100 Jahre Roter Stern über China | Von Rainer Rupp

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Vor einer Woche am Donnerstag begannen in der Volksrepublik China (VRC) die Feierlichkeiten zum Hundertsten Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) am 1. Juli 1921. Dabei war erstaunlich, wie vehement sich in den westlichen Medien der anti-kommunistische Beissreflex wieder durchgesetzt hat. Auch in unseren deutschen, selbsternannten Qualitätsmedien hatten die Kommentatoren fast ausnahmslos nur Hohn und Spott, Verleumdungen und Verunglimpfungen für die chinesische Staats- und Parteiführung übrig; und davon nicht zu wenig.

Hier einige Beispiele:

Die FAZ z.B., also die Zeitung hinter der angeblich stets ein kluger Kopf steckt, verdummte ihre Leser mit dem Titel „Kommunismus der Wolfskrieger“, in dem sie ein düster-bedrohliches Bild über den Aufstieg Chinas mahlte. „Xi Jinping beschwört die nationale Wiedergeburt Chinas“ titelte der Tagesspiegel, um dem chinesischen Staatschef anschließend fälschlicherweise zu unterstellen, er habe in seiner Rede „die Großmachtansprüche Chinas bekräftigt“. Und glaubte man dem Spiegel, dann tat der chinesische Präsident Xi auch anlässlich der Feierlichkeiten zum Hundertsten Jahrestag das, was er am liebsten tut, nämlich alle möglichen Länder zu bedrohen. – Nur zur Erinnerung: Es sind nicht chinesische Kriegsschiffe, die im Golf von Mexiko vor der US-amerikanischen Küste kreuzen, oder vor den Küsten Englands, Frankreichs oder Deutschlands chinesische Aggressionsgelüste demonstrieren. Umgekehrt wird ein Schuh daraus.

In dem unsäglichen Spiegel-Artikel vom 1.7. mit der Überschrift: „Präsident Xi Jinping droht – nicht nur Taiwan“ heißt es im Untertitel: „70.000 geladene Gäste, Helikopter und Kampfjets über dem Tiananmen-Platz: China feiert 100 Jahre Kommunistische Partei. Staatschef Xi Jinping wurde deutlich – und sprach von der »Großen Mauer aus Stahl“. Im Text des Artikels bringt Der Spiegel ein Foto, das junge chinesische Frauen zeigt, die freudig lachend Fahnen ihres Vaterlandes schwenken. Ein schönes, friedliches Bild. Das kann der geifernde Spiegel so nicht durchgehen lassen. Deshalb setzt er mit einem gehässigen Begleittext zum Foto dem Leser schnell die richtige Brille auf, durch die er das Bild anschauen soll. Der Text zum Bild lautet: „China feiert 100 Jahre KP: Kitsch, Propaganda, Drohungen“.

In einem Artikel am 4. 7. des Korrespondenten von „Die Welt“, Maximilian Kalkhof, ist „Chinas KP, wandelbar wie ein Chamäleon“. Und Chamäleons darf man natürlich nicht trauen und deshalb hatte Herr Kalkhof schon seit Längerem vor den „Provokationen aus Peking“ gewarnt und deshalb gefordert, „Europa muss bei China hart blieben“. Bereits im Sommer letzten Jahres war der Schreiberling des „Qualitätsmediums“ Die Welt, das fest auf der Atlantik-Brücke Position bezogen hat, noch weiter gegangen, mit der Aufforderung: „Auch Deutschland muss die Sprache der Macht lernen, und die Vorgänge in Hongkong nicht nur einfach hinnehmen.“

Diese Ermahnung hat sich offensichtlich Frau Kriegsministerin Annegret Kamp-Karrenbauer (AKK) zu Herzen genommen. Dem Vorbild der Niederschlagung der Gelben Gefahr beim Boxeraufstand folgend, hat sie jetzt auch ein deutsches Kriegsschiff ins Südchinesische Meer geschickt. Dort soll die deutsche Kriegsmarine gemeinsam mit den Amerikanern Flagge zeigen und sich vor Ort an deren Provokationen gegen die Chinesen beteiligen. Denn für die Atlantiker in Berlin gilt immer noch das Diktum: An der Seite der Amerikaner kämpfen heißt siegen lernen, wie der große Sieg, den wir gerade gemeinsam in Afghanistan errungen haben.

Laut Verlautbarung bezüglich des deutschen Abzugs vom Hindukusch, wo bisher ja angeblich Deutschlands Sicherheit verteidigt wurde, hat AKK mit genialem Durchblick erklärt, die Bundeswehr habe ihren Kampfauftrag an der Seite des US-Bündnispartners erfüllt. Trotz dieses großen Erfolgs ist die Bundeswehr aber dann doch ganz ohne klingendes Spiel und das übliche Tscheng-Dareng-Brimborium so schnell wie möglich sang und klanglos mit dem Schwanz zwischen den Beinen aus Afghanistan nach Hause abgehauen, — gerade noch rechtzeitig bevor auch der letzte Ami klammheimlich mitten in der Nacht nach 20 Jahre das Feld seiner mörderischen Heldentaten verlassen hat: nach 20 Jahren Bombardierung von Dörfern und Hunderttausendfacher Tötung und Verstümmelung von Zivilisten, Alt und Jung;
nach 20 Jahren Mord und Folter in geheimen CIA-Gefängnissen.
nach 20 Jahren intensiver Produktion von Millionen afghanischen Flüchtlingen
nach 20 Jahren ohne etwas dauerhaft Positives im Land geschaffen zu haben.

Und bei all dem hat die Bundeswehr stolz ihren Auftrag in Afghanistan an der Seite der Amerikaner erfüllt. Übersetzt heißt das, dass die humanitäre Bundeswehr für die zig Tausende schweren und schwersten amerikanischen Verbrechen Beihilfe geleistet und Schmiere gestanden hat. Aber unter Führung ihres Obersten Klein wird der Bundeswehr zurecht auch der Massenmord an über Hundert Zivilisten, hauptsächlich Frauen und Kindern, zur Last gelegt. Anstatt den Oberst Klein zur Verantwortung zu ziehen ist er vom Berliner Kriegsministerium zum General befördert und in den Ruhestand versetzt worden.

Aber zurück zum eigentlichen Thema dieser Tagesdosis, nämlich die Feiern zum 100ten Jahrestag der Gründung der Kommunistische Partei Chinas (KPCh). Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die westlichen Medien im Auftrag der bei uns herrschenden, neo-liberalen Eliten alles darangesetzt haben, um das Jahrhundert-Ereignis im Reich der Mitte mit abgegriffenen Kampfbegriffen aus der antikommunistischen Propagandakiste der westlichen Demokraturen zu besudeln.

Aber ein Blick über den Tellerrand des transatlantischen, medialen Einheitsbreis über China, hätte den interessierten Leser belehrt, dass dieser von Hass auf Sozialismus verengte Blick in den meisten anderen Völkern der Welt nicht geteilt wird. Im Gegenteil. Als Beispiel sei ein bemerkenswertes Loblied auf die Errungenschaften der KPCh hiernach zusammengefasst, das ausgerechnet von einem hochrangigen indischen Diplomaten, dem Botschafter a.D. MK Bhadrakumar verfasst und am 2. Juli 2021 in der in Asien viel gelesenen „Asia Times“ an prominenter Stelle veröffentlicht wurde.

Aufeinander folgende Regierungen Indiens haben in den letzten Jahrzehnten aus unterschiedlichen Gründen nicht gerade die freundschaftlichsten Beziehungen zu China pflegt. Umso erfreulicher ist es, dass der ehemalige, indische Top-Diplomat im Botschafter-Rang und international bekannte geo-politische Kommentator Bhadrakumar die Entwicklungen in China aus der Sicht der Entwicklungsländer beschreibt.

Für Botschafter Bhadrakumar sind die Feierlichkeiten in Peking kein Jahrhundert- sondern ein Jahrtausend-Ereignis. Das hat laut dem Autor damit zu tun, dass die in Washington ansässige Weltbank schätzt, „dass die Kommunistische Partei Chinas in den vier Jahrzehnten seit 1978 insgesamt 800 Millionen Menschen aus der absoluten Armut geholt hat, eine Leistung und einmalig in der Menschheitsgeschichte“.

Als der aktuell noch amtierende chinesische Staatschef Xi Jinping im Jahr 2012 neuer Generalsekretär des Zentralkomitees der KPCh geworden war, hatten sich immer noch etwa 100 Millionen Menschen hauptsächlich in den Randregionen Chinas unter der Armutsgrenze befunden. Xi versprach, dass auch sie bis zum Jahr 2020 aus dieser Armutsfalle befreit würden. „Er löste dieses Versprechen im vergangenen Dezember ein, als China völlig frei von Armut wurde“, schreibt Botschafter Bhadrakumar in Asia Times, um dann zu erklären, wie die chinesische KP dieses Problem gelöst hat:

„Um das Programm zur Armutsbekämpfung durchzuführen, suchte die KPCh von 2013 bis 2020 in den Regionen Erste Parteisekretäre aus und entsandte sie zusammen mit regional gebildeten Arbeitsgruppen in ländliche und abgelegene Gebiete, um jede arme Familie und jedes arme Dorf genau zu identifizieren und gezielte Projekte landesweit umzusetzen, um ihr Leben und ihren Lebensunterhalt umfassend und nachhaltig zu verbessern“.

Das bedeutete also keine sozialen Almosen, sondern Hilfe zur Selbsthilfe. Im übertragenen Sinn bedeutet das z.B.: Ein armes Dorf bekam also keine Fische als Lebensmittelhilfe, sondern Angeln und Netze und den dazugehörigen Teich mit einer gesicherten Wasserversorgung, samt Instruktionen, wie man Fische züchtet und durch Räuchern oder Pickeln haltbar macht und auf den nächsten Markt bringt.

Zurück zum Text des indischen Ex-Botschafters, wo es heißt:

„Es ist genau dieses einzigartige System eines Parteienstaats, das Chinas epochalen Aufstieg erklärt. Die KPCh ist in China allmächtig und zum Synonym für die Nation, die Gesellschaft und ihre Politik geworden. Kurz gesagt, die nationale Entwicklung ergibt sich aus der beharrlichen Umsetzung langfristiger Ziele, die sich die KPCh gesetzt hat.“

„Das System der Kommunistischen Partei basiert auf hoch gebildeten, kompetenten Funktionären, die mit Basiserfahrung in mehreren Provinzen an die Spitze aufgestiegen sind, die ihre nationale Perspektive geprägt haben, was die oberste Führungsebene kollegial macht und zur Konsensbildung in wichtigen nationalen Fragen beiträgt.“

Wie wenig die westlichen Hofschranzen des Neo-Liberalismus von China und dem gesellschaftlichen Stellenwert der Kommunistischen Partei begriffen haben, wird beispielhaft deutlich, wenn man den hysterischen Beitrag in der oft als „alte Tante“ verspotteten Wochenzeitung „Die Zeit“ vom 18. Februar 2021 liest, in der Schreiberling Matthias Naß ganz im Stil anti-kommunistischer Hetze den Staatschef Xi Jinping als Despoten darstellt:

„Er hat das Sagen, immer und überall“ heißt es im Titel und im Untertitel wird ergänzt: „Mit Xi erlebt China einen Rückfall in die Zeiten der Ein-Mann-Diktatur“.

Mit diesem geistigen Exkrement hat Zeit-Autor Naß gezeigt, wie willig er seinem Auftrag zum obligatorischen China-Bashing nachkommt. Zugleich hat er seine Unwissenheit oder – wenn er es besser weiß – seine Bereitschaft zum Lügen unter Beweis gestellt. Denn laut Botschafter Bhadrakumar läuft es auch auf der chinesischen Führungsebene kollegial ab und Konsensbildung bestimmt alle wichtigen Fragen von nationaler Bedeutung. Hier nochmals, die entsprechende Passage aus der Asia Times:
„Das System der Kommunistischen Partei basiert auf hoch gebildeten, kompetenten Funktionären, die mit Basiserfahrung in mehreren Provinzen an die Spitze aufgestiegen sind, die ihre nationale Perspektive geprägt haben, was die oberste Führungsebene kollegial macht und zur Konsensbildung in wichtigen nationalen Fragen beiträgt.“

Als Anmerkung möchte ich hier einwerfen, dass es im System der von neo-liberalen Eliten beherrschten westlichen Demokraturen unter den Anwärtern für politische Führungspositionen eine Negativauslese gibt, bei der nicht die Besten, sondern die Biegsamsten, denen das Wohl der arbeitenden Massen egal ist, nach oben kommen.

