KenFM-Spotlight: Aktham Suliman über die Irreführung der Bevölkerungen zur Durchsetzung von Kriegsinteressen

Ausschnitt aus dem Gespräch mit Aktham Suliman – in voller Länge hier zu sehen: https://kenfm.de/aktham-suliman-krieg-und-chaos/

Aktham Suliman war lange für den arabischen Sender Al Jazeera unterwegs. Man schickte ihn als Korrespondent und Reporter an die Hot-Spots im Nahen Osten. Da, wo es knallte!

Naiv wie er anfangs war, glaubte er, bei seinem neu gegründeten Arbeitgeber aus Katar sei alles anders, man könne frei berichten. Dieser Traum dauerte nur kurz an.

Mit dem Erfolg mutierte auch Al Jazeera zum politischen Manipulations-Instrument. Wer nicht der vorgegebenen Linie der Eigentümer folgte, hatte keine Zukunft. Suliman schmiss nach rund zehn Jahren hin. Er war nicht bereit, z. B. den „Arabischen Frühling“ als eine Demokratie-Bewegung darzustellen, denn das war sie nie. Wir alle wurden getäuscht.

So fiel all die Jahre niemandem auf, dass ausgerechnet die Staaten im Nahen Osten „demokratisiert“ wurden, die bereits säkular waren, während jene Länder, die für diese Mission als Partner des Westens engagiert wurden, bis heute zu den autoritärsten Regimen auf diesem Planeten zählen. Wie gesagt, wir alle wurden getäuscht und diese Täuschung dauert an.

Sie betrifft aber nicht nur den Nahen Osten, sondern auch uns in Europa. Hier hat sich vor allem das politische Klima gewandelt. Wer es wagt, die Machiavelli-Politik der NATO-Gemeinschaft auf ihre Fähigkeit zu hinterfragen, Frieden zu schaffen, wird frontal angegriffen, medial denunziert, verleumdet. Vor allem aber wird er wirtschaftlich zerstört. Das soll abschrecken. Wer profitiert von dieser Gesamtentwicklung?

Die Arabischen Völker bestimmt nicht! Nur der Westen eben auch nicht. Auf beiden Seiten der Front wird über den Hebel der „Terror-Gefahr“ Angst geschürt und Freiheiten abgeschafft. So demontiert man Demokratie und installiert autoritäre Regierungen auch in Europa!

Aktham Sulimans Buch „Krieg und Chaos in Nahost“ ist mehr als die Bilanz eines Augenzeugen, eines Reporters, dessen Arbeitsplatz oft Orte des Krieges waren. Es ist vielmehr eine Aufforderung, endlich genau hinzusehen. Was läuft hier wirklich?

Aktham Suliman, einst Reporter, hat sich zu einem syrischen Philosophen gewandelt. Er weigert sich, die anerzogenen Grenzen, etwa zwischen den Völkern, Religionen oder politischen Systemen, als unüberwindbare Barrieren zu akzeptieren.

Suliman fordert uns dazu auf, uns als Menschen zu betrachten. Wir alle haben viel mehr Gemeinsamkeiten als Dinge, die uns trennen. Wenn wir als Spezies überleben wollen müssen aufhören, Angst voreinander zu haben. Wir müssen uns an das Urvertrauen erinnern, mit dem jeder von uns diesen Planeten einst betreten hat. Wir müssen unseren Mut wiederfinden.

Aktham Suliman gelingt es im Gespräch mit KenFM, sein so bitter ernstes Anliegen mit einer satten Portion Humor zu würzen.

