Bewegung für das Überleben

Von Bernhard Trautvetter.

Sahra Wagenknecht sagte am 4. September anlässlich des Starts der Sammlungsbewegung #Aufstehen in einem ZDF-Interview:

„Wir haben eine handfeste Krise der Demokratie“. Das Klima werde immer aggressiver und rauer. Grund dafür sei die Schere, die zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klafft. Vierzig Prozent der Menschen verdienen heute weniger als vor 20 Jahren.

Auf der Bundespressekonferenz sprach sie von einem Angriff auf die Demokratie.

Im Tagesthemen-Interview mit Caren Miosga am 3.9.2018 erklärte sie dazu, dass sich viele Menschen von der Demokratie abwenden und teils rechte Parteien wählen, weil sie sich von der Politik abgehängt fühlen.(1)  Es reiche nicht, sich darüber aufzuregen, dass auf offener Straße der Hitlergruß gezeigt wird. Das offenbart, dass in diesem Land einiges schief laufe. Wenn Wirtschaftslobbyisten dazu beitragen, dass die Politik über die Menschen hinweg regiert, wenn sie das an der Rente, der Krankenkasse und anderen Missständen erkennen, dann wächst sich Unzufriedenheit aus. Ihr Unmut darüber, wie sie die Flüchtlingspolitik erleben, entspringt oft einer Verzweiflung über Abstiegserfahrungen und einer Angst vor einem Absturz ins Bodenlose. Vierzig Prozent der Menschen haben heute weniger als Ende der neunziger Jahre. Die Empörung über ihre soziale Zurücksetzung, über die soziale Spaltung, das sind Ursachen für die Krise der Demokratie, vor denen die Große Koalition die Augen verschließt. Sie habe konkrete Formen, wenn jemand sein Leben lang gearbeitet habe und dann mit 800 Euro in die Rente gehe.

Sahra Wagenknecht weiß als ehemaliges Mitglied der kommunistischen Plattform, dass diese Probleme im Charakter des Kapitalismus ihren Ursprung haben, der nun einmal keine soziale Veranstaltung, sondern eine systematische Bereicherung der Kapitaleigentümer auf Kosten des Restes der Gesellschaft ist. Nach dem Ende des Systemwettbewerbs, nach dem Kalten Krieg, verließ der Kapitalismus den Schönheitswettbewerb mit den Staaten im „Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe“ , die sich mit der Sowjetunion realsozialistische Staaten nannten. Aus dem begrenzten Wohlfahrtsstaat, aus der sozialen Marktwirtschaft wurde und wird schrittweise der deregulierte Kapitalismus auf dem Weg zur Verelendung, wie ihn Friedrich Engels einst in seinem Werk „Die Lage der arbeitenden Klasse“ über den Manchester-Kapitalismus seiner Zeit beschrieb. Zwar gab es bereits in der realsozialistischen Vergangenheit Armut, aber nicht die Gefahr, in Arbeitslosigkeit aus der Gesellschaft komplett heraus zu fallen.

Am Tag des offiziellen Starts der Bewegung #Aufstehen sagte Sahra Wagenknecht im ZDF-heute-Journal am 4.9.2018(2), diese Gesellschaft könne auf den „eingefahrenen Gleisen nicht weiter machen,… die Menschen wünschen sich mehr sozialen Zusammenhalt“ und viele zweifeln an der Demokratie, das Klima werde rauer und aggressiver, wir „spüren, dass sich immer mehr Menschen abwenden“. Deshalb müsse man erfolgreich Druck auch von der Straße aus  ausüben, dann ließe sich eine soziale Politik leichter durchsetzen. Bewegungen wie die Friedensbewegung der 1980er Jahre hätten gezeigt, dass man etwas durchsetzen kann. Menschen, die sich abwenden, können dafür gewonnen werden, soziale Forderungen „auf die Straße“ zu tragen. Der Sozialabbau und die Macht der Wirtschaftslobbyisten haben Wut nach sich gezogen. Auch beim Thema Flüchtlinge gehe es in erster Linie um soziale Themen, die zentral seien. Die notwendige Antwort sei auch eine realistische Flüchtlingspolitik, zu der die Einhaltung des Asylrechts gehört, und zugleich darf es nicht dazu kommen, dass Menschen am Rande des Existenzminimums leben und  andere bekommen etwas, während sie sich zurückgesetzt fühlen. Diese Analyse besagt, dass eine Sozialpolitik, zu der bessere Renten genauso gehören wie ein Ende der Hartz IV-Politik mit Sanktionen, realisiert werden muss. Dann kann keine Partei wie die AfD mehr ihr Süppchen auf der Stimmung und Wut kochen.

Der Gründungsaufruf umfasst passend zur Kritik von Sahra Wagenknechts Beschreibungen von Missständen, wie diese: „Das Aufstiegsversprechen der sozialen Marktwirtschaft, dass jeder, der sich anstrengt, auch zu Wohlstand kommen kann, gilt im Zeitalter von Leiharbeit und Niedriglohnjobs nicht mehr. Es gibt immer mehr Arbeitsplätze, von denen man nicht leben, geschweige denn eine Familie ernähren kann. Die Mittelschicht wird schmaler. In kaum einem anderen europäischen Land ist die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern so groß wie bei uns in Deutschland. Gerade diejenigen, die sich im Beruf fürsorglich um andere Menschen kümmern, werden oft demütigend schlecht bezahlt… Seit der Sozialstaat keine ausreichende Sicherheit mehr gibt, kämpfen viele für sich allein. Wer seinen Job verliert oder durch längere Krankheit ausfällt, ist schnell ganz unten. Hartz IV enteignet Lebensleistung, egal, wie lange jemand gearbeitet und in die Sozialkassen eingezahlt hat. Im öffentlichen Bereich wird gekürzt und privatisiert. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Wasser, Bahnverkehr, Schwimmbäder (…) – mit allem wird heute Profit gemacht. Besonders dramatisch sind die Veränderungen am Wohnungsmarkt. (…) Die Zerstörung des sozialen Zusammenhalts, wachsende Unzufriedenheit und empfundene Ohnmacht schaffen einen Nährboden für Hass und Intoleranz. (…) Übergriffe auf Menschen aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Religion häufen sich. (…) Und während Konzerne hohe Dividenden ausschütten, streiten die Ärmsten an den Tafeln um überlagerte Lebensmittel.“(3)

