Aufrichtigkeit braucht das Land!

Ein Kommentar von Evelyn Hecht-Galinski.

Tatsächlich ist jede antisemitisch motivierte Straftat eine Tat zu viel, aber wären wir aufrichtig, dann würden wir diesen Satz einmal hinterfragen. Was steckt hinter dieser Aussage heuchlerischer deutscher Politiker?

Ist der mediale Antisemitismus-Hype nicht ein Ablenkungsmanöver, mit dem die gesamte deutsche Politik und ihre Funktionsträger, quer durch alle Parteien, versäumt hat, den Ursachen für die aktuellen Vorkommnisse in unserem Land auf den Grund zu gehen?

70 Jahre nach der Nakba, der Vertreibung des palästinensischen Volkes aus Palästina, bereitet sich das Establishment der Bundesrepublik Deutschland darauf vor, diese Feierlichkeiten zusammen mit dem „Jüdischen Staat’“ zu begehen. Die Palästinenser, als letzte vergessene Leidtragende des Holocaust, werden allein gelassen in ihrem Leid, während der „Jüdische Staat“ und seine deutschen Vertreter und Helfer als alleinige Holocaustopfer blind unterstützt  werden. Diese blinde Anbetung infolge der deutschen Traumatisierung und aus einem Schuldgefühl heraus wird an jede Generation weitervererbt und führt uns zu einer gefährlichen Konsequenz des Hasses, die nur in einem Desaster enden kann.

Was wir brauchen, ist kein Antisemitismus-Beauftragter, sondern wir brauchen einen Rassismus-Beauftragten, der sich um den grassierenden Islam-Hass und dessen Auswirkungen kümmert.

Wie kann es sein, dass sich deutsche Politiker von Bundespräsident Steinmeier, Kanzlerin Merkel, Bundesinnenminister de Maiziere und der Bundesjustizminister Maas darüber echauffieren und Krokodilstränen vergießen und von Scham übermannt werden, wenn als Reaktion auf die einseitige völkerrechtswidrige Ankündigung von US-Präsidenten-Dealer Trump und der jahrzehntelangen Besatzung Davidstern-Flaggen verbrannt werden?

Haben sich diese Politiker jemals dafür geschämt, dass sie immer wieder komplizenhaft ein Auge zugedrückt haben, wenn die Besatzungsmacht wieder mal auf Krieg und Ausweitung seines Territoriums in Form von illegalen Siedlungen aus waren? Haben sie sich etwa geschämt, dass sie den „Jüdischen Staat“ und seine illegale Besatzungs-Politik erst mit ermöglicht haben? Haben sie sich je geschämt für ihre grenzenlose Solidarität mit den Besatzern, und dass sie für das unglaubliche Unrecht  an den Palästinensern den deutschen Steuerzahler für Rüstungsgüter zahlen lassen und  ihre Zusammenarbeit auf ALLEN Gebieten, die militärische, geheimdienstliche und sonstige Zusammenarbeit, noch erweitern.

Dafür allerdings sollten all diese Menschenrechtsheuchler sich schämen, dass sich dank ihrer eilfertigen und willigen Mithilfe, 72 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz, Deutschland erneut schuldig macht durch die Unterstützung der ethnischen Säuberung des palästinensischen Volkes.

Speziell an Bundespräsident Steinmeier gerichtet: bedeutet das „Deutsch sein“? So „deutsch“ wie dieser schamlose „Teflon-Zeuge“ vor dem Untersuchungsausschuss im NSA-Skandal, der kaltherzig und schamlos dafür gesorgt hat, dass Murat Kurnaz weiter im amerikanischen KZ Guantanamo bleiben musste? Es wirft doch ein mehr auf fragwürdiges Bild auf diesen Bundespräsidenten, dass er trotz eines inoffiziellen Angebots der Amerikaner 2002, Kurnaz freizulassen, dieses Angebot nicht annahm und schlimmer noch, der verkünden ließ „ich würde mich heute nicht anders verhalten“! Mein „Deutsch sein“  jedenfalls ist nicht von Unrecht und Unaufrichtigkeit geprägt.

