Beweise, bitte!

Eine nüchterne Analyse des Mordversuchs an Sergej und Yulia Skripal.

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

von Andreas von Westphalen.

Nach dem Mordversuch an dem ehemaligen russischen Spion Sergej Srkipal und seiner Tochter Yulia sieht Großbritannien in Russland den Schuldigen. Außenminister Johnson klagt den russischen Präsidenten Wladimir Putin sogar persönlich an. Und die Medien? Statt aufzuklären werfen sie – ohne jeden Beleg für eine russische Schuld – die Frage auf, ob die Vorkommnisse nicht längst den NATO-Bündnisfall ausgelöst hätten. Rechtsstaatlichkeit sieht anders aus.

Bei dem Mordversuch am 4. März, bei dem auch ein Polizist vergiftet wurde, kam angeblich das Nervengas Nowitschok zum Einsatz. Die britische Regierung geht davon aus, dass Russland „höchstwahrscheinlich schuldig sei“ und stellte Russland ein Ultimatum, sich zu erklären. Nachdem Russland das Ultimatum verstreichen ließ, wies die britische Regierung 23 russische Diplomaten aus. Russland antwortete mit der Ausweisung 23 britischer Diplomaten.

Die diplomatischen Drohungen waren damit jedoch noch lange nicht beendet. Am 15. März gaben Deutschland, Frankreich und die USA eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie Großbritannien unterstützen und deren Verdächtigung teilen. Der britische Außenminister Boris Johnson, der nicht unbedingt für seinen diplomatischen Ton bekannt ist, geht sogar noch einen Schritt weiter und spricht öffentlich von einer direkten Schuld des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Es sei „äußerst wahrscheinlich, dass es seine Entscheidung war“(1).

Keine Frage, die Lage ist derzeit sehr angespannt und es ist gewiss nicht die schlimmste zu erwartende Konsequenz, wenn Boris Johnson seiner Mannschaft nicht bei der Fußball-WM im Stadion zujubelt. Seriöse Medien wie Die Zeit und die Tagesschau fragen sogar, ob der Einsatz von Chemischen Waffen auf dem Gebiet der NATO nicht den Bündnisfall auslösen wurde — wobei diese Frage auf der Webseite der Tagesschau inzwischen gelöscht wurde(2).

Harte Anschuldigungen bedürfen harter Beweise

Der Ton der Anschuldigungen ist hart. Aber worauf begründet sich die Schuldzuweisung genau und welche Beweise liegen auf dem Tisch? Nach dem Blick auf die gemeinsame Erklärung von Deutschland, Frankreich und den USA lässt sich zusammenfassen, dass diesen Ländern keine Beweise seitens Großbritanniens vorgelegt wurden. Es heißt schlicht:

„Das Vereinigte Königreich hat seinen Partnern gegenüber im Detail dargelegt, dass Russland mit hoher Wahrscheinlichkeit die Verantwortung für diesen Anschlag trägt“(3).

Das erinnert ein wenig an die USA, die dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder 25 Minuten Zugang zu ausgewählten Akten gewährten, um ihn von dem angeblich eindeutigen Beweis, Saddam Hussein besitze Massenvernichtungswaffen, zu überzeugen. Aber der Reihe nach.

Das Opfer

Wer liest oder hört, dass auf einen ehemaligen russischen Spion ein Mordversuch unternommen wurde, hat schnell eine instinktive Schuldzuweisung parat: Er macht dafür das Land verantwortlich, für das er spioniert hat. Wer sonst sollte Interesse am Tod eines ehemaligen Spions haben?

Die Lage ist aber deutlich komplizierter. Im Jahr 2006 wurde Skripal in Russland verurteilt, weil er als russischer Spion dem britischen Geheimdienst MI6 die Identitäten von russischen Spionen verraten hatte, die undercover in Europa arbeiteten. Er wurde daraufhin für 13 Jahre verurteilt und 2010 vom damaligen russischen Präsidenten Dimitri Medwedew begnadigt. Skripal kam im Rahmen eines Gefangenenaustausches frei und lebt seitdem in London (4).

