KenFM im Gespräch mit: Andrea Komlosy („Grenzen: Räumliche und soziale Trennlinien im Zeitenlauf“)

Spätestens seit der eigenmächtigen Grenzöffnung durch Angela Merkel auf dem vorläufigen Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Sommer 2015, ist die Debatte über Grenzen, über „No Borders“ und „Closed Borders“, zu einem medialen Dauerbrenner mutiert. Plötzlich flammte ein Thema auf, welches man in Zeiten von Globalisierung, supranationalen Währungsräumen und transkontinentalen Wirtschaftsabkommen, auf dem Wege der Selbstauflösung wähnte.

Die infolgedessen unternommenen Versuche der Problemanalyse beschränken sich in ihrer Mehrheit auf nationalstaatliche, respektive kontinentale Außengrenzen. Das Phänomen der Grenze im Allgemeinen wird in Zeiten „grenzenloser Möglichkeiten“ jedoch nur selten in all seiner Komplexität ausgeleuchtet. Eine Wissenslücke, die die ohnehin aufgeladene Debatte nur weiter befeuert.

Höchste Zeit also, etwas Druck vom Kessel zu nehmen und sich dem Thema mit mehr Gelassenheit zu nähern. In ihrem Buch „Grenzen: Räumliche und soziale Trennlinien im Zeitenlauf“ beschreitet die österreichische Sozialhistorikerin Andrea Komlosy genau diesen Weg. Nichts wird beschönigt und nichts verteufelt. Grenzen werden schlicht als das beschrieben, was sie sind: Ein natürlicher Bestandteil menschlicher Existenz.

Auch wenn Grenzen zwangsläufig etwas inhärent Trennendes haben, ist dies zunächst einmal weder positiv noch negativ. Erst das gewollte Hinwegsehen über offenkundig vorhandene Grenzen, bereitet den fruchtbaren Nährboden für Konflikte entlang ihrer Verläufe.

Ein angemessener Weg wäre also, sich der existierenden Grenzen, welcher Beschaffenheit auch immer sie sein mögen, bewusst zu werden und sich ihnen vorbehaltlos zu nähern. So werden aus ihnen Räume der Begegnung und des gegenseitigen Verständnisses.

Inhaltsübersicht:

0:04:15 Das Wort „Grenze“ – eine etymologische Herleitung

0:11:50 Natürliche und staatliche Grenzen

0:21:25 Nationalstaat, Kolonie und deren Gemeinsamkeiten

0:32:35 Feindbilder, künstlich erzeugte und durchlässige Grenzen

0:55:20 Die Deutungshoheit der Presse in Österreich und Deutschland

1:02:20 Das Helfersyndrom und die Grenzen im Kopf

1:12:40 Digitalisierung – die virtuelle Grenzenlosigkeit

1:26:40 In Zeiten, als Grenzen erträglich waren

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34 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Andrea Komlosy („Grenzen: Räumliche und soziale Trennlinien im Zeitenlauf“)

  1. Danke an Ken Jebsen und vor allem die kluge und charmante Andrea Komlosy für dieses herausragende Gespräch. Ein Beitrag der links und rechts zusammen führt ohne Berührungsängste! Herrlich ideologiefrei und vernünftig!

  2. Grenzen sind ein Teil von menschlichen Miteinander, deshalb ist es auch so einfach ihnen künstliche Grenzen zu setzen, welche ohne groß zu hinterfragen akzeptiert werden. Besonders schnell geht es mit der Akzeptanz, wenn die Grenze bereits von anderen Menschen/Gruppen anerkannt wurden. Sie schaffen vermeintliche Orientierung und Sicherheit.
    Dagegen kann nur Aufklärung stehen.

  3. Im Wege des Eigenzitats aus unserem Buch:

    Welches aber ist die Unternehmung eines Staats in unserer Gesellschaft, einmal abgesehen davon, dass Unternehmung die gesellschaftliche Form des Überlebens in unserer Gesellschaft ist?
    Zunächst – in der Abstraktion, die einem Subjekt zukommt, wenn von ihm im gesellschaftlichen Zusammenhang die Rede ist – ist die Unternehmung des Staats die Erhaltung der gesellschaftlichen Zustände durch die Erhaltung seiner selbst. Schon hier ist erkennbar, dass – bezogen auf die Abstraktheit der Subjektivität – der existenzielle Unterschied zwischen einem Staat und einem Individuum nicht sonderlich groß ist. Ein fundamentaler Unterschied zwischen Staaten und Subjekten geringerer Größenordnung (Familien, Vereine, Klassen) besteht aber darin, dass der Staat das Gewaltmonopol in der Gesellschaft des modernen Ensembles besitzt. Ab dem Zeitpunkt, ab dem moderne Staaten auf einem geschlossenen Siedlungs- und Produktionsgebiet entstehen und damit moderne Grenzen notwendig werden, wird die Abgabe der bewaffneten Gewalt an den Staat als der große Fortschritt eben dieser sozialen Errungenschaft gefeiert. Nicht mehr Krieg, sondern Handel ist die Quelle des Reichtums und des Ansehens und die Aufgabe des Staats ist es, diese Quellen nicht versiegen zu lassen. Hier also können wir auch die konkreten konkurrenten Unternehmungen von Staaten zu einer einzigen zusammenführen: der Verteidigung des Gewaltmonopols gegen seinesgleichen wie gegen seine in ihm Korporierten. Dies aber unternehmen Staaten nicht aus Selbstherrschaft und eigener Machtvollkommenheit, sondern weil sie müssen, wie auch das individuelle Subjekt unternehmen muss.

    Dabei aber sind zwei Aspekte von großer Wichtigkeit. Zum einen geht es nicht oder erst in zweiter und dritter Hinsicht um die Arrogation von Waffenarsenalen, sondern das Gewaltmonopol bedeutet das Aufrechterhalten aller gewaltsamen Verhältnisse, die am Anfang als Geburtshelfer der bürgerlichen gesellschaftlichen Verhältnisse stehen. Geld, Land und Menschen zu Waren zu machen, ist ein Gewaltakt, an den wir uns längst gewöhnt haben, der aber am Anfang als primordiale Tat der bürgerlichen Gesellschaft blankes Entsetzen und Unverständnis hervorgerufen hat, weil er alle vorher erfahrene Gewalt übertroffen hat. Dass Menschen unfrei waren und als Unfreie verhandelt, verkauft, verschenkt und weitergegeben werden konnte, ist eine jahrtausendalte Erfahrung. Dass die Herren und Frauen den Knechten und Mägden befohlen und sie bestraften, war unter diesen Verhältnissen allgemein gültig und nicht in Frage gestellt. Dass aber die Unfreiheit nun auf anderen Grundlagen sich durchsetzte und nicht mehr als persönliche Herrschaft erfahren wurde, sondern zusätzlich als Vertreibung von Grund und Boden, zusätzlich als Beraubung aller Rechte und Privilegien, die vordem noch gegolten und gemeinschaftliches Überleben gesichert hatten, zusätzlich als Unterwerfung unter die Disziplin von Arbeitshäusern, Zwangsarbeit und Umsiedlung ohne Rekompensation, diese Umwertung aller gültigen Werte war nur durch gewaltsame Begleitmusik möglich, die den aufklärerischen Beschönigungen vom „Leviathan“ bis zum „Gesellschaftsvertrag“ Hohn sprach und sie widerlegte und als vernünftige Übereinkünfte das Ausreizen von modernen Übergriffen maskierte. Gewaltmonopol des Staats ist also nicht dem vernünftigen Abwägen geschuldet, wer die Verfügungsgewalt über die Waffen haben solle, ist nicht die Selbstbescheidung vernünftiger Staatsbürger, die die Gewalt ächten, sondern die ideologische Verschleierung der dieser gesellschaftlichen Formation zu Grunde liegenden Gewalt, die zur Durchsetzung der abstrakten Beziehungen nötig ist. Denn abstrakte Beziehungen sind es, wenn für Märkte produziert wird (also für Instanzen, die die Produkte nicht brauchen), wenn Werte von Dingen an Produktionszeiten gemessen werden (also an Parametern, die über die Brauchbarkeit nichts aussagen), wenn Menschen ihr gesellschaftliches Ansehen aus ihren erzwungenen Selbstdarstellungen und Vorhaben ziehen (also nicht aus der Erfahrung durch andere).

