KenFM im Gespräch mit: Gregor Schirmer („Der Aufstieg der EU zur Militärmacht“)

Prof. Dr. Gregor Schirmer hat eine erstaunliche Biographie vorzuweisen. Geboren und aufgewachsen in Nürnberg, geriet er als Halbstarker auf einer Demonstration mit der damaligen US-Armee aneinander. Es kam zum Handgemenge. Der Jeep der Soldaten wurde umgekippt, Schirmer zum Verhör geladen. Er sollte seinen Vater denunzieren, einen überzeugten fränkischen Kommunisten. Ohne „Kooperation“ drohte die Besatzungsmacht mit zehn Jahren Haft.

Schirmer Junior wollte nicht denunzieren. Er machte sich aus dem Staub, floh in die damals noch problemlos erreichbare DDR. Hier konnte er studieren. Jura. Schirmer spezialisierte sich auf Völkerrecht und stieg bis ins Zentralkomitee auf. Auch heute, mit über 80 Jahren, ist er immer noch ein Kämpfer. Sein aktuelles Buch „Der Aufstieg der EU zur Militärmacht“ ist eine sehr erhellende Bestandsaufnahme des Status quo.

Die EU, allen voran die BRD, haben aus der Geschichte offensichtlich nur eines für sich gelernt: Dass man nur im Kollektiv erfolgreich sein kann. Besonders, wenn man auf militärische Überlegenheit setzt.

Das Buch ist eine Analyse, Abrechnung und Mahnung, und es kommt zur richtigen Zeit. Deutschland ist 2016 an mehr Kriegseinsätzen beteiligt als jemals zuvor. Deutschland bricht, solo oder im Kollektiv, das Völkerrecht. Wem das egal ist, wird sich noch umschauen. Kriege, große Kriege, sind für die Deutschen Eliten, die EU-Eliten, längst wieder Teil des machtpolitischen Werkzeugkastens.

Über Leichen gehen scheint wieder voll angesagt. Als hätte es die Nürnberger Prozesse nie gegeben.

31 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Gregor Schirmer („Der Aufstieg der EU zur Militärmacht“)

  1. In 83 Jahren hat Gregor Schirmer viel erlebt. Jetzt liest er seine Leib- und Magenzeitungen, surft ein wenig im Internet und liest Bücher. Er hat sich auf einen verdienten Beobachterposten zurückgezogen. Ein Visionär und Kämpfer war und ist er nicht.
    Die natürliche Lehne Europas und der EU ist die eurasische Landmasse. Das Gebiet von Lissabon bis Wladiwostok ist unser, der Europäer, Heimat; nicht der Zug über den Ozean nach Amerika, nicht die NATO und nicht TTIP.
    Aktuell:
    http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_77911152/europas-lauter-ruf-nach-einer-starken-fuehrung-.html
    „Die Frage ist jetzt, ob die europäischen Mitte-Parteien dieses zur Führung legitimierende Sicherheits- und Zukunftsangebot rechtzeitig nachreichen. Tun sie es nicht, fällt Europa früher oder später an vormoderne, Putin-hörige Rechtsradikale. So einfach ist das leider.“
    Schlimmer geht es ja nicht mehr: Rechtsradikal und Putin-hörig dazu. Oder doch? USA-hörige Dumpfbacken?
    Europa will kein militärischer Brückenkopf im dritten Weltkrieg sein und werden. Die USA orientieren sich längst nach Fernost; Europa sollte im Interesse des Weltfriedens mit Russland zusammen für ein Gleichgewicht der multipolaren Kräfte in der Welt sorgen und für Frieden eintreten.

