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Waffenbruder Israel – Legal, illegal, scheißegal

Von Ulrich Gellermann.

Da kuscheln sie sich an, die Schwestern Merkel und von der Leyen, an die starke Brust des israelischen Waffenbruders. Jüngst erst lieferten sie einen zwei Milliarden teuren „Gott der Meere“ an die israelische Kriegsmarine. So heißt das U-Boot der deutschen „Dolphin 2“-Klasse in Israel, das atomar ausgerüstet werden kann und an ein Land geliefert wird, das wie kaum anderes im Nahen Osten seine Nachbarn terrorisiert und natürlich immer gern auch jenen Teil seiner Bevölkerung, der es nicht in den Status des Juden geschafft hat. Ein gutes Geschäft, versucht uns die Verteidigungsministerin zu erzählen. Schließlich bekommt die Bundeswehr im Gegenzug eine klasse Drohne aus dem Arsenal der Israelis. Und während die israelische Marine mit dem deutschen U-Boot den Iran bedroht, kann die Bundeswehr bald Ziegenhirten in der Umgebung des afghanischen Kandahar besser auf´s Korn nehmen.

Haia, haia Safari, singen sie schon im deutschen Standort Mazar-e-Sharif und träumen doch von besseren Orten: Von Tse’elim. in der Negev-Wüste, zum Beispiel. Dort betreibt die israelische Armee das „Urban Warfare Training Center“ (UWTC), ein Gefechtsübungszentrum der besonderen Art. Auf rund 19 Quadratkilometern ist in dem Stützpunkt eine künstliche Wüstenstadt namens „Baladia City“ gebaut worden, mit Wohnhäusern, Moschee, Hospital, Friedhof und Festungsviertel – aber ohne einen einzigen Einwohner. Da trainiert schon eine ganzer deutsche Infanteriezug das, was er nicht darf: Häuserkampf. Denn im Inland darf die deutsche Armee keinen Häuserkampf, weil sie im Inland nicht gegen die eigenen Bürger eingesetzt werden darf. Und ins Ausland darf sie nun auf keinen Fall. Steht im Märchenbuch für Demokraten, dem Grundgesetz. Egal.

Der seltsame, ehemalige Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Bruno Kasdorf („Wir sind den Taliban überlegen“), litt an schwerem Tunnelblick und teilte dem Verteidigungsausschuss des Bundestags mit, dass bis zu 250 deutsche Soldaten nach Israel geschickt würden, um dort im Häuser- und Tunnelkampf ausgebildet zu werden. Soll die Bundeswehr helfen die Versorgungstunnel zum Gaza-Streifen zu schließen? Soll demnächst der 7.916 Meter lange Rennsteigtunnel gegen irgendeinen Feind in Thüringen verteidigt werden? Oder wird die kühne deutsche Armee endlich den Nazi-Goldschatz bergen, der in gesprengten Tunneln auf polnischem Gebiet darauf wartet, heim ins Reich zu kommen? Vielleicht kommen dann schließlich auch die Jungs von der Luftlande- und Lufttransportschule der Bundeswehr zum Eisatz, die dort von israelischen Instrukteuren seit 2008 den „Krav Maga“, den „Kontaktkampf“ gelernt haben, ein israelisches, eklektisches Selbstverteidigungssystem, das bevorzugt Schlag- und Tritttechniken nutzt. Seit den Blitzkriegen gegen die unterlegenen Araber wissen wir: Vom Israeli lernen heißt siegen lernen; zwar dauern die Kämpfe seit Staatwerdung des Landes an, aber dafür ist die Zahl der Toten rekordverdächtig.

Noch langweiliger als das lästige Grundgesetz ist das „Außenwirtschaftsgesetz“, das die Ausfuhr von Gütern beschränken soll, „die zur Durchführung militärischer Aktionen bestimmt sind“, um eine „Störung des friedlichen Zusammenlebens der Völker zu verhüten“. Für die Verhütung solcher Exporte ist nächst der Kanzlerin der Verteidigungsminister zuständig. Und wenn Gabriel sagt, er würde was verhüten, dann ist er so glaubwürdig wie eine Hure, die von Liebe spricht. Denn wer wie Gabriel seit Oktober 2014 für 332 Millionen Euro Waffen in die Golfstaaten, in das finstere islamistische Herz der Terror-Finanzierung hat liefern lassen, der schweigt einfach zur Atom-U-Boot-Lieferung an Israel: Als ob in dieser Gegend niemals das „friedliche Zusammenleben der Völker“ gefährdet war, wäre oder würde. Und so handelt die Bundesregierung nach dem alten Autonomen-Spruch, die ihre Aktionen mit dem Etikett „Legal, illegal, scheißegal“ versahen. Nur haben es die Autonomen nicht getan, um Geld zu verdienen.

