Bärensuppe: Die Ausstellung!

„Geld regiert die Welt!“

Wir alle benutzen es jeden Tag, doch die Wenigsten von uns wissen, was es genau ist. Geld.

Welche Macht Geld besitzt oder besser, mit welcher Macht Menschen Geld ausgestattet haben, begreift der Einzelne immer dann, wenn es fehlt.

Sobald dem Bürger oder dem Staat das Geld ausgeht, gespart werden muss, wird es problematisch.

Wir haben verlernt, elementarste Dinge unabhängig von Geld zu regeln. Alles wird von Geld abhängig gemacht und mit Geld als Masseinheit taxiert. Auch „Zeit ist Geld“, so sagt der Volksmund.

Das ein verzinstes Geldsystem, das exponential wachsen muss, um Zins und Zinseszins zu bezahlen, jede Gesellschaft auf lange Sicht zerstört, spricht sich langsam herum. Nur, wie könnte ein neues Geld oder eine geldlose Gesellschaft aussehen?

Geld hat Vertrauen in der Zivilisation ersetzt. Wer einen Geldschein auf den Tisch legt, bekommt dafür Ware. Eine geldlose Gesellschaft müsste beginnen, auch ausserhalb des Geldes echtes Vertrauen wieder aufzubauen. Dies ist ein Lernprozess, der über Zwischenschritte erreicht werden kann. Das Bedingungslose Grundeinkommen könnte dabei ein erster Schritt sein.

Wer Arbeit und Einkommen von einander trennt, ermöglicht echte Freiheit. Eine Freiheit, die sich nicht nach ökonomischen Regeln richten muss.

Bilbo Calvez ist Künstlerin. Kunst bietet die Möglichkeit, Realität neu zu interpretieren, neu zu denken, Zukunft zu skizzieren.

In 12 Einzelinterviews ist es ihr gelungen, Menschen zu Wort kommen zu lassen, die seit Jahren über Geld und ein Leben ohne unser Geldsystem nachdenken und es zum Teil schon leben.

In der Ausstellung „Bärensuppe“ werden die Erfahrungen dieser Menschen durch eine Metapher geklammert. Alle Gäste kochen an einer Suppe, indem sie Zutaten mitbringen. Vegan. Jeder gibt, was er kann und nimmt, was er braucht. Es reicht für alle und niemand geht leer aus. Die interaktive Ausstellung „Bärensuppe“ gibt den Menschen die Möglichkeit, sich auf das Experiment des gegenseitigen Vertrauens einzulassen. Ein Prozess.

Interviews der Bärensuppe:
https://kenfm.de/sendungen/baerensuppe/

www.baerensuppe.berlin

https://www.youtube.com/c/bilbocalvez

17 Kommentare zu: “Bärensuppe: Die Ausstellung!

  1. Und, hat die physische Bärensuppe im Video geschmeckt? Die virtuelle tut es auf jeden Fall, ganz, ganz tolles Resultat, liebe Bilbo! Ja, ja, das Geldsystem. Erst mal im Bewusstsein halten, was „es“ ist (ein rein geistiges Konstrukt), danach dekonstruiert es sich von selber. Und dann noch im „Jetzt“ leben, damit man mit seinem höheren Selbst da ist, und die Lösungen kommen, das Leben kommt.
    Herzlichst, der Chaukee
    Übrigens: Bedingungsloses Grundeinkommen in Form von Geld kann es aus meiner Sicht nicht sein – das Leben und die Schöpfung (und die Mit-Menschen) versorgt uns bereits bedingungslos, wenn wir es lassen.

  2. Frau Calvez hat hier ein beachtliches und unterstützenswertes Werk erschaffen, welches nun in der Praxis fortgeführt wird.
    Die vorgestellten Projekte wurden um ein weiteres bereichert.