Waleri Morosow, ein Exil-Russe, der in Russland um sein Leben fürchtete und nach Großbritannien floh, um dort Asyl zu erhalten, zweifelt an dem Interesse Russlands, seinen Ex-Spion zu ermorden:

„Für Moskau war Skripal nicht besonders bedeutend. Davon bin ich überzeugt. Das wird jetzt nur so dargestellt.“

Seine Erklärung hierzu ist einleuchtend:

„Er hat nur 13 Jahre Arbeitslager als Strafe erhalten. Das hätte wesentlich schlimmer für ihn ausgehen können. Ich war im Militär und Diplomatischen Dienst tätig und bin mir daher auch sicher: Mit dem Austausch nach Großbritannien war der Fall für den russischen Geheimdienst erledigt. Skripal hatte seine Strafe erhalten und diese akzeptiert. Daher konnte er auch danach weiter Kontakte nach Russland pflegen, etwa in die Botschaft. Ich bin daher der Meinung, sie hatten keinen Grund, ihn nun zu vergiften. In Russland interessiert sich doch niemand mehr für Agenten wie ihn“ (5).

Betrachtet man die genannten Fakten nüchtern, bleibt die Frage bestehen: Aus welchem Grund sollte Russland nun den Tod Skripals wünschen, der sein inzwischen veraltetes Wissen über die Identität von russischen Spionen bereits vor mehr als einem Jahrzehnt dem MI6 preisgegeben hatte? Was ist das Motiv?

Das Motiv

In der gemeinsamen Erklärung Deutschlands, Frankreichs und der USA heißt es:

„Wir teilen die Einschätzung des Vereinigten Königreichs, dass es keine plausible alternative Erklärung gibt.“

Diese Begründung macht – gelinde gesagt – etwas sprachlos. Welcher Richter würde eine Anklage annehmen, nur weil als einziger Mörder der eifersüchtige Ehemann in Frage kommt?

Waleri Morosow sieht die Täterfrage keineswegs alternativlos:

„Die Täter profitieren von einer günstigen weltpolitischen Lage: Wenn etwas in Großbritannien in dieser Art geschieht, wird direkt Putin verantwortlich gemacht. In dieser Hinsicht ist Großbritannien der Himmel für Kriminelle aus Russland. Und von denen gibt es hier viele“(6).

Der Journalist Misha Glenny, Mafiaspezialist und Autor einer BBC-Serie über die russische Mafia, findet den Vorwurf gegen Russland ebenfalls keineswegs alternativlos:

„Skripal war Teil eines Agentenaustauschs; über seinen Fall haben die britische wie die russische Seite ein Protokoll unterzeichnet. In der Theorie heißt es, wer Teil eines Agentenaustauschs war, ist geschützt vor Attacken der anderen Seite. Ich sehe vier Möglichkeiten. Entweder der Kreml hat beschlossen, dieses Protokoll bewusst zu missachten, was ich für unwahrscheinlich halte. Oder innerhalb des russischen Geheimdienstes hat jemand auf eigene Faust gehandelt. Oder es war ein anderer Geheimdienst. Oder Skripal selbst hat das Protokoll missachtet und war wieder geheimdienstlich tätig“ (7).

Genauso nahe liegend wie Russland als erster Verdächtiger erscheint, so widersinnig erscheint die These aus einer anderen Perspektive: Warum sollte die russische Regierung nur wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl, bei der laut Umfragen Putin quasi uneinholbar vorne steht, einen Mordauftrag in Großbritannien ausführen lassen?

