Angeblicher Journalistenmord in der Ukraine

Wieder ein Anlass zur Hetze gegen Russland

Ein Kommentar von Wolfgang Bittner.

Am 29. Mai 2018 erfuhr die Weltöffentlichkeit von einem „feigen Mord“ an dem „kreml-kritischen“ russischen Journalisten Arkadi Babtschenko, der seit zwei Jahren im „ukrainischen Exil“ in Kiew lebte. Wie schon gewohnt, wurde unverzüglich Russland verdächtigt, obwohl es keinerlei Beweise gab. Die deutsche Regierung verurteilte bereits tags darauf das Verbrechen, Bundespräsident Steinmeier forderte bei einem Besuch in Kiew eine „umfassende Aufklärung“, Außenminister Maas zeigte sich „entsetzt über die Ermordung“ und ein Sprecher des Auswärtigen Amtes verlangte, die Umstände des „feigen und hinterhältigen Mordes“ müssten untersucht und rasch aufgeklärt werden.(1) Ähnlich äußerten sich EU und Europarat.

In der Frankfurter Allgemeinen hieß es, Steinmeiers Reise in die Ukraine werde von dem Mord an dem Journalisten überschattet; der Bundespräsident habe sich über die brutale Art und Weise, mit der diese Tat verübt worden sei, erschüttert gezeigt. Weiter wurde berichtet, der Journalist habe als prominenter Kritiker der russischen Militäraktivitäten im Osten der Ukraine und in Syrien gegolten. Die ukrainische Regierung habe keinen Zweifel daran gelassen, dass „der russische Präsident Wladimir Putin und sein Regime“ für die Ermordung Babtschenkos verantwortlich sei, Putin „ziele auf diejenigen, die sich von Moskau nicht einschüchtern ließen“.(2)

Aus dem Nachrichtenmagazin Focus waren zu Herzen gehende Einzelheiten zu erfahren: „Die Nachbarn stehen im Dunkeln vor dem zehnstöckigen Wohnblock, sie sehen sich betreten an, schütteln den Kopf, können es immer noch nicht glauben. Viele haben Tränen in den Augen, einige weinen laut … Fernsehteams machen Aufnahmen von dem Treppenhaus, in dem der Mörder auf den Journalisten gewartet hat. Der Zugang zur Wohnung ist abgesperrt, dort oben im fünften Stock sitzt die Frau von Babtschenko und erzählt der Polizei von dem Vorfall. Sie hatte nur Schüsse gehört, war herausgelaufen und fand ihren Mann blutend im Treppenhaus. Auf dem Weg ins Krankenhaus ist der 41-jährige Journalist dann gestern Abend gestorben.“ (3) Festgestellt wurde: Der Mord an Babtschenko verdeutliche „die russisch-ukrainische Feindschaft“, das sorge „für weitere Spannung zwischen Kiew und Moskau“.

Auch bei dem für seine russophobe Berichterstattung bekannten Berliner Tagesspiegel wusste man Bescheid: Der Kreml-Kritiker sei von einem Einkauf zurückgekehrt, als ihn der im Treppenhaus wartende Todesschütze mit drei Schüssen in den Rücken niederstreckte. „Seine Frau fand den 41-Jährigen am Eingang ihrer gemeinsamen Wohnung in Kiew. Sie hatte zuvor die Schüsse aus dem Badezimmer gehört.“(4) Dazu schrieb der ukrainische Ministerpräsident Groisman, „Russlands totalitäre Maschinerie“ habe Babtschenko seine Ehrlichkeit und Prinzipientreue nicht verziehen. Und für die „entsetzten“ Journalistenkollegen bei ATR war der Fall ohnehin klar: Russland ist für den Mord verantwortlich.(5)