    • Meinen Sie vielleicht, Petra, daß der Mensch und alles, was von ihm erschaffen wird, aus eigenem Bemühen die geschlossene und selbsterfüllende Blase seines Denkens nicht verlassen kann?
      Und daß uns aus diesem Teufelskreis nur Kräfte, Menschen und Wesen heraushelfen können, die diese Blase transzendiert haben und von außerhalb derselben auf uns einzuwirken imstande sind?

      Dann würde ich Ihnen nämlich zustimmen. 😉

    • @ Petra

      Vielen Dank Petra. Was ist “unser Buch”? Würde gerne mehr lesen!!!

      Frage: Gewaltmonopol ist doch ein Begriff des Staatsrechts und mit dem Staat und durch den Staat in die Welt gekommen. Wenn das so ist, dann besitzt der Staat das Monopol auch über die Sprache. Gewaltmonopol ist tautologisch. Monopol ist Gewalt, es sei denn, es wird einvernehmlich übertragen; und Monopol ist Grenzziehung, ebenfalls Gewalt, wenn nicht einvernehmlich.
      Gewaltmonopol wird definiert als das alleinige Recht des Staates auf seinem Hoheitsgebiet (Grenzziehung!) Gewalt anzuwenden oder zuzulassen. Nach der Alllgemeinen Staatslehre ist das Gewaltmonopol des Staates die ausschließlich staatlichen Organen vorbehaltene Legitimation, physische Gewalt auszuüben oder zu legitimieren.

      Ich glaube schon, dass der “vernünftige Staatsbürger” physische Gewalt ächtet. Es geht ihm auch eigentlich um den Schutz vor Gewalt. Ich glaube, der “vernünftige Staatsbürger” hat dem Staat ein Schutzmonopol übertragen, welches (von wem?) in ein Gewaltmonopol umgedeutet wurde. Und gemäß der Vieldeutigkeit von “Gewalt” (und dem Deutungsmonopol des Staates) stehen am Anfang und am Ende des Spektrums Krieg (kriegen = bekommen, erlangen, erringen), – auf dem eigenen Hoheitsgebiet und darüber hinaus – und der Krieger = Händler.

      Richtig: Das “Gewaltmonopol bedeutet das Aufrechterhalten aller gewaltsamen Verhältnisse, die am Anfang als Geburtshelfer der bürgerlichen gesellschaftlichen Verhältnisse stehen.”

      Aber, wie gesagt, ich glaube, der “vernünftige Staatsbürger” hat dem Staat ein Schutzmonopol und kein aggressives Gewaltmonopol übertragen.

      PS:
      “….Unternehmung die gesellschaftliche Form des Überlebens in unserer Gesellschaft ist…”. Human Action nach Ludwig von Mises?

      Ich glaube, Unternehmung ist die gesellschaftliche Form des Überlebens des Händlers und Kriegers. “Nicht mehr Krieg, sondern Handel ist die Quelle des Reichtums und des Ansehens und die Aufgabe des Staats ist es, diese Quellen nicht versiegen zu lassen.” Wieder nur Begriffsverwirrung? Handel ist Kriegen. Ursprung des Wortes Unternehmung ist kriegerisches Unterhehmen. Im Englischen deutlicher: venture, (military) operation, undertaking. Und der undertaker ist der Leichenbestatter, das Bestattungsunternehmen.

      Begriffe und deren Inhalte/Bedeutungen kommen zu uns mit historischem Paket.

      Wie oben schon gesagt: Ich würde gerne mehr lesen aus “unserem Buch”.

      Die Zivilisation ist in den Völkern, die Barbarei in den Regierungen.
      Victor Hugo

    • @Saschi
      Nun, ich denke, dass solange eine „Welterklärung“ praktikabel bleibt, also das Leben und damit Zusammenleben im wesentlichen sichert, kommt es eher zu kleineren Brüchen und Justierungen. Sobald das Gefüge dann an sich selbst, seinen zentralen Denkweisen und Handlungsformen, scheitert und seine Legitimation verliert, haben die Leute sich bisher als recht schnell erwiesen, bis dato ungekanntes oder un-erhörtes zu tun und verlauten zu lassen. Bei solchen Epochenbrüchen, von denen man unserer Auffassung nach, bisher zwei – sozusagen mit der Taschenlampe nach hinten – erkennen kann, gibt es eine Zeit der Kontingenz, in der vieles zum Vorschein kommt, aber schließlich nicht doch Teil oder Inhalt der neuen Erklärung wird.
      Bisher haben die Leute (ich vermeide den Begriff „Menschen“, weil es eine bestimmte Reflexionsweise impliziert) aber immer ihr höchsteigenes Ausgestalten der nunmehr gültigen Sozialbeziehungen sofort an eine Dritte Instanz, die sie natürlich auch selbst erschufen, abgegeben, sind ihrem eigenen Tun sogleich als etwas fremden Dritten begegnet, dass über sie Autorität hat. Waren das in der Religiösen Formation noch die Götter mit denen man immerhin verwandt war und die ihre Schöpfung und die Leute, ihre Kinder, liebten, so ist diese Instanz heute die aufgeklärte Vernunft, deren Freiheit die Unterwerfung unter eben diese ist und die auf der bloßen Vorannahme basiert, dass nur „Menschen“ (mit Ausnahme derer im „Naturzustande“ oder Kausalzwängen), eine unbelebte, aber sich gleichwohl selbst organisierende Natur und deren Gesetzlichkeiten erkennen könnten.
      Ich gehe daher davon aus, dass es eines bestimmten Legitimationsverlustes bedarf, bevor die Leute ex-zentrisch handeln und denken. Zu wünschen, so sehe ich es, wäre für dieses Mal, dass sie bei sich bleiben und von ihnen erschaffene Sozialgefüge als das ihre behalten. Das würde eine menschliche! Welt schaffen, wie es sie noch nicht gegeben hat.

