Analyse: Vorkehrungen gegen den Machtverlust – Was plant die US-Kriegspartei im Baltikum?

Meinung von Rainer Rupp.

In der Öffentlichkeit und auch im privaten Leben nehmen derzeit die besorgten Fragen zu, ob die größten Munitions- und Panzerfahrzeugtransporte des US-Militärs in Richtung russischer Grenze seit dem Zweiten Weltkrieg, nach Polen und ins Baltikum, als Kriegsvorbereitungen gesehen werden müssen.

Die Sorge ist verständlich. Vor dem Hintergrund der zum Ende seiner Amtszeit hin bald schon Fragen an der Zurechnungsfähigkeit aufwerfenden, säbelrasselnden Rhetorik des scheidenden Friedensnobelpreisträgers im Weißen Haus und des teils schon hysterischen Kriegsgeschreis der Mainstream-Medien sind die Befürchtungen berechtigt.

Immer stärker war Obama in den letzten Jahren in die so genannte „Kriegspartei“ eingebettet worden. Wenn es um die Sicherung der US-Hegemonie geht, egal mit welchen Mitteln, sind die Neokonservativen der Republikaner und die liberalen Falken der Demokraten ein Herz und Seele.

Dennoch kann man in dem zusätzlichen militärischen Aufmarsch von 2.000 US-Fahrzeugen unterschiedlichsten Typs, darunter vielen schweren Panzern und gepanzerter Artillerie, und 4.000 Soldaten vor allem in Polen an der Grenze zur russischen Enklave Kaliningrad keine Vorbereitungen für einen unmittelbar bevorstehenden Krieg sehen.

Der Grund dafür ist einfach. Alle Stabsmanöver des US-Militärs und Simulationen eingebetteter „ziviler“ Denkfabriken haben der politischen und militärischen Führung der USA klar gemacht, dass sie in Osteuropa, selbst mit Unterstützung der Polen und Balten, einen direkten konventionellen Krieg gegen Russland im Baltikum oder auch um Kaliningrad „nicht gewinnen und sehr wahrscheinlich verlieren“ würden! Zugleich würden sie die ganze Zeit über in einem höchst unübersichtlichen Umfeld am Rande eines zunächst begrenzten Atomkriegs operieren, der jedoch schnell aus dem Ruder laufen und auch US-Territorium in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Zu den Zeiten des Kalten Krieges kursierte unter den deutschen Mitarbeitern im NATO-Hauptquartier in Brüssel der sarkastische Spruch:

„Die Amerikaner sind fest entschlossen, bis zum letzten Deutschen gegen die Sowjets zu kämpfen.“

Man kann heute davon ausgehen, dass das Pentagon in Ermangelung deutschen Nachwuchses in den Polen und Ukrainern das willige und geeignete Kanonenfutter gegen die Russen sieht. Aber selbst in diesem Fall – so zumindest die in Simulationen gewonnenen, spieltheoretischen Erkenntnisse – könnten sie nicht gegen Russland gewinnen. Punkt. Aber was veranlasst Washington dann überhaupt zu diesem massiven und gefährlichen militärischen Aufmarsch „in Sichtweite“ der russischen Grenzen?

Dafür gibt es eine Reihe von Gründen, die deshalb plausibel sind, weil sie die erklärte, langfristige US-Strategie untermauern, nämlich ein Zusammengehen der an Ressourcen reichen Sowjetunion, deren Kernland Russland war, mit der Hochtechnologie Westeuropas – vor allem der deutschen – zu verhindern. Noch vor sieben Jahren wollten Frankreich und Deutschland zum Entsetzen Washingtons in der EU eine „strategische Partnerschaft mit Russland“ durchsetzen. Das haben die USA mithilfe der Russenhasser in den Regierungen der osteuropäischen EU-Mitglieder sehr erfolgreich hintertrieben, was die aktuelle Situation mit erschreckender Deutlichkeit klarmacht. Und diese Situation will der scheidende Friedensnobelpreisträger im Weißen Haus weiter festigen.

Der aktuelle US-Panzeraufmarsch in Polen gehört zur US-Taktik, die im Pentagon schon zu Zeiten des Kalten Krieges den Namen „Poking the Bear“ hatte. So etwas hatte man früher bei den Wanderzirkussen betrieben. Mit einem spitzen Stab oder einer Lanze hatte man den Bären im Käfig bis aufs Blut gereizt, damit dieser zum erschrecklichen Schauder der Zuschauer richtig wütend wurde und furchtbar raste und brüllte.

So konnte man dem Publikum vorführen, wie gefährlich dieses Tier ist und dass man unbedingt starken Schutz benötigt, um den Bären im Käfig zu kontrollieren. Genau das versuchen die Amis derzeit mit dem „russischen Bären“ dem westeuropäischen Publikum vorzuführen. Nur benimmt sich der Bär äußerst zivilisiert und das Publikum missbilligt stattdessen die Provokateure.

Zugleich dient die große US-Militärshow mit 4.000 Soldaten, 2.000 Panzern und anderen Fahrzeugen dem Zweck, die russophoben Kleptokraten, nationalistischen Ultras und Faschisten an der Spitze der osteuropäischen Regierungen in ihrer Standhaftigkeit gegen Moskau zu bestärken. Damit will Washington ihnen beweisen, dass auf die Amerikaner im Ernstfall gegen die Russen Verlass ist, im Unterschied zu den wankelmütigen Europäern und der ohnehin bröckelnden Europäischen Union. Damit treibt Washington den Keil, den es zwischen Russland und Westeuropa innerhalb Europas getrieben hat, noch ein Stück tiefer und kommt seinem wichtigsten strategischen Ziel dort ein weiteres Stück näher.

