Aller Tage Abend – Ein Gedicht

Von Bernhard Trautvetter.

 

Ich sehe die Welt jeden Tag fern

das erste zweite dritte Programm

Nachrichten vom Sterben der Korallen

und das königliche Paar hat einen Stammhalter geboren

in der Sahara verdursten mehr Flüchtlinge als Tote im Meer

Wir müssen die Grenzen Europas schützen.

Der Diktator ist grausam, Frauen werden Opfer

Bayern ist Europameister

es gibt keine Sicherheit

Geborgenheit ist Irrtum

Heimat Illusion

der Baumarkt hat ein neues Bett zwanzig Prozent nur heute

Kindheitsträume sind menschlich

Es gibt sogar noch Chancen,

zur Macht aufzusteigen,

wenn Du lernst, freundlich zu bleiben

wenn Du brutal ausführst, was Du sollst

das neue Auto der Hit auch als Coupé in rot

Der Hass die Kriege das Sterben der Arten

Der Werbeblock – ein Mittel gegen Kopfschmerzen

Der Klimawandel ist ein Märchen der chinesischen Konkurrenz

es regnet grad‘ in York und die Eisheiligen sind kalt

Rückenpflaster mit Wärme gegen die Kälte der Welt

Massenprodukte PlastikKunst

früher war Plastikverpackung um die Fische

Potenzmittel helfen wenn er nicht mehr kommt

Der Mensch ist zu klein, das Wetter der Erde zu wandeln

Gletscher ziehen sich zurück. Der Nordpol bald eisfrei

Am Südpol geht alles viel schneller als gedacht

Die Schülerbewegung fordert Zukunft

Kleiderschuhe Topmodisch Markenware kaufen bis der Arzt kommt

Die Regierungs-Chefs zeigen Verständnis

Wahlen können etwas ändern

Brandherde quer über die Erde

Der Russe provoziert Isis ist Schuld China die gelbe Gefahr

Der rote Sekt für romantische Stunden zu zweit

Hurrikan Berta von New York wird zum Taifun auf der anderen Seite der Welt

Glyphosat kostet den Weltkonzern Schadenersatz

Potenzmittel helfen wenn er nicht mehr kommt

Morgen der Wetterbericht wird gut

Insekten gibt es kaum mehr

Noch ist nicht aller Tage Abend

Wir danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit

und wünschen Ihnen eine ruhige Nacht,

Das Programm unterbricht –

Ein Alarm des Sicherheitsrates

Sehr geehrte Damen und Herren

die Abschreckung versagt

aus Versehen ist die Spannung außer Kontrolle

unsere Abwehr ist scharf gestellt

Vielleicht können wir noch einmal

Schlimmeres verhindern

Fürs Erste Für Sie Für uns

Bitte bewahren Sie Ruhe

folgen Sie

wie gewohnt

den Anweisungen

begeben Sie sich auf der Stelle

wenn Möglich mit Proviant

in Sicherheit

es kann sehr schnell gehen

wer weiß für wie lange

Wir haben

auf jeden Fall

alles geregelt

Vertrauen Sie

den Experten

warten Sie

weitere Hinweise ab

+++

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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13 Kommentare zu: “Aller Tage Abend – Ein Gedicht

  1. Sehr schön, dieses Gedicht,
    dieser Versuch – Ihr Versuch – die Wiederwärtigkeiten und Widersprüche „unseres“ TV – ich sehe seit allerdings kein TV mehr – in eine annehmbare Form und Sprache zu kleiden.
    Poesie scheint mir mit eine der wenigen Möglichkeiten diesen Dreck zu ertragen. Leider sind die Zuseher vor dem TV oft sehr unbewußt, wenn sie unsere^^ Nachrichten konsumieren.

    Kritik ist auch so etwas, leicht und oft seicht dahin gesäuselt…. – eine der schönen Sequenzen kommt in dem Film Ratatouille vor:

    „Die Arbeit des Kritikers ist vieler Hinsicht eine leichte, wir riskieren sehr wenig und erfreuen uns dennoch einer Überlegenheit gegenüber jenen, die ihr Werk und sich selbst unserem Urteil überantworten. Am dankbarsten sind negative Kritken, da sie amüsen zu schreiben und auch zu lesen sind ….
    weiteres unter YouTube „Ratatoille Endszene“.

    Guten Tag…;)…und – schreiben, dichten, Sie ruhig weiter!

  2. Lieber Herr Trautvetter, meine Kommentare sind ja keine Kritik Ihrer Person.
    Ich kommentiere „Aller Tage Abend“ kritisch.
    Mit diesem Text kann ich nichts anfangen.
    Das ist alles.