    • @Tony
      Um Himmels Willen, mit Mises haben wir überhaupt nix am Hut. Wenn im Buch „Unternehmung“ steht, meinen wir da eine Elementarform des Individuums in der Bürgerlichen Moderne und auch dort nur in der Sondersphäre, der sattsam bekannten Öffentlichkeit.
      Ich könnte das jetzt mit Verve ausführen, würde damit aber andere hier wahrscheinlich bloß langweilen. Um es möglichst kurz – und darum sicher wieder auch missverständlich – auszudrücken, geht es darum, dass im Bürgerlichen Ensemble wie in der Grammatik sich das Subjekt als Subjekt nur mit einem Prädikat konstituieren kann, nur mit einer eigenen, gegen die anderen Subjekte konkurrenten Unternehmung. Das hat nur sehr vereinzelt mit der ökonomischen Unternehmung zu tun, sondern betrifft alles Handeln in der Öffentlichkeit, sei es Meinungsäußerung, Vertragsverhandlung oder politische Demonstration, Wahlkampfrede, Parlamentsrede usw. usf.
      Krieger und kriegen gehören in eine andere Formation, nämlich in die religiöse und diente dazu, Herrschaft über andere „Völker“ (bitte jetzt nicht mit dem modernen Volksbegriff in eins setzten), die dann alimentationspflichtig wurden. In machen Ausprägungen der Religion – z.B. in Altägypten – gab es einen Gott, dessen Aufgabe es war für neue Völker zu sorgen, die erobert werden konnten. Viele solche Eroberungen führten dann bald in Verwandtschaftsbeziehungen, wie überhaupt die Religion ein Sozialgefüge der Verwandtschaft ist – aber eben fast ausnahmslos nicht der Blutsverwandtschaft. Gewalt in der Religion war in die manifesten Sozialbeziehungen eingebunden und durfte nicht wahllos und voluntaristisch ausgeübt werden. Solche Verstöße gegen das Heil und Wohl, solcher Frevel wurde immer geahndet, wenn es denn – selten genug – vorkam. Als Rechtshistorikerin habe ich da eine gute Quellenlage, die in jeder Fachbibliothek nachzulesen ist, aber nie in die Öffentlichkeit gelangt, weil es der Fama von der Superiorität des heuten abstrakten Rechts – und des Rechtsstaats *smile – widerspräche. Recht war in jener Epoche, die erst vor 350 Jahren endete eben nur völlig anders, vor allem war Recht substantiell und Gewalt auf mehrere Spruchkörper verteilt. Recht war allerdings nicht abstrakt und normativ, sondern rituell und am Dafürhalten der jeweiligen sozialen Entitäten orientiert. Ein sehr interessantes Thema, das hier ebenfalls zu weit führt.
      Ganz anders im Bürgerlichen Recht und dessen Definition des Subjekts höchster Ordnung, nämlich des Staats-Subjekts. Hier überträgt niemand etwas oder wird gefragt; hier wird stattdessen eingezäunt und verjagt und jede Lebensgrundlage entzogen. Man kann sehr gut nachlesen, auch hier ist die Quellenlage vorzüglich, wie selbst die calvinistischen Kirchen in England den peasants beizustehen versuchten, indem sie dafür stritten, dass dies doch einen gewissen Teil Land zum Überleben benötigen würden; gleiches gilt in Schottland, wo die davon gejagten Clansleute zwangsweise zum Straßenbau herangezogen wurden. In Zentraleuropa blieben viele bis zum Napoleonischen Krieg verschont und waren nicht sehr begeistert, nun „befreit“ zu werden. Aber auch hier setzten sich, zuerst in Frankreich und England, Arbeitshäuser und Arbeitsdisziplin durch. Michel Foucault hat hier exzellente Beiträge geliefert, die Engländer Jeremy Bentham und der Widerling Thomas Robert Maltus aus dem Nähkästchen geplaudert.
      Ich bin auch für eine Welt, die friedlich ist und Waffen nicht benötigt. Diese wird aber durch Gewaltmonopol und dem Ewigen Frieden des immerwährenden Antagonismus konkurrierender Subjekte des Herrn Kant, der recht eigentlich ein verewigter Krieg ist, nicht zu erlangen sein.
      Da Buch heißt „Gültige Aussagen“ und ist im Mandelbaum Verlag erschienen.
      Ich warne gleich vorab, dass die Linke es nicht mag und die Rechte nichts damit anfangen kann. Das hat uns gefreut, denn das zeigt, dass es sich nicht um eine 836.000 Kritik unserer Verhältnisse handelt, sondern eher die Frage stellt, wie es so weit hat kommen können. Kritik bleibt immer ihrem Gegenstand verhaftet und kann vieles außer uns in eine Welt jenseits der jetzigen Verhältnisse aufbrechen lassen.
      Ich bin auch gern bereit, einzelne Kapitel (oder auch mehr) auf elektronischem Wege zu verschicken, erbitte dazu aber eine Nachricht an mich.
      P.S. Ihre Gedanken zum Händler/Krieger waren sehr interessant. Kriegen und Handeln fiel damals in eins, Fernkaufleute ist da ein Stichwort, wobei es insgesamt eher um Güterkreisläufe ging und ein Gewinn im Sinne von Wert nicht zu erzielen war. Noch bei Thomas von Aquin wird sehr umfänglich dargelegt, dass Zeit nicht der menschlichen Verfügung unterliegt und der Krieger-Händler seine Aufwendungen wie Kleidung, Tiere, Proviant berechnen darf, aber nicht die Zeit, die er benötigte, weil über diese nur Gott gebietet. Das Zinsverbot der religiösen Epoche hat somit mit unserem abstrakten Wertreichtum der auf objektivierter Zeit beruht, nichts zu tun.
      Auch Viktor Hugo möchte ich zustimmen mit der kleinen Änderung, dass die Zivilisation in den geschichtslosen Völkern ist. Geschichte, also moderne Universalgeschichte, als Leitideologie des Bürgerlichen Ensembles zu enttarnen, ist wieder eine andere zu erzählende Geschichte.
      P.S. Wie mein Co-Autor zu sagen pflegt: Rom wurde nicht an einem Tag zerstört.

    • @ Petra:

      Ich weiß nicht, ob es ratsam oder notwendig ist, Kants These von der ungeselligen Geselligkeit der Menschen als Ursache einer gesetzmäßigen Ordnung zu akzeptieren. Hans J. Morgenthau scheint diese These zu akzeptieren (und ist damit nicht allein) und spekuliert, daß ein dauernder Friede zwischen den Nationen einen Weltstaat erfordert, wobei er auseinandersetzt, daß eine „Weltgemeinschaft“ einem Weltstaat vorausgehen müsse. Weil jedoch die Voraussetzungen für die „Weltgemeinschaft“ nicht gegeben seien, könne ein Weltstaat mit den gegenwärtigen moralischen, sozialen und politischen Zuständen in der Welt nicht gebildet werden, trotz der Dringlichkeit des Problems des Krieges.
      Wird das nicht dazu führen, daß der Zweck die Mittel heiligt: Errichtung eines autoritären Weltstaates als Anstalt zur Besserung der moralischen, sozialen und politischen Zustände? Manches deutet zur Zeit in diese Richtung.

