Wenn wir also Politiker sehen, die einerseits Soldaten schicken und Zäune ziehen und andererseits von Menschlichkeit sprechen. Politiker, die ihr Volk Pack und Dreck nennen, weil das Volk ihnen auf den Leim gegangen ist… Dann sollten wir aufhören ihnen zuzuhören und nur noch auf ihre Taten achten. Diese Taten schimpfen ihre Worte eine Lüge!
    Lassen wir uns nicht mehr dazu aufhetzen gegeneinander zu gehen. Lassen wir nicht zu, dass wir „rechte Schlechtmenschen“ werden, weil es von Oben gewollt ist.
    Wir halten so große Stücke auf unser „christliches Abendland“ und bekommen Angst eingeredet vor der „Islamisierung“. OK, dann nehmen wir die christlichen Wurzeln jetzt auch bitte ernst. Es hat nichts christliches Kriege zu führen, aus welchen Gründen auch immer. Es hat nichts christliches, einen Menschen in Not, ob durch Krieg oder Hunger, abzuweisen. Es hat nichts christliches, sich in Wut und Hass zu verlieren und sich aufhetzen zu lassen.
    Aber es ist christlich seine Feinde zu lieben, seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst. Es ist christlich einen Flüchtling aufzunehmen und ihm NICHT den Stall (mit der Krippe) anzubieten.
    Wir wollen „christliches Abendland“ verteidigen? Dann fangen wir gemeinsam an, dieses Wort ernst zu nehmen und nicht, wie unsere Politiker, im Parteinamen zu tragen, aber nicht danach zu handeln. Verhindern wir alle zusammen, dass unsere Geschichte sich wiederholt!

    WIR – die Bevölkerung – können es besser!

  2. Wir haben das Lob der Grenze nicht gelernt (…) Es gibt schließlich keine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung. (…) Der Lügenäther ist so dicht wie seit den Tagen des Kalten Kriegs nicht mehr.

    Die Wende in der „Flüchtlingspolitik“ hat Köln eingeleitet. Der Populismus für die einen (Refugees welcome) wird nun durch den Populismus für die anderen (Jetzt reicht’s) ausgetauscht.

    Politik für Massen – Konzept oder Reaktion?

  3. Es ist wohl kein Zufall, dass der Autor nicht von Flüchtlingen, sondern von „Schutzsuchenden“ bzw. „Geflüchteten“ spricht, da Flüchtling ein rechtlich definierter Begriff ist. So verschleiert er, dass es sich NICHT um Flüchtlinge gemäss GFK handelt; da Deutschland von sicheren Drittstaaten umgeben ist, KANN niemand mit Asylberechtigung auf dem Landweg kommen (stellte auch mal das Bundesverfassungsgericht fest).

    Die GFK sieht bei politisch Verfolgten vor, dass sie sich im Gastland an Gesetze halten und die öffentliche Ordnung nicht stören; zudem darf das Gastland nicht unzumutbar belastet werden. Hier ein Auszug aus einer Presseaussendung, in der Aussagen des ÖVP-Kandidaten bei der Bundespräsidentenwahl, des Verfassungsjuristen Andreas Khol zitiert werden: „Die Festlegung einer Obergrenze für Asylwerber sei ein „Notprogramm“ und beziehe sich nicht unterschiedslos auf alle Asylwerber: ‚Politisch Verfolgte, die z.B. nicht über sichere Drittstaaten kommen, also aus Slowenien oder Kroatien oder Italien, sondern mit dem Flieger aus der Türkei oder Libyen, haben immer Anspruch ohne jede Begrenzung.‘
    Zugleich verwies der Verfassungsjurist erneut auf die EU-rechtliche Konformität der Rede von einer Obergrenze: So sehe der Lissabon-Vertrag in Art. 79 vor, ‚dass die Mitgliedstaaten das Recht haben, die Zahl der Zuwanderer aus Drittstaaten zu begrenzen. Ähnliches mit dem Argument der Überforderung steht in der Präambel der Genfer Konvention‘. Außerdem sei die EU im Blick auf eine einheitliche Einwanderungs- und Asylpolitik ’schwer im Verzug‘, so Khol.“ Ganzer Text siehe http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160130_OTS0027/khol-rueckt-naechstenliebe-sager-und-asyl-obergrenze-plan-zurecht

