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»Reichstagsbrand« in Köln?

Von Susan Bonath.

Debatte: Seit Silvester quellen die Medien über vor Meldungen über ausländische »Grabscher«. Tut der Deutsche so was nicht? Ein Versuch der Erklärung:

Wird es gefährlich für Frauen in Deutschland? In Lübben, Dingolfing, Mannheim, Dortmund, Leipzig, Dresden, Zeithain und vielen weiteren Städten soll es passiert sein: Seit den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht, teils verbunden mit Diebstahl, prasseln unzählige Pressemeldungen dieser Art auf den Leser ein. Sämtliche Täter werden als »arabisch oder nordafrikanisch aussehend«, »dunkelhäutig« oder »nicht deutsch sprechend« beschrieben.

Mancherorts hat die Polizei »Afghanen« im Visier, in anderen Gegenden eine »Gruppe Syrer«. Das Mannheimer Polizeipräsidium veröffentlichte dieser Tage ein Phantombild. Es zeigt einen afrikanischen Typus mit hervorstehenden Vorderzähnen. Spontan soll der Dargestellte aus einer Gruppe Flüchtlinge heraus eine 55jährige Frau »unsittlich begrapscht« und in den Unterleib geschlagen haben. Lungern tatsächlich überall ausländische Sexmonster herum? Muss sich die deutsche Frau seit Januar mehr denn je fürchten? Denn: Plötzlich meldet der Mainstream, was zuvor so gut wie nie und wenn, dann nur vereinzelt in irgendwelchen Sammelberichten der Polizei, auftauchte.

Auffällig ist nicht nur die massenhafte Häufung solch gemeldeter Taten. Auch, dass sie alle ausschließlich Flüchtlingen zugeschrieben werden, oder dass eben nur solche Fälle gemeldet werden, wirft Fragen auf. Haben die Übergriffe in Köln und weiteren Städten an Silvester mit einem Schlag ganze Gruppen bestimmter Herkunft motiviert, sexuell zuzuschlagen? Wurden derlei Übergriffe zuvor verschwiegen? Was ist mit sexueller Gewalt durch deutsche Täter? Gibt es diese auf einen Schlag nicht mehr?

Die letzte Frage darf wohl verneint werden. Dass es jede Menge deutschstämmige Täter geben muss, zeigt alleine folgende Zahl: Lange vor der »Flüchtlingswelle« wurden hierzulande bereits jährlich über 7.000 Vergewaltigungen oder sexuelle Nötigungen angezeigt. Das gibt die Kriminalstatistik her. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Es ist immer eine Hürde für Frauen und Mädchen, gegenüber meist männlichen Polizeibeamten intimste Details auszuplaudern. Betroffenenberichte, die derzeit meist anonym im Internet auftauchen, legen zudem nahe:
Sexualisierte Gewalt im Verwandtenkreis tut die Polizei nicht selten als »Familienzoff« ab. Bekannt ist auch der Spruch »Es ist ja nichts passiert«. Deutlich wird: Offenbar nimmt die männlich dominierte Exekutive derlei Taten oftmals nicht für voll. Bemerkenswert: Nur rund 1.400 der jährlich gut 7.000 Fälle führten zu einer Anklage. Nur 13 Prozent dieser Täter wurden bestraft.

Warum also überschwemmen seit Anfang Januar Meldungen über ausländische Sexualtäter die Presselandschaft? Warum wird – wenn schon, denn schon – sexuelle Gewalt durch deutsche Männer ganz offensichtlich weiter unter den Teppich gekehrt? Es riecht nach Propaganda. Oder gar nach mehr: Einer Art »modernem Reichstagsbrand« zum Aufstacheln der Bevölkerung gegen unerwünschte Gruppen. Vielleicht um ein politisches Vorhaben mehrheitsfähig zu machen?

Wer setzt den Fokus?

Zumindest Journalisten, die über polizeiliche Presseverteiler informiert werden, dürfte es aufgefallen sein: Urplötzlich stürmen täglich Schlagworte wie »unsittlich berührt«, »begrapscht« oder »sexueller Übergriff« durch die Ticker der exekutiven Gewalt. Das war vorher anders, und zwar was Ermittlungen gegen deutsche und ausländische Tatverdächtige betrifft. Der neue Sexualtäter in Deutschland ist der orientalische oder afrikanische Typus: Dunkles Haar, dunkler Teint.

In den Redaktionsbüros läuft es dann so: Die Nachrichtenagenturen beschäftigen ganze Heere von Mitarbeitern, die behördliche Pressemitteilungen bearbeiten. Die Redakteure formulieren sie zu Kurzfassungen, gelegentlich fragen sie beim Meldungsschreiber nach. Der Agenturticker läuft, tagein, tagaus, durch jede Redaktion. Zeitungen, Rundfunk und freie Journalisten, sie alle sind darauf angewiesen. Denn niemand hat das nötige Personal, überall rechtzeitig an jedem Ort zu sein und alles im Auge zu behalten. So kommt es dann, dass die Berichte durch sämtliche Medien laufen. Jeder will der Erste, der schnellste sein. Praktizierter Journalismus im digitalen Zeitalter gleicht einem Wettlauf mit der Zeit.

