Im Gespräch: Albert Ettinger („Kampf um Tibet“)

„Free Tibet!“ – dieser Ausspruch kommt für das europäische Ohr zunächst einmal recht wohlklingend daher. Freiheit ist immer gut, insbesondere dann, wenn diese Freiheit im imperialen Interesse ist.

Doch wie stark wird das tibetische Volk tatsächlich unterdrückt? Welche Politik verfolgt China in Tibet und welche Rolle spielt und spielte der Westen?

Albert Ettinger, gebürtiger Luxemburger, beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren intensiv mit diesem häufig als „Dach der Welt“ bezeichneten Gebiet. In seinem Buch „Kampf um Tibet: Geschichte, Hintergründe und Perspektiven eines internationalen Konflikts“ zeichnet Ettinger ein Bild, das sich von jenem, dass uns Hollywood zu vermitteln versucht, deutlich unterscheidet: Wussten Sie beispielsweise, wie blutig es früher im Kreise des Dalai-Lamas zuging? Und wussten Sie, dass die CIA Terrorgruppen im Osten Tibets unterstützt hat?

Im Gespräch mit KenFM räumt Albert Ettinger gründlich mit festgefahrenen Stereotypen auf und zeigt eindrucksvoll, wie sehr wir auch im Kontext von Tibet medialer Propaganda aufgesessen sind. Eine neue Perspektive auf einen alten Konflikt, die schon lange überfällig war.

Inhaltsübersicht:

0:00:54 Tibet – westliche und chinesische Sicht

0:20:03 Das alte Tibet

0:40:05 Tibet und China

0:53:35 Die bedeutendsten Dalai Lamas

1:04:28 Mao Tse-tung’s 17-Punkte-Abkommen mit Tibet

1:19:20 Die CIA in Osttibet

1:30:13 Die Ausschreitungen von 2008

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35 Kommentare zu: “Im Gespräch: Albert Ettinger („Kampf um Tibet“)

  1. Falls jemand die Nebengespräche, etwas ab vom Thema, auf diesem Thread mitverfolgt hat, interessiert es ihn/sie vielleicht zu wissen, daß der yt-Kanal "Odysseus" mit 35.500 Abonnenten gelöscht wurde – also zensiert wurde. So wie es der Betreiber warnend vorausgesagt hat.
    (Ich besitze ein Download eines der Videos über Corona mit wichtigen Informationen, die jetzt aber öffentlich nicht mehr erhältlich sind, soviel ich weiß.)

    Seine Themen waren in letzter Zeit vor allem die Verschleierung über das wahre Ausmaß der Epidemie, sowie Aufklärung über 5 G.

    • https://mailchi.mp/3bbdbe817ad6/odysseus

      Ob es für diesen so wichtigen Kanal wohl auch Solidaritätsbekundungen geben wird?

  2. Sehr interessantes Gespräch. Es erinnert mich an einen Vortrag, den ich vor ein paar Jahren gehört habe. Der hatte mich so verblüfft, weil Tibet und tibetische Kultur ganz anders dargestellt wurde, als ich es mir vorher vorgestellt hatte. Diese Vorstellungen entsprangen weitgehend den Büchern von Eliot Pattison. Der Vortrag enthielt ziemlich widerliche Details. Ich habe inzwischen gesucht und gefunden: Colin Goldner "Hinter dem Lächeln des Dalai Lama (Vortrag Univ. Wien 18.05.2012)"
    https://youtu.be/SDuqayOx2Nw

  3. Nun ja, da ich die beiden Bücher nicht gelesen habe, kann ich mich nur auf das interessante Gespräch beziehen und es ist doch immer wieder 'beruhigend', dass es auch im heil(ig)en Tibet nicht wesentlich anders lief/läuft wie sonst so in der Welt.
    Eine ergänzende Lektüre-Empfehlung, welche sich ausführlich mit den politisch-religiösen Verquickungen des buddhistischen Klerus in Tibet beschäftigt: Victor und Victoria Trimondi, "Der Schatten des Dalai-Lama" – (Wen es interessieren sollte, seien noch die beiden Folge-Bücher "Hitler, Buddha, Krishna – eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute" und Krieg der Religionen: Politik, Glaube und Terror im Zeichen der Apokalypse" angeraten.)

    • Hitler, Buddha, Krishna?

