Befrieden wir die Parlamente!

Wider die Kriegstreiber und ihre Politik.

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

von Jens Wernicke.

Liebe Leserinnen und Leser,

auch wenn die Meldungen teils uneindeutig sind, steht doch eines fest: Aktuell besteht akute Kriegsgefahr.

Wenn auch Sie sich hierüber sorgen, werden Sie aktiv. Und zwar hier und heute. Jetzt.

Gehen Sie auf die Straße.

Und aber auch: Versuchen Sie es einmal auf eine ganz andere Art.

Werden Sie gemeinsam mit anderen Leserinnen und Lesern aktiv und starten gemeinsam eine „Guerilla“-Aktion:

Schreiben Sie – per E-Mail oder Brief – die Politiker aller Kriegsparteien in Ihrem Wahlkreis an.

Schimpfen Sie nicht.

Meckern Sie nicht.

Jammern Sie nicht.

Beleidigen Sie nicht.

Oder, wenn schon, dann nur ein wenig.

Seien Sie stattdessen selbstbewusst.

Und übertreiben vielleicht ein wenig.

Auf jeden Fall seien Sie für die Zeitspanne des Schreibens des Briefes oder der E-Mail kurz Mitglied in der Partei des adressierten Abgeordneten.

Und sprechen Sie diesen auf die einzige Art und Weise an, die ein Politiker versteht.

Also bei seinem Bedüfnis nach Bewunderung und vor allem Wiederwahl!

Schreiben Sie beispielsweise dies:

Lieber Herr Abgeordneter XY,

seit vielen Jahren wähle ich die CDU. Alle meine Freunde hier im Dorf tun dies ebenso. Nun erleben wir, wie auch Ihre Partei seit Wochen eine Kriegslüge nach der anderen verbreitet, und dabei ist, völkerrechtswidrige Angriffskriege mitzutragen. Kriegsverbrechen vorzubereiten und schönzureden!

Es tut mir wirklich sehr leid, aber unter diesen Umständen werde ich niemals wieder CDU wählen. Und auch niemand sonst in meinem großen Bekanntenkreis wird dies jemals wieder tun.

Gemeinsam mit Freunden bin ich dabei, hier vor Ort einen Massenaustritt aller mir bekannten CDU-Mitglieder aus der Partei vorzubereiten.

Bitte informieren Sie hierüber auch Ihre Fraktion.

Mit freundlichen Grüßen aus Kleinkleckersdorf:
Ihr/Ihre
Z.

Ihrer Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt.

Genauso gut können Sie beispielsweise berichten, dass eine soeben gegründete Bürgerbewegung ab kommender Woche 10.000 Sticker in ganz Kleinkleckersdorf verkleben wird, auf denen zu lesen steht, dass Herr XY ein Lügner und Kriegsverbrecher ist.

Ein persönlicher Rat, den Sie gleichwohl nicht befolgen müssen: Ersparen Sie sich die Argumente. E-Mails mit Argumenten nerven Politiker nur und werden daher von deren Mitarbeitern in aller Regel ungelesen gelöscht.

Werden Sie kreativ und gemeinsam mit Rubikon und anderen Plattformen subversiv.

Auf eine einfache, aber überaus wirkmächtige Art und Weise.

Und lassen Sie uns für einen Moment davon träumen, dass in den nächsten Tagen 100.000 solcher E-Mails bei allen Mitgliedern des Bundestages eintreffen.

Was, denken Sie, geschähe dann?

Mit herzlichen Grüßen:
Ihr
Jens Wernicke, Herausgeber

PS: Die E-Mail-Adressen der Abgeordneten aus Ihrem Wahlkreis finden Sie hier.


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Dieser Beitrag erschien am 13.4.2018 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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49 Kommentare zu: “Befrieden wir die Parlamente!