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2 Kommentare zu: “KenFM-Spotlight: Aktham Suliman über die Irreführung der Bevölkerungen zur Durchsetzung von Kriegsinteressen

  1. Die Medien, bzw. deren Besitzer haben das Meinungsmonopol.
    Das gilt, man höre und staune, selbst für KenFM, denn auch hier wird redaktioniert etc.
    Geht ja auch gar nicht anders.
    Also wie der informationssuchende Bürger (iB) es dreht und wendet – ALLES, was er aus den Medien heraus liest, ist bereits gefiltert und kann NIE die umfassende Wahrheit darstellen.
    Jetzt wäre der iB also gefordert zu verifizieren.
    Dazu bedarf es bei größeren Themen einer recht beträchtlichen Kontextsuche und -verarbeitung.
    Beides will gelernt sein – die Eigenrecherche wie die korrekte Zuordnung und Gewichtung von Informationen.

    Erschwerend kommt hinzu, dass auch diejenigen Informationsanbieter, denen man prinzipiell irgendwie ‚vertraut‘, vor Desinformation oder schlichten Wissenslücken nicht gefeit sind und ihrerseits ebenfalls zum größten Teil auf die Auswertung von bereits vorhandenen Medien (Videos, Bücher, Interviews etc.) angewiesen sind und schlecht alles selbst vor Ort recherchieren und verifizieren können!

    Und selbst bei vorgeblich bürgernahen Stiftungen, NGOs etc. darf man gerne zweimal hingucken, wer da dahinter steckt, finanziert, organisiert und wer da so arbeitet!

    Im Grunde kann der iB nur eines mit Sicherheit wissen: dass er nur extrem Weniges gewiss wissen kann!
    Und DAS ist der Fluch des sogenannten Informationszeitalters – ‚Infos‘ in Hülle und Fülle, aber gegen Null tendierende Gewissheit.

    Und selbst falls es dem iB gelingt tatsächlich der Wahrheit auf die Schliche zu kommen, so ist er doch tatsächlich zur Machtlosigkeit verdammt.
    Denn für 1 aufgedeckten Skandal stehen mindestens 10, die unaufgedeckt bleiben und den einen Erfolg seiner Bemühungen mit 10 Misserfolgen konterkarieren.
    Außerdem ist da noch das Zeitproblem der meisten, das ‚Revolutionsbestrebungen‘ zu 1h ‚Age of Empires‘ etc. degradiert

    Wieviele Leben muss also der iB haben, um die Zeit für all das zu haben?
    Genau DAMIT dürfen all diejenigen rechnen, die sich das zunutze machen, indem sie uns vorsätzlich für dumm verkaufen.

    In einer Informationsflut ertrinkt die Wahrheit.
    Aber für Tsunamis gibt es leider noch kein Ventil.
    So bleibt der iB also auf seinem kleinen Inselchen der mageren Gewissheiten und hofft mal dass es ihm gelingt daraus ein wetterfestes Bötchen zu basteln, das ihn über die Untiefen der Komplexität sicher zu tragen vermag…

  2. Anbei Frau Dahn zum permanenten Kochwaschgang für’s HIrn. Passend auch zur aktuellen Ausgabe von KenFM im Gespräch, mit Herrn Wolff, dem Teil in dem auf die Verquickungen zwischen Medien und Hochfinanz eingegangen wurde:

    Samstag, 03. Februar 2018, 15:30 Uhr
    ~26 Minuten Lesezeit
    Zur Pressefreiheit gehört auch die Freiheit zur Kritik an der Presse
    „Man kann gar nicht so viel Zeitung lesen, wie man sich empören möchte“, meint Daniela Dahn. Und ruft die Bürger zu Selbstermächtigung auf.
    von Daniela Dahn

    (…)
    Die Studie beklagt, dass die Diktion des Mainstreams die öffentliche Meinung so stark prägt, dass abweichende Positionen entweder nicht mehr gehört oder aus Angst ausgegrenzt zu werden, gar nicht mehr geäußert würden. Diese Furcht vor Isolation führe in eine Schweigespirale.