    Die von manchen vorgetragene Konversion des Geldes von früher nützlich zu heute zerstörerisch ist für mich nicht plausibel.
    Der geschichtliche Verlauf zeigt daß Geld niemals etwas anderes als ein Kontrollinstrument war.
    Es gibt jenen Macht die es schöpfen und in großer Menge besitzen, über jene die es in nur geringen Mengen besitzen.
    Um eine Gesellschaft aufzubauen und zu verwalten braucht man nichts weiter als vernünftige Verwaltungsakte.
    Zur Erzwingung von Konformität, zur Erzeugung von Knechten ist Geld natürlich eine sehr nützliche Sache.

  3. Ein schönes Video, ich habe es mir gleich noch 2x angeschaut. Insgesamt ein wirklich gelungenes Kunstprojekt mit sehr interessanten Teilnehmern und Perspektiven. Daher betrübt der Projektabschluß nun und ich hoffe, das Bilbo hier dennoch weiter macht.
    Die Dämonisierung des Geldes, das eigentlich ja nichts mehr als ein nützliches Zahlungsmittel ist, mutet schon merkwürdig an. Der Missbrauch des Geldes -eben durch Menschen- als Übelsursache findet hingegen kaum eine Thematisierung. Geld ist Übel. So,n Quatsch. Dennoch verdient dieses Kunstprojekt viel Beachtung. Verhilft es doch dazu, eine Welt ohne Geld als Idee mal näher zu betrachten. Es ist uns so vieles zur Selbstverständlichkeit geworden, was gar nicht so selbstverständlich ist. So viele Werte, die wir kaum noch wertschätzen. Eine Wahrnehmung dafür verleiht das Projekt Bärensuppe. Danke Bilbo!

  4. Guten Tag!

    Wer eine Einzelsitzung für eine Therapie oder eine Beichte in der multimediale interaktive Ausstellung „Die Bärensuppe“ reservieren möchte, kann es hier probieren:
    http://baerensuppe.berlin/de/termine

    Termine kann man nur buchen wenn der Login geklappt hat. Der Login auf der Seite ist aber noch nicht zuverlässig. Man kann jedoch und sowieso auch per Mail buchen: termine@baerensuppe.berlin

    Facebook Event:
    https://www.facebook.com/events/1602846883349159/?notif_t=plan_user_associated&notif_id=1474105627619218

    Facebook Gruppe:
    https://www.facebook.com/groups/1432650360282037/

    Ich freue mich auf eure Partizipation!
    Bilbo

  5. Liebe Bilbo – Du bist grossartig, mutig und was immer Du tust – es steht die Liebe zu Menschen im Hintergrund. Jeder soll anfangen bei sich zu fragen, bei sich zu verändern – sonst wird das nicht funktionieren. Mir hat von vielen Jahren die Frage geholfen WER BIN ICH? Und ab dem Moment, habe ich die Welt anders angeschaut. Wir haben diese Programme, die wir das Leben nennen selbst geschaffen und wenn uns etwas nicht dienlich ist, können wir es ändern. Wir können alles ändern, es ist ja Matrix – wenn wir nur Glaube mit Wissen verbinden würden, dass wir viel grossartiger sind, kraftvoll und göttlich – würden wir wahrhaftig die Berge versetzen. Ich glaube nicht, dass das Geld schädlich ist und schlecht, ich glaube, dass die Wertung des Geldes uns soweit gebracht hat, diese ist falsch. Wir sollen über das Geld stehen, nicht das Geld über uns – das ist eine Falle, die schön tausende von Jahren funktioniert. Mach weiter, nach und nach erwachen wir Alle. Lichtvolle Grüsse

  6. „Dass ein verzinstes Geldsystem, das exponential wachsen muss, um Zins und Zinseszins zu bezahlen, jede Gesellschaft auf lange Sicht zerstört, spricht sich langsam herum. Nur, wie könnte ein neues Geld oder eine geldlose Gesellschaft aussehen?“