    Bezogen auf Deutschland gab es ja auch Aussagen von Verfassungsrechtlern und zuletzt eine Pressekonferenz zur von Karl Albrecht Schachtschneider eingebrachten Verfassungsklage; das Video ist hier eingebunden: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/redaktion/professor-schachtschneider-verfassungsbeschwerde-gegen-die-einwanderungspolitik-der-bundesregierung.html

    Was das Verhalten nicht-asylberechtigter Männer im öffentlichen Raum betrifft, fragt seltsamerweise niemand, warum nicht-asylberechtigte Frauen sich sehr wohl zu benehmen wissen, beispielsweise nicht unangenehm in Hallenbädern und Diskotheken auffallen. Wohl aber, warum man einheimischen Armen nicht auch ermöglicht, gratis ins Bad zu gehen und Discos und Bars zu besuchen.

    Interessant ist aber, „NGOs“ und ParteienvertreterInnen mit ihren eigenen Behauptungen zu konfrontieren, etwa wenn sie aus der Genfer Konvention und anderem internationalen Recht ableiten, dass es keine „Obergrenzen“ geben dürfe und dass der eigene Staat seine Interessen hintanstellen müsse. Sie bestreiten zwar nicht, dass sie Desinformationen verbreiten, reagieren aber emotional, wenn man sie fragt, warum sie dies tun, warum sie für die Auflösung des eigenen Staates sind. Auch ein Versuch von mir und einem Bekannten (wir waren beide bei den Grünen, ich in der Steiermark und in Wien, er im Burgenland), mit Grünen zu kommunizieren (Rundmails und Telefon) war nicht sehr produktiv, da vielfach sogar panisch auf Fakten reagiert wurde. Das sind alles klare Anzeichen dafür, dass hier systematisch destabilisiert wird, wie ich hier darstelle: https://alexandrabader.wordpress.com/2016/01/23/willkommenskultur-und-destabilisierung/

    Als Konsequenz aus all den Diskussionen und aus dem, was nach wie vor behauptet wird, habe ich dann eine Argumentationshilfe ins Netz gestellt: https://alexandrabader.wordpress.com/2016/01/26/so-entzaubert-man-den-fluechtlingshype/ – wohlgemerkt, der „Hype“ ist das Übertriebene, das Krampfhafte, das von transatlantischer Presse unterstützt wird und an dem Atlantikbrücken-affine PolitikerInnen mitwirken, ebenso „NGOs“, hinter denen ganz andere Interessen stehen (man denke auch an die Rolle von George Soros bei „regime changes“). Man weiss in Deutschland wie in Österreich, was als „normaler“ Andrang bewältigbar ist; was wir jetzt erleben, hat damit nicht das Geringste zu tun.

  4. @ A.Eberl
    Es gibt keine Nation als etwas konkretes, es handelt sich lediglich um eine Abstraktion unter der Individuen subsumiert werden – oder nicht.

    Bei der Hegelschen Dialektik geht es nicht um Thesis, Antithesis und Synthesis, sondern um die Negation der Negation (auch doppelte Negation genannt), die sich auf dem Hintergrund einer Universalgeschichte auf der Skala von (-) Unendlich bis (+) Unendlich entfaltet. Ich denke aber auch, dass sie falsch ist. Geschichte vollzieht sich in Epochenbrüchen.

    Die Sowjetunion war ein strunzbürgerlicher Staat, der auf der Verwertung von Arbeit und der Unterwerfung aller Individuen unter vorausgesetzte Kategorien, namentlich die sattsam bekannte Vernunft, basierte. Er unterschied sich nur darin von anderen bürgerlichen Staaten, dass das Moment des Staatssubjekts und der Staatspartei betont war. Der Clash auf Civilizations ist ein Phantasma mit dem die Bürgerliche Welt ihre eigenen Zerfallsprozesse auf das „ganz andere“ projiziert.

    Bitte nicht für ungut: man kann Nation und Nationalstaat nur überwinden. Ansonsten werden sie weiter ihr Unwesen treiben.