(1) http://www.zeit.de/politik/2016-03/nsa-affaere-frank-walter-steinmeier-untersuchungsausschuss/komplettansicht
(2) http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/anwalt-bernhard-docke-steinmeier-wollte-kurnaz-nicht-aus-guantanamo-holen-14872950.html
(3) http://www.spiegel.de/politik/deutschland/murat-kurnaz-frank-walter-steinmeier-hat-nicht-die-groesse-seinen-fehler-einzugestehen-a-1134391.html

Zeigt sich hier nicht ein „gestörtes“ Verhältnis zu Muslimen, auch deutschen? Hat dieser Bundespräsident eine „übersteigerte Judenliebe“, ein philosemitisches Trauma, das so weit geht, dass er nicht nur zu dem jahrzehntelangen Unrecht des israelischen Besatzerstaates am palästinensischen Volk schweigt, sondern dass er jetzt auch noch bestimmen will, was und wer „DEUTSCH“ ist? Ich bin deutsch, Herr Bundespräsident, ob ihnen das nun passt oder nicht, und jedenfalls ich schäme mich für die konzertierte Aktion, angefacht von Politik und Medien, die in einen Flächenbrand des Islam-Hasses und Ausgrenzung der muslimischen (deutschen) Bürger in diesem Land enden könnte. Es muss Schluss sein mit der kollektiven Gehirnwäsche!

Während Israel von deutschen Politikern nur am Rande ein bisschen kritisiert wird, interpretieren sie unisono das Verbrennen von israelischen Flaggen „Verbrennen des „Existenzrechts des „Jüdischen Staates“. Ganz falsch, aber nochmals: Die David-Stern-Flagge ist das Symbol der illegalen seit Jahrzehnten anhaltenden jüdischen Besatzung Palästinas und der Demütigung des palästinensischen Volkes! Nicht mehr und nicht weniger und das hat mit Antisemitismus rein gar nichts zu tun.

Und ist die Wut nicht allzu verständlich, die die palästinensischen Demonstranten umtreibt, ihre Familie in der besetzten Heimat immer im Blick und hier allein gelassen von der deutschen Regierung, die schlichtweg die Palästinenser für den deutschen Holocaust bezahlen lässt und als willige Helfer der Besatzungsmacht agieren. Aber, Herr Steinmeier, man kann eine alte Schuld, nicht mit einer neuen Schuld vergessen machen.

Es braucht auch keine neuen Gesetze, wie vom Innenminister de Maiziere gefordert. Wieder einmal „Sonderregelungen“ für Juden? Machen wir uns doch nichts vor, der Anspruch des Netanjahu- Regimes auf Anerkennung von Israel als „Jüdischer Staat“ ist der plumpe Versuch, Kritik an Israel als „Judenhass umzudeuten. Eine clevere Idee, die allerdings zu durchsichtig ist um ernst genommen zu werden, außer natürlich bei den gläubigen und unkritischen Israel-Apologeten, denn das widerspricht jedem demokratischen Verständnis und entspricht auch nicht diesen Werten. Ein Netanjahu-Regime mit einem Ministerpräsidenten, der samt Ehefrau unter Korruptionsverdacht steht und gerade versucht, Gesetze in der „einzigen“ Demokratie im Nahen Osten so zu verbiegen, dass er als Ministerpräsident nicht mehr belangt werden kann, gegen den zehntausende jüdische Israelis demonstrieren und ihn weg haben möchten. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen in dieser Geschichte: Leider demonstrieren die Bürger des „Jüdischen Staats“ nicht gegen die illegale Besatzung, gegen den illegalen Siedlungsbau oder gegen die Verbrechen der „Jüdischen Verteidigungsarmee“, für die das Netanjahu Regime, nebenbei gesagt, auch noch ein Gesetz plant, dass Soldaten, die Palästinenser ermorden, nicht mehr belangt werden können.

