KenFM im Gespräch mit: Andreas Wehr („Die Europäische Union“)

Europa war Jahrhunderte ein Kontinent, auf dem sich die unterschiedlichsten Völker den Schädel einschlugen. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und mehr als 60 Millionen Toten kam man zu der Einsicht, dass die Europäischen Staaten es mal mit dem Konzept der Kooperation, anstatt der Konfrontation, versuchen sollten.

Diese Grundüberzeugung war der Beginn einer Staaten-Union, die wir heute Europäische Gemeinschaft nennen und die aktuell wieder dabei ist zu zerfallen.

Die Gründe hierfür sind mannigfaltig. Kern des Scheiterns ist dann aber eine korrupte Bürokratie mit Wohnsitz in Brüssel, die mit Demokratie kaum noch etwas am Hut hat.

Brüssel steht 2017 eher für das Mekka internationaler Lobbyisten. Intransparenz und Hinterzimmer-Politik sind hier daily business. Und natürlich geht es vor allem um Geld. Wahnsinnig viel Geld.

Das europäische Parlament ist eine Demokratie-Simulation. Es kann nicht einmal selber Gesetze vorschlagen oder den eigenen Präsidenten wählen. Spätestens mit dem Lissabon-Vertrag wurde das Königsrecht, die Herrschaft über die Schulden der Union, an eine private Gesellschaft mit Sitz in Luxemburg outgesourced. Noch Fragen?

KenFM seziert mit Andreas Wehr den Status quo der EU. Was ist die EU? Was hat die EU mit Europa und den europäischen Werten zu tun und muss man, wenn man von Europa spricht, und hier den Erhalt des Friedens als Basis versteht, nicht auch den europäischen Kontinent in seine Überlegungen miteinbeziehen? Stichwort: Russland!

Andreas Wehr war 1971-1998 Mitglied der SPD, leitete das Büro von Walter Momper.

Von 1991-1999 leitete er die Dienststelle Berlin als Europabeauftragter des Berliner Senats.

1999-2014 war Andreas Wehr als wissenschaftlicher Mitarbeiter Mitglied des Europaparlaments.

Die Tätigkeit ließ ihn das ganze Ausmaß des Brüsseler Korruptions-Kartells am eigenen Leib erfahren. Bei KenFM packt er aus!

Inhaltsübersicht:

00:22:32 Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM): Definition, Bedeutung und 
Wirkung



00:41:09 Europa als paneuropäische Idee: Ein friedlicher Weg unter deutscher Vorherrschaft?

00:51:04 Das Interesse der USA an Deutschland und die Wirkweise der mächtigsten Kapitalgesellschaften in Europa

1:04:29 Europas Weg zu einer Gemeinschaft für Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)

1:18:49 Von der EWG über die EG zur EU: Ein langer Weg mit vielen Änderungsverträgen

1:32:20 Der Wegfall der Gold-Dollar-Bindung und die Instabilität der Wechselkurse führen zur Idee einer gemeinsamen Währung

1:44:40 Ent-Demokratisierung und Sozialabbau in Europa durch Auslagerung der Wirtschaft in die Peripherie

2:00:00 Nationalstolz und Patriotismus: Gekaperte Begriffe die heute nur noch rechten Parteien Wählerstimmen bringen

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31 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Andreas Wehr („Die Europäische Union“)

  1. Hallo Kenfm,

    vielen Dank für dieses Gespräch. Es gibt alles wieder, was ich auch vertrete, setzt es in Zusammenhang und hiostorischen Kontext. Meine Spenden sind gut angelegt.

    Besonders möchte ich nochmals die Bedeutung der Sprache hervorheben, wie ab ca. Minute 5 geschildert.

    Es ist davon auszugehen, dass wir nicht souverän sind und die Überwachung der elektronischen Kommunikation total ist.
    Wer ohne Geld und Mehraufwand, ja sogar weniger Aufwand, etwas dagegen tun will, braucht nur, gerade in Wissenschaft und Wirtschaft, auf deutsch arbeiten. Die Arbeit wird präzieser und der Spion hat das Übersetzungsproblem, also Mehraufwand.
    Vor ca. 10 Jahren habe ich schon von einer englischen Studie gehört, die belegte, wer in der Muttersprache arbeitet, hat immer den Vorteil im Denken und der Kommunikation.
    Obendrein, wäre es innerhalb Europas nur demokratisch, die meist gesprochene Sprache stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

  2. Da Herr Jebsen gerade erwähnt, dass linke Intellektuelle nichts mit dem ungebildeten Arbeiter zu tun haben wollen (ca. 2:00:00h):
    Wenn man sich so manche Repräsentanten des „gebildeten Bürgertums“ anschaut, kommt einem der Verdacht, dass bei dem Wort „gebildete“ die Silbe „ein“ unterschlagen wird…

  3. Großartiges Gespräch – kann man ein gutes Stück davon abschneiden!
    Vielen Dank dafür.

    Noch eine Bitte oder ein Vorschlag an Herrn Jebsen bzw. sein Team.
    Es ging im Gespräch um ein Buch von Herrn Wehr und im Gespräch wurde noch ein lesenswerter Artikel im Netz von ihm erwähnt.
    Es wäre sehr hilfreich zu Inhaltsbeschreibung noch paar Links darauf hinzufügen. Ich höre mir längere Beiträge lieber unterwegs an – extra Dank für mp3, und da kann man nicht so gut Notizen machen. Kein Problem, werde sowieso noch mal anhören um einiges besser zu „verdauen“, dennoch …

  4. Es sollte im möglichen Bewusstsein jedes Menschen denkbar werden, solidarische Überlegungen zu machen.

    Über solidarische Überlegungen kommen Gedanken zustande, die über das Bewusstsein jedes Einzelnen hinaus gehen.

    Wie das geht, hat z.B. Prof. Gerald Hüther ausgeführt:

    https://www.youtube.com/watch?v=5JrLUEekyM0&t=63m13s

    Und deswegen sind Haltungen mit denen wir bisher gearbeitet haben: durch Belohnung, durch Bestrafung, durch gutes Zureden und durch Küssen und Umarmen sind dadurch nicht zu verändern.

    Sondern nur dadurch, dass ein Mensch Gelegenheit bekommt, eine andere Erfahrung zu machen, z.B. in der Kommune als Bürger. Wenn er da z.B. mal wieder ernst genommen werden würde und er das Gefühl bekäme, dass er da gebraucht wird.

    Da könnte es sein, dass so eine alte Haltung „ist mir doch egal“ neu überschrieben wird. …

    Sehenswerter Vortrag in jedem Fall.

    Auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat seit Mai 2017 Plakate in diese Richtung entwickelt:

    DIESES PLAKAT WIRD NICHTS ÄNDERN! ABER DU KANNST ES.

    Quelle: https://www.bundesregierung.de/Content/Infomaterial/BMFSFJ/Demokratie_leben-Plakat_gelb_BMFSFJ16-116192.html?nn=670294

  5. Ich war vorhin sehr in Eile. Deshalb möchte ich jetzt anfügen, dass ich es großartig finde, wenn hier Leute weitere Texte und Quellen anführen; denn wie soll man anders entscheiden, was man von dem Neuen ins eigene Denken übernehmen kann (Ken Jebsen betont das ja
    ständig).
    Wie eine EU-Verteidigung (naja, angedacht ist wohl sowieso etwas anderes), wenn sie denn ‚fertig‘ sein sollte, angedoggt ist an die NATO, will ich jetzt aber genau wissen.
    Gefallen hat mir, dass Begriffe wie Volk, Nation unbelastet so benutzt werden, dass man sagen kann, „Ich bin Deutsche/r“ ohne mit irgendeinem Ismus in Verbindung gebracht zu werden. Man kann sich ja gar nicht mehr in Toleranz üben, wenn alles entweder vermient wird (Vorsicht: politisch korrekt sein) oder eingeebnet wird, etwa „Ich bin Weltbürger/in“. Ersteres führt zu diesen wirren Diffamierungsbegriffen. Bei Letzterem muss sich der Gegenüber fühlen wie ein Jugendlicher, dem Vater/Mutter nichts bieten, woran man sich selbst definieren kann, der Jugendliche etwa denkt: „Was sind die beiden Alten doch für Flaschen.“
    Dass LINKE sich für durchaus ehrenwerte Ziele einsetzen, die aber nicht wesentlich sind in einem ursprünglich linken Selbstverständnis, und die arbeitende Bevölkerung sich unverstanden abwendet, hat Andreas Wehr auch wunderbar gesagt.