Laut Botschafter Bhadrakumar ist es das einzigartige System eines Parteienstaats, das Chinas epochalen Aufstieg erklärt. Die KPCh ist in China zum Synonym für die Nation, die Gesellschaft und ihre Politik geworden. Kurz gesagt, die nationale Entwicklung ergibt sich aus der beharrlichen Umsetzung langfristiger Ziele, die sich die KPCh gesetzt hat. Wörtlich schreibt er:

„Die 100-Jahre Marke kennzeichnet einen historischen Durchbruch für China, der die Vorhersagen der meisten ausländischen Beobachter bei weitem übertrifft. Kurz gesagt, die KPCh hat die beiden gemeinsamen Ziele erreicht, die Armut zu eliminieren und sich gegen ständiges Mobbing durch Ausländer zu wehren.“

„In der Tat stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und sorgt für Kontinuität von einer Generation zur anderen. Das jährliche Partei-Konklave im Badeort „Beidahe“ zeugt von dieser Kontinuität und Veränderung im geordneten Übergang – etwas was keiner anderen kommunistische Partei der Welt so konstant gelungen ist.“

„Die KPCh hat früh erkannte, dass ihre politische Legitimität letztlich darin liegt, eine starke Wirtschaft aufzubauen und den Lebensstandard der Menschen in einem Klima der Stabilität und Berechenbarkeit ständig zu erhöhen. Heute strotzt die Nation vor Hoffnung auf ein noch besseres Morgen.“

Das konnte der KPCh nur gelingen, indem sie den ideologischen Dogmatismus des Marxismus-Leninismus (der Sowjetunion) abgestreift hat und durch einen “Sozialismus mit chinesischen Merkmalen” ersetzt hat, der durch einen kontinuierlichen Prozess des Experimentierens, der Innovation, der Korrektur und der Überwindung von Fehlern charakterisiert ist“.

Dieser von Botschafter Bhadrakumar beschriebene Prozess war 1978 von Deng Xiaoping eingeleitet und mit den seither weltberühmten Worten treffend zusammengefasst worden. “Es spielt keine Rolle, ob eine Katze schwarz oder weiß ist, solange sie Mäuse fängt.” Damit wurde China aus der ideologischen Zwangsjacke befreit, die z.B. während der so genannten „Kulturrevolution“ enorme Schäden angerichtet hatte. In den nachfolgenden Jahrzehnten begab sich die Volksrepublik China auf einen radikal neuen Entwicklungspfad, mit dem es gelang, die wichtigsten, tatsächlichen Bedingungen und Erfordernisse des Landes zu jedem Zeitpunkt zu erfüllen, ohne sich jedoch von den Grundlagen des Marxismus zu entfernen. Zweifellos hat die KPCh auch aus dem Zusammenbruch der Sowjetunion entsprechende Lehren gezogen.

Laut dem indischen Autor des Asia Times Artikels kann die KPCh nicht einfach kategorisiert oder mit einer anderen politischen Partei in der Geschichte verglichen werden. Neben ihrer breiten Mitgliederzahl (95 Millionen) sei die Partei auch in ihren anderen Attributen einzigartig. Sie sei nicht nur eine politische Kraft der Superlative, sondern definiere auch Chinas institutionelle Struktur und Staatsform. Wörtlich schreibt der Botschafter a.D., der sich auch im politischen System des Westens auskennt:

„Anders als im Westen, wo eine politische Partei für eine Weile das Gleichgewicht der politischen Macht aufrechterhalten kann, hat sich die KPCh den Auftrag erteilt, das chinesische Volk Generation für Generation zu führen. Offensichtlich übertrifft das Wesen der KPCh eindeutig den kognitiven Rahmen, in dem sich traditionell westliches politisches Wissen und Erfahrung über Parteien bewegen“, so der Ex-Botschafter, um dann auf einen Leitartikel in der großen chinesischen Tageszeitung People‘s Daily vom Donnerstag letzter Woche zu verweisen. Daraus zitiert er:

“In den kritischsten Momenten der Neuzeit wandten sich die chinesischen Kommunisten dem Marxismus-Leninismus zu. Indem sie die Theorien an Chinas tatsächliche Bedingungen anpassten, belebten die chinesischen Kommunisten die große Zivilisation, die von der Nation über Tausende von Jahren mit der Macht der Wahrheiten des Marxismus geschaffen wurde.“

“Die chinesische Zivilisation glänzte wieder mit ungeheurer geistiger Kraft. Hundert Jahre später hat der Marxismus China tiefgreifend verändert, während China auch den Marxismus stark bereichert hat. Die KPCh hält die Einheit der Emanzipation des Geistes und der Suche nach der Wahrheit sowie die Einheit der Festigung von Tradition und Innovation aufrecht und hat dem Marxismus ständig neue Horizonte eröffnet.”

Soweit das Zitat aus der „People’s Daily“.
Im Gegensatz zu den Warnungen in den westlichen Hetzschriften verhält sich China gegenüber anderen Ländern nicht normativ. Peking präsentiert die KPCh nicht als Modell für den Rest der Welt. Im Gegenteil, die Experimente und Erfahrungen der KPCh werden auf chinesischem Boden gemacht, und die Partei lässt sich von ihren eigenen Erfahrungen der Modernisierung und von den Ressourcen der chinesischen Zivilisation inspirieren.

Im Unterschied zu der alten und wiedergeborenen Kolonialherren-Mentalität hierzulande, wo es schon wieder heißt: „Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen“, gibt es sowas weder in der chinesischen Kultur noch in der KPCh. China zwingt keinem anderen Land seine Lebensart oder Werte auf, wie das in so manchen unserer „Qualitätsmedien“ behauptet wird.

Der Weg der Kommunistischen Partei des Landes wird durch Chinas zivilisatorisches Erbe von Tausenden von Jahren definiert, das tief im kollektiven Bewusstsein des Volkes wurzelt. Dabei werden der Wert und die besondere Bedeutung eines einheitlichen politischen Systems im Staat hervorgehoben, was zerstörerischen Wettbewerb und regionale Spaltungen verhindert und die nationale Sicherheit der chinesischen Gesellschaft aufrechterhält. Die große Inklusivität der chinesischen Gesellschaft, die die KPCh repräsentiert, kennt in der Welt keine Parallele.

Vor dem Hintergrund dieser über Jahrtausende gewachsenen Zivilisation gehören die Planspiele, die derzeit in Washington, in der NATO und EU ausgeheckten werden, um China gesellschaftlich und politisch zu spalten, in die Kategorie westlicher Wahnvorstellungen. Die politischen Halsabschneider-Methoden, die sich bei Farbenrevolutionen und anderen westlich orchestrierten Umstürzen bewährt haben, um das avisierte Land gewaltsam zu transformiert und in die US-geführte, neo-liberale Weltordnung zu integrieren, funktionieren in China nicht. Diesbezüglich befinden sich die westlichen China-Politiker mehrheitlich in einem Verweigerungsmodus, in dem sie die Tatsache, dass China anders funktioniert, einfach nicht wahrhaben wollen.

Aber zurück zum Artikel von Botschafter Bhadrakumar, der vor dem Hintergrund der zunehmend konfrontativen Politik der USA und ihrer West-Vasallen fragt, was das alles soll.

„Worum geht es also bei diesem indo-pazifischen Juckreiz des Westens”? Klar gesagt, es ist die Manifestation einer hartnäckigen Rivalität, die zum Teil ihre Wurzeln in dem obsessiven Glauben Washingtons hat, dass die USA eine einzigartig bedeutsame Ausnahmenation ist. Hauptsächlich aber spielt das wachsende Gefühl von (westlichem) Neid und Unbehagen eine Rolle, dass ein anderes Land schnell aufholt und dass das den Untergang für Amerikas globale Hegemonie bedeuten könnte.“

„Trotz des gespielt-unbekümmerten politischen Draufgängertums Washingtons, werden es die USA schwer haben, mit Chinas dynamischer, innovativer und schnell wachsender Wirtschaft mitzuhalten, die gemessen in Kaufkraftparität bereits die Nr. 1 der Welt ist.“

„Professor Stephen Watt von der Harvard Kennedy School twitterte letzten Donnerstag: “Viele US-Außenpolitikexperten sind besorgt über Chinas Aufstieg. Ich auch. Aber wie viele dieser Experten haben darüber nachgedacht, dass China nicht an vielen Orten Kriege führt, während es stetig an Reichtum, Macht und Einfluss gewinnt?”

Im Grunde genommen haben sich die USA selbst in diese missliche Lage manövriert. Die verschwenderischen US-Kriege und militärischen Interventionen haben Billionen Dollar an nationalen Ressourcen vernichtet, die stattdessen zur Wiederherstellung und Erneuerung der maroden wirtschaftlichen Infrastruktur des Landes und zur Beseitigung angehäufter sozialer Widersprüche, sowie zur Überwindung des tief verwurzelten Rassismus hätten eingesetzt werden können, und nicht zuletzt „auch zur Korrektur wirtschaftlicher Ungleichheiten, ganz abgesehen von einem dysfunktionalen politischen System mit hoffnungslos veralteten Wahlgesetzen, die die Ermächtigung der Menschen verhindern. Man denke nur an die in den USA verbreitete Massenarmut und fehlende medizinische Hilfe, von der fast die Hälfte der US-Bevölkerung betroffen ist.

Aus der Rede von Präsident Xi am Donnerstag letzte Woche in Peking geht klar hervor, dass China entschlossen ist, nicht vor US-Mobbing und militärischen Drohungen zu kapitulieren. Wie er es ausdrückte, trägt die chinesische Nation keine aggressiven oder hegemonialen Eigenschaften in ihren Genen, aber sie wird niemals ausländische Versuche zur Unterdrückung oder Unterwerfung China zulassen. Dementsprechend beendet Ex-Botschafter Bhadrakumar seine Überlegungen in der Asia Times mit den Worten:
„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der von den Pionieren des Kommunismus in China entwickelte ‚Gründungsgeist‘ der KPCh eine Kraft sein wird, mit der man in der Weltpolitik rechnen muss.“

Zum Schluss eine Empfehlung des Autors dieser Tagesdosis, nämlich das Buch von Edgar Snows „Roter Stern über China“ nochmals zu lesen. Veröffentlicht im Jahr 1939 ist es das mitreißende, klassische Werk über die Geburt der kommunistischen Bewegung in China des US-Zeitzeugen Snow, der Zhou Enlai und Mao Zedong damals persönlich kannte. Daneben könnte man auch nochmals nach John Reids „Zehn Tage, die die Welt erschütterten,“ greifen, der packende Augenzeugenbericht eines US-Bürgers über die russische Oktober-Revolution.

Quellen:

1 https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/100-jahre-kp-chinas-kommunismus-der-wolfskrieger-17413754.html

2 https://www.tagesspiegel.de/politik/100-jahre-kommunistische-partei-xi-jinping-beschwoert-die-nationale-wiedergeburt-chinas/27383626.html

3 https://www.spiegel.de/ausland/china-feiert-100-jahre-kommunistische-partei-xi-jinping-droht-nicht-nur-taiwan-a-614004e4-01ca-4ed5-b693-523140cc8790

4 https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus210600269/Provokationen-aus-Peking-Europa-muss-bei-China-hart-bleiben.html

5 https://asiatimes.com/2021/07/chinas-communist-party-has-much-to-celebrate/

6 https://www.zeit.de/2021/08/xi-jinping-china-kommunistische-partei-diktatur?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

7 http://en.people.cn/n3/2021/0701/c90000-9867484.html

8 https://www.amazon.de/Roter-Stern-über-China-chinesische/dp/3596243637

9 https://www.amazon.de/Zehn-Tage-die-Welt-erschütterten/dp/3886340929

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Naresh777 / shutterstock

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35 Kommentare zu: “100 Jahre Roter Stern über China | Von Rainer Rupp

  1. Outlaw sagt:

    Kurz gesagt : Lieber einem verantwortlichen ,gerechten und für sein Volk korrekten König dienen ,als 1000 Lügenverbrechern ,die nur ihre Vorteile im Auge haben und mit besonderer Dummheit und Dreistigkeit ,wie Könige im Welt-Spielzimmmer herrschen möchten .Und wie es aussieht reicht es ihnen aber noch nicht ,denn schon plant man neue Skupellosigkeiten : https://dein.tube/watch/z3qeLYViIxV5wKa (Dirk Müller: Sozialpunktesystem in der Bundesrepublik Deutschland )

  2. info@vernissage-laboratorium.de sagt:

    *** dass die USA eine einzigartig bedeutsame Ausnahmenation ist.***
    Ja einzigartig BESTIALISCH und die Bedeutendste Siedlerkoloniale Bande, die permanent Einzigartige Verbrechen , seit ihrer Gründung, über diesen Planeten zieht, die Bedeutsamste Organisation, bei dem begehen, von Millionen fachem MASSENMORD und als monströsester Verbrecher der Weltgeschichte, einzigartig, mit den Abwürfen der Atombomben auf Hiroshima u. Nagasaki, mit dem SIE sich, aus der Gemeinschaft von uns Menschen AUSGESCHLOSSEN hat.