Danke an den Autor für das Recht der Zweitverwertung
Dieser Text erschien zuerst auf Rationalgalerie.de
Alle Quellen: http://www.rationalgalerie.de/home/waffenbruder-israel.html
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5 Kommentare zu: “Waffenbruder Israel – Legal, illegal, scheißegal

  1. Wieso sollte man sowas bauen ? Welchen Hintergrund muss man haben, so eine Bombe zu bauen ? gegen den Terrorissmus ? gegen Palestina das schon in Trümmern verweilen, für Syrien ? Yemen ? Irak oder Afghanistan ? Wie viel Hass muss man haben so etwas zu bauen um ein anderes Land zu schaden ? um Massenmenschen zu schlachten.

  2. „In „Bonnland“ wird der Häuserkampf geübt“ titelt es auf bundeswehr.de. Hätte mich auch gewundert, wenn in Deutschland kein solches Training (mehr) stattfinden würde. Verboten ist es übrigens auch nicht. Schließlich eignet sich „Bonnland“ auch für ein Szenario in Griechenland, Spanien oder Italien.

    http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/NYu7DsIwDEX_yE7EoxIbqAKxwMAAZXNbU6y2SWUMXfh4koF7pLMcXbxjItBHOjKJgQa8YdXIpp6hnluGlymL9Ur8MIYns-I1X1JqYmDLNg4myZ2SRYUpqg25vFVTAWmxcr7c-cL957_FelUeLku3OJ72Z5zGcfsDCDgLqw!!/

  3. In einem Talkshow sagte mal der CDU Politiker Armin Laschet, dass Jeder der in Deutschland lebt (damit sind auch Ausländer und Flüchtlinge gemeint) eine Verantwortung gegenüber Israel hat, also bloß nicht kritisieren oder sogar schön reden, was die zionistische Regime macht, denn schließlich haben die Zionisten ja gar keine Interesse an Krieg, sondern die Armen verteidigen sich nur.

    • Ich habe durchaus ein gewisses Verständnis für die israelische Politik (das sich im engen Rahmen hält – zum Beispiel lehne ich die Wehrpflicht entschieden ab, die aber in Israel besonders hochgehalten wird). Israel ist – aufgrund der chaotischen westlichen Bündnispolitik – in der Tat von Feinden umgeben. Ich lehne aber auch den Krieg gegen Palästina ab, wobei ich aber die Hamas mindestens genauso als Kriegstreiber, die ihre Macht sichern will, ansehe wie die (zionistischen) Hardliner in der israelischen Politik. Nach meinem Eindruck scheitert die Einstaatenlösung mehr an der Hamas (deren Führer bei einer Einstaatenlösung ihre Macht verlieren würden) als an den Israelis, was es aber für die Palästinenser nicht besser macht und etwaige brutale Kriegsaktionen der israelischen Armee gegen Unschuldige in keinster Weise beschönigt oder gar rechtfertigt.

      Aber was nicht geht, ist, wenn berechtigte oder auch weniger berechtigte Kritik an der Politik des Staates Israel direkt mit einem Antisemitismusvorwurf ‚gekontert‘ wird. Das ist nichts weiter als üble Nachrede (‚Defaming‘), der Versuch der Mundtotmachung und diktaturmäßige Einschüchterungspropaganda – und ein totaler intellektueller Offenbarungseid der angeblichen, selbsternannten, ‚Skeptiker‘, die das praktizieren. Gegen spezielle Politik einer Regierung zu sein impliziert in keinster Weise, gegen das zugehörige Volk zu sein. Interessanterweise sind es oft jüdische und/oder israelische Autoren, die die aktuelle Politik Israels scharf kritisieren. Ich bin z.B. auch sicher nicht antiamerikanisch – meine Meinung von der aktuellen US-amerikanischen Politik ist aber dennoch nicht gut.
      Das bezieht sich insbesondere auf die Auswahl der ‚Waffenbrüder‘. So traurig es ist, wegen der offenbar bei USA und EU gar nicht vorhandenen Schmerzgrenzen diesbezüglich ist Israel vergleichsweise harmlos. Der Westen ist mit einer der beiden radikalen Islamdiktaturen (Saudi-Arabien) verbündet und rüstet diese für völlig sinnlose Kriege sogar auf. Die USA haben auch schon mit den Taliban paktiert. Angesichts solcher Partner ist es ein besonderer Hohn, dass der Westen Russland sanktioniert (wobei ich Wirtschaftssanktionen sowieso unsinnig finde, da die nur die Falschen treffen). Da stimmen die Relationen nicht, und das ist keine Kleinigkeit.

  4. Trotzdem darf man nicht mal den Mund aufmachen oder sogar kritisieren, was diese Heuchler machen oder dass es für die zionistische Regime ganz normal ist einfach so Menschen abzuschlachten, sonst wird man sofort als Antisemit bezeichnet.

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