Die ursprünglichen Meldungen stammen in der Regel von den Polizeidirektionen. Die unterliegen der Order der Landesinnenministerien. Letztere wiederum unterstehen dem Bundesministerium des Inneren unter Thomas de Maizière: Jenem CDU-Minister, der Mitte der 2000er Jahre als sächsischer Innenminister Ermittlungen wegen des sogenannten »Sachsen-Sumpfes« blockierte. Zur Erinnerung: Als »Sachsen-Sumpf« wird eine in großen Teilen nicht aufgeklärte Affäre um die Zwangsprostitution Minderjähriger bezeichnet, die 1993 aufgeflogen war. In diese sollen hochrangige Vertreter aus Justiz, Politik und Wirtschaft verstrickt gewesen sein. Letzteres sei nur nebenbei erwähnt.

Kein deutsches Problem?

Fest steht: Sexuelle Übergriffe auf körperlich Schwächere, meist Frauen oder Kinder, gibt es nicht erst seit Jahresbeginn. Noch nie waren sie ein muslimisches, nordafrikanisches oder orientalisches Alleinstellungsmerkmal. Seit Jahrhunderten fallen ihnen Menschen aus aller Herren Länder zum Opfer. Kein Wunder: In unserem gesamten, globalen Wirtschaftssystem hat es Präferenz, andere zu dominieren, stärker, besser, schneller als sie zu sein, im Job und im Privatleben. Die wohl allermeisten Frauen kennen das Unbehagen, das sie beschleicht, wenn sie nachts mit einer Gruppe Männer in der U-Bahn sitzen oder an Betrunkenen vorbei gehen müssen. Nicht wenige können ein Lied von anzüglichen wie abwertenden Sprüchen sexueller Natur singen. Vor »Grapschern« war frau ohne männliche Begleitung auch hierzulande noch niemals sicher. Deutsche Frauenhäuser sind voll von deutschen Frauen, die von ihren deutschen Partnern sexuell und/oder körperlich misshandelt wurden. Das Problem ist genauso deutsch wie arabisch, genauso afrikanisch wie amerikanisch oder asiatisch. Es ist global und wurde immer verharmlost.

Nahe liegt: Sexuelle Gewalt hat mehr mit Klasse und Status – oder Statusgehabe – zu tun, als mit Religion oder Rasse. In besonders unterdrückten Schichten, die wenig Zugang zu Bildung und Ressourcen haben, spielt offene Gewalt eine größere Rolle als in gutsituierten Vierteln. Mann muss sich behaupten, das gefühlte Loserdasein und mangelndes Selbstwertgefühl kompensieren. Je größer der Unterschied zur wohlhabenderen Klasse, desto mehr werden Gewalt und Kriminalität auf der Straße zur Normalität. Und desto mehr halten Betroffene an alten Rollenmustern fest oder tendieren zu extremen Auslegungen der einen oder anderen Religion. Oft muss nur jemand da sein, der das angekratzte Seelenheil in Aussicht stellt. In »besseren Kreisen« grassiert die Gewalt hingegen oft im Verborgenen, hinter verschlossenen Türen, wie zum Beispiel im »Sachsen-Sumpf«. Aggressionen, sexueller oder nicht sexueller Natur, sind gewöhnlich eine Reaktion auf gefühlte materielle, emotionelle oder geistige Unterlegenheit. Täter werten sich auf, indem sie ihr Opfer abwerten. Oft ist Gewalt ein Ausdruck von Hilflosigkeit oder gar psychischer Traumata. Sie existiert überall. Sie ist der Widerspruch zum öffentlich propagierten »Gutsein«.

Generalisierte »Feindgruppen«

Seit der Silvesternacht liegt der Fokus auf dem ausländischen, dem geflüchteten Sexualstraftäter. Tatmotivation und Herkunft werden miteinander verknüpft. Es liege am rückständigen muslimischen, arabischen oder afrikanischen Frauenbild, wird gemutmaßt oder als Frage formuliert. Schlimmer noch: Bilder von »hyperpotenten zähnefletschenden Südländern« und »geil baggernden Schwarzafrikanern« werden geradezu in die Köpfe »fleißiger Deutscher« gemeißelt. Nicht nur mit sich überschlagenen Eilmeldungen, sondern auch mit Bildern. So wie am Freitag die vom Bauer-Verlag herausgegebene Illustrierte »Auf einen Blick«: Über einem durchaus sinnigen Beitrag mit dem Titel »Was kann ich tun, wenn ich mich bedroht fühle?« prangten zwei Fotos. Eins zeigt eine blondgelockte, schüchtern zu Boden blickende, urdeutsche Frau – das Opfer. Auf dem zweiten Bild ist ein dunkelhäutiger Mann zu sehen – der Täter. Transportiert wird die Botschaft, Schwarze seien kraft ihrer Hautfarbe potentielle Täter. Täter gilt es zu verfolgen. Alle Afrikaner auf deutschem Boden gilt es zu verfolgen. Eine unheilvolle Assoziationskette, die – entlädt sich erst einmal der »gerechte Opferfrust« – der fokussierten Gruppe schnell zum Verhängnis werden kann.