  3. Schramm sagt:

    Info-Empfehlung

    ►Staatskapitalismus und die »Neue Klasse«

    »Seit 2001 fördert die KPCh den Eintritt von Privatunternehmern in die Partei. Bis 2014 soll der Anteil der Parteimitglieder unter den PrivatunternehmerInnen auf über 35 Prozent gestiegen sein.« –

    »Auf dem Gebiet der Politik sind PrivatunternehmerInnen deutlich sichtbar. Im Nationalen Volkskongress von 2013 waren unter den Delegierten 83 US-Dollar-MilliardärInnen vertreten. Im Vergleich dazu gab es damals Milliardäre weder im US-Senat noch im Repräsentantenhaus.« (S. 217)

    Siehe bei Felix Wemheuer: Chinas große Umwälzung. Soziale Konflikte und Aufstieg im Weltsystem. PapyRossa Verlag 2019 · Köln.

    ►Das neue Social-Scoring-System in China

    Weltnetz TV · 23.04.2019

    »Madeleine Genzsch, MBA, Marketing- und China-Expertin, hat 15 Jahre in China gelebt, hat dort deutsche Unternehmen beraten, spricht chinesisch und ist wohl eine der besten China-Kennerinnen in Deutschland. Sie versucht in ihren Vorträgen, über China aufzuklären, Vorurteile abzubauen und für Kooperation zu werben.«

    Höre auf Weltnetz TV: Madeleine Genzsch: Das neue Social-Scoring-System in China – YouTube
    https://www.youtube.com/watch?v=Xd65AIXWKhA

    • Giorgio Plaz sagt:

      Danke, sehr interessant, bin erst bei Minute 12. Konfuzianismus ..und was nachher alles kam, erinnert mich an Herrn Scholl-Latour (Zwischen den Fronten/Die Welt aus den Fugen) Bei mir funktioniert:
      https://weltnetz.tv/video/1886-das-neue-social-scoring-system-china

    • Hofstädter Hans sagt:

      Madeleine Genzsch mag eine kluge Frau sein und es wird vieles stimmen, was sie zu sagen hat.
      Aber was Rainer Rupp in diesem Beitrag von sich gibt ist reiner Schwachsinn zur Potenz.
      Wenn er glaubt, es gibt jetzt auf einmal Politiker die nicht mehr korrupt sind und nur mehr der Wahrheit verpflichtet sind, dann muss er schnellstens in ein Irrenhaus eingeliefert werden und darf auch weiterhin Schwachsinn schreiben, nur muss er immer seinen Wohnsitz dabei angeben.
      Es mag auch alles stimmen was er über die westliche Welt schreibt und hier im besonderen über die USA. Aber zur USA muss man sagen, sie ist auch eine Diktatur und zwar des Großkapitals! Mehr möchte ich dazu nicht sagen.
      Der gesamte westliche Mainstream ist ein Lakaie von den USA. Die USA hat ihre Methoden um Menschen mundtot zu machen. Gutes Beispiel Ken Jebsen!
      Aber kein Mensch kann im Ernst glauben, dass die Mächtigen von China fromme Lämmer sind.
      Natürlich sind die Chinesen noch keine Militärmacht, aber Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut.
      Die Chinesen sind wesentlich fieser, sie kaufen alles auf und wenn sie alles haben, können wir uns über die Häuser hauen. Dann werden wir ihre Sklaven sein.
      Alles nur weil unsere Bevölkerung dermaßen dekadent und verblödet ist.
      Mehr möchte ich dazu nicht sagen, es wäre nur vergeudet Zeit.

    • Giorgio Plaz sagt:

      Man kann Leute, die nicht informiert sind, als dekadent und verblödet bezeichnen, bloss hilft das nicht.

      Es gibt auch Leute, die eh alles als verloren bezeichnen und sich somit an Deals beteiligen können, die das Ganze noch beschleunigen, solange wenigstens kurzfristig Profit abfällt.

      Die Dummheit und Dekadenz liegt vor allem am "Grosskapital", denn was soll China mit den vielen USD (die als US Treasury Bonds in den USA anfallen) anderes machen, als gesunde, zukunftsträchtige Unternehmen im Westen aufzukaufen?

    • Giorgio Plaz sagt:

      >> Natürlich sind die Chinesen noch keine Militärmacht..

      Wie kommen Sie darauf?

    • Hofstädter Hans sagt:

      "Man kann Leute, die nicht informiert sind, als dekadent und verblödet bezeichnen, bloss hilft das nicht."
      Was glaubst du weshalb ich das geschrieben habe?
      Da ich schon lange weiß, dass gegen Dekadenz und Verblödung nichts hilft. Genau das ist der Grund warum ich das geschrieben habe und es noch 1000 x schreiben werde.
      Das liegt nicht am Großkapital, die sind eben sehr intelligent aber eben habgierig.
      Wenn man das mit dem verblödeten Volk diskutiert, dann wollen die es nicht wahrhaben. So schaut die ganze Geschichte aus. Was glaubst du wie sehr ich über alles schon diskutiert habe und keiner kapiert es.
      Die Coronakrise zeigt es doch ganz deutlich auf. 80% der Akademiker sind dermaßen Volltrotteln, dass einem die Worte dazu fehlen. Die haben nämlich nur gelernt, den Text auswendig zu lernen, der dann bei der Prüfung gefragt wird. Ist das Intelligenz?

      Dein Satz hat dich auch ein wenig entlarvt "…..solange wenigstens kurzfristig Profit abfällt." Bist auch einer der nur an Profit denkt. Wird daher schwer zum diskutieren sein.
      Was ist einer der immer die gleiche Partei wählt, obwohl er weiß sie ist korrupt bis auf die Knochen.
      Wenn man den Menschen sagt, dass ganze System ist korrupt, wir brauchen ein anderes System, dann wird man nur belächelt.
      Sogar wenn man ein System hat, welches zu 99% funktionieren würde.
      Bitte einmal im Internet nachschauen! Unter: www.gilt.at
      könnte man einiges darüber erfahren. Wenn man sich dann dieser Bewegung anschließt, dann würde sich auch was bewegen.
      Zu Militär möchte ich nichts sagen, da dieses völlig sinnlos ist. Ein Pazifist diskutiert darüber nicht.

    • Giorgio Plaz sagt:

      www.gilt.at finde ich sehr gut.

      Ich war mal (in der Schweiz) in einer Partei, die es so gemacht hat: Vor jeder Abstimmung konnten sich 2 Leute als "Delegierte" melden. Die eine Person hat PRO argumentiert, die andere CONTRA.
      Danach ist diskutiert worden und im Plenum abgestimmt worden. Aber egal, wie es rauskam (zB. 70% pro und 30% contra) – man konnte als Einzelperson danach abstimmen, wie man wollte.
      Die Partei gibts aber heute nicht mehr, sie hat mit anderen fusioniert und das obige Vorgehen gibts auch nicht mehr.

    • Hofstädter Hans sagt:

      Ja die Schweiz hat einiges vorgemacht. Man sollte aber nicht vergessen, die Möglichkeiten für ein solches System bestehen erst seit einigen Jahren. Die Gefahren für eine Auflösung eines solchen Systems sind sehr vielschichtig. Die größte Gefahr kommt jedoch vom Großkapital. Denn wenn sich dieses System durchsetzen würde, würde das Großkapital große Problem bekommen. Eine Korruption wäre fast unmöglich. Ausschließen kann man jedoch gar nichts. Am meisten werden sich jedoch die Menschen im Wege stehen. Es ist die Gier der Menschen die nur sehr schwer gezähmt werden kann.
      Dafür gibt es noch viele Stolpersteine, die den Weg sehr schwer machen werden.

  4. Carsten Leimert sagt:

    Medien und Politiker und viele Unternehmer und Unternehmen haben dafür gesorgt, dass der Begriff „Sozialismus“ und „Kommunismus“ leider bei vielen Bürgern stark in Verruf geraten sind. Dabei wäre mehr Staatswirtschaft (aka Sozialismus) für den kleinen Mann von Vorteil (solange man nicht gleichzeitig wie in der DDR viele Grundrechte und Menschenrechte verletzt). Insbesondere wäre es für Bürger und Staat vorteilhaft, wenn der Staat wichtige Einkommensquellen (aka Gelddruckmaschinen) behalten hätte und nicht an die freie Wirtschaft abgegeben hätte. Am meisten würde der Staat übrigens mit dem Bau und dem Verkauf und der Vermietung von Wohnungen verdienen. Und er könnte auch mit einem alternativen freiwilligen preiswerten staatlichen Gesundheitssystem vielleicht 100 Milliarden pro Jahr verdienen, wenn er Ärzte als Arbeitnehmer mit einem Höchstgehalt von maximal 4000 Euro pro Monat einstellen würde und auch sonst auf wirtschaftliches Handeln achten würde. Übrigens hat sich der US-Präsident nun als (angeblicher) stolzer (überzeugter) Kapitalist geoutet. Es fragt sich allerdings, warum er dann die längste Zeit als Beschäftigter des Staates (als Universitätsprofessor oder als US-Präsident) gearbeitet hat. Und es fragt sich, warum er anderen nicht gönnen will, als Beschäftigter des Staates arbeiten zu können (indem er für mehr Staatswirtschaft sorgt und mehr Staatsdiener einstellt), sondern vielmehr leider möchte, dass andere gefälligst in der freien kapitalistischen Wirtschaft (zu oft niedrigen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen) arbeiten sollen.

  5. How-Lennon sagt:

    Ganz offensichtlich haben wir es in China mit einem Staats- oder Plan-Kapitalismus zu tun.
    China ist immer noch die Werkbank der Welt, wenn die westliche Welt wirtschaftlich schwächelt, schwächelt auch China – wenn auch etwas zeitversetzt. So kann man beobachten, dass das Wachstum in China die Rekordwerte der 80er und 90er längst nicht mehr erreicht.
    Es brauchte, genau wie die restliche kapitalistische Welt, eine "Pandemie" um völlig unkompliziert und mit geradezu infantiler Gläubigkeit und Willigkeit des Dumpf-Pöbels neue Rekord-Schulden (Luftgeld) für die Oberschicht auf Kosten eben jenes Pöbels rauszuhauen, der die explosionsartigen Schulden natürlich niemals zurückzahlen kann. Dieses junkieartige nach-mir-die-Sintflut-Verhalten wird selbstverständlich rein gar nichts "ankurbeln", sondern den Niedergang ins Kafkaeske verzerren und den endgültigen System-Crash maximieren.

    Nach dem baldigen und völligen Versiegen des Wachstums/der Ressourcen (insbesondere des Öls) wird man sehen wie sozial und human der chinesische "Kommunismus" wirklich ist.

    • Giorgio Plaz sagt:

      Hi How-Lennon

      Da wäre ich mir nicht so sicher. Es ist möglich, dass die USA sich isolieren (Verlust des USD als globale Reservewährung, fertig mit "Sanktionen") und dann einfach implodieren, mit oder ohne uns.

      China macht Industriekapitalismus.
      Die USA und ihre Vasallenstaaten Europas machen Finanzkapitalismus.