      Für mich hat Goethe darauf die besseren Antworten:

      „Wenn wir, sagtest du, die Menschen nur nehmen, wie sie sind, so machen wir sie schlechter. Wenn wir sie behandeln, als wären sie, was sie sein sollten, so bringen wir sie dahin, wohin sie zu bringen sind.“

      „Sage, tun wir nicht recht? Wir müssen den Pöbel betrügen. / Sieh nur, wie ungeschickt, wild, sieh nur, wie dumm er sich zeigt!“ / Ungeschickt scheint er und dumm, weil ihr ihn eben betrüget. / Seid nur redlich, und er, glaubt mir, ist redlich und klug.“

      Wegen des Buches später Rückmeldung.

    • @Tony
      Der Kantsche Dualismus ist weder ratsam und schon gar nicht not-wendig. Ich habe dazu (allerdings mit akademischem Duktus, sorry) in meinem Papier „Dem Kant sein Ding“ Stellung genommen (https://www.exit-online.org/link.php?tabelle=autoren&posnr=202)
      Was Morgenthau (und viele andere) aus meiner Sicht gleich übersieht ist, dass ein Welt-„Staat“ innerhalb der modernen Erklärung nicht möglich ist. Kurz und damit auch wieder leider verkürzt, liegt das daran, dass im Rahmen des nur konkurrent denk- und vorstellbaren Kontakts der Subjekte untereinander, namentlich solcher höherer Ordnung wie eben die Staaten, die Konkurrenzlosigkeit, also das Ausstechen und die Verwirklich von Einzigartigkeit und damit die Beherrschung aller anderen, zwar als Ziel vorgegeben ist (asymptotische Annäherung), aber der Sinn solcher Denkform im Moment des Erreichens gegenstandslos und sinnlos wird. Darum gibt es ja das Transzendenzverbot, damit der ewige Antagonismus, verschleiert im Begriff vom „ewigen Frieden“ weitergeht.
      Wohlgemerkt es geht um Staatssubjekte, vulgo Staaten. Vor dem Epochenbruch gab es niemals Staaten. Es ist nicht statthaft von „Griechischen Stadtstaaten“ zu reden, denn es waren Stadt-Reiche, wie alle Gebilde in der religiösen Formation Reiche waren – und zwar überall auf der Welt bis auf wenige Gebiete, wo der Animismus territorial Herrschaft noch nicht einmal denken konnte (und wozu auch?)

      Nun, Goethe war – zumindest im Privaten – ein Querdenker, a‘ la bonheur. Er spricht hier das zentrale Thema des Guten an, von dem die Vernunft der Aufklärung meint, man müsse den unzulänglichen Menschen (schon Reflexionsinstanz, aber lassen wir das mal so) verbessern, einschließlich Auslese, Eugenik und Euthanasie. Ich habe keine Einwendungen gegen Goethes Antwort. Leider sieht die Erklärung des Modernen Ensembles „Redlichkeit“ nicht vor, denn sie basiert darauf, dass es nichts substantielles gibt.

  4. Grenzen zwischen Staaten sind nicht natürlich, sondern rein künstliche machtpolitische Konstruktionen.

    Das ist etwas ganz Anderes als die Abgrenzung von Privateigentum.

    Staatsgrenzen trennen den öffentlichen Raum und beeinträchtigen das Grundrecht der Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum.

    Gute und verantwortungsvolle Politik strebt daher offene Grenzen zwischen Staaten an.

    Das ist politisches Einmaleins, wird aber durch Dauerlügen der Kommunisten (früher) und Rechtspopulisten (aktuell) verschleiert.

    • Grenzen sind durch Gewalt entstanden und Grenzen stützen sich auf Gewalt. „Staat“ ist VER-waltung. „Staat“ ist die Rechtfertigung für das Besitzen von Menschen. „Staat“ macht aus Mensch eine Person, die komplett durchnummeriert ist.

    • Na ja.. das Problem der Administration muss aber auch irgendwie gelöst werden. Und die freiheitlich-demokratische Nation ist ein einigermaßen brauchbares Konstrukt dafür.

      Aber die Welt ist wohl zu groß, um mittels nur einer Nation gemanagt zu werden. Und zudem würde dann drohen, dass die ganze Welt eine Diktatur würde.

      Die Lösung einer wirklichen Kooperation zahlreicher Nationen macht schon Sinn. Und dazu gehören – gerade aus Sicht der einfachen Bürger – offene Grenzen und Handelsfreiheit. Sonst hat man „Elitenkooperationen“ wie mit Libyen oder Saudi-Arabien, die nur Reichen, Privilegierten (etwa mit UN- Pass) oder Hetzern nützen, aber die Rechte der Bürger grundlos einschränken.

  5. „Spätestens seit der eigenmächtigen Grenzöffnung durch Angela Merkel“

    Es gab keine „Grenzöffnung“, da die Grenze Deutschland-Österreich schon vorher offen war..! Und offen zu bleiben hat.
    Beamte sahen das anders und wollten die „Flüchtlingskrise“ zum Anlass nehmen, das Asylrecht und die Reisefreiheit in Europa zu zerstören.

    Kanzlerin Merkel hat den Möchtegern-Diktatoren bei der Bundespolizeiführung als demokratische Regierungschefin einen Strich durch die Rechnung gemacht.

    Das war ein Beispiel politischer Haltung, auch wenn (oder gerade weil) sie von den Rechtspopulisten seitdem gehasst wird.

    „Flüchtlingskrise“

    Das war nie eine Krise, sondern eine gesteuerte Aktion. Gesteuert wohl von den gleichen Lobbyisten, die die rechten Hetzer als „Antwort“ darauf finanzieren.

    Da wird gelogen, dass sich die Balken biegen. In der Türkei gibt es z.B. niemals die „Millionen Flüchtlinge“, die Erdogan erfindet. Wo bitte sollen die sein? Unsichtbar? Deswegen wähle ich aber erst recht nicht AfD.

    Im Gegenteil: Die Lügner hinter den Kulissen sollen eine saubere und friedliche Migration nach Deutschland bezahlt haben, ohne geschlossene Grenzen zu bekommen. Die Grenzen bei funktionierender Politik sind offen.

    • Deutschland sollte vielmehr -statt auf die Lügen der Rechtspopulisten hereinzufallen – natürlich auch das absolute Grundrecht des Familiennachzugs wahren.

      Im Gegenzug sollten mit den wirklichen -wirtschaftlich wirklich nicht auf Rosen gebetteten- Herkunftsstaaten der meisten Flüchtlinge (ich vermute Somalia, Äthiopien, Somaliland, Eritrea etc..) verhandelt werden, dass Deutsche dort investieren und auch dauerhaft einreisen können. Offene Grenzen und Handelsfreiheit sind ein hoher Wert an sich, der macht sicher nicht im Mittelmeer halt.

