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Furcht vor Assimilierung

Von Uri Avnery.

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Dieser Text erschien zuerst bei der NrhZ.

Alle Quellen: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=22454

 

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2 Kommentare zu: “Furcht vor Assimilierung

  1. Soll kurz gesagt heißen: Israel reiht sich in die Kette der Länder ein, die sich versuchen abzuschotten. Die Regierung wird immer rechter und die Gefahr, dass Israel einem möglichen 3. Weltkrieg beitritt wird immer wahrscheinlicher? Ich blick da nicht durch obwohl ich es gern täte.

    Für mich ist das Thema Israel, Gaza, Palästina seeeeehhhr kompliziert, obwohl ich mich immer mal wieder damit beschäftige. Leider verstehe ich nicht wirklich was der Autor hier für eine Message rüberbringen will. Oder was das mit unseren Problemen in Deutschland oder Europa zu tun hat. Ich wäre für eine aufklärende Diskussion sehr dankbar.

    • So wie ich den Artikel verstanden habe, will der Autor ein internes Problem der Israelis aufzeigen. Ihm geht es nicht darum, eine Verbindung zu Europa herzustellen.

      Uri Avnery spricht die Verdrängung des liberalen Zionismus durch die konservativen Rechten an. Innerhalb dieses Lagers gibt es die sogennanten „National-Religiösen“, die Israel zu einem JÜDISCHEN Staat erklären möchten. Das heisst, Israel wäre somit nicht mehr das einst von den säkularen Zionisten aufgebaute liberale Land, das alle Jüdinnen und Juden und die vor Ort ansässigen Minderheiten willkommen heisst, sondern ein religiöser Staat mit diskriminierendem Charakter.

      Der Autor versucht, diese Argumentation anhand des Verbotes des im Text erwähnten Romans zu veranschaulichen. Die Nationalreligiösen sind nämlich darum bemüht, dass die jüdische Diaspora nach Israel übersiedelt und sich dort endgültig niederlässt. Das Exil und eine mögliche Assimilierung der Juden sollten dadurch endgültig ihr Ende finden. Somit gilt es, innerhalb des Landes alle potentiellen „Assimilierungsfaktoren“ (Liebesgeschichten zwischen Juden und Nichtjuden usw.) zu beseitigen.

      Ich hoffe, ich konmte dir ein bisschen weiterhelfen… 🙂 Man (oder ich zumindest) könnte stundenlang über diesen Artikel diskutieren! Ich studiere selbst Nahoststudien in der Schweiz und beschäftige mich auch privat mit den Themen. Man kann sich immer eine Übersicht verschaffen, aber man muss sich stets bewusst sein, dass es zu jedem Thema immer verschiedene Ansichten gibt (was ja immer der Fall ist und auch so sein sollte). Am besten ist es, wenn du dir immer selbst deine Infos besorgst und dir ein eigenes Bild machst. Das spannenden am Nahen Osten ist gerade die Komplexität und Vernetzung der Politik, Geschichte, Kultur usw. Man muss sich zuerst immer in kleine Bereiche hineinarbeiten, anschliessend stellt man Verknüpfungen her und allmählich kann man sich dann ein grösseres Bild von der Sachlage machen.

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