  6. Bei 2:00:33 stellt Ken Jebsen die direkte Frage: „Hat das vielleicht auch damit zu tun, dass die Linken sagen, man muss dem Volk misstrauen, denn das Volk hat ja damals demokratisch Adolf Hitler gewählt?“
    Die Antwort, die ich dafür habe:
    Die Demokratie ist in gewisser Weise sehr praktisch für die Eliten (und auch viele linke Intellektuelle gehören zu den Eliten), denn man kann dann hinterher dem Volk den alleinigen Vorwurf machen, es habe ja diese Regierung gewählt – aber – wir sehen doch heute sehr oft, dass der Wille des Volkes nicht viel zählt, sondern das noch mannigfaltige andere Faktoren hinzukommen müssen, damit eine bestimmte Person oder ein bestimmter Personenkreis an die Macht kommen: Massiver Wahlkampf und Bewerbung durch die Presse, Unterstützung durch die Eliten und Finanzierung durch die Banken. Damit eine so böse Partei wie die Nationalsozialisten in Deutschland eine solche Unterstützung bekommen konnte, bedurfte es sogar jahrzehntelanger, „vorbereitender“ Vorgänge und ich schließe daran die Frage an: Haben diese Vorgänge das deutsche Volk vielleicht härter gemacht, als es noch während der Kaiserzeit war?
    Hier die „vorbereitenden“ Vorgänge durch Jahrzehnte:

    Es bedurfte
    1. einer antideutschen Presse im Ausland schon lange vor dem Ersten Weltkrieg
    2. des Ersten Weltkriegs,
    3. der Aufrechterhaltung der Hungerblockade (mit vielen Toten, auch vielen toten Kindern) durch die Engländer nach dem Waffenstillstand von 1918, nämlich bis Sommer 1919,
    4. des Versailler Vertrags mit seinen harten Bestimmungen,
    5. der Besetzung des Rheinlandes durch alliierte Truppen, weil Deutschland die Reparationszahlungen nicht in der geforderten Höhe schnell genug leisten konnte (eine Besetzung mit vielen Vergewaltigungen – der britische Journalist Edmund Dene Morel – schrieb mehrmals darüber – zwar leider in rassistischem Ton – aber dennoch: Vergewaltigungen an Frauen aus Besatzungsgebieten sind Unrecht – erst Recht nach einem Friedensvertrag!)
    6. der galoppierenden Inflation von 1923,
    7. des, von den Deutschen (Zug Lenins durch Deutschland und viel Geld) und von der Wall Street und dem britischen Geheimdienst unterstützten Aufbaus der Sowjetunion (als „Angstmache“ und künftiger Feind Dtl.s – Stichwort George Friedman/damals Stratfor),
    8. Suggestion, dass Hitler ein erfolgreicher Politiker sei durch Appeasement-Politik von seiten der Engländer (da dachten viele Deutsche, „Wir sind wieder wer und werden wieder ernstgenommen“ – während die demokratisch gesinnten, Weimarer Politiker viel mehr Gegenwind durch die Siegermächte erfuhren.
    9. des Time-Magazins des Skull&Boners Henry Luce (das Mussolini mehrmals auf die Vorderseite der Time brachte und Hitler 1938 zum „Man of the Year“ auf die Frontseite brachte); wenn ein ausländisches Magazin aus den USA Faschisten auf die Titelseiten bringt, hat das ja schon irgendwie „werbende“ Wirkung,
    10. der Weltwirtschaftskrise von 1929, die sehr viele Arbeitslose in Deutschland (und auf der Welt) zur Folge hatte,
    11. der finanziellen Unterstützung durch die Wall Street für die NSDAP (über Thyssens-Union Banking Corporation in New York, Stichwort Harriman-Brüder und Prescott Sheldon Bush (Skull&Bones-Mitgl. – W. A. Harriman hat übrigens auch Aufbauhilfe für die Sowjetunion geleistet),
    12. der Industriellen-Eingabe bei Hindenburg, als Vertreter der deutschen Großindustrie von Hindenburg Hitlers Ernennung zum Reichskanzler forderten, (also eine Forderung der industriellen Elite!),
    13. der Ernennung Hitlers durch Reichspräsident Hindenburg, des Hauptvertreters der „Elite“.
    Und sicherlich noch anderer Faktoren… Ob jetzt die deutsche Obrigkeitshörigkeit wirklich der Hauptgrund war… , wie ansonsten so oft vorgebracht…?

    Dennoch: Die Deutschen hätten sich wehren müssen, als die Unmenschlichkeit der Nazis zutage trat, durch deren Gesetzgebungen, Propaganda, die willkürlichen Verhaftungen, die KZs, die Diskriminierung, Beraubung und Ermordung von Juden, Roma, KOmmunisten und anderen und schließlich durch den Angriffskrieg.
    Spätestens nach der Pogrom-Nacht von 1938 hätten sich die Deutschen flächendeckend gegen die Nazis wehren müssen.

    Doch wäre es interessant, zu untersuchen, was junge Männer bewogen haben könnte, sich dem IS anzuschließen. Gibt es da ähnliche Faktoren der Radikalisierung? Ja, auch da gingen jahrzehntelange Vorbereitungen voraus, ersichtlich am Irak: Auch viele Menschen im Irak wurden durch irreführende Diplomatie seitens des Westens, Bewaffnung durch westliche Geheimdienste (Iran-Contra-Affaire), Golfkriege, Pressekampagnen und Lügen-Propaganda, Embargo-Politik (bei der extrem viele Kinder starben) in die Verzweiflung getrieben und verhärtet, so dass viele Verbitterte sich schließlich dem IS anschlossen. Der Westen sollte sich fragen, inwiefern er mitverantwortlich ist.
    Sie sehen: Ich beschönige nichts, aber ich bemühe mich, zu verstehen, wie es zu solchen Katastrophen kommt–
    Nur Verstehen ermöglicht Erkennen und daraus abgeleitetes, friedliches Handeln.
    Außerdem: Die nachgeborenen Deutschen können nichts für den Nationalsozialismus. Ist es dann fair, ihnen unterschwellig den schleichenden Untergang zu wünschen und ihnen pauschal eine Neigung zum Bösen zu unterstellen?

    • Das geht einfach .
      Prekarisierte Linke z.B. schreiben Propaganda für IS und den Krieg der NATO gegen Syrien .
      Sie Schreiben (endlich eine Möglichkeit zu Geld zu kommen) unter dem label „go free Syria“
      gegen den (wieder einmal neuen) Hitler Assad und für den heldenhaften Einsatz der Freien Syrischen Armee (die heute weitgehend als IS/AlNusra) identifiziert ist .
      Sie Schreiben z.B Postings, die dann von z.B lachsrosa/neoliberalen Medien bevorzugt veröffentlicht werden .

  7. Moin Ken,
    ich verfolge seit langem und neuerdings als Fördermitglied begeistert deine Sendungen. Vielen Dank für diese vielschichtige Aufklärungsarbeit! Besonders bereichernd sind für mich die ausführlichen Interviews, die in aufschlussreicher Weise Information und Aufklärung über komplexe Zusammenhänge und Persönlichkeiten vermitteln. So auch obiges Interview mit Andreas Wehr! Da scheint ein großer inhaltlicher Konsens in Auffassung und Bestrebung mit der Bewegung DiEM25 zu bestehen. Wäre es nicht sinnvoll, im Rahmen einer thematischen Sende-Reihe „Europa“, oder im Format “Postionen“ mal ein Interview mit DiEM25-Gründern zu machen? Die Bewegung, die sich nicht weniger als die Demokratisierung Europas vorgenommen hat, sollte unbedingt mehr Öffentlichkeit und Zuwachs bekommen (DiEM25 hat derzeit mehr als 63000 Mitglieder in mehr als 250 Ländern) und zwar bald, bevor Europa sich in seinem bisherigen neoliberalen Lobbyismus wieder festigen kann, oder tatsächlich zerfällt. Ich verweise hier auf das Manifestes von DiEM: https://diem25.org/manifesto-lange-version/#1455748557510-0f5628de-b3a0 . Mit freundlichen Grüßen Almut Trense

  8. Gegenseitiger Respekt, Achtung, Vertrauen, Solidarität werden u.a. verhindert durch:
    – Autoritätsgläubigkeit resp. –Hörigkeit
    – Koryphäen- resp. Personenkult
    – Konformismus
    – Gehorsam, Unterwürfigkeit, Disziplin (Arno Gruen)
    – Überbetonung des Intellekts, der Überzeugens, der Argumente
    – Fehlende Selbstkritik
    – Mangelnde Empathie
    – Den tiefen Graben, der Bildungs-Milieu resp. Bildungsbürgertum und die übrige Bevölkerung voneinander trennt. Die Arroganz des orientierungslosen und lebensfremden Bildungs-Milieus, das sich überheblich als für die Deutungshoheit zuständig betrachtet und das, wie man sieht (immer?) versagt.