Wenn also deutsche Politiker sich darüber aufregen, dass „Ausbrüche von Hass“ gegen den „Jüdischen Staat“ auf deutschen Straßen nicht „zelebriert“ werden dürfen, dann frage ich zurück, warum wird nicht einmal die Ursache erforscht und da sind wir wieder beim Hauptproblem, nämlich bei der krankhaften, unkritischen Solidarität mit einem Regime, dass die Rechte des palästinensischen Volkes mit Füßen tritt und ein ganzes Volk in Besatzung hält. Dazu schweigen deutsche Politiker. Sie sollten sich dafür schämen, dass Jerusalem als Symbol Palästinas zur „ewig ungeteilten“ Hauptstadt des „Jüdischen Staates“ gemacht werden soll, und nicht gegen die legitimen Proteste dagegen. Ist es nicht sogar die Pflicht jedes Palästinensers, ob christlich oder muslimisch, sich für ein ungeteiltes Jerusalem und für die Freiheit Palästinas einzusetzen? Wenn ein paar Demonstranten „Tod den Juden“ schreien, dann ist das unschön, aber eine wütende Reaktion auf die Schreie der jüdischen Extremisten und Siedler, die straflos durch den „Jüdischen Staat“ ziehen und „Tod den Arabern“ oder sogar „Araber ins Gas“ brüllen. Weder schaffen es diese jüdischen Hass-Parolen in die sog. Qualitätsmedien, noch wurden sie öffentlich weder von Politikern noch von den Zentralratsfunktionären, die überall Antisemitismus wittern, kritisiert oder gar davon distanziert! .

Deshalb ist nicht einzusehen, ja, geradezu widersinnig, dass muslimische Einwanderer eine Verantwortung übernehmen sollen für deutsche Schuld, die sie gar nicht zu verantworten haben, und die ganz aktuell im Bilde sind, wie ihre Brüder und Schwestern in Palästina zu leiden haben! Wenn ein durchgeknallter CDU-Innenexperte Schuster gar noch fordert, dass palästinensische Demonstranten, die David-Stern Flaggen verbrennen, ausgewiesen werden sollen, dann ist das erträgliche Maß voll!
(4) https://www.welt.de/politik/deutschland/article171666662/CDU-Innenexperte-will-Flaggenverbrenner-ausweisen.html

Solche Einigkeit von Politik und Medien würde ich mir wünschen, wenn es um die längst überfällige Kritik am „Jüdischen Besatzer-Staat“ geht, die endlich die einzige richtige Konsequenz ziehen müsste, nämlich die palästinensischen Zivilgesellschaft und die gewaltlose BDS-Kampagne „Boykott, Desinvestment , Sanktionen“ mit sofortiger Wirkung zu unterstützen und endlich ihren anschleimenden übersteigerten Philosemitismus einzustellen.

Bemerkenswert ist, dass gerade die AfD, und nicht etwa linke Parteien, den Jerusalem-Beschluss begrüßten. Wahrscheinlich wird die neue österreichische „Rechtsnationale“ Kurz-Regierung zwischen ÖVP und FPÖ bald in dieselbe Kerbe hauen, denn sie alle stehen „Seit an Seit“ in unverbrüchlicher  Solidarität mit dem „Jüdischen Besatzer-Staat“ und dafür sollten sie sich schämen!

Widersprechen wir all den Schusters, Knobloch, „IM Victoria“-Kahane, Weinthal, Broder, Posener, Herzinger und vielen anderen, die jetzt so geballt  ihre Islamophobie und Philosemitismus  ausleben.

Schluss mit der deutschen Staatsräson und dem „besonderen“ Verhältnis für ein unmenschliches jüdisches Staatsterror-Regime, das vor nichts zurückschreckt, weder davor, Behinderte in Gaza zu ermorden, noch davor, Kinder in Haft zu nehmen und jetzt auch noch die Todesstrafe zu fordern.

Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang nochmals das im Zambon-Verlag erschienene Buch „B`Tselem – Folter in Israel“ zu empfehlen, dass auf jedem „Gabentisch liegen sollte.