  1. Ich schrieb etwa zehn Niederländische Abgeordete über das mögliche Ende der Menschheit.
    Keine einzige Reaktion.
    Was das ist, ich verstehe es nicht.
    Unser Fernsehen, nur Gespräche über der schreckliche Giftgas Assad.
    Westliche Bomben sind nicht schrecklich.
    Und natürlich, der schreckliche Putin.
    Ich sah das laut einer Umfrage 25% der Briten die Bombardierung einstimmen.
    Nur Belgisches Fernsehen erwähnte, beiläufig, in eine Diskussion, das ein kleines Ländchen im mittleren Osten nie darin zustimmen wird das Assad bleibt.

    • Ich gehe davon aus, daß Sie mit dem kleinen Ländchen nicht Gallien meinen?
      Voller unerschrockener Helden, die nur vor einem Angst haben: daß ihnen der Himmel auf den Kopf fällt?

      ————–
      Spaß beiseite. Ich habe versucht, die Rede des Syrischen UN-Gesandten von vorgestern zu finden. Leider vergeblich. Aber das hier, kaum zwei Jahre alt, könnte auch vorgestern gesagt worden sein. Es lohnt sich, da mal in Ruhe reinzuhören:
      https://www.youtube.com/watch?v=4MQjNSXx44E

  2. Dürfen die „Guten“ lügen? Dürfen die „Guten“ Dinge tun, die andere nicht tun dürfen? Wer sind denn die „Guten“? Und wer entscheidet darüber?
    Who ist the one to decide?
    Ihr Bemühen in Ehren, Herr Wernicke, aber ich muß dennoch attestieren: kein Unterschied. Nicht wirklich. Derselbe Mind.
    Ich werde weder den vorformulierten Formbrief ausfüllen noch irgendjemanden darüber anlügen, wie von Ihnen vorgeschlagen, daß demnächst eine Verteilungsaktion mit für den Angeschriebenen negativen Stickern oder Aufklebern in großer Zahl verbreitet werden stattfinden wird – falls das, was ich behaupte, nicht tatsächlich der Fall ist.
    Derselbe Mind.
    Das erinnert mich an die Aktion eines völlig selbstherrlich totalitär agierenden Künstlerbündnisses, das sich nicht entfrecht, das Wort „Schönheit“ durch seine Aktionen vollends in den Dreck zu ziehen und das sich selbst von den Vorgaben, die es anderen macht, gerne ausnimmt. Die alte Methode: da der Gegner der Böse ist, muß ich mich nicht an irgendwelche Regeln oder Gesetze halten. In diesem Fall ist es ein „Nazi“, den dieses Bündnis glaubte, mit Nazimethoden bearbeiten zu dürfen.
    Who is the one to decide?
    Wer das weiterdenkt, der wird für sich bald in Anspruch nehmen, Diebe bestehlen zu dürfen, Vergewaltiger vergewaltigen zu dürfen, Messerstecher abstechen zu dürfen, Mörder töten zu dürfen – Exceptionalismus, und dann auch noch rational verbrämt durch die Titulierung des eigenen Vorgehens als „aggressiver Humanismus“.
    Oder so wie die Antifa: Gewalt gegen jene einsetzen zu dürfen, die sie selbst als den Feind verurteilt, bestimmt und festgeschrieben hat.
    Der bewußte Verstoß also – vorübergehend, so wird behauptet – gegen das, wofür man sich einsetzt: Frieden und Gewaltlosigkeit.
    Ja geht’s noch?
    Und schau Dir dieses pervese Strahlen an – aggressive Humanisten, ha! – wie sie sich da zwischen diesen häßlichen Betonklötzen fotografieren lassen. Oder den Stolz darauf, dem Nachbarn einen Gegenstand gestohlen zu haben, der verkauft werden soll(te), um die Aktion zu finanzieren.
    Nazi- und Stasi-Methoden – erlaubt, da der andere der Böse ist?
    Aushorchung, Bespitzelung, Stalking, Bedrohung?
    Was für kranke Gehirne haben das nur wieder ausgebrütet.

    Fazit:
    Derselbe Mind.
    Hüben wie drüben.
    Hier wie dort.
    Oben wie unten.
    Links wie rechts.
    „Gut“ wie „Böse“.