  6. Lieber Ken, liebe Andrea Komlosy
    ich vermute, Grenzen kamen nach dem Ende der Nomadenzeit von Jägern und Sammlern mit der Sesshaftwerdung in die menschliche Gesellschaft. Damit kamen auch Landwirtschaft und Klassenbildung in das Leben der Gattung Mensch. Ich komme aus einer Stadt, in der der Ruhrschnellweg wie ein Gürtel den südlichen (höher liegenden) reichten Teil vom niedriger liegenden nördlichen und ärmeren/armen Teil einer der großen Städte dieses Landes teilt.
    Er wird auch B 1 und A 40 genannt. Siehe dazu z.B. einen Artikel in der FAZ vom 14.01.2013. Die Grenzen in der menschlichen Gesellschaft, habe ich schon in meiner Stadt Essen gelernt, verläuft nicht so sehr zwischen Ländern/Staaten, sondern zwischen Oben und Unten. Die Machtelite kann über alle Grenzen hinweg ungehindert mit ihren Privatjets Grenzen überwinden. Sie kann ihr Geld auf alle Steueroasen der Erde verschieben. Waren wollen viele von ihnen im Freihandel frei vermarkten. Menschen sterben massenhaft vor Grenzen, ausgegrenzt durch Frontex, NATO-Draht und digitale Identitätskontrolle. Und dies korrespondiert mit den Grenzen in unserem Kopf, die Medien mit Sündenbock-Theorien schüren, um die Menschen von der Erkenntnis abzuhalten, dass die Klassengesellschaft die Quelle der Ungerechtigkeit… ist.

    • @ B. Trautvetter

      „…die Klassengesellschaft die Quelle der Ungerechtigkeit ist…“

      Und wenn es so wäre, wo hat die „Klassengesellschaft“ ihre Quelle?

      Hypatia von Alexandria war eine griechische(!), spätantike Mathematikerin, Astronomin und Philosophin (!).
      Sie war Vertreterin einer nichtchristlichen philosophischen Tradition und gehörte im überwiegend christlichen Alexandria der unterdrückten paganen Minderheit an. Sie wurde Opfer eines Machtkampfs, in dem religiöse Gegensätze instrumentalisiert wurden. Christen ermordeten sie in einer Kirche. Philosophen- und Heidenverfolgung! Grenzziehung, Intoleranz, Wissenschaftsfeindlichkeit – und Frauenfeindlichkeit! Hypatia trug den Philosophenmantel in der Öffentlichkeit und philosophische Themen trug sie nicht in geschlossenen Kreisen Auserwählter vor, sondern in der Öffentlichkeit, was Anstoß erregte. Demokratiefeindlichkeit! Glaube des Auserwählten! Neben den Konflikten zwischen paganen und christlichen Einwohnern von Alexandria gab es zugleich auch unter den Christen schwere Zerwürfnisse zwischen Anhängern unterschiedlicher theologischer Richtungen sowie Auseinandersetzungen zwischen Juden und Christen. Das Gerücht (Verschwörung!) wurde verbreitet, daß sie als Beraterin von Orestes Einfluss auf diesen hatte (Frauenfeindlichkeit) und ihn dazu bringe, eine Versöhnung zwischen der geistlichen und der weltlichen Gewalt zu hintertreiben. Die offizielle Position der Kirche rechtfertigt den Mord mit der Behauptung, Hypatia habe den Präfekten und die Stadtbevölkerung mittels satanischer Zauberei (Verschwörung!) verführt.

      Zuerst das Ereignis, und danach die Geschichte. Nicht umgekehrt. Das Ereignis fand lange vor dem Zeitpunkt statt, ab dem die „Klassengesellschaft“ in der Geschichte erschien und thematisiert wurde. Eine „Klasse“ scheint gegenwärtig ziemlich erfolgreich den Feudalismus wieder herzustellen (von Marx als notwendige Vorstufe des Kapitalismus bezeichnet), oder eine Form von Faschismus als Hayek-Projekt. Je nachdem, welche Religion instrumentalisiert wird.
      Opium NICHT NUR für „das Volk“!

    • Die Klassengesellschaft kann durch richtig verstandene Marktwirtschaft überwunden werden. Sie ist zudem nicht das einzige „Grundübel“, was tödliche Knaststaatsgrenzen angeht. Sondern da spielen auch Rassismus, Religionshetze und Militarismus eine Rolle. Die Kommunisten nutzten übrigens den Militarismus aus, kommunistische Staaten betonen stets das Militär. Denn anders können Sie ihre Knaststaatsdokttin gar nicht errichten.

    • @ Thatsit

      Wie sieht Ihre/die „richtig verstandene Marktwirtschaft“ aus, durch welche die Klassengesellschaft überwunden werden kann?

  7. Hier könnten wir einmal darüber nachdenken, warum es zurzeit überhaupt nationalstaatliche Grenzen gibt.

    Was ist zudem der wirkliche Grund dafür, weshalb wir etwa auch auf die Idee kommen, dass transatlantischer Freihandel nicht funktioniert?

    Das tiefere Problem ist jedenfalls der Umstand, dass Politiker sich bei uns vom Finanzsektor kaufen lassen und die großen Medien die Interessen desselben vertreten und durchaus nicht objektiv berichten.

    Die Banken sorgen zudem dafür, dass in den Parlamenten Volksvertreter sitzen, die die Zusammenhänge möglichst gar nicht verstehen. Unsere Demokratie ist insofern eine Mogelpackung der Banken.

    Wir könnten beispielsweise mal darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, dass wir deshalb Geld haben, weil wir vor allem auch immer mehr Staatsschulden haben.
    Der Staat hat also immer mehr Schulden, obwohl es doch niemanden gibt, dem er dermaßen viel Geld schulden könnte.

    Jedenfalls sind unsere Staatsschulden nicht die Folge eines Überkonsums des Staates.

    Irgendwo türmen sich unsere Staatsschulden immer mehr auf.
    Aber unsere Staatsschulden sind in Wirklichkeit auch keine Schulden, sondern spiegelbildliche Sparguthaben der Bürger.
    Aber Sparguthaben kann es doch wiederum nur dann geben, wenn es Schulden gibt, weil Sparen nur mit Verschuldung möglich ist.

    Unsere Sparguthaben sind also in Wirklichkeit die gegenüber den Banken bestehenden Schulden anderer Leute, die ihre Schulden aber solange nicht abbauen können, bis diese vielen Sparguthaben wieder „entspart“ werden.

    Bei unserem Geldsystem gibt es also deshalb Geld, weil es Schulden gibt, die vor allem auch der Staat aufgenommen hat, die er aber wegen eines Denkfehlers nicht abbauen kann.

    Irgendwo haben doch bei uns vergleichsweise wenige Personen immer mehr Geld, weil alle anderen Bürger noch sehr viel mehr Schulden haben, die sie aber nicht abbauen können, weil das viele Geld, mit dem dies nur möglich sein könnte, von irgendwelchen anderen Leuten gespart wird.

    Irgendwo eilen uns die Schulden ständig voraus, weil man Schulden nicht direkt begleichen kann, sondern man sich für die Begleichung dieser Schulden zunächst erst mal wieder neues Geld von den Banken ausleihen muss, das diese wiederum aus dem Nichts schöpfen.