Zudem sollte man den derzeitigen US-Militäraufmarsch als ein weiteres Element der aktuellen Maßnahmen der scheidenden Obama-Regierung im Angesicht ihres Ausscheidens aus dem Amt sehen. Mit Blick darauf sollen die Beziehungen zwischen den USA und Russland auf der diplomatischen, kulturellen, wirtschaftlichen und militärischen Ebene derart vergiftet werden, dass es für den nächsten Präsidenten Trump extrem schwer sein wird, trotz seiner bekannten freundlichen Offenheit gegenüber Moskau die Beziehungen wieder ins Lot zu bringen.

Denn dafür müsste Trump erst einmal alle Maßnahmen seines Vorgängers Obama rückgängig machen und dagegen würde sich in den MSM und dem so genannten „sicherheitspolitischen Establishment“ der Kriegspartei ein endloser Sturm der Entrüstung erheben. Die Vorwürfe, dass Trump die Sicherheit der USA an Putin verkauft, dass er also doch eine Marionette des Kremls ist, der nur dank Putins „Cyber-Hackings“ die Wahl gewonnen hat, kurz alle diese bereits jetzt erhobenen Vorwürfe zur Delegitimierung Trumps würden sich überschlagen. Das letztendliche Ziel dieser Strategie wäre eine Amtsenthebung.

 

Dieser Artikel erschien am 11.01.2017 bei RT-Deutsch.

Hier der link zum Beitrag von Rainer Rupp: Analyse – Vorkehrungen gegen den Machtverlust (…)

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27 Kommentare zu: “Analyse: Vorkehrungen gegen den Machtverlust – Was plant die US-Kriegspartei im Baltikum?

  1. @ unknown 15. Januar 2017 at 09:33

    „…mal ganz konkret – welche Alternativen oder Möglichkeiten habe ich denn, um mich als Bürger tatsächlich gegen Unternehmungen dieser Art zu wehren?“

    Nach eigenem Ermessen liegen Sie mit Ihrer Aufzaehlung an Gruenden die ein Eingreifen der Buerger gegen diese Art Faschismus sinnlos machen leider nur zu richtig.

    Lassen Sie mich aber nun Ihre Frage beantworten.

    Es gab im Sommer 1993 eine konzertierte ‚Massenmeditation‘ von Menschen die gemeinsam ihre Intention, die Gewaltverbrechen in der verbrechensreichsten Zeit – Sommer – in Washington D.C. messbar zu verringern. Das ganze war auch kein haendchenhaltendes sit-in von Cannabis rauchenden Blumenkindern (obwohl auch das interessant sein koennte).

    Das Gegenteil war der Fall. Es handelte sich um eine wissenschaftliche Studie, um die Wirkung von Meditation zu erforschen.
    Am Anfang nahmen 800 Meditierende teil, zum Ende hin 4000. Um eine lange Geschichte kurz zu machen, der Polizeichef von Washington proklamierte vor der Studie, das er einen Besen essen wird, wenn die Verbrechensrate auch nur um einen Punkt zurueckgehen wuerde. Die meisten Morde in Washington finden eben im Sommer statt.

    Die Meditierenden waren gemainsam in der Lage die Verbrechensrate um mehr als 23% zu senken. Ich habe den Polizeichef aber nicht seinen Besen verspeisen sehen. Das war nur ein Lippenbekenntnis. Fakt war jedoch das dieses Ergebnis damals und auch noch heute als Gold Standard der Quantummechanik gilt.

    Leider ist es damit in Deutschland nicht weit her. Obwohl die Urspruenge der Quantummechanik in Deutschland wurzeln.
    Bei naeherer Betrachtung der Moeglichkeiten des Verstandes ergibt sich folgendes Bild: „Gedanken werden Worte und aus Worten werden Taten“.

    Der/Die Deutsche sind so abgelenkt durch das staendige Einhaemmern von Propaganda, das sie voellig vergessen das die Hanswuerste die sie regieren voellig machtlos sind. Machtlos – denn die einzige Macht ist das Universum und das folgt nicht den kranken, geistigen Ausgeburten von Menschen die sich dem Faschismus verschrieben haben.

    Denn es ist einfach und simpel Faschismus was in der westlichen Hemisphaere ausgeuebt wird. Man kann auch davon ausgehen das Edward Bernays (der Menschenhasser) der Amerikanischen Schattenregierung beigebracht hat wie man Menschen so beeinflusst, das sie gegen ihr eigenes Interessse handeln. Der Krieg wird den Menschen „in den Kopf gelegt“, sozusagen. Wie schon eine bestimmte Person so treffend bemerkte, das man eine Luege nur of genug wiederholen muss, damit die Masse der Luege glauben schenkt.