    Das ist nicht die Frage – die Frage ist, wie eine Gesellschaft aussieht, ohne Macht von Menschen über Menschen, oder anders gesagt, ohne die irrationale Unterwerfung von Menschen unter andere Menschen. Wir leben in einem ewigen Kindergarten. Als Kinder haben wir keine Freiheit und deshalb auch keine Verantwortung. Unsere „Erziehung“ als Kinder besteht darin, uns passiv zu machen – wir sollen möglichst Kopien unserer Eltern werden, ihre Träume wahrmachen usw. Daran gewöhnen wir uns, weil wir uns dadurch nicht der natürlichen Unsicherheit des Lebens stellen müssen, wir können diese abstrakte Sicherheit spielen, von der immer alle reden und das ein Leben lang, denn selbst wenn die Eltern sterben, finden wir überall Ersatzeltern: Chefs, Politiker, Aristokraten, Pädagogen, Priester usw.
    Geld ist in diesem Szenario der Bevormundung nur ein Tool – ein Mitel zum Zweck. Es auszutauschen, wäre so, wie wenn man Hitler durch ein Attentat entsorgt hätte, aber Himmler ihn ersetzt hätte – das System darunter wäre dann genauso, nur das Gesicht der Unterwerfung hätte sich geändert.
    Geld nervt uns zwar im Alltag schon ziemlich oft, aber nähme man es weg, würde sich nichts ändern, denn das tiefer liegende Motiv unserer momentanen Gesellschaftsschande bliebe bestehen.
    Wichtig ist es, zu diesen Wurzeln vorzustoßen. Radikale Veränderung heißt, das Übel richtig – am Ursprung anzugreifen. Die Bärensuppe ist also gesellschaftlich betrachtet ein oberflächliches Kunstprojekt. Weiterhin beantwortet sie die eingangs gestellte Frage nicht, denn die vorgestellten Projekte sind mutierte Hippieprojekte, individualistische, selbstdarstellerische Denkmuster überlagern alles wahrhaftig „gesellschaftliche“. Besonders abstrus finde ich persönlich den Turbanträger, der zwar gesellschaftliche Produkte gebraucht, sich aber durch sein Gefasel von Gurus und „tieferen Einsichten“ besser als den „Rest“ der Gesellschaft machen will. Hier fehlt es den meisten Menschen an Alfred Adlers Erkenntnissen über solch „schlechte Mitspieler“, die im Grunde sanft scheinen, aber in Wahrheit unterwerfen wollen, wozu ihnen die körperlichen Kräfte, bzw. die Machtmittel fehlen… also nichts mit Freiheit… Egal, das führt jetzt zu weit. Der springende Punkt ist, dass das Kunstprojekt Bärensuppe keine Alternative zur Geld-Gesellschaft anbietet, die eigentlich eine Macht- eine Eigentumsgesellschaft ist. Künstler mag ich persönlich nicht. Sie treten selbstherrlich auf, besonders den weniger künstlerischen Arbeitern gegenüber, ohne die sie aber: Überhaupt nichts wären, denn ihre Mittel können sie unmöglich selbst herstellen – sie haben vielleicht die ein oder andere Idee, die so schon irgendjemand vor ihnen hatte – denn selbst unsere Ideen sind Gesellschaftsprodukte. Das wird hier nicht klar – dieser erträumte Künstlerindividualismus ist ein Relikt aus eben jener Machtgesellschaft. Es ist ebenso wie Geld eine Ausgeburt der Unterwerfungsgesellschaft, denn es ist im Grunde eine Realitätsflucht, weil man es nicht erträgt in dieser kranken Gesellschaft verhaftet zu sein, was man aber – ungeachtet dieser abstrakten Idee – unweigerlich ist.
    Also kann es nicht um die Selbstherrlichkeit eines Veganers in orangefarbenem Umhang gehen, sondern um die Freiheit Aller, denn die Gesellschaft besteht nun mal aus Menschen verschiedener AUffassungen.
    Auch das Kommuneprojekt ist so nicht umsetzbar und schreckt auch erstmal ab, denn es geht den meisten Menschen nun mal nicht darum gegen sein „Geschlecht zu rebellieren“, zu „containern“ oder was.
    Wichtig ist eine seriöse Auseinadersetzung mit dem Thema Herrschaftsfreiheit. Und da man Kindern, die wir sind, nichts im negativen Sinne erklären kann, muss es nicht darum gehen, dass man etwas nicht will, sondern es muss darum gehen, WAS man will. In Antwort auf Calvez‘ „geldfreier Gesellschaft“, richtig gesagt einer „machtfreien Gesellschaft“ muss man also fragen, wie sähe eine Gesellschaft aus, in der die einzelnen Menschen ihr eigenes, gesellschaftliches Leben selbst verwalten? (ohne sich zu spalten in Vormünder und Bevormundete).
    Die radikale Veränderung vom allgemeinen Zentralismus zum allgemeinen Föderalismus hieße, das durch die gefordete Geldlosigkeit angekratzte gesellschaftliche Phänomen wirklich anzupacken.
    Dabei ist nicht nur einfach etwas nicht zu tun. Jeder einzelne muss sein Leben ändern – Produktion, Konsumption, Politik usw wollen anders geordnet werden, sodass man nicht schon wieder die Keime der Bevormundung und Diktatur in den Anfängen dieser Revolution säht, die dann unweigerlich keimen werden.