Nachdem nun Babtschenko am 30. Mai überraschend von den Toten auferstand, herrschte allgemeine Verwirrung und Bemäntelung. Es sei eine Geheimdienstaktion gewesen, in die Präsident Poroschenko wahrscheinlich eingeweiht war, so hieß es lakonisch.(6) Poroschenko versäumte nicht, dem Journalisten dafür zu danken, dass er „gemeinsam mit den ukrainischen Sicherheitsdiensten“ ein Szenario verhindert habe, „das auf die Destabilisierung der Lage in der Ukraine abgezielt“ habe. Babtschenko sprach in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNN augenscheinlich amüsiert, der Geheimdienst habe für die Aktion Schweineblut verwendet.(7) Keine Einsicht in die Ungeheuerlichkeit einer solchen politischen Inszenierung der ukrainischen Regierung, deren Geheimdienst Babtschenko angeblich fürsorglich vor einem aus Russland zu erwartenden Mordanschlag schützen wollte und weiterhin schützen werde. Keine Entschuldigung der Medien für mangelnde Recherche, Fehlinformation und die Vorverurteilung. Das halten westliche Medien nicht für nötig, wenn es gegen Russland geht.

Ukraine – ein „Failed State“

Ohnehin fehlt es an einer Aufklärung über die prekäre Situation der ukrainischen Bevölkerung, die tatsächlichen maroden Verhältnisse in der Kiewer Ukraine und die verbrecherische Politik des Kriegsherrn Poroschenko mit seinen Kumpanen. Fragwürdige oder falsche Erklärungen des Kiewer Regimes werden seit dem Staatsstreich von westlichen Medien unbeanstandet übernommen, und über Geschehnisse, die nicht ins Bild passen, wird nicht oder unzureichend berichtet.

So gab es nur kurze Meldungen über die Morde an den regierungskritischen ukrainischen Journalisten Oles Busina und Pawel Scheremet. Keine Proteste der Bundesregierung, Steinmeiers, der EU oder des Europarats. Keine Forderungen nach unverzüglicher Aufklärung. Zur „Liquidierung“ Businas am 16. April 2015 bekannte sich eine „Ukrainische Aufstandsarmee“; verdächtigte Rechtsradikale wurden nach kurzer Inhaftierung wieder freigelassen. Der am 20. Juli 2016 durch eine Autobombe getötete Scheremet hatte kurz vor seiner Ermordung veröffentlicht, dass rechte Freiwilligenbataillone Gerichtsverhandlungen gegen korrupte Geschäftsleute verhinderten.(8)

Dass der in ukrainischer und russischer Sprache sendende Fernsehkanal „Inter“ am 4. September 2016 mit Molotow-Cocktails in Brand gesetzt wurde, weil er unter anderem Programme mit russischen Schlagerstars gebracht hatte, war nicht der Rede wert, obwohl die Mitarbeiter nur knapp mit dem Leben davonkamen; niemand wurde zur Rechenschaft gezogen.(9) Ebenso wenig wurden die Morde auf dem Maidan und in Odessa aufgeklärt. Von wem auch? In den Führungspositionen von Polizei, Geheimdienst und Innenministerium sitzen Nationalisten und Mörder.

Nur beiläufig erfuhr die Öffentlichkeit von einer Serie mysteriöser Todesfälle ukrainischer Oppositioneller. Mindestens sieben der Opfer – ehemalige hohe Amtsträger, Funktionäre und Politiker – waren Mitglieder der „Partei der Regionen“, der auch der gestürzte Ministerpräsident Janukowitsch angehörte. Mehrere von ihnen haben angeblich Selbstmord begangen, so der ehemalige Vorsitzende des Regionalrates in Kharkow, Nicholai Sergienko; der ehemalige Bürgermeister von Melitopol, Sergei Walter; der Polizeichef von Melitopol, Sergey Bordyuga und der ehemalige Abgeordnete Stanislaw Melnik. Der frühere Parlamentsabgeordnete Oleg Kalaschnikow wurde in seinem Kiewer Haus mit Schusswunden tot aufgefunden; der ehemaliger Leiter des staatlichen Grundstücksfonds, Michael Chechetow, stürzte am 27. Februar 2015 aus einem Fenster seiner Wohnung; am 12. März wurde der ehemalige Gouverneur von Zaporozhzhye, Alexander Peklushenko, mit einem Genickschuss tot aufgefunden. Obwohl es keine Abschiedsbriefe gab und die Umstände auf Mord schließen ließen, war die offizielle Version des ukrainischen Innenministeriums bei Zaporozhzhye und der Kriminalpolizei bei Peklushenko „Selbstmord“. (10).