  2. Erst dachte ich, es liegt an mir und ich wäre zu empfindlich, sensibel oder was… Dann las ich hier Kommentare. Es gibt also andere, die ähnlich empfinden.
    Die Art und Weise des Frage/Antwort-Spiels in den Gesprächen zielt häufig auf eine Bestätigung der grundsätzlichen Haltung des Fragenden (Ken) ab. Das fiel mir besonders in diesem Gespräch auf.
    Das dumme ist: Genau auf diese Fragen WARTE ich! Weil ich einer ähnlichen grundsätzlichen Meinung bin. Wie ich aus dieser Nummer rauskomme, weiß ich nicht…

    Wichtiger als obiges scheint mir aber etwas anderes zu sein. Je mehr ich auf diesen Seiten Gespräche höre, desto mehr schält sich langsam ein roter Faden heraus. Und da stellt Ken zweifellos die richtigen Fragen:

    1.) Wo bleibt die Friedensbewegung?
    2.) Wie lange wollen wir eigentlich noch zusehen, wie der (ausufernde, nicht die Sparkasse um die Ecke mit Girokonto) Finanzkapitalismus die Regierungen der Erdbevölkerung entmachtet?
    3.) Wann wird von den USA eingestanden, dass das Versprechen einer NICHT-Nato-Erweiterung nach der Wiedervereinigung gebrochen wurde? (Ich geb mir dazu gleich selbst die Antwort: Niemals)

  3. Als Herr Schirmer sagte, dass er Juristerei studiert habe, habe ich mich schon gefreut. Aber leider zu früh.

    Juristerei ist nicht die Lösung, sondern das Problem. Macht setzt Recht, nicht umgekehrt.
    Man kann das sehr gut am Nationalsozialismus erkennen, wo auch alles zu Recht gemacht worden ist. Die, die nach dem Zusammenbruch die Scherben sortieren, erklären das Vorherige zum Unrechtsstaat und machen wieder alles, was ihnen in den Kram passt, zu Recht.
    Herr Schirmer wurde zu Recht für seine Führerschaft beim Aufruhr 1950 verfolgt, ist in die DDR geflohen, wo dann anderes Recht galt.

    Ich habe mir nach dem Interview den Wortlaut des Schwur von Buchenwald durchgelesen und mich gefragt, was ich getan hätte, wenn ich dort auf dem Appellplatz gestanden hätte.
    Ich hätte nicht die Hand gehoben und wir schwören gesagt, sondern mich umgedreht und geschwiegen.

    Woher kommt der Wahn, dass Juristerei etwas Gutes sei?
    Es ist schon sehr alt. Es steht schon in den Noachidischen Geboten.

  4. Für die zentrale Aussage von Schirmer – „Der Aufstieg zur EU zur Militärmacht“ – habe ich keine Belege vernommen, zumal er selbst dauernd darauf verwies, dass eine EU „Militärmacht“ dem Pentagon niemals das Wasser werde reichen können!?
    Die didaktische Beurteilung der „suggestiven“ Gesprächsführung durch Ken Jebsen fällt bei mir nicht so negativ aus, hat sich bei mir doch der Eindruck verdichtet, dass Herr Schirmer nicht viel auf dem Schirm gehabt hat?!
    Sein Buch werde ich jedenfalls nicht lesen.

  5. Danke für dieses sehr informative Video,
    danke auch Herr Jebsen das sie nicht so schnell geredet haben und
    auf diesen Herrn eingegangen sind, so konnte man gut folgen.
    Ich verstehe sie aber gut, das sie manchmal eben sehr schnell reden weil auch
    Emotionen im Spiel sind.

    Stichwort Friedensbewegung:

    Warum schliessen wir uns eigentlich nicht mit den Flüchtlingen zusammen?
    Wir sitzen doch im gleichen Boot.
    Eigentlich erhalten wir doch mit jedem Flüchtling der zu uns kommt eine
    Unterstützung. Lasst uns zusammen mit den Flüchtlingen nach Berlin gehen
    und den Politikern mal sagen wie wir die Dinge sehen.

  6. BZ 12. 02.2016
    „BUNDESPRÄSIDENT DARF SEINE BEDENKEN FÜR SICH BEHALTEN
    Bundespräsident Joachim Gauck muss Medien nicht über Bedenken bei
    einer Prüfung von Gesetzen informieren. Das entschied das Oberver-
    waltungsgericht Berlin-Brandenburg in einem vorläufigen Rechtsschutz-
    verfahren. Es wies die Klage eines Journalisten ab, der vergeblich Aus-
    kunft verlangt hatte, welche verfassungsrechtlichen Bedenken Gauck
    im Hinblick auf das 2012 beschlossene und später vom Bundesver-
    fassungsgericht gekippte Gesetz zum Betreuungsgeld hatte.(dpa)“
    FIN
    Einige Schreiberlinge, die sich hier RESPEKTLOS gegenüber Herrn
    Gregor Schirmer verhalten – weil SIE vielleicht meinen genug Geld
    für ihre Hetze zu bekommen – sollten sich fragen: „Wozu will uns
    Joachim Gauck verführen?“ Sollte der Bundespräsident nicht eine
    beratende Person sein, für Deutschland, Europa und alle
    anderen Staaten!?! Es ist eine SCHANDE, wie Ahnungslos er sein darf!

