KenFM-Positionen #3: Demokratie oder Markt – Was kostet uns der Casino-Kapitalismus?

Als 1972 das Buch „Die Grenzen des Wachstums“ erschien, wurden die Verfasser, allesamt Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology, schnell mit den Begriffen Kommunisten, Anti-Amerikaner, Alarmisten oder später Verschwörungstheoretiker betitelt.
https://www.nachhaltigkeit.info/artik…

Kaum einer der Kritiker, damals wie heute, hatte sich mit den Erkenntnissen der Wissenschaftler beschäftigt, die wenigsten hatten das publizierte Buch wirklich gelesen, geschweige denn verstanden.

Um was ging es im Kern?
Zeit und Raum sind für den einzelnen Menschen persönlich nur innerhalb der eigenen Lebensspanne erfahrbar. Der Mensch plant vielleicht noch für seine Kinder, für die Kinder seiner Enkelkinder definitiv nicht mehr.

Obwohl der Mensch über enorme intellektuelle Fähigkeiten verfügt, abstrakt denken kann und dank der Mathematik weiß, was exponentielles Wachstum bedeutet, weigert sich die Masse, die gewonnenen Erkenntnisse auf die Gegenwart zu übertragen. Dieser Mechanik folgt die Politik, vor allem in Demokratien, indem sie ausschließlich kurzfristige Ziele anbietet, sprich Ziele propagiert, die in der sich dem Ende entgegen neigenden Legislaturperiode erreicht werden können – oder auch nicht.

Was in heutigen Demokratien wenig bis überhaupt nicht gefragt ist, ist die Wahrheit. Menschen, die sich im Kern mit Wahrheit beschäftigen müssen – Journalisten – leben auch im 21. Jahrhundert gefährlich. Kein neues Phänomen, wenn man sich an den Ausspruch Platons erinnern möchte:
„Wer in der Demokratie die Wahrheit sagt, wird von der Masse getötet.“

Zusammenfassend muss man feststellen:
Der Mensch ist und bleibt ein Gewohnheitstier. Was ihm nicht in den Kram passt, obwohl wissenschaftlich belegt und den Gesetzen der Logik folgend, wir schlicht verdrängt. Der „moderne“ Mensch, der Mensch der Industrie-Gesellschaft, wird in naher Zukunft von diesem Planeten verschwinden, wenn er sich weiterhin weigert, auf Nachhaltigkeit umzustellen. Exponentielles Wachstum ist das Gegenteil von Nachhaltigkeit.

Unser alles beherrschendes Geldsystem wächst exponentiell.
Der Verbrauch von Ressourcen wächst exponentiell.
Die Menschheit wächst exponentiell.

Alle Verwerfungen, die wir in den letzen 40 Jahren immer massiver erleben konnten, sind die Folgen dieses Systems.

Kriege, Flüchtlinge, Ausbeutung, Umweltkatastrophen sowie Unruhen im In-und Ausland sind final zurückzuführen auf exponentielles Wachstum. Dabei spielt die Verpackung unseres Lifestyles keine Rolle. Der Kahn hat mehr als Schlagseite. Er geht unter, und jetzt ist es an uns, der Realität ins Gesicht zu sehen. Wir müssen diese Wirtschafts-Titanic aufgeben.

Bei POSITIONEN – POLITIK VERSTEHEN geht es im Kern immer um dieses eine Thema. Wie schaffen wir es, die Menschheit dazu zu überreden, ihrem eigenen Überleben zuzustimmen.
Wir beleuchteten in allen bisherigen Ausgaben diese Problematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Daran halten wir fest.

Die Gäste der dritten Ausgabe von Positionen mit dem Titel: „Demokratie oder Markt – Was kostet uns der Casino-Kapitalismus?“ sind:
– Giorgos Chondros, Umweltpolitischer Sprecher und Mitglied im Zentralkomitee von Syriza
– Dirk C. Fleck, Romancier und Zeitzeuge, Autor von „Feuer am Fuss“ und weiteren Titeln
Owe Schattauer, Musiker, Bauunternehmer und Friedensaktivist, auch bekannt als die „Stimme des Zorns“
Elias Tsolakidis, Politischer Aktivist und Mitbegründer des griechischen Selbstversorger-Projektes „O Topos Mou“

Anders als in den ersten beiden Ausgaben fliegen in dieser Ende 2015 aufgezeichneten Sendung die Fetzen. Das hat auch damit zu tun, dass wir diesmal neben „Politik-Profis“ auch die „Straße“ am Tisch sitzen haben. Echter Fortschritt kann nur gelingen, wenn Führende und Geführte wieder miteinander ins Gespräch kommen und sich ernst nehmen.