Zum Verhängnis wurde solcher Massenopferkult schon vielen Gruppen in der Geschichte. Es funktionierte immer. Explizit und einseitig rückte man Vergehen aus der Gemeinschaft der zum Feind Erklärten in den Zenit der öffentlichen Aufmerksamkeit, und verbarg dieselben Taten aus den eigenen Reihen. So standen in den 30ern die Juden und Kommunisten am propagandistisch-medialen Dauerpranger. In den späten 90ern etablierte die Politik und mit ihr die Presse das Bild vom »faulen Arbeitslosen«. 2005 akzeptierte das Gros der Gesellschaft Hartz IV mitsamt Sanktionsapparat. Die Griechen kamen an den Marterpfahl, die Südeuropäer, die Bulgaren und Rumänen, die Roma und EU-Arbeitsmigranten. Sie alle wollten angeblich plötzlich auf Kosten des »fleißigen Deutschen« leben. Jetzt sind es »die Flüchtlinge«. Auch sie stehen schon länger am Faulheitspranger. Etwa, wenn ihnen populistisch vorgeworfen wird, sie hätten »ja noch nie eingezahlt«. Wer nicht zahlt, fällt durch, wie Abfall, ganz besonders in der imperialistischsten Industrienation Europas mit integriertem Arbeitsfetisch. Nicht anders geht Sozialdarwinismus. Nicht anders funktioniert der kapitalistische Markt. Das Recht des Besitzenden. Das Recht des Stärkeren. Fressen und gefressen werden. Fresse polieren und Fresse poliert bekommen. Nur der
massenhaft entbrannte Vorwurf, einem »Volk von sexuellen Nötigern« anzugehören, wiegt noch schwerer als der Faulheitsvorwurf. »Todesstrafe für Kinderschänder« und »Vergewaltiger« ist ein beliebtes Demomotto. Der Vorwurf ist ein ultimatives Todesurteil im Land der Dichter und Denker.

Angst und Wut als Verstärker

Die Gefahr ist ausgemacht, der Feind geortet. Potentielle Opfer auch. Der Blick auf Gruppen männlicher Asylbewerber wird bei vielen Deutschen fortan automatisch Gedanken an sexuelle Übergriffe auslösen. Sehr wahrscheinlich werden viele Frauen ängstlicher und wütender zugleich. Bei nicht wenigen Männern wird vermutlich die Aggression wachsen. Man sieht es an den Bürgerwehren, die allerorts aus dem Boden schießen. Gerade so, als sei sexuelle Gewalt von jetzt auf gleich urplötzlich aus einem orientalischen Sumpf gekrochen, mitten in Deutschland.

Doch auch Angehörige der als »Täter« identifizierten Gruppen sind alarmiert. Ihre Angst vor Racheakten wächst in gleichem Maße, wie vermutlich ihre Wut auf die Berichterstattung, von der sie sich gedemütigt fühlen. Ehemalige Hartz-IV-Bezieher könnten das Gefühl kennen, wenn sie sich an »Florida-Rolf« und »Mallorca-Karin«, die als Sinnbilder für »dreiste Schmarotzer« à la »Stützeempfänger« von »Bild« auf der Titelseite in die ganze Republik getragen wurden. Derlei gruppenbezogene Vorwürfe machen natürlich etwas mit den Menschen, und zwar mit beiden Seiten. Auf jeden Fall erhöhen sie das Maß der gefühlten Feindschaft. Fronten werden härter. Aggressionen und Wut steigen und damit die Bereitschaft zur Gewalt.

Ideologische Vorbereitung?

Man darf vermuten: Die Propaganda wird gesteuert. Und sehr wahrscheinlich steckt ein politisches Ziel dahinter. Zu hören sind allerorts die Aufschreie nach einer Aufrüstung der Polizei und weiterem Ausbau der Überwachung. All das fordern inzwischen zum Teil selbst jene, die noch vor kurzem solche Ansinnen lauthals verurteilt haben. Deutlich wird auch: Der Repressionsapparat sortiert immer mehr in Klassen und Rassen. Kaum etwas zu befürchten hat, wer viel hat. Am meisten wird leiden, wer nichts hat. Der Sanktionsapparat gegen Hartz-IV-Bezieher oder menschenunwürdige Obdachlosenheime haben mit Flüchtlingslagern, Massenabschiebungen und den stetig vorangetriebenen Asylrechtsverschärfungen mehr zu tun, als der deutsche Niedriglöhner mit dem deutschen Beamten. Dies wahrzunehmen, ist die Kunst.

Während derzeit nun, fast unbemerkt, die sogenannten »Rechtsvereinfachungen« im Sozialrecht in Gesetz gegossen werden, welche Betroffene in der Realität noch weiter entrechten werden, wird auch das Asylgesetz erneut verschärft. Weitere Herkunftsländer sollen als »sicher« deklariert werden. Darunter ist auch die Ukraine. Schon jetzt werden fast 95 Prozent der Asylbewerber aus dem dortigen Kriegsgebiet oder angrenzenden Provinzen abgeschoben, wie kürzlich vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu erfahren war. Vielen der von dort Fliehenden drohen harte Repressionen wegen Kriegsdienstverweigerung. Sich nicht freiwillig totschießen zu lassen, ist eigentlich ein Menschenrecht. Nicht so für die Bundesregierung: Schon vor einem dreiviertel Jahr erklärte diese in einer Antwort auf eine Anfrage der Linkspartei, dass Kriegsdienst schließlich auch eine »staatsbürgerliche Pflicht« sei. Die Verfolgung Betroffener im Heimatland falle darum nicht unter politische Verfolgung. So soll es auch mit Menschenrechtsverletzungen in Afghanistan, Algerien, Marokko, Tunesien, Mali, Indien und Armenien gehandhabt werden. Gelten diese Länder als sicher, wird es die Abschiebung Betroffener auch. Und die Mehrheit der Deutschen soll es akzeptieren, besser noch befürworten. Sind ja »alles potentielle Vergewaltiger«, heißt es dann. Politische Ziele bedürfen in der parlamentarischen »Demokratie« nur der mehrheitlichen Zustimmung des Bundestages, nicht der Massenmehrheit. Allerdings: Letztendlich gelingt ihre reibungslose Umsetzung nur, wenn die Masse es schweigend, besser noch euphorisch mitträgt.

