KenFM im Gespräch mit: Dr. Alexander Dill („Die Welt neu bewerten“)

Kolonialismus hat viele Gesichter, z. B. indem man den Wert einer Nation danach bemisst, wie hoch das Bruttoinlandsprodukt ausfällt, abgekürzt BIP.

Wer einen hohen BIP-Wert erwirtschaftet, erhält günstige Kredite. Länder mir weniger auf Produktion getrimmter Wirtschaft müssen dann horrende Zinsen bezahlen und rutschten in die Schuldenfalle.

Wer die koloniale Brille trägt, kann das soziale Klima eines Landes nicht als Wert erkennen oder besser anerkennen. Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft oder Mitgefühl sind Werte, die im BIP nicht enthalten sind. Aber sind sie deshalb auch nichts wert?

Wir müssen endlich aufhören, dem gesamten Globus unsere neoliberalen Maßeinheiten aufzuzwingen. Der Wert eines Landes setzt sich aus weit mehr zusammen als klassische Waren, die man über den Scanner ziehen kann.

Der promovierte Soziologe Alexander Dill, Gründer des Institute of Commons and Economics zur Messung von Sozialkapital in Basel, rät als Autor seinen Lesern, die ideologischen Scheuklappen abzulegen und den überfälligen Perspektivwechsel zu vollziehen.

Der Westen und seine sogenannten Werte und Messmethoden sind weder neutral, noch geeignet die Zukunft des Planeten zu sichern.

Der wirtschaftliche Output einer Nation kann nicht die einzige Bemessungsgrundlage sein nachdem es Zugang zu den internationalen Finanzmärkten hat. Es sei denn, man verfolgt verdeckt das Ziel, diesem von außen knebelnde Regeln aufzuzwingen.

Inhaltsübersicht:

0:00:49 „Sich ändern heißt, Gewohnheiten über Bord schmeißen“

0:13:18 Ein neuer Weg soziologischer Befragungen

0:22:45 Ein Welt-Sozialsystem: Wenn ein Land profitiert, müssen alle anderen daran teilhaben können

0:34:37 Die Auflösung der NATO durch die UN

0:44:46 Privatisierungen: Wenn man Volkseigentum sinnlos verschenkt

1:05:32 Friedliche Länder mit hoher Religionsvielfalt

1:19:14 Bedingungslose Entwicklungshilfe

1:25:30 Eine Utopie: Mit einem Weltfinanzamt in eine friedlichere Welt

1:40:13 Ethisch denken, bis sich Krieg einfach nicht mehr lohnt

+++

KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

21 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Dr. Alexander Dill („Die Welt neu bewerten“)

  1. Ja , das Volk, die Völker werden dreist und unverschämt ausgeraubt. Oder besser gesagt, sie lassen sich freiwillig ausrauben!
    Ein Gedanke der mir schön öfters durch den Kopf ging ist, dass sich die Lohnabhängigen (alle!!) organisieren, vernetzen müssten! Wir haben alle Möglichkeiten! Noch nie war es so realistisch, dass sich eine unbeschreiblich große Masse an Menschen organisieren konnte.
    Ich meine, die Gewekschaften sind ja offensichtlich längs unterwandert und korrumpiert. Die letzten Lohnabschlüsse waren eine Unverschämtheit und die Gewekschaftsspitzen verkaufen das noch dummdreist als Erfolg. 6% !!!!!!! dass diese paar Prozente auf 3 Jahre laufen wird leise dazu gesagt…
    Merken die Menschen nicht, dass sie mit den Gewekschaften den Gegner in den eigenen Reihen haben?!?!
    Also: was passieren müsste ist eine Bewegung der sich ALLE Lohnabhängigen anschließen können. Auch könnte man „Beitrittshürden“ (horrende Beiträge für die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft die ohne keinen Finger rührt), (zumindest horrend für Menschen die präker beschäftigt sind!) einfach weglassen. Es wäre nur eine Vernetzung der Lohnabhängigen.
    Die könnte man mit relativ wenig finanziellen Aufwand bewerkstelligen. Ich meine, wenn irgend etwas triviales passiert weiß es doch auch gleich die ganze Gesellschaft. Warum sollte das auf diesem Weg nicht funktionieren.
    Wenn sich ALLE (oder ein Großteil) der Lohabhängigen vernetzt und organisiert haben, könnte man forderungen stellen. Werden sie nicht eingelößt gibt es empfindliche Konsequenzen.
    Das wäre die Macht des Volkes!
    Man müsste sich nur über das Internet in eine Liste eintragen (kostenfrei, mit freiwiliger Spende für die Sache), ein Zähler der Mitglieder eingebaut (wie bei Petitionen) und wenn der eine gewisse Zahl erreicht hat, wird es zum Selbstläufer, die Mächtigen würden zu zittern beginnen.
    Man könnte so auch leicht etwas wie einen Generalstreik einleiten, müsste man halt anders nennen, zB. freiwillige Teilnahme…
    Warum geht in diese Richtung nichts?!