Nur im Team, nur wenn wir die Klassengesellschaft überwinden, haben wir als Menschheit eine Chance, das 22. Jahrhundert zu erleben. Wir müssen endlich lernen, als Spezies zu denken.

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20 Kommentare zu: “KenFM-Positionen #3: Demokratie oder Markt – Was kostet uns der Casino-Kapitalismus?

  1. Guten Tag zusammen,
    ich möchte hiermit parallel an die Webseiten-Administratoren dieser Seite darauf aufmerksam machen, dass die Kommentarfunktion zu den Ausführungen von Posistionen# 1&2 nicht funktioniert.

    Trennung.

    Im Bezug zu Positionen#2 mit dem Thema: Ethik oder Etat – Sind unsere Werte nur Börsenwerte? Hat Herr Ernst Wolff auf der „AWK“-(Alternativen-Wissenskongress), am 28.02.2016 eine Ausführung mit der Überschrift: IWF – Helfer oder Räuber? durchgeführt.
    Hier der direkte Link: https://www.youtube.com/watch?v=ZpRUvBLjxKI

    Viele Grüße

  2. Hab mir gerade KenFM-Positionen 3 (Demokratie oder Markt) angesehen. …fand ich auch gut und interessant. Aber da wird die ganze zeit darueber geredet wie man aus der sackgasse herrauskommt oder eben das ganze gegen die wand faehrt. So dann in der letzten minute schliddern dann alle an der Loesung vorbei ohne es zu merken. Da fragt Ken den Owe Schattauer ob er die DDR wieder haben wolle. Der sagt prompt NEIN. Traut er
    sich nicht oder hat er die undiferenzierte Geschichte der DDR schoen aufgegessen und verinnerlicht. Fuer ein paar Monate war ich und viele andere Stolz auf die DDR wegen der friedlichen revolution. Wie schon 1918 hat sich das Volk dann die revolution von den buergerlichen wegnehmen lassen,…aber das ist ne andere Geschichte. Wenn mich jemand fragt (und da ich in Kanada lebe und in den USA umher reise sind das meist Amis oder Canadier),…moechtest du die DDR wieder dann sage ich denen ganz klar Ja es waere schoen wenn wir die DDR von 1989/90 wieder haetten,…es war eine grossartige aufbruchstimmung und man haette was draus machen koennen oder muessen.

  3. Vielen Dank für die interessante Gesprächsrunde!!! Die treffendste Aussage, hinsichtlich der ganzen Misere, fiel meines Erachtens seitens Herr Jebsen. “ Verantwortung übernehmen! “ Noch treffender Eigenverantwortung!!! Wenn sich jeder, ähnlich Herrn Tsolakidis – jeder nach seinen Fähigkeiten, verantwortlich fühlen würde, wäre das hier ein anderer Ort! Insgesamt eine dynamische Runde, wenn auch jeder hinsichtlich seines Fokus argumentiert und dadurch der gesamte Nenner in den Hintergrund rückt… ganz wie in der öffentlichen Debatte. Aber die Wahrheit ist ja bekanntlich ein Elefant😉( Buch:Heinz Körner Verlag/ Wahrheit ist unteilbar.) Für jeden der diese Geschichte nicht kennt, kann ich nur empfehlen! Hier findet auch Herr Chondros seine Frage“ Ist die Wahrheit neutral? “ beantwortet, wenn auch aus einem besonderen Blickwinkel. Insgesamt ein großes Lob an Ken Jebsen und sein Team für interessante Diskussionen, Bereitstellung von Informationen und das Vorstellen zahlreicher interessanter Autoren und Persönlichkeiten auf die ich so im Netz nicht getroffen wäre…! Vielen Dank!

  4. Vielen Dank für die interessante Gesprächsrunde!!! Die treffendste Aussage, hinsichtlich der ganzen Misere, fiel meines Erachtens seitens Herr Jebsen. “ Verantwortung übernehmen! “ Noch treffender Eigenverantwortung!!! Wenn sich jeder, ähnlich Herrn Tsolakidis – jeder nach seinen Fähigkeiten, verantwortlich fühlen würde, wäre das hier ein anderer Ort! Insgesamt eine dynamische Runde, wenn auch jeder hinsichtlich seines Fokus argumentiert und dadurch der gesamte Nenner in den Hintergrund rückt… ganz wie in der öffentlichen Debatte. Aber die Wahrheit ist ja bekanntlich ein Elefant😉( Buch:Heinz Körner Verlag/ Wahrheit ist unteilbar.) Für jeden der diese Geschichte nicht kennt, kann ich nur empfehlen! Hier findet auch Herr Chondros seine Frage“ Ist die Wahrheit neutral? “ beantwortet, wenn auch aus einem besonderen Blickwinkel. Insgesamt ein großes Lob an Ken Jebsen und sein Team für interessante Diskussionen, Bereitstellung von Informationen und das Vorstellen zahlreicher interessanter Autoren und Persönlichkeiten auf die ich so im Netz nicht getroffen wäre…! Vielen Dank!