    Beschwiegen werden so gut wie alle redaktionellen Probleme:

    – die Rücksicht auf die Interessen der Medieneigentümer und Anzeigenkunden,

    -der Mangel an Zeit und Geld für Recherchen und der Rückgriff auf PR-Agenturen, die nicht selten komplette Artikel schreiben,

    -die Existenz „diskreter Fabriken der Desinformation“ (Peter Scholl-Latour), die Disziplinierung durch Zeitverträge und Verkleinerung vieler Redaktionen, der Zusammenhang von Karriere und Selbstzensur,

    -die besseren Honorare für Beiträge, die den Mächtigen gefallen,

    -Hofberichterstattung in Folge allzu enger Kontakte mit Politikern,

    -der Mainstream als Parteinahme für eine Elite, zu der man selbst gehört oder gehören möchte, redaktionelle Vorgaben und Anpassungsdruck als Ursache für die Tendenz zu * Selbstgleichschaltung, Meinungshomogenität durch Ausgrenzung allzu deutlicher Abweichler,

    -die sich aus all dem ergebende Kluft zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung.

    Indem die selbsternannten Leitmedien bei ihrer Selbstreflexion diese Fragen weitgehend aussparen, belegen sie freiwillig den Hauptvorwurf gegen sie: Lügen durch Weglassen. Die Journalisten stehen vor der durchaus schwierigen Aufgabe, genau so viel Meinungsfreiheit zu demonstrieren, wie Scheinobjektivität erfordert, aber durch das Ausblenden von Ursachen und Interessen nicht anzuecken. Gerade durch dieses Taktieren verfehlt die Nachrichtengebung letztlich ihren Programmauftrag.

    Diese Feststellung ist ausdrücklich kein Plädoyer etwa zur auch schon geforderten Abschaffung der gelegentlich doch sehenswerten öffentlich-rechtlichen Sender, sondern eine Abmahnung.

    Auftraggeber sind die zahlenden Hörer und Zuschauer, die ein Recht haben, die Programmmacher auf ihren Auftrag zu verpflichten. Sonst wandern Leser, Hörer und Zuschauer weiterhin ab, finden im Netz eine andere Öffentlichkeit. Es gibt immer Alternativen. Allerdings nicht nur auf Seiten der Vernunft. Rechtsdemagogen wissen Informationslücken zu nutzen. Dass medial manipulierte, entpolitisierte Menschen leichter zu bevormunden sind, könnte sich insofern als ein folgenschwerer Irrtum der herrschenden Eliten erweisen. Auch deshalb verteidigen sich derzeit viele Medien und Institutionen mit Faktenchecks, bei denen man wiederum genau hinsehen muss. Denn es ist im Zweifelsfalle natürlich möglich, nur Belege für die eigene Sicht anzuführen.

    Demgegenüber gibt es Instrumente, wie nie zuvor: Abgeordneten Watch, Finanz Watch, Medien Watch. Ob Privatmedien, PR Agenturen und erst recht öffentlich rechtliche Anstalten, wer beim Lügen erwischt wird, könnte gesellschaftlich geächtet werden. Schützenswert ist auch „das Recht auf nicht manipulierte Tatsacheninformation, ohne welche die ganze Meinungsfreiheit zu einem entsetzlichen Schwindel wird“. So Hannah Arendt in ihrem berühmten Essay Wahrheit und Lüge in der Politik, der hoffentlich an allen Journalistik-Schulen diskutiert wird. Denn ihre darin erhobene Forderung, Tatsachen und Meinungen seien streng voneinander zu unterscheiden, wird m.E. gern missverstanden. So als sei die Gefahr schon gebannt, wenn in einem Beitrag nur Fakten vermittelt würden und im anderen nur Meinungen.

