Am Telefon zur Bedeutung der medizinischen Grundlagenforschung: Athanassios Giannis (Podcast)

Die Corona-Chance!

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise stellen sich Fragen: In welchem Zustand ist unser Gesundheitssystem und wie unabhängig ist die medizinische Forschung? Findet wirkliche Grundlagenforschung überhaupt noch statt, oder bestimmt auch auf diesem Sektor die Industrie den Stand des Wissens, da ohne ihr Geld kaum noch etwas umgesetzt wird? Ist daher ein Paradigmenwechsel im Gesundheitssystem überfällig?

Viele Fragen – eine Antwort.

Der gesamte Gesundheitssektor wurde dem Gewinn-Diktat unterworfen. Krankenhäuser, Pflegeheime, Medikamente müssen Gewinn erzielen. Cash geht über alles und Forschung findet nur noch statt, wenn für die Pharma-Branche ein Medikament in Aussicht steht das sie patentieren kann. Unabhängige Grundlagenforschung, die Basis um tatsächlich neue wissenschaftliche Felder aufzumachen, ist die Ausnahme. Der Staat gibt vor, dafür kaum Geld zu haben, während er gleichzeitig plant, 2 % des BIPs für Rüstung auszugeben.

KenFM spricht mit Prof. Dr. Athanassios Giannis über den Status quo, wenn es generell um medizinische Grundlagenforschung geht. Was können wir aus der Corona-Krise lernen?

Zudem wirbt Prof. Giannis für sein „Projekt Artemis“. Es geht um Grundlagenforschung auf dem Gebiet Krebs. Das Projekt muss ab April begraben werden, da die Industrie kein Interesse zeigt, obwohl ein Medikament entstehen könnte, das Krebs in Schach halten kann. Dieses Medikament ist aber erheblich günstiger als klassische Krebstherapien. Würde Artemis morgen zu kaufen sein, würden der Pharma-Industrie Milliarden durch die Lappen gehen. Im Gegenzug hätten Millionen Krebspatienten bessere Chancen zu überleben. Was hat hier Vorrang? Geld oder Leben?

KenFM hat den kühnen Plan, das Projekt Artemis als Crowdfunding-Projekt weiterzuführen. Grundlagenforschung mit den Usern von KenFM. Zusammen mit Prof. Giannis haben wir schon einmal 500.000 Euro für die „Griechenlandhilfe“ gesammelt. Gemeinsam bringen wir das Geld erneut auf!

Hier der Link zur Projektbeschreibung: ARTEMIS PROJEKT

Und hier die Konto-Nummer zum Projekt:

IBAN: DE53430609671134219603

BIC: GENODEM1GLS (GLS Bank Bochum)

Verwendungszweck: ARTEMIS PROJEKT

+++

KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

+++

Jetzt kannst Du uns auch mit Bitcoins unterstützen.

BitCoin Adresse: 18FpEnH1Dh83GXXGpRNqSoW5TL1z1PZgZK

Ein Kommentar zu: “Am Telefon zur Bedeutung der medizinischen Grundlagenforschung: Athanassios Giannis (Podcast)

  1. ARTEMIS PROJEKT
    EINLEITUNG: Wässrige Extrakte der Pflanze Artemisia annua (Einjähriger Beifuß) wurden seit Jahrhunderten in China zur Therapie der Malaria erfolgreich eingesetzt. 1971 also vor 50 Jahren wurde daraus der entsprechende Wirkstoff namens Artemisinin (kurz ART) isoliert und strukturell charakterisiert. Dieser Naturstoff und seine Abkömmlinge gehören heute zu den wichtigsten Arzneimitteln gegen Malaria (hervorgerufen durch Plasmodien) und haben auch interessante Antikrebs Wirkungen. Interessanterweise besitzt Artemisinin sehr wenige milde Nebenwirkungen!

    PROBLEM: Ihr molekulares Ziel (Target) und ihr genauer Wirkmechanismus sind unbekannt. Das gilt sowohl für die Wirkung gegen Plasmodien als auch für Ihre zytostatische Eigenschaften. Ein weiteres Problem ist die zunehmende Entwicklung von Resistenz gegenüber ART sodass eine Malaria Therapie nicht möglich sein wird. Aufgrund der Klimaerwärmung ist Malaria auf dem Vormarsch und wird bald Europa erreichen…

    UNSERE VORARBEITEN: Seit 2015 beschäftigt sich meine Arbeitsgruppe an der Universität Leipzig mit dem Thema „Artemisinin“ und wir konnten wichtige Beiträge sowohl zur Herstellung als auch zur Wirkung dieses Naturstoffes in international angesehenen wissenschaftlichen Zeitschriften publizieren. Diese Untersuchungen eröffnen den Weg ART-Derivate herzustellen, die bisher nicht zugänglich waren und auch sollen helfen das Problem der Resistenz anzugehen. (Eine Auswahl unserer Publikationen zu diesem Thema findet sich in meiner Home page: siehe unten oder Medline).

    WAS WOLLEN WIR TUN UND WELCHE BEDEUTUNG HABEN UNSERE STUDIEN: Wir beabsichtigen in Kooperation mit anderen Kollegen und mithilfe etablierter Methoden der Biochemie und Biologie (Proteomics, Metabolomics) das molekulare Ziel des Artemisinins herauszufinden. Dazu werden wir geeignete ART-Abkömmlinge herstellen, die einen kleinen Marker besitzen. Dieser Marker wird dann auf das ART-Target sowohl in Plasmodien als auch in humanen Krebszellen übertragen und führt schliesslich zu seiner Identifizierung. Die Art der Wechselwirkung zwischen Artemisinin und seinem Zielprotein(en) wird anschließend die Entwicklung neuer hochwirksamer Antimalaria-Wirkstoffe als auch smarter Antikrebsmittel mit wenig Nebenwirkungen herangezogen.

    Prof. Dr. Athanassios Giannis (Arzt und Chemiker), Institut für Organische Chemie der Universität Leipzig, Johannisallee 29, 04103 Leipzig.
    E-mail:  giannis@uni-leipzig.de
    https://org.chemie.uni-leipzig.de/en/mitarbeiter/prof-dr-a-giannis/giannis-group/

Hinterlasse eine Antwort