      Wer so was in eine Reihe setzt, der weiß nicht, was er da tut. Tiefste Dunkelheit. Perversestes Denken und Verbinden.

      Was für ein Wahnsinn.

    • Ich bin noch mal da, nachdem ich mich zwei Stunden im Bett gewälzt und versucht habe, zu verstehen, wie es passieren kann, daß Menschen sich derart verirren.
      AMMA : Ich hatte Gelegenheit, sie in München zu erleben. Eine Frau, die wohl wie keine andere in Hingabe an Krshna ihr Leben verbringt und inzwischen, wie er, nichts ist als Liebe, Liebe, LIebe.

      Sechseinhalb Minuten als Kommentar zur Reihung "Hitler, Buddha, Krishna":
      https://www.youtube.com/watch?v=ScW_PhXB8hc

    • https://www.youtube.com/watch?v=pUMcsXR7ooE
      Amma – Krishna Nana Krishna

      Fazit: Der Kopf weiß nichts über das Leben. Nichts über Liebe. Nichts über Hingabe. Nichts über Spiritualität. Nichts über Mitgefühl. Nichts über Frieden. Nichts über Krshna, Buddha, ….

      "Immer wieder beruhigend"?

      https://www.youtube.com/watch?v=VPS1YDu-aeU

    • „Die menschliche Natur überrumpelt den Progressiven immer.“ (Gomez Davila)

      Gesara, soviel unnötige Erregung bzw. Empörung bezüglich eines Buchtitels, die Sie um ihren Schlaf gebracht hat… (Muss ich davon ausgehen, dass Sie das Buch nicht gelesen haben?)

      Dabei ist es doch, spätestens seit den Indiana Jones-Filmen, allgemein bekannt, dass gewisse Kreise der SS sozusagen eine ‚esoterische Ader‘ hatten, worum es unter anderem in dem Buch geht. (Der Buddha lässt aus sich halt eben alles machen was werauchimmer meint, selbst einem Asketen einen Bauch andichten und dann im China-Restaurant an den Eingang stellen; wobei der ‚DickbauchBuddha‘ eigentlich auf den chinesischen Mönch Cho Tai-shi, genannt Pu-tai, zurückzuführen sein soll.)

      Es ging ja in dem Gespräch auch darum, dass die verschiedenen buddhistischen Schulen mehr oder weniger stark in die feudale tibetische Politik eingebunden waren/sind, ähnlich wie bei uns die christlichen Kirchen und darauf bezogen, habe ich die Bücher zur ergänzenden Vertiefung in dieses Thema empfohlen.

      Dass religiöse Vereine, Kirchen, Klöster, Schulen – je zahlreicher und einflussreicher die Anhängerschaft – unweigerlich mehr oder weniger vom vorbildlichen Ideal ihrer Begründer abweichen, das liegt in der Natur der Sache, d.h. der menschlichen Natur und selbstverständlich verhält es sich mit ‚weltlichen‘ Organisationen jeder Art ebenso.
      (Die Organisation der von Ihnen scheinbar verehrten Mata Amritanandamayi, genannt Amma, scheint ja ein Paradebeispiel dieses Dilemmas zu sein.)

      Die höchsten Ideale – worin auch immer sie bestehen mögen – dienen offensichtlich nur den wenigsten Menschen dazu sich ‚hoch zu entwickeln‘; der Durchschnittsmensch schafft es in der Regel jedes Ideal auf sein jeweiliges Niveau hinunter zu ziehen und irgendwas Dummes daraus zu machen…

      Bezüglich meiner Buchempfehlungen scheint Ihr Fazit eine ausgemachte Kopfgeburt zu sein und geht somit an der Sache weit vorbei; ansonsten lässt es sich wohl durchaus so ausdrücken, dass Einsicht wesentlich dort beginnt, wo der Verstand nicht hingelangt…
      Mögen Sie also dementsprechend zur Einsicht gelangen, dass ihre Verärgerung grundsätzlich in Ihnen begründet liegt und nicht in irgendwelchen Buchtiteln…

      P.S.
      Ich schrieb „ immer wieder ‚beruhigend‘ “ – mit der Bedeutung „einfaches Anführungszeichen“…

      P.P.S.
      ‚Sicherheitshalber‘ empfehle ich noch ein ‚Tibetfreundliches‘ Buch des vortrefflichen Dzogchen-Lehrers und Übersetzers Keith Dowman: „Geheimes, heiliges Tibet – ein Führer zu den Mysterien des verbotenen Landes“ –
      Das ist das Tibet, welches so sehr fasziniert, nicht wahr; und wo die Wahrheit liegt, muss jeder selbst herausfinden…

  4. Danke für das sehr interessante Gespräch!
    Vieles davon, manches viel ausführlicher und mit Fotos, findet man bereits in dem Buch "Tibet" von Allan Winnington, 1960 im Verlag Volk und Welt (DDR) erschienen. Es ist ein äußerst spannender Reisebericht (ca 330 Seiten) von 1955, also eine gute Ergänzung zu diesen Ausführungen.