    • August Bebel, der Gründer der deutschen Arbeiterbewegegung, war zunächst der einzige Abgeordnete der Arbeiter im Deutschen Reichstag. Der Generalstreik hat eine lange Tradition in Griechenland, Italien, Frankreich und Spanien. Er ist heute leider ausgestorben, da das soziale Gut Solidarität in materiellen Dingen nicht mehr existiert, d.h.: Es gibt keine gemeinschaftliche Identifikation mit gesellschaftlichen Problemen Schwächerer mehr.
      Die von Ihnen erwähnten Internetlisten etwa bei Avaaz und change.org sind Klickmaschinen, die auf populäre Feindbilder zielen, aber keinerlei gesellschaftlichen Fortschritt entwerfen und fördern.
      Es sind Social Media des Ressentiments und des Greenwashings.
      Wer ist nun das Volk? Immerhin Schliemanns, können Sie sich hier als Teil des Volkes äußern und erhalten gar Antwort. Ich bin aber auch Volk. Jeder ist Volk. Ken Jebsen ist auch Volk.
      Und hier ist ein Ort, wo wir sprechen und diskutieren dürfen.
      Wenn Sie also Vernetzung wünschen – hier sind Sie offenbar angekommen.

    • Was mir bei allen Diskussionen in Bezug auf die Zukunft fehlt, ist eine umfassende Auseinandersetzungen mit den Veränderungen, die die Technik bringen wird.
      Nur ein Beispiel: Adidas kündigte glaube ich vor zwei Jahren an, seine Produktion wieder nach Deutschland zu verlegen.
      Allerdings käme die Produktion künftig fast gänzlich ohne Arbeiter aus.
      Das dürfte in nicht allzu ferner Zukunft auf so ziemlich jede Massenproduktion zutreffen.

      Ich gehe noch einen Schritt weiter und behaupte, dass es noch viele von uns erleben werden, dass sie ihren eigenen 3D-Drucker zu Hause stehen haben, wodurch Unternehmen wie Adidas zu reinen Entwicklern und Lizenzverkäufern werden.
      Hierfür bedarf es lediglich der Entwicklung und, dank der Technik, eines sparsamen Buchhaltungsapparates.
      Im Zuge dessen wird sich der Handel vorrangig auf Lebensmittel, so lange noch möglich, fragwürdiger Herkunft und natürliche/chemische Stoffe stützen. Der Handel dürfte sich noch stärker online abspielen.
      Schon hier werden massig Arbeitsplätze wegfallen.

      Dann haben wir viele andere Bereiche in denen Computer ebenfalls immer stärker Aufgaben übernehmen werden. Egal ob im Sozialen, Juristischen, in der Gesundheit, im Dienstleistungsbereich oder der „Sicherheit“.
      Ja es kommen neue Berufe, aber zum einen wird es hierfür einer immer höheren Qualifikation bedürfen und zum anderen wird dies den Umfang der wegfallenden bei weitem nicht decken. Eine Zweiklassengesellschaft wäre die logische Folge, sofern dies nicht durch ein völliges Umdenken verhindert wird. Welche der beiden Gesellschaften die mit Abstand Größte sein würde, kann sich jeder selbst ausmalen.

      Ich frage mich schon länger, wie man gedenkt dies in Einklang mit den 2000 von der UN vorgeschlagenen und nun geplanten 500.000 Einwanderern/Jahr zu bringen um ein „Schrumpfen und Altern“ der Bevölkerung abzufangen.
      Man sollte doch meinen die Entwicklung der Technik, der damit einhergehende Wegfall vieler Arbeitsplätze passt wunderbar zur eigentlichen Entwicklung in der Bevölkerung?
      Wer soll mit diesen Plänen eigentlich geschützt werden? Denkfehler? Für Anregungen wäre ich dankbar.