    Wir sollten vielleicht all lernen daraufhin zu meditieren, das wieder Frieden einkehrt auf der Welt und das der Faschismus und seine Kriegswirtschaft von der Oberflaeche verschwindet. Wenn 4000 Menschen die Verbrechensrate in Washington D.C. um knapp 25% verringern konnten, was koennen 40 Millionen Meditierende erreichen? Schritt eins muss sein sich von allen sogenannten „Nach-richten“ zu loesen. 100%iger Medienverzicht und Boycott aller Propagandaorgane. Einfach quatschen lassen und nicht mehr zuhoeren – mit totaler Nichtbeachtung strafen. Das Leben unserer Kinder, Enkel und der ganze Planet steht auf dem Spiel.

    Reicht das nicht aus um sich schnellstens mit Meditation vertaut zu machen – und es geht hier nicht um Meditation als eine Modeerscheinung, sondern um Stille unter der Kalziumschale – und gleichgesinnte Meditierende fuer eine Massenmeditation gegen die kapitalistisch-faschistische Kriegstreiberei zu gewinnen?

    Das waere doch einen Versuch wert, oder?

    Hier ist der link zur oben erwaehnten Studie:

    http://www.worldpeacegroup.org/washington_crime_study.html

    • Muss heissen:
      „Es gab im Sommer 1993 eine konzertierte ‚Massenmeditation‘ von Menschen die gemeinsam ihre Intention die Gewaltverbrechen in der verbrechensreichsten Zeit – Sommer – in Washington D.C. messbar zu verringern in ‚die Tat‘ umsetzten.“

      Und natuerlich ein Typo: gemeinsam und nicht gemainsam. Sorry about that. 🙂

    • Ich respektiere Ihre Meinung, teile sie aber nicht, solange Sie mich nicht davon überzeugen können, dass der Teppich auf dem Sie sitzen, tatsächlich fliegen kann.

      Ich bin Praktiker und benutze einen Hammer, um den Nagel in die Wand zu schlagen – sorry!

    • Ja, insbesondere die Interpretation der politischen Hintergedanken, die in den beiden letzten Absätzen kurz dargelegt wird, erscheint mir plausibel und erhellend.

      Im drittletzen Abschnitt finde ich allerdings eine Information, die ich irreführend finde: „2.000 Panzer und andere Fahrzeuge“.
      Tatsächlich sind es 87 Kampfpanzer, 18 Panzerhaubitzen und 144 Schützenpanzer. Der Rest sind Transporter jeder Größe. Bei 87 Kampfpanzern dürfte sich die Schlaflosigkeit der russischen Generalität in Grenzen halten.
      Also nur Show für die eigene Seite. Wobei mir die Show hauptsächlich zeigt, daß auf die Grünen, die diesen Unfug teiweise unterstützen, kein Verlaß mehr ist.

  2. Vielen Dank für diesen Artikel der die Sache so analysiert wie sie sich für mich anfühlt: als Militärshow, als „Poking the Bear“. Eine Show, die den gleichen Zweck erfüllen soll wie die globale Terrorshow: dem „dummen Volk“ vorgaukeln, es müsse beschützt werden. Für „Schutz in der Burg“ haben schon Fürsten im Mittelalter den Zehnten+ abkassiert.

  3. Ja, in der Hauptsache wird es wohl darum gehen, die weitere Entwicklung von Europa, Russland und dem weiteren Osten zu einem zukunftsträchtigem Eurasien weiterhin um jeden Preis zu verhindern. Und dazu ist ihnen jedes Mittel recht.
    Am meisten ärgert, das die Deutsche Regierung dieses niederträchtige Halunkenspiel auch noch stickum mitspielt und nicht nur das: die Logistik für Aufmarsch und Nachschub wird, ausgehend von Bremerhafen, gastgeberisch begleitet, gesichert und nachhaltig gewährleistet. Aber auch die Leitmedien kommen ihrer Verantwortung nach: nicht darüber berichten heisst den sozialen Frieden zu bewahren, unnötige Ängste und Unverständnisse gar nicht erst aufkommen zu lassen. Tja, so geht Deutschland! Wie unendlich blöd ist das denn?

    2 außerirdische Forscher landen auf einer verwaisten Erde und wollen ergründen, wie es zur Auslöschung der menschlichen Spezies kam. „Gründe“ murmelt der eine. Wie „Gründe“, fragt der andere. Ja, antwortet er, wenn man den Äther und die Schriften auswertet, dann hatten sie immer Gründe. Gründe um Krieg zu führen. Gute Gründe. Ersonnen von den schlauesten Köpfen dieser Spezie. Immer wieder. Bis zuletzt.
    Also hatte die Auslöschung dieser Spezies durch sich selbst gute Gründe, resümiert er abschließend. Nichts anderes.
    Ja, und welche genau, fragt der andere. Tja, dies zu ergründen und zu verstehen wird für uns wohl auf Ewig unmöglich sein, denn, stünden wir sonst heute hier ?

  4. da stimme ich natürlich zu, wo die bomben konkret niedergehen spielt eine untergeordnete rolle, gewinner gibt es keine.

    danke zu den details mit dem schild. klingt makaber, aber ist irgendwie beruhigend:)

  5. Was ich mich frage ist, wie es gehen kann, daß solche Nutzung deutschen Gebietes für Transporte von den Bürgern dieses Landes verhindert werden kann. Ich habe schon erschreckend oft amerikanische Militärkonvois in Nacht und Nebelaktionen auf Autobahnen Richtung Osten fahren sehen. Ich glaube ein guter Schritt in die Richtung des Friedens wäre diese NATO Machenschaften auf deutschem Boden zu unterbinden.