Was würde heutzutage wohl Jesus dazu sagen, wenn seine Eltern Maria und Joseph keinen Einlass am Checkpoint bekämen, um  in das besetzte Bethlehem zu kommen.

Aufrichtigkeit braucht das Land!

In diesem Sinne fröhliche Weihnachten!

Erich Fried
Benennungen

  1. Die gestern geschrien haben „Die Juden sind schuld“ sollen heute nicht schreien „die Zionisten“

Die geschrien haben „Die Juden sind schuld“ sind schuld daran daß die Zionisten schuld werden konnten

Die geschrien haben „Die Juden sind unser Unglück“ sind das Unglück der Juden und der Palästinenser geworden

Das befreit nicht die Zionisten von Schuld an den Palästinensern und die Juden nicht von Verantwortung für Zionisten

Aber nicht die sollen heute die Juden verantwortlich machen die gestern geschrien haben „Die Juden sind schuld“

  1. Es gibt Zionisten die nennen Antizionisten Antisemiten und es gibt Juden die den Zionisten das glauben

Es gibt Antisemiten die nennen Zionisten Bundesgenossen wenn sie zu Juden sprechen sonst nur nützliche Juden

Es gibt Sprecher des Westens die nennen jüdische Antizionisten rote Antisemiten wenn sie zu Juden sprechen

Und wenn sie zu Nichtjuden sprechen nennen dieselben Sprecher dieselben jüdischen Antizionisten dreckige rote Juden

  1. Zionisten mit linkem falschen Bewußtsein Zionisten mit rechtem falschen Bewußtsein Antisemiten mit rechtem falschen Bewußtsein Antisemiten mit linkem falschen Bewußtsein und Antisemiten mit zionistischem falschen Bewußtsein Kein Bewußtsein das den Antisemitismus oder den Zionismus rechtfertigen kann

+++

Danke an die Autorin für das Recht der Zweitverwertung.

Dieser Text erschien zuerst auf der Seite „Sicht vom Hochblauen“: „Aufrichtigkeit braucht das Land!

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

Alle Beiträge von KenFM sind ab sofort auch auf der KenFM App verfügbar: https://kenfm.de/kenfm-app/

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

20 Kommentare zu: “Aufrichtigkeit braucht das Land!

  1. Israel hat Religionsfreiheit und volle Rechte für alle Moslems, die in Israel leben. Hingegen hetzt und diskriminiert die sogenannte ‚Arabische Liga‘ zusammen mit zahlreichen ‚muslimischen Staaten‘ massiv gegen Israel und auch persönlich gegen israelische Bürgerinnen und Bürger.
    Das ist der Schiefstand. Aktuelles Beispiel ist Trumps Scheingefecht, das wohl doch nicht nur Schein ist, um die Hauptstadt Israels. Was ist das für einen unverschämte und diktatorische Einmischung dieser sogenannten ‚Islamvertreter‘, Israel vorschreiben zu wollen, wo es auf seinem Staatsgebiet seine Hauptstadt hat?
    Und wieso kommen die damit bei der UN sogar durch?
    Israelis werden von zahlreichen Staaten der Arabischen Liga und sogar von Malaysia pauschal und rigoros diskriminiert. Da spielt auch Antisemitismus eine Rolle. Es reicht langsam. Das muss aufhören.

    • Es ist unglaublich wie sie die Geschichte 180 Grad umdrehen.
      Bevor der Zionismus begann hatten Juden in Arabische Länder gar kein Problem.
      Auch die wenige Juden die 1880 In Palestina wohnten waren gegen den Zionismus.
      Wir haben nun brutale Kolonisation seit 1880, und sie wundern sich das Mosleme gegen Juden sind ?
      Was aufhören muss ist Unterdrückung durch Israel, das KZ Gaza muss offen, und die Palestinenser die vertrieben sind, oder ihre Kinder oder Enkelkinder, müssen entschädigt werden.
      Dabei müssen Israelier die Gebiete die in, oder seit, 1967 gestohlen sind zurück geben.
      Wenn dies alles geschieht hört es auf.