      Meine persönliche ideale Vorstellung wäre jedem endlich gehörig auf die Finger zu klopfen, der diese in Gebiete steckt, in denen sie nichts zu suchen haben, aus welchen vorgeschobenen Gründen auch immer und die Gesellschaften wieder auf das Lokale zu lenken. Land- wie auch Firmenverkäufe ins Ausland unterbinden.
      Mit Hinblick auf Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit gemeinsam (unter Einbeziehung jedes Bürgers) eigene Ideen für die Zukunft zu entwickeln. Das KnowHow ist vorhanden und kann, falls gewünscht weitergereicht werden.
      Jede Gesellschaft, ohne anmaßende Einmischung, sich selbst entwickeln lassen.
      Ein Traum, ja.

      Das bedingungslose weltweite Grundeinkommen. Eine interessante Idee, allerdings muß man ja mittlerweile immer auf Fallen gefasst sein. Neoliberalismus klingt auch supi, ist es aber in der Summe nur für ein bis zwei Handvoll.
      Hier entscheidet die Art der Umsetzung in wie weit dies allen nützt, oder ob es lediglich wieder nur für wenige die Weltherrschaft festigen soll, für die Fairness, Nachhaltigkeit und ein respektvolles Miteinander keine Rolle spielen.
      Für den Übergang wäre dieses Grundeinkommen nicht nur ökonomisch sinnvoll, sondern auch moralisch richtig. Viele Länder haben erst durch die Interventionen anderer Länder schwer zu bewältigende Probleme bekommen.
      Wieder gut machen könnte man damit sicher kaum etwas, aber zumindest wieder auf die Füße helfen und gleichzeitig ein Stück Würde zurückzugeben.
      Sollte Herr Dr. Dill diese Idee allerdings als Dauerzustand begrüßen, bezweifle ich dass seine Motive zur Lösung dringender Probleme beitragen werden, sondern befürchte eher eine Verschlimmerung.

  2. Selbstverständlich darf man auch System-Gandhis und Ignoranten zu Wort kommen lassen, man muss ihre Aussagen aber nicht zwingend ernst nehmen. Die Aussage von Herrn Dill, es gäbe keine Koordination mit wirtschaftlicher oder imperialer Motivation andere Länder auszubeuten, ist wie den Holocoust zu leugnen. Rechnet man nur die an Mangelernährung gestorbenen und verhungerten Kinder in der südlichen Hemisphäre auf die vergangenen 10 Jahre +/- hoch, ergibt sich eine Zahl die man nur als Genozid bezeichnen kann, wenn einem die Zusammenhänge bewusst sind. Nur schon der imperiale Lebensstil allein genügt um ein Massaker anzurichten, einmal abgesehen von Demokratie-Bombern und Raketen.

  3. Danke für das interessante Interview,

    ich muss Vizero hier absolut zustimmen. Herr Dill äußert sich meiner Ansicht nach, oftmals etwas blauäugig. Dies beginnt bereits ab Minute 1:50 zur Frage nach dem eigenen Sohn, welcher entsprechend Aussage „Manager beim Allianz-Konzern“ ist. Hier konnte ich nur mit dem Kopf schütteln und wusste nicht ob ich lachen oder weinen soll. Vielleicht ist es eine Art Wunschdenken oder eine Schutzfunktion, welche Herr Dill hier anlegt. Die Aussage lautetet sinngemäß, in der in Politik und Wirtschaft wären heutzutage intelligente junge Leute, welche den Zahn der Zeit erkannt hätten und seiner Meinung nach interessiert an neuen Dingen wären und diese deshalb nicht bremsen würden. Da frage ich mich ernsthaft, ob Herr Dill hier nicht in einer Traumwelt lebt! In der Wirtschaft (Konzernen) und Politik, kommt man heutzutage nur in die höhere Positionen, indem man eben gegen für die Gesellschaft positive Dinge ist und handelt. Ich kenne keinen führenden Politiker welcher, welcher zeitgemäße sozial-humane Ansichten vertritt. Noch schlimmer ist es in der Wirtschaft, welche von einigen großen Banken und Konzernen beherrscht wird. Beispielsweise investiert der tolle Allianzkonzern in Streubomben und über zahlreiche Anlagefonds in Monsanto! Würde mein Sohn für ein Unternehmen arbeiten, welches beispielsweise mittels Kriegsgerät bzw. der Unterdrückung von Völkern Geld verdient, oder indem es die Umwelt nachhaltig zerstört, dann würde ich mich ernsthaft fragen, was ich bei der Erziehung falsch gemacht hätte. Es ist toll das Herr Dill Bücher über nachhaltige Entwicklung heraus bringt, aber wäre es nicht sinnvoller gewesen, evtl. etwas mehr Zeit für die eigenen Kinder zu investieren, damit diese eben besser bei Greenpeace, Bund für Umwelt und Naturschutz oder NABU etc. arbeiten würden, als beispielsweise beim Allianz-Konzern? Genau aus diesem Grund kann ich Leute wie Herrn Dill, nicht wirklich ernst nehmen.