    • Na ganz einfach.

      Friedensaktivisten – Fehlanzeige, falls doch vereinzelt, gesellt sich niemand wegen der Putinversteherkeule dazu. Außerdem gehen doch die Panzer und Truppen nach Polen, also weeeeiiiiit weg und die guten Amerikaner beschützen uns ja vorm bösen Russen, usw. – so kommt eins zum anderen, dazu Faulheit (von der ich mich selbst nicht ausnehme) und das Fehlen von Machern, also Menschen, die tatsächlich unermüdlich und mit entsprechend breiter Basis gegen diese Kriegshetze aufgestellt und vernetzt sind – Fehlanzeige! Das klingt wie der Ruf nach einem Führer, aber ohne charsimatische Führerpersönlichkeit wird das einfach nix – das sieht man doch umgekehrt ganz genau so – Merkel & Co. sind doch auch problemlos austausch- und ersetzbar geworden.

      Ich will es gar nicht öffentlich schreiben, was mir zur Truppenverlegung tatsächlich für Gedanken durch den Kopf gegangen sind und meine Prognose, das an keiner einzigen Autobahn- oder Bahnbrücke ein Transparent mit „Army go home!“ hängen wird, hat sich leider bestätigt, vom Aufruf einer Lokführergewerkschaft, diese Züge im Hafen stehen zu lassen, ganz zu schweigen.

      Wir sind einfach gelähmt gegen diese Übermacht von umfassender Ignoranz und Obrigkeitshörigkeit, aber auch Interessenlosigkeit und Politikverdrossenheit und das sind alles Dinge, die wir uns in aller erster Linie selbst ankreiden müssen und das tut bekanntlich weh und ist wesentlich schwieriger, als „die schuld“ bei irgendwem anders zu suchen.

    • …mal ganz konkret – welche Alternativen oder Möglichkeiten habe ich denn, um mich als Bürger tatsächlich gegen Unternehmungen dieser Art zu wehren?

      Einige Alternativen:

      – ich setze mich in mein Auto, fahre 130km einfache Strecke um an der nächstgelegenen Autobahnbrücke ein Transparent aufzuhängen. ein Transparent hat eine gwisse Öffentlichkeitswirkung auch auf diejenigen, die einfach nur so darunter durchfahren, ohne bspw. den Zusammenhang zu (er-)kennen, weil nicht informiert. (also die meisten) Möglicherweise kriege ich auch noch raus, wann in etwa eine der Kolonnen die Brücke passiert, dazu müßte ich aber entsprechend vernetzt oder medial informiert sein = Fehlanzeige.
      – ich setze mich ins Auto und suche mir die entsprechende Bahnstrecke, Öffentlichkeitswirksamkeit = Null, weil das Transparent sieht tatsächlich nur der Lokführer wenn er vorn raus guckt und vllt. noch seine 10 Kollegen, die mit normalen Zügen auf dieser Strecke unterwegs sind.
      – meinen Nachbarn kriege ich hier auf dem Dorf nicht dazu überredet, einen Tag für solch eine Unternehmung zu opfern. Der hat nach seiner 5 1/2-Tagewoche zu Hause zu tun und muss sich auch erholen.
      – ich könnte mich auch ins Auto od. den Bus oder den Zug setzen, um nach Bremerhafen zu fahren um dort mit den paar Hanseln vor der Hafeneinfahrt ein Transparent zu schwenken = 500km und eine Fahrt ins Blaue, weil ich gar nicht weiß, ob dort jemand vor der Hafenausfahrt stehen wird?
      – ich könnte auch bei mir an die Haustür ein entsprechendes Plakat hängen, bringt nur rein gar nix, weil hier weder die Kolonnen vorbei kommen, noch irgendwer was damit anfangen kann.

      Damit enden die Möglichkeiten auch schon. Ich kann mich auf dieser oder anderen Plattformen entsprechend öffentlich äußern, auch das verhallt wirkungslos, gibt mir aber zumindest das Wissen nicht allein zu sein und erzeugt die Illusion, zumindest ‚etwas‘ getan zu haben.

      – dann gäbe es noch eine ganze Reihe an radikalen Lösungen, die entsprechende mediale Aufmerksamkeit erzeugen, u.U. aber auch Menschenleben kosten oder Sachwerte zerstören würden – von denen distanziere ich mich hier aber ausdrücklich – das sind KEINE Alternativen, es geht um ‚friedlich‘!

      – ’spontan‘ wird sich auf der A10 kein Stau bilden um die Kolonnen aufzuhalten, dafür stehen die Leute viel zu sehr unter Zeitdruck, mal ganz abgesehen vom gemeinsamen Gedankengut oder dem gemeinsamen Willen, etwas zu tun. ‚Spontan‘ geht schon deshalb nicht, weil ich die Leute auch informieren muss, dazu brauche ich Transparente, Flyer, ein Megafon bspw. – mit derartigen Vorbereitungen kippt dir im Nachgang jedes Verwaltungsgericht den spontanen Charakter solch einer Aktion und jede straf- und zivilrechtliche Klage wegen Nötigung, Freiheitsberaubung, gefährl. Eingriff in den Straßenverkehr und Umsatzeinbußen geht zu 100% zu Deinen Lasten. auf dem Schienenwege 1zu1 das selbe – selbst wenn ich mich tatsächlich erst 30min vor der Aktion über die sozialen Medien flashmobmäßig dazu verabreden würde.