  5. Ich möchte den Artikel nicht wirklich kommentieren…… jetzt darf jeder darüber denken, was er will. Denn wie sagt der selbsternannte, sicherste Email-Provider? „Die Gedanken sind frei……

    Ich wollte heute Morgen zum Frühstück Radio hören. Altersbedingt SWR 1. Leider muss man immer öfter abschalten. Der Adrenalinspiegel steigt auch Sonntags schon mal so hoch, dass man den Kaffee verschütten könnte.

    Ich kann das einfach nicht mehr ertragen, wenn einer dieser letzten Überlebenden eines dunklen Kapitels unserer Geschichte mit seinen 88 Jahren die 10. Klasse der Realschule „Hintertupfingen“ besuchen darf.

    Was er da gemacht hat??

    Er erzählte seine Geschichte den 16-17 jährigen Schülern. Angeblich fragte ein Schüler, ob der Redner seinerzeit eine Beziehung hatte. Ja, hatte er….. 16-jähriges Mädchen, ermordet im KZ.

    Essentieller Bestandteil CHRISTLICHER Überzeugungen dürfte die Fähigkeit zur Vergebung sein. Jetzt darf jeder gerne behaupten, der Vortrag des alten Mannes bedeutet ja nicht automatisch, dass er nicht zur Vergebung fähig sei. Es verlangt hoffentlich niemand ein Vergessen! Das wäre ein sinnloses Unterfangen……

    Der Mann ist schon länger in seiner Mission unterwegs. Wie man die nennen könnte, das soll jeder selbst überlegen. In den Neunzigern hätte es noch Reaktionen der Schüler gegeben wie….“meine Grosseltern waren keine Nazis“

    Für mich stellt sich immer die gleiche Frage. Wie lange noch, bzw. wieviele Generationen danach soll den jungen Menschen schon das Rückgrat entfernt werden?

    Es ist doch kein Neo- bzw. alter Nationalsozialismus, wenn sich eine immer grösser werdende Zahl bewusst wird, dass niemand zum Schuldsklaven geboren oder abgerichtet werden darf.

    Eine IQ-Debatte ist völlig verkehrt und nur ein Hetzinstrument. Viele sehen die Hetzer immer nur auf der Seite der vermeintlichen Gegner. Die eigene Selbstverblendung verhindert bei manch einem die Selbstreflexion.

  6. Texte wie Ihrer sind kontraproduktiv, denn Sie greifen pauschal eine Gruppe an: Nämlich die Deutschen. Ein Volk besteht immer aus solchen und solchen. Bei all der Hilfsbereitschaft jetzt nur das Schlechte zu sehen, finde ich ungerecht. Wie gesagt: Eine Brille der Vorurteile. Mit Ihren Angriffen bewirken Sie zweierlei:

    1. Wegen der Pauschalisierung nicht ernst genommen zu werden oder
    2. Von den Rezipienten ZU ernst genommen zu werden.

    Bei der zweiten Gruppe können dann wieder zwei Hauptgefühle entstehen: Verärgerung bei den Selbstbewussten und Schuldgefühle bei den Beeindruckbareren. Und dann schreiben die Verärgerten wieder harte Kommentare und Artikel, weil sie gekränkt sind und es beginnt eine verbale Gewaltspirale. Ich finde, wir sollten das lassen.

    Was ist die Motivation, Verärgerung oder Schuldgefühle zu wecken? Hegelsche Dialektik: These, Antithese, Synthese. Ich beobachte schon lange in den Mainstream-Medien die Tendenz, Deutsche pauschal als „Nazis“ oder „extrem Rechte“ darzustellen. Inzwischen geschieht das sogar den Europäern. Gleichzeitig werden – oft in denselben Medien – die Muslime pauschal als „radikal“ oder „nicht integrierbar“ dargestellt. Was auch dort Verärgerung und Schuldgefühle hervorruft. Jedenfalls treibt man mit solchen gruppenbezogen menschenfeindlichen Texten die Gruppen auseinander, verhärtet die Fronten, die Verärgerung führt zu Trotzhaltungen, wie Pegida u. Co. („Jetzt erst recht“) oder bei salafistisch Geprägten („jetzt erst recht“) – und das scheint mir gewollt zu sein, im Sinne des Programms: „Clash of Civilizations“. Das ist meiner Meinung nach ein Programm amerikanischer Eliten: S. Huntington war, wenn ich mich nicht irre, befreundet mit Brzezinski…
    Die amerikanischen Eliten – und übrigens auch Karl Marx – glauben, dass sie Geschichte lenken können, indem sie Hegels Philosophie der Dialektik, die in geistigen Höhen verbleiben sollte, herunter auf den materiellen Plan der Wirklichkeit ziehen. Sie glauben, dass geschichtlicher Fortschritt das Ergebnis von „Clash“, eines Zusammenpralls, sei: These gegen Antithese ergäbe Synthese, also, z. B. marxistisch umgesetzt: Kapitalistische Gesellschaft (rechts) gegen Diktatur des Proletariats (links) ergäbe mit einer Art Automatismus die Klassenlose Gesellschaft – oder – in Bezug auf die heutige Situation: „Extreme Rechte“ (These) gegen „radikale Muslime“ (Antithese) ergäbe als Synthese eine neue Gesellschaft, die „New World Order“. Und während die Eliten diese Bevölkerungsgruppen gegen einander auszuspielen trachten, wollen sie auch noch finanziell und militärisch durch das entstandene Chaos den größtmöglichen Nutzen für sich selbst daraus ziehen.