    • Keine Antwort.
      Wenn 1947 die VN eine ANBEFEHLUNG tat zur POLITISCHEN Teilung Palestina’s waren die Zionisten schnell dabei darauf das stiften Israel’s zu basieren.
      Die ANBEFEHLUNG wurde also nie ausgeführt, die Arabische Länder wiesen die ANBEFEHLUNG ab.

      Heute ist es umgekehrt, die VN Versammlung verurteilt das Jerusalem der Haupstadt Israel’s ist oder wird, aber Netanyahu spricht von ‚Haus der Lügen‘.
      Der Mann versteht nicht das eine politische Meinung nichts mit Fakten zu tun hat, also kann eine politische Meinung nie eine lüge sein.

      Übrigens hatte die 1947 ANBEFEHLUNG für POLITISCHE Teilung nichts mit Eigentum zu tun, wäre die ANBEFEHLUNG ausgeführt, dan kämen die Palestinenser im jüdischen Teil ’nur‘ in eine jüdische Staat zu wohnen.

  2. http://www.bild.de/regional/berlin/antisemitismus/sechs-minuten-judenhass-54261410.bild.html?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter
    ‚Geh zurück in die Gaskammer‘, ich glaube nicht das solche Äusserungen etwas beitragen.
    Auch nicht das der Vater der Israelier den zweiten Weltkrieg überlebte, zehn Millionen Deutsche überlebten diesen Krieg nicht.
    Der Schlüssel Satz ist ‚ihr unterdrückt die Palestinenser‘.
    Darüber wird weiter nichts gesagt, ich fürchte auch nicht beim Solidaritäts Essen.
    Versteht denn niemand das auch nicht Mosleme darüber wütend sind?

    • http://nieuws.tpo.nl/2017/12/21/video-aanval-antisemitisme-berlijn-restauranthouder-yorai-feinberg/
      Auch diese Niederländische Site, geführt aus Berlin, kein Wort von Verständnis für diejenigen die Israel verantwortlich machen für das Leiden der Palestinenser.

      Bei einem kosheren Restaurant in Amstelveen, grenzt an Amsterdam, wurden durch ein Palestinenser einige Scheiben eingeschlagen, wegen Trump und Jerusalem, ich höre gerada das die VN Versammlung will das Trump die Entscheidung zurückzieht.
      Der Mann war gestern vor Gericht, es wurde beschlossen ihn drei Monate zu observieren, um zu beurteilen ob er nicht geisteskrank ist.

      Aber schon heute schreibt unsere jüdische Lobby, CIDI, übersetzt Centrum für Dokumentation und Information Israel, eine offene Brief an unsere Justiz Minister das das Vertrauen in der Rechtsstaat weg ist.
      Ein bekannter Jude sagte das die zerbrochene Scheiben ihn erinneren an die Kristall Nacht.
      Weder CIDI, noch bei den Juden, ein Wort über Palestinenser, oder über Jerusalem.
      Nur Juden sind wichtig.

  3. Sehr geehrte Frau Reifschneider,
    wenn der politische Gegner mit Begriffen wie „anschleimend“, „krankhaft“ oder „blinde Anbetung“ geschmäht wird, wie würden Sie das bezeichnen? Und wer den Slogan „Tod den Juden“ lediglich „unschön“ findet, der verharmlost den Holocaust und beleidigt die Opfer der Schoah und unsere jüdischen Mitbürger.

    • Ich würde gar nicht so weit zurückgehen in der Geschichte.
      Von Frau Hecht-Galinski würde ich gerne hören wie sie sich eine Lösung vorstellt.
      Dabei stelle ich mir die Frage wie man nach all dem, was geschehen ist, zu einer konstruktiven Vereinbarung gelangen kann.
      Und ich vermute hinter dem Eifer der Autorin eine einseitige Akzentuisierung palistinänsischer Interessen. Da werde nun viele aufjaulen und Frau Hecht-Galinski wird das sicher so nicht unterschreiben.
      Dennoch muss doch die Frage erlaubt sein wie man die Interessen der Bevölkerung des Staates Israel berücksichtigt, wenn man in Kategorien einer 2-Staaten-Lösung verbleiben möchte, also eine Spaltung anstrebt. Und wenn man das Existenzrecht dieses Staates anerkennt. Oder wird das in Frage gestellt?