  5. Albert Ettinger hat einen sehr westlich-europ. und einseitiger Blick im Hinblick einer chinesischen und Zusammenarbeit. Vieles wird auch stimmen was Albert Ettinger berichtet, aber es sind äußere Symptome von inneren geistigen Konflikten des Zusammenlebens.

    KenFM täte gut daran, wenn auch Tibeter zum Gespräch eingelden werden. Vor 15 Jahren haben sich westliche Politiker gerne mit dem Dalia Lama fotografieren lassen bis China mehr oder weniger direkt dies als "Einmischung" verbot.

    Die tibetischen Stämme geraten mehr und mehr in eine von außen bestimmte Beurteilungsspirale aufgrund von Bodenschätzen " Lithium, Gold, Kupfer, Blei, Zink, Silber und Uran, sogenannte "seltene Erden" mit hoher Begehrlichkeit.

    Die Tibeter selbst stehen untereinander im Konflikt bzgl. der besseren Strategie: Anpassung, öffentlicher Widerstand oder eigenes Staatsgebiet. Anpassung führt derzeit zur Unterdrückung, öffentlicher Widerstand ist aufgrund von Handelbeziehungen mit China ein "rotes Tuch" und ein eigenes Staatsgebiet könnte der eigene Kultur-Suizid bedeuten, den Tibet ist keine Nation sondern ein Kulturgebiet. Tibet muss man mit dem Herzen sehen und das wird stranguliert und so zum Schweigen gebracht.

    Die chinesische Regierung verfolgt immer stärker eigene Interessen indem sie die Kontrolle über die Tibeter ausweiten und jeglicher Mitbestimmung über ihr Land und ihre Ressourcen zu vereinnahmen. Durch unseriöse Siedlungspolitik, Kulturverlust, Landraub und Umweltverschmutzung wird die Lebensgrundlage der Tibeter genommen.

    • Natürlich bekommen wir immer Perspektiven vermittelt. Ein Elefant sieht von vorne anders aus als von hinten. Insofern ist jede Ansicht "kritikwürdig", denn sie wird nie das ganze Bild vermitteln. Was ich unseren MSM vorwerfe, ist ja nicht, dass sie eine bestimmte Sichtweise vermitteln, sondern dass sie unisono und gebetsmühlenartig immer das gleiche Mantra singen und predigen, die Hinteransicht eines Elefanten sei perfekt, ihn zu charakterisieren. Wer statt von einem Schwanz von einem Rüssel oder gar von Stoßzähnen spreche, der sei ein Verschwörungstheoritiker oder am besten gleich ein Irrer und gehöre aus dem Diskurs gedrängt und exkommuniziert.

  6. Was Desinformation und den Informationskrieg angeht:
    Es wäre für die alternativen Medien Zeit, sich mit youtube zu beschäftigen.
    Da werden seit letztem Jahr die Videos…
    1. bewertet. Das heißt, alles, was "Verschwörungstheorien" z.B. zum 11. September enthält, wird links nicht mehr in den Vorschlägen angezeigt und taucht bei der direkten Suche ganz weit unten erst auf.
    2. geframed. Unter praktisch jedes kritische Video gibt es jetzt einen Wikipedia-Link mit der offiziellen Darstellung.

    Meiner Meinung nach ist das ein Problem für die Aufklärung, da es jetzt schwerer wird, für Menschen aufzuwachen und für die aufgewachten, an interessanten Content über Youtube zu kommen.