      Um den Unterschied zu verstehen, empfehle ich ein Gespräch von Michael Hudson (USA) und Pepe Escobar (BRA) darüber. In den ersten 15 Minuten müsste das eigentlich klar werden:

      https://www.hgsss.org/in-quest-of-a-multipolar-world-order-promises-and-perils/

      Organisiert wurde das durch:
      Henry George School of Social Science
      149 East 38th St., New York, NY 10016

    • Giorgio Plaz sagt:

      Falsches Video erwischt, ich meinte dieses hier:
      https://www.youtube.com/watch?v=IquO_TcMZIQ

  6. Schramm sagt:

    Aufklärung über das internationale Kapital in China
    versus klein-bürgerliche tiefenpsychologische Verwirrung.

    Handelsministerium der Volksrepublik China

    Ausländische Direktinvestition in China [nur] im Jahr 2018

    »Statistiken zufolge wurden 60 533 Unternehmen mit ausländischen Investitionen im Jahr 2018 neu genehmigt zu gründen, was einem Zuwachs von 69,8 Prozent entsprach. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals ist um 3 Prozent auf 134,97 Mrd. USD gestiegen. Umgerechnet in RMB betrug das Volumen 885,61 Mrd. Yuan RMB mit einem Anstieg von 0,9 Prozent.

    Im Dezember wurden 5 830 neue Unternehmen mit Auslandskapital gegründet, was einer Zunahme von 20,5 Prozent entsprach. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 13,71 Mrd. USD mit einem Anstieg von 23,2 Prozent. Umgerechnet in RMB betrug das Volumen des real genutzten Auslandskapitals 92,34 Mrd. Yuan RMB mit einem Zuwachs von 24,9 Prozent.

    Im Dezember haben ASEAN 185 neue Unternehmen in China gegründet und diese Anzahl ist um 65,2 Prozent zugewachsen. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 500 Mio. USD mit einem Rückgang von 7 Prozent. Die 28 EU-Länder haben in China 291 neue Unternehmen gegründet und diese Anzahl ist um 75,3 Prozent gestiegen. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 1,21 Mrd. USD mit einem Zuwachs von 135,4 Prozent. Die Länder entlang der Seidenstraße haben in China 534 neue Unternehmen gegründet und diese Zahl ist um 62,8 Prozent zugewachsen. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 520 Mio. USD mit einem Rückgang von 6,2 Prozent. 1 890 neue Unternehmen mit Auslandskapital wurden im Yangtse-Wirtschaftsgürtel gegründet. Diese Zahl ist um 56,7 Prozent gestiegen. Das Volumen der real genutzten ausländischen Investitionen betrug 6,75 Mrd. USD mit einem Rückgang von 4,6 Prozent.

    Im Jahr 2018 haben ASEAN-Staaten 1 735 neue Unternehmen in China gegründet und diese Anzahl ist um 34,8 Prozent gestiegen. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 6,07 Mrd. USD mit einem Anstieg von 16,5 Prozent. Die 28 EU-Staaten haben in China 2 499 neue Unternehmen gegründet, was einem Anstieg von 33,4 Prozent entsprach. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 11,86 Mrd. USD mit einem Zuwachs von 35 Prozent. Die Länder entlang der Seidenstraße haben in China 4 479 neue Unternehmen gegründet und diese Anzahl ist um 16,1 Prozent gestiegen. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 6,45 Mrd. USD mit einer Zunahme von 16 Prozent. 15 271 neue Unternehmen mit Auslandskapital wurden im Yangtse-Wirtschaftsgürtel gegründet, was einem Anstieg von 21,8 Prozent entsprach. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 65,18 Mrd. USD mit einem Zuwachs von 9,5 Prozent.

    Das Volumen der Investitionen aus den ersten 10 Ländern und Regionen, die am meisten in China investierten(nach dem Volumen des real genutzten Kapitals), betrug 128,46 Mrd. USD, was einen Anteil von 95,2 Prozent in dem gesamten Volumen der ausländischen Investitionen ausmachte. Das Volumen ist um 3,1 Prozent gestiegen. Die ersten 10 Länder und Regionen, die am meisten in China investierten(nach dem Volumen des real genutzten Kapitals), waren: Hongkong(96,01 Mrd. USD), Singapur(5,34 Mrd. USD), die Provinz Taiwan (5,03 Mrd. USD), Südkorea (4,67 Mrd. USD), Großbritannien (3,89 Mrd. USD), Japan (3,81 Mrd. USD), Deutschland (3,68 Mrd. USD), die USA (3,45 Mrd. USD), die Niederlande (1,29 Mrd. USD) und Macau (1,29 Mrd. USD).

    639 Unternehmen mit Auslandskapital wurden in Bereichen Landwirtschaft, Forstwesen, Viehzucht und Fischerei gegründet, was einem Zuwachs von10,4 Prozent entsprach. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 0,71 Mrd. USD mit einem Rückgang von 10 Prozent. 6 152 Unternehmen mit Auslandskapital wurden in der Herstellungsindustrie gegründet, was einem Zuwachs von 23,4 Prozent entsprach. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 41,17 Mrd. USD mit einer Zunahme von 22,9 Prozent. 53 696 Unternehmen mit Auslandskapital wurden im Dienstleistungssektor neu gegründet, was einem Anstieg von 78,6 Prozent entsprach. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 91,85 Mrd. USD mit einem Rückgang von 3,8 Prozent.«

    Vgl. Handelsministerium der VR China – die deutsche Version vom MOFCOM
    Ausländische Direktinvestitionen im Jahr 2018 – (mofcom.gov.cn)

    09.07.2021, R.S. (Bereitstellung)

    • Giorgio Plaz sagt:

      Besten Dank für die Übersicht.

      Mich interessierte, wieviele Unternehmen im selben Zeitraum in Europa neu gegründet worden sind, egal woher das Kapital dazu gekommen ist.

      Minus die Anzahl Firmen, die von ausserhalb (von Firmen der USA und China) her gekauft worden sind.

      Daumen mal Pi von den Einwohnerzahlen her ist die Wirtschaft von Europa etwa so gross, wie die der USA und die von China ist etwa dreimal so gross.
      -> Vergleichsbasis.

  7. Schramm sagt:

    Aspekte zum Antikommunismus und Bourgeoissozialismus internationaler Prägung.

    ►Bill Gates erhält die höchste technische Auszeichnung Chinas

    »Der US-Milliardär Bill Gates wurde in die Chinesische Akademie der Ingenieurwissenschaften gewählt, Chinas höchste Auszeichnung im Ingenieurwesen.

    Der Microsoft-Mitbegründer, 62, ist eines von 18 neuen ausländischen Mitgliedern, gab die Akademie am Montag bekannt. Er ist der einzige, der nicht an einer Universität oder an einem Forschungsinstitut arbeitet.

    Gates wurde für seine Arbeit bei TerraPower nominiert – ein Unternehmen für die Konstruktion von Atomreaktoren, dessen Aufbau er im Jahre 2008 unterstützte.

    Ende des Jahres 2015 unterzeichnete das Unternehmen einen Vertrag mit der Chinesischen Nationalen Nukleargesellschaft zum Bau einer Reaktoreinheit in der Provinz Fujian. Das Projekt soll nächstes Jahr beginnen und im Jahr 2025 abgeschlossen sein.«

    Vgl. Quelle: China Internet Information Center (CIIC, Beijing) am 28.11.2017.
    – – –

    ►Bill Gates hofft auf Jack Ma im Kampf gegen Armut

    »Der Microsoft-Gründer und Philanthrop Bill Gates sieht in Jack Mas Rücktritt von Alibaba im nächsten Jahr eine große Chance für die weltweite Philanthropie. Mas digitales und technologisches Wissen könnten besonders in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Finanzen wichtig für die Unterstützung armer afrikanischer Länder werden.

    Der Microsoft-Mitbegründer Bill Gates schlug vor, dass der chinesische Milliardär Jack Ma, der nächstes Jahr als Vorsitzender des E-Commerce-Giganten Alibaba zurücktreten wird, sein digitales Wissen nutzen könnte, um Finanzdienstleistungen in armen Regionen zu verbessern.

    Der Gründer der Bill & Melinda Gates Foundation äußerte sich letzte Woche während eines Online-Interviews mit chinesischen Medien vor der Veröffentlichung des zweiten jährlichen „The Goalkeepers Report“ am Dienstag.

    „Ich bin sicher, dass seine Erfahrung in der digitalen Welt, genau wie ich es mit meiner Erfahrung getan habe, nützlich dabei sein wird, digitale Ansätze in Bereichen wie Gesundheit, Bildung und Hilfe bei den Ersparnissen zu finden ", sagte Gates.

    Ma gab kürzlich seinen Plan bekannt, am 10. September 2019 in Rente zu gehen und die Führung des 400 Milliarden US-Dollar schweren E-Commerce-Riesens an Daniel Zhang, den derzeitigen Vorstandsvorsitzenden, zu übergeben. {…}

    Vgl. Quelle: Beijing, CIIC am 19.09.2018.
    – – –

    ►Armutsbekämpfung. Bill Gates lobt Chinas globalen Beitrag

    »Er traf chinesische Wissenschaftler, die neue Medikamente entwickeln, um Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, die die Armen betreffen, zu bekämpfen. Zudem sprach er mit chinesischen Partnern, die die Lehren aus Chinas eigener Entwicklung verbreiten, damit die afrikanischen Länder ihre Ziele wie die Stärkung ihrer Gesundheitssysteme, die Bekämpfung tödlicher Krankheiten wie Malaria sowie die Verbesserung der landwirtschaftlichen Umgestaltung, erreichen können.

    „Ich glaube an Chinas Fähigkeit, Hunderte Millionen junger Menschen in den ärmsten Ländern der Welt dabei zu unterstützen, ihr Potenzial auszuschöpfen. Wenn wir das neue Jahr einleiten, verpflichtet sich unsere Stiftung wie immer dazu, China dabei zu unterstützen, eine bessere Zukunft für alle aufzubauen", sagte er.«

    Ein Auszug, vgl. Quelle: Beijing, CIIC am 14.02.2019.
    – – –

    ►Xi Jinping schreibt Antwort auf Brief von Bill Gates

    »Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat Bill Gates am Donnerstag in einem Antwortschreiben auf dessen Brief für seine Unterstützung und die Hilfe der Bill-Gates-Stiftung im Kampf gegen die Epidemie durch das Coronavirus COVID-19 gedankt. Xi rief außerdem die internationale Gemeinschaft auf, die Koordination zu verstärken, um gemeinsam gegen die Epidemie anzugehen.

    China habe allgemeine Forderungen nach einer Stärkung des Vertrauens, gegenseitiger Hilfe, wissenschaftlicher Prävention und Kontrolle sowie einer präzisen Umsetzung der Maßnahmen gegen das Virus gestellt, schrieb Xi Jinping. Durch die gebündelte Kraft des ganzen Landes sei eine Reihe von beispiellosen Maßnahmen ergriffen worden, die hervorragende Ergebnisse erzielt hätten. Die chinesische Regierung sei entschlossen, die Sicherheit und Gesundheit des chinesischen Volkes sowie die Sicherheit und Gesundheit der Menschen in allen Ländern der Welt zu schützen und sei bestrebt, einen Beitrag zur globalen öffentlichen Gesundheit und Sicherheit zu leisten.

    Die Menschheit sei eine Gemeinschaft mit geteilter Zukunft, so der chinesische Staatspräsident weiter. Einigkeit und Zusammenarbeit seien die stärksten Waffen im Kampf gegen die Epidemie, die die Sicherheit aller Völker beeinträchtige. Er erwarte, dass die internationale Gemeinschaft die Koordination und Zusammenarbeit verstärke, um die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschheit zu schützen.

    Die Bill-Gates-Stiftung hatte am 27. Januar erklärt, fünf Millionen US-Dollar Notfallspenden für den Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie in China bereitzustellen. Später versprach die Stiftung, bis zu 100 Millionen US-Dollar einzusetzen. Ein Teil davon soll demnach genutzt werden, um der Volksrepublik dabei zu helfen, ihre Arbeit in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten, Impfstoffen und Diagnostika zu beschleunigen.«

    Vgl. Beijinger Quelle: China Internet Information Center (CIIC)
    Xi Jinping schreibt Antwort auf Brief von Bill Gates_China.org.cn
    german.china.org.cn/txt/2020-02/23/content_75735678.htm

    RS: Nur eine unvollständige Zusammenfassung.