Das Kapital und seine Meinungsmacher haben es entsprechend dem letzten hier zitierten Satz geschafft, von den großen Skandalen dieser Gesellschaft abzulenken: Oxfam berichtete vor zweieinhalb Jahren, 62 Superreiche weltweit besitzen so viel wie die arme Hälfte der Menschheit; ein Jahr später schrumpfte die Zahl auf acht.(4)

Passend dazu die Situation in Deutschland: „In keinem Land der Eurozone sind die Vermögen ungleicher verteilt als in Deutschland – Männer besitzen mehr als Frauen, Ostdeutsche nicht mal halb so viel wie Westdeutsche – Das Vermögen der Arbeitslosen ist um 40 Prozent geschrumpft – Die Zahl der Personen, die mehr Schulden als Vermögen haben, ist gestiegen.“(5)

Georg Schramm sagte 2012 anlässlich einer Preisverleihung der Erich Fromm_Gesellschaft:

„(…) Es geht letztlich ums Kämpfen, ob wir wollen oder nicht. Wir befinden uns in einem Art Kriegszustand. Ich halte dies nicht für übertrieben. (…) Jetzt ist die Frage, wer kämpft gegen wen. Hier gebe ich Ihnen eine Antwort von berufenem Mund: Warren Buffett hat das unmissverständlich beantwortet. Falls Sie ihn nicht kennen; Warren Buffett zählt mit grob geschätzten 50 Milliarden Dollar zu den Top-5 Besitzern auf der Welt. Einer der ganz großen Oligarchen. Auf die Frage, was er für den zentralen Konflikt unserer Zeit hält, hat Warren Buffet gesagt: ‚Der Klassenkampf natürlich, Reich gegen Arm, und meine Klasse, die Reichen, die gewinnen gerade.‘

Ist doch schön, dass einer einmal nicht darum herumredet. Er nennt es einfach beim Namen. Buffet hat übrigens auch den Begriff von den finanziellen Massenvernichtungswaffen geprägt, der mittlerweile benützt wird und das zurecht. Die (…) Oligarchen und ihre Truppen haben uns den Krieg erklärt.“(6)

In der Situation bedient sich das Kapital der Methode, die Brzezinski  „Tittytainment“ nennt, um die Menschen, die am Rande stehen, davon abzuhalten, auf die Barrikaden zu gehen:

„Zugeschrieben wird dieser Begriff Zbigniew Brzeziński, dem früheren nationalen Sicherheitsberater des Präsident der Vereinigten Staaten US-Präsidenten Jimmy Carter. Er soll ihn 1995 auf einer Versammlung des Global Braintrust geprägt haben. Aufgrund des Wachstums der Produktivität gehe, so die dem Schlagwort zu Grunde liegende Prognose, die (bezahlte) Arbeit aus. In Zukunft würden daher 20 % der  Weltbevölkerung ausreichen, um alle benötigten Dienstleistungen und Güter zu erbringen bzw. zu produzieren. Die restlichen 80 % der Bevölkerung müssten dann von Transferleistungen leben. Wie dem schreienden Säugling die Brust gegeben wird, müssten dann, so die Behauptung, die in der Produktion überflüssigen Menschen mit trivialer Unterhaltung (Fernsehen, Internet, sexualisierte Unterhaltung usw.) ‚bei Laune gehalten werden‘.“(7)

Tittytainment ist mit dem “Teile und Herrsche“- Spiels der Herrschenden Element  der Herrschaftssicherung.

Viele, der von Abstiegserfahrungen und -ängsten Betroffenen, feinden sich in Reaktion auf die kapitalistischen Konkurrenzgesetze gegenseitig an, da sie im anderen, vielleicht noch Ärmeren, eine weitere Gefahr für ihre Existenzsicherheit sehen. Dabei sitzen sie im gleichen Boot. Sie sind die Leidtragende des von Eliten genutzten Systems. Die Krisenmanager stoßen immer deutlicher an die Grenzen des Systems und ihrer Steuerungskompetenzen. Sie versuchen ihr Fell ins Trockene zu retten und dabei so viel wie möglich herauszuschlagen. Damit ihre Korruption dabei nicht auffällt, lenken sie ab. Sündenböcke sind dafür willkommen, auch politische Konkurrenzkämpfe, etwa im Zusammenhang mit Wahlen. Wenn sich ihre Gegner dabei miteinander befassen und zerreiben, reiben sie sich die Hände.

Die Spaltung verläuft ohnehin nicht zwischen arm und ganz-arm, sie verläuft zwischen Unten und Oben, auch wenn korrupte und korrumpierte Elitenangehörige und ihre Helfershelfer davon ablenken. Passend dazu diese Zeilen des Solidaritätsliedes:

 „Unsre Herrn, wer sie auch seien,
sehen unsre Zwietracht gern,
denn solang sie uns entzweien,
bleiben sie doch unsre Herrn.“(8)

Das Tittytainment und ‚Teile und Herrsche‘ zu durchkreuzen, dafür ist eine Sammlungsbewegung, die von unten wächst, die Druck auf die Herrschenden, auf die Politik, auf die Manager und ihre Herren ausübt, eine Chance, die es lohnt, versucht zu werden.

Es geht um eine gerechte und friedliche Zukunft. Wir müssen immer greifbarer damit rechnen, dass die Alternative darin besteht, dass die Welt aus den Fugen gerät, oder, wie Sahra Wagenknecht sagt, dass wir in Kürze auch unser Land nicht mehr wieder erkennen.