    Auch die Ansicht wonach das US-Militär nicht für die wirtschaftliche Stärke der USA bzw. den Dollar notwendig wären, finde ich sehr fragwürdig. Gerade die Beispiele von Google und Apple und Co. sind eben wegen der Vormachtstellung der USA, welches nur durch die militärische Stärke und Einflussnahme, eine Weltanschauung propagieren, so stark geworden. Herr Dill scheint noch nichts von der Unterstützung des US-Militärs, seitens Googles gehört zu haben. Genau so wenig wie die anderer Unternehmen, selbst Siemens macht gute Geschäfte, dank des US-Militärs. Beispielsweise gibt es in den größten und bevölkerungsreichsten Ländern (China, Indien, Russland) viele selbst entwickelte Softwarealternativen, da wird weniger bis überhaupt nicht (ge)googlet, (ge)facebookt etc. Überall wo die USA keinen Druck aufbauen können, funktioniert das soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eben anders als in unserer US-dominierten Welt. Auch die Aussage, nach welcher Russland lediglich Öl und Gas exportieren, ist sehr einseitig dargestellt: Quelle: https://www.auwi-bayern.de/Europa/Russland/export-import-statistik.html
    Auch höre ich keinen Hinweis von Herrn Dill dazu, das einige deutsche Firmen deshalb bereits seit 2016 direkt in Russland investieren und sich auch da ansiedeln, um so die US-Sanktionen zu umgehen. Russland indes baut den Export in andere Länder stetig wie beispielsweise China, Iran, Türkei oder Neuseeland stetig aus.

    Was Herr Dill auch nicht anspricht, ist die Tatsache das die USA eben den Handel zwischen Europa und Russland dauerhaft zerstören wollen, damit beispielsweise das teurere US-Gas an Europa verkauft werden kann und sich hierdurch Europa und allen voran Deutschland, in eine noch größere Abhängigkeit der USA begeben. Somit wird sich Deutschland in naher Zukunft in völlig neuen Konflikten wieder sehen, nur um der US-Willkür folge zu leisten. Frankreich und Polen und einigen andere Länder, werfen sich den USA ja bereits jetzt selbstlos in die Arme.

    Viele weitere Aussagen von Herrn Dill konnte ich sofort widersprechen. Beispielweise hätten die USA keine wirtschaftliche relevanten Unternehmen für den Export!? Ich frage mich weshalb beispielsweise Walmart (Einzelhandel) den Platz 1 der größten Unternehmen einnimmt! Auch gibt es neben Boeing, Apple und Google, noch McDonalds, ExxonMobil, GM, Ford, Amazon, GE, Chevron, Microsoft, IBM, Intel, AMD, Johnson & Johnson, Procter & Gamble und und und. Und diese Unternehmen sind nur einige wenige bekannte Unternehmen. Beispielsweise kommen 3 der größten Agrochemie-Hersteller (Monsanto, Dupont, Dow Chemical) eben aus den USA.

    Besonders ärgern mich die Aussagen von Herrn Dill zum Bereich Solartechnik! Man muss nicht wohlhabend sein, um Solarzellen auf sein Hausdach, Balkon etc. zu schnallen. Vielmehr sind die von ihm spezifizierten Beispiele, die völlig Falschen. Gerade CDU Abgeordnete, Beamte etc. haben dies in der Vergangenheit vordergründig aus monetärer Sicht gemacht. Schließlich konnte man damals noch sehr üppige Subventionen kassieren. Denn ohne diese vom Endverbraucher gezahlten Subventionen, hätten Beamte, Grüne, CDU nie von allein Solarzellen aufs Dach geschnallt. Vielmehr wäre die richtige Fragestellung, weshalb Deutschland die eigene Solarindustrie völlig zerstört hat und dies nun nochmals mit der Windbranche wiederholt? Hierauf geht Herr Dill lieber nicht ein. Ein Fortschritt für den Otto-normal-Bürger bzw. die Gesellschaft, ist eben in Deutschland nicht erwünscht. Siehe: https://blog.greenpeace-energy.de/wissen/simon-das-mini-solarkraftwerk/neue-freiheiten-fuer-steckbare-mini-solarmodule/

