Auf Wikipedia tobt ein Krieg der Autoren und Administratoren. Ist die Open-Source-Plattform ein Marktplatz für Gesinnungspranger geworden?

Ein Erfahrungsbericht von Gastautorin Katrin McClean.

Weiterlesen: Auf Wikipedia tobt ein Krieg der Autoren und Administratoren. Ist die Open-Source-Plattform ein Marktplatz für Gesinnungspranger geworden?

Dieser Text erschien zuerst bei le Bohemien.net.

Quellen: http://le-bohemien.net/2015/09/19/wikipedia-katrin-mcclean/

 

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

6 Kommentare zu: “Auf Wikipedia tobt ein Krieg der Autoren und Administratoren. Ist die Open-Source-Plattform ein Marktplatz für Gesinnungspranger geworden?

  1. Hallo Frau McClean,
    durch die Veröffentlichung Ihres Artikels bei KenFm ist ein weiterer wichtiger Schritt bei der Eindämmung der Anti-Demokratischen Arbeit von Wikpedia getan: Herstellung von Gegenöffentlichkeit.
    Inzwischen ist Wikipedia, u.a. auch Dank des Films „Die dunkle Seite von Wikipedia“ von Markus Fiedler und Frank-Michael Speer, ziemlich in Misskredit geraten:

    Wie Wikipedia Autoren 9/11-Artikel säubern
    von Gold Star For Robot Boy, 02.11.2015

    https://www.freitag.de/autoren/gsfrb/wie-wikipedia-autoren-9-11-artikel-saeubern

    Hier ein Film von jemandem, der sich intensiv mit Kontaktversuchen zum bzw. mit Stellungnahmen vom Autor Kopilot und mit dessen Beschäftigung an der Uni Osnabrück beschäftigt:

    Wikipedia Manipulation – „Kopilot“ antwortet
    Veröffentlicht am 10.11.2015
    11.511 Aufrufe (Stand 4.2.2016)
    https://www.youtube.com/watch?v=mHlhJbmg7kM

    Meiner Ansicht nach hat die „öffentliche“ Begeisterung für Wikipedia zumindestens in Deutschland, schon stark nachgelassen. Das sieht man in zahlreichen Artikeln, weil die Daten bzw. die Datenreferenzen, die etwa in wissenschaftlichen Artikeln verwendet werden, z.T. schon ziemlich alt sind. Ich habe z.B. vor ein paar Wochen, beim Anschauen einiger Artikel, öfters mal das Jahr 2009 als letzte Datenbasis gesehen. Das ist schon mal ein gutes Zeichen denke ich, denn durch die zurückgehende Mitarbeit bei Wikipedia wird diese Online-„Enzyklopädie“ nach und nach an Bedeutung verlieren. Ich selber bin zwar schon seit einigen Jahren bei Wikipedia registriert, habe aber dort schon lange nichts mehr korrigiert, geschweige denn geschrieben.

    Und von wegen Gegenöffentlichkeit: Die Mitarbeiter des Wikimedia-Vereins (mit Bild(!): https://www.wikimedia.de/wiki/Mitarbeitende) freuen sich sicher auch über zahlreiche Zuschriften, die sie auf die eigentlich justiziablen Aktivitäten verschiedener Hauptautoren von Wikipedia aufmerksam machen, wenn schon die eigentlichen Verantwortlichen für, nicht nur die deutsche, Wikipedia sich in den USA verstecken.

    Und als ein weiteres Beispiel: Auch die Uni Osnabrück (Pressestelle: pressestelle@uni-osnabrueck.de oder die Hochschulleitung: praesident@uni-osnabrueck.de von hier: https://www.uni-osnabrueck.de/serviceseiten/kontakt.html) ist sicher an weiteren Zuschriften interessierrt, um dort die Begriffe Meinungs- und Pressefreiheit sowie Menschenrechte gut vertreten zu können.

    Kleiner Scherz zum Schluß: Als ich diesen Kommentar auf meiner Festplatte abspeichern wollte, war ich zuerst nicht sicher wie man Sie schreibt und da dachte ich zunächst an den Namen McClane, aber der wird ja schon in Zusammenhang mit einem anständigen(!) New Yorker Polizisten verwendet. 🙂

  2. „Ein negativer Wikipedia-Artikel kann wie bei Kafka einem vernichtenden Urteil gleichkommen. Freiberufliche Künstler, die auf ihr Renomé angewiesen sind, laufen Gefahr das Vertrauen ihrer Fans und Auftraggeber zu verlieren.“

    Entschuldigung, aber diese Konsequenz sollte einem erwachsenen mündigen Menschen doch vorher klar sein. Das soll nun wiederum gar nicht heißen, dass diese Wikipedia-Personen recht handeln.