Skandale, Korruption, Provokationen und Verbrechen. Die Kiewer Ukraine wird offensichtlich unter Protektion der USA von einer Ansammlung von korrupten Politikern, verbrecherischen Nationalisten und Mördern beherrscht.(11) Dennoch investieren EU und IWF weiterhin Milliarden in diesen maroden Staat, in dem sich unter den gegebenen Umständen nichts ändern wird. Die bodenlose Niederträchtigkeit der Inszenierung eines Journalistenmords, der sofort Russland angelastet wurde, ist nur eine von vielen Ungeheuerlichkeiten, mit denen in letzter Zeit Politik gemacht wurde. Sie wird bald von anderen Hetz- und Wahnsinnsattacken gegen Russland überdeckt werden. Zwar sind die europäischen Politiker und Medien etwas vorsichtiger geworden, nachdem sich das Verhältnis zu den USA abgekühlt hat. Aber der böse Feind steht nach wie vor im Osten, weswegen die Sanktionen beibehalten werden und auch die Bundeswehr massiv aufgerüstet wird. Das verlangen die Freunde in der Ukraine und jenseits des Atlantiks von der Berliner Regierung.

Der Schriftsteller und Publizist Dr. jur. Wolfgang Bittner lebt in Göttingen. 2017 erschien von ihm im Westend Verlag eine überarbeitete und um 111 Seiten erweiterte Neuausgabe seines Buches „Die Eroberung Europas durch die USA“.

Quellennachweise:

(1) http://www.deutschlandfunk.de/journalistenmord-steinmeier-und-maas-fordern-rasche.1939.de.html?drn:news_id=887884

(2) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/steinmeier-erschuettert-ueber-brutalen-mord-in-kiew-15614975.html

(3) https://www.focus.de/politik/ausland/tod-von-arkadi-babtschenko-ukraine-steinmeier-erschuettert-ueber-mord-an-russischem-journalisten_id_9009854.html

(4) https://www.tagesspiegel.de/politik/toter-kremlkritiker-der-mord-an-arkadi-babtschenko-verdeutlicht-die-russisch-ukrainische-feindschaft/22623110.html

(5) Tagesspiegel a.a.O.

(6) https://www.tagesspiegel.de/politik/der-fall-arkadi-babtschenko-ein-inszenierter-mord-und-seine-folgen/22630630.html. Sowie: https://www.tagesschau.de/ausland/babtschenko-105.html

(7) http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-arkadi-babtschenko-der-perfekte-mord-der-keiner-war-a-1210485.html

(8) https://www.heise.de/tp/features/Warum-Journalisten-und-Andersdenkende-in-der-Ukraine-Angst-haben-3904197.html?seite=all

(9) https://www.heise.de/tp/features/Kiewer-Fernseh-Kanal-Inter-wegen-Russlandfreundlichkeit-in-Brand-gesteckt-3314389.html

(10) http://www.rtdeutsch.com/17071/headline/mordserie-gegen-oppositionspolitiker-in-der-ukraine-haelt-an-und-die-westlichen-medien-schweigen/. Dazu auch Wolfgang Bittner, „Die Eroberung Europas durch die USA“, 2017, S. 122.