    Doch an diesen (unseren) bürgerlichen Werten etwas ändern – kommt für das (rechte/linke) Bildungsbürgertum keinesfalls in Frage. Macht wird nicht freiwillig abgegeben. Dies sieht man alleine schon daran, dass dies nirgends thematisiert wird.
    Doch will man Änderungen, so muss diese Macht unfreiwillig, durch Ungehorsam, selbstbe-stimmendes Verhalten, reduziert werden.

    Ohne dass es anders gemacht wird als bisher, ändert sich nichts.

    • Interessant ist die Frage von Ken Jebsen: „Ist das Abschneiden dieser rechten Parteien in Europa und auch in Deutschland nicht letztendlich ein direktes Versagen der Sozialdemokraten und der Linken?“ … und dann kommen sehr interessante Punkte. Im weiteren Verlauf kommt auch zur Sprache, dass es schon einen Teil der links eingestellten Menschen gibt, die Worte wie „Volk“ und „deutsch“ sogar ganz loswerden wollten, …
      Frage: Wollen diese auch die deutsche Sprache und die Deutschen, als Volk, loswerden? Offenbar ja – offenbar sollen die Deutschen schleichend aufgehen in Europa oder in einem internationalen Völkergemisch in Europa.
      Ich habe bei einer Veranstaltung der NachDenkSeiten zu einem dort anwesenden ZDF- Journalisten gesagt: „Wieso sollten Deutsche die Linken wählen, die doch so oft deutlich machen, dass sie Deutsche nicht mögen?“ (Ich selbst habe übrigens die Linke gewählt – aber ich versuche eben auch, zu verstehen, warum so viele Mitmenschen die Linken NICHT wählen, ohne sie gleich zu diffamieren.
      Ich habe mit Linken und Friedensbewegten (DFG-VK) folgende Erfahrung gemacht: Man wird von links sofort angegriffen (ich bin 1966 geboren!), wenn man versucht, für Mitteleuropa oder gar für das Deutsche zu sprechen oder Deutsche zu verteidigen. Und wehe, man benutzt das Wort „Volk“. Aber: Wer mir die Begriffe vorschreiben will, will mir auch das Denken vorschreiben, denn wir denken in Begriffen und Ideen – fehlen die Begriffe, kann man nicht mehr in ihnen denken oder muss sie kompliziert umschreiben- und das ist Meinungsdiktatur. Niemand hat das Recht, anderen das Denken vorzuschreiben – das war eine wesentliche Errungenschaft der Aufklärung, dass man sich von den Vorgaben von Kirche und Adeligen befreien konnte.
      Dazu kommt noch:
      Viele Linke – und offenbar auch Frau Özoguz – kennen folgende Persönlichkeiten offenbar nicht mehr, die früher in Mitteleuropa (damit meine ich auch viele Bürger anderer europäischer Länder!) für die Gesamtmenschheit gewirkt haben und ihnen Poesie, Musik und Philosophie geschenkt haben – und natürlich auch Wissenschaft und Ingenieursleistungen und Erfindungen – Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach, Christian Rosenkreutz, Luther, Jan Hus, Albrecht Dürer, Rembrandt, Johann Sebastian Bach, Herder, Goethe, Lessing, Schiller, Uhland, Bach, Beethoven, Haydn, Mozart, Schubert, Schumann, Clara Schumann, Mendelssohn, Hegel, Schelling, Fichte, Schopenhauer, die Gebrüder Grimm, Heine, Fontane, Verdi, Vivaldi, Ravel, Conrad Ferdinand Meyer, Wagner, Lizst, Nietzsche, Hoffmannsthal, Brecht, Dürrenmatt, Droste Hülsoff, Curd Jürgens, Rudolf Steiner, Ita Wegmann, Marie Steiner um nur einige wenige zu nennen, dazu noch Robert Koch, Benz— nun ja, die ganzen Erfinder und Wissenschaftler
      Man tut diesen großen Verstorbenen Unrecht, wenn man sie verleugnet. Aber viele tun das, indem sie als „deutsch“ nur die Zeit ab 1933 im Sinne haben. Aber: Viele Grüne, SPDler und Linke verdanken, sofern sie deutsch sind, ihr Leben, ihre Ausbildung, ihre Bezahlung, ihren Wolhlstand, überwiegend anderen Deutschen, denn sie leben nun mal hier in Deutschland und sind hier aufgewachsen und überwiegend Deutsche haben sie geboren, aufgezogen, ernährt, gekleidet, bezahlt, unterrichtet, als Kollegen mit ihnen zusammengearbeitet und kommen heute, sofern sie Abgeordnete oder Rentner sind, überwiegend für ihren Lebensunterhalt auf. Man verdankt doch auch dem Volk, in dem man lebt, sehr viel. Ist es dann fair, diesem Volk das Verschwinden und Aufgehen in die Undifferenziertheit zu wünschen? Das tun aber ganz viele Linke, SPD-ler, Friedensbewegte und Grüne.

    • “Wer mir die Begriffe vorschreiben will, will mir auch das Denken vorschreiben, denn wir denken in Begriffen und Ideen – fehlen die Begriffe, kann man nicht mehr in ihnen denken oder muss sie kompliziert umschreiben- und das ist Meinungsdiktatur. Niemand hat das Recht, anderen das Denken vorzuschreiben – das war eine wesentliche Errungenschaft der Aufklärung, dass man sich von den Vorgaben von Kirche und Adeligen befreien konnte”

      Ich nenn diese Meinungsdiktatur auch Meinungsterror.

      Danke A. Eberl für diesen, für mich höchst interessanten Einblick in ein Problem das mir vollumfänglich fremd war. Die deutsche Kultur (Sie haben sie umschrieben; den Namen könnte ich noch manch anderen hinzufügen) als schlechter oder minderwertiger zu betrachten als andere Kulturen – das wäre mir nicht im Entferntesten in den Sinn gekommen trotz meinen Klischees und Vorurteilen gegenüber Fremdem, auch Deutschland und Deutschen (Als Nichtdeutscher kenne ich Deutschland und dessen Eigenarten fast nur aus [EBEN] dessen Kultur, die ich ebenso hoch schätze wie andere Kulturen auch, und aus dem Internet). Es fällt mir sehr schwer diesen Selbsthass nachvollziehen zu können. Ob es sich wohl um eine gezielte generelle Zerstörung der Kultur ganz Europas resp. dessen Vielfalt geht?

      Die Ursache für Hass und Verachtung und das Desinteresse für andere Menschen, Länder und deren Mentalitäten, Kulturen oder wie man es auch immer nennt, soll ja zu einem grossen Teil im fehlenden Respekt, Achtung und Interesse gegenüber der eigenen Kultur und, Bevölkerung liegen. Dem Frieden leistet man mit der Abwertung, Zerstörung der eigenen Kultur also einen Bärendienst. Mit dieser Gleichschaltung wird die gegenseitige Entfremdung, der Unfriede, paradoxerweise noch gefördert. Eine „Friedensbewegung“ die solches befürwortet wäre eine Farce.