      So manches Mal schwant mir, dass dies nicht immer so kar ist.

      Ein zweiter Staat ist immer Konkurrent und damit drohen weitere, neue Konflikte.

      Ohne Aussöhnung wird das alles kompliziert. Auf was sich raus will: Auch Palistinänser haben (wenn auch in weit geringerem Umfang, so meine Meinung, aber das sehen zur Zeit eben nicht alle so) der israelischen Bevölkerung durch den Terror geschadet. Auf beiden Seiten gibt es wenn man so will Opfer, Angst, Bedrohung.
      Denn die Friedfertigkeit zwischen Juden und Muslimen muss erst noch von beiden Seiten unter Beweis gestellt werden. Zumindest im politischen Islam gibt es als offene Ansage die Drohung gegenüber Israel.
      Wie soll Israel damit umgehen?
      Und heutiger Hass auf beiden Seiten ist das Elend von morgen.

      Wie kann es friedlich für beide Seiten weitergehen? Und ich sehe nicht, dass ein Herumhacken auf Israel der dortigen Lage weiterhilft. Bei diesen Attacken werden die sich nur weiter einigeln und am Ende auch noch bestätigt fühlen.

      Diese Verbalattacken führen doch kaum zu Dialogbereitschaft, welche doch enorm wichtig ist, wenn man etwas auf dem Verhandlungswege erreichen will. Man muss immer bereit sein, die Bedürfnisse des „Gegners“ wahrzunehmen. Hier geht es um ein Sicherheitsbedürfnis, welches überzogen, irrational oder sonst etwas sein mag.

      Aber man darf dich der Realität doch nicht entziehen, in dem man so tut, als gäbe es dies ales nicht, weil es nicht sein darf.

    • Zweimal nicht über die Ursache der Probleme, der Zionismus, die ungefähr 1880 entstand, in eine Zeit wo Kolonialismus kein Problem war.
      Aber auch am Ende der 19ten Jahrhundert war es nicht mehr die Gewohnheit ein ganzes Volk zu vertreiben, unterwerfen, ja, vertreiben, nicht mehr.
      Und so schreibt Uri Avnery das der Zionismus 200 Jahre zu spät kam, 1948 war Wilson’s ’self determination‘ schon seit 1917 da, auch die Atlantic Charter bestand schon einige Jahre.

      Vielleicht dachten die Zionisten an den grossen Bevölkerungs Austausch etwa 1922 zwischen die Türkei und Griechenland, eine Austausch die bis heute Feindschaft zwischen die Länder verursacht.

      Jemand schrieb das der grosse Zionistische Fehler war nicht die etwa 800.000 Palestinenser zu ermorden.
      Damals wäre das möglich gewesen, keine Satellit verbindungen usw., und noch grosse Sympathie für die Holocaust überlebenden.

      Der zweite grosse Fehler war zu verursachen das Palestinenser heiraten mit fünzehn, nur Familien bekommen VN Nährung, nur Familienvater dürfen arbeiten in Israel.
      Die 800.000 sind jetzt vier oder mehr Millionen.

      Gestern verurteilte die Welt das Trump Israel Jerusalem schenkte, aber Netanyahu lernte wieder nichts.

      Über eine Lösung, sehr einfach, das Angebot der Arabische Liga, Israel räumt die in 1967 und danach gestohlene Gebiete, und zahlt für was bis 1967 gestohlen und verwüstet wurde.
      Eine Untersuchung vor einigen Jahren machte klar das 90% der dann etwa 400.000 West Bank Israeliche Bewohner aussiedlen wollen, wenn sie Schadensersatz für ihre Häuser bekommen.
      Diese Lösung ist nicht nur viel billiger als das dritt mächtigste Heer auf der Welt zu behalten, aber garandiert auch Frieden.

