KenFM im Gespräch mit: Bernhard Trautvetter

Bernhard Trautvetter gehört zu den erfahrensten Aktivisten der „klassischen“ Friedensbewegung. Er ist aktives Mitglied des Essener Friedensforums und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Expansions-Politik der NATO und damit den Kriegen der Zukunft. Diese werden, so sieht es die NATO vor, vor allem aus der Luft geführt. Mit bemannten wie unbemannten Flugkörpern. Deutschland spielt bei dieser Bevorzugten Art der Kriegsführung eine Schlüsselrolle. Stichwort Kalkar. Den Ort verbinden viele von uns mit einem Sieg der Anti-AKW-Bewegung. In Kalkar sollte der Schnelle Brüter entstehen, der auch 300 kg waffenfähiges Plutoniom pro Jahr erzeugt hätte. Bernhard Trautvetter war Teil der Bewegung, die dieses Vorhaben vereitelte.

2014 finden wir in Kalkar eine mit rund 1000 Mann besetzte NATO-Schaltzentrale, die jetzt erhablich ausgebaut werden soll. Cyber-War und Luftkriege sollen über Kalkar koordiniert und geplant werden. Die geografische Fläche, die man von Kalkar auf dem Radar hat, ist der gesamte Eurasische Raum. Laut internen NATO-Dokumenten ist ein vor allem aus der Luft in ganz Europasien geführter Krieg nur noch eine Frage der Zeit. Aus diesem Grund treffen sich am 3. Oktober 2014 in Kalkar Spitzen vom Militär, der Rüstungsindustrie und aus der Politik, um über den längst beschlossenen Ausbau Kalkars im Detail zu beraten.

Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt und will über die NATO-Kommandozentrale Kalkar wieder verstärkt aktiv an Kriegen teilnehmen. Hier geht es vor allem um nationale Interessen. Deutschland rüstet auf und verabschiedet sich immer stärker vom bisherigen Kredo der Bundeswehr, die nur zu Verteidigungszwecken nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ins Leben gerufen wurde. Kalkar ist ein entscheidender Schritt, um Deutschland als Teil der NATO wieder in die Rolle eines global agierenden Kiegsverursachers zu hieven. Wer zukünftige Kriege in Euroasien mit deutscher Beteiligung verhindern möchte, sollte am 3. Oktober 2014 an der Großdemonstration gegen diese NATO-Zentrale, das Joint Air Power Competence Centre, in Kalkar teilnehmen.

KenFM sprach mit Bernhard Trautvetter über Kalkar, den 3. Oktober 2014 und die Kooperation zwischen der klassischen und der neuen Friedensbewegung. Es gibt einen gemeinsamen Nenner: Den Wunsch nach Frieden.

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3 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Bernhard Trautvetter

    • Tja, sorry, zwei Einwände möchte ich trotzdem vortragen:

      Zum einen hatte ich in einer Wochenendbeilage einer Dresdner Zeitung gelesen, dass sich nach dem Tod Mandelas mehrere seiner Angehörigen bzw. Ex-Angehörigen mit übelsten Methoden um das Millionenerbe Mandelas stritten. Entsprechend der Höhe seines hinterlassenen Vermögens kann dieser Freiheitskämpfer ganz so „unbestechlich“ dann wohl doch nicht gewesen sein.

      Zum andern kann ich mich an eine Verfilmung zum Untergang der Titanic erinnern, die ich im Alter von 14/15 Jahren (1975/1976) im DDR-Fernsehen gesehen habe:
      dort wurde die Kapelle auf dem Deck der Oberschicht nur deshalb laufend dazu angehalten, möglichst laut und immer lauter zu spielen, weil sich die Herrschaften auf dem Oberdeck von den lauten Hilfeschreien aus dem Unterdeck – dass MIT GITTERN VERRIEGELT war – belästigt fühlten, während sie sich selbst um die viel zu wenigen Rettungsboote stritten.

      Ihr(e) 1rad

    • … Und BITTE erlauben Sie mir einen dritten Einwand:

      ARD: Das andere Gesicht Mahatma Gandhis
      Mahatma Gandhi gilt als weltweites Idol der Gewaltfreiheit. „Ein Irrtum!“, sagt Arundhati Roy, die bekannteste Schriftstellerin, Intellektuelle und Aktivistin Indiens. In einem Essay hat sie jetzt ein globales Heiligtum angekratzt.

      Quelle: (Youtube:) ttt Titel Thesen Temperamente Das andere Gesicht Mahatma Gandhis
      Link: https://www.youtube.com/watch?v=rL984bIa6xY

      Ihr(e) 1rad

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