Der #Aufstehen-Gründungs-Aufruf weist in seinem Schluss-Absatz diese Sätze auf:

„Weil die Probleme sich auf den eingefahrenen Gleisen nicht mehr lösen lassen, bedarf es eines neuen Aufbruchs. (…) Was die Konzerne durch ihr Geld, ihren Medieneinfluss und ihre Lobbyisten schaffen, müssen wir durch unsere Stärke, innere Toleranz und öffentliche Resonanz erreichen. Wenn die Vielen sich sammeln und nicht mehr vereinzelt bleiben, dann haben sie mehr Macht als die wenigen Privilegierten. Dann können sie ihre Interessen durchsetzen und die Politik in unserem Land verändern. Dann können Sie Menschlichkeit, Frieden, Sicherheit und Zusammenhalt ganz oben auf die Agenda setzen.“(9)

Letzteres weist über den Kapitalismus hinaus. Er hat sich in seinen zweieinhalb Jahrhunderten als ein System erwiesen, das die Menschheit an den Rand des Abgrunds gewirtschaftet hat. Gorbatschow hatte 1988 in Bonn gesagt: Euer System im Westen und unseres im Osten, beide sind nicht zukunftsfähig. Es kommt darauf an, dass die Bewegungen die konkreten Forderungen des Alltags stellen, etwa zur Bildung, Rente, zur Mietpolitik, zur Krankenversicherung, zur Abrüstung, zu Arbeitsverhältnissen, Steuern, (…) Umwelt mit einer Perspektive verbinden, die über den Augenblick hinausreicht – auf ein zukunftsverträgliches System.

Zuerst gilt es, das konkrete Ärgernis anzugehen, dabei ist der Erfolg erst dann nachhaltig, wenn er weiter denkt, über das System der Konkurrenz und der Jagd nach Profit als Wurzel des Übels hinaus.

Quellen

(1) alle in diesem Abschnitt stehenden Äußerungen stammen aus dem Interview: https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-444177.html

(2) alle in diesem Abschnitt stehenden Äußerungen stammen aus dem Interview: https://www.zdf.de/nachrichten/heute/wagenknecht-im-interview-zur-sammlungsbewegung-aufstehen-100.html

(3) https://www.aufstehen.de/gruendungsaufruf/

(4) https://www.oxfam.de/ueber-uns/aktuelles/2016-01-18-62-superreiche-besitzen-so-viel-haelfte-weltbevoelkerung und

https://www.oxfam.de/presse/pressemitteilungen/2017-01-16-acht-milliardaere-besitzen-so-viel-aermere-haelfte

(5) https://www.diw.de/de/diw_01.c.438772.de/vermoegen_in_deutschland_durchschnittlich_83_000_euro_fuer_jeden_aber_hoechst_ungleich_verteilt_nbsp.html

(6) http://friedensblick.de/5119/georg-schramm-wir-befinden-uns-im-krieg/

(7) https://de.wikipedia.org/wiki/Tittytainment

(8) http://www.text-lyrics24.top/deutsche-text-lyrics/bertolt-brecht-das-solidaritatslied-text-lyrics

(9) https://www.aufstehen.de/gruendungsaufruf/

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Bildhinweis: Pressfoto –  Bildnachweis: @DiG/Trialon

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30 Kommentare zu: “Bewegung für das Überleben

  1. Vielleicht hätte man die Sammlungsbewegung auch „Aufwachen“ nennen können. Aber „Aufstehen“ als Name ist so auch nicht falsch.

    Sahra Wagenknecht hat aber recht.
    Ob es jetzt der Kapitalismus ist oder das weltweite Finanzkartell, ist auch eher Wortklauberei.
    Zudem hat sie mal folgendes gesagt:
    „Marktwirtschaft ohne Kapitalismus und Sozialismus ohne Planwirtschaft“.

    Was wir aber zurzeit haben, hat allerdings reichlich wenig mit einer Marktwirtschaft zu tun, weil wenige große und reiche Akteure mit Marktmacht an das viele Geld drankommen müssen, das die Banken uns doch ständig aus dem Nichts verleihen. Auf diese Weise wird die Kreditrückzahlung für die meisten immer schwieriger, so dass Existenzgründungen auch kaum noch gelingen, und wie das Handelsblatt es jetzt wieder schreibt, verleihen die Banken wieder mehr Risikokredite.

    Weil die Kartellmedien aber kein Interesse daran haben, dass sich etwas ändert, gewinnen immer dieselben Parteien und wir machen daher auch so weiter wie bisher.

    In diesem Zusammenhang sehe ich es auf der Webseite der Deutschen Bankesbank, dass Jens Weidmann sich allenfalls nicht völlig sicher ist, dass die Eurokrise beendet ist. Gleichzeitig hebt die Deutsche Bundesbank doch wieder die Erfolge der „deutschen Wirtschaft“ hervor.

    Selbst wenn die Inhaltsarbeit von Sahra Wagenknecht handwerkliche Fehler haben sollte, geht sie durchaus in die richtige Richtung.

    Es gibt jetzt nur das Problem, dass der große Finanzcrash eben die einzige Lösung ist.

  2. Trägt „Aufstehen“ denn nicht zur Stabilisierung des herrschenden Systems bei?
    Indem es Daten für ihre Gegner sammelt?
    Indem es umstürzlerische Gedanken schon im Vorfeld öffentlich macht und diese somit leicht abzuwehren sind.
    Indem also der „Protest“ verwaltet wird?
    Es ist für die Herrschenden ja ein Leichtes, einen „IM“ in die „Bewegung“ einzuschleusen.
    In der Bewegung ist kein Feuer drin, keine Kraft. Sie dümpelt so vor sich hin.
    Kein hoffnungsvoller Anfang, eher ein hoffnungsloser Fall.
    Die relevanten Themen werden nicht öffentlich diskutiert.
    Das bGE oder Löhne, von denen man die Miete zahlen und dann noch gut leben kann.
    Oder die Rückwandlung des Rentensystems in „vor-Schröders“ Zeiten.
    Oder die Migrantenfrage.
    Würde eine Diskussion darüber die Bewegung spalten?
    Dann nennt es „Stillstand“ und nicht „Bewegung“.