    Die Monokausalität Calvez‘ Projekt erinnert ein wenig an die marxistische Suche nach einem hegelianischen „Urgrund“. Einem zentralen Punkt, den man finden kann und der die „Wurzel allen Übels“ ist. Dieses Denken ergänzt der Glaube an „Allheilmittel“.
    Das ist diktatorisches Denken, es geht weiterhin davon aus, dass gesellschaftliches Leben von einzelnen Punkten ausgeht, was so nur in Diktaturen möglich ist, in denen diese Punkte geschaffen werden müssen, in einem politischen Glaubensbekenntnis, einer politischen Religion.
    Die Entwicklung des Sozialismus zeigt, wie das tieferliegende Denken sich in den sozialen Bewegungen niederschlägt und dass das nicht egal ist. Die Oberflächlichkeit Calvez‘ Projekt ist also höchst problematisch. Es schwingen immernoch absolutistische Gedankengänge mit, die verhindern, dass sich dadurch wirklich gesellschaftlich emanzipatorische Früchte entwickeln.
    Das ist kein Vorwurf, das ist nicht gewollt, ganz klar. Aber es ist eine leidvolle Folge der „Künstler-Herangehensweise“, der Geschichtsbewusstsein abgeht und das Gespür für die Vielseitiggkeit menschlichen Lebens. Letzteres ist unverständlich? Was haben AUssteiger, Transsexuelle und Turbangurus gemeinsam – sind sie nicht Sinnbild menschlicher „Individualität“ und Vielseitigkeit? Nein, sind sie nicht, denn sie stellen nur Sonderlinge dar, die sich zurückgezogen haben, aber denen das zwischenmenschliche Netz auf dem unsere Gesellschaftlichkeit basiert, quasi egal ist. Sie wollen nicht mehr mitspielen, aber so leicht ist es nicht, denn dadurch verändert sich ja das Spiel nicht… und alles läuft so weiter, nur dass diese Leute sagen „Alles klar, ich habe keine Verantwortung, denn ich mach da nicht mit…“ was so nicht mal stimmt, denn die Verhaftung mit den gesellschaftlichen Übeln ist untrennbar in unserem Menschsein begründet. Kein menschliches Leben kann sich wirklich von der Gesellschaft absondern, sonst erlischt es im Wind.
    Ich finde es also ein wenig schade, dass hier immer nur so individualistische Konzepte vorgestellt wurden. Da fehlt ein Blick auf die Gesellschaft und wie man sie wirklich verändern könnte, sodass alle darin leben könnten, auch die Leute, die man erstmal nicht mag und versteht. Dazu muss man auf die Wurzeln zurückkommen – nicht die kosmische Oktave eines Hippiegurus zählt, sondern die gemeinsamen Bedürfnisse, die anders organisiert werden müssen.
    Produktion, Konsumption usw. Politik das sind alles keine „indivduellen“ Angelegenheiten.
    Trotz dieser Kritik, an der man sieht, dass das Projekt für mich jetzt nicht so der große Schritt nach vorne darstellt, muss man sagen, dass sich mal jemand Mühe gegeben hat, was anderes zu machen – mal neue Gäse vor die Kamera zu laden und sie ausreden zu lassen. Wo hätten Calvez‘ Gäste schon dazu in den großen Medienhäusern die Chance gehabt, in denen es um genau das Gegenteil geht, was Calvez hier zeigt: Um „Uniformität“ der andere große Albtraum, der Bruder des „Individualismus“.
    Beide sind zentralistische Fehlinterpretationen des menschlichen Seins. Beide ergänzen sich und kommen praktisch nicht ohne einander aus. Die „Uniformität“ die das Lebens des Einzelnen zerstört und die „Individualität“ die das gesellschaftliche Leben zerstört sind zwei Seiten der selben Medallie des Zentralismus.
    Ich hätte mir eher ein Projekt gewünscht, das die Schizophrenie unseres heutigen Lebens dadurch aufgelöst wird, dass beide Pole wieder integriert werden und so ein gesamtgesellschaftlicher Ausweg im Föderalismus entsteht.
    Mit der reinen Antihaltung dem Geld gegenüber kann man aber noch keine neue Gesellschaftsverfassung herstellen.
    „Wer Arbeit und Einkommen von einander trennt, ermöglicht echte Freiheit. Eine Freiheit, die sich nicht nach ökonomischen Regeln richten muss.“ Es gibt keine Freiheit ohne Ökonomie und es geht auch nicht darum, diese „Freiheit“ zu suchen, sondern darum, eine freiheitliche Ökonomie herzustellen. Ökonomie ist erstmal schwammig und kann alles sein – was man draus macht. Die wirtschaftliche Diktatur unserer Tage ist nicht gleichbedeutend mit Ökonomie im Allgemeinen. Eine andere Ökonomie muss her – nicht aber die „Loslösung“ von Ökonomie – das kann nur ein abstrakter Traum bleiben. Nichts zum Anfassen.
    Trotz allem: Interessante Interviewpartner von denen man auch immer was lernen konnte, wenn es auch nicht die gesellschaftliche Tragweite hatte, die das Projekt anpeilte.