    Wollen wir diese Typten tatsächlich diese Gewinne einstreichen lassen? Wollen wir uns, wie die Kasperle-Figuren, ergreifen lassen von ihren perfiden Hass-Säh-Strategien? Ich will das nicht und deshalb werde ich künftig Texte, die in Richtung „Clash-Absicht“ gehen, für mich entlarven und abhaken.

    Denn die Hegelsche Dialektik ist falsch. Das Ende der Sowjetunion hat keine klassenlose Gesellschaft hervorgebracht. Genauso wenig, wie eine „New World Order“ entstehen würde, wenn der „Clash of Civilizations“ tatsächlich stattfände, was die Menschheit verhindern möge. Hegel hat sich geirrt. Die Geschichte verläuft nicht so, sondern es ist eher wie ein Pendel. Zur Zeit ist das Pendel in einer Richtung am Limit – all die extremen Ungerechtigkeiten und die blutigen Kriege – das sind Zeichen für eine Art Endzeit – aber es kommt ein Umschwung. Das Pendel muss in die andere Richtung ausschlagen.
    Wenn Sie deutschfeindliche Vorurteile bedienen, dann arbeiten Sie, ohne es zu wissen, genau im Sinne von Huntington. Dasselbe gilt für alle, die muslimfeindliche Texte verfassen.

    Ich wünsche mir von den Einsichtigen in Presse und Medien, dass Hetze, egal gegen wen, endlich aufhören möge. Und von den Deutschen wünsche ich mir mehr Selbstbewusstsein und kritisches Denken, statt sich allzu schnell in Scham und Schuldgefühle treiben zu lassen. Denn mit diesen Gefühlen trifft man Entscheidungen, die nicht vernünftig sind. Und man verurteilt pauschal sein eigenes Volk, das es nicht verdient hat.

    • @A. Eberl
      Texte wie Ihrer sind kontraproduktiv, denn Sie greifen pauschal eine Gruppe an: Nämlich die Deutschen.

      Sie werden nirgendwo im Text von Kaveh Ahangar eine solche Aussage bestätigt finden. Es geht um deutsche Behörden, Schwimmbäder, Clubs und Diskotheken, Ortsverbände der SPD, um Attacken auf Asylunterkünfte, Bürgerwehren, die farbige Menschen jagen, gewaltbereite Rechtsextremisten, Philosophen und Politiker, auch in der Linken. Aber es geht nicht um „die Deutschen“.

      Er schreibt u.a. auch das hier:
      Kaum jemand wird wohl noch bestreiten, dass die Stimmung schnell kippen kann.

      Damit drückt er ja aus, dass die Mehrheit der Deutschen eben NICHT ausländerfeindlich ist.
      Auch Herrn Augstein geht es garantiert nicht um „die Deutschen“, sondern um die rassistischen Deutschen.

