1984 ist 2020 oder: Liebe ist Hass | Von Rob Kenius

Ein Beitrag von Rob Kenius.

In unserer Stadt gibt es, oft in der Nähe von Kirchen oder Gemeinschaftsräumen, für alle Passanten zugängliche Schränke zum Tausch von Büchern. Sie sind von beiden Seiten mit Glastüren versehen, so dass man Bücher hineinstellen oder entnehmen kann. Das Hineinstellen ist schwieriger als das Mitnehmen; denn die öffentlichen Tauschbücherschränke sind vollgestopft. Es lohnt sich aber, hinein zu schauen, man findet immer etwas. Und wenn uns ein Buch nach kurzer Lektüre nicht gefällt, kann man versuchen, es auf dem gleichen Weg wieder los zu werden.

So fiel mir vorgestern eine Ausgabe aus dem Jahr 2019 (!) des Romans 1984 in die Hände. Obwohl ich das Buch schon vor seinem Verfallsdatum gelesen hatte, nahm ich es mit, nicht zuletzt wegen der ansprechenden Aufmachung. Da ich Bücher von der ersten Seite an lese, auch Impressum und Vorwort, erfuhr ich gleich Bemerkenswertes über den Autor:

George Orwell, mit bürgerlichen Namen Eric Arthur Blair, wurde nur 46 Jahre alt und starb im Jahr 1950, gleich nach Erscheinen seines weltbewegenden Romans, den er 1948 beendet hatte. Er hat seinen Erfolg nie erlebt.

Früher hatte ich mich gewundert, wieso Orwell die Zukunft nicht weiter vordatiert hatte. Was sind schon 36 Jahre Zukunft? Für ihn aber war das weit über sein kurzes Leben hinaus, denn er fühlte sich dem Tod nahe. Er vertauschte nur die beiden letzten Ziffern der Jahreszahl. Geschrieben 1948, Zeit der Handlung 1984.

Die meisten Autoren von Zukunftsromanen sind da vorsichtiger, sie möchten nicht so schnell durch die Realität überholt werden. So hieß es in einem bekannten Hit:

In the year 2525

if man is still alive…

Schon im Jahre 1985 betrachtete ich den Roman 1984 als überholt, weil der Generalsekretär Michail Gorbatschow so gar nicht in die Figur des Großen Bruders passte. Das Buch wurde zur Zeit Stalins verfasst und als die Sowjetunion sich friedlich auflöste, war 1984 für mich endgültig erledigt. Ohne die Tauschaktion am öffentlichen Bücherschrank hätte ich den Roman nie wieder angepackt.

Die Tauschoperation

Doch als ich das Buch wieder aufschlug, war ich schon nach drei Seiten fasziniert! Alles schien aktueller denn je. Die Falschwörter, Neusprech, die Unehrlichkeit der Nachrichten, Geheimnistuerei, Unsicherheit der Informationen, Kontaktarmut zwischen den Menschen, Verlogenheit der Politiker, Hetze gegen imaginäre Feinde, das alles kam mir näher vor als bei der ersten Lektüre, viel näher, es ist auf einmal alltäglich und beklemmend nahe, hier bei uns in der freien westlichen Welt.

Das macht nachdenklich. Erst der Zifferntausch des Autors beim Titel des Buches, dann ein öffentlicher Bücherschrank zum Tausch von Büchern und dann kam mir die Idee einer weiteren Tauschoperation, diesmal mit Zahlen: Vertauschen wir doch Vergangenheit und Zukunft um den Zeitabstand von 36 Jahren.

Im Jahr 1984 lag die Fertigstellung des Romans 36 Jahre zurück, 1984 – 36 = 1948

Was ist, wenn wir die Richtung vertauschen, von 1984 an noch einmal 36 Jahre in die Zukunft, wo landen wir da?

1984 + 36 = 2020

Allerhand! Man landet im Jahre 2020, dem Jahr wo man alle wichtigen Probleme der Welt in unseren Köpfen mit einem Virus vertauscht hat. Die Geschichte spielt jetzt nicht mehr in Ozeanien, sondern in der Wertegemeinschaft der freien Westlichen Welt und darüber hinaus in der globalisierten Wirtschafts- und Finanzwelt.