  5. Die Gesprächsrunde fand ich sehr interessant. Allerdings wurde größenteils über die Krise in Griechenland gesprochen, was wohl auch daran lag, daß zwei griechische Gesprächspartner – die Herren Giorgos Chondros und Elias Tsolakidis – gemeinsam am Tisch saßen.

    Ich fand, daß sowohl die Argumente des Herrn Giorgos Chondros als auch die des Herrn Elias Tsolakidis ihre Berechtigung hatten.

    Allerdings hat es mich geärgert, daß Herr Giorgos Chondros mit seiner Partei Syriza sich hat erpressen lassen. Was wäre denn so schlimm daran, wenn die Griechen aus der Europäischen Gemeinschaft ausgetreten wären? Und warum wäre diese Entscheidung für das griechische Volk eine unzumutbare Entscheidung gewesen?

    Mir fällt hierzu nur der Spruch ein: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!“

  6. Hallo KenFM-Team, hallo liebe Leser und Leserinnen und Mitautoren und Mitautorinnen,

    am Ende der Sendung sagt Ken: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“
    Ich möchte diesen Satz ein wenig umformulieren: „Mit der Hoffnung stirbt letztlich auch alles andere.“ Wir dürfen als Menschen – um nicht zu sagen als Menschheit – die Hoffnung nie aufgeben. Deshalb brauchen wir auch etwas, das uns jeden Morgen motiviert aufzustehen und das eigene Leben zu leben. Wie immer es auch aussehen mag.

    An dieser Stelle ein Gruß an Herrn Fleck. Sie sagen, wir können den Untergang unserer Gesellschaft nicht mehr aufhalten, wünschen sich sogar so etwas wie einen großen Knall, der uns mit Wucht trifft und aufrüttelt. Ich gebe zu, das ich früher ähnlich gedacht habe. Aber was würde dieser Knall bewirken? Viele sterben, einige überleben und die machen genauso weiter wie bisher, bis es uns schließlich irgendwann alle dahinrafft. Damit wären wir dann bei der Steigerung von tot -> ausgestorben.

    Meine Hoffnung besteht darin, dass wir das Ruder herumreissen können, solange wir leben. Denn so lange wir leben, können wir hoffen. Solange wir hoffen, geben wir nicht auf. Und so lange wir nicht aufgeben, haben wir gewonnen. Zu spät ist es erst, wenn wir nichts mehr tun können und das wird erst dann sein, wenn wir alle tot sind.

    Warum gibt es Krieg, Folter, Mord und Totschlag, Kämpfe um die Vorherrschaft und Macht? Weil die Resourcen knapp sind und die Menschen schon jetzt zu viele. Was sind die wahren Gründe für die momentanen Kriege? Öl, Bananen, andere Lebensmittel… Was werden die Gründe der noch kommenden Kriege sein? Wasser, Land (wir erinnern uns an die Folgen der Klimaerwärmung: Anstieg des Meeresspiegels, ganze Inseln drohen unterzugehen). Was können wir dagegen tun?

    Ein Ansatz, der etwas außergewöhnlich klingen mag, meiner Meinung nach aber durchaus zumindest einer ernsthaften Überlegung und Diskussion bedarf, ist folgender:
    Einschränkung der Geburten auf freiwilliger Basis zur Reduzierung der Weltbevölkerung auf ein für die Welt erträgliches Maß.
    Ich meine damit keine gesetzliche oder staatliche Geburtenkontrolle wie sie mit der Ein-Kind-Politik in China eingeführt wurde. Was ich mir vorstelle, ist ein freiwilliger Verzicht auf Nachkommenschaft. Ein aus der eigenen Vernunft entstandener Entschluss auf Kinder zu verzichten. Zugunsten der Menschheit und der Erde, auf der wir alle leben. Wer seine (nach Sterilisation irreversible) Entscheidung bereut, soll die Möglichkeit haben – natürlich nach eingehender Prüfung der Lebensumstände, wie es nunmal üblich ist – ein Kind zu adoptieren.