  7. Wir von der humanistischen Friedenspartei i. G. arbeiten bereits seit über einem Jahr daran und laden Jeden der interessiert ist , seien es Privatpersonen,Gruppen, Parteien oder Vereine…etc ,am Aufbau eines neuen , menschlicheren Gesellschaftssystems und dem Frieden , auf dem Netzwerk PeacePoint willkommen, dies ist eine Plattform um sich zu informieren, etwas gemeinsam zu gestalten und sich zu vernetzen mit Allen, die das auch wünschen, und erarbeiten Lösungswege um einen Tages basisdemokratische Entscheidungen gemeinsam treffen zu können.regional, national und international..ihr seid herzlich willkommen,daran mitzuwirken : http://network.humanistischefriedenspartei.de/

  8. @ Christoph Schmid
    Man sollte nicht direkt von Gegnern sprechen, wenn einige Zuschauer den Diskussionsstil kritisieren. Es geht ja um eine Kritik an der Sache und nicht um eine oberflächliche Abgrenzung von Lagern.

    @ Community
    Aus meiner Sicht litt dieses konkrete Gespräch tatsächlich an dem, was einige Zuschauer weiter oben schon angeführt haben: Einen älteren Herren muss man ausreden lassen, das ist Teil einer Gesprächsatmosphäre. Dazu zählt natürlich Zeit – die bei KenFM und der Dauer der Videos glücklicherweise gegeben ist, gute Vorbereitung und Offenheit der Diskussion. Mir erschien es mehr als einmal so, als sollte Herr Schirmer tatsächlich nur Positionen bestätigen. Ja, es wäre interessant gewesen, wenn er ausführlich sein Buch hätte vorstellen können oder vergangene Begebenheiten aus der DDR hätte vortragen können. Das Hin- und Herspringen zwischen Themen, Problemstellungen und moralischen Bewertungen hat Schirmer offensichtlich irritiert. Es sollten vorab in jedem Fall Fragen und Richtung des Gesprächs zwischen Gast und Gesprächsführung geklärt werden (reicht man nicht einen Fragenkatalog zur Vorbereitung ein?). Vielleicht ein komischer Vorschlag: aber hätte nicht auch Dirk Fleck oder Dirk Pohlmann das Interview führen können, um daraus entweder etwas mehr Dokumentarisches (Pohlmann) oder von Lebenserfahrung und Melancholie (Fleck) über die Vergangenheit gewinnen zu können. Dann gewinnt ein Gespräch auch an intellektueller Kraft.

    Aber um eines klarzustellen: Dies sind alles Kritikpunkte auf hohem Niveau. Meinen Respekt, dass es solche Gespräche durch KenFM, in dieser Dichte, überhaupt gibt!

    • Der Hinweis auf „intellektuelle Kraft“ bezieht sich nicht auf den Diskussionsstil von Herrn Jebsen, sondern auf die atmosphärische Aufbereitung einer Sendung, um das unmissverständlich zu betonen.

    • Würde ich genauso unterschreiben, finde aber, dass man sich nicht für Kritik rechtfertigen muss. Nur durch Kritik entwickelt sich man weiter, Mangelerscheinungen bzw. Fehler müssen abgestellt werden. Beleidigungen und nicht sachlich angeführte „Meinungs“äußerung dagegen ist natürlich etwas anders.

  9. Ein erstaunliches Phänomen, welches mit Ken einzigartig in der Medienlandschaft scheint: Selbst die Leute, die ihn nicht mögen, schauen regelmäßig seine Videos. Das lässt sich ja unschwer an den vielen negativen Kommentaren ablesen. Glückwunsch KenFM, das hat bisher noch keiner geschafft!!!