      – stehe ich am Rand der Autobahn, auf irgendeinem Marktplatz, bspw. vor einem Kasernentor erreiche ich damit ebenfalls nichts, denn der olympische Gedanke ist das eine, die Wirkung von unserer zielorientierten Spezies eine andere und ja, wir sind vom grundlegenden her zwar Individuen, aber auch in aller erster Linie Gesellschaftstiere mit klaren Strukturen – der Individualismus kommt erst später – dort muss man die „Führerpersönlichkeit“ als solche ansiedeln und eine solche weit und breit nicht erkennbar.

      Man versuche sich mal die cubanische Revolution ohne ihre beiden charismatischen Führer vorzustellen – welche Erfolgschancen hätte sie gehabt? Man versuche sich das 3. Reich ohne Herrn Hitler vorzustellen – es wäre ohne ihn niemals bis zum Reichstagsbrand ’33 gekommen! Ich will damit sagen, es geht nicht ohne, sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung. Der Gedanke des Begreifens einer Menschheit als Ganzes, läuft unserem genetischen Erbgut entgegen und an dem kommen wir nicht vorbei. Die Möglichkeit als solche klingt verlockend, ist aber eben aus genau diesem Grund nicht praktizier- oder umsetzbar. Es ist doch schon schwierig genug, das ‚friedlich‘ gegenüber einem Stinkstiefelnachbarn zu praktizieren, der einfach nur aufgrund seiner Individualität nicht auf Harmonie und Miteinander gedrillt ist! Ich empfinde es belustigend, ihn trotz aller Differenzen (im Grunde wegen Pillepalle und nicht der Rede wert) immer noch freundlich zu grüßen, wenn wir uns über den Weg laufen. Es ist ein Traum zu erleben, wie er sich bemüht, mich nicht wahrnehmen zu müssen, wenn wir uns begegnen um ja nicht in die Verlegenheit zu kommen, als erster zu grüßen. Den Konflikt kann er nur mit sich selbst ausmachen und wir haben die nächsten 30 Jahre gezwungenermaßen miteinander zu tun… Wie soll auf solch einem Niveau miteinander ein Begreifen einer Menschheit als Ganzes in den Köpfen vollzogen werden? Wenn überhaupt, dauert das mehrere Generationen und setzt eine absolut friedliche und konfliktfreie Umgebung voraus – damit beginnt aber auch das Vergessen, dass Gewalt die falsche Strategie zur Konfliktlösung ist und der Kreis schließt sich wieder.

    • Meine Bedenken zu „Nie wieder Krieg von deutschem Boden aus!“ sind folgende:

      Dieser Ausspruch, dieser Grundsatz trifft zu 100% auf die beiden Generationen, die den 2. WK live erlebt haben. Die 3. Generation, die den Krieg nur noch aus Erzählungen kennt, vllt. noch die ein oder andere Ruine live gesehen haben mag, für die ist das schon nur noch ein Ausspruch ohne eigenen Inhalt. Dank medialer „Fehlberichterstattung“ im Vietnamkrieg hat sich eine breite Öffentlichkeit, auch aufgrund der Erzählungen bilden können. Alle nachfolgende Generationen können sich unter Krieg nichts mehr vorstellen. Sie sehen das zwar medial Anfang der 90iger im TV, aber keine Opfer, kein Blut, keine Zerstörung, kein Leid. die Illusion präziser, punktgenauer Zerstörung wird perfekt medial inszeniert. Das bißchen Widerstand gegen den 1. Golfkrieg, von dem ist doch ein paar Jahre später zum Jugoslawienkrieg direkt vor der eigenen Haustür gar nichts mehr zu spüren. Das kollektive Vergessen und Verdrängen ist im vollen Gange. Jetzt kommt die Industrie dazu und behauptet auf ganz breiter Front, dass Krieg nicht schlimm sei. Ich kann mich noch an indizierte Computerspiele alá Wolfenstein erinnern – hey, jedes CoD & Co. hat heutzutage ein Vielfaches von der realistischen Wirkung dieses damals indizierten Spieles und landen nicht annährend in einer entsprechend breiten Diskussion, von einer Indizierung mal ganz zu schweigen – nur als Beispiel.

      Kriegsflüchtlinge – was ist denn Krieg? Präzise Bomben ohne Blut, „Kollateralschäden“ wenn überhaupt und auch dann nur, wenn man es zugeben muss, zerstörte Straßenzüge, ganze Städte, Regionen im Beirutstil – medial ja, in der Realität sind es chicke Fassaden, ein Überangebot an Dingen des täglichen Bedarfs und Wohlstandes, gut gekleidete „Flüchtlinge“ in teuren Klamotten, die man sich selbst nicht leisten kann, teure Mobiltelefone als Sinnbild von Luxus – die Bilder passen schlicht und ergreifend nicht zusammen! Man kann dieses Erwachen recht oft sehr schön in den Augen der Beteiligten erkennen, wenn es tatsächlich mal zu irgendeinem Unfall mit entsprechendem Zerstörungspotenzial kommt, und sei es nur eine explodierte Gasflasche mit entsprechender Druckwelle, einigen geborstenen Scheiben, ein paar kleineren Verletzungen aufgrund der umherfliegenden Splitter… Es wird schlicht und ergreifend ignoriert bis zu dem Punkt, wo es passiert, bis zu dem Punkt, an dem man selbst betroffen ist.