Was ist hier los?

Wir werden auf allen Kanälen mit Nachrichten überschüttet und wissen nicht, was wir glauben sollen. Das größte Problem ist die absurde Finanzlage: Staaten machen Schulden, inzwischen die größten Schulden aller Zeiten, sie borgen sich hunderte Milliarden von den Banken. Dort aber wird dieses Geld per Mausklick am Computer erzeugt. Es wird an die Staaten ausgeliehen, die es in die Wirtschaft pumpen, wo es kurze Zeit rotiert und dann auf Konten der gleichen Leute landet, wo es als Kredit hergekommen ist. Das reichste Prozent der Weltbevölkerung, sie können damit wieder machen, was sie wollen.

Das Geld entsteht bekanntlich erst bei der Schuldenaufnahme. Und die größten Schulden sind die der Regierungen. Das Geld wird durch Gutschrift generiert und muss von den Bürgern, im Namen der Demokratie, und von ihren Kindern und Enkeln, im Namen der Biologie, an die Finanzwelt zurückgezahlt werden. Das ist so absurd, dass George Orwell es nicht besser hätte erfinden können, wenn er etwas länger gelebt hätte. Aber es ist Realität und ich bin bereit, jederzeit den Beweis anzutreten, dass die absurde Realität genau so funktioniert.

Alles geschieht mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie die Essensausgabe und das Ausschenken von Victoria-Gin in der Kantine des Wahrheitsministeriums in 1984.

Wir hier aber können, wenigstens auf einer Webseite, öffentlich fragen: Wozu macht die Regierung diese immensen Schulden und ermöglicht der Finanzwelt im Jahr 2020 die größte Geldvermehrung aller Zeiten? Es geschieht offiziell für Maßnahmen, um ein Virus zu bekämpfen, das sich zwar schnell ausbreitet, aber nur wenigen Menschen gefährlich wird.

Die Menschen sind winzig klein und das Virus ist riesengroß wie im Roman der Große Bruder, von dem man nicht einmal weiß, ob er wirklich existiert. Das Virus existiert wirklich, daran ist kein Zweifel, aber seine Wirkung ist schwach. Es trifft Menschen, deren Todesrisiko wegen ihres hohen Alters schon viel größer ist als wegen irgendeiner noch hinzu kommenden Krankheit.

Das alles ist verbunden mit einer offiziellen Sprachverwirrung, wie Orwell sie vor zwei mal 36 Jahren schon beschrieben hat. Es ist verboten, diese Krankheit eine Grippe zu nennen, aber kein Arzt kann den Unterschied zu einer Grippe erkennen. Nur die Virologen können etwas erkennen, sie können mit modernsten Mitteln jedes Virus identifizieren und behaupten, wenn sie es 45 mal verdoppeln, also 128 Billionen mal vermehren, können sie es im Speichel nachweisen. Sogar das Erbgut kann man sequenzieren und sie sehen, wie das Virus sich langsam durch Mutationen verändert.

Das ist sensationell, aber nichts daran ist neu; denn dass solche Viren existieren, sich verbreiten und schnell mutieren, weiß man schon lange. Neu ist nur, dass Sprecherinnen und Sprecher im Fernsehen und die Texte in allen Medien das täglich wiederholen, wobei diese Nachrichten langsam mutieren und die Akzente verlagern.

Doppeldenk und Neusprech

Es gibt in 2020 keinen Großen Bruder wie in 1984, aber alle Medien, alle Zeitungen, alle Sender und Mediatheken reden, diskutieren und verkünden ein einziges Thema: Das schwache Virus, das sich so schnell ausbreitet und mutiert, schneller als die Menschen krank werden und sterben können.

George Orwell schildert, wie das Nachdenken über Ungereimtheiten und Widersprüche durch Doppeldenk verschwindet. Doppeldenk bringt Realität und Neusprech im Kopf zusammen und erzeugt an der Oberfläche Konsens mit den anderen, wie es verlangt wird.