      Für mich sind alle Mentalitäten, Ethnien, Kulturen, Sprachen usw. gleichwertig und sollten unbedingt gepflegt werden (Gemeint ist nicht chauvinistische Gefühlsduselei und dergleichen). Sie haben, nach meiner Meinung, gut nebeneinander Platz. Mit deren Zerstörung wird Vielfalt, Orientierung und Identität zerstört.
      Integration, die ohnehin stattfindet, sollte, nach meiner Meinung, ganz natürlich geschehen ohne Eingriffe (auch dies Terror) in das Leben anderer. Gesetze sind von allen in gleicher Weise einzuhalten. Versteht sich.
      Die fortgeschrittene „Amerikanisierung“ empfinde ich mehr als Entfremdung denn als Bereicherung.

      Ich glaube, dass es nicht wichtig ist ob ich mit allem was Sie geschrieben haben übereinstimme (Da ich eine eigene Meinung habe, selber denke, geschieht dies ohnehin nirgends) oder ob Sie mit dem was ich geschrieben habe übereinstimmen. Wichtig finde ich, dass ich Ihre Meinung zur Kenntnis nehme und Sie und ihre Meinung respektiere.
      Ebenso wenig geht es, nach meiner Meinung, jeweils um die „richtige“ (Staats)Form, Methode, Ideologie, das „richtige“ System usw. sondern wie miteinander umgegangen wird, um Gleichwertigkeit aller, das Allgemeinwohl, Selbstbestimmtheit, gegenseitiger Respekt und Dialog (kein respektlose Rechthaberei, anderen seine eigene Überzeugung mit „schlagenden“ Argument aufdrängen).

      NB
      In Ihrem ausgezeichneten obigen Kommentar (um 13.11) mit den Aufzählungen haben Sie, erstaunlicherweise, das Wort „Demütigungen“ nicht genannt. Was da alles geschluckt wurde und wird ist unglaublich. Demütigungen erzeugen zwangsläufig Aggressionen (Ich habe zwar keine Anhaltspunkte, dass dies bei der „einfachen“ Deutschen Bevölkerung der Fall war). Dies schreibe ich ganz sachlich, nicht aus irgendwelcher Sympathie für Deutschland.

      Machen Sie bitte weiter A. Eberl
      Alles Gute
      Kari

    • Danke, Kari, für Ihren freundlichen und ermutigenden Kommentar.
      Natürlich kenne ich (und wahrscheinlich viele andere Deutsche) die Demütigungen – auch heute noch. Auch da bekomme ich orkanartigen Gegenwind, sobald ich das schriftlich oder mündlich zur Sprache bringe. Doch ich erkenne diese Demütigungstaktiken als Teil der psychologischen Manipulation, die uns klein und fügsam halten sollen. Dennoch ist es nicht leicht, zu ertragen, wenn eine SPD-Politikerin sagt, abgesehen von der deutschen Sprache gäbe es keine deutsche Kultur und wenn ein Grünen-Politiker meint, deutsche Kultur sei „Currywurst“. Die beiden wissen wohl nicht, oder wollen nicht wissen, wie viele geistige, Kultur-befruchtende Impulse von Mitteleuropa ausgegangen sind (und da schließe ich jetzt viele andere europäische Länder mit ein): Rosenkreuzer, Husiten, Protestanten, Philosophen, Dichter, Musiker, Forscher, Anthroposophie, biologische Landwirtschaft, Waldorfschulen.
      Doch die beiden Kränkungen oben sind jetzt nur zwei Beispiele von zahlreichen anderen Demütigungen, mit denen man, als Deutsche(r), schon während der Schulzeit konfrontiert wird. Es tut weh aber man kann nur tapfer Haltung bewahren, vergeben und weiter diskutieren, auch wenn es weh tut, gerade weil ich viele große Namen und deren Werke und Impulse kenne – und mich frage, wieso sie heute so wenig verteidigt werden und warum viele Deutsche heute sich so verhalten, wie ein geprügelter Hund der jaulend die Hand seines strengen Herrchens leckt. Was heißt das, dass es immer so viele Mitläufer gibt? Das war, glaube ich, nicht immer so. Früher war der Geist der Freiheit in Mitteleuropa stärker: Die Römer konnten weite Teile Mitteleuropas nicht erobern und die stolzen Bürger, Fürsten und Hansestädte des Mittelalters widersetzten sich immer wieder den Machtgelüsten und Zentralisierungsbestrebungen entweder des Papsttums oder des Kaisers, deren Macht eingeschränkt blieb. Luther ist auch ein Beispiel für diesen Widerstand und auch gegen die Eroberungsbestrebungen benachbarter Völker, die zentralistische Regierungsformen zwangsweise einführen wollten, haben sich die Völker Mitteleuropas (zu denen ich auch die Tschechei, die Slowaken, die Österreicher und Polen zähle) immer wieder gewehrt. Denn man muss sich wirklich fragen, ob denn Freiheit möglich ist, wenn riesige Reiche zentralistisch verwaltet werden. Ich meine nein. Das Paradebeispiel dafür, das Römische Imperium, war schließlich eine Herr-Sklaven-Gesellschaft mit einem Kaiser an der Spitze. Doch die EU wird immer zentralistischer und anti-demokratischer.
      Gestern, 26. Nov., gab es im ZDF um 19:30 Uhr eine Sendung: Terra X: Letzter Teil von : Die Europa-Saga von Christopher Clark (Autor von „Die Schlafwandler“) Sie – und vielleicht auch andere Leser – sollten sich diese Sendung ansehen, in der ein Australier uns in sehr gutem Deutsch erklärt, was Europa sei – ausgerechnet Australien – ist das nicht das Land, das überhaupt keine Flüchtlinge aufnimmt? Jedenfalls ist diese Sendung eine einzige Propag… – sorry Werbung für die EU.
      Aber eines sagt Clark: Dass es in keinem anderen Erdteil so viele Kriege gegeben habe, wie in Europa. Ob das stimmt, weiß ich nicht – ich denke, Dschingis-Khan und die Azteken waren auch recht kriegerisch – aber die Völker Mitteleuropas mussten durch mindestens ein Jahrtausend hindurch immer wieder die kriegerischen Streitigkeiten benachbarter Völker über ihrem Boden ausgetragen sehen – mit verheerenden Folgen – es war nicht nur der 30jährige Krieg, der solche Verwüstungen angerichtet hat, dass die Deutschen zwei Generationen lang stagnieren mussten, während die anderen europ. Nationalstaaten Zeit hatten, sich weiter zu entwickeln – ich habe die Liste dieser Kriege mal zusammengestellt. Aber gerade diese Kriege verwenden Christopher Clark und diejenigen, die wie er denken, als Argument für die zentralistische EU. Aber was ist, wenn die EU nur eine Etappe hin zu einer Weltregierung ist? Was ist, wenn die EU instrumentalisiert werden soll, um, für die Angloamerikaner, deren Krieg gegen Russland und China stellvertretend zu führen? Die gegenwärtige Propaganda läuft ganz in diese Richtung. Und noch etwas: Am 14. Mai 1947 hat Winston Churchill in der Londoner Royal Albert Hall gesagt: „Die Schaffung einer autoritativen, allmächtigen Weltordnung ist das ultimative Ziel, das wir anstreben müssen…. Ohne ein geeintes Europa gibt es keine Aussicht auf eine Weltregierung. Es ist der dringende und unverzichtbare Schritt zur Verwirklichung dieses Ideals.“ Tja – darum scheint es zu gehen!
      Offenbar gehört Christopher Clark auch zu dieser Gruppe. Was mich aber stört? Wieso lässt man uns Europäer nicht selbst entscheiden, wie wir organisiert sein wollen? Wieso entscheiden englisch-sprachige Menschen von mächtigen Insel-Ländern darüber, wie das Europäische Festland organisiert zu sein habe? Dieser Frage wäre nachzugehen… und wenn man ihr nachgeht, stößt man auf eine gewisse historische Kontinuität… auf geheim betriebene Politik hinter den Kulissen, auf mächtige Geheimbünde mit generationenübergreifenden Langzeitprojekten, die mit geradezu religiös anmutendem Sendungsbewusstsein verfolgt werden …
      Übrigens: In der Royal Albert Hall haben die Freimaurer vor nicht allzu langer Zeit ihre 300-Jahr-Feier der „United Grand Lodge of England“ gefeiert. Das gehört irgendwie auch zum Thema.

  9. Wie ist es möglich das Menschen so wenig wissen von Geschichte ?
    Beide Weltkriege fanden ihren Ursprung ausserhalb das Festland, in England, was sein reiches Weltreich bedroht fühlte, wirtschaftlich.