    • „Die relevanten Themen werden nicht öffentlich diskutiert.
      Das bGE oder Löhne, von denen man die Miete zahlen und dann noch gut leben kann.
      Oder die Rückwandlung des Rentensystems in „vor-Schröders“ Zeiten.
      Oder die Migrantenfrage.“

      Wissen Sie das jetzt schon oder vermuten Sie das nur?

      Dauten der „Gegner“ werden gesammelt. Und davor haben Sie Angst?

    • Wer ist der Gegner, „schwarz ist weiß“?
      Sie scheinen da was zu wissen.
      Es kann sich ja noch was tun. Aber die Aktivisten kommen schlecht aus den Startblöcken.
      Transparenz, absolute Offenheit ist gefragt. Kein mauscheln in Hinterzimmern.
      Alle sollten Stellung beziehen, ohne Versteck zu spielen. Anders wird das nichts.

      Es geht nicht um Gegner im Äußeren. Es geht um Selbsterkenntnis, dass wir, d.h. jeder Einzelne sieht, dass wir kurz vor einem Krieg in Europa stehen. Made in USA.

      Um das zu begreifen, bedarf es Offenheit, Selbstvertrauen und Vertrauen darauf, dass der „Gegner“ in Deutschland erkennt, was das bedeutet.

    • Eine Stabilisierung des Systems lässt sich am ehesten dadurch durchkreuzen, dass sich Menschen gemeinsam, zielstrebig und solidarisch bewegen, die ein anderes Leben wollen. Das zu versuchen sollte man keine Chance ungenutzt verstreichen lassen, solange es vielleicht noch nicht zu spät ist. Ich weiß nicht, was aus derSammlungsbewegung diesbezüglich werden wird. Ich hoffe. Noch.

    • Die #bewegung will doch sicher mehr Demokratie wagen.
      Dann müssen die Themen, etwa wie es gelingen kann, mehr Kaufkraft von „oben“ nach „unten“ zu steuern, etwa über eine Finanztranzaktionssteuer und gleichzeitiger Einführung eines bGE, dass bei min. 1200 Euro liegen müsste, auch angegangen werden. (Damit die Kaufkraft erhalten bleibt, jährliche Anpassung an die Inflationsrate.)
      Durch Volksentscheide übers Internet, ließe sich das vorab im Detail diskutieren.
      Eine schöne Aufgabe für Programmierer so ein System sicher zu machen.
      Von alleine wird das nicht kommen, wenn es von dem „Vorstand mit den Mikrophonen“ nicht angesprochen wird. Ideen müssen her!

  3. Mann, mann, mann.

    Oben unten, hinten vorne, arm reich, schwarz weiß.

    „Herr Doktor, meine Hand tut weh! Ja, das ist eine Arthritis der Handknöchel. Gott sei dank, ich dachte schon es liegt daran, dass da ein Nagel drinsteckt.“

    Werte Frau Wagenknecht, und auch Bernhard ein wenig: Es geht doch nicht um den epischen Kampf zwischen Arm und Reich, zwischen Hinz und Kunz, zwischen Hörbe und Zwottel!

    Das sind die Symptome!

    Es geht übrigens auch nicht um den bösen Kapitalismus, der uns die Lebensgrundlage so gemein entzieht ; Auch nur ein Symptom!

    Es geht um, achtung festhalten und schnell drüber weg lesen:

    VERTRAUEN zwischen Menschen!

    Und da ist mir doch egal, ob mein Nachbar eine Glatze hat oder 15 Nasenringe. Ob er sich Frauenkleider anzieht oder Zeuge Jehovas ist. Oder, ach du Schreck, Hartz 4 bezieht oder Maschmeyer heißt. Ich will von ihm nur wissen, ob und dass er seine Omi nicht für einen Gewinn von 1,75 Euro an den Abdecker verkauft, sobald er die Gelegenheit hat.

    Wir sind zu einer Gesellschaft von Wölfen verkommen, die jeden im eigenen Rudel gnadenlos wegbeißen, der auch nur ein Stück von dem haben will, was man selbst noch nicht gestohlen hat.

    Das war nicht der böse Kapitalismus, das hat jeder von uns selbst aus sich und seinen Kindern gemacht. Seit 70 Jahren!

    Sobald dieses Problem angegangen, oder auch nur angesprochen wird, wäre „Aufstehen“ eine Macht und hat meine Unterschrift. Bis dahin bleibt es der gleiche Tanz, dessen Schritte wir seit Jahrzehnten lernen.

    Es gibt Mittel und Wege das Problem zu behandeln: 1. Transparenz, 2. Menschlichkeit, 3. Eine echte Geste des Vertrauens (am leichtesten ist auf persönliche Vorteile komplett zu verzichten und damit ein Vorbild zu sein – das Vorbild ist übrigens der einzige Weg, wie man etwas sinnvoll an andere vermittelt)

    Aber ich rede mir damit immer wieder den Mund fusselig und es interessiert eh niemanden. Ich gehe jetzt wieder in den Garten, da wachsen Nutzpflanzen (die geben ohne etwas haben zu wollen) und es rauschen die Bäume so schön intelligent.

    Und noch zu Herrn Buffet: Seit wann ist es eigentlich auch in alternativen Medien soweit, dass man sich bei Kriegsparteien über einen Konflikt informiert? Und dann auch noch gerade bei der Seite, die das Vertrauen hundertfach verspielt hat? Das würde man der ARD aber links und rechts um die Ohren hauen…

    • Richtig: Transparenz und Vertrauen statt Geheimniskrämerei und Kontrolle weil wir dem Gegenüber misstrauen.
      Habe ich Vertrauen, bekomme ich Vertrauen.
      Habe ich Misstrauen, bekomme ich Misstrauen.
      So einfach ist das.