    Wegen des Nichtkonsums bzw. des Sparens und der viel zu großen Marktmacht weniger Akteure fehlt ständig eben gerade das Geld im Geldumlauf, mit dem wir doch dachten diese vielen Schulden durchaus tilgen zu können. Aber dummerweise wird doch ständig zu wenig konsumiert, so dass die meisten Leute kein hinreichendes Einkommen erzielen und wir unsere vielen Schulden auch gar nicht abbauen können.

    Damit dann doch wieder konsumiert wird, generiert die Politik ständig sinnlose Schulden, was aber die Probleme noch mehr verschärft. Jedenfalls schaffen wir damit keinen Wohlstand, wenn Geldausgaben wie etwa auch für die Rüstung, lediglich irgendwelchen Finanzinteressen dienen.

    Der Staat kann offensichtlich wegen seiner unheiligen Allianz zwischen Politik und Wirtschaft ständig neues Geld nachlegen. Mit dem Prinzip „Gewinne privatisieren – Verluste sozialisieren“ gelingt dies auch sehr gut.

    Komischerweise kann der Staat seine Schulden aber niemals abbauen, weil der Schuldenabbau es voraussetzen müsste, dass die Bürger auch keine Sparguthaben beim Staat mehr haben.

    Aber der Staat kann sich eben auch keine zu niedrigen Zinsen für die Bedienung seiner Staatsschulden leisten, weil dann niemand mehr Bundesschatzbriefe haben will.

    Wir lösen unsere Probleme also ständig dadurch, dass wir unserer ärmeren Bevölkerungshälfte immer mehr sozialisierte Schulden anlasten. Gleichzeitig hat unsere ärmere Bevölkerungsschicht fast gar keine Chancen, zum Abbau der eigenen anteiligen Staatsschulden beizutragen.
    Schließlich könnte man Staatsschulden allenfalls nur dann abbauen, wenn die Möglichkeiten ein Einkommen zu erzielen gerecht verteilt wären.
    Dies sind sie aber nicht, weil man heute mit normaler Arbeit fast kein Einkommen erzielen kann.

    Dadurch steigt unsere volkswirtschaftliche Geldmenge immer mehr an und wir exportieren immer mehr, weil die Banken auch ständig wieder Geld nachlegen und wer kein Geld hat, der muss für einen ständig absurderen Bruchteil einer rasant ansteigenden Geldmenge arbeiten. Wegen der Banken kann uns also das Geld nicht ausgehen.

    Die „wohlhabende“ Bevölkerungshälfte findet es sehr schön, dass wir sehr viel Wohlstand haben, aber in Wirklichkeit haben wir deshalb Wohlstand, weil Geld für ärmere Bevölkerungsschichten eben auch ein Erpressungsmittel ist, die doch allein des Geldes wegen arbeiten muss, obwohl es doch völlig unbekannt ist, welchen wirklichen Wert unser Fiatgeld überhaupt hat.

    Wenn sich sämtliches Geld des Staates, das doch nur als Schuld entstehen kann, in einer Balance befinden würden, was aber offensichtlich nicht der Fall ist, dann hätte man mit dem Schuldgeldsystem vermutlich gar kein Geld, weil es bei diesem nur deshalb Geld geben kann, weil es Schulden gibt.

    Jedenfalls haben wir es nicht verstanden, dass Geld in Wirklichkeit kein Wertgegenstand ist. Vielmehr werden wir durch die fehlerhafte Funktionsweise des Geldes langfristig ins sog. Hamsterrad geschickt, weil die Zentralbanken die Geldmenge immer mehr zu unseren Ungunsten manipulieren, was wir aber wegen der Geldillusion zunächst nicht bemerken.

    Wir haben es vor allem nicht verstanden, dass bei unserer vermeintlichen Marktwirtschaft kein Geld gegen Güter und Dienstleistungen getauscht wird.

    Obwohl dies so ist, setzt die Bundesregierung doch ständig noch auf alle möglichen Freihandelsabkommen, die aber allenfalls irgendwelchen Absatzzahlen dienen und mit dem heutigen Geldwesen völlig widersinnig sind.

    Was wir irrig für eine Marktwirtschaft halten, funktioniert deshalb, weil uns die Banken zunächst Geld aus dem Nichts leihen und sich dann wenige große Akteure der „Wirtschaft“ mit immer mehr Marktmacht auf dieses viele fragwürdige Geld der Banken nur so stürzen, weil sie es sich ganz einfach nicht leisten können, dass sie den Wettbewerb ums Geld verlieren.

    Folgendes trifft zu:

    „Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden.“
    ―John Maynard Keynes

    Wenn wir mit unserem System aber deshalb Wohlstand haben, weil wenige große Akteure es sich nicht leisten können, dass sie den Wettbewerb ums Geld verlieren, dann ist es auch gleichzeitig der Fall, dass ständig Geld im System fehlt.

    Dieses ständig fehlende Geld können wir jedoch im Schuldgeldsystem nur nachlegen, wenn wir bei den Banken wieder neue Schulden aufnehmen und die Banken uns wieder neues Geld aus dem Nichts leihen.

    Wir übersehen es jedenfalls, dass wir mit unserem Schneeballsystem des Geldes allein deshalb ständig wettbewerbsfähiger werden, weil unsere gesamte Geldmenge – zum großen Teil im Besitz weniger Superreicher – rasant ansteigt und wir gleichzeitig einen trügerisch stabilen Geldwert haben, weil die Geldmenge im Konsumkreislauf der breiten Bevölkerung ganz einfach knapp ist.

    Unser Geldwert ist also nicht deshalb stabil, weil das Geld schlechthin einen Wert hat, was beim Fiatgeld auch gar nicht möglich wäre.

    Weil wir für einen völlig absurden Bruchteil einer rasant ansteigenden Geldmenge arbeiten, weil die Banken immer mehr ihre Eigengeschäfte machen, exportieren wir auch immer mehr.

    Dem Bundesfinanzminister ist dies auch sehr recht, weil er dann auch erstmal seine schwarze Null schreiben kann.
    Aber im Ausland fehlt dieses Geld. Schließlich entsteht Geld doch auch im Ausland als Schuld bei den Banken. Wenn aber unser Finanzminister seine schwarze Null allein deshalb schreibt, weil er mit zu guten Standortvorteilen das viele Geld aus dem Ausland nur so weglockt, dann stimmt da doch einiges nicht.

    Jedenfalls schreiben wir mit unseren vielen Exporten ständig schwarze Zahlen, aber das Ausland ist wegen unserer fehlerhaften Exportstärke in den Schuldenfalle. Es kann deshalb seine ständigen Importüberschüsse bezahlen, weil es dort ebenfalls die unheilige Allianz zwischen Politik und Banken gibt, aber die Schulden steigen dort noch schneller an als bei uns, weil das weltweite „Finanzkapital“ dort nicht hin will.

    Die beiden letzten Bundestagswahlen haben es jedoch gezeigt, dass sehr viele Wähler den Schindel bemerkt haben und der unheiligen Allianz zwischen Politik und Banken nicht mehr vertrauen.