    Edward Mead Earle, Ph.D., ‘Turkey, The Great Powers and The Bagdad Railway, A study in Imperialism’, 1923, 1924, New York

    Lawrence R. Pratt, ‚East of Malta, West of Suez‘, London, 1975

    • Die Aussagen des Hr. Wehr sind ein gutes Beispiel,
      wie die grundlegenden Erzählstrukturen der „Linken“
      bei leichter Kritik die Erzählstrukturen des Internationalen Kapitals aufnehmen .

  10. Zum Thema Englisch:
    Etwa 350 Millionen sprechen Englisch als 1. Sprache. Etwa 750 Millionen Menschen, also eine Mehrheit, sprechen Englisch als Fremdsprache, von denen eine große Mehrheit von Kind an eine, zwei oder gar drei weitere Sprachen sprechen (China, Südostasien, Indonesien, Indien, Afrika). Der Industrialisierung und dem Kolonialismus verdankt die englische Sprache in erster Linie ihre hegemoniale Dominanz in Wirtschaft, Technik, Militär und Wissenschaft. Befördert wird diese Dominanz durch eine Milliarden schwere Industrie von Sprachenschulen in aller Welt, in denen sog. „Muttersprachler“, die überwiegend nur Englisch als 1. Sprache sprechen, Englisch unterrichten. Bei schwindender Dominanz in Wirtschaft, Technik, Militär und Wissenschaft dürfte Mehrsprachigkeit ins Gewicht fallen – auch angesichts der Tatsache, daß von den 350 Millionen, die Englisch als 1. Sprache sprechen, nur eine kleine Minderheit eine 2. Sprache spricht. Chinesisch wird nicht gleich die Stelle von Englisch annehmen, aber nicht nur die mehrsprachigen Chinesen demonstrieren wie leicht es ihnen fällt, mit Englisch zu handeln und Politik zu machen.
    NB: Asiatischer Mentalität entspricht es, sein Können zu verbergen. Im Gegensatz zur westlichen Mentalität. Meine eigene Erfahrung nach 10 Jahren in Asien.

    Für den Interessierten:
    i-Tunes U: Liberty University; ENGL 664: English as a World Language; The Global Dominance of the Influence of English; What Makes Language Influential?; What is English? A Comparison of the Influences of Primary Global Languages.

    Kulturelle Hegemonie und die Rolle der Sprache: Wikipedia
    Benjamin Lee Whorff; Sprache – Denken – Wirklichkeit

    • Vielleicht sollen Sie sich ihrer „asiatischen Mentalität …, sein Können zu verbergen“ zu Herzen nehmen und nicht so viel Quatsch verbreiten.
      Bescheidenheit oder wenn wir bei Englisch sind, modesty, ist der Begriff der durch die Verrohung der Gesellschaften dieser Welt wegen des finanzkapitalen Feudalismus langsam aus der Haltung des Menschen verkommen worden.
      Ich weiss nicht wie Sie in nur 10 Jahren in ganz Asien die „asiatische Mentalität“ ergründet zu haben scheinen. Aber ich lebe schon über 20 Jahren in Deutschland und kenne nicht mal die „deutsche Mentalität“ geschweige die europäische; Asien ist nochmal einige Hausnummer größer als Europa.
      Ich kenne die Mentalität der Franken im rhöner Raum, aber diese hat sich auch über die Jahre drastisch zum negativen verändert.
      Wenn wir bei der englischen Sprache sind, dann ist meine Beobachtungserfahrung die, dass die Mehrheit der Südostasiaten diese Sprache nicht primär erlernen, weil Sie eine Liebe für diese haben, sondern weil sie darin einen Vorteil für ihre Kapitalgeschäfte sehen. Einfach mal die Fernsehesendungen beobachten, da wird nur noch von Start-Up und so weiteres Gedönst aus dem Business Englisch heruntergeleiert. Da sämtliche Programmiersprachen nunmal auf Englisch sind, braucht man nicht lange zu überlegen, warum das Englische schneller Einzug gewinnt.

      So etwas wie großflächige Bescheidenheit hat es in der Vergangenheit gegeben, Heute ist sie eine Seltenheit geworden.

  11. Vielen Dank für dieses hochinteressante Interview. KenFM ist wirklich ein tolles Format. In diesem hochinteressanten Interview wird darauf hingewiesen, dass in der EU Englisch gesprochen wird, obwohl das einzige Land, das als Muttersprache Englisch hat, bald austritt. Die anderen müssen also in einer Sprache radebrechen, die nicht die Muttersprache ist, d. h., die Feinheiten und vor allem die juristischen Ausdrücke sind schwierig für Nicht-Muttersprachler. Aber ist es nicht so, dass in den Lobby-Verbänden der EU sehr viele englisch-muttersprachliche Juristen und Anwälte aufwarten? Vor allem, wenn TTIP irgendwann kommen sollte… wer wird dann der argumentativ der Stärkere sein? Die muttersprachlich-englischsprachigen Organisationen, seien sie angloamerikanische Anwaltskanzleien, internationale Konzerne oder internationale Großbanken.

    Zu diesem Thema Demokratiedefizit in der EU habe ich etwas sehr Interessantes im Internet gefunden: Den Text eines britischen Historikers, der die EU sehr kritisch sieht – siehe hier: http://threeman.org/?p=2304 „Britains Year of Decision“ von Terry Boardman
    und ich bringe Euch, liebe Leser und liebes Ken-FM-Team die sehr interessanten und gut recherchierten Fakten und Überlegungen in deutscher Übersetzung – bitte wisst es zu schätzen – es hat mich Stunden Arbeit gekostet und es sind Infos, die man so geballt selten bekommt – die ansonsten – ich habe den Eindruck – verschwiegen werden. Beginn der Übersetzung :
    1. Teil der Übersetzung des Boardman-Texts- sie fängt an bei der Zwischenüberschrift:
    „Anglo-Amerika und Vereinigtes Europa
    In den zwei Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg begann der „Bindungsprozess“ zwischen den britischen und amerikanischen Eliten, der während des Zweiten Weltkriegs und danach, als das Office of Strategic Services (OSS) von den britischen Geheimdiensten gegründet und effektiv trainiert wurde, in den Austausch militärischer Nachrichtendienste mündete. Aus dieser Erfahrung ging die CIA (1947) hervor. Ab den 1870er Jahren heirateten reiche amerikanische Erbinnen in finanziell gefährdete britische Adelsfamilien, die Elite anglo-amerikanischer Denkfabriken hatte sich vermehrt, die beiden Marinestreitkräfte kollaborierten, britische und amerikanische Bankiers und Finanziers arbeiteten zusammen. Weitere Symptome dieser anglo-amerikanischen Elite-Verbindung waren die Abstammung von Winston Churchill und die Beziehung zwischen König Edward VIII. (1936) und der amerikanischen geschiedenen Frau Wallace Simpson.
    Nach 1945 brauchten die USA möglichst bald wieder ein nichtkommunistisches Westeuropa, um als Markt für US-Güter und -Dienstleistungen, als Verteidigungsschranke gegen die UdSSR und gegen die Ausbreitung des Kommunismus zu fungieren. Maskiert wurde dies durch eine glühende und wohltätige Propaganda bezüglich der „Schaffung von Frieden in Europa nach den Schrecken zweier furchtbarer Kriege“ und durch „Amerikas Großzügigkeit gegenüber Europa durch den Marshallplan“. Der anglo-amerikanische Winston Churchill hielt 1946,1947 und 1948 drei große Reden über die Notwendigkeit eines „vereinten Europas“ oder der „Vereinigten Staaten von Europa“.