Wenn der Pranger wieder frei ist

Letztendlich werden mit Pauschalverurteilungen ganzer Gruppen auch Kriege gegen diese gerechtfertigt. Widerstand dagegen wird gebrochen. Wenn es gegen »Frauenbelästiger und Sexualstraftäter« geht, hält das deutsche Volk kraft autosuggerierter »moralischer Werte« zusammen. Arbeiter, Erwerbslose, Beamte und Unternehmer gehen plötzlich gemeinsam auf die Barrikaden, auch wenn sie sonst eins massiv trennt: Der Geldbeutel. So dürfen sich die armen Einheimischen endlich auch einmal im Leben als Deutsche fühlen, nicht als Loser und Versager. Und bloß nicht als potentielle Kampfgefährten aller Unterdrückten, darunter auch die Flüchtlinge. Ein Kick fürs Ego, Adrenalin fürs Selbstwertgefühl. Vergessen wird dabei: Schneller als gedacht könnte das deutsche Hochgefühl kippen. Und das wird es. Nämlich dann, wenn das Gros der Flüchtlinge abgeschoben ist. Dann nämlich ist der oberste Pranger wieder frei: Und zwar für den »deutschen Loser«.

 

Mit Dank an die Autorin für das Recht der Zweitverwertung.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

18 Kommentare zu: “»Reichstagsbrand« in Köln?

  1. „Als wären hunderte Frauen sexuell genötigt oder gar vergewaltigt worden.“

    Tja, zumindest haben circa 400 Frauen deswegen Anzeige erstattet. Wollen sie diesen Frauen unterstellten, dass sie lügen? Da offenbar sich für mich ein latenter Frauenhass, ein Hass auf diese doofen Feministinnen, die ja wegen jeder Lapalie rummotzen.

    Andererseits dann widerum das Vertrauen darein, dass Anzeigen, die während des Oktoberfestes oder Karnevals wegen Sexualdelikten gemacht werden, auf jeden Fall stimmen. Und darauf aufbauend der Versuch, diese tagelangen (!) Veranstaltungen mit einer (!) Nacht in Köln zu vergleichen.

    Merken Sie selbst, wie löchrig Ihre „Argumentation“ ist?

    Vergleiche mit Karneval und Oktoberfest bitte gern: Wie viele Anzeigen wegen Sexualdelikten gibt es dort durchschnittlich pro Nacht? Wenn sie auch da auf circa 400 kommen, können wir gern über eine Vergleichbarkeit sprechen.

    Ich frage mich auch, warum plötzlich so viele Frauen in Selbstverteidigungskurse rennen und Pfefferspray kaufen. Nach Oktoberfest oder Karneval hat es nie solche Reaktionen gegeben.

    Aber vermutlich, weil die Lügenpresse über die vielen, vielen Greuletaten während dieser Veranstaltungen nicht berichtet hat, wie sie nun über die armen Männer von Köln herzieht. Oh mein Gott, wie müssen die sich nun nur fühlen, wo die Presse ihnen so Unrecht tut.

    Mich interessiert mehr, wie die Frauen von Köln sich fühlen, denen die Strumpfhosen runtergerissen und Finger in diverse Körperöffnungen eingeführt wurden.

    Mal ganz ehrlich, Ich unterstelle jetzt mal was: Hier debattieren doch vor allem westdeutsche Männer. Ihr habt doch alle ein riesiges Problem mit selbstbewussten Frauen, weil Euch der westdeutsche Feminismus der letzten dreißig jahre so zugesetzt hat. Ihr haltet einer Frau doch nicht mal mehr eine Tür auf, weil Ihr Angst habt, dass Euch die Emanze dann wegen Belästigung anzeigt. Und deshalb habt Ihr jetzt angesichts von Köln auch keine Solidarität für diese Frauen, sondern unterstellt ihnen, dass sie übertreiben oder Rassistinnen sind und mit Anzeigen den armen Flüchtlingen schaden wollen.
    Wie krank das ist. Ihr seid alles so konservativ und verstockt wie Eure Väter und Großväter, ihr habt eben nicht um Euch herum gesehen, dass Frauen arbeiten gehen und gleichwertig sind. Ihr seid ja größtenteils noch in völlig angestaubten Verhältnissen großgeworden. Und dann kamen diese bösen Eier-Abschneiderinnen wie Alice Schwarzer.
    Interessanterweise haben Männer aus dem Osten oft eine viel natürlichere Haltung gegenüber Frauen, sehen sie viel mehr als Partnerinnen und nicht als Feinde. Alles eine Frage der Sozialisation. Gibt es ja genug Studien.
    Und auch angesichts von Köln kann man interessante Studien betreiben: Männer, die ohnehin schon immer latenten Frauenhass in sich trugen, sind dort mal kurz ausgeflippt und werden nun von anderen Männer, die ebenfalls latenten Frauenhass in sich tragen, verteidigt.

