submachine-gun-62902_960_720

Geschäft mit dem Tod in Luxemburg – Steuerparadies auch ein Paradies der Waffenschieber

Von Ulrich Gellermann.

In der Mitte der Stadt Luxemburg ragt die Spuerkeess, die „Banque et Caisse d’Epargne de l’Etat Luxembourg“ mit ihren Türmen und Zinnen in den Himmel. Himmelschreiend auch ihre Verwicklung in das Blutgeschäft mit dem Handel von Waffen: Nach einem Bericht von Amnesty International sind neben der „Spuerkeess“ noch weitere sechs luxemburgische Banken in die Finanzierung des dreckigen Geschäfts verwickelt. Dass neben den üblichen Waffen auch international verbotene Waffen wie Atombomben oder Clustermunition zu den Transaktionen gehören, versteht sich.

Hinter dem Biedermann-Image, dem bis heute der langjährige luxemburger Premierminister und aktuelle EU-Präsident Jean-Claude Juncker sein harmloses Gesicht leiht, verstecken sich die üblichen Kapitalverbrechen: Große Waffendeals verlangen nun mal bei der Finanzierung und der ordentlichen Abwicklung die professionelle Hilfe von Banken. Zwar hat auch Luxemburg den internationalen Vertrag über Waffenhandel (Arms Trade Treaty (ATT) unterzeichnet. Aber was unterschreibt man nicht alles wenn der Tag lang ist und der Profit hoch. Zudem: Ein Vertrag, den die USA nicht unterzeichnet haben, ist ohnehin nichts wert.

„Trotz seiner internationalen Verpflichtungen“ schreibt Amnesty, „hat Luxemburg nicht die notwendigen Vorschriften erlassen, um alle Finanzgeschäfte im Zusammenhang mit international verbotenen Waffen oder mit konventionellen Waffen, die bei Kriegsverbrechen oder schweren Menschenrechtsverletzungen eingesetzt werden, zu untersagen.“ Aber im internationalen Waffenhandel wird deutlich mehr verdient als im Heroinhandel. Und nur weil die Todesrate im Waffengeschäft erheblich höher liegt als bei den Rauschgift-Dealern kann ein gewöhnlicher EU-Staat auf diese schönen Profite nicht einfach verzichten. Ob die erstklassigen Waffen der deutschen Firma Heckler & Koch, die jüngst bei den Endverbrauchern des „Islamischen Staates“ gelandet sind, auch mit einer Zwischenfinanzierung über Luxemburg gedealt wurden, ist bisher unbekannt.

Und während Griechenland – weil es einfach keine Flüchtling an seinen Grenzen abschießen will um deren Asyl-Suche in anderen EU zu verhindern – von der EU-Kommission mit dem Rauswurf bedroht wird, zeigt sich Luxemburg als Parade-Land der Flüchtlingsaufnahme: STEUER-flüchtlinge sind in einem Land, in dem für eine halbe Million Einwohner rund 150 Banken zur Verfügung stehen, immer und herzlich willkommen. Obwohl die EU angeblich gerade die Steuerschlupflöcher in Luxemburg schließen will, ist ihre Präsenz in diesem Staat geradezu demonstrativ: Das Generalsekretariat des Europäischen Parlamentes wohnt in Luxemburg ebenso wie die Europäische Investitionsbank und der Europäische Investitionsfonds.

Wer weiß, dass in Luxemburg Investmentfonds von der Körperschaftssteuer, der Gewerbesteuer und der Vermögenssteuer befreit sind, der kann es nur logisch finden, wenn ausgerechnet der Europäische Investitionsfonds in der Hauptstadt Luxemburg sein Domizil am Boulevard Konrad Adenauer hat. Der gewöhnliche Investitionsfonds sammelt das Geld von Anlegern, bündelt es und investiert es in neuen Finanz-Anlagen. Wer also in den boomenden Waffenmarkt investieren will, der ist in Luxemburg dreifach willkommen: Erst geht er zum EU-Investitionsfonds, der gern „Risikokapital vor allem für neu gegründete und innovative Unternehmen“ vergibt, denn ganz ohne Risiko ist der Waffenhandel eben nicht. Dann, ein paar Schritte weiter, eröffnet er ein Konto bei der beliebten Waffenhändlerbank „Banque et Caisse d’Epargne de l’Etat“, der „Spuerkeess“, um später dem Luxemburger Staat auf keinen Fall Steuern zu zahlen.

Die internationalen Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moody’s stufen die „Spuerkeess“ angesichts ihrer Finanzlage sowie ihres Eigentümers, dem luxemburgischen Staat, mit AA+/A-1+ beziehungsweise mit Aa1/P-1 ein, welche die besten Ratings am Finanzplatz Luxemburg sind. Im April 2012 belegte die Bank den 7. Platz im Global Finance Ranking der 50 sichersten Banken weltweit. – Verbrechen lohnt sich nicht, behauptet der Volksmund. Falsch, erzählen die Grüße aus Luxemburg und anderswo. Und natürlich: Luxemburgs früherer Regierungschef Jean-Claude Juncker hat einen Rücktritt als EU-Kommissionspräsident wegen der Enthüllungen der Steuervorteile für Großkonzerne in seiner Heimat ausgeschlossen. Da wird ihm die Waffenschieberei unter seiner Ägide sicher auch kein Anlass für einen Rücktritt sein.

Quellen: http://www.rationalgalerie.de/home/geschaeft-mit-dem-tod-in-luxemburg.html

 

Danke an den Autor für das Recht der Zweitverwertung.

Dieser Text erschien zuerst bei Rationalgalerie.de.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

 

2 Kommentare zu: “Geschäft mit dem Tod in Luxemburg – Steuerparadies auch ein Paradies der Waffenschieber

  1. Ich empfehle sich mal den Film „The International“ (Clive Owen) als gute Unterhaltung anzuschauen.
    Es wird gezeigt das Kredite = Kontrolle sind.Und darum geht es.Geld ist nur Mittel zum Zweck.
    Diesem System ist es auch egal ob es Krieg oder Frieden gibt. Hauptsache die Kontrolle um die wesentlichen Bereiche des Lebens gehen nicht verloren.(Lebensenergie der arbeitenden Menschen wird in Geld=Macht transformiert) Denn auch z.B. Krieg in Syrien macht einige Menschen sehr Reich und vielleicht auch glücklicher.Nur haben leider die Menschen vor Ort nichts davon.Das war auch in allen Kriegen vorher so.
    Nur ein Simples Beispiel. Eine Bombe wir gebaut (USA,BRD,China) und vom Steuerzahler auf Kredit bezahlt.Die Bombe wird mit Hilfe eines Kampjets in eine Brücke z.B. Irak gelenkt.50000 € + Brücke (1000000€) sind an werten vernichtet in 1 sec. puff.Die Gewinne fließen in private juristische Personen (z.B. Banken,Hedgefonds,Vermögensverwalter wie Black Rock) Jetzt wenn der Krieg vorbei ist muss das Land Irak (Bürger)die kosten tragen, weil sie befreit worden sind.Sie verkaufen ihre Werte (Oel) für ein Appel und Ei an Investoren aus dem Ausland.Sie müssen auch neue Kredite bei den gleichen Banken aufnehmen.Meisten die welche die Bombe mit polit. Genehmigung gebaut haben.Über Reperationskosten wird das Land ausgeblutet. Fertig ist der Job. Und da Politiker nur arme Angestellte sind läuft das so einfach.
    Und schon hat man die Kontrolle über ein Land.

Hinterlasse eine Antwort