    In meinen Augen ist Herr Dill ein Mensch, welcher das bisherige System nutzt, schützt und auch unterstützt, aber gleichzeitig mit dem Finger darauf zeigt, wie schlimm es doch sei. Und nach seiner Ansicht, werden die „jungen, gebildeten Generationen“ dieses System schon ändern. Getreu dem Motto: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!

    Es reicht meiner Meinung nach nicht mehr nur zu, Bücher zu schreiben und über Probleme zu diskutieren. Vielmehr muss jeder entsprechend seiner Möglichkeiten, auch aktiv werden und handeln.

    • Lieber Freiergeist! Ich freue mich, dass Ken Jebsen hier eine seltene Möglichkeit eröffnet, nämlich die, Kritik an Autoren und Aktivisten zu äußern, eine Möglichkeit, von der Sie hier ausführlich Gebrauch machen.

      Allein das ist bereits Demokratie im Wortsinne – und kann deshalb auch den Kritisierten nur freuen, denn warum sollte er kritische Bücher schreiben, wenn er selbst Kritik an sich verhindert und ablehnt?

      Die von Ihnen genannten Punkte etwa zur Solarindustrie und zur Schädigung des Handels anderer Länder durch die USA kann ich leider nur bestätigen.

      Allerdings verschweige ich nichts, weil meine Bücher und Gespräche ja begrenzt sind. Ich wüßte auch keinen Vorteil, den mir das Verschweigen erbringen könnte.

      Autoren, die stärker als ich die Regierung und ‚das System‘ kritisieren, sind zumindest als Autoren oft erfolgreicher als ich.

      Die Nachrichten sind durch ihre Negativität erfolgreich, denn Unfälle, Naturkatastrophen und angeblicher „Terrorismus“ berühren unser Leben nicht. Sie sind rein emotionale Katalysatoren, die uns in existentieller Spannung halten.

      Sie haben auch gut formuliert, dass ich das bisherige System nütze, schütze und unterstütze. Allerdings bin ich darin sehr aktiv nicht nur als Kritiker, sondern als aktiver Veränderer.

      Die mir bekannten Gestalter in Politik, Medien und Wirtschaft würden sich aber alle so charakterisieren. Ich teile also mein Selbstbild mit der Mehrheit, dem Mainstream unseres ‚Systems‘.

      Allerdings – ich bin ja Soziologe und damit Systemtheoretiker – haben wir kein beschreibbares System mit vorhersehbaren Regeln. Unser Denken und Handeln ist widersprüchlich und folgt emotionalen Kriterien, die nicht durch rationale Erwägungen beeinflusst sind.

      Wir wünschen uns Gesundheit, Erfolg, Anerkennung, Würdigung. Wir gehen dorthin, wo wir diese erhalten. Und so würdige ich hier Ihren Beitrag, für den Sie sich Mühe gegeben haben und auf den Sie Resonanz erwarten.

      Sie sehen: Es gibt Resonanz.

    • Freigeist
      treffende Anaslyse. Vlt soll KrnFM von den einschlägigen Gruppen wie Lobbyisten und Grosskonzernen unterwandert werden.

  4. Sind wir wirklich reich an Frieden? Ich denke, dass kann man nur sagen, wenn es einem an Empathie fehlt. Wir, die Bundeswehr, sind in Afghanistan, in Syrien, in Mali..usw.
    Wir müssten mal die Augen aufmachen.

  5. Fantastisch wie es Herrn Dr. Dill gelingt, Ken Jebsen und wahrscheinlich auch den Zuhörern,vor allem erstmal mir, eine andere Sichtweise und eine andere Haltung zum Geschehenen zu vermitteln und damit die Vielfältigkeit der Spezies Mensch und allem was damit zusammenhängt deutlich aufzeigt. Mich hat dieses Gespräch tatsächlich neugierig auf Herrn Dr. Dill gemacht und ich bin begeistert von der Art und Weise, die Aufmerksamtkeit auf die wesentlichen Prozesse zu lenken.