    • hallo @nuevo,

      habe gerade ihren kommentar mit großem interesse gelesen und stimme ihnen gerne in manchen punkten zu.

      bezüglich des gurus möchte ich ihnen aber widersprechen und poste deswegen nochmal den link zu dem ganzen interview, falls sie es noch nicht gesehen haben sollten. ich finde nämlich das seine sichtweise alles andere abgehoben oder diktierend wirkt/ist, sondern sehr pragmatische lösungsansätze bietet.

      https://kenfm.de/projekt-baerensuppe-eine-begegnung-zwischen-dada-madhuvidyananda-und-bilbo-calvez/

      meine persönliche meinung ist aber das der mensch an sich eine „diktatur´´ brauch. das tierreich zeigt doch das es entweder nur in hierarchie oder als einzelgänger geht. die unnatürlichkeit der gier des menschen ist das einzige unterscheidungsmerkmal zum tier und all dem was daraus resultiert. für mich stellt sich nicht die frage nach der vereinbarkeit von individualismus und konformität innerhalb einer gesellschaft, sondern die frage nach dem bewusstsein der gier der menschen und eben nach möglichkeiten diese wieder auf ein gesundes maß zu limitieren und eben auch praktikabel und akzeptabel durchzuführen. eine möglichkeit wäre ein weltstaat oder eben individuelle staaten die mit dem auskommen müssen was sie haben und für sich selbst leisten können. ergo wenn deutschland bananen essen will, muss es eben an costa rica entsprechende waren liefern. das klingt alles irgendwie nach kommunismus für den ein oder anderen aber spontan fallen mir keine anderen „absoluten´´ lösungen ein.