    • Liebe KenFM-Gegner! Ich finde es ja Spitzenklasse, wie ihr Ken immer kritisiert! Es macht ihn zu einer Art „FC Bayern München“ – entweder man liebt ihn oder man hasst ihn, aber jeder schaut sich seine Spiele an! 😉

    • Wenn bei diesen negativen Kommentaren nicht ein einziger Diensteschreiber dabei war, heiße ich in Zukunft Heinz Bärbel.
      Das wiederum legt nahe, dass dieses Portal genau das Richtige ist und zur richtigen Zeit kommt.
      Nochmals Danke dafür!

    • @ Christoph Schmid

      Negativ heißt nicht automatisch, dass man Inhalte kritisiert oder das Portal ablehnt. Wenn einzelner Zuschauer den Diskussionsstil kritisieren oder Verbesserungsvorschläge zur Durchführung der Interviews geben, sollte das Anlass sein, die eigene Vorgehensweise zu reflektieren. Es geht doch gerade darum, dass man sich nicht dauernd selbst auf die Schultern kloppft. Radikales Infragestellen, auch der eigenen Vorurteile, das ist Aufklärung.

  10. Ich muss mich der Kritik leider anschließen:
    Ständige Suggestivfragen sind doch etwas unprofessionell und ermüden
    das Stammpublikum von KenFM…
    Beim nächsten Interview einfach mal dran denken 😉
    Aber neben der leichten Kritik trotzdem danke für eine alternative Sicht auf die Dinge :))

  11. Also wenn euch Ken nicht sympathisch ist, dann ist es verständlich dass man den Weltfrieden ohne Ken planen muss. Ganz klar. Unsympathische Menschen, egal wie kompetent oder aktiv bezüglich Friedensforschung, dürfen nicht in die Planung eines dauerhaften Friedens eingeschlossen werden. Ich meine, für was den Krieg beenden, wenn dann trotzdem eine dir unsympathische Person irgendwo sein Unwesen treibt? Und wenn er Frieden fordert, aber die Interviews dir nicht gefallen, dann gilt das Gleiche. Ganz klar. Wir sollten alle KenFM für solche Unzulänglichkeiten diskreditieren und nicht auf sein „Friedensgefasel“ eingehen. Am besten machen wir Videos, die 70 Minuten nur von Ken handeln und nicht auf das Thema Frieden eingegangen wird. Das bringt’s. Es ist wichtiger solche Friedensschwalben wie Ken zu entlarven, als gemeinsam Lösungsansätze für die Probleme der Zeit zu suchen. Ich glaube, da stimmen mir alle zu. #Achtung Sarkasmus

  12. Lieber Ken,

    das war leider schlechter Journalismus. Warum hast Du diesen klugen Mann nicht reden lassen?
    Du legst den Leuten zu viel in den Mund und kaust ihnen Deine Sicht der Welt vor. Diese Journalismusgeschichte hängt mir langsam zu Halse raus. Es ist Dein Problem, aber musst Du dich da bei jedem ausweinen.

    Schade, ein leider vertanes Interview.

    Lade den Mann noch einmal ein und lass ihn reden!!!

  13. Was mich etwas stört ist, das etliche Fragen von Ken direkt darauf abzielen sich bestätigen zu lassen das die USA der Schuldige seien, obwohl es doch um Europa gehen sollte. Es ist leider nur sehr kurz angeklungen, Europa ist genauso wie China oder die Brics Staaten eine Imperiale Macht. Gerade die Imperiale oder genauer hegemoniale Rolle Deutschlands konnte man ja im Zusammenhang mit Griechenland sehen.
    Dazu empfehle ich ihnen, Herr Jebsen, das Buch „Imperium – die Logik der Weltherrschaft – Vom Alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten“ von Herfried Münkler. Das wäre auch ein Top-Gespächsgast, räumlich ist er ja nicht so weit weg.