  2. Nachtrag:

    Frau Bonath behauptet, es „prasseln unzählige Pressemeldungen dieser Art auf den Leser ein“ — wieso liest man dann von bestimmten Vorkommnissen, die sich schon seit dem letzten Jahr andeuten, nie in der überregionalen Presse? Warum interessieren sich die überregionalen Medien nicht hierfür:

    http://www.abendblatt.de/hamburg/hamburg-mitte/article206957065/Nach-sexuellen-Uebergriffen-soll-Polizeipraesenz-hoch-bleiben.html

    https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2015/schule-kurze-hosen-provozieren-asylbewerber/

    http://www.ostsee-zeitung.de/Region-Rostock/Bad-Doberan/Zoff-wegen-Gaffern-am-FKK-Strand

    Warum gibt es auf der wichtigsten deutschen Nachrichtenseite SpiegelOnline auch nach Tagen (!) keinen Bericht, ja nicht mal einen kleinen Artikel, eine Kurzmeldung über die frauenfeindlichen Äußerungen des Kölner Imams, der den Opfern von Silvester eine Mitschuld unterstellt?

    http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/7949400/-wenn-frauen-halbnackt-herumlaufen–passiert-sowas-.html

  3. Das Schlimmste ist doch wohl, dass unterm Strich bisher aus den Vorgängen in der Silvesternacht in Deutschland keinerlei konkrete Ansästze hervorgegangen sind. Generell ist die Masseneinwanderung auch ein europäisches NATO-Mitgliedsstaaten-Problem und kein Deutsches. Sicher könnte man darüber streiten, welches europäische NATO-Mitgliedsland mehr oder weniger als Verursacher oder Auslösungsaggressor gesehen werdn kann. Wichtiger wäre jedoch, sich auf europäischer Ebene um eine konstruktive, und vor allem durchführbare Lösung für das Problem zu kümmern. Die Zuwanderungsströme werden auch in absehbarer Zeit nicht stoppen.

    Eine derzeit von allen Seiten geforderte Begrenzung ist wohl eher genauso unrealistisch vorzustellen, wie durchführbar. Was soll denn mit den Menschen passieren, die dann vor den verschlossenen Grenzen stehen bleiben? Oder stellt man sich vor, dass sie vielleicht um Deutschland herumlaufend verhungern und das Problem sich alleine löst? Und anstatt sich über die Manieren der Zuwanderer zu eschoffieren, sollte man besser über einen Verteilerschlüssel der Zuwandrer und das Handling der straffällig werdenden Einwanderer auf europäischer Ebene nachdenken. Es könnte z,B, den Ländern je nach BIP, Einwohnerzahl, Wirtschaftsfaktor oder auch einer Kombination aus allem eine Prozentzahl anteilig aufzunehmender Einwanderer zuweisen. Wer nicht aufnimmt, müsste dann entsprechend an die Staaten zahlen, die stellvertretend aufnehmen. Mit der Bewertung von EU-Staaten hat das Finanzsystem doch langjährige Erfahrung.

    Man kann natürlich auch jetzt weiter bis Karneval über Silvester lamentieren und dann, nach Karneval, über neue Übergriffe am Rosenmontag oder Weiberfastnacht – ändern wird sich dadurch allerdings wohl eher nichts.

    Auf der anderen Seite, was erwartet man denn eigentlich von Zuwanderern aus „Kulturkreisen“, in denen Frauen als Menschen 2. Klasse oder Untermenschen behandelt oder gar missahtet werden. Wenn man sich mal vor Augen führt, dass in Deutschland geschätzte 10% der Kinder von ihren eigenen Familien misshandelt werden, mehr als 20% der Frauen unter sexueller, und noch mehr unter körperlicher Gewalt in der Ehe leiden, dann sollte man sich doch eher wundern, wie gemässigt die Einwanderer sich bisher hier in Deutschland benommen haben. Grundsätzlich verfügen sie jedenfalls alle aufgrund der gängigen Sitten in ihren Heimatländern über ein deutlich höheres Gewaltpotential Frauen gegenüber, als wir das hier in Europa gewohnt sind.

    Das Ganze könnte eine sehr ungemütliche Entwicklung erfahren, wenn man nicht langsam anfängt, über konstruktive, politische Lösungen nachzudenken. Oder man nimmt es eben einfach wie in deutschen Familien hin, dass Männer sexuelle Gewalt gegen Frauen ausüben. Darüber beschwert sich ja auch niemand so wirklich richtig. Unangenehm dabei ist allerdings leider, dass die meisten Einwanderer eben ihre eigenen Frauen nicht mitgebracht haben.

    Eines scheint jedenfalls mehr als offensichtlich: Es handelt sich wohl weniger um ein muslimisches oder irgend ein anderes religiöses Problem.

  4. Was ich nach wie vor nicht verstehe, wenn Leute als „hysterisch“ gebasht werden, die sich über Köln empören: Manche dieser Menschen verschweigen, dass es bereits vorher sexualisierte Gewalt in Deutschland, auch durch gebürtige Deutsche gab — aber ein Großteil dieser Menschen, die sich von Köln schockiert zeigen, tut das doch gar nicht, sondern verurteilt sehr wohl auch alles, was von deutschen Männern ausgeht und hat auch ein klares Auge dafür, wo bisher Frauen schlimme Dinge angetan wurden und wo sie Frauen noch immer angetan werden. Auch von Deutschen.

    Aber wieso bedeutet das, dass man sich dann bitte nicht über Köln empören darf, über die Massivität? Gerade in der massenhaften Attacke liegt das Neue, Andersartige. Warum ist denn ein ganzes Land davon schockiert? Wieso wird dieser völlig menschliche Reflex, dass man von einem solchen Mob schockiert ist (genau so wie man beispielsweise schockiert ist, wenn man im TV einen Pegida-Aufmarsch sieht) denn verurteilt?