    Who is the one to decide?

    Und jetzt auf die Straße!!!!

    • Beim Wiederlesen: Ich bin da übers Ziel hinausgeschossen. Ich möchte dieser sinnvollen Anregung, jetzt massiv Briefe an die Verantwortlichen zu richten oder sonstwie aktiv zu werden, ganz gewiß nicht in den Rücken fallen; ganz sicher nicht als Spaltpilz wirken.
      Die Frage „Wer“ halte ich jedoch für wesentlich.
      Wer ist das, der da in mir ……

      Denn genau bei DEM liegt die Ursache für das Leiden der Menschheit.

    • Na, hier passiert doch endlich was. Es lebe der Austausch. Leider, Waldbaer, ist für mich der Mey der größte Kitsch. Habe ich schon in meiner Puhpertät auf der Gitarre runtergeschrummt und schnell ad acta gelegt. Was ist Kitsch? Wenn jemand durch seine Kunst 1:1 das ausdrückt, was er sagen möchte. Es ist eindeutig. Kein Spielraum. Der röhrende Hirsch im Goldrahmen. Du bist in einem interpretatorischen Pissrinne gefangen. Mehr is nich. Über den Wolken, ja, da muß die Freiheit wohl grenzenlos sein, hüstel …

      Ich sage entweder die Wahrheit (meine Wahrheit) oder ich halte die Klappe. Und dazu ist Alkohol nicht nötig.
      Ich stimme dem, was Jele V. ganz unten schreibt, vollständig zu. Und Ihre Aufrichtigkeit hat mich hier wirklich berührt. Lieber etwas einsamer sein Leben verbringen, als mit diesen ganzen guterzogenen Heuchlern und Angstmenschen, bei denen Du nie wirklich weißt, woran Du bist. Mir ist ein Rocker mit abgebrochener Bierflasche in der Hand viel lieber, als jemand, der immer nur lächelt und freundlich tut. Wahrhaftigkeit gibt Kraft. Tue, wer möchte, gern immer nur so, als ob alles in bester Ordnung wäre. Dafür werdet Ihr ja dann von den anderen innerhalb diese beiderseitigen unausgesprochenen Vertrages als Bezahlung „geliebt“, und das ist es, was jeder braucht, der nicht weiß, wer er ist.

      Mir geht es wie dem Jesus, ich treff nur lauter Blinde 😉

      Nach Musik wurde verlangt. Euer Wunsch ist mir Befehl, oh Waldbaer.

      Mir geht es wie dem Jesus , Wolfgang Ambros

      Mir geht es wie dem Jesus,
      mir tut das Kreuz so weh.
      Doch ihm tat es erst mit 30,
      mir tut es heut schon weh.

      Mir geht es wie dem Jesus,
      doch hab ich nicht die Klasse.
      Denn ich verwandle nur den Wein,
      in Wasser, das ich lasse.

      Und wie der Jesus sage ich,
      heiteren Gesichts,
      das Leben ist ein Heidenspaß,
      für Christen ist das nichts.
      Mir geht es wie dem Jesus
      ich treff nur lauter Blinde.
      Nur manchmal, wenn ich Glück hab,
      gehorchen mir die Winde.

      Mir geht es wie dem Jesus,
      der unter uns geweilt,
      die Meisten die mich kennen,
      die sind von mir geheilt. (sic!)

      Und wie der Jesus sage ich,
      heiteren Gesichts,
      das Leben ist ein Heidenspaß,
      für Christen ist das nichts.