(11) Dazu Wolfgang Bittner a.a.O. mit weiteren Nachweisen.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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17 Kommentare zu: “Angeblicher Journalistenmord in der Ukraine

  1. Wie wird man Mainstreamjournalist?

    1. Mehrere Leistungskurse in Regierungshörigkeit müssen bestanden werden.
    2. Die selben Fehler müssen immer wieder wiederholt werden und haben keinerlei Konsequenzen.
    3. Rege Beteiligung an Hasswochen zu vorgegebenen Themen.
    4. Ständige Aktualisierung des Neusprech-Vokabulars.

    In diesem Sinne
    2 + 2 = 5

  2. Das Poroschenko-Regime hätte wohl mehr erreicht, wenn dieser Kreml-kritische Journalist tatsächlich ermordet worden wäre.

    Dann wäre nämlich Putin sofort als Täter festgestanden. Das gewohnt übliche Geschrei in der Westpresse wäre dann losgetreten und auf politischer Ebene weitere Sanktionen gegen Russland vom Stapel gelassen  worden.

    Das Poroschenko-Regime hätte dann jammern können: „Seht her, unser Land ist voll von russischen Agenten  und wird laufend destabilisiert. Helft uns (mit noch mehr Waffen und Geld) der russischen Aggression entgegenzuwirken.“

    Somit ist diese doch dümmliche Aktion zu einer Lachnummer verkommen. Genützt hat sie niemanden. Eher geschadet, nämlich dem Poroschenko-Regime selbst. Und das ist gut so.

  3. Tja, da hat nun der heldenhafte Arkadi Babtschenko eigens seinen Tod vorgetäuscht, um der ukrainischen Regierung Gelegenheit zu geben, Putin anzuschwärzen. Und dann ist peinlicherweise alles aufgeflogen, und die Ukrainer haben sich so gründlich blamiert, dass ihnen selbst die hiesigen Mainstream-Journalisten- und Politikdarsteller demnächst wohl nicht mehr ganz so leichtgläubig auf den Leim gehen werden wie bisher (na gut, außer Marieluise Beck, könnte ich mir vorstellen). Kurzum, der Schuss ging mächtig nach hinten los. Im wahrsten Sinne des Wortes.
    Dabei hätte Arkadi sowas schon ahnen können, wenn er im Internet auf die Filmchen eines gewissen Cory Williams gestoßen wäre, der den Youtube-Kanal TheMeanKitty betreibt.
    Cory spielte nämlich schon im Februar seinem Kater Sparta vor, er sei erschossen worden – sehr lebensecht und hoch dramatisch: https://www.youtube.com/watch?v=V-F7tpdPZ-E – und zwei Wochen später auch noch seiner Hündin Penny: https://www.youtube.com/watch?v=HEPsjQMwBV0&t=10s . Beide Tiere brauchten allerdings nur Sekunden, um zu durchschauen, dass Dosenöffner/Herrchen in Wirklichkeit noch lebte…

    • Und er erzählt auch noch scheinbar amüsiert auf CNN, der Geheimdienst habe Schweineblut verwendet. Ihm scheint das in keiner Weise peinlich zu sein, eher noch ist er sogar stolz auf das zumindest zeitweise gelungene An-der- Nase- herum -Führen der Weltöffentlichkeit. Das Bewusstsein wie bei Problemfällen im Kindergarten. Da fehlen einem die Worte.

  4. Es ist ja seit jeher immer dasselbe – irgendeine Schweinerei passiert irgendwo, dann setzt das Lamento der Oberflächlichkeit ein und es werden vorgeblich hehre ethische/moralische/rechtliche Prinzipien beschworen und deren Umsetzung eingefordert.
    Und während die Masse betroffenheitsbesoffen von einem Skandal zum nächsten wankt, ändert sich an diesen Gegebenheiten was genau? – Richtig: absolut gar nichts.
    Die Masse ist wie das dumme Schoßhündchen, das bereit ist sich in jedes Bällchen, das ihm vor die Nase gehalten wird, zu verbeißen oder gar ihm hinterher aus dem Fenster zu springen, wenn‘ s denn einer wirft.