    Ist es nicht ohnehin paradox, das Pärchen, die gerne ein Kind adoptieren wollen, durch eine bürokratische Hölle gehen und sich auf Leib und Seele prüfen lassen müssen, während jeder Hinz und Kunz Kinder in die Welt setzen kann, wie er lustig ist? Gleich welche Lebensverhältnisse, Einkommen, Weltanschauung er auch immer hat? Wäre es nicht an der Zeit einen Mindestlebensstandard (auf freiwilliger Basis!) vorzuschlagen, ab dem man Kinder haben kann?
    Verstehen Sie mich nicht falsch. Eine staatliche Geburtenkontrolle ist nicht nur ein grusliger Gedanke, sondern auch völlig undenkbar. Es sei denn, man lebt im totalitären Überwachungsstaat, der sogar registriert, wer wann mit wem schläft. Nein, das will niemand und ich auch nicht. Ganz abgesehen davon wäre es eine grobe Verletzung von § 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Nun, für mich ist die Würde des Menschen untrennbar mit seiner Freiheit über das eigene Leben und dessen Gestaltung bestimmen zu können verknüpft. Das hier soll ein reiner Denkansatz sein, ein Vorschlag, wie man mit der Übervölkerung der Erde fertig werden könnte. Über eine kontroverse Diskussion würde ich mich daher sehr freuen.

    Mir sind die Schwachstellen dieses Vorschlags durchaus bewusst. Man müsste das gesamte gesellschaftliche Modell neu erfinden. Ungenutzte Flächen (weniger Menschen = weniger Bedarf) müssten renaturiert werden. Wenn Menschen sterben, die keine Nachkommen haben (also Erben), sollte ihr Besitz unter denen verteilt werden, die weniger haben. Leerstehende Gebäude könnten an Obdachlose für Wohngemeinschaften zur Verfügung gestellt werden. Geld, das bisher in Resourcenkriege gesteckt wurde, könnte für andere Zwecke genutzt werden. Hier gibt es sicher Vieles, das genannt werden kann: Gesundheits- und Altersversorgung, den Aufbau von Allgemeinwissen in der Bevölkerung (darunter fällt auch die Abschaffung von Verdummungssendungen im Fernsehen); vor allem aber, und das wären wir den Menschen in den Kriegsgebieten als Verursacher von deren Leid mehr als schuldig: zum Wiederaufbau der zerstörten Länder. Die Liste der Möglichkeiten und möglichen Vorteile aus diesem neuen Gesellschaftsmodell ist sehr lang.

    Ich bin ein Verfechter von Diversität. Ich liebe den Mix von Sprachen und Kulturen auf der Welt. Mir ist wichtig, dass diese erhalten bleiben. Ebenso wichtig ist jedoch auch, dass wir lernen in Dialog mit diesen anderen Kulturen zu treten und nicht mehr länger als Völker einzelner Länder agieren, sondern als Menschheit, die auf der Erde lebt. Wir stehen vor der gewaltigen Aufgabe die größte Symbiose der Welt zu entwickeln: Erde – Mensch

    Ich glaube nicht an die Mär vom „dummen Staatsbürger“, die die Massenmedien (RTL und Konsorten) uns so gerne präsentieren. Sondern ich appelliere an die Vernunft jedes Einzelnen. Gebt die Hoffnung auf das Morgen nie auf.
    Ich weiß wie verrückt und seltsam mein Vorschlag klingt und das er vielleicht nie umsetzbar sein wird. Aber darum geht es mir auch gar nicht. Sondern nur um die Möglichkeit, Ideen zu entwickeln, die uns als Menschen vielleicht doch noch retten können und dafür sorgen, dass wir als Spezies überleben können auf diesem wunderschönen Planeten Erde.

    Als Abschied ein Zitat aus dem Lied „Deine Welt“ von E Nomine:
    „Denk nach, bevor du ihr Urteil fällst. Sie gehört nicht dir, aber sie ist deine Welt!“

    Mit hoffnungsvollen Grüßen

  7. Diese Diskussion zeigt ENDLICH den TV-Sendern, wie der Naivität begegnet wird. Warum?
    Nicht nur offen und ehrlich wurde diskutiert, sondern sehr verständlich. Hier wurden nicht nur die richtigen Fragen angesprochen. Auch Antworten erhellend mit knallharter aufschlussreicher Wahrheit.