    09.07.2021, R.S.

  8. Schramm sagt:

    Chinas Sozialismus der Milliardäre

    Der Vorstandsvorsitzende der New Hope Group, Liu Yonghao, meinte, private Firmen hätten nicht nur Reichtum, Steuereinnahmen und neue kommerzielle Modelle für die Gesellschaft geschaffen, sondern auch stark zur gesellschaftlichen Entwicklung beigetragen:

    „Seit der Reform und Öffnung vor 40 Jahren sind zahlreiche private Betriebe erstarkt. Im laufenden Jahr sind landesweit mehr als zehn Millionen private Firmen tätig. Sie haben ihre Beiträge für das Land, die Gesellschaft, die Bevölkerung und auch für sich selbst geleistet. Zurzeit arbeiten in China 70 bis 80 Prozent, in manchen Gebieten sogar 90 Prozent, der Angestellten in privaten Unternehmen. So haben private Betriebe für das Land einen enormen Beitrag geleistet."
    (MOFCOM: Entwicklung der privaten Betriebe.)

    China verzeichnete 259 neue Milliardäre und wurde damit das erste Land der Welt, das die Marke von 1.000 „bekannten" Dollar-Milliardären überschritten hat (1.058) – mehr als die nächsten drei Länder USA, Indien und Deutschland zusammen. (CIIC, 3.3.21)

    Beijing war im vergangenen Jahr die globale Milliardärshauptstadt mit 145 dort lebenden Milliardären. Shanghai überholte New York und liegt mit 113 Milliardären auf dem zweiten Platz. Sechs der Top-10-Städte mit den meisten Milliardären lagen 2020 in China. (CIIC, 3.3.21)

    ►Karl Marx und Friedrich Engels:

    »Seinen entsprechenden Ausdruck erreicht der Bourgeoissozialismus erst da, wo er zur bloßen rednerischen Figur wird.

    Freier Handel! im Interesse der arbeitenden Klasse; Schutzzölle! im Interesse der arbeitenden Klasse; Zellengefängnisse! im Interesse der arbeitenden Klasse; das ist das letzte, das einzige ernstgemeinte Wort des Bourgeoissozialismus.

    Der Sozialismus der Bourgeoisie besteht eben in der Behauptung, dass die Bourgeois Bourgeois sind – im Interesse der arbeitenden Klasse.« [Manifest]

    • Schramm sagt:

      Zur Information und Lese-Empfehlung

      ▪ Felix Wemheuer: Chinas große Umwälzung. Soziale Konflikte und Aufstieg im Weltsystem. PapyRossa Verlag 2019 · Köln

      ▪ Leseauszüge aus chinesischen Quellen
      Die Deng-Xiaoping-Theorie
      zusammengestellt von Reinhold Schramm
      www.trend.infopartisan.net/trd0317/t330317.html

      ▪ Bourgeoissozialismus im 21. Jahrhundert
      Chinas Massenbewusstsein wird auf Luxus getrimmt.
      Www.trend.infopartisan.net/trd1120/t321120.html

      ▪ Fakten zur KPCh, unter Kommentare, zu:
      »Der unbelehrbare Revisionist Egon Krenz findet China toll.«
      https://rotermorgen.eu/der-unbelehrbare-revisionist-egon-krenz-findet-china-toll/

      ▪ Fakten zum Kapitalismus und Imperialismus, unter Kommentare, zu:
      »Ökonomische Analyse Chinas – Erkenntnis über die Konterrevolutionäre Rolle der KP-Chinas nun „schwarz auf weis“!«
      https://rotermorgen.eu/oekonomische-analyse-chinas-erkenntnis-ueber-die-konterrevolutionaere-rolle-der-kp-chinas-nun-schwarz-auf-weis/

    • Box sagt:

      Die neoliberale Ausformung des Kapitalismus ist in Teilen nichts weiter als die historischen Ausführungen zum Bourgeois-Sozialismus in Ausführung. Am Ende ist es, damals wie heute, gelogen, nichts weiter als die Rechtfertigung von Herrschaft:

      Hinter den nackten Zahlen steht die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten. Die Opfer einer systemischen, daher umso brutaleren, weil (vermeintlich) täterlosen Ausbeutung sind neben der Reservearmee nicht benötigter Arbeitsloser die zu schlecht verdienenden Familien, Lebensgemeinschaften, Singles oder Alleinerziehenden, die kaum noch oder ohne staatliche Hilfen schon lange nicht mehr über die Runden kommen. Sie sind die traurigen Protagonisten der von Oliver Nachtwey eindrucksvoll beschrieben Abstiegsgesellschaft.

      Das Rezept zur Umverteilung war übrigens recht simpel, aber effektiv: Man schaffe einen breiten Niedriglohnsektor, lasse die Menschen sich in atypischen und prekären Jobs abstrampeln, fahre den Sozialstaat zurück und erkläre, jeder sei seines eigenen Glückes Schmied. Gleichzeitig senke man die Lohnquote und die Unternehmensbesteuerung. Das ist strukturelle Gewalt, die der großen Mehrheit der Menschen angetan wird, damit eine kleine Elite in Saus und Braus leben kann. Zur Peitsche kam noch das Zuckerbrot: (!)Der Wohlstand müsse bei den Reichen wachsen, hieß es, denn nur so werde er in die unteren Bevölkerungsschichten durchsickern. Das ist die Trickle-down-Theorie, oder besser -Ideologie. Nichts davon ist wahr.

      Was muss, was kann sich ändern?

      Wer jetzt noch glaubt, der Klassenkampf habe sich historisch längst erledigt, sitzt dem Irrtum auf, einmal Erreichtes sei auf Ewig gesichert. Das Gegenteil ist derzeit der Fall, denn der Raubtierkapitalismus ist zurück. Zu den Opfern, die er seit Jahrzehnten schon weltweit in den Peripherien hinterlassen hat, gesellt sich nach einer vergleichsweise kurzen Phase eines sozialstaatlich halbwegs gezähmten Profitmodells namens soziale Marktwirtschaft mittlerweile wieder eine steigende Zahl an Opfern in den Zentren. Das untere Segment der abhängig Beschäftigten ist nur der erste Verlierer einer dem Drehbuch neoliberaler Ideologen folgenden Deregulierung. Wenn es so weitergeht, wird die Mittelschicht als nächstes aufgerieben. Diese seit Jahrzehnten betriebene neoliberale Politik der Umverteilung fährt die Gesellschaft an die Wand, sie zerreißt soziale Sicherungsgefüge und lässt jeden, der nicht über die nötigen Ressourcen verfügt, auf sich allein gestellt zurück.

      So kann es nicht weitergehen, diese Einsicht ist mittlerweile weit verbreitet. Sie ist konsensfähig, denn immer noch steht der Wert eines solidarischen Gemeinwesens bei den meisten Menschen hoch im Kurs. Doch was kann, was muss sich tun, damit die Dominanz eines von Verfechtern des ökonomischen Liberalismus entfesselten Kapitalismus gebrochen werden kann?

      Innerhalb des politischen Systems wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern.

      Aus:
      Die Verteilung des Wohlstands – Ein Skandal und ein Kristallisationspunkt
      30. Januar 2017 um 8:55 Ein Artikel von: Jens Berger
      https://www.nachdenkseiten.de/?p=36799

  9. Flavio Campanile sagt:

    Dass auch bei KenFM Werbung für das Land des sozialen Punktesystems gemacht wird, hatte ich nicht gedacht. Von Rupp habe ich bereits einige verstörende Beiträge gelesen, daher ist das nicht eine sehr grosse Überraschung. Aber alles hat seine Grenzen. Fair wäre gewesen, das Thema anzusprechen.

    • Daniel H. sagt:

      Ich bin ganz Ihrer Meinung.
      Kein Ton zum Thema Massenüberwachung, etc.

      Und in dieser Tagesdosis wird das Thema hingegen dem Westen angekreidet.
      Psychologie als Herrschaftsmethode | Vom Projekt “Neue Debatte”

      Ein bisschen mehr Stringenz über die verschiedenen Beiträge hinweg wäre wohl angebracht.

    • passant sagt:

      …Nur geht es diesmal um den Hundertsten Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh).

      Verdeckte und offene Überwachung durch offizielle und weniger offizielle Behörden im Ländervergleich wäre zweifellos höchst interessant und sollte unbedingt als extra Frage thematisiert werden.

  10. Hartensteiner sagt:

    Man könnte kritisieren, dass man sich Kommunismus etwas anders vorstellt, als der sich in China darstellt. Dazu zwei Aspekte:
    1. Nur der chinesische Kommunismus kann es vermeiden, das Schicksal der UdSSR zu erleiden.
    2. China ist China. Das überlässt man am besten den Chinesen und erzählt ihnen nicht, was man aus einem europäischen Sessel alles so ausdenken kann.

    • Box sagt:

      China bzw. die KPCh ist in etwa so kommunistisch wie die SPD sozialdemokratisch ist. Und gerade da die Oligarchien sich global so einig sind wie noch nie, kann die Antwort, gerade wenn man kommunistisches Gedankengut berücksichtigt, nur ebenso international von unten kommen.

      Sie wissen doch:

      Es rettet uns kein höh'res Wesen,
      kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
      Uns aus dem Elend zu erlösen
      können wir nur selber tun!

      Und schließlich sind wir doch eine Menschheitsfamilie. Oder nicht?

    • Hartensteiner sagt:

      Natürlich. Aber bitte beachte, was ich weiter unten geschrieben habe. Dazu vielleicht noch:
      Warum scheitern sozialistische Systeme immer – wenn überhaupt der Versuch unternommen wird, eines aufzubauen?
      Gibst Du die Macht – wie es sein sollte – an die Menschen an der Basis, so werden die erst lernen müssen, sich selbst zu regieren. Und da sie das nirgends gelernt haben, werden sie Fehler machen und es könnte zwei oder drei Generationen dauern, bist es "heraus haben". Das aber sind Zeiten der Schwäche, Zeiten, die es einem Angreifer leicht machen.
      Und da kommt nun das westliche Imperium ins Spiel und vernichtet den Versuch, ehe dieser überhaupt Form angenommen haben kann. Ein schönes Beispiel ist die Vernichtung der spanischen Republik im sog. spanischen Bürgerkrieg, der, genauer betrachtet, ein Krieg der kapitalistischen / faschistischen Mächte gegen das spanische Volk war.
      Oder, etwas weiter zurück, was geschah mit der Kommune in Paris 1871? Und etwas aktueller… wohin ist die UdSSR verschwunden? (Wäre die UdSSR den oben angezeichneten Weg gegangen, wäre sie noch schneller verschwunden).
      Und nun? Die Lösung? Wo ist die? Gewiss nicht bei den westlichen Völkern, die Produkte der erfolgreichen, täglichen Gehirnwäsche sind. Und was las ich da gerade über die Nichtzulassung der KPD zu den Wahlen – aber das ist nur ein winziges Detail.
      Wie ich schon sagte… man könnte zu Pessimismus neigen.

    • Box sagt:

      Letztendlich läßt es sich auch so argumentieren, daß die UdSSR an ihrem demokratischen Defizit, an ihrem Zentralismus gescheitert ist.
      Der letzte Generalsekretär der KPDSu war zumindest außerordentlich naiv und eine Menge der Apparatschiks, die letztendlich die Zerschlagung der Su, wohlgemerkt entgegen des Wunsches der Mehrheit der Bevölkerung, zu verantworten hatten, waren außerordentlich korrupt.
      Ich kann für mich nicht behaupten ein Patentrezept zum Erfolg für eine Befreiungsbewegung zu besitzen. Das kann wohl niemand, aber eine Diktatur ist das Gegenteil und scheitert mit ihrem Diktator.

    • Schramm sagt:

      Herr Hartensteiner, die KPD wurde in Westdeutschland 1956 verboten und mit dem Ende des Realsozialismus 1989/1990 und mithilfe des BfV-Staatsschutzes erfolgreich als antifaschistische und antiimperialistische Kommunistischen Partei und Organisation der sozialrevolutionären Arbeiterbewegung in Deutschland liquidiert.