    Das ist natürlich Unsinn, jedes journalistische Produkt würde verarmen, wenn nicht beides nebeneinander stünde. Meinungsstarke Kommentare und Essays brauchen Tatsachen, auf die sie sich beziehen können und selbst reine Nachrichtenformate, die Tatsachen melden, zitieren ständig Politiker oder Experten, die diese Fakten werten. Der Wortstamm von Meinung ist mein, es geht um die subjektive Wertung einer Tatsache. Wenn es sich wirklich um eine wertende Meinung handelt, ist sie als solche leicht erkennbar, also hinreichend von einer Tatsache getrennt und kann daher getrost neben Fakten stehen. Viel problematischer ist die Vermischung von erwiesenen Tatsachen und unbewiesenen Tatsachen-Behauptungen. Also von Fakt und Fake. „Meinungsfreiheit ist eine Farce, wenn die Information über die Tatsachen nicht garantiert ist“, so Arendt. Und weiter: „In einer Welt, in der man mit Tatsachen nach Belieben umspringt, ist die einfachste Tatsachenfeststellung bereits eine Gefährdung der Machthaber.“ Tatsachen wiederum seien nur durch Lügen zu erschüttern. Das bewusste Leugnen von Tatsachen ist für sie schon Lügen.

    Nach diesem strengen Maßstab haben die Mainstream-Medien zu der Frage ob sie lügen, keine guten Karten.
    https://www.rubikon.news/artikel/zur-pressefreiheit-gehort-auch-die-freiheit-zur-kritik-an-der-presse

    Dazu noch ein Auszug aus Herrn Bräutigams aktuellen Artikel bem Rubikon, auf den Herr Loyen bereits verdienstvoll hinwies oder in welchem Kontext geschieht Afghanistan und was sonst noch in der Welt passiert:

    Dienstag, 30. Januar 2018, 10:34 Uhr
    ~10 Minuten Lesezeit
    Die Farce-Demokratie
    „Demokratie ist die Staatsform des Bürgertums, wenn es sich noch nicht getraut, seinen Faschismus offen zu zeigen“, meint Volker Bräutigam.
    von Volker Bräutigam

    (…)
    Unsere bürgerliche Demokratie funktioniert nur formal, und nicht einmal das lässt sich uneingeschränkt behaupten.

    70 Prozent der Bevölkerung sind gegen die Rente mit 67 und gegen die Hartz-Gesetze. Aber 80 Prozent unseres demokratisch gewählten Parlaments stimmten dafür.

    Drei Viertel der Deutschen sind gegen unsere Kriegsbeteiligung in Afghanistan und andernorts in der Welt. Aber unsere demokratisch gewählten Volksvertreter stimmten mit gleicher Mehrheit für den Krieg. Und bleiben bis heute dabei.

    Weit mehr als 60 Prozent sind gegen die Privatisierung der Öffentlichen Daseinsvorsorge. Aber die überwältigende Mehrheit unserer demokratisch gewählten Volksvertreter verhökerte das öffentliche Eigentum. Einiges sogar zu Schleuderpreisen, siehe Treuhand…

    Zwei weitere Aspekte dürfen in dieser Aufzählung nicht fehlen: Banken-Rettung mittels Steuermilliarden! Und derweil jedes fünfte deutsche Kind in bitterster Armut.

    Die Liste der bedrückenden und empörenden Beispiele für die Unfähigkeit der bürgerlichen Demokratie, den Volkswillen umzusetzen, ließe sich beliebig verlängern; für meine Argumentation ist das aber nicht vonnöten.
    Geldaristokratie

    Es scheint bei uns in Deutschland Volkes Wille zu sein, dass Demokratie die Herrschaft der Geldaristokratie nicht antastet. Noch beteiligen sich immerhin gut 70 Prozent der Stimmberechtigten an der Farce der Bundestagswahlen und zementieren somit die Herrschaft dieser Eliten. 70 Prozent dürfen zwischen Kuhfladen und Pferdeäpfeln wählen, in jedem Fall systemerhaltend. Echte ideologische Alternativen erhalten in unserem „demokratischen“ System keine Chance auf eine parlamentarische Beteiligung, zum Beispiel tatsächlich sozialistische Parteien.
    https://www.rubikon.news/artikel/die-farce-demokratie

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