    Aber sei es nun mit oder ohne Wikipedia: Sie können nie wissen, was die Leute über sie reden. Sobald man öffentlich auftritt, muss man immer damit rechnen, gesehen zu und zum Gespräch zu werden. Sich nun darüber (und zwar auf grundsätzliche Weise) aufzuregen, dass soetwas vorkommt, also dass Menschen anderer Meinung sind und unfair handeln, lästern, neidisch sind, verleugnen, Machtstrukturen ausnutzen…

    … Sie sitzen doch bei Ihrer unmittelbar-potentiellen und bereits vorhandenen Leserschaft am längeren Hebel. Nutzen Sie Ihre gewonnene Erfahrung und verarbeiten dies als Roman, als Krimi, als Märchen im Sinne eine erneuten Gefahrenaufklärung des Wikipedia-Wolfes – basierend auf wahren Begebenheiten. Tausende Kinder erfahren dann, Wikipedia als Wolf im Schafspelz kritisch zu hinterfragen. Senden Sie freie Exemplare der Wikipedia Foundation, an Schulen mit unterrichtsvorbereiteten Aufklärungsmaterial, maßgeschneidert für unterschiedliche Jahrgangsstufen, zusammengestellt mit pädagogischen Fachkräften, am besten Lehrern, die dann darauf zurückgreifen, wenn wieder einmal „Umgang im Internet“ als Projekt ansteht.

    Wenn man sich öffentlich betätigt, sollte man schon auch die Reife aufbringen, darauf zu vertrauen, dass Menschen nicht stupide Wikipedia-Personen-Wertungen hinterherlaufen und sich kein eigenes Bild mehr machen.

    a) „Am meisten erschreckt mich das unglaublich diktatorische und respektlose Verhalten, das mir während meiner Artikel-Diskussion begegnet ist. Ich wurde bedroht, eingeschüchtert und verhöhnt, auch permanent geduzt, während ich konsequent siezte. Die Vorgehensweise gleicht meiner Meinung nach völlig jener Struktur der verdeckten Gewalt, die Kafka im Vorfeld des Ersten Weltkrieges beschrieb.“

    und:

    b) „Seit Mai 2014 engagiere ich mich angesichts der erschreckenden Entwicklungen im Nahen Osten und in der Ukraine für eine friedliche Politik. Meine bisherigen Leistungen in diesem Engagement bestanden daraus, dass ich eine Handvoll Reden auf öffentlichen Kundgebungen hielt und dass ich aus Empörung über die einseitige Ukraine-Berichterstattung des Spiegel gemeinsam mit anderen Akteuren eine Protest-Demo vor dem Hamburger Verlagsgebäude organisierte.“

    und:

    c) Sie wissen aber schon, dass dort Menschen gegenseitig auf sich schießen, und als Soldaten zum Töten und Töten lassen gezwungen werden?

    Der Vergleich von a), b), und c) lassen vermuten, dass Sie selbst noch gar nicht _wirklich_ realisiert haben, gegen welche Kräfte Sie öffentlich aufgetreten sind.

    • Hallo Bert,
      Aber sei es nun mit oder ohne Wikipedia: Sie können nie wissen, was die Leute über sie reden
      es gibt, zumindestens im deutschen Recht, einen deutlichen Unterschied zwischen der Praxis des „über Andere reden“ und einer Verleumdung. Bei letzterem kann man im Gefängnis landen.

      Senden Sie freie Exemplare der Wikipedia Foundation, an Schulen mit unterrichtsvorbereiteten Aufklärungsmaterial, maßgeschneidert für unterschiedliche Jahrgangsstufen, zusammengestellt mit pädagogischen Fachkräften, am besten Lehrern, die dann darauf zurückgreifen, wenn wieder einmal „Umgang im Internet“ als Projekt ansteht.

      An den Schulen bzw. in den dort inzwischen verbreiteten Schulbüchern wird die Sezession der Krim als Annexion dargestellt und Russland bzw. Putin als die Bösen. Glauben Sie wirklich, dass die Leute, die für den Inhalt des Schulmaterials zuständig sind, eine kritische Gegenmeinung von wem auch immer zulassen?
      Oder wenn die Bundeswehr 30 Millionen im Jahr ausgeben darf, um in Schulen für den Beruf des Soldaten zu werben, dass dann Friedensinitiativen eine Chance haben?

      Wenn man sich öffentlich betätigt, sollte man schon auch die Reife aufbringen, darauf zu vertrauen, dass Menschen nicht stupide Wikipedia-Personen-Wertungen hinterherlaufen und sich kein eigenes Bild mehr machen.
      Meinen Sie mit diesen reifen Menschen auch Pegida- oder AfD-Anhänger? Oder Menschen, die glauben, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe per se Vergewaltiger, Terroristen oder Triebtäter sind?

    • @Stephan Becker

      Wenn Sie justiziable Verleumdung ansprechen, dann steht bei Wikipedia dies in aller Öffentlichkeit schwarz auf weiß. Im Privaten weiß davon nur der private Kreis (also faktisch nicht justiziabel). Und damit können Sie Privatmeinungen auch nicht zwingen privat eine Gegendarstellung zu denken.