      Mir geht es wie dem Jesus,
      mit dem ich mich verglich,
      denn, außer alten Jungfern,
      schwärmt niemand mehr für mich.

      https://www.youtube.com/watch?v=duyhqn-blUU

      Etwas, das mir eigentlich mehr entspricht:
      https://www.youtube.com/watch?v=BY5TZ8w5194

    • Andreas:
      Ok, wer austeilt muss auch einstecken. :o)
      Ja, Jele hat Recht. Lügen hat Tradition. Im amerikanischen nennt man es „White Lies“, und es gilt als höflich. Neuerdings gilt es als „Hate Speech“ die Wahrheit zu sagen.
      Und ja, ich mag Kitsch. Nebenbei bemerkt, das Bildmaterial zu dem zweiten (sehr schönes Lied) Video finde ich etwas befremdlich..
      Allerdings:
      „Du bist in einem interpretatorischen Pissrinne gefangen.“
      Das geht zu weit. Dafür kriegst Du jetzt von mir eins in Deine dumme Fresse! Nicht nur wegen der Grammatik. Dem Dativ isses nich ;o)

    • Na also, es geht doch.
      Mit Ihnen würde ich mich gern mal auf ein Bier treffen, Waldbaer 😉

      Statt der Rinne hatte ich erst Interpretationskäfig.

      Rettet dem Konjunktiv!!!!

    • Ach so, noch zu dem befremdlichen Bildmaterial, wie Sie schreiben.
      Vuillard ist einer der ganz Großen in meinen Augen. Er gehörte einer Künstlergruppe an, die sich „Les Nabis“ nannte, die Propheten. (Wozu Bescheidenheit.)
      Seine Spezialität war unter anderem, die Figuren im Bildhintergrund aufzulösen bzw. sie sogar fast unsichtbar zu machen. Dadurch gestaltet er im Grunde, daß alles, was wir sehen, nur durch Konditionierung und Projektion entsteht und die Schöpfung nicht viel mehr ist, als ein Ozean aus Energie.
      Auch die dunklen Gestalten, die immer wieder auftauchen, finde ich sehr wahrhaftig, denn genauso sehen die lieb lächelnden Menschen oft innerlich aus.
      Vuillard war hellsichtig.
      Und er schaute jedem einzelnen bis ins Mark.

    • Andreas:
      Kennst Du das Lied“Die Würde des Schweins ist unantstbar“ von Reinhard Mey?
      Oder „Sei wachsam?“ von ihm?

    • Nein, kenne ich nicht. Bin jetzt erst mal platt. Vielleicht höre ich mir das ein andermal an. Einen schönen Abend noch.

    • Playlist 🙂

      Mey „Erbarme Dich der Kreatur“
      https://www.youtube.com/watch?v=WtcWick5ibs

      Mey „Sei wachsam“
      https://www.youtube.com/watch?v=CdBo34ycvkw

      Mey „Die Würde des Schweins ist unantastbar“
      https://www.youtube.com/watch?v=nNgMujWaISg

      Mey „Lass nun ruhig los das Ruder“
      https://www.youtube.com/watch?v=Jus6JxYMHD8

      Die tollen Gemälde, die uns Andreas hier vorstellt, sind hinterlegt mit folgender toller Musik:
      Sì. Mi chiamano Mimì – „Ja, man nennt mich Mimì“ – Arie der Mimi aus dem 1. Akt der Oper „La boheme“ von Giaccomo Puccini. Maria Callas singt.
      https://www.youtube.com/watch?v=UgaN3vIqJUY

    • Andreas:
      „Interpretationskäfig“ ist ne ziemlich coole Übersetzung von „Refraiming“. Fällt mir gerade so auf.
      Das Angebot mit dem Bier würde ich gerne annehmen. Das würde eine sehr solide Unterhaltung 🙂

      [grübel] .. normalerweise haben immer Frauen das letzte Wort.. Liest hier noch eine mit?

    • Man muß Euch einfach lieben …..
      In diesem Moment Friedensmeditation. Jeder auf seine Art.
      Muß ja nicht bei heute, 4 h, bleiben. Kann jeden Tag stattfinden.
      Und in jedem Augenblick.
      (Waldbaer, weiter per PN, okay?)