      Was glauben Sie woher die Gewalt im Leben, z.B. bei marokkanischen Männer oder jugendlichen Migranten kommt? Warum werden Menschen zu Mördern oder Sexualstraftätern?
      Aufgrund des Sehens von Horror-Videos, vom Spielen von Ego-Shootern oder aufgrund des Zuhörens von sogenannten Hasspredigern?
      Welchen Hasspredigern haben die Rechtsextremen in Deutschland zugehört?
      Oder könnte es nicht eher etwas mit der Erziehung zu tun haben? Mit der alltäglichen Gewalt in den Kinderzimmern von der niemand weiß oder besser von der niemand hören will?
      Die Flüchtlinge haben inzwischen nicht nur die elterliche Gewalt erlebt, sondern auch die massive Gewalt der westlichen Welt bzw. der Länder, die der westlichen Welt zuarbeiten, in Form von Bombardierungen, Ignoranz (keine Bereitstellung von Zügen oder Bussen für die Flüchtlinge) und jetzt direktem Rassismus in Deutschland.
      Gute Psychotherapeuten, die hier wirklich helfen könnten, gab es schon vor fünf Jahren zuwenige.
      Was wir auf jeden Fall machn müssen ist nicht nur den Asylanten und Flüchtlingen zu helfen, sondern all den Menschen in Deutschland, die nur wenig vom Leben haben, die z.B. ihre Lebensmittel bei Tafeln beziehen, wenn sie denn dieses Glück haben.

  7. Sehr geehrter Herr Kaveh Ahangar,

    Kriegsflüchtlinge muss man aufnehmen. Das vorneweg.

    Sie betrachten uns Deutsche aber durch eine Brille der Vorurteile. Ich erzähle Ihnen mal was: In der Schule hat man mich gemobbt. Als blondes deutsches Mädchen hat man mich auch nicht in die tollen Diskos reingelassen. In Frankreich haben die Franzosen meinen Namen komisch ausgesprochen, aber ich habe ihnen keine Deutschfeindlichkeit vorgeworfen. Und die Mutter meines französischen Freundes intrigierte gegen mich. Und die Erlebnisse mit Männern aus einem anderen Kulturkreis waren auch nicht immer positiv (Ohrfeige von einem Mann, weil ich mich seiner Zudringlichkeiten erwehrte, ein anderes Mal gleich Beinahe-Vergewaltigung, aber mit Rettung, Gott sei Dank) aber trotzdem habe ich keinen Hass auf die ganze Gruppe, der diese Menschen angehörten. Während der Ausbildung habe ich mich nicht gescheut, Wohnungen zu putzen und in Großküchen zu schuften oder mir meinen Lebensunterhalt durch nächtliches Postsortieren zu finanzieren. War nicht einfach.
    Meine mittelmäßigen Noten haben mir bei der Arbeitssuche 29 Absagen eingebracht. Zwei Männer, mit denen ich gerne eine Beziehung gehabt hätte, wollten nicht. So habe ich, obwohl Deutsche, viel Zurückweisung erlebt, aber nie wäre ich auf die Idee gekommen, von „strukturellem Rassismus“ oder „täglicher Diskriminierung“ zu sprechen und ich trete auf „öffentlichen Plätzen“ NICHT „aggressiv auf“. Daher halte ich nichts davon, gewalttätiges Verhalten junger Migranten zu entschuldigen mit der Begründung: Die sind so, weil die deutsche Gesellschaft sie ausschließt. Es wird einem eben nicht alles nachgeschmissen im Leben, weder den Deutschen, noch den hier lebenden Menschen aus anderen Kulturkreisen. Ablehnung erlebt jeder, nicht nur die Muslime.
    Aber: Kriegsflüchtlinge muss man aufnehmen. Keine Frage. Aber das heißt nicht, dass man Nordafrikaner, die aus einem Land kommen, in dem kein Krieg herrscht und die sich nur als Syrer ausgeben, auch aufnehmen muss.
    Warum schreibe ich Ihnen das und gebe dabei so viel preis? Weil ich es satt habe, dass Deutsche niedergemacht werden. Ja – das stört mich heute – denn Deutschfeindlichkeit ist genauso häufig, wie Islamfeindlichkeit – nur wird die Deutschfeindlichkeit weniger wahrgenommen. Doch Sie machen das hier in diesem Text und schon im letzten. Und Sie sind nicht der Einzige. Beinahe jede Woche ein deutschfeindlicher Kommentar in Augsteins Kolumne bei SPON. Schon seit Jahren deutschfeindliche Artikel in der ZEIT online… und dann Artikel in die andere Richtung: Beschreibung von muslimischem Leben, wobei extra extreme Verhaltensweisen herausgestellt werden… Da betreiben die Zeitungen subtile Hetze gegen Muslime. Das habe ich wohl erkannt.
    Erkennen Sie denn nicht, was dahintersteckt? Fortsetzung folgt, denn das Thema ist mir sehr wichtig.