    • Das Gesellschaftssystem wird allzu oft in seiner ursächlichen Wirkung für Ärgernisse übersehen, wie mir scheint. Donald Laing beklagte im Kongress ‚Dialektik der Befreoung‘ 1967 in London eine doppelte Blindheit in der Gesellschaft: Erstens eine gegenüber den vom System her rührenden Ursachen für viele Ärgernisse und Ungerechtigkeiten – das System braucht Menschen, die sich frei fühlen, während sie lohnabhängig um ihre Existenz kämpfen und mit ihresgleichen konkurrieren sowie wenn sie ab und an eine der systemimmanenten Parteien wählen, während sie also tun, was für sie vor gesehen ist. Diese Blindheit wird von einer solchen gegenüber dieser Blindheit begleitet: Wer Scheuklappen zur Einengung des Blickfeldes hat, sieht sie nicht. Der Kapitalismus ist ein System, das Menschen durch eine Struktur miteinander verbindet, die sie zugleich trennt: Das Geld. Das ist eine Quelle für Double-bind-Beziehungen, doppelte Standards, einen liebenswürdigen Schein beim Ausbeuten und Instrumentalisieren…
      „There is room at the Top – but first you must learn how to smile as you kill“ sang John Lennon in „Working Class Hero‘

    • Lieber Bernhard,
      es geht mir nicht darum einer Kapitalismuskritik in den Arm zu fallen. Natürlich trägt der Kapitalismus als Verstärker zu unserem Mann-gegen-Mann-Leben bei. Aber weniger als Ursache, durch die Lebensumstände, sondern als Rechtfertigung den eigenen moralischen Kompass auf links zu drehen.

      Es gibt ein Interview mit der Finanzmarktikone George Soros bei „60 minutes“, in dem er klipp und klar sagt, dass er sich in einem unmoralischen Markt befindet und sich eine Moral eben nicht leisten kann.

      Hier liegt der Hase im Pfeffer: Der Marktteilnehmen ohne Moral wird in einem Kampf um Profit immer als Gewinner hervorgehen. Das liegt daran, da sich Profit und Moral (für mich ein Synonym für Menschlichkeit) bei jedem Handel gegenseitig einschränken. Soros und Konsorten haben es einfach geschafft die Moral bei ihren Transaktionen aus dem Herzen zu entfernen.

      Jetzt kann natürlich argumentiert werden, dass der Kapitalismus dies von uns allen verlangt. Das ist übrigens das Argument der Marktradikalen, wie ich es verstehe, sowie die Kritik der Linken am System. Das ist aber quatsch. Es liegt an jedem von uns seine Waage zu eichen und zu schauen, wieviel Moral und vieviel Profit es beim nächsten Handel denn sein darf. Keiner zwingt dich dazu deinen Nachbarn über den Tisch zu ziehen, denn auch das letzte Hemd hat zwei Ärmel! Ja, das ist schwerer, je mehr das System einem mitspielt, bzw. je weiter man vom System gefangen genommen wurde, aber es liegt an jedem einzelnen seinen Weg zu finden.

      Nun kann man argumentieren, dass das System schuld sein, daran dass die Menschlichkeit als Wert nicht mehr gesehen wird und Menschen ohne Empathie und Menschlichkeit in ihm einen klaren Vorteil haben. Das stimmt wohl und hier bin ich auch nicht einverstanden mit unserem System. Das wird aber nur solange gehen, wie wir als einzige Währung den Profit akzeptieren und hier müssen wir ansetzen. Die Rechtfertigung einer unmoralischen Entscheidung mit dem Druck des Systems ist übrigens der Kniefall vor der furchtbaren TINA (there is no alternative) und für mich die Aufgabe des freien Willens / dessen was mich menschlich macht.

      Und um den Bogen zu schlagen: Beweise mir, dass du an keinerlei Profit interessiert bist und ich stelle mich schützend neben, vor und hinter dich. So einfach wäre es für „Aufstehen“ eine mächtige Bewegung zu werden.

      Ich wünsche es ihr und uns, habe aber wenig Hoffnung, dass man meinen hier und oben erläuterten Punkt ernst nimmt, sich auch nur mit ihm auseinandersetzt, oder ihn angeht (wofür ich gerne eine Liste von ausgearbeiten Ideen verschicke). Die Erfahrung meinerseits mit dem Versuch ihn zu vermitteln sind für mich ganz persönlich: erschütternd.

      Soviel zu den Scheuklappen und danke dir für den Song, ich habe vor einiger Zeit ein Cover davon gemastert 🙂

  4. Wen es interessiert
    „Pressekonferenz der linken Bewegung #aufstehen u.a. mit Sahra Wagenknecht (04.09.2018) HD“
    bei Youtube. –> als Diskussionsgrundlage.
    youtube.com/watch?v=FVp8aUp6aGI

    Ich sehe auch nicht alles unkritisch und erwarte auch keine „Wunder“.
    Gibt es andere realitätsnahe Vorschläge, die Gesellschaft aus ihrer Schieflache zu bekommen?
    Ich meine jetzt nicht Sachen, die auch jeder einzelne tun oder lassen will?

    • Ich bin aber bisher nicht begeistert von der #aufstehen-Bewegung.

      Wann geht es denn nun endlich richtig los? Wann wird demonstriert, gestreikt, Ortsgruppen gegründet, usw.?

      Hunderttausend Anmeldungen zu einem Newsletter zu bekommen (bisher), haut mich nicht vom Hocker. Und besonders viele wirklich prominente Unterstützer habe ich auch nicht gesehen, weder aus der Politik noch Kultur und Gesellschaft. Stattdessen ein Ludger Volmer, der ja doch schon einen ziemlich abgetragenen Eindruck macht – und eine unrühmliche Vergangenheit hat.

      Nun gut, hoffen wir mal, dass meine Kritik bald durch konkrete Aktionen der Bewegung in Begeisterung umschlägt!