      Das letzte Wort würde ich gern Ching Hai geben:
      Joy am I and Love am I
      https://www.youtube.com/watch?v=7v4_BVpQp34

    • Andreas:
      Nu das finde ich jetzt wirklich kitschig. Aber schön 🙂

      Matti:
      Dankeschön! Gute Playlist.
      Nur – jetzt musst du auch wieder was schreiben, damit eine Frau – wie eigentlich immer – das letzte Wort hat.. ;o)

    • Sorry, ich muß nochmal. Habe soeben versucht, das Lied mit den Schweinen anzuhören. Nach dreißig Sekunden abgeschaltet. Das klingt leider alles gleich und ich glaube ihm keine echte Berührung durch das Leid dieser Tiere. Vermutlich tue ich ihm unrecht. Aber wenn ein Song über die Tierhölle genauso klingt, wie einer über freundliche Gesichter, dann spreche ich von Kitsch. (Ein Veganer darf so etwas sagen.)

      Der Künstler muß sich dem Leid wirklich stellen, das ist meine Überzeugung. Hautnah. Ohne Abstand. Und dann zurückpendeln aus dieser Unmittelbarkeit und analytisch bearbeiten, was da aus ihm herauskam. Dieses Oszillieren zwischen Direktheit und vollkommenem Verschmelzen mit dem Thema einerseits und andererseits das selbstbewahrende darüber Reflektieren und Nachbearbeiten. Das ist es, was Kunst ausmacht.

      Jello Biafra praktiziert das. Wieviele – so wie er – trauen es sich zu, sich bei einem Kunstwerk über den Wahnsinn dieser Welt, so weit in den Wahnsinn hineinzubegeben, daß sie dabei beinahe selbst wahnsinnig werden? Das ist, meines Erachtens für einen authentischen und angemessenen Ausdruck jedoch nötig. (Ich spreche nicht von seiner Bühnenperformance, die ich lausig finde; sondern von seiner inneren Haltung.)

      Jener Liedermacher R.M. geht – meiner Meinung nach – ein Risiko überhaupt nicht ein.

      +++++++++

      Einmal mit, einmal ohne nachträglich erzeugtes Video: Fühlt diese befreiende und heilende Kraft! (Die ich bei R.M. nicht spüre.)

      https://www.youtube.com/watch?v=Y1oyTbVVJM0
      https://www.youtube.com/watch?v=oXALSRxazZA

      ——————————-

      Punk mit Liedermachermusik zu vergleichen ist natürlich schon unfair. Und über Geschmack läßt sich auch nicht streiten. Wäre ja schlimm, wenn wir alle den gleichen hätten.
      Ich mag es einfach intensiv.

    • Andreas, ich weiß, dass Du mich jetzt hierfür wieder in die Hölle wünschst, aber um der Aufrichtigkeit die Ehre zu geben, muss ich doch auch hier noch einmal sagen, dass ich bei Menschen, die sich immer wieder auf ihren Gott oder ihren Guru berufen(müssen), auch immer wieder faschistische Tendenzen beobachtet habe. Und das ist ja, meine ich, auch ganz logisch.

    • …und ich verstehe auch nicht, wie man so leichtfertig damit umgehen kann, dass man „vielleicht jemand Unrecht tut“. Die Episoden, wo ich jemand Unrecht getan habe, verfolgen mich tatsächlich über Jahrzehnte, je nachdem, ob ich mir das selber irgendwann verzeihen kann. Wenn meine Vorurteile durch reines Noch-nicht-Wissen begründet waren, also soz. durch Naivität, kann ich das.

    • Waldbär: Aber jemanden der Unaufrichtigkeit bezichtigen und gleichzeitig sagen, dass man ihm ja vielleicht Unrecht tue, das ist ein Argument?

    • Jele: Nö. Das ist völlig idiotisch. Aber das gibt es auch. Fehler können passieren.
      Btw: ich bin der waldbaer.de ohne Umlaut. Einen waldbär.de mit Umlaut gibt es auch noch, aber das ist jemand anders. Bitte nicht verwechseln.