Unsere Politiker, unter denen es keinen richtigen Big Brother gibt, haben sich der Sache gleich bemächtigt. Sie ignorieren alle Probleme, selbst Kriege im nahen Osten und kümmern sich intensiv um die Gesundheit.

Ist das eine Kampagne? Ist es Ablenkung? Ist es eine Ablenkungskampagne von den Problemen, welche die Regierung nicht bewältigt hat? Umwelt, Energie, Klimawandel, Umverteilung, Vermögenskozentration, Polarisation der Finanzmacht, Herrschaft der Finanzoligarchen?

Es gibt keinen Großen Bruder, aber die kleinen Schwestern des Großen Bruders möchten genau so wie der Große Bruder von den Problemen ablenken, die sie nicht bewältigen. Sie kümmern sich rührend darum, die Menschen vor einer Krankheit zu beschützen, die sie vielleicht nie bemerkt hätten, wenn nicht die Virologen so kreativ und erfolgreich wären.

Die Virologen sagen: Virus ist Infektion, Infektion ist Krankheit. Viele Viren sind viel Krankheit. Millionen Viren sind Millionen Kranke. Das Virus ist unser Feind. Es gibt keinen Frieden, so lange der Feind existiert. Unseren Feind können wir mit einem PCR-Test nachweisen und die täglichen Zahlen können wir zusammenrechnen. Hütet euch vor großen Zahlen und gefährlichen Zahlen-Kombinationen, den Inzidenzen.

Die Maßnahmen gegen das Virus, das kein Grippevirus ist, sind einfach. Es sind die gleichen wie gegen ein Grippevirus: Distanz halten, nicht ohne Mundschutz reden, nicht singen, nicht tanzen, kein Sport, nicht zum Frisör, nicht ins Café, nicht in die Kneipe. All das ist einfach zu realisieren. Nicht nur freiwillig sondern auch mit Zwang, aber leider ohne nennenswerten Erfolg. Doch das macht nichts, es kommt auf die Zustimmungswerte an. Es ist wie im Roman 1984. Die Zustimmung kommt mit der Propaganda durch Doppeldenk.

2020 war das Jahr des Doppeldenk und des Falschzähl. Virus ist Infektion. Infektion ist Krankheit. Krankheit ist Tod. Statistik kennt der Große Bruder nicht. Korrelationen sind Kausalität.

Wir vermuten und spüren, dass dieses Virus ziemlich harmlos ist, aber wir haben Angst, von der Gedankenpolizei als Querdenker erwischt zu werden, wenn wir denken, alles sei halb so schlimm. Das wäre schlimmer, als sich das Virus einzufangen. Wir sind froh, dass wir Mundschutz tragen, damit wir uns nicht verplappern.

Falsches Denken kommt aus falschen Köpfen

Sind wir jetzt im Roman 2020? Oder ist der Roman 1984 nach zwei mal 36 Jahren in der Wirklichkeit angekommen? Wir wissen es nicht.

Aber es gibt Fakten: Die Ausbreitung des Virus kann nicht verhindert werden, es wird nicht einmal verhindert, dass es in Pflegeheime eindringt, wo Menschen leben, die im Schnitt nur noch ein bis zwei Jahre zu leben haben. Sogar dort kann es sich ausbreiten und den unvermeidlichen Tod beschleunigen, trotz all der Maßnahmen in Schulen und Supermärkten.

George Orwell hat vorhergesehen, wie man die Sprache durch Zwänge vergewaltigen kann.

Man sagt nicht:

Der Mensch ist sterblich, besonders im Alter, und einige sterben, wenn sie von Viren befallen werden.

Nein, man sagt:

Das Virus ist tödlich.

Die größte Gefahr besteht darin, dass man kurz hintereinander mehrmals befallen wird. Das geschieht, wenn das Virus sich in einer kleinen Gruppe hin und her ausbreitet. Das ist nichts Neues, es gilt für fast alle Viren. Aber dieses Virus ist anders, es ist groß wie der Große Bruder und überall auf dem Teleschirm.