    Es ist doch so, dass alles was man den USA vorwerfen kann zwar stimmt, aber als Europäer oder Deutsche sollten wir uns mal um uns kümmern. Diese Fokussierung auf die USA oder die Nato ist zu einfach, es entlastet uns, uns selbst mit uns selbst zu beschäftigen, was sehr bequem ist und es verhindert auch Lösungen, weil die beschriebene Lethargie, „die da oben, wir können eh nix machen“, von dieser Feindbildsetzung USA/NATO profitiert und wir es uns meiner Meinung nach in einer Opferrolle zu bequem machen.
    Ich sehe in den USA eher ein Land das die selben Probleme hat wie wir, auch in den USA ist ein großer Teil der Bevölkerung hungrig nach einer alternativen Wirtschaftsordnung, nur das die hegemoniale bzw. herrschende Kultur im Sinne von Gramsci eben verhindert das Alternativen auch nur gedacht werden können, ohne das Label Kommunist verpasst zu bekommen, was gleichartig leichtfertig verwendet wird wie das Label *-Radikaler in unseren Landen.
    Wir sollten schon den Vorteil, dass es bei uns mehrere Reine Lehren der Staatsarchitektur gegeben hat, zu nutze machen und darüber nachdenken und auch versuchen die Erfahrungen zu etwas funktionierendem Neuen zu integrieren.

    Sehr geehrter Herr Schirmer
    Mich würde interessieren wie es den Staaten im RGW gelang jene Widersprüche, die Sie in der EU zwischenstaatlich und artikuliert in deren Institutionen sehen, ausgeräumt wurden. Wie war diese Staatengemeinschaft organisiert das es diese Probleme angeblich nicht gab. Welche Maßnahmen könnten ihrer Meinung nach zur Durchsetzung des Völkerrechts dienen sodass nicht länger das Faustrecht gilt. Und falls sie dazu etwas sagen können; was sind aus Marxistischer Perspektive Lösungsvorschläge bzw. wie sehen die Alternativen zum jetzigen Modell der kapitalistischen Wirtschaftsordnung aus dieser Sichtweise heraus konkret aus.

  14. Weshalb gehen die Menschen nicht auf die Straße?

    Das mag daran liegen, dass die Masse mit der Mode geht. Für den Frieden zu sein, ist nun mal absolut nicht hip! Wer gibt die Mode vor? Coole Dudes und kesse Chicks!
    Rollen, wie wir sie in Hollywood-Streifen zuhauf erleben dürfen. George W. Bush ist ein Cowboy, Obama ist mega lässig drauf. Außerdem stehen die USA für Freiheit, Demokratie und militärische Stärke. Wenn das mal nicht supercool ist?! Völlig lame ist dagegen das graue Russland, Putin, der Islam und Xavier Naidoo.
    Aber wer vermittelt uns diese „Vorbilder“? Klaro, die Mainstreammedien, das Kino und die vermeintlichen Alternativen.

    Gehen wirklich wenig Menschen auf die Straße?

    Nein. Oder sind 250.000 auf der Anti-TTIP-Demo wenig? Wie kommt das, obwohl doch in den Medien kaum Kritik aufkam? Das kann fast nur an den wahren Alternative liegen. Journalisten und Bürger, welche im Netz und auf der Straße aufklären und mobil machen.

    Leider nimmt der Dschungel der unkonventionellen Medien extrem zu, was aufgrund einer fehlenden klaren Linie zu einer Unsicherheit bei den Informationskonsumenten führt.
    Eine Person wird sich erst dann entschließen können, gegen den Status Quo auf die Straße zu gehen, wenn er von einer alternativen Lösung überzeugt ist. Und da sehe ich das größte Problem. Es gibt so viele konträre Meinungen hinsichtlich der Schuldigen, des Systems und der Wahrheit an sich.

    Daher denke ich, dass es der Mehrheit verständlicher Weise schlicht zu kompliziert ist, gleich das ganze politische, wirtschaftliche oder finanzielle System abzuschaffen. Die Besinnung auf einfache, klare und Grundlegende Werte wie: Kein Krieg, gerechtere Verteilung und Umweltschutz sollte da förderlich sein.

    Vor allem muss man ihnen ein grundlegendes Prinzip bewusst machen.
    Meine Mutter erklärte mir einst in meiner Kindheit auf die Frage, warum sich die Menschen im Gazastreifen gegenseitig in die Luft sprengen folgendes:
    Wenn ein solcher Anschlag auf der einen Seite stattfindet, kommen dabei Menschen ums Leben. Deren Verwandte sind dann so traurig und wütend, dass sie sich auf der anderen Seite mit einem Anschlag rächen. Und so geht das immer hin und her.