    • Waldbaer: Ich verstehe nicht, worüber Du mich jetzt hier belehren willst. Klar können Fehler passieren, jedem und jeder von uns. Wem sagst Du das? Aber darauf hinweisen darf man nicht? Oder wie?

    • Abgesehen davon finde ich, dass Reinhard Mey sich im Lauf der Zeit stark verändert hat durch seine Lebenserfahrung allgemein und sicher auch durch den Schicksalsschlag mit seinem Sohn. Früher war er unbedarfter und ich hatte kaum Berührungspunkte mit ihm, vielleicht, weil ich da nicht so glücklich war, wie er. Aber als unaufrichtig habe ich ihn auch damals nie empfunden, nur für mich als belanglos. Das ja.
      Er hat einen Bewusstwerdungsprozess durchgemacht und den sollte man jedem immer zugestehen, durchgemacht zu haben. So viel Achtung vor dem Nächsten muss sein.

    • Also gut, Waldbaer: Falls Du auch zu denen gehörst, die in Deutschland jetzt alle Worte verboten haben wollen, die womöglich irgendwie an die Nazizeit erinnern könnten(ich gehöre nicht dazu), dann nehme ich meinethalben die „faschistischen Tendenzen“ zurück und sage stattdessen „elitäre Tendenzen“. Zufrieden?

    • Andreas, gestern hattest Du ir-gend-wo die HP Friedensmeditation gepostet………finde sie nicht mehr. Nochmal ? Danke.
      War übrigens ab 3:57 dabei……….

    • Hi Matti, habe mich köstlich amusiert über Dein „mit einem Auge“. Das konnte ich mir so richtig gut vorstellen: Du, völlig erschöpft aber immer noch dran, mit einem Auge die Vorgänge verfolgend. Herrlich.
      Hab Dir was in PN geschrieben.

      J: Hingabe, Aufgabe des Ego, Verschmelzen mit dem Göttlichen sei Faschismus?
      Oje, da bin ich jetzt aber wirklich weg.

    • Genau diese Haltung meine ich mit „elitär“. Jemand sagt einfach, er sei „mit Gott verschmolzen“ und braucht sich dann für nichts mehr rechtfertigen oder entschuldigen, geschweige denn, noch jemals Selbstkritik üben.
      Über all das ist er dann „erhaben“. Da scheiden sich unsere Geister.

    • Ich sehe das so: Das, was ich jetzt hier zunächst als „Faschismus“ bezeichnet habe, ist ja sowieso generell der Fallstrick für die ganze Menschheit und jede(n) einzelne(n) von uns. Wir befinden uns alle in Gefahr vor ihm auf einem ganz schmalen Grat, der deshalb ständig immer wieder neu eroiert und justiert werden muss. Wer sich da auf irgendwelchen Lorbeeren ausruhen will(„ich bin links und deshalb von Haus aus o.k.“ oder „ich bin in Gott“ und kann deshalb nur noch gut sein“) ist im Irrtum. Er hat ein Problem mit seinem Selbstbewusstsein. Er baut sein Ego damit nicht ab, sondern daran auf.

  3. Einfach widerlich, diese Lügerei in der Welt. Was kann der einzelne sofort dagegen tun? Selber nie und nirgends mehr lügen! In unserer ganz normalen Spiessergesellschaft ist nämlich das Lügen tagtäglich gang und gäbe! Nicht nur in den MSM. Deshalb funktioniert das Belügen durch die Geldmächtigen ja so gut. Wenn es unbequem wird, dann wird doch auch vom Durchschnittbürger gleich die Lüge gezückt. Es gibt nicht „ein bisschen Lüge“, genauso wenig wie „ein bisschen Frieden“. Lüge ist Lüge und das sollte jeder, der lügt sich bewusst machen. Die sog. „Notlügen“ sind in der Regel keine Notlügen, sondern Bequemlichkeitslügen, Eitelkeitslügen, Eifersuchtslügen, Profitlügen etc.