    All diese Geschichten werden nur erzählt, weil sei fester Bestandteil einer Inszenierung sind, deren diffuses Schattenspiel die Masse in ihrer Höhle hält, wo sie fasziniert und rätselnd hocken bleibt anstatt sich außerhalb ihrer Höhle zu begeben – ganz im Sinne derer, die derweil außerhalb der Höhle das Schicksal der intellektuellen Höhlenbewohner genau so bestimmen.

    Plato würde im Grabe rotieren würde er dessen gewahr werden können wie umsonst alles war, das seit seiner Zeit der wahren Aufklärung (und damit ist nicht die Aufklärung der seltsamen Idiotien der Schlagzeilenpresse gemeint) dienen sollte!

    • Scharf ausgefeilte Worte. Aber wie man es auch dreht und wendet, wen oder was jeder einzelne auch als Ursache anführt, ob es nun die dumme Masse sei, oder die gewissenlose Geldelite oder die verkehrten Systeme, so bleibt doch immer die selbe Erkenntnis, dass das Ganze durch die Menschheit hier auf diesem Planeten verursachte Geschehen eine ganz klar auf allen Ebenen verfahrene Situation ist.
      Also gilt es doch jetzt, Rückschlüsse auf unsere bisherige grundsätzliche bzw. herrschende Denkart als eine der scheinbar alles beeinflussen könnende Spezies zu ziehen. Damit muss ja wohl etwas ganz Grundsätzlich im Argen liegen. Und das würde ein Geist wie Platon auch heute sicherlich tun.
      Aus diesem Grund überlege ich mir auch jedes mal, ob ich die einzelnen zahllosen Krankheitssymptome dieser grundsätzlich krankhaften herrschenden Denk-und Lebensweise einer degenerierten Spezies überhaupt noch kommentieren soll. Ich hab es hier unten wohl nur Wolfgang Bittner zuliebe getan.

    • Vollkommen richtig.

      Es geht nicht um ‚Schuldzuweisungen‘, ‚Schuldige‘ zu benennen, zu verfolgen und zu bestrafen etc., es geht auch nicht um die EINE Lösung, die sich letztlich immer als das EINE Dogma erweist und so auch nur alten Wein in neue Schläuche presst, weil das bereits Bestandteil des defizitären Denkmusters ist, das all dem zugrunde liegt.

      Es geht darum, dass sich keiner selbst in den eigenen Hintern gucken kann.
      Oder für die sensiblere Klientel:
      Im Yoga gibt es verschiedene Praktiken.
      Eine davon ist das Jnana-Yoga, das als das Schwierigste gilt, was ein Mensch machen kann, weil hier der Geist benutzt werden soll, um sich selbst zu betrachten und korrekt zu deuten.
      Man nimmt also einen Spiegel, der sich selbst darstellen soll, um zu erkennen, dass er selbst die Quelle der Übel ist, über die er rätselt und verzweifelt.

      Es gibt noch nicht mal ansatzweise ein echtes Modell des Bewusstseins, das imstande ist, zweifelsfrei(!) zu belegen, wie unsere Gedanken zustande kommen, woher Motive entstehen, was darüber entscheidet.
      Denn unser Ich-Bewusstsein ist es garantiert schon mal nicht, das kann nur zur Kenntnis nehmen und entscheiden, wie es darauf reagieren will.

      Mit anderen Worten:
      Welchen Gedanken, welche These, welche -Ismen etc. der Einzelne auch immer für wichtig und richtig halten mag – es ist äußerste Skepsis angebracht, bevor man sich auf irgendetwas einlässt und es propagiert!

      Nach aktuellem Erkenntnisstand zum Thema gilt wohl:
      Unser Gehirn ist nicht im Geringsten darauf ausgelegt überhaupt solch komplexe Verhalte korrekt und vollständig wahrzunehmen, geschweige denn zu beurteilen.