George Orwell hat vorhergesehen, wie sehr die Menschen bereit sind, an eine Parole zu glauben, die immer wiederholt wird. Er hat geschildert, wie die wahren Worte und Tatsachen umgedreht werden:

Virus im Speichel ist Krankheit.

Krankheit ist Tod.

Kontakt ist Rücksichtslosigkeit.

Ungläubige sind Gefahrenbringer.

Denker sind Querdenker.

Zweifler sind Idioten.

George Orwell hat vorhergesehen, wie hinter den Kulissen etwas ganz anderes abläuft als in der Öffentlichkeit. Hinter den Kulissen läuft die Wirtschaft weiter, man sieht, wie auf der Autobahn die Schlange der LKWs nicht abreißt, aber die Kinder dürfen nicht zur Schule. An der Börse steigen die Aktien rasant, aber die Läden in der Stadt müssen geschlossen bleiben.

George Orwell hat vorhergesehen, wie durch und durch ungerecht ein totalitäres System ist. Die einen sitzen zu Hause und werden voll bezahlt, die anderen werden arbeitslos. Die einen bestellen am Bildschirm alles, was sie wollen, und sie schicken es hin und her, was die anderen für einen Hungerlohn verpacken, transportieren, sortieren, zustellen, wieder abholen, zurückbringen und wegwerfen. Alles ist portofrei, weil die Portierenden nichts verdienen.

Wer von der Wirklichkeit wütend wird oder Angst hat, wahnsinnig zu werden, dem kann ich nur empfehlen, zur Ablenkung, 2020 – 36 = 1984 noch einmal zu lesen, wenigstens die ersten 150 Seiten, und zu hoffen, dass 2020 + 36 die Schulden von 2020 durch die Enkel abbezahlt worden sind und dass die Zukunft sich mehr an die Realität hält als die Gegenwart.

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Das Buch 1984 von George Orwell wird in diesem Zusammenhang empfohlen.

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Rob Kenius betreibt die Webseite kritlit.de

Es gibt ein Interview aus dem Juni 2020 mit Ken Jebsen: kenfm.de/rob-kenius

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Wachiwit / shutterstock

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20 Kommentare zu: “1984 ist 2020 oder: Liebe ist Hass | Von Rob Kenius

  1. Isabelle Emcke sagt:

    https://youtu.be/yVPt_IP2vjA

  2. Werweißdasschon sagt:

    Orwell war der Jahrestag eher egal (ob+36 oder -36), da er erkannte, dass die Situation schon zu seinen Lebzeiten die Gleiche war. Er erkannte auch, dass es vor ihm so war, natürlich mit unterschiedliche Ausprägungen. Das Manifest, dass er verfasste ist zeitlos und soll als Warnung dienen, das es jederzeit passieren kann.

    Achja:
    In einem Schuldgeldsystem können die Enkel die Schulden nicht zurückzahlen. Das ist auch nicht gewollt, da diese Schulden ja die Ketten sind, die an ihren Knöcheln baumeln werden. Dieselben Ketten die auch an unseren Füßen baumeln, die wir aber nicht wahrnehmen (wollen). Je größer der Schuldenberg, desto härter und fester sind die Ketten. Unsere Enkel werden, DANK UNS, sehr aufgescheuerte und blutige Knöchel haben.

    Wenn man bedenkt, dass man das alles hätte aufhalten können und eine Änderung herbeiführen können, allein durch Aufmerksamkeit. Keine Gewalt wäre nötig und keine Toten auf den Straßen, nur durch Aufmerksamkeit. Das einzige was die "Eliten" wirklich fürchten und deren Hände und Handlungen binden würde. Doch wir sind und waren nicht fähig Aufmerksam zu sein, da die eigene Idiotie verführerischer ist/war.
    Ein Totalversagen unserer Generationen auf ganzer Linie und es ist kein Ende in Sicht.