    • Liebe/r Jele Votava,
      Ihren guten Vorsatz, nie (mehr) zu lügen, in Ehren – aber er dürfte im Alltag heftig mit der Wirklichkeit kollidieren. Wie es heißt, lügt der Durchschnittsmensch zwischen 20 und 100 mal am Tag, je nachdem, mit wie vielen Leuten er zu tun hat, vermute ich mal. Als Einsiedler tut man sich da leichter als im Umgang mit Familie, Freunden und Kollegen. Denken Sie nur mal an eine aufrichtige Antwort auf Fangfragen wie: „Schmeckt’s dir?“ (Nein!“) oder „Was sagst du meine neue Frisur?“ („Das nackte Grauen!“) oder „Wie weit bist du mit der Steuererklärung?“ („Hab noch gar nicht angefangen!“) oder „Findest du mich zu dick?“ („Ja!“).
      Mit anderen Worten: Ich finde, es gibt durchaus unschuldige kleine Flunkereien, die das Zusammenleben erleichtern und sich eklatant von gehässigen Verleumdungen unterscheiden. Aus gutem Grund lautet das achte Gebot: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“ statt „Du sollst nicht lügen“. Daraus spricht eine tiefe Weisheit…

    • Alle Politiker lügen, meinte Prof Mausfeld.

      Zu Christen, zumal in verantwortlichen Positonen, kann man aber durch das achte Gebot vielleicht noch durchdringen.
      Sie legen ständig falsches Zeugnis über andere ab, Frau Höll!!!! Und Sie berufen sich auf das Christentum?

    • Christus-Energien punkt de

      „Das Achte Gebot Gottes

      Wie lautet das achte Gebot Gottes ?

      Das achte Gebot lautet: „Du sollst kein falsches Zeugnis von dir geben wider deinem Nächsten.“

      Was gebietet Gott im achten Gebot ?

      Gott gebietet uns im achten Gebot, überall und jederzeit die Wahrheit zu sagen und die Taten des Nächsten wenn immer möglich positiv auszulegen, damit ein vertrauensvolles Zusammenleben unter den Menschen möglich wird.

      Was verbietet uns das achte Gebot ?

      Das achte Gebot verbietet uns jede Falschheit und den ungerechten Schaden am Ruf eines anderen. Daher verbietet es uns neben dem falschen Zeugnis: die Verleumdung, die Lüge, die Herabsetzung, die üble Nachrede, die Schmeichelei, das vorschnelle Urteil und den vermessenen Verdacht.

      Welche Bedeutung haben Verleumdung und üble Nachrede für das alltägliche Zusammenleben?

      Verleumdung und üble Nachrede haben für das alltägliche Zusammenleben der Menschen verheerende Folgen, weil durch falsches und ungeprüftes Weitererzählen von Behauptungen der Ruf und die Ehre eines Menschen geschädigt bzw. ruiniert werden kann. Dadurch kann die Glaubwürdigkeit einer Person angegriffen oder vernichtet werden, was einem schwerwiegenden Eingriff in die Würde des Menschen gleichkommt.

      Wozu ist der verpflichtet, der dem guten Ruf des Nächsten geschadet oder ihn ruiniert hat ?

      Wer dem guten Ruf des Nächsten durch Verleumdung und üble Nachrede geschadet oder ihn ruiniert hat, muss den begangenen Schaden nach Kräften wieder gutmachen. Oft ist dies aber gar nicht mehr möglich, weil die Rufschädigung weite Kreise gezogen hat oder dem Geschädigten unwiederbringlichen Schaden zugefügt hat. Deshalb sollte man sich vorher gut überlegen, was man über andere verbreitet und vor allem dann, wenn Behauptungen ungeprüft und unsicher sind. Man darf sich im nachhinein nicht auf andere berufen, nur weil diese etwas erzählt haben. Für das, was man selber weitererzählt, ist man auch selber verantwortlich.

      …….. Massenmedien ?