Warum nur wenige Monate vor einem für das Land so wichtigen Ereignis wie die Fußball-WM? Warum mit einem Nervengas, das angeblich eindeutig Russland als Schuldigen ausmacht? Warum führt das Nervengas nicht zum sofortigen Tod? Warum ist „Nowitschok“, das seit 1970 unter der Prämisse entwickelt wurde, von NATO-Ländern nicht identifizierbar zu sein, innerhalb von drei Tagen von britischen Wissenschaftlern identifiziert worden?

Das Nervengas

Die Tagesschau erklärt sehr prägnant die Hintergründe zu dem angeblich benutzten Nervengas: „Nowitschok“ („Neuling“) wurde in den 1970er- und 1980er-Jahren in der Sowjetunion als chemischer Kampfstoff entwickelt. Es soll rund 100 Varianten geben. Das als feines Pulver eingesetzte Gift besteht vermutlich aus zwei für sich harmlosen Komponenten, die beim Mischen hoch gefährlich werden. Es soll vielfach stärker wirken als herkömmliche militärische Giftgase. Ein beteiligter Wissenschaftler, Wil Mirsajanow, enthüllte 1992 die Existenz des Nowitschok-Programms. Er emigrierte 1994 in die USA“ (8).

Folgt man dieser Darstellung erscheint die Schlussfolgerung zwingend, dass es Russland war (weil nur dieses Land das Nervengas besitzt) oder Nowitschok aus ihrem Bestand verloren gegangen sein muss. Ganz in diesem Sinne argumentiert die Premierministerin Theresa May:

„Entweder war dies eine direkte Handlung des russischen Staates gegen unser Land oder die russische Regierung hat die Kontrolle über ihr Nervengas verloren, das katastrophalen Schaden anrichten kann, und erlaubt, dass es in die Hände anderer gerät“ (9).

Der Ton in der eingangs erwähnten gemeinsamen Erklärung ist nur auf den ersten Blick identisch:

„Der Einsatz eines militärischen Nervenkampfstoffs eines Typs, wie er von Russland entwickelt wurde.“ Die Formulierung macht stutzig. Denn es heißt hier ausdrücklich nicht, dass das im Mordversuch verwendete Nervengas in Russland hergestellt und gelagert wurde, sondern ausschließlich, dass es sich um einen Typ handelt „wie er von Russland entwickelt wurde“.

Der ehemalige britische Botschafter in Usbekistan Craig Murray weist zu Recht darauf hin, dass auch in allen Verlautbarungen der britischen Regierung stets genau diese Formulierung verwendet wird, wenn sie die Herkunft des verwendeten Nervengases genauer bestimmt (10).

Das Prozedere

Das von der britischen Regierung gewählte Prozedere zur Aufklärung des Mordversuches ist merkwürdig. Da es sich hier um den Einsatz einer Chemiewaffe handelt, müsste Großbritannien eigentlich ein Verfahren bei der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) einreichen. Daraufhin müsste die OPCW Russland innerhalb von 24 Stunden um Aufklärung bitten, für die dem Land zehn Tage gewährt werden (12).

Zwar hat London die OPCW am 8. März informiert und Russland aufgefordert, dem OPCW „eine vollständige und komplette Offenlegung“ zu geben (13). Aber London hat kein Verfahren beim OPCW eingeleitet. Jens Berger hat in einem detaillierten Artikel diesen besonderen Aspekt herausgearbeitet:

„Großbritannien hat also entgegen des klar festgelegten Verfahrensablaufs der Chemiewaffenkonvention die Phasen der Klarstellung und Feststellung übersprungen und geht gleich zu einem Verfahrensschritt über, der im Maßnahmenkatalog eigentlich erst viel später auftaucht“ (14).

Stattdessen hat Großbritannien den UN-Sicherheitsrat angerufen (15).