  3. Gnil sagt:

    Bitte nicht vergessen, der Vortrag von R. Steiner ist in der Sprache von 1917 gesprochen!

    Für alle Freidenker die es interessiert, bei youtube suchen nach
    Geisteswissenschaft TV – Axel Burkart

    z.B. : https://www.youtube.com/watch?v=f_JGf_SpkV4

    https://www.youtube.com/watch?v=WPbqjyUA9A0

  4. Isabelle Emcke sagt:

    https://www.theorganicprepper.com/imf-digital-footprint-creditworthiness/

  5. Loveisthekey sagt:

    Großartig geschriebener Artikel!

  6. Gnil sagt:

    George Orwell war nicht der Erste, der eine solche gesellschaftliche Entwicklung in seinem Buch (1984) im Jahr 1948 vorausgesagt hat.

    Ein Vordenker, ein großer Seher, war auch Dr. Rudolf Steiner (vielen leider nur als Begründer der Waldorfschulen und der biologisch dynamischen Landwirtschaft – DEMETER – bekannt). DER PROPHET GILT BEKANNTLICH NICHTS IM EIGENEN LAND! Doch wen es weitergehend interessiert, es gibt über 350 Bücher (inclusive seiner vielen Vorträge) von ihm.

    Zum Beispiel: 1917 blickte Rudolf Steiner in die Zukunft (wohlgemerkt, sie ist zu Teilen schon heute Realität, z.B was das IMPFEN angeht). Wann kommt das Gespräch: Ken und Axel Burkart? Hier Rudolf Steiner's Voraussage, man höre und Staune:
    —-

    R. Steiner 5. Vortrag vom 7. Oktober 1917 "Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt"
    Auszug aus: Der Sturz der Geister der Finsternis. Seite 90

    … Man wird es als ein Krankheitssymptom ansehen, wenn der Mensch sich so entwickelt, daß er auf den Begriff kommen kann: Es gibt einen Geist oder eine Seele. – Das werden kranke Menschen sein. Und man wird finden (da können Sie ganz sicher sein) das entsprechende Arzneimittel, durch das man wirken wird. Damals schaffte man den Geist ab. Die Seele wird man abschaffen durch ein Arzneimittel.

    Man wird aus einer << gesunden Anschauung >> heraus einen Impfstoff finden, durch den der Organismus so bearbeitet wird in möglichst früher Jugend, möglichst gleich bei der Geburt, daß dieser menschliche Leib nicht zu dem Gedanken kommt: Es gibt eine Seele und einen Geist. – So scharf werden sich die beiden Weltanschauungsströmen gegenübertreten. Die eine wird nachzudenken haben, wie Begriffe und Vorstellungen auszubilden sind, damit sie der realen Wirklichkeit, der Geist – und Sinnwirklichkeit gewachsen sind. Die anderen, die Nachfolger der heutigen Materialisten werden den Impfstoff suchen, der den Körper << gesund >> macht, das heißt, so macht, daß dieser Körper durch seine Konstitution nicht mehr von solch albernen Dingen redet wie von Seele und Geist, sonder << gesund >> redet von den Kräften , die in Maschinen und Chemie leben, die im Weltennebel Planeten und Sonnen konstituieren. Den materialistischen Medizinern wird man es übergeben, die Seelen auszutreiben aus der Menschheit.
    Ja, diejenigen, die glauben, dass man mit spielerischen Begriffen in die Zukunft sehen kann, die irren sehr. Mit ernsten, gründlichen tiefen Begriffen muß man in die Zukunft sehen. Geisteswissenschaft ist nicht eine Spielerei, ist nicht bloß eine Theorie, sondern Geisteswissenschaft ist gegenüber der Entwicklung der Menschheit eine wirkliche Pflicht.

    • Rob Kenius sagt:

      Rudolf Steiner sagt nach Ihrem Zitat:
      Ja, diejenigen, die glauben, dass man mit spielerischen Begriffen in die Zukunft sehen kann, die irren sehr.