    • Interessant wäre es nun, zu erfahren, wie Sie selber ihr Leben gestalten, wo Sie andere, die Gegenmodelle und Auswege aus dem Desaster probieren, als „oberflächlich“ identifiziert zu haben scheinen.
      Wir sind alle sehr unterschiedlich, aber die meisten von uns leiden schwer unter dem kaputten, unmenschlichen und lebensverachtenden rein materiell und kapitalistisch geordneten Gewaltsystem. Nur schmerzt es jeden infolge unserer Unterschiedlichkeit eben an verschiedenen Stellen. Den einen hier am meisten, den anderen dort. So nimmt sich logischerweise jeder dasjenige Segment aus diesem unseligen System heraus, was ihn am meisten schmerzt und entwickelt dazu sein eigenes Gegenmodell.
      Ich finde Bilbo mit ihrem Projekt alles andere als oberflächlich.
      In diesem verkehrten, verlogenen und erfundenen System, ist das beste und einzig verbliebene Rezept, konsequent den Weg seines eigenes Herzens zu gehen. Und dies tut Bilbo und deshalb hat sie mich auch bei ihrer Anmoderation hier zu Tränen gerührt! Unser Herz betrügt uns nicht!

    • Hofnarr, „die Gier auf ein gesundes Maß zu reduzieren“ ist für mich ein Satz, der sich in sich selbst schon widerspricht. Gier ist in meinen Augen schon per se etwas Krankhaftes und es muss das Ziel angepeilt werden, diese Krankhaftigkeit im Menschen aufzulösen. Ich schreibe dies mit der Vermutung, dass Sie mir hier nicht zustimmen können, weil ihre Sicht eine völlig andere ist. Aber so sind wir eben, wir Menschen und damit müssen wir jetzt versuchen, irgendwie zurecht zu kommen. Unter „zurecht kommen“ verstehe ich den allseitigen Versuch, möglichst friedlich und verständnisbereit miteinander zu kommunizieren.

    • @himbeere mit ,,die Gier auf ein gesundes Maß zu reduzieren“ meine ich zum Beispiel mehr als notwendig zu konsumieren und auch profit zu machen. Es gibt Unternehmer die sich selbst genauso viel bezahlen an Lohn, wie ihren Angestellten mit der (wie ich finde positiven) Überzeugung: warum soll ich mehr als meine MA bekommen, ich brauche sie genauso, wie sie mich. – Da setzt aber auch mein Gedanke an: Als Chef habe ich auch ein hohes Risiko, ich habe das alles gegründet usw: es ist doch legitim das ich mehr verdiene als meine Angestellten. Wenn ein Konzernchef ja ,,nur“ das 200-fache ,,Verdient“ ist das gänzlich falsch und widerwärtig. Gleiches gilt für andere Branchen. Das doppelte oder gerne auch dreifache hingegen sehe ich dazu in einem gesunden maß.

      Zum Konsum: Auch fröne ich im Prinzip meiner Gier (eben nach meiner Auffassung) wenn ich statt einem einfachen Tisch ein designer Stück kaufe, das völlig ,,überteuert“ den absolut gleichen Zweck erfüllt, ohne jeglichen Mehrwert zu bieten. Die billige Jeans wird neben der teuren Hose hergestellt – unter gleichen Bedingungen, gleichem Material usw so etwas wissen wir und trotzdem wird die teure gekauft. Und auch das ist doch ok, vorausgesetzt der Arbeiter würde gut bezahlt werden, das Wasser zum färben und waschen ordentlich geklärt etc. Die Gewinnspanne ist aber extrem groß und weit mehr als eben nur das doppelte oder dreifache des Produzenten. Auch hier wäre es doch angebracht nicht gewinn-maximiert zu denken und zu produzieren sondern eben ein qualitativ besseres Produkt nur dann teurer anzubieten wenn es auch entsprechend produziert wurde und durch den Konsum, durch mich der höhere Mehrwert beim Arbeiter ankommt und letztendlich auch beim Produzenten der eben vielleicht durch die ,,billige Hose“ nur das doppelte sich auszahlen kann und durch den verkauf der teuren eben das 3-fache. Der Dada will es ja auch durch eine Welt-Grundversorgung verwirklichen und sagt aber auch: Erst eine Einkommensobergrenze und Einkommensuntergrenze und wenn dann alle versorgt sind, kann man ja auch die Einkommensobergrenze nach oben verschieben.