    Wir müssen also über unsere Geld-Logik nachdenken, damit wir nicht ständig neue Flüchtlinge verursachen.

    Jedenfalls glauben wir es irrig, dass wir Flüchtlinge mit Zäunen aufhalten könnten. Aber dies wird nicht sonderlich lange funktionieren.

    • „Hier könnten wir einmal darüber nachdenken, warum es zurzeit überhaupt nationalstaatliche Grenzen gibt.“

      Die Antwort ist ganz einfach: Nationalstaaten waren eine gute Idee, um lokale Tyrannei und Kleinstaatetei zu überwinden. Aber die Welt ist zu groß, um sie mit nur einer Nation zu verwalten.

      Nationengrenzen sollten aber niemanden am Reisen hindern. Es ist die Grundlüge der Rechtspopulisten, zu behaupten, dass Grenzen zwischen Staaten geschlossen sein müssten.

      Das Gegenteil ist der Fall: Wo Politik funktioniert, sind Grenzen zwischen Staaten offen. So einfach ist das.

  8. Ach da ist ja die Butter, die an die Fischen gehört. Fragt man sich, ist das nun zu komplex!?
    Eigentlich mal wieder nur Binsenwahrheiten und dennoch ein sehr weises Statement.
    Die Verkäufer der Vertreibungspolitik dagegen, wie derzeit zum Beispiel, Peter Sutherland, erst Goldman Sachs , dann katholischer Migrationspapst und Sonderbeauftragter der UNO und von Haus aus, so und so karrieregeiler Jesuit und Bilderberger, wirken dagegen doch eher populistisch.

  9. Das Entweder-Oder-Paradigma der westlichen Christenheit, im Laufe von 2000 Jahren verinnerlicht, ist in jedem Diskurs unvermeidlich, wenn es nicht als willkürliche Grenzziehung erkannt wird, was praktisch nie geschieht, ausser beispielhaft bei Prof. Komlosy. Alle Grenzziehungen des westlichen Hegemon basieren auf diesem christlichen Entweder-Oder-Paradigma, welches definiert, welche Werte gelten und ob Grenzen für Sowohl-Als-Auch-Werte permeabel, semipermeabel oder eben nur in einer Richtung selektiv permeabel sind. Und da die westliche Christenheit historisch bewiesen hat, dass es giilt, die Erde sich untertan zu machen, die Natur zu überwinden, sind semipermeable Sowohl-Als-Auch-Modelle der Natur nicht akzeptabel, selbst wenn es die Natur vormacht und die Wissenschaft in der modernen Physik dieses Sowohl-Als-Auch anerkennt. Die Hybris anerkennt offiziell auch nicht, dass die Welt sich nicht verschulden kann (bei wem denn auch, wenn nicht bei Gott), obgleich dies ihr bewusst ist, denn das ist der Antrieb, sich neue Erden im Weltall zu schaffen, selbst Gott zu spielen.
    Die Medien sind heute die Missionare, die im Gleichschritt mit den Händlern und Söldnern der heutigen Zeit zunehmend nicht mehr unter dem Schutz des Staates oder der Nation, also mittels “sichtbarer” Grenzen, sondern unter dem Schutz des aus dem Nichts geschöpften Schuld-Geldes als der heute herrschenden Religiion nach wie vor seit 2000 Jahren willkürlich mittels Grenzziehnungen physisch-materielle und immaterielle Werte (bis in der “Cloud” alles verschwindet) erobern. Das Sowohl-Als-Auch-Prinzip ist in der westlichen Christenheit der Scheinheiligkeit vorbehalten: Etwa, wenn Muliti-Kulti propagiert wird, aber die eigenen Werte mittels scheinheiligen sog. Freihandelsverträgen oder Sanktionen, und wenn nötig, mittels Waffen durchgesetzt werden. Diese Grenzziehungen sind mächtig; und sie wirken auch dort, wo ein Merz fordert, dass die Ränder der Gesellschaft integriert werden müssen, und er das als seine Aufgabe sehe; die Gesellschaft aber nicht begreift, dass es ihre Aufgabe ist, Herrn Merz und Co. als von ihr bezahlte Repräsentanten in die Gesellschaft zu integrieren. Und weil die Gesellschaft das nicht begreift, kann Herr Merz auch in einer seiner ersten Reden, oder der ersten Rede, verkünden, dass zukünftige Rentner gefälligst das Zocken an der Börse lernen sollen. Eine Debatte oder gar ein demokratischer Prozess ist da wieder nicht vorgesehen. Von der Mulitperspektivität, wie von Prof. Komlosy gefordert, sind wir weit entfernt, solange die Perspektive nicht gesehen, nicht mal erahnt, wird, dass nicht die Gesellschaft zu Spekulanten an der Börse “integriert” werden sollten, im Sinne von alternativlosem Entweder-Oder, sondern Merz und Co. dringend in die Gesellschaft integriert werden müssen, im Sinne eines alternativen Sowohl-Als-Auch-Prinzips.

  10. Ganz tolles Gespräch! Wieder mal. Andere haben hierzu das Wesentliche gesagt. Nachdem ich jetzt mehrmals gemeckert habe, freut es mich, wieder mal herzlich loben zu können! War natürlich auch eine Gesprächspartnerin, die sich nicht einfach unter den Tisch quasseln ließ und Ken Jebsen hatte auch sichtlich Respekt und Gefallen an ihr. Ich auch.

  11. Freier Kapital- und Personenverkehr ohne Grenzen und die damit verbundene Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU sind eine win-win Situation für Konzerne und Wirtschaftsunternehmen der Länder in die Immigration stattfindet. Arbeitsfähige Bevölkerung aus Niedriglohnländern wird abgezogen (Insgesamt sollen seit 1990 zwischen 12 und 15 Millionen Osteuropäer ihre Heimat auf der Suche nach Arbeit verlassen haben) und fehlen dann in den Herkunftsländern. Aber auch diese Arbeitskräfte werden einmal alt oder krank oder arbeitslos und sollen dann bitteschön wieder emmigrieren. Das alte Spiel von Gewinne privatisieren solange Wirtschaftsunternehmen von der Arbeitsfähigkeit profitieren und Verluste sozialisieren wenn Krankheit, Rente oder Arbeitslosigkeit eintritt. Ein Grund für den Brexit ist, dass sich jetzt nach ca. 25 Jahren allmählich der „Verlustfall“ einstellt und Großbritannien mit Erschrecken feststellt, dass sich für die Gesellschaft insgesamt Immigration nicht mehr rechnet. Migration über EU-Grenzen hinweg muß für Asylsuchende, die mit Verfolgung und Tod zu rechnen haben natürlich gewährleistet sein. Die Schwierigkeit besteht darin zu erkennen ob ein Wirtschaftsflüchtling nicht den gleichen Existenzbedrohungen ausgesetzt ist wie ein Asylsuchender, der politisch verfolgt wird.
    Grenzöffnungen sind genauso überlegt zu behandeln wie Grenzverschiebungen. Die Verschiebung der Nato-Grenzen nach Osten, trotz anderweitiger Absprachen halte ich für eine folgenschwere Fehlentscheidung mit der die sich die EU noch lange auseinander setzen wird. Grenzveränderungen sind schon immer ein sehr sensibles Thema gewesen. Einseitiges Handeln (Merkel: wir schaffen das) oder einseitige Täuschung (US-Außenminister Baker: keinen Inch weiter Richtung Osten) legen den Keim für folgende schwere Konflikte.