    • 2. Teil u. Fortsetzung der Übersetzung von „Britains Year of Decision“ von Terry Boardman

      „Der französischer Außenminister, Robert Schuman, wurde 1950 für die erste Phase des Projekts „Einheitliches Europa“ ausgewählt – die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS). Das wurde der Schuman-Plan genannt, aber ebenso wie die berüchtigte Balfour-Erklärung von 1917 nicht von Sir Arthur Balfour, sondern von Lord Alfred Milner konzipiert oder verfasst worden war, so wurde der Schuman-Plan nicht von Robert Schuman konzipiert, entworfen oder organisiert, sondern von Jean Monnet, ursprünglich ein Weinverkäufer aus Cognac in Frankreich mit tiefen Verbindungen zu den britischen und amerikanischen Eliten von 1914 und seiner Arbeit während des Ersten Weltkrieges bei der Organisation der alliierten wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Monnet brauchte den Politiker Schuman als Frontmann, weil Monnet selbst nicht gerne im Rampenlicht arbeitete; er war ein Operator hinter den Kulissen. Seine Organisation und seine Aktivitäten wurden vom American Committee on United Europe (=amerikanischer Ausschuss für ein vereinigtes Europa – ACUE, gegründet 1948) finanziert, das sein Geld von den Rockefeller- und Ford-Stiftungen erhielt. Der erste Vorsitzende der ACUE war William Donovan, Leiter des OSS. Mitte der 1950er Jahre erhielt die ACUE eine Million Dollar pro Jahr, die sie an Organisationen wie die ECSE (EGKS=Montanunion), den Europarat, die „European Youth Campaign“ (=Europäische Jugendkampagne) und Monnets eigenem Aktionsausschuss für die Vereinigten Staaten von Europa (=Action Committee for the United States of Europe) weiterleitete.

      Von Anfang an hat sich der Monnet-Ausschuß dafür eingesetzt, die Resolution von Messina vom 2. Juni1956 [sie schuf die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft oder EWG] zu einem echten Schritt in Richtung der Vereinigten Staaten von Europa zu machen… Der Monnet-Ausschuß würde sich nicht mit einer bloßen Zusammenarbeit zwischen den Regierungen begnügen. Es war von entscheidender Bedeutung, dass die Staaten einen Teil ihrer Befugnisse an die europäischen föderalen Organe delegieren…“ Am 18. Januar 1956 hat der Aktionsausschuß für die Vereinigten Staaten von Europa auf seiner konstituierenden Sitzung eine Erklärung verabschiedet, in der er die Regierungen der sechs Staaten auffordert, eine neue supranationale Gemeinschaft für die Entwicklung der Atomenergie nach dem Vorbild der EGKS (Montanunion) zu schaffen. Obwohl der Ausschuß nur etwa 100 Mitglieder zählte, hatte er einen beträchtlichen Einfluß und förderte damit die Wiederbelebung Europas und insbesondere die Euratom-Initiative, die Monnet als Priorität betrachtete, wobei seine Ziele klarer und näher an die Interessen Frankreichs rückten. Von Anfang an konzentrierten sich die supranationalen Vereinigten Staaten von Europa auf die Kernenergie. Eine solche Einrichtung müsste hochgradig zentralisiert sein, nicht zuletzt deshalb, weil die Kernenergie ein hohes Maß an zentralisierter Führung und Kontrolle erfordert.“

    • 3. Teil und Fortsetzung der Übersetzung von „Britains Year of Decision“ von Terry Boardman

      „Die anglo-amerikanischen Eliten, angeführt von Lord Milner und Lord Robert Cecil, Balfour und anderen, die während und nach dem Ersten Weltkrieg den Völkerbund entwickelt hatten, versuchten, eine Weltautorität zu etablieren, die im Wesentlichen von den englischsprachigen Mächten kontrolliert werden sollte. Der Völkerbund war kein Erfolg, weil der amerikanische Kongress sich weigerte, zu erlauben, dass die USA beitraten; die anglo-amerikanischen Eliten waren noch nicht auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Dies geschah am Ende des Zweiten Weltkriegs, als die Vereinten Nationen die zweite Anstrengung derselben Kreise (und einiger Weggefährten) darstellten, diese globale Kontrolle durch die englischsprachigen Völker zu schaffen, von der Cecil Rhodes geträumt hatte. Diejenigen, die hinter dem Völkerbund und der UNO standen, wollten immer, dass sie über eine militärische Kraft verfügen sollte, um ihren Willen, oder vielmehr den Willen der dominierenden Eliten Großbritanniens und Amerikas, durchzusetzen. Ihr Modell, und auch das Modell für die „Vereinigten Staaten von Europa“ war wirklich die – nach 1865 – etablierte, zentralisierte Version des Föderalismus der hochgradig von Washington dominierten USA nach dem Sieg im amerikanischen Bürgerkrieg. Dies war im Wesentlichen das Modell des einheitlichen Nationalstaates, erst jetzt auf Kontinent-weiter Grundlage, wie in den USA. Was sich also seit 1950 auf dem Weg zu dem, was die Eurokraten als „immer engere Union“ bezeichnen, entwickelte, ist ein Nationalstaat namens „Europa“ mit all den Merkmalen eines zentralisierten Nationalstaates (Flagge, Hymne usw.), eine Kabinettsregierung (heute die Europäische Kommission in Brüssel,“ unterstützt“ durch den Europäischen Rat und die Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten, die alle sechs Monate zweimal stattfinden = EU-Gipfel), ein Zweikammerparlament oder Kongress (heute das Europäische Parlament in Straßburg und der Rat der Europäischen Union in Brüssel, nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Rat!), und einen obersten Gerichtshof (der Europäische Gerichtshof in Luxemburg; nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg, der nichts mit der EU zu tun hat und die Türkei und Russland einschließt). Dieses gesamte Arrangement ergibt sich im Wesentlichen aus dem politischen Denken des 18. und 19. Jahrhunderts, das auf dem Begriff des einheitlichen Nationalstaates beruht, in dem sich die drei Staatsorgane – Exekutive, Legislative und Judikative – gegenseitig ausbalancieren sollen, die aber oft sogar in Konflikt zueinander stehen. Es handelt sich im Wesentlichen um ein politisches und kein wirtschaftliches oder kulturelles Projekt, obwohl es vor allem in den ersten Jahrzehnten unter dem Deckmantel der wirtschaftlichen Zusammenarbeit vorangebracht wurde. Dies war der wichtigste Beitrag von Monnet.“

    • 4. Teil u. Fortsetzung der Übersetzung von „Britains Year of Decision“ von Terry Boardman

      „Die Vereinigten Staaten von Europa und ein „Weltstaat“
      Im Szenario nach 1945 passte das Projekt für die Vereinigten Staaten von Europa genau in die weiter gefassten angloamerikanischen Pläne zur globalen Vorherrschaft. In einem Vortrag mit dem Titel „Ich bin ein Europäer“ (!) erklärte Churchill am 14. Mai 1947 in der Londoner Albert Hall:“Die Schaffung einer autoritativen, allmächtigen Weltordnung ist das ultimative Ziel, das wir anstreben müssen…. Ohne ein geeintes Europa gibt es keine Aussicht auf eine Weltregierung. Es ist der dringende und unverzichtbare Schritt zur Verwirklichung dieses Ideals:“ Es war also von Anfang an konzipiert, wie sich das europäische Projekt in den folgenden Jahrzehnten entwickelte und alle sechs oder sieben Jahre mit einer unerbittlichen und unnachgiebigen Intentionalität einen neuen Schritt vorwärts bewegte. Europa gilt als die kleine Schwester unter dem großen Schirm von Big Brother oder Big Uncle Sam. Europa als Einheit macht es für Washington, Wall Street und die großen US-Konzerne und andere multinationale Unternehmen viel einfacher, mit ihm zu verhandeln“. Inzwischen sind die Streitkräfte dieser entstehenden Vereinigten Staaten von Europa seit dem Ende der UdSSR immer mehr zu Mitgliedern der NATO geworden, der fast alle EU-Länder angehören, während die geheimnisvollen Pläne, die 2019-2020 abgeschlossen werden sollen, die Wirtschaft der USA und der EU unter dem Deckmantel der Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) zu verschmelzen beginnen. Der Prozess, der sich hier abspielt, ähnelt der ökonomischen Absicherung des European Project durch Jean Monnet in den 1950er Jahren, das von Dean Acheson/US-Außenministerium und von Alan Dulles/CIA unterstützt worden war.“

    • 5. Teil u. Fortsetzung der Übersetzung von „Britains Year of Decision“ von Terry Boardman