    Ein Denkanstoß für eine Lösung von vielen Fragen: Das Geldsystem ist die Wurzel und das Übel, was ständig Kriege, Armut und Elend erschafft. Menschen aus dem Mittelalter haben es sich damals ausgedacht. Wir müssen es endlich ändern. Zumindest die Spielregeln neu gestalten. Wie? Zum Beispiel das elektronische Geld nicht durch privatgeführte Unternehmen (Banken), die monopolartig agieren, die e-Geld Erschaffung erlauben. Die gesetzliche Geldhoheit sollte dem Staat, dem Bürger, auch beim e-Geld, alleine vorbehalten sein. Die Regierung, die die Armut nicht mit e-Geld beseitigt, kann zumindest durch Wahlen somit auch abgelöst werden.
    ERKENNEN! und NACHDENKEN !
    Elektronisches Geld ist nur eine Zahl! Es kann ohne Rohstoffe und Arbeitsleistung beliebig erschaffen werden. Wie? Indem eine Zahl eingetippt wird in den Computer. Und beim Bargeld, also reales Geld? Der 200,-Euro-Schein kostet in der Herstellung mit Rohstoffen und Arbeitsleistung nur 2 Cent!
    Wie kann nun ein 200,- € Geld-Papier-Schein, der 2 Cent in der Herstellung gekostet hat, mit einer Zahl von 200, plötzlich den Wert von 200,-€ bekommen? Ist der Geldautomat GOTT? Wie kann e-Geld überhaupt einen Wert besitzen um damit echte Werte zu erwerben? Wie Firmen, Rohstoffe oder Immobilien?

  8. Lieber Giorgos Chondros.

    es freut mich sehr, dass Sie als wichtiges Syriza-Mitglied sich in der KenFM-Runde der Kritik ausgesetzt haben und dass Sie trotz des schweren Rückschlags nach der Erpressung durch die Troika nicht aufgeben, Politik zu machen.

    Allerdings bin ich schon enttäuscht, dass Syriza sich hat erpressen lassen: auch ein kleines Land kann im Inneren erfolgreich mit einer eigenen Währung arbeiten. Die Schweiz z.B. hat weniger Einwohner als Griechenland. Die Griechen hätten ihre Bank-Guthaben beim Euro-Austritt nicht verlieren müssen, sondern in der neuen Landeswährung ausgezahlt bekommen können.

    Vor allem hätte sich mit der Einführung einer neuen Landeswährung die einmalige Chance ergeben, diese Währung so zu gestalten, dass sie mehr dem Austausch von Waren und Dienstleistungen und weniger der Spekulation dient, als das der Euro und andere gegenwärtige Währungen tun. Vielleicht ist es noch nicht zu spät. Auf Seite 16 der Fairconomy 2/2015 beschreibt Christian Gelleri, Gründer der erfolgreichen Regionalwährung Chiemgauer, wie eine solche Rettungswährung gestaltet sein könnte.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Vlado Plaga (Hobby-Politiker, gegenwärtig nur einfaches Parteimitglied)

    • Ich hoffe sehr, dass meine Meinung nicht allzusehr erschreckt.

      Es ist ja immer von Erpressung durch die Troika die Rede. So wurde und wird es von griechischer Seite dargestellt. Ich habe den Vorgang noch gut in Erinnerung. Seinerzeit horchte ich auf, als eine Befragung des griechischen Volkes stattfand, ob es die ganzen massiven Einschnitte er-trägt. Erwartungsgemäß wurde das verneint.
      Nachdem nun durch das Ignorieren dieser Volksbefragung das eingetreten war, was viele befürchtet hatten (massive Zunahme der Jugend-Arbeitslosigkeit, Anstieg der Selbstmordraten usw.) könnte man das Einknicken nachträglich verurteilen. Nach dem Motto: „das habt ihr nun davon, alles ist noch schlechter als je zuvor.“ Es ist aber -so meine Überzeugung- noch viel schlimmer !

      Ich habe den Ausführungen von Herrn Chondros aufmerksam zugehört. Auch ich finde es sehr mutig, sich massiver Kritik auszusetzen, mit der ja nicht gespart wurde. Und: Über weite Strecken muss ich Herrn Chondros sogar zustimmen. Das muss gewürdigt werden. Diese Würdigung hält aber, so leid es mir tut, nicht lange an.