    Die Autorin tut hier etwas, was seit Tagen in den Medien zu beobachten ist: Sie argumentiert fleißig gegen Sachen an, die sie einer Masse von Menschen (nämlich den über Köln Empörten) unterstellt. Sie unterstellt zum Beispiel, dass diese Leute sich früher nicht um Frauenrechte gekümmert haben, dass sie an der Nationalität der Täter interessiert sind, dass sie bei deutschen Vergewaltigern nicht so genau hinschauen etc.

    Aber wieso unterstellt sie das ALLEN, die sich über Köln echauffieren? Das ist eine Verallgemeinerung und in seiner Dämlichkeit im Grunde auf dem Niveau der Verallgemeinerung, dass das in Köln alles Flüchtlinge gewesen seien.

    Wieso differenziert sie nicht? Wieso wendet sie sich nicht an die Menschen, die durchaus differenzieren können? Das ist blankes Schwarz-Weiß-Denken.

    Köln hat etwas verändert. Weil es anders war. Weil es sowas vorher noch nie gegeben hat in Deutschland in dieser Massivität.
    Ja, es gab auch früher viele Anzeigen wegen Vergewaltigung pro Jahr. Aber das war eine einzige verdammte Nacht! Rund 400 Anzeigen wegen Sexualdelikten aus einer verdammten Nacht!!

    Da kann man noch hunderte solcher verharmlosenden, gehirnwaschenden Artikel verfassen, es ändert nichts an der Tatsache, dass Köln eine andere Dimension von Gewalt war als alles, was wir vorher in Deutschland erlebt haben.

    Ich habe damals bei #aufschrei mitgemacht, ich bin immer „feministisch“ unterwegs gewesen, habe so manchen Mann und auch viele Frauen genervt mit meinem konsequenten Hinweisen auf Sexismus und sexualisierte Gewalt in unserem Alltag.
    Und genau deshalb und trotzdem sage ich: Köln ist ein Wendepunkt. Köln ist nichts, was vorher in diesem Land da war.

    Noch eine Frage an das KenFM-Team: Wieso ist der Text zum #ausnahmslos-Auruf von der Homepage verschwunden?

    • Nun, was Sie übersehen ist, dass gegen den unterschwelligen kollektiven Sexismus gegen Männer angeschrieben werden muss.

      Es muss gegen den Missbrauch von Staatsgewalt und gegen den Missbrauch von gesellschaftlichem Druck gegen Männer angeschrieben werden.

      Empörung, Aufschrei mag zwar auf einer vernünftigen Wertung und Grundlage basieren, aber ereifern sich ja wesentlich überbordend – und schon gehen Hunderte Anzeigen ein, die sehr wohl auch so gedeutet werden können, dass das Maß, wann die Staatsgewalt durch den Rechtsstaat angerufen und gegen jemanden gerufen wird, ins Lapidare gesenkt wird. Als wären hunderte Frauen sexuell genötigt oder gar vergewaltigt worden.

      Ja, jetzt kommt gleich ein Aufschrei, Verharmlosung, blablabla: … „Die ausreichend gute Mutter.“ sei da zitiert.

      Es gibt unzählige unschöne und unangenehme Situationen (und man stelle sich das vor: tagtäglich auch bei Männern, gerne auch kollektiv über männerdiskriminierende Artikel) und nicht alles, was zwischen zwei Menschen in Achtsamkeit oder Unachtsamkeit an Unannehmlichkeiten geschieht, braucht einen asymmetrische Machtaufrufung der Eltern, eines Lehrers, des Direktors, des Vorgesetzten, oder des Staates.
      Es gibt auch häufig (man stelle sich vor: tagtäglich auch im männlichen Leben) in mutwillig herbeigeführten unangenehmen Situationen, die Entscheidung, es auf sich beruhen zu lassen – und zwar trotz möglicher eindeutiger Klarstellung, und ohne Verharmlosung.
      Tag für Tag. Und die Klarheit über die erfolgte übertretene Grenze untereinander im Privaten findet nicht zu mehr Klarheit, wenn es zwangsläufig in den Aufruf des Übergeordneten Chef’s und einer Konsequenz oder Strafe mündet, oder bekommt nicht zwangsläufig mehr Klarheit und Einsicht, wenn sogleich der Staat und Bestrafung angerufen werden.

      In Beziehungen, wo es um noch schützenswertere Geschöpfe als Frauen geht, nämlich bei Kindern, haben wir genau dieses um Weiten lapidarere feministische Konzept der ausreichend guten Mutter.

      In Köln ist neu, dass es angeblich Menschenmassen waren – obgleich viele Menschen Massen auch so wegen erhöhter Gefahr meiden, und dies in mehreren Städten als abgesprochen erscheint.

      Zwei Vergewaltigungen werden ganz klar gerechter Weise per Staat aufgeklärt. Die sexuellen Nötigungen werden hinsichtlich der Schwere der Tat – und zwar unabhängig von der Schwere des Schadens – aufgeklärt.
      Ob nun all die hunderte verspätete #Aufschrei-Anzeigen wirklich auf jeden Fall zur Anzeige gebracht werden müssen, oder innerhalb des Alltagsmaßstabes eines ausreichend guten Mannes fallen, oder in eine ausreichend gute Gesellschaft – diese Frage scheint mir für Empörungs-Aufschrei-Feministen ein unerhörte Zumutung zu sein.

      Immer in dem Glauben, erst ein zur Anzeige gebrachter und gesellschaftlich geschmähter Fall, ist ein klarer grenzschaffender Fall, welcher im Privaten nicht selbst herstellbar ist, sondern erst mit Verurteilung und Strafe adäquat beantwortet ist.