Interessanterweise besteht Russland wiederum genau auf der Einhaltung des Verfahrens. Daher erklärte der russische Botschafter bei der OPCW:

„Unsere britischen Kollegen sollten sich daran erinnern, dass Russland und das Vereinigte Königreich Mitglieder der OPCW sind, das einer der erfolgreichsten und wirksamsten Mechanismen zur Abrüstung und Nicht-Weiterverbreitung darstellt. Wir rufen sie auf, die Ultimaten und Drohungen zu unterlassen und zum rechtlichen Rahmen der Chemiewaffenkonvention zurückzukehren, der es ermöglicht, diese Art von Situation zu lösen. Wenn London ernsthafte Gründe für den Verdacht hat, Russland würde die CWC (Chemical Weapons Convention) verletzen – und die Erklärung des angesehenen Botschafters Peter Wilson zeigt, dass dem so ist –, empfehlen wir, dass Großbritannien sofort das Verfahren nach Absatz 2 von Artikel 9 der CWC in Anspruch nimmt. Dieses ermöglicht, uns auf einer bilateralen Grundlage offiziell zu kontaktieren, um Fragen, Zweifel oder Bedenken jeglicher Art auszuräumen“ (16).

Darüber hinaus formuliert der russische Botschafter zwei Forderungen, die nachvollziehbar erscheinen:

„Eine faire Warnung: Wir benötigen substanzielle Beweise für die angebliche russische Spur in diesem bedeutenden Fall. Großbritanniens Behauptungen, sie hätten alles, und ihre weltberühmten Wissenschaftler hätten unwiderlegbare Informationen, die sie uns aber nicht geben werden, werden nicht akzeptiert. (…) Darüber hinaus wäre es in diesem speziellen Fall legitim für die britische Seite, Hilfe vom Technischen Sekretariat der OPCW zu ersuchen, um die Analyse der verfügbaren Proben, die angeblich Spuren einer Chemiewaffe in Salisbury aufweisen, in einem unabhängigen Labor durchführen zu lassen.“

Die britische Regierung hat nun bei der OPCW angefragt, eine unabhängige Untersuchung des benutzten Nervengases durchzuführen. Am 19. März – also mehr als zwei Wochen nach dem Mordversuch – wird die Ankunft der Wissenschaftler in London erwartet (17).

Sowjetunion ist nicht Russland

Hamish de Bretton-Gordon, ein britischer Chemiewaffenexperte erklärte, Nowitschok sei in Schichany, Zentral-Russland, entwickelt und produziert worden. Ihm zufolge findet sich diese Informationen in einem Bericht, den Russland vor einigen Jahren der OPCW vorlegte (18).

Wie die US-amerikanische Beraterin für Geopolitik Stephanie Fitzpatrick in der New York Times schrieb, wurde Nowitschok bis 1993 in Nukus, Usbekistan, getestet, ohne Wissen der dortigen Regierung und unter Missachtung der von Moskau unterzeichneten Chemiewaffenverträge. Dann zogen die letzten russischen Wissenschaftler dort ab (19).

Zwischen 1998 und 2003 wurde die Anlage in Nukus unter Aufsicht der USA, die von der usbekischen Regierung um Hilfe gebeten worden waren, abgebaut und dekontaminiert. Offiziell wurde dem US-Senat der vollständige Abbau der Anlage gemeldet (20).

Auch Craig Murray, zum damaligen Zeitpunkt britischer Botschafter in Usbekistan, bestätigt dies:

„Ich habe die Chemiewaffenanlage von Nukus selber besucht. Sie wurde von der US-Regierung abgebaut, dekontaminiert und die Bestände zerstört sowie das Equipment weggebracht. Ich erinnere mich an die Beendigung, als ich dort als Botschafter tätig war“ (21).

Murray geht noch einen Schritt weiter und betont, es gebe keinen Beweis dafür, dass Nowitschok in Russland existiert habe. Dem widerspricht die Aussage von Hamish de Bretton-Gordon.
Hamish de Bretton-Gordon bestreitet, dass Nowitschok jemals in Nukus hergestellt wurde. Wil Mirsajanov, der jedoch deutlich näher am tatsächlichen Geschehen war, erklärt, dass in Nukus zwischen 1986 und 1989 Nowitschok getestet wurde (22).