      Interessant wurde es nämlich, als die Glaubwürdigkeit der Syriza angesprochen wurde. Die daraufhin heftigen, emotionalen Wortwechsel stellen eines klar: Offenbar wurde tatsächlich massiver Druck von allen Seiten ausgeübt, um Syriza gegen deren Überzeugung zum „Einlenken“ zu bewegen.
      Wenn man die Beweggründe dieses ausgeübten Drucks erforscht, wird man schnell fündig. Ich gehe davon aus, dass noch nicht mal Varoufakis die „entsetzlichen“ Folgen eines Grexit, oder was auch immer, sich in den Farben hat ausmalen können. wie ihm das wohl übermittelt wurde. Und, ich glaube das sogar, dass diese Katastrophen-Szenarien stimmen! Das ist mein Punkt !

      Die Griechen haben eine -vielleicht historische- Chance vertan, dem ausufernden Finanzkapitalismus nicht etwa nur eins „auszuwischen“, sondern diesen ganzen Dreck unter ständigem Rühren in den Ausguss zu gießen, dort wo er hingehört. Was wäre passiert? Nun, das gleiche wie bei einem Gewitter: Die brutal unterschiedlichen Ladungen hätten sich mittels Plasma-heißer Blitze entladen und hätten vereinzelt großen Schaden angerichtet. Sehr gut! Es ist überfällig!
      Das anschließend wiederhergestellte Gleichgewicht ist das Ziel. Wir alle kennen das.
      Mit etwas Glück kann man nach einem heftigen Unwetter auch einen wunderschönen Regenbogen beobachten.

      Diese Chance ist vertan. Mittlerweile ist das „scheue Reh“, was Giechenland betrifft, in Sicherheit gebracht (es wird Zeit, dass dieser ausgehungerte Wolf dieses Reh reißt).
      Und das, Herr Chondros, ist die große Feigheit, die ich der griechischen Regierung vorwerfe.

  9. Hallo und vielen danke für die Mühe, ihr leistet tolle Arbeit (das ganze Team!),

    ich bin ein großer Zuschauer/Zuhörer und diese Talkrunde sticht besonders hervor, weil lebhafte Diskussionen wichtig sind ohne das sie von einem „mod“ gekenkt werde oder das zensiert wird.

    Mfg Michael

  10. Hallo an alle!
    Ich möchte dem Kenfm Team zu dieser tollen Diskussionssendung gratulieren. Soetwas Interessantes habe ich bis dato auf keinem TV-Kanal gesehen. Auch die Diskussionsteilnehmer waren sehr gut gewählt…… Echt helle Köpfe!

    Ich wünsche mir, dass ihre Zielgruppe weiterhin „der Mensch“ bleibt. Kompliment.

    Liebe Grüße aus Österreich!

  11. Obwohl ich ein begeisterter KenFm Fan bin, ich kann es nicht anders sagen. Würde ich mir bei denn nächsten Positionen wünschen, dass es noch verschiedene seiten gibt, sprich das man jemanden hollt der das jetztige Chaossystem wirklich vertritt um zu hören was diese Menschen Zusagen haben wenn Sie wirklich mit richtigen Fragen konfrontiert werden.
    Weil en denn heutigen Talkshows oder Interviews der Mainstream Medien werden ja kaum richtige Fragen gestellt.

    Aber das sollte nicht als Kritik verstanden werden aber es würde das Licht noch besser rücken auf seiten von KenFm.

    So ich wünsche euch (ganzes Team) viel Kraft, Motivation, Spenden und Gesundheit für Eure weiteren Ausgaben.

    Beste Grüsse aus der Schweiz

  12. Für mich bis jetzt das beste „Positionen“, da hier Meinungsverschiedenheiten deutlich werden. Bei den ersten beiden Ausgaben waren mir die Diskussionen teils etwas zu weich. Nicht vom Inhalt her; mir hat einfach etwas „Gegenseite“ gefehlt. Interessant wäre es auch mal echte „KenFM-Kritiker“ bzw. Mainstreamverfechter einzuladen, sofern sie sich denn trauen.

  13. 1. -> Ich würde auf die Autobahnabgaben das zweifache an Steuern festlegen,
    2. -> mit der Verpflichtung, dass die Betreiber diese nach tatsächlichen Fahrten an den Staat abgegeben müssen.
    3. -> Verbunden mit sehr empfindlichen Strafzahlungen, bei Nachlässigkeit.

    ( Und dasselbe überall dort, wo die großen Konzerne keine Steuern bezahlen müssen, würde ich irgendwo eine doppelt so hohe Steuer für die Konsumenten, die ebenfalls von den großen Konzernen an den Staat abgeführt werden müssen, festlegen. )

    So, dann soll mal schön die verfassungsmäßig festgelegte Steuerbefreiung oder Verhinderung, Autobahnsteuern abzuschaffen, für sich stehen und unangefochten bleiben.