      Wer hält sich tatsächlich an den gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsabstand zum Vordermann? Es braucht doch tatsächlich immer wieder einige Schreckmomente, um sich daran zu erinnern, dass dieser Abstand einen ganz simplen physikalischen Grund hat – eine Woche später ist das in den meisten Fällen bereits wieder vergessen und verdrängt. Als Vordermann möchte ich gelegentlich Anhalten um die Kofferraumklappe zu öffnen, dass der Nachfolgende endlich seine offensichtliche Neugier befriedigen kann. Ich habe neulich erst eine Kraftfahrerin aussteigen lassen um sich abgezählte 30 Schritte vor ihren Wagen zu stellen um selbst zu erkennen, wie weit ihr Vordermann eigentlich vor ihr her fahren müßte, wenn sie den Abstand zu ihm bei entsprechender Geschwindigkeit in einer halbwegs brauchbaren Reaktionszeit einhalten würde. Begreifen? Fehlanzeige! Ihr Vordermann fuhr zu dicht vor ihr her, sie trifft keine Schuld, sie hat alles richtig gemacht. <= Solchen Menschen will ich etwas von Krieg erzählen, von Zerstörung, Leid, Mangel an allem Lebensnotwendigen, Verletzungen oder gar Tod oder noch fiktiver, den Vorbereitungen dazu durch Panzerkolonnen in 500km Entfernung? Einem Menschen der es nicht mal schafft, 30m Entfernung zum Schutz des eigenen Lebens, der eigenen Gesundheit, der eigenen Sachwerte halbwegs brauchbar einzuschätzen UND entsprechend zu handeln???

    • Ich habe mich neulich erst mit der Frau meines Bruders zur Thematik mediale Berichterstattung durch Weglassen von Fakten und Einnehmen von Positionen unterhalten, auch im Zusammenhang mit den möglichen Alternativen um an ein halbwegs umfassendes Bild an Informationen zu kommen – schlussendlich um sich über die Dinge des Weltgeschehens überhaupt eine eigene Meinung bilden zu können. Sie ist angehende Doktorin, Anfang 30 – also durchaus auf einem Bildungsstand über dem der „bildungsfernen Schichten“ und steckt ganz bewußt den Kopf in den Sand. Sie weiß, dass sie medial belogen wird, geht sogar davon aus, dass nur der geringste Teil dessen was sie medial erfährt, tatsächlich auf Fakten beruht und verschließt sich konsequent in vollem Bewußtsein jeder Möglichkeit der Wissenserweiterung über Netzalternativen. Das geht soweit, dass sie auch konsequenterweise die Mainstreammedien weitestgehend abschaltet. Zu den Gründen stellt sie die berechtigte Frage, was das Wissen um die Zusammenhänge mit ihr, mit ihrer Einstellung zum Leben, mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen machen würde?

      Damit sind wir zu 100% an dem Punkt des kollektiven Wegsehens, Verdrängens, Ignorierens, was jedem Führer Tür und Tor öffnet, „Wehret den Anfängen!“ ist damit komplett abgeschaltet und es existiert lediglich die Hoffnung, dass es ‚mich schon nicht trifft‘ und ’nicht so schlimm werden wird‘ <= das ist die Situation Ende der 20er, Anfang der '30er des letzten Jahrhunderts. Was danach kam, steht in den Geschichtsbüchern. Nun kann man von einem Menschen nicht auf die breite Masse schließen, aber genau diese Verhaltensweisen erkenne ich in meinem gesamten sozialen Umfeld, selbst die Pressevertreter als freie, ungebundene Mitarbeiter verstecken sich hinter einem Leak der auf sie zukommt, statt sich selbst an die Dinge zu machen, die offensichtlich und ganz klar erkennbar für jedermann völlig gegen den Baum laufen und keine positive Wendung zum Wohl einer Allgemeinheit nehmen können und tatsächlich nur kleinen Interessenvertretungen nützen. (und hierbei geht es "nur" um Lokalpolitik – ich habe dazu glühende Diskussionen geführt, ergebnislos)

      Ich selbst bin in einer Position, um auf "meinem" kleinen Spezialgebiet (ohne meine Position tatsächlich dabei überbewerten zu wollen) lediglich die Bremsklötze rein zu hauen, um das "AndieWandfahren" hinaus zu zögern. Geschuldet der Tatsache, dass sich niemand der Entscheidungsträger für das Spezialgebiet interessiert, das aus deren Sicht tatsächlich so unbedeutend ist, dass es sich nicht lohnt, dort gegen die übermächtige Lobby vorzugehen. Meine Vernetzung ist außerordentlich gut aber selbst die Summe dieses Netzwerkes reicht nicht aus, um die Entwicklung zu stoppen – dessen bin ich mir bewußt, dessen sind wir uns alle bewußt. <= daraus folgend kann ich jeden verstehen, der den Kopf in den Sand steckt. Es fällt mir jedoch schwer, einen solchen Schritt zu akzeptieren.

      www steht m.M.n. nicht für world wide web sondern wir wurschteln weiter.

    • @unknow74:
      Sie sprechen mir aus der Seele mit Ihren Kommentaren. Ich bin wirklich neugierig geworden, was denn Ihr „Spezialgebiet“ ist, habe aber natürlich volles Verständnis wenn Sie das nicht einfach so ins Netz schreiben wollen.

