Im Gespräch: Bertrand Stern („Saat der Freiheit: Impulse für aufblühende Bildungslandschaften“) (Podcast)

Wäre die Schule eine klassische Dienstleistungsfirma, die ihren Kunden universelle Bildung anbieten würde, wären die meisten Einrichtungen übermorgen pleite. Kein Mensch, der die Wahl hätte, würde sich in diesen Informationskasernen länger als nötig aufhalten und gäbe es darüber hinaus eine Online-Bewertung wie bei Tripadvisor, wären die meisten Bildungseinrichtungen in der BRD als Orte des Grauens gekennzeichnet.

Dass Schulen vor allem in Deutschland keinerlei Rücksicht auf ihren Kunden nehmen müssen, ist dem schlichten Umstand geschuldet, dass in der BRD Schulpflicht herrscht. Wer nicht „freiwillig“ erscheint, wird von der Polizei abgeholt. Die Bilanz dieser Zwangsbeschulung ist ein Desaster. Immer mehr Schüler sind depressiv und müssen sich erst zudröhnen, um Schule überhaupt ertragen zu können. Bulimie-Lernen ist der Status quo in diesem Land.

Kinder und Jugendliche lernen heute weniger für das Leben, denn für die Prüfung. Sie lernen, was der Lehrer vorgeben muss, um selber nicht gefeuert zu werden. Was junge Menschen selber gerne gelernt hätten, interessiert unseren Staat herzlich wenig. Demokratie? Fehlanzeige!

Schule in Deutschland bedeutet vor allem den Lehrplan vermittelt zu bekommen und der zielt darauf ab, junge und freidenkende Menschen zu brechen, um sie zu guten Untertanen umzuprogrammieren. Sie sollen vor allem gehorchen und da wäre echte Bildung nur ein Hindernis. Wer in Jahren des Schulterrors gelernt hat, seine eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Ansichten zu begraben, ist ein idealer Kandidat für den „flexiblen“ Arbeitsmarkt. Er ist ein Staatsbürger, der nach Autorität lechzt. Zufall? Eher Ziel!

Seit 1919 schrieb die Weimarer Verfassung die allgemeine Schulpflicht für ganz Deutschland fest. An der Idee, Menschen gegen ihren Willen zu beschulen, wird in Nachkriegs-Deutschland bis heute festgehalten. Ist unser Menschenbild tatsächlich so aufgeklärt, wie wir vorgeben?

Es wird höchste Zeit, das Schulsystem aus dem 19. Jahrhundert von Grund auf zu reformieren. Im Fokus sollten dabei diejenigen stehen, um die es geht. Kinder und Jugendliche. Binden wir diese „pädagogischen“ Opfer endlich mit ein. Fragen wir diese Menschen, wie sie sich die Schule der Zukunft vorstellen. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Man muss keine 18 sein, um vor dem Gesetz als Mensch zu gelten.

Schulzwang und Demokratie passen nicht zusammen. Nur wer freiwillig lernt, lernt überhaupt etwas. Hirnforscher wissen das schon lange, Philosophen noch länger. KenFM hat sich mit einem von ihnen getroffen. Freiwillig. Bertrand Stern.

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