      Das bedeutet im Umkehrschluss aber, dass nur in einer intellektuellen Bescheidenheit Aussicht auf Verbesserung der Lage zu finden sein kann.
      Denn nur im Sich-Bescheiden liegt die Begrenzbarkeit von potentiellen Fehlern, deren Konsequenzen in den allermeisten Fällen die Wenigsten überhaupt erkennen, geschweige denn kontrollieren können.

      Die Tatsache dass der Mensch zu äußerst komplexen TECHNISCHEN Leistungen fähig ist, beweist nicht im mindesten, dass er auch zur Komplexität der Natur, – die um mehrere Potenzen höher liegt als das ausgefeilteste technische Produkt -, die nötige Verstehenskapazität mitbringt!?

      DAS ist der grundlegendste Irrtum: die TECHNISCHE Kompetenz die Verhältnisse der Natur zu beeinflussen mit der Kompetenz zum Verständnis der Verhältnismäßigkeiten der Natur gleichzusetzen!
      DAS ist definitiv und unwiderlegbar nicht gegeben.

      Mit anderen Worten:
      Hybris, die durch technische Brillanz genährt wurde, versagt im nicht-technischen Bereich.
      Durch die Technik wurde eine Entkopplung aus der sonst überall gültigen Rückkopplung von allem mit allem versucht und teilweise erreicht – aber eben keineswegs vollständig.
      Es wurde also ein massives Ungleichgewicht geschaffen, weil mäßigende Elemente der Rückkopplung, die zu einer natürlichen Begrenzung geführt hätten, ausgehebelt und in weiten Teilen unwirksam gemacht wurden.

      Gleiches gilt für den Einzelnen:
      Hier ist die Unverhältnismäßigkeit das unangefochten beanspruchte Primat durch den Intellekt, der aber leider kein Riese, sondern eben ein Zwerg ist angesichts außertechnischer Komplexität.
      Wer denkt, denkt gerne, dass sein Denken mächtiger ist als das, was an ihm nicht denkt.
      Und auch das ist ein gewaltiger Irrtum.
      Der Einzelne ist keineswegs der intellektuelle Souverän im eigenen Hause!
      Er ist bestenfalls der Hofnarr der nicht-denkenden wahren Herrscher in seinem Körper.

      Es wird viel Zeit, Geld und Energie darauf verschwendet vergessen zu machen, wo wir alle eigentlich herkommen.
      Wir krönen uns zur Majestät der Schöpfung, verkleiden uns mit intellektuellem Bombast und technischem Prunk, nur um jetzt offensichtlich die Hosen runter lassen zu müssen und als in Wirklichkeit nackter Affenkaiser dazustehen.

      Solche Peinlichkeit ist nicht wohl gelitten und die Botschafter (Kind: „Aber der hat ja gar keine Kleider an?!“) werden schnell mit kräftigem ‚Pssscht!!!“ übertönt.
      Illusion ist eben alles.
      Maya in Perfektion.

      Und darum wird sich so lange nichts ändern, bis die meisten ihren nackten Arsch zur Kenntnis zu nehmen bereit sind. 😉

    • Ja. Aber was unser „Denken“ anbetrifft, ist das doch auch ein leicht in die Irre zu leitender Sammelbegriff. Und er ist ja tatsächlich in die Irre geleitet worden, wie auch Sie mit anderen Worten schon andeuteten . Ich glaube, es war Albert Einstein, der einmal sagte, dass ein echter eigener Gedanke zuerst „gefühlt“ wird. Er meinte vermutlich Erkenntnisse, die nicht auf dem eigenen Mist von Eitelkeit oder Besitzgier oder irgend einer wie auch immer eingegrenzten bzw. verfälschten Sichtweise gewachsen sind, sondern aus einem echten, sprich universellen Lebensgefühl heraus. Unsere Gefühlswelt ist zugunsten des ehrgeizigen Vorantreibens der Technisierung völlig entwertet und sogar diskriminiert worden. Das sehe ich als ursächliches Manko an, das logischerweise nur in diese Fehlentwicklung führen konnte. Es wird von der Menschheit heute nicht nur alles missbraucht, was sie in ihre Finger kriegt, sie hat sich (mehrheitlich) vor allem in Vernachlässigung ihrer wertvollsten Fähigkeiten(ihrer individuellen Sinneswahrnehmungen) selbst missbraucht.