      „Wenn einige Leser glauben, dass Churchills Worte über ein vereintes Europa im Jahre 1947 ein wahrhaft uneigennütziges Anliegen gewesen seien, eine „Super-Welt-Regierung“ zu schaffen, die allen Völkern offen stünde und kein Instrument anglo-amerikanischen Kontrolle sei, sollte man bedenken, dass ein „anonymer“ Artikel im September 1915 in der „Round-Table-Zeitschrift von Philip Kerr geschrieben worden war, einem der wichtigsten Lieutenants von Lord Milner und späteren Sekretär von Lloyd George – der Artikel enthielt Folgendes über den „Weltstaat“, den die Round-Table-Gruppe um Milner damals schon für die neue Nachkriegsordnung konzipierte:
      „Ein solcher Staat muss alle anderen außer Kraft setzen. Tatsächlich wird er der einzige Staat sein. […] Darunter mag es eine unbegrenzte Anzahl von nationalen Einheiten geben, aber das oberste Gesetz wird das Weltrecht sein, übergeordnet dem nationalen Recht, dort, wo es mit ihm kollidiert und es wird für alle Bewohner der Welt verbindlich sein.“
      Das waren auch die Gefühle von Cecil Rhodos: die englischsprachigen Völker benötigten eine Art religiöse Ordnung, wie die Jesuitengesellschaft, die aber ihr spirituelles Zentrum in Oxford und nicht in Rom haben sollten, und es koordinierte die anglo-amerikanische imperiale Mission, um der Welt unter einer neuen Pax Britannica Frieden und Ordnung „zu bringen. Diese Vorstellungen waren ab den 1880er Jahren in den anglo-amerikanischen Elitekreisen weit verbreitet. Im Jahre 1898 hielt der angloamerikanische Archäologe Charles Waldstein im Beisein von Lord Rosebery eine Rede am London Imperial Institute, in der er sagte:
      „Eine englischsprachige Bruderschaft wird schließlich doch nur Bindeglied und nur ein Schritt in Richtung eines allgemeinen Bündnisses der zivilisierten Völker sein… Diese Ideale sind in Großbritannien und den Vereinigten Staaten die gleichen und das ist gleichzeitig das höchste und dauerhafteste Band der Einheit. Hier drängen sich uns Gedanken und Gefühle und der Glaube einer religiösen Ordnung auf. Wir halten es für gerechtfertigt, weiterzumachen, und wir brauchen in unserem Patriotismus keine Kasuistik. Denn wir wissen, dass das, was wir uns letztlich wünschen, nicht nur in den Augen der heutigen Engländer, Amerikaner oder einer Klasse von ihnen, richtig ist, auch nicht nur in den Augen der gegenwärtigen Menschen und der Menschheit richtig ist – sondern sogar in den Augen des ewigen, allerhöchsten Guten, das der Mensch denken,empfinden und lieben kann, richtig ist, in den Augen Gottes.“

      Das war wirklich Hybris allerhöchsten Grades. Zwei Monate später kämpfte der junge Winston Churchill in der Schlacht von Omdurman im Sudan. Die britischen Streitkräfte in diesem „großartigen imperialen Sieg“, der durch den Einsatz von Maxim-Maschinengewehren und große Wunden reißenden Dum-Dum-Geschossen zustande kam (12.000 Sudanesen wurden getötet und 47 Briten!), wurden von General Sir Herbert Kitchener kommandiert, der für seine „Heldentat“ geadelt, zum Nationalhelden und Kriegsminister von 1914-1916 ernannt wurde. Es war sein Gesicht auf den berühmten britischen Rekrutierungsplakaten in diesen zwei Jahren:“(Kitchener) will DICH!“. Aber Kitchener wurde im Juni 1916 getötet, als das Schiff, auf dem er nach Russland reiste, eine Mine traf. Churchills Generation der jungen Oberschichtmänner wurde mit solchen Idealen wie die von Waldstein erzogen und vergötterte Männer wie Kitchener. „

    • 6. Teil u. Fortsetzung der Übersetzung von „Britains Year of Decision“ von Terry Boardman

      „Philip Kerr, acht Jahre jünger als Churchill, schrieb in diesem anonymen Artikel am Runden Tisch darüber, wer den zukünftigen Weltstaat leiten würde:
      „Einerseits müßte die Leitung der Weltpolitik in den Händen der zivilisiertesten Völker liegen, denn der Fortschritt der Welt würde nicht durch die Übertragung der Macht von verantwortungsbewußten auf verantwortungslose Hände gefördert. Andererseits: Die zwischengeschalteten Völker der Selbstverwaltung zu berauben, hieße, die Uhr des Fortschritts zurückzudrehen. Es scheint daher so, als müssten ihre außenpolitischen Beziehungen und diejenigen ihrer innenpolitischen Handlungen, die sich auf den Rest der Menschheit auswirken, von oben kontrolliert werden, bis sie für eine Mitverantwortung in der Weltpolitik geeignet sein werden.“
      Die Milner-Gruppe, die intensiv an der Gründung des Völkerbunds und der UNO beteiligt war, war jedoch immer sehr zurückhaltend in der Frage, wann die Macht an die „zwischengeschalteten Völker“ übertragen werden sollte. Sir William Wiseman, Leiter des britischen Geheimdienstes in den USA während des Ersten Weltkriegs, berichtete seinen Vorgesetzten in London, dass Präsident Woodrow Wilson an den Völkerbund dachte
      „als einem Forum, in dem sich Vertreter aller Nationen treffen und ihre Ansichten äußern konnten; aber im Hinterkopf behielt er die Idee, dass die Entscheidungen in einer privaten Konferenz zwischen den amerikanischen und britischen Vertretern getroffen würden und dass diese Entscheidungen bekannt gegeben werden könnten, wenn der Rest der Welt die Gespräche beendet hätte. Der Grund dafür war, dass er in seiner Denkweise im Prinzip vom englischen liberalen Gedanken überzeugt war.“
      Wiseman und die Milner-Gruppe trugen wesentlich dazu bei, die USA auf der Seite der Alliierten in den Ersten Weltkrieg zu treiben, aber das wäre nicht möglich gewesen, wenn es im Dezember 1916 zu einem Waffenstillstand gekommen wäre, als die Deutschen ihr bedeutendstes Friedensangebot (12. Dez. 1916) machten und Präsident Wilson eine Art Vermittlung zwischen den beiden Seiten anbot (18. Dez. 1916)…“

      Hier beende ich mal die Übersetzung und weise darauf hin, dass es dieses Friedensangebot wirklich gegeben hat:
      Das deutsche Friedensangebot kam dann auch förmlich, am 12. Dezember 1916.

      Siehe hier, Rede von Reichskanzler Bethmann Hollweg abgedruckt 13.12.1916 in der damaligen „Frankfurter Zeitung“, aktualisiert in „Frankfurter Allgemeine“ am 19.6.2016 unter dem leicht zweifelnden/ungläubigen Titel: „Was ist dran an den Gerüchten um ein Friedensangebot an die Entente?“ http://www.faz.net/aktuell/politik/der-erste-weltkrieg/frankfurter-zeitung-13-12-1916-friedensangebot-der-mittelmaechte-14465095.html
      Das Friedensangebot der Deutschen wurde von England nicht angenommen – und wie und warum es nicht angenommen wurde, das ist eine eigene, sehr, sehr aufschlussreiche Geschichte – über die ich im Geschichts-Leistungskurs nichts gelernt habe..

    • „aber im Hinterkopf behielt er die Idee, dass die Entscheidungen in einer privaten Konferenz zwischen den amerikanischen und britischen Vertretern getroffen würden und dass diese Entscheidungen bekannt gegeben werden könnten, wenn der Rest der Welt die Gespräche beendet hätte. “
      ….. Vorausschauend die aktuelle Politik beschrieben .

      Zentralisierung ist immer Machtinteresse , die EU und die EU als Teil der NWO .
      Zentralisierung ist immer die Reduktion der Bedeutung des Individuums zugunsten der Normierung für Machtinteressen .
      Wenn wir heute Massenproduktion haben, Massentierhaltung, landwirtschaftliche Monokulturen, Monokulturen bis hin zur Medienlandschaft , findet diese Normierung in der Reduktion des Menschen auf „Humankapital“ ihren Ausdruck .
      Kapitlistischer Neoliberalismus und Sozialismus arbeiten hier in Seilschaft, denn sie beide stülpen ein normierendes Machtsystem über die Menschheit .