  7. Ein hervorragendes Interview. Dank KenFM konnte ich mich wieder weiter entwickeln, bisher habe ich "7 Jahre in Tibet" geglaubt. Als in der DDR "großgewordener" ist es auch glaubhaft wie die kommunistische Partei im Buch/Film mit den "Andersgläubigen" umgeht. Nun war es doch ganz anders.
    Kennt jemand noch ein Ereignis in der Welt nach 1913 dass NICHTS mit der CIA oder deren Vorläufern bzw. NGO's zu tun hatte?
    Nach 2 Metern gelesener hier empfohlener politischer Sachbücher im letzten Jahr fällt mir nämlich nichts mehr ein…

  8. Erneut eine interessante Lektion in Geschichte, gut strukturiert und tlw. mit sehr vielen Details gewürzt. So wird schon deutlich, daß meine Unkenntnis über die Entwicklung dieses Landstriches zu schließen, eine nicht unerhebliche Zeitaufwand bedeuten würde. Aber einen erste Einordnung nehme ich mit:

    Noch Mitte des letzten Jahrhunderts war Tibet auf dem Niveau einer frühen Feudalwirtschaft mit einem unerhört niedrigen Bildungsniveau (90-95Prozent Analphabeten) und hohem Anteil an Leibeigenschaft.

    Im Zuge der sozialistischen Revolution Chinas wird mit Tibet aufgrund seiner autonomen Sonderrechte ein 17 Punkte Abkommen geschlossen, der die Eingliederung in das sozialistische China mit den Ansprüchen zur Hebung des Lebensstandarts der Gesamtbevölkerung gewährleisten soll.

  9. Hallo und viele Grüße an die Interviewpartner!
    Ein weites tolles, sehr interessantes Thema – und ein Augenöffner.
    Der CIA Direktor William Casey sagte:
    Wir wissen wann unser Programm zur Desinformation komplett ist, nämlich dann, wenn 100% dessen, was "die Amerikaner" (Anführungszeichen v. mir) glauben, falsch ist.
    "We´ll know, when our disinformation progamm ist complete, when everything the american belives is false."

    Dank NATO- Medien, ZDF und Konsorten, Süddeutsche Zeitung etc. gelingt dies auch – FAST.
    Danke für dieses tolle Thema und die interessanten Parallelen. Es ist wirklich faszinierend, wie die Konstruktuere dieser Schattenregierung (shadow government, deep state, etc) in den USA zu Werke gehen. Das Schema wiederholt sich!
    Und auch hierzulande – die CIA (etc) spricht ja davon: we own, man "besitzt", die Regierungen anderer Länder….in der EU und anderswo.
    Viele Grüße an "den Brieföffner" – so pflegte man zu DDR-Zeiten den Stasimitarbeiter aus dem Westen anzusprechen, wenn man Post rüber schickte.

  10. Was soll das hier? Schau dir erst einmal das Gespräch an, überdenke dann nochmal deine Youtube-Quellen, und poste, falls es dann immer noch unbedingt sein muss, deinen Stuss irgendwo anders. Die Trolle, die inzwischen auch bei jedem Thema über China sofort auftauchen, überraschen ja nicht. Da muss man dann auch kein Bedauern heucheln.

    "Krankenschwester unter Tränen" – das kommt uns ja gar nicht bekannt vor….

    • Hallo Corax,
      Ihr Kommentar hinsichtlich der fehlenden Videoquellen, also der bedingten Authentizität nachvollziehbar, aber bitte zukünftig etwas moderatere Wortwahl bei der Kritik – Gruss aus der KenFM Redaktion.

    • "Auf Schritt und Tritt sich selbst verletzend….."

      Sie, C., tun sich selbst hier sehr weh. Aber Sie merken es ja nicht einmal.

      Anschauen, und DANN urteilen!

      (Meine Frau ist Mongolin und sie hat mir von den Quarantänemaßnahmen dort erzählt.)

    • Na ja, liebe KenFM-Redaktion, da habe ich hier aber schon weit Schlimmeres gelesen, was die Wortwahl betrifft. Meiner Meinung nach ist ein Troll jemand, der gezielt vom Diskussionsthema ablenkt und dabei eine bestimmte Agenda verfolgt. Hier wird ein Beitrag, der sich einmal anders mit China/Tibet beschäftigt als wir das sonst in aller Regel kennen, mit mehrfachen Posts einer einzigen Person zu einem völlig anderen Thema und in der aus dem Mainstream bekannten Art und Weise "zugemüllt". Und das kommt wohl kaum von Ungefähr. Eine noch moderatere Wortwahl fällt mir zugegeben recht schwer.