  5. Trotz der Tatsache das es sich hier um ein schäbiges Fake News Manöver handelt, hat man doch erreicht was man wollte, Russlands Ruf zu diskreditieren. Es wird im Gedächtnis bleiben und darauf kommt es den Verantwortlichen solcher Aktionen an. Ich bin mir sicher das es in Debatten und Diskusionen gegen Russland verwendet wird. Man wird sagen, gut es war nicht real, aber zuzutrauen sei es Russland alle mal.

    • Der Nachricht des Fake-Mordes ist unsere Politelite und auch die Presse und der gesamten TV-Medien aufgesessen.
      Alle wurden ver..scht.
      Es wurde gerne geglaubt – denn es passte ins Weltbild.
      Danach mussten alle zurückrudern. Die Mordabsichten Russlands sind aber nicht vom Tisch.
      Wenn ähnliches in Deutschland passiert wäre, kämen die Verantwortlichen wohl nicht ohne Rücktritte aus der Sache raus.
      in der Öffentlichkeit wird dieser Vorfall wohl schnell in Vergessenheit geraten, es sei denn , es wird nachgelegt.
      Dann wird die „nächste Sau durchs Dorf getrieben“.
      Bin mal gespannt, ob man auch eine Verbindung zur Wahl in Italien mit den Russen findet.
      Vor der Fußball-WM wird „aus allen Rohren geschossen.“
      Man braucht wohl einen Feind, um von den Verwerfungen im Westen abzulenken.

    • Ramatze: In Online-Nachrichten habe ich heute auch gelesen, dass Deutschland sich jetzt ganz konkret militärisch auf einen Angriff Russland vorbereite.

  6. Schrecklich, diese Mord-Politik, die flächendeckend betrieben wird! So wird das Gute immer wieder überall abgewürgt.
    Ich möchte nicht glauben, dass so auch nur irgend eine New-World-Order von Bestand im Sinne der Mörderhirne modeliert werden kann. Da überschätzt man diese. Sie können letztlich immer nur nur Zerstören und Wüsten hinterlassen.

    • Es geht hier um die „verbrecherische Politik des Kriegsherrn Poroschenko mit seinen Kumpanen.“
      Nichts mit „flächendeckend“ und „überall“.
      Wem nützt dieser Rundumschlag auf eine geheime „New-World-Order“.
      Wenn ich so denken würde, wäre ich auf einer einsamen Insel und würde den Rest meines Lebens genießen. 🙂

    • Sie können sich auf mein Denken genauso wenig einfühlen, wie ich in Ihres. Der Unterschied zwischen uns ist anscheinend nur der, dass ich mir das auch nicht einbilde. Kein bewusster Mensch möchte sich heute auf eine einsame Insel zurückziehen und „den Rest seines Lebens geniessen“, so er denn überhaupt eine solche Insel besäße.

    • Ich versuche mich ja in Ihr Denken einzufühlen. Trotzdem halte ich es für falsch.
      Mit der Insel war bildlich gesprochen gemeint. Im Sinne von „sich zurückziehen“.

    • Auch wenn Sie das mit dem Rückzug auf eine Insel nur bildlich gemeint haben, ist es für mich genauso kein ernst zu nehmendes Argument und deshalb eine völlig überflüssige, wenn nicht herabsetzten wollende Bemerkung.
      Und zwar u.a. deshalb, weil kein Mensch sich vor dieser kaputten Welt heute irgendwie oder irgendwo tatsächlich zurückziehen kann. Dass Sie mein ganzes Denken für „falsch“ halten, ist Ihre Privatangelegenheit und interessiert hier nicht.

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