    • …er ist natürlich kein „Fassadenkratzerl“ sondern ein echter „-kratzer“, ohne „l“ 🙂

    • Ich möchte an dieser Stelle empfehlen, sich auch der unvorgekauten Quelle direkt zu bedienen.
      Entsprechende Empfehlung ist aus dem Jahr 2000 und kann auf un.org eingesehen werden. PDF-Dateien mit Statistiken zur Bevölkerungsentwicklung mit und ohne Migration unter dem Suchwort „Bestandserhaltungsmigration“.
      Eine Wortwahl, die mir mehr als unangenehm aufstieß.
      Nach dieser Empfehlung sollen z.B. für Deutschland ca. 500.000 Einwanderer/Jahr bis 2050 das „Schrumpfen und Altern“ der Bevölkerung aufhalten. Für viele andere Länder gibt es ebenfalls Empfehlungen.
      In den Mainstreammedien wurden wir in den letzten Wochen über die Notwendigkeit von 480.000 Einwanderern/Jahr informiert, als wäre dies eine völlig neue Erkenntnis. Kommentare mit einem nüchternen Verweis auf oben genannte Quelle wurden interessanterweise wehement geblockt.
      Wem will man unter solchen Umständen verübeln, dass er sich bezüglich der „Flüchtlingskrise“ an der Nase herumgeführt fühlt.

      Meiner Meinung beisst sich die Empfehlung der Vereinten Nationen mit der Idee von Herrn Dr. Dill.
      Viele Fluchtursachen würden wegfallen, was natürlich zu begrüssen wäre.
      Bleiben würden politische Verfolgung und Flucht durch Umweltveränderung/-zerstörung.
      Werden die Umweltveränderungen so verheerend sein, dass dieser „Bedarf“ gedeckt werden kann?

      In erster Linie fände ich es wichtig, ehrlich mit denen zu sein, die das alles mit ihrer täglichen Arbeit finanzieren. Den Großteil ihres Lebens. Mit Blick auf die rasante Entwicklung der Technik werden das immer weniger sein. Und mit denen, deren Leben sich in den kommenden Jahren komplett auf den Kopf stellen wird. Permanent dass Gefühl zu haben nur halb, gar nicht oder falsch informiert zu sein, weckt nur Misstrauen allem und jedem gegenüber, spielt immer den Falschen in die Hände. Viel Raum für Spekulationen fördert kein Solidaritätsgefühl.
      Es wäre schon mal ein Anfang, wenn jeder, der nicht den Speichel der Blutsauger leckt, die Bevölkerung nicht permanent wie Gehirnamputierte Volltrottel behandeln würde.

    • Blauäugig oder zu optimistisch – aber Herr Dill wirkt auf mich positiv.

      Nach schauen eines Beitrages bei YouTube:

      „#NoG20 – Die Herrscher der Welt – „Wachstumsplan“ zur Plünderung des Planeten – Werner Rätz (attac)

      https://www.youtube.com/watch?v=9i7TabGmnvc

      den ich empfehle (zumindest die erste Hälfte),
      sind es doch die G20 Staaten, die die Richtung sowie wirtschaftlich + politisch bestimmen.
      Ich weis nicht, ob sich Herr Dill mit der 19 + EU – Agenda beschäftigt hat.
      Eigentlich sollten alle Staaten auf der Welt, was unsere Zukunft betrifft, mitreden und mitbestimmen können.
      Das ist definitiv nicht der Fall!
      Das erklärt auch den Protest gegen G20.

  6. Es ist lange her dass ich mich wunderte über Nationaleinkommen pro Kopf von, sagen wir, $ 50 pro Jahr.
    Ich fand aus dass solche Daten wertlos sind, gezählt wurde nur, ich furchte das es noch immer so ist, was die Statistiken in einem Land registrieren an Käufe und Verkäufe.
    Was produziert wird für eigenen Bedarf wird nicht registriert, auch nicht geschätzt.
    Tauschen wird natürlich auch nicht registriert.
    Auch innerhalb Europa sind solche Daten mit Misstrauen zu beachten.
    In Ost Europa gibt es noch Regionen wo Geld nur benutzt wird für, sagen wir, Diesel und Ersatz Teile für Traktoren.

Hinterlasse eine Antwort