      Man vergleiche übrigens z.B. einen Artikel bei tagesschau.de des ewig antichinesischen Steffen Wurzel, seines Zeichens ARD-Korrespondent in China:

      "Doch auch ganz andere Videos werden dieser Tage massenweise über Social-Media-Netzwerke geteilt. Zum Beispiel eines, auf dem ein etwa 40-jähriger Mann zu sehen ist, der an einem Schalter eines Krankenhauses steht und völlig ausrastet. Die Szene soll in einer Klinik in Wuhan gefilmt worden sein."

      Auch Wurzel greift eine einzelne, unbeglaubigte Szene heraus, um mit "Das Coronavirus in China wird zur Gefahr – auch für die Kommunistische Partei" zu resümieren. Was für ein Unfug! Aber ganz genau das ist natürlich seine Aufgabe. Der Westen hat mal wieder einen Hebel entdeckt, an dem er propagandistisch ansetzen kann. Dass die chinesische Regierung tausendmal mehr tut als es die deutsche in einer vergleichbaren Situation würde, erwähnt er natürlich mit keiner Silbe.

      Aber wieder zurück zum eigentlichen Thema.

    • Bei Interesse:

      Ein Klassenkrieg, den die Arbeiterklasse verloren hat“
      17. Januar 2020 Thomas Sablowski

      Die Entwicklung des Kapitalismus in China – ein Beitrag zur LP21-Debatte

      Ich teile die Einschätzung von Winfried Wolf (Heft 47, Lunapark21), dass in China heute die kapitalistische Produktionsweise dominiert und man nicht von einem sozialistischen Land sprechen kann, nur weil dort eine nominell kommunistische Partei regiert. Er hat die Frage aufgeworfen, „wann es in der jüngeren Entwicklung der chinesischen Gesellschaft zu einem Umschlag von Quantität in die neue Qualität kam“, wann also „die von Parteiführer Deng angeschobenen ‚Reformen‘ mit ihren kapitalistischen Elementen den nichtkapitalistischen Grundcharakter der Gesellschaft aufgehoben haben“ (ebd., 42). Auf diese Frage will ich im Folgenden eingehen. Ich stimme auch Werner Rügemer (2019) zu, dass es nicht genügt, zu konstatieren, dass China ein kapitalistisches Land sei. Die konkrete Gestalt des Kapitalismus ist für die Lebensbedingungen der beherrschten Klassen von großer Bedeutung und muss auch genau analysiert werden, um eine angemessene, an die jewe iligen nationalen Bedingungen angepasste emanzipatorische Strategie und Taktik zu entwickeln. Ich sehe allerdings die Entwicklung des Kapitalismus in China nicht so positiv wie Rügemer. Auch das möchte ich im Folgenden kurz ausführen.
      (…)
      Es ist nicht überraschend, dass das chinesische Entwicklungsmodell für viele Länder der kapitalistischen Peripherie eine hohe Attraktivität hat. Allerdings dürfte es kaum übertragbar oder kopierbar sein, da andernorts die spezifischen nationalen und historischen Voraussetzungen – die vorangegangene Agrarrevolution, die große Bevölkerungszahl, die relativ große Autonomie des Staates gegenüber den sozialen Klassen etc. – fehlen. Trotz aller Fortschritte – und wegen ihnen – ist der Kapitalismus in China durch eine enorme strukturelle Heterogenität gekennzeichnet. Trotz seiner fortschreitenden Zerstörung umfasst der kleinbäuerliche Sektor mit seinen traditionellen Produktionsmethoden immer noch Hunderte Millionen Menschen. Hunderte Millionen Wanderarbeiter leiden unter gleichsam frühkapitalistischen Ausbeutungsmethoden mit überlangen Arbeitszeiten, despotischen Fabrikregimen und gefährlichen Arbeitsbedingungen. Gegen die existie renden Arbeitsgesetze wird permanent in großem Maßstab verstoßen. Gleichzeitig werden Proteste, Streiks und Ansätze autonomer Organisierung immer wieder brutal unterdrückt. Diese Art des autoritären Kapitalismus ist sicherlich keine Alternative zu den westlichen Kapitalismen. Dass all dies unter der Regierung einer „kommunistischen“ Partei geschieht, ist vielmehr eine schwere Hypothek für die internationale Arbeiterbewegung und die fortschrittlichen Kräfte in aller Welt.