Wenn Nowitschok tatsächlich in Nukus existiert hat, heißt das konkret, dass die USA theoretisch von der Produktion von Nowitschuk gewusst haben könnten. Es würde schon sehr erstaunen, dass sich die USA die Gelegenheit entgehen ließen, Samples aktueller russischer Geheimforschung an Chemischen Waffen mitzunehmen.

Es ist äußerst überraschend und angesichts der glasklaren Verdächtigung seitens Großbritanniens schlicht erstaunlich, dass sich nicht einmal mit absoluter Sicherheit sagen lässt, an welchem Ort der ehemaligen UdSSR zuletzt an Nowitschok geforscht wurde. Klärung können hier nur die Dokumente der OPCW bringen.

Russland hat offiziell keine Chemiewaffen mehr

Während die USA die vollständige Vernichtung ihrer Chemiewaffen für 2023 geplant haben, hat Russland die Zerstörung ihrer 40.000 Tonnen chemischer Waffen bereits im Oktober 2017 abgeschlossen. Dies wurde offiziell in einer Feier der OPCW bekannt gegeben (23).

Die Inspekteure der OPCW hatten somit Zugang zu allen Laboratorien für chemische Kampfstoffe und haben die Zerstörung überwacht. Also auch in der angeblich von der OPCW erwähnten Anlage in Schichany. Wohlgemerkt gehört auch Großbritannien der OPCW an und man darf annehmen, dass auch britische Inspekteure bei der Kontrolle in Russland vor Ort waren.

Der britische Botschafter bei der OPCW Peter Wilson gratulierte noch im November 2017 persönlich dem Direktor für die erfolgreiche, überwachte Vernichtung des gemeldeten russischen Chemiewaffenarsenals. Kein Wort der Kritik, dass Russland noch Chemiewaffen versteckt haben könnte (24).

Also alles gut? Nein, die Begeisterung im November letzten Jahres hinderte Wilson nicht daran, vor wenigen Tagen zu behaupten, Russland habe jahrelang nicht sein vollständiges Arsenal an Chemiewaffen offengelegt (25).

Die verworrene Geschichte des Nowitschuks

Die Geschichte des angeblich verwendeten Nervengases ist kompliziert, was die Selbstverständlichkeit schwer nachvollziehbar macht, mit der London auf Moskau als Strippenzieher zeigt. Ein Beratergremium der OPCW machte im Jahr 2013 eine für den Fall Skripal bedeutsame Erklärung:

„Das Beratergremium SAB hat keine ausreichenden Informationen, um die Existenz oder die Besitztümer von ‚Nowitschok‘ zu kommentieren“ (26).

Das Problem: Es gebe einfach zu wenig verlässliche Informationen (27).

Existiert Nowitschuk überhaupt?

Im Jahr 2016 kam niemand anderes als Robin Black, der Leiter des Detection Laboratory, der einzigen britischen Chemiewaffenforschungseinrichtung in Porton Down, zu einem noch bemerkenswerteren Ergebnis: Es stehe nicht sicher fest, ob es Nowitschok wirklich gibt. Die einzige schriftliche Quelle hierfür sei Mirsayanovs zehn Jahre altes Buch (28).

Die Einschätzung Blacks ist umso wichtiger, weil die Inspekteure der OPCW zu diesem Zeitpunkt Zugang zu allen russischen Laboratorien für chemische Kampfstoffe hatten und dennoch Nowitschok nicht in die offizielle Liste der Chemiewaffen aufgenommen haben. Daher kann man daraus nur schlussfolgern, dass nach Kenntnisstand der OPCW den Russen die vermutlich angestrebte Synthese eben nicht gelungen ist. Die Medien haben darüber jedoch bis heute nicht berichtet.

Existiert ein Sample?