      Die DKP, die Sie offensichtlich meinen, befindet sich auf dem ideologischen Weg des Bourgeoissozialismus internationaler Prägung, des ideologisch-demagogischen „Sozialismus chinesischer Prägung“ der materiell und sozial gut geschmierten Partei- und Staatsbeamten der chinesischen Bourgeoisie, der Millionär:innen, Multimillionär:innen und Milliardär:innen Chinas.

      [PS: Unter den 96. Millionen Parteimitgliedern liegt laut Beijinger Organisationsabteilung des ZK der Anteil der Arbeiter unter 7 Prozent – an der gesamten Mitgliedschaft.]

      Die heutige kleinbürgerliche DKP hat sich in Folge von den sozialen und gesellschaftspolitischen Interessen der deutschen Arbeiterklasse und aller anderen Werktätigen abgewendet.

      MfG

  11. Hartensteiner sagt:

    Ein Bild zur BRD: Eine Maus "verbellt" einen Drachen.
    In einem Interview mit John Pilger sagte ein Chinese (Frei zitiert": "China hat die große Mauer gebaut, nicht um die Völker der Welt zu erobern, sondern um die Barbaren draußen zu halten".
    Genauer in John Pilgers immer noch relevanten Film von 2014: "The Coming War with China":
    https://www.youtube.com/watch?v=iuJAfdlnVQk
    und aktualisiert in einem Interview:
    https://www.youtube.com/watch?v=mXNO_g4hlKw

    • Hartensteiner sagt:

      … und da schwimmt nun das deutsche Kriegsschiff vor China herum in der Hoffnung, dass wir uns Kiautschou (gehörte zu den deutschen Kolonien) zurück erobern können? Da versucht die Maus an der Höhle des Drachen herum zu kratzen. Allerdings sitzen dort auch noch zahllose riesige Ratten, die die chinesische Mauer zu unterwühlen versuchen. Zumindest bis China den Kammerjäger bemüht…

  12. Box sagt:

    Märchen bleiben Märchen, wenn auch erzählt von jemand Anderem und unter anderen Vorzeichen. Es müssen Bedingungen erfüllt sein, damit Bezeichnungen faktisch zutreffend sind. Dass hier recht dreist gelogen wird, ist alltägliches Handwerkszeug und keineswegs auf die etablierten Massenmedien beschränkt. Deshalb anbei ein paar weiterführende Hinweise und Leseempfehlungen. Zunächst hier, da eng verwoben mit der aktuellen Ausformung der globalen Diktatur:

    Der ZDF-Korrespondent Ulf Röller berichtete dazu im April 2020 bei Markus Lanz Erhellendes aus China. Auf die Frage von Lanz, was die »Rückkehr zur Normalität« dort bedeute, schildert er:

    »Was mir am meisten Angst gemacht hat, und das ist vielleicht auch ein Thema, was die deutschen Zuschauer sehr interessiert, ist, mit welcher Lichtgeschwindigkeit der Überwachungsstaat sichtbar geworden ist. Für jede Bewegung, die man machen will, muss man eine App herunterladen (…) Man nutzt die Gesundheitsangst der Leute, um diese massive Überwachung stattfinden zu lassen. (…) Die meisten Chinesen, mit denen wir gesprochen haben, finden das super. Die Angst, die sie vor einer neuen Infektionswelle haben, ist so groß, die wird auch staatlich gelenkt, dass sie da keine Einschränkung ihrer Freiheit sehen, sondern etwas Positives, das sie schützt.«
    (Paul Schreyer, Chronik einer angekündigten Krise, Wie ein Virus die Welt verändern konnte)

    Und:

    Event 201: Corona-Krise als Planspiel (2019)

    Das Konzept von »Clade X« hatte sich derweil in den Kreisen der Reichen und Einflussreichen herumgesprochen. Als das Team vom Johns Hopkins Center for Health Security im Anschluss eine noch größere, noch komplexere Nachfolgeübung konzipierte, kam die Oberliga der Sponsoren mit an Bord: die Bill und Melinda Gates Foundation und das World Economic Forum (WEF).

    Das WEF, bekannt für seine alljährlichen Konferenzen im Schweizer Nobelort Davos, ist nach eigenen Worten ein Zusammenschluss der 1000 größten Konzerne der Welt, »um eine bessere Zukunft zu formen«. Dazu möchte man Konzern- und Staatschefs fortwährend miteinander ins Gespräch bringen, wobei man angeblich »keine ideologischen und kommerziellen Interessen« verfolge.
    Den Kern der Organisation bilden die »strategischen Partner«, etwa 100 Konzerne, die besonders einflussreich sind und die Ausrichtung, Ziele und Programme des WEF gemeinsam steuern. Dazu gehören beispielsweise die Allianz, BlackRock, BP, die Deutsche Bank, Facebook, die Gates Foundation, Goldman Sachs, Google, der Pharmakonzern Johnson&Johnson, Mastercard, Paypal, der Ölkonzern Saudi Aramco, Siemens oder auch der Medienkonzern Thomson Reuters, Besitzer der gleichnamigen Nachrichtenagentur. Man könnte das WEF als eine Art modernes »Politbüro des Kapitalismus« bezeichnen, wo große Linien für das weitere internationale Vorgehen überlegt und dann gemeinsam umgesetzt werden. Der rote Faden sind die Bemühungen zur globalen Verzahnung von Regierungs- und Konzerninteressen, freundlich bezeichnet als »öffentlich-private Zusammenarbeit« (»Public-Private Cooperation«).
    (…)
    Drei weiter Teilnehmer könnte man als »Pandemie-Profis« bezeichnen:

    – Stephen Redd, bei der US-Seuchenschutzbehörde CDC Leiter der Abteilung für Notfallplanung, nach 9/11 an den Anthrax-Untersuchungen beteiligt und 2009 Chef-Krisenmangaer beim Schweinegrippen-Fake, wo er »dazu beitrug, 81 Millionen Menschen in den USA zu impfen«,

    – George Gao, Direktor der chinesischen Seuchenschutzbehörde CCDC, Virologe und Vogelgrippe-Forscher, der Anfang Januar 2020 den amerikanischen CDC-Chef Robert Redfield über die Gefährlichkeit des Coronavirus informierte und, ebenfalls im Januar, zwei der ersten maßgeblichen wissenschaftlichen Artikel zum Coronavirus in westlichen Fachzeitschriften mitverfasste,

    – Michael Ryan (nicht persönlich anwesend, aber mit einer Videobotschaft zugeschaltet), seit 2019 WHO-Direktor für Gesundheitsnotfälle (Director Health Emergencies Programme) und 2020 Chefkrisenmanager der WHO für Covid-19.

    Bei Event 201 versammelten sich also Menschen mit hoher fachlicher Kompetenz, von denen einige in der Corona-Krise wenige Monate später eine wichtige Rolle spielen sollten. Das Wesentliche an der Übung wie an der darauffolgenden realen Situation war eine spezifische Verschmelzung der Themen Angst, Massensterben, Ausnahmezustand, staatliche Überforderung, Freiheitsbeschränkungen, Impfstoffe, Pharmaregulierung und Medienstrategie.
    (Paul Schreyer, Chronik einer angekündigten Krise, Wie ein Virus die Welt verändern konnte)

    Daraus folgend, können sie eine Liste durchgehen und schauen, ob sie die großen chinesischen Konzerne finden:

    https://www.weforum.org/partners#search

    Es gibt noch weitere Literatur in gedruckter Form zum Thema:

    Stengl, Anton: Chinas neuer Imperialismus.
    Ein ehemals sozialistisches Land rettet das kapitalistische Weltsystem

    Im Gegensatz zur Auffassung mancher europäischer Linker kann Anton Stengl, der selbst viereinhalb Jahre in China arbeitete, keinerlei sozialistische Ausrichtung in der aktuellen Politik Chinas erkennen. Das Reich der Mitte ist seiner Analyse nach in wirtschaftlicher Hinsicht zur Fortsetzung des Kapitalismus und der Verteidigung seines Warencharakters angetreten und agiert geopolitisch als aufstrebende Hegemonialmacht.

    Im gigantischen Projekt der „Neuen Seidenstraße“ („One Belt, One Road“) ortet der Autor den Dreh- und Angelpunkt des neuen chinesischen Imperialismus. Seiner Ansicht nach ist dieses Vorhaben einer klassischen kapitalistischen Überproduktionskrise geschuldet. Vehemente staatliche Eingriffe in die Ökonomie dienten auch historisch oft zur Überwindung einer Verwertungskrise. Der große Vorteil für chinesisches Kapital in den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts besteht gerade in dieser kontinuierlichen staatlichen Absicherung seiner Verwertungsmöglichkeiten, der staatlichen Finanzierung und dem Ausbau staatlicher Infrastruktur.

    In einem eigenen Kapitel wird der Frage nachgegangen, welches Wirtschaftssystem in China vorherrscht: ein noch unterentwickelter Sozialismus (der den Umweg über den Kapitalismus nehmen muss, um voranzukommen)? Oder ein Staatskapitalismus der besonderen Art? Zwei Kriterien sind für die Beantwortung der Frage entscheidend: die Eigentumsfrage und – damit verbunden – die Frage nach den wirtschaftlichen Prinzipien. Beide beantwortet der Autor eindeutig: In China regieren Markt und Privat­eigentum und die Wirtschaft funktioniert nach den Regeln von Profit und Konkurrenz.

    Kürzer und im Internet:

    Ein Klassenkrieg, den die Arbeiterklasse verloren hat“
    17. Januar 2020 Thomas Sablowski
    (…)
    Nach Schätzungen wurden durch den Prozess der Privatisierung und Liberalisierung ehemals staatliche und genossenschaftliche Vermögenswerte im Wert von 5 Billionen US-Dollar an Kapitalisten mit engen Verbindungen zur Regierung übertragen. 2006 gab es in China 3200 Personen mit einem persönlichen Vermögen von jeweils mehr als 15 Millionen US-Dollar. 2900 von ihnen waren Kinder hochrangiger Partei- und Staatsfunktionäre. Ihr kombiniertes Vermögen wurde auf 3 Billionen US-Dollar geschätzt, was damals etwa der Höhe des chinesischen Bruttoinlandsprodukts entsprach. Nach einem anderen Bericht von 2013 beliefen sich „graue Einkommen“ aus der Korruption und dem Diebstahl öffentlicher Vermögenswerte auf ca. 1 Billion Dollar oder 12 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts von 2011. Im Oktober 2012 meldete die New York Times, dass die Familie des früheren Ministerpräsidenten Wen Jiabao Vermögen im Wert von mindestens 2,7 Milliarden US-Dollar akkumuliert hatte. Der Bericht machte klar, dass an der Korruption und dem Diebstahl öffentlichen Vermögens auch die höchsten Ränge der chinesischen Partei- und Staatsführung beteiligt sind (Li 2016, 34f). 2001 kündigte der damalige Präsident Jiang Zemin an, dass die KPCh zukünftig auch Unternehmer als Parteimitglieder aufnehmen werde. Das Vermögen der 70 reichsten Delegierten des Nationalen Volkskongresses stieg auf 89,8 Mrd. US-Dollar im Jahr 2011. Unterdessen war die Zahl der Arbeiter und Bauern im Nationalen Volkskongress von 51,1 Prozent im Jahr 1975 auf 4 Prozent im Jahr 2003 gesunken (Lin 2020, 35f).

    China trat im Jahr 2001 nach langen Verhandlungen der WTO bei, wurde voll in die Weltwirtschaft integriert und zentraler Standort für arbeitsintensive und exportorientierte Produktion. 2003 überholte China die USA als Hauptempfängerland von ausländischen Direktinvestitionen.
    (…)
    Li (2016, 21) bezeichnet die Periode der Reform- und Öffnungspolitik der KPCh als Klassenkrieg, den die Arbeiterklasse verloren hat. China konnte durch die Reform- und Öffnungspolitik zwar seine Position in der Hierarchie der internationalen Arbeitsteilung verbessern, doch dies kam innerhalb der sich ausdifferenzierenden Klassenstruktur Chinas weniger dem Proletariat und den Kleinbauern, als vielmehr vor allem den wachsenden neuen Mittelklassen und der neu entstehenden Bourgeoisie zugute. Die folgende Tabelle gibt einen Eindruck von der Transformation der chinesischen Klassenstruktur.