  8. Was kann man von Slavoj Žižek oder anderen Traditionsmarxisten erwarten, die Marxens Schriften als „bessere Wirtschaftstheorie“ verstehen und dann über den Kampf um Ressourcen und Ausbeutung murmeln. Von ganz rechts außen bis zu den linken Türmchen der bürgerlichen Welterklärung (man denke nur an die „Antideutschen) gilt Transzendenzverbot und uneingeschränktes Bekenntnis zu den Werten der bürgerlichen Vernunft, die weiland schon Adorno in ihrer Grundlage als brutal, gewalttätig und inhaltslos bloßlegte. Aber auch er nahm dann zur negativen Dialektik Zuflucht, weil er nicht wagte, über den Tellerrand hinaus zu blicken. Vielleicht verständlich vor dem Hintergrund seiner Zeit.

    Das „Othering“ ist ein Geburtsmerkmal der westlichen Vernunft und wurde unter dem Topos `“Naturzustand“ von Locke, Rousseau und anderen Philosophen ihrer Zeit, einschließlich des Oberdunkelmann Kant affirmativ diskutiert. Menschen im Naturzustande sind alle jene, die nicht oder noch nicht der bürgerlichen Zweigeteiltheit der postulierten egoistischen Verfolgung jeweils eigener Zwecke unter gleichzeitiger Unterwerfung aller unter eine äußere Gewalt folgen. Jede andere Zivilisation, die auf einer gemeinsamen Wahrheit, einer substantiellen Bindung der Menschen untereinander und zudem „geschichtslos“ (also Universalgeschichte und Fortschritt) existiert, hat dieser Auffassung zufolge die bis hierher höchste Stufe menschlichen Daseins, nämlich die Staatsform der Beherrschung nicht oder noch nicht erreicht. Hierbei ist die Regierungsform übrigens gleichgültig, sei es nun Autokratie, Aristokratie oder eben Demokratie. Man darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass im 16. Jahrhundert in Europa und gleichzeitig am anderen Ende der Welt in Japan, die Religion als Vergesellschaftungsbasis an ihren eigenen endgültig Widersprüchen zerbrach und aus den vielen Möglichkeiten neuer Zivilisation genau die zum Tragen kam, die die als Zersetzungsprodukt der damaligen Krise entstandenen Denkformen positivistisch besetzt und zum a priori aller möglichen menschlichen Erkenntnis und dem Beginn einer neuen Fortschrittsgeschichte, der Beherrschung und Verwandlung der chaotischen Natur säkularisiert. (vgl. hierzu mein Essay „Das Bürgerrecht auf Folter“)

    Doch wo jeder „im Recht“ ist, wird der andere notwendig zum Konkurrenten oder, wenn er die Weihen der Bürgerlichkeit noch nicht erreicht hat, zum Wilden oder, wenn er die bürgerliche Vernunft gar ablehnt, zum Feind, der mit dem jüngst aus der Taufe gehobenen „Feindstrafrecht“ im Weltordnungskrieg so begegnet werden darf als sei er wie ein Insekt ein bloßer Schädling. Hier ist selbstverständlich heutzutage viel Projektion am Werke, wenn uns die Rückseitenphänomene unseres eigenen jahrhundertelangen westlichen Zerstörungswerkes in allen Weltgegenden nun bequemer Weise als Bedrohung durch das ganz „Andere“ entgegen kommt, als hätten wir das nicht selbst in die Welt gesetzt.