    • Ich würde sagen, DER Zug ist ert mal abgefahren – zumindest für mich.
      Ich übe mich in liebevoller Selbterhaltung und bringe mich DORT ein, wo ich auch unmittelbar Sinn erspüren und erkennen kann, in dem, was ich bewirke. Und: Ich gründe mir eine Partei, die wirklich für Frieden in der Welt einsteht – wer weiß. Und ich mache meinen Garten, liebe meine Frau und erzähl meinen Freunden von KenFM und Rubikon…
      … das ist dann das Teilchen, dass irgendwann die Summe ausmacht, und, wenn alles gut geht, auch nicht mehr hinterfragt werden muss.
      Was bin ich denn schon? 🙂 Was sind WIR schon – in der Unermesslichkeit des Universums und seiner grenzenlosen Schönheit?
      Vielleicht wird ja wirklich was draus aus dieser Bewegung, dann gibt es sicherlich auch noch genug zu tun – es wäre sehr schön. Ein Traum …
      Im Moment ist Chaos pur und im Grunde noch nichts wirklich greifbar….

  5. Wenn ich mir die teils grausigen (also wirklich grausig – wie „schrecklich“ im wörtlichen Sinne) Texte so ansehe und anhöre von Interpreten der Konzert-Aktion #WIRSINDMEHR, und das in den Kontext stelle von Leuten, die sich dazu bekennen und zuhauf in den #Aufstehen-Foren, in meinen Augen auffällig aktiv beispielsweise optimistisch Stellung beziehen zu Augstein-Zitaten und zur Rolle der Fraktions-Linken und der SPD im Allgemeinen – auch zu den Geschehnissen in Chemnitz.
    Und wenn ich dann die Inszenierung von Chemnitz anhand der zahlreichen Berichte in Reflexion zur Progrom-Stimmung in den Springermedien sehe – das Hochzeitsbett, das auch Frau Wagenknecht teilt …. OMG …
    Ich dachte erst – ein Hoffnungsschimmer. Aber das ist diese Bewegung in meinen Augen nicht. Sie ist ein Selektieren des Bodensatzes – und wenn sich das Gröbste gesetzt hat und die Bewegung ausreichend unter Kontrolle ist, beginnt das Spiel von Neuem oder: Es fängt erst so richtig an – was immer auch das sein wird..
    Das wirklich Erschreckende daran scheint zu sein: Wer sich als kritisch Denkender nicht wenigstens HIEREIN rettet, wird vermutlich von den nächsten Schritten der Puppenspieler (im Mindesten) der Zensur gnadenlos betroffen sein.
    Vielleicht bin auch schon schizophren. Ich hoffe es insgeheim!!

  6. Gegen „Teilen und Herrschen“ zu sein erfordert logischerweise, gegen die Herrschaft von Parteien zu sein. Partei (lat. pars, Teil) impliziert Teilen und Herrschen. Fuchs/Raab, DTV-Wörterbuch zur Geschichte, Band 2: „Politische Parteien sind Vereinigungen von Individuen auf Grund gleicher WELTANSCHAUUNG oder gleichgearteter Interessen, mit dem Ziel, die Staatsführung zu beeinflussen oder SICH IHRER ZU BEMÄCHTIGEN.“ (Hervorhebung von mir).
    Schon Kleisthenes (ca. 500 v. Chr.), für den Demokratie „Sicherheit gegen die Schwäche des menschlichen Charakters “ bedeutete, forderte daher neben den Parteien der Paralier (Handel, Seefahrt), Diacrier (Kleinbauer, Hirten), Pediakoi (Finanzleute, Großgrundbesitzer) und Eupatriden (traditionelle Adelsgeschlechter) die Einführung des Scherbengerichts: Wächst in einer Gemeinde ein Mann so sehr empor, dass er eine Gefahr für die Freiheit seiner Mitbürger bildet, dann sollte er für zehn Jahre aus den Mauern Athens verbannt werden können. Alljährlich sollte die Volksversammlung zusammentreten, und jeder Bürger sollte eine Tonscherbe abgeben. Wird auf mehr als 6000 Scherben der eingekratzte Name desselben Mannes gefunden, so trifft ihn die Ausweisung.
    Mit den Weltanschauungen und Eigenschaften von Parteien und deren Verhältnis zum Glauben, als Individuum UND Partei, die Wahrheit in der Weltanschauung zu besitzen, ist es wie mit dem Verhältnis der Menschen, Dreiecke und Kreise zu Gott in einem Text aus Spinozas Briefen:
    „Die Eigenschaften des Menschen und Gottes haben ebensowenig gemeinsam wie das Sternbild des Hundes mit dem Hunde, dem bellenden Tier. Wenn ein Dreieck die Gabe der Rede besässe, würde es sagen, Gott ist nichts anderes als ein vollkommenes Dreieck, der Kreis aber: die Natur Gottes ist im höchsten Grade kreisförmig…“ (Spinoza, Briefe)
    DIE „Schwäche des menschlichen Charakters“ ist es, (meist) das Trennende anstelle des Gemeinsamen im anderen Menschen zu sehen. Parteien machen dies zur Methode.
    Parteimitglieder, die angeben, 100% mit ihrer Partei konform zu gehen sind mir suspekt als „Gläubige“ oder „Opportunisten“, was wohl dasselbe ist.

    Ich wünsche viel Erfolg! Beginnen wir damit, im anderen Menschen das Gemeinsame zu sehen anstelle des Trennenden. Schon das wäre ein Erfolg.

    • Ok, danke, an die Redaktion, jetzt ist meine Kommentarantwort ersichtlich.
      P.S An dem hier erschienenen Aktuell-Beitrag vom 08.09.18 von Willy Wimmer „Zusammenrottungen“, sollte jeder
      klar erkennen was die Stunde geschlagen hat. freundlichst

  7. sondern eine systematische Bereicherung der Kapitaleigentümer auf Kosten des Restes der Gesellschaft

    Ja ja, Wein saufen und Wasser prädigen: Welcher Arbeitnehmer ist denn bereit z.B. seinen
    Krankenkassenbeitrag zusätzlich auf Basis seiner Kapitalerträge festsetzen zu lassen?
    Bei Selbständigen wird das gemacht. Mein Kapitaleinkommen kommt so der Gesellschaft zu
    Gute. Und Eures?