      Man stelle sich vor, Männer oder vor allem Kinder würden jedes Mal eine Anzeige erstatten! (Ausreichend gute Mutter)

      Bei Männern bzw. männlichen Knaben erleben wir das durchaus ganz anders, nämlich etwa so: Da trauen sich tatsächlich männliche Missbrauchsopfer (Ettal) behaupten, keinen weitreichenden Schaden erlitten zu haben.

      Oder anders: Man lässt Knaben – ordnungsgemäß mit ‚KO Tropfen‘ betäubt beschneiden.

      All dies mutet man Knaben und Männern zu, findet man in Ordnung, muss Mann halt schlucken – all dies muss Mann argumentativ gegen seinen gender-Gruppe akzeptieren – tagtäglich, Tag für Tag, mehrmals im Leben – Mann soll sich gefälligst nicht so anstellen. Bewusstlosigkeit des Opfers verschafft Legalität, was ansonsten Verstümmelung wäre.

      Ich halte der Empörung und dem #Aufschrei das feministische Konzept der ausreichend guten Mutter entgegen.

    • Zitat „Aber wieso bedeutet das, dass man sich dann bitte nicht über Köln empören darf, über die Massivität? Gerade in der massenhaften Attacke liegt das Neue, Andersartige“
      Nachdem ich trotz Recherchen immer noch keine Bilder der Überwachungskameras gefunden habe, die das hätten eigentlich festhalten sollen, nachdem sich mindestens 3 der im TV aufgetretenen Zeugen offensichtlich als Lügner erwiesen haben- da habe ich meine Zweifel, ob es wirklich so massive Zwischenfälle waren.
      Natürlich ist es eine Sauerei, die da passiert zu sein scheint, komisch ist allerdings, dass solche Sauereien früher, ob nun beim Karneval oder beim Oktoberfest oder anderen Gelegenheiten- nicht selten von deutschen Männern veranstaltet- nie so hochgepuscht wurden, wie jetzt diese Aktionen der Ausländer, wobei sich bei den Bildern von der Kölner Domplatte nicht grade der Eindruck bildet, dass es nur Ausländer waren, die sich da rumtrieben.

  5. Sehr geehrte Frau Bonath,

    zunächst einmal zu dem, wo ich denke, dass Sie richtig liegen:

    – Sexuelle Gewalt: ja, das hat weniger „mit Religion oder Rasse“ zu tun als mit anderen Dingen
    – Kriminalität: ja klar, es gibt auch jede Menge kriminelle deutsche Staatsbürger und Sexualverbrecher
    – Medienfokus: ja, Redakteure laufen Ticker-Meldungen und dem Input z.B. von Polizeimeldungen hinterher
    – Wohlstandsunterschiede: ja, je größer der Unterschied, desto höher der Wunsch nach Ausgleich und wohl auch die Kriminalität

    Was zu bedenken ist:

    – Sylvester: Ist es eine andere und neue Art von Gewalt, wenn diese zeitgleich in 20 Städten in Massen stattfinden?
    – Sexuelle Gewalt: Inwiefern hat diese jedoch mit kultureller Prägung und Erziehung zu tun, die in bestimmten Ländern weit verbreitet ist?
    – Benennungen: Wie geht der Unterschied zwischen „pauschal beschuldigen“ und korrekt „benennen“ für eine gute Vorstellung von Ereignissen?
    – Täterbeschreibung: Inwiefern hilft es, Zeugenbeschreibungen („XY aussehend“ bzw. „Asylbewerber“) zu nutzen, um aufzuklären und Lösungen zu finden?
    – Zusammenhänge: Inwiefern sollten die Staatsbürger erkennen dürfen, ob diese Täter nun Asylbewerber sind oder aus „Nordafrika“ kommen?
    – Integration: Inwiefern sollten die Staatsbürger das Maß, das Tempo und die Folgen der Zuwanderung klar sehen und mitbestimmen dürfen?
    – Kulturelle Unterschiede: Inwiefern kann es sein, dass die Integration von Menschen um so schwieriger ist, desto entfernter die Kultur und desto größer die Zahl der zu integrierenden Menschen?

    Dazu ein Sozialarbeiter aus Berlin Wedding:

    „Die Zahl der Gewaltvorfälle durch türkisch- oder arabischstämmige Männer in Berlin ist erschütternd (…) Der Zusammenhang einer patriarchalisch-archaischen Kultur, mit so vielen Problemen, die besonders in Einwanderervierteln zu beobachten sind wie Bildungsignoranz, Homophobie, politischer Extremismus, Kriminalität, Pöbeleien und Belästigungen, Frauendiskriminierung oder extreme Gewaltvorfälle, wird von den Zeitungen meist verschwiegen. Sie nennen in der Regel nicht einmal den kulturellen Hintergrund der Täter.“

    Herbert Weber, Projektleiter der Sprach- und Bildungsförderung SPRINT in Berlin-Wedding
    http://www.foerderunterricht-sprint.de/das-projekt.html

    Sie haben eine Kriminalstatistik zitiert, hier zwei Ergänzungen:

    – „Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung gemäß § 177 Abs. 2, 3 und 4, 178 StGB sind fast drei von zehn Tatverdächtigen Nichtdeutsche.“
    [Polizeiliche Kriminalstatistik – Bundesrepublik Deutschland“, Jahrbuch 2013, S.134, Bundeskriminalamt Wiesbaden]

    – „Vor  allem  bei  Delikten,  die  der Gewaltkriminalität zugerechnet  werden, ist  der Anteil Nichtdeutscher überproportional hoch, darunter z.B. Mord und Totschlag sowie Vergewaltigung  und  sexuelle  Nötigung  (jeweils  28  Prozent)“
    [Prof. Dr. Sonja Haug Sozialwissenschaftlerin, Hochschule Regensburg, in „Jugendliche Migranten –muslimische Jugendliche Gewalttätigkeit und geschlechterspezifische Einstellungsmuster“, S.11]

    Der Fokus sollte wohl jeweils bei Tätern, Aufklärung und Lösungen liegen – bei den Sylvester-Vorkomnissen wie bei der Flüchtlings- und Zuwanderungskrise.