    4. –> Denn es gibt einen letzten Schritt, den die Regierung sehr wohl per Gesetz festlegen kann, ohne etwas in der Verfassung zu ändern: völlige Straffreiheit für die Bürger. Eine 10 sekündige Belehrung, kein Strafverfahren, keine Ordnungswidrigkeit und fertig.

    Die Regierung ist einfach nicht zynisch genug. Geht zu einem Boxkampf und beschwert sich, dass ihr Schwanenseetänzer zwar starke Körperkontrolle besitzt, aber dennoch für einen Boxkampf ungeeignet ist.

    Das finde ich einen sehr schönen Höhepunkt in dieser Sendung, dass die Diskussion an den Ort der politischen Entscheidung und der Verführung durch Angst und Pseudoverantwortung herangeführt hat, und den Irrglauben andeutet, dass der Glaube an das bestehende und das Establishment immer ent-antwortend als bessere ‚Garantie‘ für die schlechtere Lösung des Ungewissen genommen wird.
    Jetzt hätte eine Regierung das OK des Volkes gehabt, lieber auf das Ungewisse zu setzen, als die Abhängigkeit der Schuldenspirale weiter aufrecht zu erhalten, weil das Volk sehr wohl weiß, dass ein selbstverschuldetes, dafür aber autonomes Leid wenigstens selbständig und mündig eigene Lösungen eröffnet, als ein fremdverursachtes entmündigendes Schicksal – und all diese Menschen besitzen die dazu notwendige Kraft – und die Regierung redet Ihre Schwäche schön, mit dem Verweis auf eine ganz andere Art von Stärke – nur weil es semantisch gleich klingt, doch völlig anderes meint? Billige Ausrede.

    Wo sind denn die Richter, die etwa einen Gleichbehandlungsgrundsatz als Widerspruch zu Teilbevorzugung in der Verfassung bestimmen. Kann eine Verfassung überhaupt bestimmte Firmen auf Verfassungsrang bevorzugen, oder widerspricht das nicht bereits dem Wesen einer alle betreffende Verfassung? Wo sind die Verfassungsrichter, ihr Intellekt?

    Wo sind außerdem die Konsequenzen festgelegt? Ebenfalls auf Verfassungsebene?

    Mit starker Regierung meint man wohl eher, Männer, die die Kraft haben, den Wisch für ein Guantanamo einfach nicht zu Unterschreiben, sondern einfach zu zerreißen. Mit einer starken Regierung ist wohl gemeint, mit aller Konsequenz an einer Sache dran zu bleiben, und den Zynismus der Widersacher außer Kraft setzen zu können.

  14. Positionen #3 ist eine starke Diskussionsrunde. Nach ca. 60 Minuten wurde die Diskussion von Minute zu Minute interessanter. Es ist gut, wenn man so unterschiedliche Typen miteinander sprechen lässt. Der Schattauer ist mit seiner robusten Art ein echter Menschenfreund. Herr Fleck kann mit seiner Lebensweisheit und seinen in das philosophische gehenden Betrachtungen punkten. Giorgos Chondros ist ein überzeugter wirklich linker Politiker, der sich mit Realpolitik auseinandersetzen muß. Ihm merkt man noch am ehesten Worthülsen an, die es aber sonst in dieser Runde nicht gab. Elias Tsolakidis ist ein Aktivist mit aktivem Tun. Er brachte mit seiner ruhigen Art „Leben in die Bude“ und Herrn Chondros ins Schwitzen mit seinen beharrlichen Nachfragen und praktischen Beispielen. Der Moderator war souverän und mit dem richtigen Gefühl für agieren/nicht-agieren ausgestattet.

  15. Ich wünsche mir eine Diskussion über die Dreigliederung von Rudolf Steiner.
    Wieso ist das so wichtig?
    Weil es endlich etwas Licht in die leidige Diskussion von Links und Rechts bringen könnte
    Und weil es unser Bildung unsere Forschung und unsere Kultur aus dem Rachen der Wirtschaft befreien könnte

    Wie wir ja wissen ist teile und herrsche ein zwar fantasieloses aber sehr effektives Mittel um zu herrschen. Doch das ist noch nicht das ganze Konzept. Man muss auch falsch teilen sonst funktioniert es überhaupt nicht.
    Ein gutes Beispiel ist Indien und Pakistan. Die Grenze wurde absichtlich von den Engländer so falsch gezogen, dass sich seit her drei grössere Kriege daraus ergaben und eine wirkliche konstruktive Entspannung so gut wie unmöglich ist.