    Es wird häufig darauf verwiesen, dass in China die absolute Armut von Hunderten von Millionen Menschen überwunden wurde. Allerdings geschah dies um den Preis einer wachsenden sozialen Ungleichheit. Die Ergebnisse der Streiks des letzten Jahrzehnts zeigen freilich auch, dass die chinesische Arbeiterklasse stärker wird. Möglicherweise wird sie sich zukünftig nicht auf ökonomische Forderungen beschränken, sondern auch politische Forderungen stellen.

    Es ist nicht überraschend, dass das chinesische Entwicklungsmodell für viele Länder der kapitalistischen Peripherie eine hohe Attraktivität hat. Allerdings dürfte es kaum übertragbar oder kopierbar sein, da andernorts die spezifischen nationalen und historischen Voraussetzungen – die vorangegangene Agrarrevolution, die große Bevölkerungszahl, die relativ große Autonomie des Staates gegenüber den sozialen Klassen etc. – fehlen. Trotz aller Fortschritte – und wegen ihnen – ist der Kapitalismus in China durch eine enorme strukturelle Heterogenität gekennzeichnet. Trotz seiner fortschreitenden Zerstörung umfasst der kleinbäuerliche Sektor mit seinen traditionellen Produktionsmethoden immer noch Hunderte Millionen Menschen. Hunderte Millionen Wanderarbeiter leiden unter gleichsam frühkapitalistischen Ausbeutungsmethoden mit überlangen Arbeitszeiten, despotischen Fabrikregimen und gefährlichen Arbeitsbedingungen. Gegen die existie renden Arbeitsgesetze wird permanent in großem Maßstab verstoßen. Gleichzeitig werden Proteste, Streiks und Ansätze autonomer Organisierung immer wieder brutal unterdrückt. Diese Art des autoritären Kapitalismus ist sicherlich keine Alternative zu den westlichen Kapitalismen. Dass all dies unter der Regierung einer „kommunistischen“ Partei geschieht, ist vielmehr eine schwere Hypothek für die internationale Arbeiterbewegung und die fortschrittlichen Kräfte in aller Welt.

    Thomas Sablowski ist Referent für Politische Ökonomie der Globalisierung im Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung und u.a. Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Attac sowie des Beirats der Zeitschrift PROKLA

    https://www.lunapark21.net/ein-klassenkrieg-den-die-arbeiterklasse-verloren-hat/

    Oder hier:

    Sterben für ein iPhone
    20. Juni 2021 um 11:45 Ein Artikel von Chris Hedges | Verantwortlicher: Redaktion

    Während sich die westliche Presse an schauerlichen Geschichten von den Uigurenlagern in der chinesischen Provinz Xinjiang abarbeitet – und damit das Feindbild China pflegt –, richtet Pulitzerpreisträger Chris Hedges seinen Blick auf ein Phänomen, das sich auch, aber nicht nur in China vollzieht, abermillionenfach und tagtäglich: Die Ausbeutung von Arbeitern. Hedges sagt: Das Leiden der Arbeiterklasse in und außerhalb der Vereinigten Staaten wird von unseren Massenmedien ignoriert. Und doch handelt es sich dabei um eines der wichtigsten Menschenrechtsthemen unserer Zeit.
    Übersetzung: Susanne Hofmann.

    Die Arbeiterklasse wird zunehmend entrechtet, daran gehindert, Gewerkschaften zu gründen, sie erhält Hungerlöhne, muss Lohndiebstahl erleiden, wird ständig überwacht und wegen Lappalien gekündigt, gefährlichen Kanzerogenen ausgesetzt, zu Überstunden gezwungen, bestraft und im Stich gelassen, wenn sie alt und krank ist. Arbeiter sind hier und im Ausland ersetzbare Rädchen für oligarchische Unternehmer geworden, die sich in obszönem persönlichen Reichtum suhlen und die schlimmsten Exzesse der Räuberbarone in den Schatten stellen.
    (…)
    Und während wir China für seine Arbeitspolitik schelten, haben die Vereinigten Staaten ihre eigene Gewerkschaftsbewegung zerschlagen, haben ihren Unternehmen gestattet, ihre Produktion nach Übersee zu verlagern, um von den Produktionsmodellen dort zu profitieren, haben Löhne gedrückt, arbeitnehmerfeindliche Gesetze gegen das Recht auf Arbeit verabschiedet und Regelungen zerstört, die einst Arbeiter schützten. Der Kampf gegen die Arbeiter ist kein chinesisches Phänomen. Es ist ein globales. Und US-Unternehmen wirken daran mit. Apple hat 46 Prozent seiner Zulieferer in China. Walmart hat 80 Prozent seiner Zulieferer in China. Amazon hat 63 Prozent seiner Zulieferer in China.

    Die größten US-Unternehmen sind vollwertige Partner in der Ausbeutung chinesischer Arbeitskräfte und darin, die amerikanische Arbeiterklasse im Stich gelassen und verarmt zu haben. US-Firmen und chinesische Produzenten haben dafür gesorgt, dass Millionen von chinesischen Arbeitern mitten in einer globalen Pandemie in Fabriken gestopft wurden. Ihre Gesundheit spielt keine Rolle. Die Profite von Apple haben sich im vergangenen Quartal auf 23,6 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt. Seine Erlöse wuchsen um 54 Prozent auf 89,6 Milliarden US-Dollar an, das heißt, dass Apple im Schnitt täglich Waren für mehr als eine Milliarde US-Dollar verkauft hat. Es wird sich für die Arbeiter hier oder in China nichts ändern, solange diese Unternehmen nicht zur Verantwortung gezogen werden. Ökonomische Gerechtigkeit ist global oder sie existiert nicht.

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=73499

    Oder:

    Dokumente zur Debatte
    20. August 2019 um 11:28 Ein Artikel von: Jens Berger & Marco Wenzel

    Farben-Revolution oder Sozialproteste? Die andauernden Massenproteste in Hong Kong stellen auch uns vor stetig neue Fragen und es ist schwer, diese Fragen abseits pauschaler Schnellschüsse zu beantworten. Jens Berger und Marco Wenzel haben versucht, für die NachDenkSeiten eine zarte Einordnung der Proteste vorzunehmen. Dieser Versuch erhebt freilich nicht den Anspruch, die universelle Wahrheit gepachtet zu haben. Vielleicht helfen unsere Zeilen Ihnen ja bei Ihrer eigenen Einordnung der Lage.
    (…)
    HK und die Greater Bay Area

    Die Sonderverwaltungszone HK ist eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt. HK gilt als Verbindung des Westens nach China und umgekehrt. HK ist für China unentbehrlich, aber auch umgekehrt. 80 Prozent des weltweiten Yuan-Handels laufen über HK. Zudem ist HK in die chinesischen Pläne für die neue Seidenstraße mit eingebunden. Viele chinesische Staatsbetriebe sind an der Börse registriert. Der Finanzplatz HK und der Hafen haben eine überragende Bedeutung für den Handel mit China. Über den internationalen Flughafen von HK werden täglich mehr als 1.000 Flüge abgewickelt, er ist neben Bangkok und Singapur einer der bedeutendsten Flughäfen in Asien und einer der größten Flughäfen der Welt.

    Das Delta am Perlfluss umfasst aber nicht nur HK. In einer gigantischen neuen Wirtschaftszone sind neben HK auch Macau, Shenzhen und Guangdong integriert. Diese Gegend wird gemeinhin die „Greater Bay Area“ genannt. Hier leben 70 Millionen Menschen, die Region hat zusammen mit HK eine enorme Wirtschaftskraft. In der Region sind zudem viele High-Tech-Industrien angesiedelt, u.a. auch Huawei. Es ist eine der größten und sich am schnellsten entwickelnden Metropolregionen der Erde, das Silicon-Valley Asiens.

    Klar, dass diese Situation viele Arbeiter anzieht, die sich in der Region ihr Brot verdienen wollen. Insbesondere aus China kommen viele Wanderarbeiter. Oft leben sie in Slums ohne Festanstellung mit geringen, an Ausbeutung grenzenden Löhnen. Aber auch in HK ist die Situation der Arbeiterschaft alles andere als rosig. In HK hat sich die Lage in den letzten Jahren für die meisten Lohnabhängigen verschlechtert. Und mit dem Handelsstreit zwischen China und den USA und dem Boykott von Huawei ist die Wirtschaft der Region eingebrochen und die Lage droht sich noch weiter zu verschlimmern.

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=54247

    Oder:

    China: Innen Hui, Außen Pfui
    15. Juni 2019 Gilbert Kolonko

    Ein Blick in die Nachbarländer Chinas zeigt: Für die Erde ist das "System China" bisher nicht gesünder als der "freie Markt" des Westens
    (…)
    "Nicht anders als die westliche Konkurrenz"

    Die Weltbank ist Nepals größter Kreditgeber. Das chinesische Gegenstück zur Weltbank und dem Internationalen Währungsfond ist die Asiatische Infrastrukturinvestmentbank (AIIB). "Sie arbeitet nicht anders als die westliche Konkurrenz – nur drückt sich China gewählter aus", sagt der Menschenrechtler Hasan Mehedi und fährt fort:

    "Die chinesischen Verantwortlichen luden mich sogar nach Peking ein, wo ich meine Kritik gegen einige ihrer Projekte in Bangladesch vortragen durfte. Über eine Stunde nickten sie verständig und gelobten Besserung… nichts ist seitdem besser geworden. Zurzeit arbeite ich an einem Handbuch mit vielen Beispielen für den Umgang mit China, damit meine Kollegen wissen, dass sie sich nicht von den schönen Worten einlullen lassen dürfen. Unter dem Strich geht es auch Peking nur um Einfluss und darum, die Entwicklungsländer durch Kredite in die Schuldenabhängigkeit zu treiben."
    Hasan Mehedi

    Auch Pakistan hilft China mit Kohlekraftwerken auf die Sprünge. In Islamabad plant die Regierung die Stromgewinnung aus Kohle von unter Ein-Prozent auf über 50 Prozent zu steigern. Alleine aus der Wüste Thar sollen durch chinesische Firmen jedes Jahr 3,8 Millionen Tonnen abgebaut werden – die gesamten Kohlevorkommen in der Wüste Thar reichen aus, um die nächsten 100 Jahre jährlich 200.000 MW Strom zu produzieren.

    Doch die Kohleförderung ist sehr wasserintensiv und schon jetzt sind Grundwasserstöcke in der Nähe der Kohlegruben leer. In Anbetracht von Pakistans schweren Wasserproblemen fördert das den "Selbstmord auf Raten" des Landes.

    https://www.heise.de/tp/features/China-Innen-Hui-Aussen-Pfui-4442803.html?seite=all

    Krass aktuell:

    Eine Frage insbesondere für die Linke
    China mit BlackRock auf dem Weg zum Kommunismus?
    Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

    Die Welt ist reich an Phänomenen. Das macht Hoffnung. Eines dieser Phänomene ist ein schwarzer Fels. "Die neue kapitalistische Weltmacht" nennt Werner Rügemer im September 2020 dieses Phänomen namens BlackRock, den größten Kapitalorganisator der westlichen Welt. Chef dieses Super-Unternehmens ist Laurence Fink. "Wenn der sich zum Weltwirtschaftsforum in die abgeschirmte Festung Davos/Schweiz einfliegen lässt, dann steht die ungewählte wie die gewählte Elite stramm", schreibt Werner Rügemer. "Der 'Great Reset' wird von Blackrock gesteuert. Die Staaten dürfen nur assistieren… Vermögensverwalter wie BlackRock sind zu heimlichen Herrschern über unser Wirtschafts- und Finanzsystem avanciert." Mit diesen Sätzen leiten die "Deutschen Wirtschaftsnachrichten" im September 2020 ein Interview mit Werner Rügemer ein.

    Was ist der "Great Reset"? Das ist die Bezeichnung des Weltwirtschaftsforums – so der jahrzehntelang für Weltbank und WHO tätige Peter Koenig – für eine "verwüstete Weltwirtschaft, unzählige Pleiten und Arbeitslosigkeit, großes Elend, Hunger, Tod durch Verhungern, Krankheit und Selbstmord" – für den "Dritten Weltkrieg", mit dem die Menschheit seit dem Ausrufen der Corona-Pandemie am 11. März 2020 konfrontiert ist und bei dem es um "massive Entvölkerung, Umschichtung aller Vermögenswerte nach 'oben' und eine komplette digitalisierte Kontrolle" geht. Ist das die verheißungsvolle Zukunft einer "neuen Normalität"?