    Grüße,
    Susanne

    • Die genannte Statistik 1:
      3 von 10, also etwa 33,33 Prozent, sind Nichtdeutsche. Also 66,66 Prozent sind Deutsche.

      Die genannten Statistik 2:
      28 Prozent Nichtdeutsche
      Also 72 Prozent Deutsche.

      Überproportional hoch? Mit diesen Infos wohl eher die Deutschen.

    • Ich glaube Susanne weiß wieviel prozent das im umkehrschluss sind und setzt das eher ins Verhältnis zur prozentualen Anteil der „Nichtdeutschen“ und daher ist die rede von Überproportionierung.

      Allerdings denke ich, dass soetwas nicht ständig nur von der numerischen Perspektive betrachtet werden sollte, denn gerade bei solchen zentralen und auf Menschenleben einflussnehmenden Themen gehen gewisse Aspekte total unter.
      Wenn aus solchen Zahlen gezogene Konsequenzen pauschalisieren (und das passiert bei überzeugender Argumentation), dann sind es wieder Menschen die leiden müssen, die sich nichts haben zu schulden kommen lassen.

    • @Bert: Nun müssten Sie Ihre Prozentzahlen allerdings noch gegenrechnen gegen die Gesamtzahl der Deutschen und der Nichtdeutschen in diesem Land. Also wenn beispielsweise drei von 10 Tätern Nichtdeutsche sind, dann sind die vermutlich überproportional vertreten angesichts der Tatsache, dass die Zahl an Nichtdeutschen in Deutschland eher gering ist.

    • Lieber Bert,

      die Statistiken kommen vom Bundeskriminalamt bzw. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

      Wenn Sie die Zahlen in Bezug zum Bevölkerungsanteil setzen, dann sollten sie es verstehen.

      (Vereinfacht: Natürlich sind absolut mehr „Deutsche“ in der Kriminalstatistik verzeichnet, denn es wohnen in Deutschland auch hauptsächlich „Deutsche“)

      Viele Grüße,
      S.

    • Die statisiken bekommen erst eine Bedeutung wenn man weis wie hoch die Anzahl von Deutschen und nicht Deutschen anteilig ist. macht schon ein unterschied ob das verhältniss 50/50 ist oder 99/01.

    • Ok, das stimmt in Bezug auf die Gesamtbevölkerung bzw. des Ausländeranteils.

      Ich habe die Angaben in Bezug und als Beleg auf die vorangegangene ‚Empirie‘ gelesen:

      „Dazu ein Sozialarbeiter aus Berlin Wedding:
      ‚Die Zahl der Gewaltvorfälle durch türkisch- oder arabischstämmige Männer in Berlin ist erschütternd (…)'“

      Und darauf bezogen ergibt das (3 von 10) keinen Sinn.

      Übrigens zur Datenerhebung:
      Sind bei Mord und Totschlag eigentlich auch straflose Abtreibungs-Tötungen enthalten? Ich könnte mir vorstellen, dass das nicht enthalten ist, weil straflos obwohl juristisch eine Tötung. Weiß da jemand genauer Bescheid, was in diesen Statistiken tatsächlich miteinbezogen wird?

  6. Pauschal aber soll eine Grundlage a priori ewig gültig sein: Frauen sind Opfer, Männer sind Schweine.

    Aber darüberhinaus sind Pauschalvorverurteilungen natürlich ganz ganz böse, und da sollte man doch sehr genau differenzieren.

    ((Warum ist es für Frauen so schwer, sich von Genderideologie und Frauenopfer-Narrativen zu emanzipieren?))

  7. nehmen wir mal an es gäbe einige menschen die sich zur zeit auf dieser seite befänden. was für ein problem bestehe darin, diesen die möglichkeit zu bieten von einem chatraum zum anderen zu gehen…. der unsachlichkeit? weil einige in ihrer anonymität beleidigende und bekloppte äußerungen tun…. auf eine schriftform, habe ich nicht wirklich lust… denn es ist ein einsamer prozess, und gerade dieser ist in heutiger zeit ein um sich greifender, epidemischer… ich will keine gelenkten hochgestochenen kommentare…. ich will menschlichkeit. und wenn diese Plattform nicht dazu in der Lage ist, dann suche ich mir eine andere. Ich bitte meine Rechtschreibung zu entschuldigen….

  8. Während sich in der Nation über Flüchtlinge das Maul zerrissen wird und jeder Hinz und Kunz zum Islamprofessor wird, hat die EU einen wichtigen weiteren Schritt in Richtung TISA gemacht: http://www.europarl.europa.eu/news/de/news-room/20160118IPR10380/TiSA-Verhandlungen-Marktöffner-für-EU-Firmen-Sicherheitnetz-für-EU-Bürger

    Ich wünsche mir, dass derselbe Enthusiasmus und dieselbe Kraft und Zeit endlich mal in den Kampf gegen die US-amerikanische Übernahme Europas und der Welt gesteckt wird.

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