      Genau das gilt für ihn selbst. Er spielt mit Begriffen wie mit Spielkarten und manche sind fasziniert, denn es ist alles so einfach zu verstehen, weil jeder verstehen kann, was er will. Seine Zukunftsvision ist verschwommen, wie alles, was er sagt.

      Ich kann mich nicht genug von seinen Spekulationen distanzieren, tut mir leid. Gnil. Doch ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es mir gelingt, ein paar Steiner-Follower auf die Realität aufmerksam zu machen.

    • A.B. sagt:

      Was man nicht begreift, erscheint einem natürlich verschwommen. Da lobt man sich die glasklaren und messbaren Zukunftsdeutungen z.B. eines Karl Lauterbach.

    • RULAI sagt:

      Steiners Zukunftsvisionen sind nicht "verschwommen", sondern uneigentlich ausgedrückt (Sie verstehen schon – oder vielleicht doch nicht? – metaphorisch, nicht eigentlich, nicht Mathematik), da er weiß, daß man auf Punkt und Komma keine Vorhersagen machen kann. Und Lebensentwürfe schon gar nicht.
      Durch Ihre Aussage, "wie alles, was Steiner sagt", haben Sie einen großen Schaden angerichtet – und zwar innerhalb meiner Meinung über Sie, Herr K.!!!!!
      Manchmal hilft ja schon, wenn alles verschwommen aussieht, eine stärkere Brille.

    • RULAI sagt:

      Ergänzung zu "nicht Mathematik". Also nicht plus 36 und nicht minus 36. ich weiß ja auch nicht, aber Gänsehaut können solche Kinkerlitzchen bei mir nicht auslösen.

    • Alfons!Wirth sagt:

      Derselbe Rudolf Steiner hat mehrmals darauf hingewiesen, dass, wenn man von einem gewissen Zeitpunkt des geschichtlichen Werdens eine Spiegelung vorwärts und rückwärts vornimmt, dass dann Zusammengehöriges in Metamorphose entdeckt werden kann. Also nichts Neues, kein Grund zur Gänsehaut.

  7. RULAI sagt:

    Hier gibt es noch mehr von diesen Sätzen:

    Selberdenken gefährdet das Allgemeinwohl.

    Wahre Freiheit findet in der Isolation statt.

    Alleine-sterben-lassen ist Nächstenliebe.

    …..
    ….
    ..
    .

    https://www.youtube.com/watch?v=G_qD5Ca43e4

  8. How-Lennon sagt:

    "George Orwell hat vorhergesehen, wie durch und durch ungerecht ein totalitäres System ist. Die einen sitzen zu Hause und werden voll bezahlt, die anderen werden arbeitslos."

    Viele oder vielleicht sogar die meisten zu Hause Sitzenden und voll Bezahlten ("Bullshit Jobber") werden dann wohl aber auch sehr bald arbeitslos, wodurch die dünne Mittelschicht schließlich einbricht und die Oberschicht sich in den freien Fall begibt und das System damit vom Tisch wäre.

  9. A.B. sagt:

    Wenn "report Mainz" A. Merkel zeigt, erzählend, dass Nicht-Geimpfte dann eben manche Dinge nicht mehr tun könnten, und darauf hinweist, dass die bösen Impfgegner dumm sind, wenn sie daraus die Gefahr einer Impfpflicht ableiten, ist das noch Doppeldenk oder doch eher schon Demenz, Idiotie, Degeneration, oder wie lauten da die fachlichen Begriffe? Die Stärke der Unwissenheit?

    • Rob Kenius sagt:

      Es ist die Überheblichkeit der Repräsentanten, die vergessen haben, welche enormen Privilegien sie durch ihr Mandat genießen. Ihr Kopf zählt auf einmal wie 100.000 Köpfe und manchmal wie 80 Millionen.

  10. Schicklhiedler sagt:

    Sieh mal einer an.
    Vielen Dank für den Artikel!

    Ich bin neu hier und hatte mich vor zwei Wochen versehentlich bei einem fake von kenfm auf telegram eingeloggt, wo ganz überwiegend Nachrichten aus den Qualitätsmedien wiedergegeben bzw. verlinkt werden.