    Was den nackten Rassismus angeht, so ist auch dieser dem modernen Staat eingeboren. Wie immer in der Bürgerlichkeit kommt auch der „Staat“ – anders als beispielsweise das Reich vergangener Zeiten – zweigeteilt daher; als Staat und als pseudokonkrete Nation, die ein bloßer Mythos ist, was im Begriff nationbuilding sich auch selbst ganz unverhohlen ausspricht. Die Abteilung „Staat“ eines Nationalstaats ist mit der Verwaltung des Notstandes (aus dem der bürgerliche Staat entstand) befasst, indem er rechtsförmig die Unterwerfung der konkurrierenden und einander feindlich gesinnten Monaden regelt. Jedes Staatssubjekt konkurriert daneben auch auf Weltebene mit anderen Staatssubjekten und stellt das rechtsförmige Leben, nicht das konkrete Leben, der Staatsbürger nach Möglichkeit sicher (die sogenannte „internationale Gemeinschaft“). Die Unterwerfung unter den Staat bzw. die Selbstunterwerfung eines jeden unter die herrschenden abstrakten Kategorien bedarf aber eines „wofür“, was über die Abteilung Nation geregelt ist. Ganz zentral ist dabei ihre Funktion der Triage, also des überhaupt „dabei seins“, die nach wechselnden Vorgaben stattfindet, also beispielsweise rassistisch, ethnizistisch, biologistisch, verfassungspatriotisch usw. usf.
    In einer Zeit, wo die Konsequenzen und Folgen der westlichen Vernunft auf Weltebene auf ihre eigenen Zentren selbst zurückzuwirken beginnt, ist es nur logisch, dass die immanente Begriffslosigkeit für dieses Geschehen zu einem noch heftigeren Bekenntnis zur Nation führt. Denn nur über diesen Einschluss ist die Partizipation an der Verteilung von Existenzminimum bis Wohlstand (scheinbar) noch gewährleistet. Und hierin wird wieder einmal die Erbärmlichkeit bürgerlicher Ungesellschaftlichkeit deutlich, indem sie nämlich alle übrigen Menschen, die dem Ausschluss anheimfallen, zu dem „nackten Leben“ degradiert, das von Giorgio Agamben in seinem Buch „homo sacer“ so treffen beschrieben wurde.

  9. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Artikel kontrovers diskutiert wird. Einerseits schließe ich mich dem Autoren im vollen Umfang an, dass die Deals mit den afrikanischen Botschaften, sowie das Aussperren bestimmter Volksgruppen aus Schwimmbädern aufs schärfste zu verurteilen ist.

    Allerdings fällte es mir schwerer, mich über die Handhabung in Diskotheken zu echauffieren. Ich selbst habe dort schon öfters Pöbelein miterlebt und es waren bisher fast immer junge, augenscheinlich arabische Männer die scheinbar grundlos aggressiv auftraten. Deswegen kann ich den Betreiber einer Disko verstehen, wenn er solche Leute ungern einlässt, da eine Club, wo Leute belästigt werden an Beliebtheit einbüßt.

    Diese Eindrücke sind selbstverständlich rein subjektiv und vielen Menschen tut man mit dieser Pauschalisierung großes Unrecht, aber ich kann diesen Eindruck auch nicht ignorieren. DIe Frage ob ein Umgang wie vor den Diskotheken ein aggressives Verhalten erst fördert, ist für mich wie die Frage nach der Henne und dem Ei: Was war zuerst da? Ich weiß es leider nicht.

    Der wachsende Rassismus macht allerdings auch mir sorgen. Plumpe Hetze und Angriffe auf unschuldige Menschen haben noch nie irgendjemandem geholfen und ist gegenüber Flüchtlingen insbesondere absolut erbärmlich. Hier sollte die Presse etwas weniger Sentsationsgeil agieren, da so eine Berichterstattung der reinste Brandbeschleuniger ist.

    Aber Buschkowsky als Hetzer darzustellen, kann ich nicht so stehen lassen. Ich habe seine Bücher gelesen und dort gibt es keine rassistischen Ansätze. Seine These ist, dass aufgrund der fehlenden Integrationspolitk und mangelnden Engagements für junge Muslime, diese getthoisiert werden und keinen Zugang in unsere Gesellschaft finden. Daraus ergeben sich dann zwangsläufig Probleme wie Kriminalität und im schlimmsten Radikalisierung Aufgrund von Perspektivelosigkeit. Im Grunde vertritt Buschkowsky sogar die selben Ansichten wie der Autor dieses Artikels.