    Dieses heiße Eisen, welches den Krankenkassenbeitrag erheblich senken könnte,
    packt niemand an!

    • Das Unternehmertum mit seinem Neusprech muss beseitigt werden, sonst kann die Gesellschaft nie befriedet werden. Wer sich besser fühlt, weil er / sie Selbstständiger (im Kindergarten der Gesetze) ist, und auf die sogenannten „Arbeitnehmer“ *Hust* herabblickt, der hat schon gleich vom Honig des Klassendünkels gelutscht und ist im Folgenden für eine Umwandlung der Gesellschaft und eine Lösung der gesellschaftlichen Probleme nicht zu gebrauchen.
      Der Grund: Diese Personen sind so sehr von den Hypotheken der Vergangenheit belastet, dass ihnen gar nichts wirklich Neues kommen kann – sie sind dazu verdammt in ihrer alles umfassenden Hörigkeit nur das Bestehende zu bestätigen.

    • Welches Kapitaleinkommen? Das der normalen Arbeiter?
      Wovon träumen Sie Nachts?

      Wenn Sie so viel Kapitaleinkommen haben, das damit auch noch die Gesellschaft etwas hat, dann will ich mich erst mal brav dafür bedanken. Sehr lobenswert!

    • Wer sich besser fühlt, weil er / sie Selbstständiger (im Kindergarten der Gesetze) ist, und auf die sogenannten „Arbeitnehmer“ *Hust* herabblickt

      Ich fühle mich als sog. Selbständiger schlechter gestellt. Die Erklärung findest Du in meinem Beitrag.
      Ich schaue auf die sog. Arbeitnehmer herauf.

  8. Danke, Herr Trautvetter. Ich setze auch Hoffnung in die Aufstehen-Bewegung. Was anderes bleibt uns denn auch?

    Und ich verstehe nicht, dass dies der erste Kommentar zu diesem Artikel hier ist. Scheinbar ist es für viele interessanter, sich um Chemnitz und alles Mögliche zu streiten – anstatt endlich mal darüber zu sprechen, was verändert werden muss und was man konkret unternehmen soll.

    • Ja, Benjamin, da hast du wohl recht mit deiner Vermutung.
      Konkret was unternehmen, das ist wirklich die wichtigste Frage.
      Für das Volk gibt es nur einen Weg. Aufwachen oder (Aufstehen) und endlich den Weg beschreiten zu der auf
      der letzten Seite des GG geforderten “ Verfassung „. Dass der Weg dorthin nicht so ohne weiteres von der aktuellen
      Politik mitgegangen wird liegt auf der Hand. Und dass es auch verschiedene Auffassungen gibt, wie man das erreichen soll oder kann ist unbestritten. Aber ein Anfang sollte gemacht werden und dazu empfehle ich, schaut doch alle mal
      bei http://www.deine-verfassung.de UNVOREINGENOMMEN vorbei. Es lohnt sicht. freundlichst

    • Die „Aufstehen-Bewegung“ hat deshalb nicht mehr Artikel, weil es eine Scheinbewegung ist, mit der niemand durch ein inneres Band verbunden ist.
      Auch ihre hier geäußerte Verehrung dieser ominösen Bewegung ist letztendlich religiöser Natur – eine Heilsauffassung beschwingt Sie an eine „Bewegung“ zu glauben, die sie weder selbst spüren noch deren Protagonisten zu ihrem privaten Bekanntenkreis zählen.
      Die „Bewegung“ ist keine – sie wurde von Oben herab aus dem Boden gestampft, wie Linke es gerne versuchen. Diese geistige Totgeburt folgt einem Gesetz, dass die Geschichte den Linken immer wieder vor Augen führt, nämlich dass eine lebendige Bewegung nicht das Ergebnis vorgefasster Normen und Befehle von Oben sein kann – und dass eine solche vorgefertigte Struktur wie sie hier in die Tat umgesetzt werden soll in Wahrheit nur die Tat und die Initiative der Einzelnen verhindert und lähmt.
      Denn die Eigeninitiative der Einzelnen in Gemeinschaft muss sich selbst organisieren und eigen eWege dazu einschlagen – sonst ist alles nur abstrakte Vorstellung aus der dunklen Welt von Schemen und abstrakten Vorstellungen.
      Bewegungen können sich nur aus dem Alltag ergeben – Sie haben höchstens die Chance mit ihren wirklichen Bekannten und Freunden etwas zu starten – sich aber anonym im Internet zu vernetzen ist nichts weiter als das selbe Glaubensbekenntnis zu teilen: Schall und Rauch – kein Ergebnis der handfesten wirtschaftlichen und kulturellen Umstände menschlichen Lebens, sondern Totgeburten aus dem Reich der Vergeistigung und der Lippenbekenntnisse.

      „Was bleibt uns denn auch?“

      Was „uns“, ich bin ein Arbeiter, deshalb schreibe ich aus der Perspektive der Arbeiterklasse, nicht der Herrschenden oder der korrupten „Mittelklasse“, die man auch die Lutherklasse nennen könnte, also was „uns“ noch bleibt, ist die Verweigerung der Mitarbeit in einem Regime, dass uns gängelt und aussaugt.
      Auf diese Verweigerung muss man sich allerdings vorbereiten, denn sie soll uns ja nicht eine neue Diktatur bescheren, geschweige denn uns hungern lassen…