Eine kleine Frage sei zwischendurch erlaubt. Wenn die britischen Wissenschaftler innerhalb von drei Tagen das verwendete Nervengas als ein Nowitschuk identifizieren konnten, das angeblich nur in Russland produziert werden kann (obwohl interessanterweise diese deutlichen Worte so nie benutzt werden), stellt sich die Frage: Wie konnten sie das eigentlich schaffen?

Denn wie will man einen chemischen Kampfstoff einwandfrei identifizieren, dessen man noch nie zuvor habhaft werden konnte? Womit will man das gefundene Nervengas vergleichen, um es einwandfrei identifizieren zu können, wenn man kein Vergleichssample besitzt? Und man darf davon ausgehen, dass die Briten kein Vergleichsample haben, denn ansonsten wären sie ja selbst in der Lage, es zu produzieren.

Oder wie kämen sie in dessen Besitz, wenn es nur in Russland produziert wurde und noch nie zum Einsatz kam? Großbritannien hätte in diesem Fall auch internationales Recht gebrochen, weil sie die Existenz des Nowitschok nicht der OPCW gemeldet hätten.

Die entscheidende Frage aber: Wieso stellt kein Journalist der britischen Regierung diese Fragen? Und weshalb verlangen nicht die deutsche, französische und US-amerikanische Regierung diese Informationen, bevor sie eine gemeinsame Erklärung formulieren?

Eine Bombe

Am 16. März veröffentliche Craig Murray eine Bombe. Er erhielt von einer höher gestellten Persönlichkeit die Information, dass die Wissenschaftler von Porton Down, der einzigen britischen Chemiewaffenfabrik, nicht in der Lage waren, das im Mordversuch verwendete Nervengas als eindeutig in Russland produziert zu identifizieren. Daher weigerten sie sich trotz politischen Drucks, dies offiziell zu bestätigen, sodass man sich auf die Wendung einigte: „ein Typ, der in Russland entwickelt wurde“ (29).

Niemand widerlegt Craig Murray

Nach den zwei, drei extrem wichtigen Blogeinträgen von Craig Murray, die zu 300.000 Lesern, 12.500 Tweets und 8 Millionen Reaktionen führte, bemerkte Murray vielsagend: Kein Journalist hatte ihn öffentlich der Lüge und Falschdarstellung bezichtigt und vorgeführt. Der Verdacht liegt tatsächlich nahe, dass kein Journalist Material an der Hand hat, die bahn brechenden Vorwürfe Murrays zu entkräften.

Daher kann man ihm auch nur zustimmen: Es ist ein Skandal, dass kein Journalist die britische Regierung darauf aufmerksam macht, dass sie stets nur die Redewendung „Typ, der in Russland entwickelt wurde“ benutzt und nie nachfragt:

„Können Sie bestätigen, dass das im Mordversuch verwendete Nervengas tatsächlich in Russland produziert wurde?“

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Aber es passiert nicht (30).

Iran kann es!

Der nächste Akt im Fall Skripal ist die Tatsache, dass es dem Iran bereits 2016 gelungen ist, Nowitschok aus kommerziell erwerblichen Stoffen herzustellen. Der Iran tat dies in Kooperation mit der OPCW. Das Land meldete auch umgehend den Erfolg und die OPCW nahm Nowitschuk auf die Liste chemischer Kampfstoffe (31). Damit fällt jedoch das entscheidende Schlüsselargument endgültig in sich zusammen, dass das verwendete Nervengas nur in Russland hergestellt werden kann.

Spätestens jetzt sollte Jeder, dem auch nur ansatzweise an einem friedlichen Miteinander auf diesem Planeten gelegen ist, auf einer unabhängigen Untersuchung bestehen. Plumpe unbewiesene Schuldzuweisungen helfen niemandem.