    Der Pandemie sei Dank: "BlackRock bekommt durch die Pandemie Rückenwind und gibt immer mehr Gas", ist am 14. Mai 2021 in der Wirtschaftspublikation "Der Aktionär" zu lesen. Es ist nicht zu verkennen, BlackRock weist der Welt den Weg. Welcher Weg ist das? Ist das der Weg in Richtung Sozialismus oder gar Kommunismus, von dem die chinesische Führung behauptet, dass sie sich auf ihm bewegt? Für diesen Weg hat China einen ausgezeichneten Partner gefunden. Es dürfte keinen Zweifel geben, dass der Weg mit diesem Partner ein erfolgreicher sein wird. Denn dieser Partner ist ein Garant für Erfolg.

    Im Zukunftsmarkt China Gas geben

    Wer ist dieser Partner? Die Fortsetzung der Lektüre des Aktionär-Artikels vom 14. Mai gibt Aufschluss. Es ist kaum zu fassen. Es ist BlackRock. "BlackRock hat in China eine Lizenz für ein Vermögensverwaltungs-Venture mit Mehrheitsbeteiligung erhalten und erweitert damit seine Präsenz auf dem schnell wachsenden Vermögensverwaltungsmarkt des Landes… Partner sind die China Construction Bank und der staatliche Investor Temasek Holdings aus Singapur, wobei die Amerikaner [also BlackRock] 50,1 Prozent halten. BlackRock werde China beim Aufbau eines nachhaltigen Ökosystems für Investitionen unterstützen, so CEO Laurence Fink… China gilt als der wichtigste Markt der Zukunft in der Branche, da die Chinesen gerade erst den Finanzmarkt in den letzten Jahren für sich entdeckt haben. Seit kurzem können westliche Investmentfirmen über Joint Ventures, die sie mehrheitlich kontrollieren, in den Markt einsteigen." Im Zukunftsmarkt China gebe man nun Gas, kommentiert der "Aktionär".

    China öffnet seinen Finanzsektor für ausländische Investoren

    Und die "Deutschen Wirtschaftsnachrichten" ergänzen: "China öffnet ausgerechnet in der Corona-Krise seinen Finanzsektor für ausländische Investoren. Der größte Profiteur der Öffnung ist der US-Vermögensverwalter BlackRock." China habe seinen Finanzsektor im April 2021 im Rahmen eines vorläufigen chinesisch-amerikanischen Handelsabkommens geöffnet. Ist das der Weg zum Sozialismus? "Guo Shuqing, Vorsitzender der chinesischen Banken- und Versicherungsaufsichtsbehörde (CBIRC), teilte im März 2021 mit, dass die chinesischen Aufsichtsbehörden einen stärkeren ausländischen Zugang zum chinesischen Finanzsektor durchaus begrüßen", so die "Deutschen Wirtschaftsnachrichten" weiter. Und: "Während Corona die Weltwirtschaft erschüttert hat, gehört die US-Fondsgesellschaft BlackRock weiter zu den größten Gewinnern der Krise. Im dritten Quartal 2020 stieg das verwaltete Vermögen um 129 Milliarden Dollar auf 7,8 Billionen an." Werner Rügemer hatte das eingesetzte Kapital, über das BlackRock gebiete, im September 2020 noch mit "nur" 6,4 Billionen US-Dollar beziffert.

    "Fink glaubt insbesondere daran, dass China langfristig eine große Gelegenheit für Investoren biete", schreibt die Schweizer "Handelszeitung" bereits am 30. März 2020 und zitiert ihn mit dem Satz: "Ich bin weiterhin fest davon überzeugt, dass China auf lange Sicht eine der größten Chancen für BlackRock darstellt." Wovon kündet diese Botschaft? Von Finks heimlicher Wunschvorstellung, mit China in Richtung Kommunismus zu schreiten? BlackRock bestätigt auf seiner website: "Der tiefgreifende Wandel in China hat erhebliche Folgen für alle Investoren, für Privatanleger ebenso wie für große institutionelle Anleger. Die Chancen hieraus zu ignorieren, könnte sich als teuer erweisen, vor allem auf lange Sicht."

    Gewaltiger Schritt nach vorne – Richtung Sozialismus?

    Von einem "gewaltigen Schritt nach vorne" ist die Rede. Wohin? In Richtung Sozialismus und Kommunismus? Im globalen Kampf gegen das gefährliche Virus des Kapitalismus? Nein, China stimmt ein in den Chor der kapital-schweren Corona-Pandemie-Bekämpfer: "Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) haben in diesen Tagen damit begonnen, chinesische Impfstoffe zu überprüfen. Sollte grünes Licht gegeben werden für den Einsatz in Europa bzw. auf der ganzen Welt, wäre das ein gewaltiger Schritt nach vorne im globalen Kampf gegen das Virus", schreibt die "Beijing Rundschau", die sich als "zentrales Sprachrohr der chinesischen Regierung" bezeichnet, im Mai 2021 und zitiert Zhang Jianping, Generaldirektor des in Beijing ansässigen Chinesischen Zentrums für die Regionale Wirtschaftskooperation, der sagte – den Zusammenhang mit dem "Great Reset" unerwähnt lassend, "dass die Weltwirtschaft nur durch eine effiziente Kontrolle der Pandemie auf einen normalen Wachstumspfad zurückkehren könne. Hierfür seien Impfstoffe das wichtigste und kostengünstigste Mittel."

    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=27519

    Apropos China, es gibt da eine weitere Oligarchie die oftmals von Wunschträumen umrankt, realiter aber anders ausschaut:

    Angriff mit Ansage

    Am 9. und 10. Juli veranstaltet das Weltwirtschaftsforum zum dritten Mal die Übung „Cyber Polygon“, die einen Hacker-Angriff mit schwerwiegenden globalen Folgen simulieren soll. Klaus Schwab und weitere Akteure platzieren Cyber-Attacken öffentlich ganz weit oben auf der Liste schwerwiegender Bedrohungen – noch vor Corona. Wörtlich sprechen sie von einer drohenden „Cyber-Pandemie“. Auffällig ist zudem die Einbindung Russlands bei Cyber Polygon. Wie in den Jahren zuvor ist auch diesmal die staatsnahe Sberbank Gastgeber und Initiator des Planspiels.
    STEFAN KORINTH, 9. Juli 2021

    Spätestens seit dem Planspiel „Event 201“, das im Oktober 2019 eine weltweite Corona-Pandemie aus Sicht der Entscheidungsträger durchspielte, müssen Simulationen und „Warnungen“ des Weltwirtschaftsforums (WEF) äußerst ernst genommen werden. So darf man Klaus Schwab – dem Gründer und Vorsitzenden des WEF – durchaus ernst nehmen, wenn er betont, die Corona-Krise wäre „nur eine kleine Störung“ im Vergleich zu einer gelungenen globalen Cyber-Attacke. Dies betonte er in seiner Eröffnungsansprache zum letztjährigen Planspiel Cyber Polygon 2020.
    (…)
    Wie auch in klassischen NATO-Militärmanövern nach Schema des Kalten Krieges gibt es bei Cyber Polygon ein angreifendes Team Rot und ein verteidigendes Team Blau. Bei der Bundeswehr heißt das übrigens bis heute „Rotland gegen Blauland“ – sprich Russland gegen NATO. Die Angreifer bei Cyber Polygon 2021 stellt passenderweise das russische Unternehmen BI.Zone, das im echten Leben für die IT-Sicherheit der russischen Sberbank zuständig und Mitorganisator der Veranstaltung ist.

    https://multipolar-magazin.de/artikel/angriff-mit-ansage

    • Hartensteiner sagt:

      Im Großen und Ganzen dürfte alles, das Box hier anführt, zutreffen. Es fehlt aber der Hintergrund, vor dem sich das ereignet. Schauen wir auf die letzte ca. 100 Jahre. So lange das westliche Imperium mit seinem gigantischen, hypertrophen Militärwasserkopf und dem zugehörigen Propagandawasserkopf existiert, ist es immer gelungen, jeden Versuch, der in eine sozialistische Richtung gezeigt hat, zu vernichten. Selbst die große UdSSR, die auf einem sozialistischen Bein stand, während das andere Kraft der Umstände verdorrt war, konnte vernichtet werden. Was also sahen und entschieden die Chinesen? Sie wählten den einzigen, noch offen stehenden Weg, nicht nur nicht vernichtet zu werden, sondern auch noch wirtschaftlich zu reüssieren. Für Sozialisten ist das natürlich kein Modell, das sie akzeptiere können, aber – leider – das einzige Modell, das überleben kann bis… bis das westliche Imperium implodiert ist, das allerdings auf verzweifelte und chancenlose Weise nun versucht, etliche Aspekte (Unterdrückung) aus dem chinesischen System heraus- und zu übernehmen. Was das alles für die Zukunft der Menschheit bedeutet, ist nicht abzusehen, aber man könnte zu Pessimismus neigen.
      Kurz: Diesen Hintergrund sollte man auch als Sozialist sehen und nicht vorschnell China aus einer rein theoretischen Sicht heraus verurteilen. Man sollte sich eher Gedankeb zu einer Lösung machen – wovon bislang auch nicht die kleinste Spur sichtbar geworden ist. Das reicht für eine Kritik nicht aus.

  13. rhabarbeer sagt:

    Lieber Rainer Rupp

    danke für den Artikel.
    Im Kern ist er für mich leider nicht vollständig.
    Mir fehlt die Berücksichtigung der real wahrnehmbaren Wirkung dessen, was durch normativ faktisch wirkende Prinzipien zu der Feststellung
    (i) (Buch-)Geld(-schöpfung regiert die Welt
    führt.
    Wahrnehmbar hat die mit (i) verbundene `Macht`* es auch bisher vermocht, jede sich entwickelnde (Alternativ-)Tendenz entweder selbst `ins Rennen` zu schicken bzw. eine sich von ihr * unabhängig entwickelte zu okkupieren … beides zur Aufrechterhaltung dessen, was ihre `Machtquelle` scheinbar stabilisiert bzw. faktisch verschleiert.

    Zitat von oben:
    `Die politischen Halsabschneider-Methoden, die sich bei Farbenrevolutionen und anderen westlich orchestrierten Umstürzen bewährt haben, um das avisierte Land gewaltsam zu transformiert und in die US-geführte, neo-liberale Weltordnung zu integrieren, funktionieren in China nicht.`
    Stimmt!
    Nur…
    …das brauch es auch nicht, denn, mit `fabelhaftem` Bezug: Der Igel sprach zum Hasen: Ick bin all hier. 😉

    Ich meine: das durch die reale Wirkung eines ! BilanzierungsPRIVILEG ! bei der Suche nach `Neuverschuldungswegen` global wirksame Buchgeldsystem ist längst dort und wird `verwaltet`: siehe zb `BlackRock`
    https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=blackrock+china

    Auch die Menschen in China sind von dieser Phase `uneres` Umverteilungsspiels bedroht.

    Oder?

    Viele Grüße in die Runde!

  14. Giorgio Plaz sagt:

    In China ist die Produktion der grossen Korporationen der USA angesiedelt, die wieder zurück in die USA und den Westen exportiert wird. (gilt als Import für die USA)
    Seehr billige, willige, folgsame und gut ausgebildete Arbeitskräfte und modernste Infrastruktur.

    Ein chinesischer (Hi-Tek) Arbeiter kostet im Monat etwa so viel, wie ein Amerikaner in einem Tag.

    WETTBEWERBSFÄHIGKEIT des Westens?

    Und die US amerikanischen Firmen waren sogar bereit, den chinesischen Firmen (die sie zur Produktion heranziehen mussten – das war die Bedingung Chinas) das nötige Know-How zu überlassen – weil im Gegenzug immense kurzfristige Gewinne winkten.

    Vielleicht darf das in den grossen Leitmedien so nicht gesagt werden, man stelle sich die Folgen vor..

    • Giorgio Plaz sagt:

      Quellen:
      – Max Keiser Report, RT USA/UK
      – Paul Craig Roberts, USA
      – Michael Hudson, USA

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