  12. Danke Andrea Komlosy & Ken Jebsen,
    gerne hätte ich weitere 90 Minuten zuhören können.

    Die Professorin ist beschlagen, weiß auch um die aktuellsten
    ökonomischen Entwicklungen.
    Was sie äußert ist geerdet, d.h. sie steht mit beiden Beinen
    auf einem sicheren Fundament an Forschungs- und Erfahrungs-
    wissen.
    Sie spricht klar, benutzt eindeutige Begriffe und hat zu alledem
    noch eine äußerst sympathische Ausstrahlung.
    Ich werde sie in die Reihe der Aufklärer dieser Tage einreihen.
    Zunächst hatte ich hier 3 Namen aufgereiht, dann wurden es
    immer mehr und schon ergab sich ein Ausgrenzungsproblem.
    (Eigentlich kein wirkliches, denn irgendwo muss man ja aufhören,
    aber die Nichtnennung kann natürlich als Nichtzugehörigkeit ver-
    standen werden).
    Deshalb nenne ich jetzt mal aus aktuellem Anlass Bernd Duschner,
    der unermüdlich über die brutalst-mögliche Ausgrenzung ganzer
    Länder und über Jahre durch Sanktionen aufklärt,
    zuletzt mit der Veröffentlichung eines Briefes der in Syrien lebenden
    amerikanischen Ärztin Lilly Martin Sahiounie.
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=46871
    Dies passt auch zu dem Satz in 1:30 Std. „Einfach in Ruhe lassen“.
    Das sagen auch die Staatschefs von Nord- und Südkorea in ihrer
    Panmunjom-Erklärung von April 2018, die auch Noam Chomsky
    anspricht. Wahrscheinlich findet kaum ein Satz so viel Zustimmung
    wie dieser, nach all den Sanktionen und Interventionen weltweit.
    http://www.nordkorea-info.de/die-panmunjom-erklaerung–april-2018-.html
    https://kenfm.de/jetzt-auf-deutsch-interview-mit-prof-noam-chomsky-es-ist-zwei-vor-zwoelf/

  13. Von dem Philosophen Baruch de Spinoza stammt eine Gleichsetzung, die ich hier sinngemäß zitieren möchte: Jede Grenzziehung (Definition) ist (auch) eine Verneinung (Negation).

    Vielleicht ist dieses Zitat auch ein Beitrag dazu, die Bedeutung von Grenzziehung nochmals ein wenig anders, radikaler, zu beleuchten. Sie sagt in meinen Augen nämlich immerhin so viel, dass Identität, also ein Selbstbewusstsein, frühestens dann gegeben sein kann, wenn auch Verneinungen gesetzt worden sind. Ja, dass sich Identität sogar erst durch Verneinungen aus dem Strukturlosen, Undefinierten, Indifferenten – egal, wie man es nennen will – herausschält. Der Akt der Selbstsetzung ist also nur vermeintlich der einer radikalen Bejahung einer Identität, die sozusagen nur darauf gewartet hat, beim Namen gerufen zu werden, sondern viel wesentlicher ein Akt der Grenzziehungen durch Verneinung.

    Im Umkehrschluss wirkt dies fast noch krasser. Es würde heißen, dass wer die Bereitschaft aufgibt, etwas oder jemanden auszuschließen (wobei noch nichts darüber gesagt ist, wovon), bzw. jemandem oder einem Ansinnen, das an ihn herangetragen wird, etwas zu verweigern oder abschlägig zu bescheiden, seine Identität aufgegeben hat. Für mich bezieht die „identitäre Bewegung“ ein Teil ihrer sozialen Sprengkraft exakt aus diesem Bedeutungszusammenhang. Und man ist täglich Zeuge davon, wie ihre Anhänger und ihre Bewegung öffentlicher Ächtung anempfohlen werden, was wahrscheinlich von denen am eifrigsten betrieben wird, die am meisten zu verlieren haben, wenn erst einmal die Erkenntnis die Runde macht, dass, allen alles zu gewähren, nicht nur in absehbarer Zeit zu einer materiellen Selbstauflösung führen wird, sondern schon im Ansatz eine ebensolche auf rein geistiger Ebene bedeutet.

    Diese Art der Logik und Begriffsverknüpfung könnte sogar eine Teilantwort darauf liefern, warum ohnehin schon Reiche oder sehr Reiche immer noch mehr Besitztümer aufhäufen wollen – und oft genug damit auch einen Erfolg haben, der ebenfalls durch diesen Ansatz ins rechte Licht gerückt werden kann. Wenn man nämlich einmal damit aufhört, sich mit Kampfbegriffen wie „Neiddebatte“ (Du Weichei und Loser, du kannst es ihnen wieder nicht gönnen. Was?) den Schneid abkaufen zu lassen, dann kann einem klar werden, dass der Neid ja tatsächlich dabei eine Rolle spielen könnte. Die Frage ist, bis wohin. Der Neid, die Missgunst oder die Betrübnis, nicht mit denselben Reichtümern gesegnet zu sein, reichen nur soweit, wie man sich vorstellen kann, dass der Besitzende an seinen Besitztümern im klassischen Sinne etwas genießen, sie irgendwie konsumieren kann. Diese Konsumierfähigkeit hat aber Grenzen, und es ist müßig, darüber zu streiten, ob die beim ca. Zehn- oder erst beim Hundertfachen eines Durchschnittsvermögens liegt. Viel Wesentlicher ist, dass man ein sehr ehrgeiziges und angestrengtes Bestreben, immer noch mehr zu besitzen, auch bei denen noch beobachtet, die sich längst jenseits dieser Konsum-Grenze aufhalten. Was reizt die? Grund und Boden und ein Haus zu besitzen, heißt eben einerseits das Genussrecht, sich darauf und darin ungeniert bewegen zu dürfen, und noch zwei weitere Rechte: 1) Ein Schutz davor, dass einem das niemand so mir nichts, dir nichts verbieten kommen kann, und 2) dass man es sich selber sehr wohl verbitten kann, dass auf einmal irgendein anderer das besagte Genussrecht an diesem Objekt in Anspruch nehmen kommt. Zum Grundstück vorm Haus, gehört das Recht, Fremde von diesem Grund zu weisen. Wenn es das nicht heißt, dann ist es kein Besitz. Denn das Besitzen ist eben auch ein Verbietungsrecht. Und könnte es sein, dass das Reizvollste am Auftürmen von Milliardenbesitztümern jenes Recht ist, mit dem man andere Menschen qua Status als Besitzer in die Schranken weisen kann, bzw. dessen Reichweite? Am liebsten unermesslich reich sein zu wollen, würde also den Ideologen und Kontrollfreak verraten – oder den Eugeniker.

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