      Es ist sicher ein guter Ansatz, der großen verrücktgewordenen (oder schon immer gewesenen) Maschine etwas „Sand ins Getriebe“ zu streuen. Aber ohne viele Mitstreiter bringt das nicht all zu viel, sehe ich auch so. Und gerade hier in Deutschland ist die Obrigkeitshörigkeit und der Konformismus ja leider sehr ausgeprägt… Dramatisch ist sicherlich, dass sich auch die Gewerkschaften (neben der rotgrünen Schröder-Regierung) mehr oder weniger ans Kapital verkauft haben, wie hier bei KenFM auch schon mehrfach angeklungen ist. Dadurch wurde auch die Friedensbewegung entscheidend geschwächt.

    • @ Benjamin – ich weiß nicht, ob sich die Gewerkschaften tatsächlich „verkauft“ haben? Sicherlich gab und gibt es in der gewerkschaftlichen Führungsebene immer wieder Bestechung und Erpressung – darauf will ich gar nicht hinaus. Ist die Globalisierung, die Öffnung der Märkte und damit die Vervielfachung der Konkurenz im Zusammenhang mit den z.T. völlig unnötigen Börsengängen von Unternehmen nicht die eigentliche Ursache für die Wirkungslosigkeit von Gewerkschaften? Wer bestimmt denn über die Geldvergabe wenn ich als Unternehmer bspw. investieren will und muss? Entweder habe ich ausreichend Eigenkapital (im seltensten Fall), ich gehe zur Bank und lasse mir einen Kredit geben oder ich gehe an die Börse und verkaufe Anteile meiner Firma, bin quasi nicht mehr der eigene Herr im Haus, wenn ich nicht aufpasse dabei und mache mich abhängig von fremden Anteilseignern.

      Es ist im Grunde kein Problem, ein börsendotiertes Unternehmen mit einer ausreichenden Geldmenge über kurz oder lang dem Erdboden gleich zu machen. Im Grunde hängt es lediglich an der Anzahl und Verteilung der im Umlauf befindlichen Aktien. ab 51% der Anteile habe ich definitiv das Sagen in der Firma, selbst wenn ich von der Unternehmung an sich keinerlei blassen Schimmer habe und wenn meine 51% nur ein Bruchteil des mir zur Verfügung stehenden Kapitals sind, kann ich mit dem Rest genügend Unheil stiften um die Firma bis auf den letzten Blutstropfen auszusaugen oder als sichere Geldvermehrungsquelle zu nutzen.

      Wenn ich weltweit 10 Stahlwerke besitze, der Stahlpreis im Keller ist, die Stahlfirmen also aus diesem Grunde gerade „nichts“ wert sind, werde ich weitere Stahlwerke kaufen nur um sie zu schließen. Damit erzeuge ich einen künstlichen Mangel und der Wert der restlichen Stahlwerke steigt, d.h. ich verdiene mehr Geld. Habe ich zum Kauf weiterer Stahlwerke nicht genügend Geld und einen Konkurenten am Start, der wesentlich flüssiger ist, werde ich wohl verkaufen müssen um nicht „ausgehungert“ zu werden. Was interessiert mich da eine örtliche Gewerkschaft oder die Belegschaft, deren Angehörige, die Region? Ich kenne die nichtmal, war noch nie dort und hab auch nicht vor, hin zu fahren. Das ist Monopoly nur ohne Würfel. Interessant wird das Spiel doch erst, wenn der Verkauf oder Tausch von Straßen los geht um Hotels bauen zu können…

    • @unknow74:

      OK, meine Aussage, dass die Gewerkschaften „gekauft“ seien, ist sicher etwas pauschalierend und polemisch. Allerdings sehe ich das schon deutlich anders als Sie. Aus meiner Sicht hätten die Gewerkschaften sehr wohl mehr Widerstand und Weitsicht zeigen können und auch müssen, die Globalisierung und der Freihandel sind keine Naturgewalten, sondern menschengemacht. Ihnen (den Gewerkschaften) kommt eine Schlüsselrolle an der ganzen Misere zu.

      Wo ist z.B. die internationale Solidarität? Wie kann man in Deutschland so egoistisch sein, und aus lauter (in dieser Form irrationaler) Angst vor Arbeitsplatzabbau die ganze EU in die Wirtschaftskrise zu stürzen durch Lohndumping?

      Wieso wurde Hartz IV nicht durch einen großangelegten, notfalls wochenlangen Generalstreik verhindert?

      Wieso lässt man nicht Tarifverhandlungen komplett scheitern, wenn für die Jugend kein vernünftiges Ergebnis herauskommt, in Form von Ausbildungsplätzen und v.a. Übernahmegarantien in unbefristete Festanstellungsverhältnisse?

      Wieso duldet man Leih- und Zeitarbeit und nimmt in Kauf, dass das Prinzip „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ komplett außer Kraft gesetzt wird?