    Immerhin wurde auch die Erstverfilmung von 1956 des Werks gepostet und sie hat mich so fasziniert, daß ich mir danach auch noch die Verfilmung mit dem grandiosen John Hurt aus dem Jahr 1984 reingezogen habe.
    Die beiden Filme sind m.E. einander recht ähnlich; mir scheint, als sei in der jüngeren Version das ursprüngliche Drehbuch verwendet worden, nur eben mit moderneren technischen und darstellerischen Mitteln.

    Ich habe mich gefragt, was wohl genau die Parallelen und die Unterschiede zwischen der Fiktion und unserer heutigen Realität sind. Das Buch kenne ich (noch) nicht, aber es offenbart sicherlich mehr und genauere Antworten auf diese Frage.

    Die beiden vordergründigsten Unterschiede sind ja, daß der Kapitalismus in Verbindung mit unserer heuteigen Scheindemokratie die beiden Prinzipien von "divide et impera" und "panem et circenses" zu großartiger Blüte entfaltet hat, weshalb sich ein immenser Anteil unserer Mitmenschen aus freien Stücken der Hirnwäsche unterzieht, und daß zum anderen heute der Krieg asymmetrisch gehalten und territorial ausgelagert ist.

    Ach ja, der Große Bruder ähnelt heute doch eher den Grauen Männern aus Michael Endes "Momo". Sie laufen halt nicht wie bei Momo herum, sondern bleiben wie bei 1984 bis auf einige Ausnahmen unsichtbar. Man unterscheide bloß nach Mausfeld zwischen den echten Großen Brüdern und deren Personal.

    Am meisten mitgenommen hat mich bei den Filmen die Gleichung 2 + 2 = 5. Der Unterschied zum Hier und Jetzt ist ja, daß man "nur" für bekloppt erklärt und daß mit (teilweisem) Ausschluss aus der sozialen Teilhabe gedroht wird, wenn man darauf besteht, daß man vier Finger an einer Hand abzuzählen imstande sei.

    Im übrigen hat mir Ihre Rechnung, Herr Kenius, mit den 2 x 36 Jahren einen kleinen Schauer über den Rücken gestrichen.
    Nochmals herzlichen Dank; es war mir ein echtes Bedürfnis, dies hier loszuwerden!

    • Rob Kenius sagt:

      Danke, wer immer du bist, es freut mich, Zustimmung zu finden. Es ist nämlich echt anstrengend, in dieser Medienwelt richtig zu denken und das in Worte zu fassen, während die Konformisten ARD, ZDF, SPIEGEL und ZEIT die Honorare einstreichen.

      Auf meiner Webseite gibt es mehr
      https:/kritlit.de

  11. Karin sagt:

    Ein wunderbarer Artikel!

    Aber eine "Krankheit" scheint nicht zu verschwinden, u. zwar die "Nicht-gründlich-Recherchieren entscheidender Sachverhalte-Krankheit".

    "..nichts daran ist neu; denn dass solche Viren existieren, sich verbreiten und schnell mutieren, weiß man schon lange."
    "Das Virus existiert wirklich, daran ist kein Zweifel". DOCH, daran gibt es zahlreiche, wissenschaftlich fundierte Zweifel von Nichtspinnern!!

    • Karin sagt:

      Ergänzung zu meiner Anmerkung

      "Das Virus existiert wirklich, daran ist kein Zweifel". DOCH, daran gibt es zahlreiche, wissenschaftlich fundierte Zweifel von Nichtspinnern!!":
      ———————————————————
      neue Quelle, die auch als Quellenstartpunkt zu anderen genutzt werden kann:
      Konstantin Demeter, Torsten Engelbrecht, Stefano Scoglio:"Das Phantom-Virus"; https://www.rubikon.news/artikel/das-phantom-virus;10.02.2021

  12. Ulli sagt:

    Nicht zu vergessen ´Ignoranz ist Stärke´

    nun Motto NR.1 aller Crashtest-Dummies der Politikerkaste.

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