      Thomas Sablowski ist Referent für Politische Ökonomie der Globalisierung im Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung und u.a. Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Attac sowie des Beirats der Zeitschrift PROKLA
      (der umfangreiche Artikel ist komplett nachzulesen, neben weiteren Artikeln zum Thema, bei LunaPark21)

      Und:
      Wemheuer fragte mit Recht, ob die aktuelle Entwicklung diese Warnungen nicht bestätigt. Wu Yiching, der einen Text in dem von Ralf Ruckus herausgegebenen Buch "Die andere Kulturrevolution" beigesteuert hat, sieht eine direkte Verbindung vom Scheitern der Kulturrevolution und der Rückkehr der nur zeitweise entmachteten Fraktionen.

      Die setzten ihre alte Reformpolitik verstärkt fort und errichteten so nicht nur den Kapitalismus in China, sondern legten den Grundstein für den kapitalistischen Global Player China. Einigkeit herrschte unter den beiden Referenten, dass in China keinerlei Spuren von Sozialismus mehr vorhanden sind, bis auf die Traditionsbezüge und die Phraseologie. Wemheuer sprach von Staatskapitalismus, verneinte aber die Existenz eines chinesischen Neoliberalismus.

      War eine andere Kulturrevolution möglich?

      Ruckus ging auf die zersplitterte chinesische Linke ein und machte eine Trennung in eine staatsorientierte Linke, die sich noch immer im Umfeld der Kommunistischen Partei befindet und sich wieder verstärkt auf alte maoistische Grundsätze beruft. Dazu gehören auch Teile der Arbeiterklasse in den Staatsbetrieben.

      Zudem gibt es auch noch eine kleine neomaoistische Linke, die sich auf den Staat bezieht. Für Ruckus interessanter sind aber die Teile der Linken, die jeden positiven Bezug auf die Regierungspartei ablehnen. Sie sehen sie als strukturell rechts und Träger der Repression gegen soziale Bewegungen.

      Teile dieser staatsfernen Linken beziehen sich allerdings durchaus positiv auf die Kulturrevolution als soziale Bewegung und sogar als Teil der weltweiten sozialen Revolte. Damit sind sie nahe bei den Interpretationen zeitgenössischer Linker der späten 1960er Jahre. Die Kulturrevolution war nicht nur ein Bezugspunkt für die unterschiedlichen kommunistischen Strömungen, sondern auch von Gruppierungen mit eher anarchistischer Ausrichtung, wie es beispielsweise die Bewegung 2. Juni in Westberlin war.

      Heute wird die Kulturrevolution zum großen Teil als eine von Mao und seinen engsten Mitarbeitern manipulierte gewaltvolle diktatorische Bewegung dargestellt. Dass Linke in aller Welt auf die Kulturrevolution Bezug genommen hatten, wird hingegen als Ausdruck ideologischer Verblendung abgetan. Diese Sichtweise ist aber selbst nur ein Ausdruck des globalen Rechtsruckes.

      Vor allem Ralf Ruckus macht mit seinem Buch die Kulturrevolution wieder als soziale Bewegung kenntlich, die eben auch in China Kräfte inspirierte, die sich ganz klar in Opposition zum Nominalsozialismus befinden. In den letzten Jahren unterstützten diese antistaatlichen Linken Kämpfe und Streiks von Arbeitern in China nach mehr Lohn und mehr Rechten.

      Diese Kämpfe waren durchaus in vielen Fällen erfolgreich. Das Lohnniveau in China hat sich erhöht. Allerdings hat sich auch im Fall China die Hoffnung nicht bestätigt, dass die Streikenden über ihre unmittelbaren Forderungen hinaus auch weitere gesellschaftsverändernde Zielstellungen artikulieren.

      Aus:
      Die Linke und China
      12. Januar 2020 Peter Nowak
      Kann China noch Impulse für Protestbewegungen in anderen Ländern geben?
      (heise/Telepolis)

    • So uninteressant ist das mit dem Virus nicht… keine Ahnung wie schlimm der wirklich ist.

      Aber: wenn man das Projekt neue Seidenstraße verfolgt und sich fragt, was das US-Imperium eigentlich dagegen unternehmen will… und paar Tage später bricht plötzlich ein schlimmes Virus in China aus.
      Keine Ahnung, ich finde das schon sehr interessant. Würde auch eine biologische Kriegsführung nicht ausschließen. Vielleicht das ganze mal unter diesem Aspekt betrachten. Wie könnten die USA China schwächen?