      Die Intention dessen, was Sie zitieren ist zwar eine Grundlegend andere, aber dennoch möchte ich Ihrer Erwiderung widersprechen: auch Schule kennt kritische Lehrer (Wikipedia-Kritik-Film stammt z.B. von Lehrern.) Und etwa im Rahmen ‚Medienaufklärung‘, Internet und Recherche (also nicht offizieller Geschichtslehrplan) kann da sehr wohl geschäftsfindig etwas auf die Beine gestellt werden – gerade als Frau: Zusatzmotto: (starke) Frauen, MINT, blablabla.

      Zuletzt: AfD und Pegida sind doch bei aller Sympathie oder Unsympathie doch ein gutes Beispiel, dass Menschen sich nicht mehr vordenken lassen, was politisch korrekt nicht gedacht werden darf. Jetzt gehen die trotz aller öffentlicher und staatlicher Diffamierung trotzdem Richtung Ermündigung der Bürger.
      Und die Angst vor Triebtäter – Terrorist und die Bereitschaft selbige seit Generationen zu bombadieren haben wohl eher all die etablierten Wähler und etablierten Parteien. AfD und Pegida sind als neue Formationen da bisher faktisch noch unbeflekt.

      Woher kommt eigentlich die Triebfeder neue Strömungen für das bereits in den Brunnen gefallene Kind verantwortlich zu machen, oder als das noch eigentlichere Böse darzustellen? Ich wüsste wirklich nicht, wie man das perfide brave Bürgertum in Niederträchtigkeit überbieten können sollte. Triebtäter wählen seit jeher CDU/CSU/SPD/Grüne.

    • @Bert
      Können Sie mir denn sagen wieviele Menschen wegen einer in Wikipedia hinterlassenen Verleumdung/übler Nachrede bisher verurteilt worden sind?

      Die Intention dessen, was Sie zitieren ist zwar eine grundlegend andere, aber dennoch möchte ich Ihrer Erwiderung widersprechen: auch Schule kennt kritische Lehrer (Wikipedia-Kritik-Film stammt z.B. von Lehrern.)

      Und da wir in einem demokratisch aufgeklärten Gemeinwesen arbeiten, das ohne politische Korrektheit auskommt, nehme ich an, dass die Mehrheit der Lehrer kritisch eingestellt ist und dies auch äußert oder genauer dies auch äußern darf, oder?
      Es gibt also z.B. keine Berufsverbote mehr wegen einer privaten politischen Einstellung z.B. einer Pro-Russland-Haltung?

      Zuletzt: AfD und Pegida sind doch bei aller Sympathie oder Unsympathie doch ein gutes Beispiel, dass Menschen sich nicht mehr vordenken lassen, was politisch korrekt nicht gedacht werden darf.

      Es steht jedem frei auf Minderheiten einzudreschen, nur müssen sich diejenigen dann nicht wundern, wenn sie auf Ablehnung der Mehrheit stoßen, denen Menschenrechte und Nächstenliebe etwas bedeuten.
      Übrigens ich würde sogar bei einer Pegida-Veranstaltung mitmarschieren, wenn eine davon in meiner Nähe wäre und wenn in ganz Deutschland das I aus dem Namen entfernt und stattdessen z.B. durch A wie Ausbeutung oder wie Amerikanisierung, E wie Entrechtung oder auch Ü wie Überwachung ersetzt werden würde. Das habe ich im Internet an entsprechender Stelle schon mal vorgeschlagen, fand aber seltsamer Weise keinen Zuspruch dafür.

      Terrorist und die Bereitschaft selbige seit Generationen zu bombadieren haben wohl eher all die etablierten Wähler und etablierten Parteien. AfD und Pegida sind als neue Formationen da bisher faktisch noch unbeflekt.

      Ja, AfD und Pegida die lassen klugerweise halt prügeln oder enthalten sich vornehm, wenn z.B. wie in Leipzig eine ganze Straße demoliert wird. Ich finde es schade, dass so wenige Menschen verstehen wenn sie für fremde Interessen missbraucht werden.

      Triebtäter wählen seit jeher CDU/CSU/SPD/Grüne.
      Solingen, Mölln, Rostock-Lichtenhagen, Ouri Jallow, NoGo-Zonen?

      Und wieviele Xgida-Demos fanden eigentlich schon vor US-Kasernen oder deutschen Waffenfabriken statt? 100? 1000?

  3. Wow! Das ist ja Interessant!
    Vielen Dank für die Aufklärung und das detaillierte Schildern ihrer Situation.

    Auf jeden Fall sehe ich das als Alarmsignal!
    Da hier Offensichtlich Leute diffamiert werden um ein erstarken der Friedensbewegung zu unterbinden, denke ich, es ist Zeit, dass wir uns aus dem Internet raus schälen und uns persönlich treffen. Denn sonst ist es womöglich bald aus. Da hilft auf jeden Fall nur noch persönlicher Kontakt.

    Denkt immer daran! Bleibt friedlich!

Hinterlasse eine Antwort