    Ich danke Ihnen für Ihre Mitteilungen über Ihren Lebensweg !
    Und wünsche Ihnen Kraft und Klarheit fürs Weitergehen.
    Übrigens: ich halte grundsätzlich sehr viel von Querfrontlern, wenn sie sich durch die Sache, den Frieden, gedrängt, ja, genötigt sehen, die politisch korrekten Lagergrenzen nicht einzuhalten, um die Sache voranzubringen.

    • Kreatives Schaffen ist für mich nicht in erster Linie nötige Aufklärung über die Ursachen, Formen und Auswirkungen der Ausbeutung von Menschen und weiterer Natur durch Menschen.
      Mein Anliegen dabei ist es nicht, als Missionar oder Lotse zu zeigen, wohin die Reise des Lebens am besten gehen sollte, warum und wie. Sondern ich verspüre das Anliegen, anzuregen, dass wir uns darüber verständigen, was wir spüren und dazu beizutragen, dass wir das erstens merken und zweitens uns dann darüber und über einander, die Welt und das Leben auszutauschen. Im Übrigen glaube ich nicht an Zu-Fall. Was mir zu fällt, das frage ich: Wo kommst du her?

    • Herr Trautvetter, Ihr eigener Kommentar schließt mit den Sätzen. „Im Übrigen glaube ich nicht an Zu-Fall. Was mir zu fällt, das frage ich: Wo kommst du her?“

      Ihr Gedicht fällt mir auf Kenfm zu. Wenn ich es nun frage: „Wo kommst Du her ?“

      Welche Antwort bekomme ich da ?

      Genau das ist mir völlig unklar bei Ihrem Text.

      Was ist eine Aussage von Ihnen selbst ?
      Vieles ist ganz offensichtlich mehr oder weniger freies Zitat aus den mainstreammedien.
      Am Schluss ein Angstszenario – von Ihnen erfunden ? ein Zitat aus einem Hörspiel ?
      Was meinen Sie ernst ?
      Was ist Ihnen wichtig ?
      Was beunruhigt Sie wirklich ?
      Über was mokieren Sie sich ?
      Was finden Sie beängstigend ?
      Worüber machen Sie sich lustig ?
      Wie werden Sie mit all dem hier Ausgebreiteten innerlich fertig

      Das sind einige meiner Fragen, die Ihr Text unbeantwortet lässt,
      der mir keine Antwort gibt auf die Frage : „Wo kommst Du her ?“
      Kein Wort dazu, was Sie „spüren“.
      Sie, Herr Trautvetter, finde ich nicht in Ihrem Text.
      Worüber könnte ich mich mit Ihnen austauschen, wenn Sie so unsichtbar bleiben ?
      Wozu kann so eine Zitatsammlung anregen ?
      Eine Zitatsammlung, die ich nicht, wie Meissen, als „Bestandsaufnahme“ wertschätzen kann, weil Alles aber auch Alles, was Wert hat, unerwähnt bleibt.

    • Lieber Josef Gabriel Zwicken
      Ich habe 1972 einen Arbeitskreis Umwelt bei Frankfurt mitgegründet, da mich der Club of Rome-bericht bewegt (hat) . Wir führten Aktionen gegen die Hetze der Springerpresse durch und wären auf dem Ostermarsch gegen den Vietnamkrieg unterwegs… Das Erfordernis einer Balance zwischen Verbrauch und Nachwachsen von Naturressourcen veranlasste mich, Sozialist zu werden. ‚Zufällig‘ erhielt ich kein Berufsverbot, enhagierte mich im DGB und in der Friedensbewegung. Denn bei einem Atomkrieg geht das Ende noch schneller als bei einem Zusammenbruch der Blogosphäre. Ich stelle seit Jahrzehnten Lyrik, Collage und Fotografie aus, veröffentliche und rezitierte immer wieder mal Lyrik aus meiner Werkstatt. Die letzte Ausstellung hieß „Kriege enden nicht im Frieden. Ich Versuche, die Realität und mich als Einheit von Widersprüchen wahrzunehmen und zu mir zu stehen, auch wenn ich z.B. ‚Querfront‘- Vorwürfe odet andere Herabwürdigen erfahre. Meine Bemühungen zum Zusammenführen der Bewegungen, die ich in meinem Leben unterstützt habe, sind nicht vom erhofften Erfolg gekrönt. Ich greife dann die Worte meines Freundes (Hitlerjunge Salomon) Sally Perel auf: Gib niemals auf!
      Ich hoffe, nicht allzu viele Fehler mit dem Handy getippt zu haben, ich bin gerade mit einem Trauetfall befasst. Die Zeit fliegt….

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