      Wir, also was Sie vorhaben im Leben weiß ich nicht, aber wir Arbeiter müssen die Betriebe übernehmen, von den Besitzenden und wir müssen lernen, wie man sie verwaltet. Das nennen wir Selbstverwaltung, ohne staatliche Bevormundung oder Bevormundung durch einen Klerus oder durch Reiche.
      Diese Selbstverwaltung mündet in ein neues Wirtschaftsystem der Gleichheit, nicht der Gleichmacherei. Dieses neue Wirtschaftsystem nennt man bspw. Kollektivwirtschaft oder Bedarfswirtschaft.
      Verwaltet wird es nicht durch die egoistischen Sonderinteressen der Reichen, sondern durch unsere lokalen Knotenpunkte eines föderalistischen Netzes aus syndikalistischen Börsenstrukturen. Lokale Selbstverwaltung, globale Vernetzung – Föderalismus, statt Zentralismus.
      Der Weg dahin geht nicht über die Diktatur des Proletariats, die die Sozialdemokratie und Marx beschworen haben, sondern nur über die Mittel der direkten selbstorganisierten Aktion der revolutionären Gewerkschaften. Das nennt man wiederum Anarcho-Syndikalismus, man kann es aber auch Syndikalismus nennen, da es im deutschen Sprachgebrauch nur diese eine Bewegung unter dem Namen „Syndikalismus“ gibt.
      Die Möglichkeit sich mit anderen Menschen über die Grenzen die die Reichen gezogen haben zu vernetzen und zu kooperieren ist da – dank Föderalismus und dem Überwinden der politischen Religion des Nationalismus.
      Die zu überwindende Religion der Wirtschaft ist die Theologie des Eigentums, die das bürgerliche Denken zentral ausfüllt und das die Arbeiterkreise vergiftet hat, weshalb sie heute – das muss man ehrlich sagen: politisch lethargisch sind, in der Hoffnung auf den irdischgewordenen Gott, den Staat. Das nennt man Sozialpartnerschaft.
      Eine weitere Bewegung ist die Kollektivierung der Betriebe. Man kann heute auch als Arbeiter einen Betrieb gründen und kann auf die klassische Struktur Ich Chef Du Nix verzichten – das nennt man dann Kollektivbetrieb.

      All diese Gedanken werden nie von der sogenannten „Sammlungsbewegung“ aufgegriffen werden, weil sie autoritär und vom Willen zur Macht geprägt ist. Sahra Wagenknecht ist die Theologin der staatlichen Macht, und sie stellt sich eine Art Public Private Partnership zwischen Aktivisten und Partei vor, bis die Partei wieder gestärkt aus dieser Partnerschaft hervorgehen kann, um dann schnell all die Aktivisten einzuverleiben oder zu vergessen.
      Niemals kann es sich so eine Bewegung leisten, den Staat an sich, als parasitäres Prinzip in der Gesellschaft auszuschalten, immer wird die „Bewegung“ an seinem Gängelbande kleben.
      Von hier droht nur Bolschewismus und dessen Wirkung auf die Freiheit des Menschen kennen wir zur genüge.
      Mögen wir nicht noch einmal auf unsere Roten und deren politische Kirchenorganisation hereinfallen!

    • “ was Sie vorhaben im Leben weiß ich nicht, aber wir Arbeiter müssen die Betriebe übernehmen, von den Besitzenden und wir müssen lernen, wie man sie verwaltet. Das nennen wir Selbstverwaltung, ohne staatliche Bevormundung oder Bevormundung durch einen Klerus oder durch Reiche.“

      Haben Sie das wirklich vor – oder ist das Ihr Traum?
      Ich frag mich, ob Sie Realitätsverweigerer sind.
      Wir haben z.Z. keine revolutionäre Situation.

      Ich halte „Aufstehen“ für ne gute Sache.
      Wir werden sehen was daraus wird.
      Es geht darum, die für den ganz normalen Bürger wichtige Inhalte z.B. im Bezug auf Soziale Verwerfungen in den Blickpunkt und damit ins Bewusstsein zu rücken.
      Ich bin der Meinung das man mit sozialen Themen mehr Leute erreicht, als eine Revolution heute vom Zaun zu brechen.
      Es geht auch nicht um “ vorgefasster Normen und Befehle von Oben“.
      Jeder der will kann am Programm mitarbeiten.
      Sie können ja die Idee einer Revolution einbringen, aber sein sie dann nicht enttäuscht wenn es (momentan) nur geringen Anklang findet.

    • Moin, Benjamin, in der Tat ist es eine gute Zusammenfassung von B. Trautvetter! Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufuegen, und von daher vielleicht ein Grund, warum es wenige Kommentare dazu gab.
      Ansonsten denke ich, dass wir die Möglichkeiten nutzen sollten ueber die Seite von #Aufstehn Vorschläge zu machen und zu diskutieren.

    • Moin, Jean Heffner!
      Sie bringen ja wirklich alles in Anschlag, was diese Initiative diskreditieren könnte!
      „Scheinbewegung“, „ominösen Bewegung (mit) religiöser Natur“, „geistige Totgeburt“, „aus dem Boden gestampft, wie Linke es gerne versuchen“.
      Und wenn ich dann lese, dass „wir“ die Betriebe uebernehmen muessen, dann frage ich mich schon, ob wir in der gleichen Welt leben, denn ich erkenne nicht, dass wir in einer vorrevolutionären Zeit leben, die diese Vorhaben auf die Tagesordnung gesetzt hat.
      „Der Weg dahin geht nicht über die Diktatur des Proletariats, die die Sozialdemokratie und Marx beschworen haben, sondern nur über die Mittel der direkten selbstorganisierten Aktion der revolutionären Gewerkschaften.“
      Ja, in der Tat kann man schon Revolutionsluft schnuppern, wenn man sich die Gewerkschaften (hier die Fuehrer) anschaut.
      Nein, Jean Heffner, wir muessen leider kleine Brötchen backen hier. Es scheint noch keine Revolution vom Morgenhimmel.
      Das was feststeht sind z.Z. etwas mehr als 100000 Menschen, die Interesse haben an linker Veränderung, die wir so dringend brauchen! Hier sollten Sie sich einbringen! Dann kann man vielleicht auch in Zukunft Betriebe kollektivieren.

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