    • Wir haben in Deutschland jetzt den ersten bestätigten Fall (von dem wir wissen). Ich wollte nichts als eine Warnung aussprechen, sich vorzubereiten. (Vorräte, Wasser …)
      Bei all diesen Erörterungen wird die Kabale gar nicht in Betracht gezogen. Also jene mafiöse Struktur, jener globale Deep State, der an NWO und Bevölkerungsreduktion arbeitet und vor Millionen, ja, vielleicht Milliarden von Toten nicht zurückschreckt.
      Es ist durchaus denkbar, daß diese Kabale jetzt versucht, China zu isolieren, was vermutlich zu einem globalen Crash führen könnte. Und dann anschließend zu dem von der Kabale angestrebten Neustart – nachdem Vernichtung von Leben und Wirtschaftsstruktur in "ausreichendem Maße" stattgefunden haben.

      Nichts als eine Warnung an jene, die bereit sind zu hören.
      Euer geliebtes China habe ich dadurch nicht im Geringsten angegriffen.

      K-team: Ach ja, die Quellen. Wenn Sie behaupten, Sie wären in der Lage, angesichts der Verlogenheit der Menschheit mit Sicherheit sagen zu können, ob etwas wahr ist oder nicht. (Aus dem Mind heraus. Also quasi in völlig er Dunkelheit.)
      Dann machen Sie sich meiner Meinung nach was vor.

      Wohl jenen, denen ihre Intuition sagt, ob es die Realität ist, die beschrieben wurde, oder nicht.
      Ob sie die Wahrheit gehört haben, oder nicht. Denn so etwas gibt es.

    • In der Tat ist das derzeitige "Pandemie – Narrativ," eine win-win Situation für die jeweilige herrschende Klasse. Ablenkung und weiterregieren mit Furcht. Auch für den Westen, hier kann man natürlich mit dem Finger auf die garstigen Chinesen zeigen, die sich auch noch kurioserweise Kommunisten nennen.

      Da ich das nicht verfolge und nur mitbekomme wenn es nebenbei erwähnt wird. Ich denke es war vorgestern, achtzig Tote bei insgesamt zweitausend Infizierten. In einem rot eingezeichneten Gebiet von der halben Größe Europas. Wieviele hundert millionen Chinesen leben da? Das schafft doch jede sonstige Grippewelle auch, oder?

      Allein in Deutschland gibt es jeden Monat, gerundet, über dreihundert Verkehrstote bei Unfällen im Straßenverkehr. Holt man deswegen die vierrädrigen Panzer von den Straßen und nutzt die vorhandenen Alternativen?

      Auch meinte Herr Pispers in einem Beitrag, bei dem er sich zur Vogelgrippe äußerte, "letztes Jahr war nix, da konnte man sich auf kein Tier einigen."

      Volker Pispers ist bitterböse, versöhnlich und blitzgescheit
      Hans-Jochem Schulte
      07.11.2015 – 08:10 Uhr

      Ennepetal. Fast drei Stunden hat er sich den Mund fusselig geredet, sich abgearbeitet an der Politik und am Kapitalismus sowieso, und er ließ so gut wie keinen dabei aus. Volker Pispers erklärte seinem Publikum im voll besetzten Saal des Hauses Ennepetal den Lauf der Welt, und die Besucher hingen förmlich an seinen Lippen. Sie spürten Ironie, hörten bitterböse Formulierungen, auch Sätze, die verletzen können. Fast im selben Moment stand Pispers wieder versöhnlich, fast entschuldigend wirkend auf der Bühne. Es ist die hohe Kunst des Kabarettisten.
      (…)
      An der amerikanischen Politik ließ er kein gutes Haar und Putin sei auch nicht gerade sein Freund. Mit den Medien hat es Pispers auch nicht so. Sie würden die Wirklichkeit im Lande verschleiern durch das Schüren von Ängsten – „Was ist denn noch mit der Vogelgrippe?“, so dass die Reichen ungestört immer reicher, die Armen immer ärmer würden. Teilen sei in unserer Welt angesagt, ließ er wissen.
      (…)
      Demokratischer Sozialismus