      Somit halte ich meinen Satz nicht für widersprüchlich.

      Liebe Grüße

      Hofnarr

    • Wir müssen doch, um hinter die Verkehrtheit des heutigen Lebenssystems zu kommen, viel weiter zurückblicken in die Geschichte dieser Art Zivilisation. Zum Beispiel bewundern wir die Weitsicht der Philosophie des antiken Griechenland und sehen dort die Wiege unserer Demokratie, vergessen dabei aber, dass auch in dieser Zeit sehr viele Kriege geführt wurden und der Sklavenhandel ganz offen und legal betrieben wurde und dass die Frauen auch nichts zu sagen hatten. Diese ungesunde, gewaltgläubige und lebensunterdrückerische Haltung hat ihre Wiege also noch viel früher gehabt und was wir heute haben, ist nur die „Raffinierung“ dessen, was schon lange vorbereitet worden ist. Nämlich die künstliche Herauslösung des Menschen aus der Natur – auch seiner eigenen- und der tätige Ausbau der Überheblichkeit, sich über die Natur und ihre Gesetze zu stellen und sie wo es nur geht, zu vergewaltigen! Diese Vergewaltigung der Natur und des Natürlichen müssen wir vor allem meiner Ansicht nach ins Auge fassen! Dazu gehört zum Beispiel auch die schrittweise Dikreditierung unserer eigenen Wahrnehmung(die es z.B. in den griechischen Denkschulen noch nicht gab). Und die wenigsten sind sich heute darüber klar, wodurch und wann diese wiederum ihren Ursprung hatte. Nämlich im 17. Jahrhundert mit dem Vorschlag Galileo Galileis, in der Naturerfoschung der Einfachheit und „Effizienz“ halber nur noch mit berechenbaren, quantifizierbaren Werten zu verfahren. Damit ist eine Abwertung der Wahrheitsfindung durch unsere eigene natürliche sinnliche Wahrnehmung sozusagen festgeschrieben worden, die bis heute an Wirkung nicht nachgelassen hat. Damit ist auch unsere Mutter Erde, unsere lebendige Lebensgrundlage, die bei den Griechen noch als achtens-und schützenswertes Lebewesen galt, abgewertet worden zu einer Maschine, die man nur lernen muss, zu beherrschen, um sie möglichst effizient zu benutzen und auszubeuten.
      Der Fehler oder genauer gesagt „das Vergehen“ liegt also viel tiefer in unserem gesamten Denken und in unserer Vergangenheit verborgen. Da ist es tatsächlich mit Oberflächenveränderungen nicht getan. Insofern hat nuevo1 auch etwas Richtiges angesprochen, indem er von Oberflächlichkeit schrieb. Nur kann ich dies in keiner Weise auf Bilbo und ihr Projekt beziehen(siehe mein erstes Kommentar).

    • Was hier nuevo 1 über den „Veganer in orangefarbenem Umhang“ schreibt, ist an Vorurteilshaftigkeit und Realitätsferne aus meiner Sicht kaum noch zu überbieten. Ich habe eben bei diesem wichtigen und alles erhellenden Interview mit diesem geistig gereiften Menschen und der beisielhaften Intensität und rückhaltsloser Aufrichtigkeit von Bilbos Fragen noch ein langes Kommentar geschrieben, das mit folgende Worten endet:

      “ Mich interessiert nun Dada Madhu… und seine Partei und ich will darüber recherchieren. Ich bin nämlich auch tief und fest davon überzeugt, dass der Mensch mit der Einverleibung von Getötetem(empfindsamem Leben) und dessen gewaltsam erbeuteten Körpersekreten niemals Glückseligkeit erlangen kann!“

      Wenn wir den Glauben an Gewalt nicht aufgeben, kann hier nichts mehr heilen, geschweige denn sich etwas gutes Neues aufbauen.

Hinterlasse eine Antwort