    • Ich bin früher (90er bis Mitte 2000er – Jahre) öfters in Diskotheken gegangen, auch in solche mit wirklich hohem Ausländeranteil unter den Besuchern, und hatte persönlich nicht ein einziges Mal Probleme dort, insbesondere nicht mit Ausländern. Das ist wirklich Tatsache.
      Persönlich glaube ich auch nicht, dass Buschkowsky ein mit Sarrazin vergleichbarer Hetzer ist, Buschkowsky war ja immerhin auch jahreland Bürgermeister in einem Viertel mit hohem Migrationsanteil und sozialen Problemen (Neukölln), Neukölln ist ja ein sicheres Viertel und ich kenne keine Geschichten, dass dort Ausländer wirklich diskriminiert wurden.
      Was ich aber bedenklich finde, und was wir auch aktuell bei Ministerin Nahles sehen, ist, wenn Sozialdemokraten offen davon sprechen, Sozialleistungen auf existenzbedrohende Weise zu kürzen. Buchkowsky lancierte ja damals diese unsägliche Kampagne mit der KIndergeldstreichung gegen Familien, deren Kindern große Schulprobleme haben (nicht hingehen ist auch ein Schulproblem). Nahles biedert sich gerade bei der ‚AfD‘ an, indem sie in die Presse posaunt, dass sie Leistungen für ‚integrationsunwillige‘ Asylbewerber kürzen will. So wird der Sozialstaat insgesamt ausgehöhlt, so werden Grundrechte negiert und so wird der Hetzpartei ‚AfD‘ entsprochen. Und das direkt von der SPD. Die SPD wirf gerade ihre eigenen Werte teilweise über Bord, das sah man schon beim gewerkschaftsfeindlichen ‚Tarifeinheitsgesetz‘ udn an dem, was Politiker wie Nahles und Buschkowsky als Propaganda verkünden.

  10. Man sollte sich ernsthaft Gedanken über die transatlantische Partnerschaft in der heutigen Form machen. Die Kriegstreiber haben so viel Einfluss, dass eine Bombe die 3000 Kilometer entfernt abgeworfen wird, hier im Schmetterlingseffekt soziale Verwerfungen auslöst. Ich wünsche mit eine Regierung, zumindest eine/n „Kriegsminister/in“ der/die, für die Menschen über die Grenzen hinweg entscheidet und handelt und nicht für die Waffenlobby. Ich verstehe die Denkart nicht, dass vielen Menschen anscheinend Geld wichtiger ist als Frieden. Bei so einer Kurzsicht frage ich mich, wie diese Menschen es trotzdem schaffen so viel Geld zu akkumulieren. Rassismus kommt in erster Linie nicht aus dem Individuum, sondern wird über einen längeren Zeitraum durch Gehirnwäsche von Massen gezüchtet um dann zu einem gewünschten Zeitpunkt aktiviert zu werden. Siehe das Trigger-Ereignis Köln in der Silvesternacht. Traurig!

  11. Das schlimme ist, dass die reguläre Bevölkerung voll darauf eingeht… Ich bin schon in meiner eigenen Familie ein verträumter Spinner, wenn ich die Lage der Flüchtlinge anspreche und erkläre dass wir Mitschuld tragen an ihrer Flucht. Wenn ich frage, was denn die Alternative wäre, heißt es „ja, weiß ich auch nicht, aber nicht alle hier her!“, und wenn ich frage, was sie denn für den Grund halten, der sogenannte Wirschaftsflüchtlinge dazu bewegt, hier her zu kommen, dann heißt es: „Na, die lassen sich die Zähne richten und denken es geht hier alles leichter“…. Dann komtm das Panikargument: „dann kriegste nachher statt 1800 nur noch 1600, die Beiträge erhöhen sich, und dann will ich dich mal sehen…“ Und wenn ich dann antworte, dass ich sogar damit leben könnte, wobei ich das für absolut überzogen halte, bin ich wiederum ein vertäumter Spinner 😀

    Mal im Ernst, was soll man da noch machen?

    • Weiterhin ein „verträumter Spinner“ bleiben…
      Die reguläre Bevölkerung ist einfachgesagt nur DUMM!
      Ich denke der Verstand nimmt mit zunehmendem Wohlstand ab.
      Dank Plattformen wie KenFM kann hoffentlich der allgemeine IQ wieder langsam
      erhöht werden…

    • Ich wollte gerade einen Kommentar abgeben,
      aber das posting von Raffaele Lindemann bringts voll und ganz auf den Punkt.
      Danke für den link!

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