    Dem gegenüber steht das moderne Bruce-Willis-Prinzip, dass wir Überlegenen einfach alle Schurken abknallen und dann ist Ruhe.

    Das muss den Menschen bewusst gemacht werden. Das und dass jeder Mensch gleich viel Wert ist. Dass wir nicht besser sind als die Menschen in der dritten und oder der islamischen Welt.

  15. Oh ja!!!!!!!!! Bitte echauffiert Euch weiter über die Art und Weise und mit wem hier Gespräche geführt werden. Es wäre ja auch absolut idiotisch, sich besinnend auf die schwer wiegende Essenz der Aussagen zu konzentrieren, welche hier getätigt werden. *HändeüberKopfzusammenschlagend*
    Was die Abschaffung des Kapitalismus betrifft:
    Meines Erachtens liegt die Hauptursache nicht im Wirtschafts-System. Die Menschen sind auch im Kapitalismus gegen Krieg. Die Ursache liegt vielleicht eher in der systematischen Enthumanisierung und Dämonisierung des „Feindes“ und der Illusion der militärischen Übermacht des großen Bruders, der uns Angsthasen beschützt. Man schaut sich nur mal einen Hollywood-Streifen an. Dort wird auch schon die alternativlose Lösung aufgezeigt: möglichst spektakuläre Rache bis zum totalen Sieg mit coolen Sprüchen. Dies und fehlende Demokratie, welche das Volk auch gar nicht einfordert (weil es ja gar nicht so schlimm ist wenn böse Menschen sterben, solange sie nicht in mein Land kommen), sind wohl die Hauptursache für Kriege. Die erste Geige des Oberplayerorchesters spielt dabei die Medienpropagandamaschinerie. Sie ist die Schlange, die uns ins Ohr flüstert. Durch die Alternativmedien gerät das ganze ins Wanken. Deshalb drücken die auch gewaltig aufs Gas. Es muss krachen, sonst gehts den Eliten an den Kragen. Das Risiko, dass noch mehr Menschen aufwachen, kann nicht eingegangen werden!
    Auch bei einer Abschaffung des Kapitalismus werden die Eliten ihre Netzwerke und ihr Knowhow der Manipulation bewahren. Sie werden es weiter anwenden um die Masse zu kontrollieren und zu ihrem Vorteil zu missbrauchen. Deshalb vertrete ich die These, dass ein aufgeklärtes Volk, welches sich seiner Macht und seiner Verantwortung für sein Umfeld bewusst ist, über jedes System hinweg entsprechend handelt.

  16. Hier wird jetzt ernsthaft ein abgehalfteter SED-Funktionär, als seriöser Gesprächspartner vorgestellt?
    Wird die geriatrische Abteilung, die bisher aus Albercht Müller und Willy Wimmer bestand, um diesen Typen erweitert.
    Hey, wie tief kann man sinken. Ist sonst keine bereit mit Moustafa Kashefi, aka Ken Jebsen, zu sprechen?
    Liegt es an dem ewigen lamentieren und jammern, wie böse die USA und der Kapitalismus ist ( gleichzeitig werden Einnahmen via Youtube und Facebook generiert! ) oder liegt es an der Lobhudelei zu Gunsten eines Putin-Russlands.
    Oder liegt es einfach daran, das Jebsen/Moustafa keinerlei produktive Lösungsvorschläge hat?
    Ein 50 Jähriher, der in der Rebbelnphase hängengeblieben ist. Das ist mein Eindruck. (oder er braucht nur die Kohle)

    • Auwaia…. am besten sperren wir alle ehemaligen SED-Funktionäre, ältere politikerfahrene Leute aus der „geriatrischen Abteilung“, Putin-Russland-Lobhudeler, Kapitalismus-Kritiker und vor allem den 50 jährigen hängenebliebenen ´Rebbel`der keine produktiven Lösungsvorschläge anbietet (ausser der Plattform die den Austausch auf einer solchen Basis und neue Denkanstöße) alle hinter Schloss und Riegel, oder? Genau, weg mit dem Pack! XD Ich bitte dich

  17. Schade, schade. Statt den alten Herren erzählen zu lassen und Fakten ausführlicher darlegen zu lassen, erfragt Ken nur Meinungen, nochdazu mit Suggestivfragen. Leider benutzt er den Herrn Schirmer auch, um wieder einmal mit der Jungen Welt ein Hühnchen zu rupfen. Wie war das Thema? Sehr schade. Gerne hätte ich mehr aus dem Buch oder dem Leben des Herrn Schirmer mehr erfahren.