  12. Der Mann weiß wovon er spricht und auch Ken ist in seiner Fragestellung sehr gut im Thema drin, aber was nützt dies alles,
    wenn der einfache Mensch sich nicht dagegen wehren kann, oder kann er vielleicht doch noch die Geschichte umkehren,
    indem er sein Schicksal wieder selbst in die Hand nimmt ? Nun bei 2.02.00 unterläuft Herrn Wehr ein kleines Missgeschick,
    das mit der Fahne ( schwarz,weiß,rot) und genau hier liegt die Lösung . Ich möchte die Leser nur auf die vom leider 2016 früh
    verstorbenen Andreas Claus veröffentlichte Broschüre mit dem Titel * Heimat ist ein Paradies-Novartis*PDF hinweisen.
    Hier nur ein Ausschnitt von Seite 5 “ Zu einem echten Souverän können Sie sich nur SELBST ermächtigen, das wird ihnen von niemanden gegeben. Was wir Ihnen hier aufzeigen, ist die Tatsache, dass Sie im Moment völlig entrechtet, entmachtet, heimatlos und Personal sind, ja eigentlich Sklavenstatus haben. Die Dinge sind so, wie sie sind und auch nicht schlimm, da veränderbar und umkehrbar, wenn man es erkannt hat.“ und noch ein Satz „Dieses Heft richtet sich vornehmlich an MENSCHEN, bei denen der Begriff Freiheit ganz oben auf der Prioritätenliste steht. Wir sind überzeugt, dass allein durch diese
    Handlungsweise die NWO richtig Sand ins Getriebe bekommt, wenn nicht gar gestoppt wird. Es geht also um nichts Geringeres“
    Soweit dieser kleine Auszug. Es liegt somit an uns allen ob wir was tun. Ich denke allerdings dass KenFm hier die richtige Plattform bietet, das Thema einem weiteren Publikum nahe zu bringen,. freundlichst

  13. Tat gut, jemandem zuzuhören, der Überblick und Tiefe hat, und von dem man auch etwas Neues erfahren konnte. Das Wort „gestanden“ , wie sie einst als gestandene Politiker bekannt waren, passt hier. Gibt´s heute nicht mehr. Statt solidem Überblick: narzisstische Aufschneiderei; statt Tiefgang: PR-dressiertes Nachplappern. Eben genau das, was auch bei Bewerbungsgesprächen seit etwa 20-30 Jahren gefragt ist. Nicht-Divergenz.

  14. Eines der besonders erhellenden Gespräche. Anfangs etwas dröge, voller Information, später leidenschaftlich und packend. Ich habe Andreas Wehr und sein Kenntnisreichtum schätzen gelernt, als ich seine Einwände gegen das oberflächliche Trara gegen den G20 Gipfel las: das war ein großer Augenöffner, auch sein diesbezüglicher Auftritt bei Weltnetz-TV.

  15. Anbei zwei Artikel Herrn Meyssans zur EU (die Diktatur ist vollzogen):

    Die geheime Geschichte der Europäischen Union
    von Thierry Meyssan

    Nachdem sie 1945 Westeuropa befreit haben, beschließen die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich, es durch Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa neu zu gestalten. Mit Millionen Dollar finanzieren die CIA und das JIC die proeuropäischen Vereinigungen, um sie zu Instrumenten der Eindämmung des Kommunismus zu machen. Allen Dulles und Joseph Retinger gelingt die Einrichtung des Europarats und der EGKS, aber sie scheitern mit der Durchsetzung einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft.
    Voltaire Netzwerk | Paris (Frankreich) | 9. Juli 2004

    (…)
    Das schöne Gebäude stürzt zusammen. Die Strategie wird geändert und die Wende zur NATO vollzogen. London und Washington vertrauen Joseph H. Retinger, der die ganze Zeit über Generalsekretär der Europäischen Bewegung ist, die sorgfältige Rekrutierung hoher europäischer Persönlichkeiten an, um gemeinsam die Integration der europäischen Staaten in eine Freihandelszone ausgehend von der Montanunion sowie ihre Integration in die NATO voranzubringen. Die vorbereitende Versammlung zur Gründung dieses Clubs findet am 25. September 1952 in Paris statt. Prinz Bernhard der Niederlande, Paul van Zeeland, Alcide Gasperi, Guy Mollet, Antoine Pinay [20] und einige andere nehmen daran teil. Dann holen Retinger und Prinz Bernhard in Washington die Salbung durch General Walter Bedell Smith, den neuen Direktor der CIA [21] und durch Charles D. Jackson, den Sonderberater des Präsidenten, ein. Ein US-Ausschuss mit David Rockefeller, Dean Rusk, Henry Heinz II., Joseph Johnson und anderen wird gebildet. Die erste Versammlung findet vom 29. bis 31. Mai 1954 im Hotel Bilderberg in den Niederlanden statt.
    http://www.voltairenet.org/article188097.html

    … und …

    Die Europäische Union stellt die Wahlfreiheit in Frage
    von Thierry Meyssan

    Einst waren die Dinge einfach: man organisierte eine Abstimmung, um den Willen der Staatsbürger zu kennen und wendete dann das Ergebnis an. Daher haben Generationen für das Recht auf freie Meinungsäußerung gekämpft. Heute ist es ganz anders mit der Europäischen Union: die Abstimmung darf kein Risiko enthalten oder sie wird verboten. Sie ist nur eine Mittel, um dem was Brüssel vorher beschlossen hat einen populären Anschein zu geben oder die Abstimmung soll nicht stattfinden.
    Voltaire Netzwerk | Damaskus (Syrien) | 4. Oktober 2017

    Viele politische Akteure sind Heuchler, sie machen öffentliche Äußerungen in einem gewissen Sinn und handeln heimlich anders. Diese Doppelzüngigkeit kann in Konfliktsituationen legitim und geschickt sein, wenn diese politischen Akteure Interessen oder bestimmten Prinzipien verteidigen. Es ist unerträglich, wenn diese Akteure nicht nur einfach ihren Anschein ändern, sondern auch im Grund.

    Seit dreißig Jahren ist die Europäische Union von einer voraussehbaren Institution zu einer Bürokratie geworden, die obskure und wechselnde Interessen verteidigt. Seit drei Jahren tritt sie stetig mit Füssen die Ideale, auf die sie sich beruft. Hier sind fünf Beispiele:
    • Im Jahr 2005 stimmten die Franzosen und die Niederländer gegen den Vertrag über eine Verfassung für Europa.
    (…)
    • Im Jahr 2014 wurde ein Land von Osteuropa Opfer eines Staatsstreichs, der echte Nazis an die Macht brachte.
    (…)
    • Drei Monate später, im Juni 2014, hat die Europäische Union eine Präsidentenwahl in den Konsulaten eines fremden Landes verboten.
    (…)
    • Drei Jahre später, im September 2017, hat ein Clan, der die Macht ohne Wählerauftrag in einer Region des Nahen Ostens ausübt und auf benachbarten Ölfeldern, die er illegal besetzt, ein Referendum über die Unabhängigkeit einseitig organisiert. Nicht ohne vorher die Bewohner aus den Bereichen, die der Clan erobert hatte, vertrieben zu haben.
    (…)
    • Ein paar Tage später, innerhalb derselben Union, hat eine regionale Regierung einseitig ein Unabhängigkeits-Referendum organisiert, um den Reichtum an sich zu reißen, den er genießt.

    Die Union, die die pro-Unabhängigkeits-Verbände stark gefördert hatte, hat nicht gewünscht, zu diesem Referendum Stellung zu nehmen, einem Referendum, das – im Gegensatz zur Rechtsprechung in Polen und Ungarn – ihr zufolge als innere Angelegenheit eines Mitgliedslandes zu betrachten ist.
    (…)
    • Abgesehen von unseren persönlichen Gefühlen gegenüber den Franzosen und den Niederländern, gegenüber den Iren, den Krim-Ukrainern, den Syrern, den kurdischen Irakern und den katalanischen Spaniern, in allen diesen Fällen hat die Europäische Union nicht versucht, die Wahl der Staatsbürger zu kennen und zu respektieren. Sie hat auch keinen Beweis geliefert, dass sie grundsätzlich logisch ist.
    http://www.voltairenet.org/article198161.html

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