    • Ein wesentlicher Teil des Problems ist, dass Judäa seit mehr als 2000 Jahren umkämpft ist. Juden, Christen und Moslems haben hier viel Blut vergossen. Extremisten dieser monotheistischen Buchreligionen beanspruchten und beanspruchen die ausschliessliche Deutungshoheit und geostrategische Interessen verhindern eine friedliche Lösung des Konfliktes.
      Die gegenseitige Täter- /Opferzuschreibung zementiert diesen Konflikt. Nach dem Versagen der amerikanischen Administration sollten die Europäer eine Friedensinitiative ergreifen. Es darf nicht sein, dass dieser Konflikt auf unseren Strassen ausgetragen wird.

  4. Vielleicht habe ich das bisher auf diesem Potal übersehen, aber ich würde mich zum einen für eine Stimme interessieren, welche die Sicht des Staates Israel darstellt. Man sollte diese Position offen darstellen, falls sich jemand finden würde, um hier bei KENFM aufzuschlagen.
    Außerdem interessiere ich mich dafür, wer denn auf palsitinensischer Seite die Gruppen und Vertreter sind. Auch hier gibt es doch sicher bereits Organisationen, denen es auf die Finger zu sehen gilt. Wer ist das, wer finanziert diese, welchen Interessen sind die potentiellen Machthaber verpflichtet? Mit wem haben wir da in einem möglichen Staat zu rechnen?
    Oder ketzerisch formuliert: Wer sind die Gruppen, die dann Macht an sich reißen werden um das Volk zu verraten?

    Nur weil die Macht dann in palistinensische Hände gerät bedeutet dies doch nicht automatisch, dass dann alles gut werden wird. Es werden mächtige, meist alte Männer regieren und das verheißt in aller Regel auch nichts Gutes.

    • Deine Fragen GLUCESTER sind sehr berechtigt.
      Es gibt zalreiche Initiativen jüdischer und palestinensischer Friedensaktivisten. Deren Stimme würde ich bei KENFM gerne hören, anstelle der hasserfüllten Kommentare von Evelyn Hecht-Galinski.

    • Mache ich gerne. Ich bin wahrlich kein Fan der Regierung Netanjahu oder der auch in Israel existierenden Hetzer, die sich gerne ganz besonders ‚zionistisch‘ geben, aber in Wahrheit nichts Gutes für 99% der Israelis im Sinn haben, sondern Stagnation und Spaltung wollen.
      Aber spätestens seit ich in Israel war und wirklich enorm positiv überrascht war, und die schockierende Realität der geschlossenen Grenzen zu Syrien und Jordanien und Ägypten gesehen habe und die Spaltung Jerusalems in einen freien und weltoffenen Teil (Israel) und eine Islamdiktatur (Palästina), der an Berlin vor der Wende erinnert, ehe ich di-Israel-Propaganda wirklich kritisch.

      Wahrheit ist, dass es sogar bei den UN einen Anti-Israel-Hype gibt. Die UN lässt allen Ernstes darüber abstimmen, ob Israel seine Hauptstadt nach Jerusalem-West verlegen darf und die Abstimmung geht GEGEN Israel aus.
      Netanjahu lehnt das ab und zwar völlig zu Recht. Das ist ein Skandal und lässt in der Tat darauf schließen, dass Antisemitismus wieder propagiert werden wird.

      Wo ist hier bitte das Selbstbestimmungsrecht der Völker und Nationen?
      Die gleichen Leute, die das ‚Völkerrecht‘ sonst andauernd – umdefiniert – bemühen, um Diktaturen bis hin zu wahnsinnigen Kriegsstaaten wie Nordkorea zu rechtfertigen, gestehen Israel nicht einmal das wirklich selbstverständliche Völkerrecht zu, seine Hauptstadt selbst zu definieren!!