      „In der modernen Gesellschaft spielen die Massenmedien bei der Weitergabe von Information, der Förderung der Kultur und in der Bildung eine bedeutende Rolle. Infolge der technischen Fortschritte, des Umfangs und der Vielfalt der übermittelten Inhalte sowie aufgrund ihres Einflusses auf die öffentliche Meinung wird diese Rolle immer wichtiger. Die Information durch Medien steht im Dienst des Gemeinwohls (vgl. IM 11). Die Gesellschaft hat das Recht auf eine Information, die auf Wahrheit, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität gründet. „Der richtige Gebrauch dieses Rechtes fordert aber, dass die Mitteilung inhaltlich stets der Wahrheit entspricht und bei Beachtung der durch Recht und menschliche Rücksichtnahme gezogenen Grenzen vollständig ist. Auch in der Form muss sie ethisch einwandfrei sein, das heißt beim Sammeln und Verbreiten von Nachrichten müssen die ethischen Grundsätze sowie die Rechte und Würde des Menschen beachtet werden

      Welche Stellung kommt der Wahrheit und Schönheit der Kunst zu ?

      „Weil der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen (vgl. Gen 1,26) ist, bringt er die Wahrheit seiner Beziehung zu Gott, dem Schöpfer, auch durch die Schönheit seiner Kunstwerke zum Ausdruck. Die Kunst ist eine dem Menschen eigentümliche Ausdrucksform. Sie geht über das allen Lebewesen gemeinsame Streben nach dem Lebensnotwendigen hinaus; sie ist ein freies Überströmen des inneren Reichtums des Menschen. Einem vom Schöpfer geschenkten Talent und der Anstrengung des Menschen entstammend, ist die Kunst eine Form der praktischen Weisheit. In ihr vereinen sich Erkenntnis und Können (vgl. Weish 7,17), um der Wahrheit einer Wirklichkeit in einer dem Sehen oder dem Hören verständlichen Sprache Gestalt zu verleihen. Soweit sich die Kunst von der Wahrheit der Geschöpfe und der Liebe zu ihnen inspirieren lässt, weist sie eine gewisse Ähnlichkeit mit der Tätigkeit Gottes in der Schöpfung auf. Wie jede andere menschliche Tätigkeit hat die Kunst ihr absolutes Ziel nicht in sich selbst, sondern empfängt ihre Ordnung vom letzten Ziel des Menschen und wird durch dieses veredelt.“

      Ein schöner Traum.

    • Sabine Reifenschneider: Was Sie da aufzählen, sind die typischen Spiesserlügen. Warum die unser Leben erleichtern sollen, geht mir eben gar nicht ein. Ich finde, dass genau diese Komfort-Lügen die Menschen voneinander nur entfernen und echte, herzliche Kontakte, echten herzlichen Austausch verhindern. Sie stabilisieren immer nur wieder die Oberflächlichkeitsfront zwischen uns Menschen. Ich bin allergisch gegen Unaufrichtigkeit, auch wenn sie noch so „gut gemeint“ ist. Ich will dabei nicht behaupten, dass ich es bisher geschafft habe, in diesem Sinne immer aufrichtig zu sein. Aber ich bemühe mich immer darum und wenn es mir mal nicht gelungen war, gefiel mir das nicht und ging mir nach. Eine ehemalige Freundin sagte einmal zu mir: „Du bist mir zu direkt!“. Ich hab es später als Lob genommen, obwohl es nicht so gemeint war. Aufrichtigkeit kann taktlos sein, muss aber nicht. Wenn ein falscher Takt vorgegeben ist, ist Taktlosigkeit sogar erfrischend und heilsam und eigentlich Menschenpflicht für den, der es erkennt.
      Hinter „Höflichkeitslügen“ kann sich aller mögliche seelische Unrat auftürmen und tut es meistens auch.

    • Schöne Ergänzungen, Upps! Dazu fällt mir noch ein Ausspruch des von mir hoch verehrten Künstlers Josep Beuys ein: „Schönheit ist der Schein der Wahrheit“.
      Ja, nur das Wahre kann wirklich schön und gut sein. Gut tun!

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