      Wieso hat man sich nicht gegen den Ausverkauf der gesetzlichen Rentenversicherung gestemmt? Und sieht sein Heil immer noch in kapitalgedeckten Verfahren? Siehe dazu: http://www.nachdenkseiten.de/?p=35704

    • Gut möglich. Ich gebe es ehrlich zu, dass ich mich mit den Gewerkschaften an sich nie wirklich beschäftigt habe. In meiner Branche gibt es mehrere davon, die sich 1. untereinander nicht grün sind und 2. keinerlei Mitbestimmungsrecht haben, also defakto nur pro forma existieren und schon deshalb für mich von Anfang an absolut überflüssig waren und auch weiterhin sind. Mitbekommen habe ich am Rande einen größeren Skandal in einer der „etablierten“ Gewerkschaften Mitte der 90iger wenn ich mich recht erinnere – mehr auch nicht.

  6. Russland ist eine Atommacht.

    Vergleichen wir die Situation mit Nordkorea. Auch hier hat der Westen an der Grenze endlose Groß-Manöver durchgeführt. Einerseits um die Nordkoreaner zu verunsichern
    – sicher viel wichtiger – um andererseits Südkorea als Waffenkunden und tributpflichtigen Versalen tiefer gen Westen einzubinden.

    Trotz des endlosen Säbelrasselns wird auch weiterhin die Atommacht Nordkorea nicht angegriffen! – und jetzt haben wir an der russischen Grenze die gleiche SItuation.
    Und auch hier wird die Abschreckung durch kernwaffen funktionieren!

    Die russischen Atomraketen beschützen selbst uns vor einem konventionellen Krieg.

    • Schön erklärt!
      Hoffentlich bleibt es so. Dieses Säbelrasseln gehört wohl zum Geschäft. Laut eines deutschen Soldaten (Bekanntenkreis),welcher auch an diesen Nato-Einsätzen mitgewirkt hat, berichtete auch von russischen Flugmanövern, welche gerne mal die Grenzen „ausloteten“ oder besser gesagt überschritten. Sowas wird hier natürlich nicht erwähnt. Obama verabschiedet sich zielsträbig wie ein bockendes Kind. Was Trump betrifft, bleibt der Tenor gleich: Abwarten! Denn diese ganzen Prognosen nerven nur. Eines, und das hat mich in dem Beitrag sehr erschrocken, ist das Wort „Amtsendhebung“! Somit ist das „Abwarten“ doch mit zitternden Knien verbunden.

    • „Die russischen Atomraketen beschützen selbst uns vor einem konventionellen Krieg.“

      das galt sehr lange, aber was kommt nun? wenn ich recht informiert bin, sind die usa schon recht weit damit, um russland herum einen raketenschild aufzubauen, der russische raketen im fall des falles abfangen würde. daher mehren sich ja auch die wahnsinnigen in den usa, die glauben, sie könnten aus einem atomkrieg als sieger hervorgehen.

    • Der Raketenschild ist keiner.
      Aktuell – gibt das Pentagon selbst zu – ist die Erfolgsquote gerade mal bei maximal 25%.
      Und gegen die neuesten Entwicklungen (z.B.Hyperschall) sind sie ganz unwirksam.
      Außerdem gibt es auch ganz konventionell Taktiken, den Gegner erst mal sein Abwehrpulver verschießen zu lassen, bevor die richtigen Raketen kommen 😉
      Gegen die Wolframstabtechnik sind sie auch absolut nutzlos.
      Und wenn ein U-Boot Marschflugkörper aus geringer Distanz abschickt ebenfalls.
      Der Atomkrieg ist und bleibt keine Option außer für Armageddon-Freaks.
      Jede taktische Atombombe, die den Krieg regional begrenzen soll, wird das volle strategische Spektrum aktivieren – das geht ja auch gar nicht anders, wenn man eben genau das verhindern will.
      Wenn 1-3 taktische Atombomben jeweils eingesetzt werden, dann quasi im gegenseitigen Einverständnis (ja, diese Option gibt es!).
      Aber selbst wenn es den USA gelänge alle Raketen abzufangen und selbst Russland zu atomisieren (und da gäbe es sehr viel Einsatzbedarf), würden allein diese Folgen eines solchen Einsatzes auch ohne dass nur 1 Rakete die USA träfe, diese ebenfalls vernichten, dann halt nur in Zeitlupe durch die Konsequenzen eines atomaren Winters, massiver Verseuchung und des Kollapses von Gesamteuropa.

      Außerdem könnte Asien da nicht einfach die Füße still halten, denn sie wären dann logischerweise und bereits angekündigt die nächsten.
      Wie man sieht ist das noch nicht mal für Schwachmaten eine ernstzunehmende Option.

    • @Nick Mott:
      Klingt alles sehr vernünftig, was Sie schreiben.

      Aber können wir sicher sein, dass das für die von der Gier zerfressenen „Schwachmaten“ von Großkapitalisten, die unsere Regierungen regieren, nicht doch eine Option sein könnte…?

    • @ Benjamin – gar nicht, und sei es nur darum, die Ressourcen dem anderen nicht zu überlassen. Das System baut auf dem künstlich erzeugten Mangel auf.

      Brauche ich eine taktische Atomwaffe, um ein Gebiet dauerhaft zu verseuchen oder reicht dort bereits Uranmunition, ein inszenierter Unfall, etc. pp.? Schauen Sie doch Hollywood – dessen Drehbücher bereiten uns doch seit Jahrzehnten mittlerweile auf genau solch einen durchgeknallten Einzeltäter vor, sie lassen doch nichteinmal die Verbindung zum Großkapital, Lobbyistengruppierungen oder den Geheimdiensten weg – das einzige was nicht stimmt, ist das hollywoodtypische happy end.

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