      Die UN hat nichts gegen einen US-Präsidenten Trump, der die Diskriminierung nach Nationalität eingeführt hat, die UN ernennt die Regierung Saudi-Arabiens in die Menschenrechtskommission und macht sich damit komplett lächerlich und gibt allen Despoten grünes Licht. Die UN erkennt die Terrororganisation „Hamas“ de facto als ‚Regierung des unabhängigen Staats Palästina‘ an und erweist damit den Palästinensern, die KEINE Islamdiktatur wollen, einen Bärendienst. Aber wehe, Israel will einmal eine eigene Entscheidung im klar legitimen Rahmen des Völkerrechts treffen! Bedenklich ist das. Die UN sollte vielleicht ihre Flagge ändern, nur passen die ganzen Diktaturmotive wohl nicht darauf.

    • Korrektur: Aber spätestens seit ich in Israel war und wirklich enorm positiv überrascht war, und die schockierende Realität der geschlossenen Grenzen zu Syrien und Jordanien und Ägypten gesehen habe und die Spaltung Jerusalems in einen freien und weltoffenen Teil (Israel) und eine Islamdiktatur (Palästina), die an Berlin vor der Wende erinnert, sehe ich die Anti-Israel-Propaganda wirklich kritisch.

    • Kleine Korrektur, weil das wichtig ist: Im Gegensatz zum engen Verbündeten des Westens Saudi-Arabien und zum Iran ist Palästina keine vollständige Islamdiktatur. Palästina wird aber de facto von einer islamistischen Terrororganisation regiert – mit Mandat der UN. Während die UN Israel verbieten will, seine Hauptstadt selbst auszuwählen.

    • PS: Ich bin kein Friedensaktivist, aber ich bin pro Israel, ohne die israelische Politik unkritisch zu sehen (ich bin z.B. dafür, dass Israel eine Berufsarmee einführt, statt wie aktuell orthodoxe Juden auch noch mit Wehrpflicht geradezu zu attackieren, und das kann man mit den Rechtsauslegern Netanjahu/Liberman allerdings vergessen, andererseits ist zu fragen, was Netanjahu eigentlich erreicht außer markigen Sprüchen). Übrigens habe ich absolut noch nie einen ‚Antisemitismus‘-Vorwurf gelesen deshalb. Ich kann aber auch sicher sagen, dass ich nicht antisemitisch bin..!

    • Evelyn Hecht-Galinski ist eben eine sehr engagierte, mutige und tatkräftige Frau, die sich mit Herz, Verstand und Temperament für die unterdrückte Minderheit der Palästinenser einsetzt. Ich finde es kleinlich und unangemessen, ihr oberlehrerhaft vorzuwerfen, sie habe „Schaum vor dem Mund“. Ein bisschen mehr Respekt, lieber Bernhard, könnte hier nicht schaden!

    • @Sabine Reifscheinder,
      Es kann sicherlich sehr gut sein dass Frau Evelyn Hecht-Galinski mit Herz und Tatkraft usw. sich für die unterdrückten Palästinenser einsetzt. Trotzdem ist gerade bei diesem Thema viel Achtsamkeit in der Rhetorik notwendig, da man dummerweise in einer Gesellschaft lebt in der jegliche Kritik and der Besatzungspolitik Israels gleich als Rassismus bzw. Antisemitismus entwertet wird.
      Der Eindruck ist nunmal da das Frau Hecht-Galinski zu temperamentvoll schreibt. Ich persönlich kann auch nichts mit reißerischen Kategorisierungen anfangen weshalb einfach der Eindruck bleibt dass hier konter- Propaganda betrieben wird. Was wiederum schade ist denn Kritik und Maßnahmen bezüglich der zyonistischen Siedlungspolitik Israels sind notwenig. Trotzdem ist das Thema zu komplex und festgefahren um einfach Parolen zu klatschen und Boykott als oberstes Mittel zu sehen.

      Deshalb finde ich die Kritik von Bernhard Jahn durchaus nachvollziehbar, wenn auch provokant.

Hinterlasse eine Antwort