    Genau so geht es mit links und rechts.
    Da wurde nicht nur geteilt, sondern ganz bewusst falsch geteilt.
    Dieses Teile und Herrsche funktioniert nun schon zwei Jahrhunderte perfekt.

    Auf der einen Seite hat man den freien Markt auf der anderen Seite den Kommunismus.
    Beides ist ein hundertprozentig nicht konstruktiv, weil;

    Es eben in bestimmten Bereichen das eine braucht und in anderen das andere, also beides zusammen erst ein System ergeben könnte, dass den Menschen dienlich ist.

    In allem was alle angeht braucht es Kommunismus.
    Also im Verkehr, der Pflege, der Wasserversorgung, der Energieversorgung, der Polizei und ähnlichem.
    Im Waren Markt allerdings braucht es den wirklich freien Markt.
    Doch das ist noch nicht alles.
    Es wurde ein dritter Bereich vollkommen weggelassen, nämlich die Kultur die Bildung und die Forschung. Da braucht es weder das eine noch das andere. Dort braucht es absolute Autonomie.
    Heute ist dieser Bereich praktisch hundertprozentig von der Wirtschaft dominiert. Das geht gar nicht. Dieser Geistesbereich darf aber auch nicht Kommunistisch sein und schon gar nicht demokratisch. In einer Schule dürfen nur Lehrenden und Lernende bestimmen wo es lang geht. Es braucht weder einen Lehrplan von einer Kommunistischen Behörde noch einer der den Marktinteressen dienlich ist. Dienlich darf der Lehrplan nur den Teilnehmern sein. Er muss also Autonom sein, bestimmt durch die einzelnen Individuen, dir daran beteiligt sind. Innerhalb einer Schule oder einer Uni ist Demokratie in manchen Fällen angesagt, aber doch nicht von aussen.
    Wenn ich gerade nicht in die Schule gehe weder als Lehrer noch als Schüler habe ich dort doch rein gar nichts mit zu bestimmen.

    So und nun haben wir den Salat. Wir haben zwar gesehen das sowohl linke wie rechte Ideen gut sind, wenn sie an der angebrachten Stelle wirken. Doch das lichtet den Nebel noch immer nicht.

    Mit rechts sein hat man bewusst und bösartig nicht nur die Idee der freien Marktwirtschaft verknüpft, sondern auch noch den Nationalismus. Beides hat mit einander rein gar nichts zu tun. Beides ist weder gut noch schlecht. Die Rechten können einem Leid tun, wenn sie sich mit so einem vorgesetzten Durcheinander identifizieren müssen.

    Nationalismus ist eben dort angesagt wo es um Verkehr, der Pflege der Wasserversorgung der Energieversorgung, der Polizei und ähnlichem geht. Da braucht es Demokratie und die funktioniert eben nur in nicht zu grossen Ländern nicht in Kontinenten. Da ist Rechts sein das einzig richtige. Da bin ich sogar so rechts, dass ich extremer Föderalist bin. Da muss es Kantone geben und in ihnen Gemeinden die in ihren spezifischen Bereichen unabhängig sind. Siehe eigentlich gutes Konzept der Schweiz. In der Schweiz lebt der Nationalismus bis in die kleinsten Dörfer herein. Trubschachen will sich eben gar nichts sagen lassen von Willisau und das ist auch richtig so. Da ist man eben stolz ein Willisauer zu sein, ein Stolz der absolut berechtigt ist. Jede Gemeinde hat sein eigenes Wappen und die dazu gehörigen Fahnen. Wunderschön! Doch genau da geht es eben gerade nicht um den freien Markt sondern um puren Kommunismus. Kommunen bestimmen ihre Belange selber.

    Auch den Linken wird ein Ideen Gemisch vorgesetzt, das jedem denkenden Menschen den Magen umdrehen muss. Sie setzen sich für die Verstaatlichung ein. Super! Eben bei Wasserwerken den Strassen der Pflege der Energieversorgung, der Polizei und ähnlichem. Doch wie will man zum Beispiel einen Bauernhof verstaatlichen? Einfach nur Bodenlose Dummheit! Da braucht es Einzel Initiative und zwar freie. Der Bauer muss über die Gemeinde und die Staatsgrenzen hinaus handeln können!
    Der Bauer strebt zum freien Weltmarkt!

    Ich bin also zur selben Zeit rechtsradikal und Linksradikal und radikal autonom!
    Dazu stehe ich.
    Es kommt doch nur darauf an in welchem Zusammenhang.

    Hier eine erste Möglichkeit sich etwas in das Thema einzulesen;
    http://bdn-steiner.ru/cat/ga/023.pdf

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