  18. Auf die Gespräche von KenFM freue ich mich immer. Diesmal habe ich es durchlitten. Herr Jebsen konnte sich nicht auf den Gesrächspartner einstellen. Er stellt eine Frage. Dann elaboriert er sie, weist den Befragten hin auf die möglichen Felder, die eine Antwort berühren könnte, er formuliert mögliche Arten, wie man die Frage beantworten könnte und endet endlich: „Ist es nicht so?“ Und erhält von dem armen alten Mann die Antwort: „Ja. genauso isses.“

    Ok. Das kann mal passieren und dann stellt man sich drauf ein, dass der Mann einfach Zeit braucht. Nach der Frage sortiert er seine Antwort, denn er ist ein gebildeter Mann und gewohnt, einigermaßen druckreif zu sprechen. Dann bräuchte er wohl wieder eine kurze Pause (ein paar Sekunden nur!) für die Assoziationen, die Erinnerungen an das Thema, ihm würden dann Beispiele, Anekdoten, Begebenheiten einfallen, die seine Antwort untermauern. All das, was ein lebendiges Gespräch ausmacht, hätte sicher auch bei diesem Mann kommen können, wurde aber schon mit der nächsten Frage abgewürgt. Er hätte mehr Zeit, Respekt, Empathie gebraucht.

    Und noch etwas: Vielleicht müsste man in so einem Fall, wo es etwas schwierig ist, auch die Möglichkeit für neue Anläufe haben. Das bedeutet, man sollte auch schneiden können, die unergiebigen Sackgassen wegschneiden. 45 Minuten statt 90. Der Gesprächsparter sollte auch sagen können: „Das schneiden Sie bitte raus. Lassen Sie mich es anders sagen.“

    • Bin durchaus deiner Meinung, war ein sehr unangenehm zu schauendes Gespräch, welches auch nichts vermittelt hat.
      Ken kann einen Gregor Schirmer nicht wie einen Schattauer interviewen, sondern sollte sich auf seinen Gegenüber einstellen. Zumindest wenn es in einen informativen Austausch enden soll.

  19. Die Richtung zur Selbstkritik gefällt mir sehr. Das wirkt ausgewogen.

    Harte Gegenüberstellungen von Positionen, die schemenhaft ein Meinungsspektrum abbilden, bleiben ja meist nur oberflächig. Was wohl auch daran liegt, das in diesem Fall die Gäste einen kurzzeitigen Perspektivwechsel scheinbar nicht aushalten. Und der Moderator mehr Themengott als Mittler ist.

    Z.B. der emphatische Linke, der die Vorstellungswelt und Ängste von Snops oder Neo-Faschisten einmal nachvollzieht und umgekehrt. Und erst darauf dann Imperative erhebt, die man dann beim Anderen und bei sich selbst einfordern will. Im besten Fall bleibt man bei einer positiv-progressiven Verständigung.

    Diesen Prozess, an Anlehnung an die Aufklärung, würde ich gerne mehr in den Medien beobachten. Wozu die Angst?

    Wenn ich etwas gelernt habe, dann dass man mit fast allen friedlich, ja höflich reden kann. Auch mit Menschen die für einen oder einander mit Verachtung gegenüberstehen.
    Selbst sture, ignorante und boshafte Menschen wollen verstanden werden und sei es nur aus egoistische Motiven heraus .

    Überfordert mein Wunsch nach geistiger Flexibilität das System der Medien und die Integrität der Person ?
    (Bin ich zu naiv und die Welt alternativlos?)

    • Hai Steve,
      nein bist Du nicht, weder Naiv noch Alternativlos, es sind genau diese Menschen die uns reGieren, die diese Wortwahl verdienen.
      LG
      GZ

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