      Er schilderte die Absurditäten bei der Riester-Rente. Zynisch, hellsichtig und auch wütend, kann man den Auftritt Pispers beschreiben. Er lässt es alle wissen: er steht links und träumt von einem demokratischen Sozialismus. Mit seinem Satz „Rot-Grün, Schwarz-Gelb, Ampel oder Große Koalition, das ist Scheiße in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen“, hat er eigentlich alles gesagt. So ist er, und das altersmäßig sehr gemischte Publikum gibt lange Beifall, und auf dem Weg zur Garderobe hört man es: „Es war ein schöner Abend. Hat er wohl recht?“ Mehr kann ein Kabarettist nicht verlangen.
      (Westfalenpost)

    • Ich gehe da eher mit Volume, der von Kriegsführung durch B-Waffen sprach.

      Wäre doch möglich, denn Krieg gegen die Bevölkerungen der Erde wird ja schon lange geführt. Erst die Menschen durch Versprühungen toxischer Aerosole (Aluminium, Barium, Strontium, Diverses, auch Glyphosat wurde bereits in Trails nachgewiesen …) schwach und anfällig für Infektionen und Viren machen und besonders Lungen, Immunsystem und Nerven schädigen; dann noch 5 G-Mikrowelle dazu (das soll übrigens in der durch Corona am stärksten betroffenen Stadt in China bereits realisiert sein!!!) und den Deckel dann mit einem Lungenvirus zumachen.

      Wie Box schreibt. Alles im Sinne der Herrschenden.

      Nun gibt es aber unrealistische Ängste, die uns lähmen, willfährig und irreführbar machen; und es gibt solche, auf die man durch Handeln reagieren sollte, ohne sich verrückt machen zu lassen.

      Wenn Menschen, wie im unten verlinkten Video gezeigt, auf der Straße umkippen, dann werde ich schlagartig hellwach.

      Die Zukunft wirds ans Licht bringen. Ich würde gerne völlig falsch liegen, sooo gern.

  11. Völlig off-topic, ich bitte um Entschuldigung.

    Corona außer Kontrolle. Teilen und downloaden solange es noch geht:

    https://www.youtube.com/watch?time_continue=1&v=XAqAv843DF4&feature=emb_logo
    "Coronavirus pandemic in China out of control! Wuhan and other cities with military"

    ——————

    Ich bedaure sehr, daß das hier dazwischenkommt. (Es erscheint mir jedoch immens wichtig, diese Infos zu verbreiten.)
    Ich bin ein großer Freund der Tibetischen Kultur und Spiritualität.

    • https://www.youtube.com/watch?v=kc-KQYoOKBc

      "Coronavirus. Ein Bürger in Wuhan widersetzt sich der Regierung und veröffentlicht eine Bitte an die Welt auf YouTube. Er erzählt von der schrecklichen Situation, die sich wegen des Coronavirus in Wuhan abspielt. Das Original wurde gelöscht. Bitte sehen Sie es sich an und teilen Sie es mit anderen. Schalten Sie die Untertitel in den Untertiteln ein. Beten Sie für seine Sicherheit wegen seines Mutes, dieses Video zu veröffentlichen."

      ——————–

      Außderdem habe ich soeben erfahren, daß es in der Mongolei bereits Quarantänemaßnahmen gibt.

    • Was soll das hier? Schau dir erst einmal das Gespräch an, überdenke dann nochmal deine Youtube-Quellen, und poste, falls es dann immer noch unbedingt sein muss, deinen Stuss irgendwo anders. Die Trolle, die inzwischen auch bei jedem Thema über China sofort auftauchen, überraschen ja nicht. Da muss man dann auch kein Bedauern heucheln.

      "Krankenschwester unter Tränen" – das kommt uns ja gar nicht bekannt vor….

    • Geoutet hat sich jemand mit großer Wahrheitsliebe und einer ausgeprägten Intuition.

      Der Kanal "Odysseus" mit 35.5oo Abonnenten, die er sich hart über eine lange Zeit erarbeitet hat,
      wurde heute "geleert". Er enthält, laut yt, keinerlei Videos und auch sonst keine Inhalte mehr. Die Zensur greift um sich, und hier spielen immer noch User die Wächter und Wachhunde des Medienkartells, kaum zu fassen.

      Da ich die Warnung und Voraussage von Odysseus ernst genommen habe, besitze ich wenigstens noch
      das erste Video zur Epidemie.

      wolfcgn – Was Sie so alles "glauben".

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