Die britische Regierung verteidigt sich

Schließlich ließ die britische Regierung die Darstellungen von Craig Murray nicht auf sich sitzen und veröffentlichte gestern, am 18. März, eine Darstellung:

„Wir haben keine Ahnung, worauf Craig Murray sich bezieht.“

Dann eine überraschende Feststellung:

„Es ist klar, dass es sich um ein Nervengas handelt, das in Russland entwickelt wurde.“

Der Aufwand ist erstaunlich, hatte Murray doch darauf hingewiesen, dass die britische Regierung genau diese Formulierung immer benutzt, jedoch nie davon spricht, das Nervengas sei in Russland produziert worden. Was genau soll also die britische Veröffentlichung belegen und beweisen (32)?

Boris Johnson greift an

Wenige Stunden nach dieser unbeholfenen Darstellung pfeift Boris Johnson zum Angriff und überbietet bei weitem alle bisherigen Anschuldigungen gegen Russland:

„Tatsächlich haben wir (eine) Information(en), die darauf hinweisen, dass Russland innerhalb der letzten zehn Jahren die Anlieferung von Nervengas zum Zweck von Attentaten erkundet hat. Und ein Teil dieses Programms beinhaltete auch, Mengen von Nowtischok zu kreieren und zu lagern“ (33).

Zum ersten Mal spricht damit ein Mitglied der britischen Regierung explizit den Vorwurf aus, das Nervengas sei in Russland produziert worden. Wie Johnson an einem Sonntag innerhalb weniger Stunden seine Meinung ändern konnte, wird vermutlich ein Geheimnis bleiben.

Ein Geheimnis, das sich vielleicht dadurch erklärt, dass er seine Sprache sehr geschickt wählt. Er spricht eben genau nicht von Beweisen, sondern von Information(en) (im Englischen ist der Singular vom Plural nicht zu unterscheiden).

Er spricht von „innerhalb“ der letzten zehn Jahre. Das kann sowohl heißen, das gesamte Jahrzehnt oder einen Tag lang vor zehn Jahren. Erstaunlich also, wie vage er formuliert, obwohl er die Stufe der Anschuldigungen noch einmal deutlich erhöht und die Spannung zwischen beiden Ländern noch weiter anwachsen lässt.

Überraschend auch, dass er solch einen radikalen Richtungswechsel in den Äußerungen zum Mordversuch an einem Sonntag macht. Wie Craig Murray aus eigener Erfahrung erklärt, müssen solche Offenlegung von geheimen Informationen mit verschiedenen Geheimdienststellen abgesprochen sein. Daher muss deren Zustimmung höchstwahrscheinlich bereits am Freitag erfolgt sein. Warum also informiert die britische Regierung dann nicht das Unterhaus und die OPCW hiervon, sondern schickt den Außenminister am Wochenende ins Fernsehen?

Einmal mehr kann man nur hoffen, dass die britische Regierung ihren extremen Anschuldigungen auch wirklich Taten folgt lässt, indem sie nicht nur von Beweisen spricht, sondern diese tatsächlich präsentiert und einer wirklich unabhängigen Untersuchung zur Verfügung stellt.

Heute, am 19. März, werden nach Johnsons Aussage die Forscher der OPCW erwartet, um die Samples des beim Mordversuch verwendeten Nervengases zu untersuchen (34). Man darf sehr gespannt sein. Die Frage, wie Russland in den letzten zehn Jahren Nowitschuk entwickeln und lagern konnte, wenn sie zeitgleich bis Oktober 2017 von internationalen Inspekteuren der OPCW überwacht wurden, bleibt ein Geheimnis.

Insbesondere wenn man bedenkt, dass Nowitschok offenbar so kompliziert zu synthetisieren ist, dass man hierfür vermutlich eine geeignete Chemiewaffenanlage benötigt. Diese wurden aber mit Sicherheit von der OPCW genauestens überwacht. Des Weiteren wäre interessant zu erfahren, weshalb sich die Experten zwei Wochen zur Analyse auserbeten, während die Briten bereits nach drei Tagen mit ihrem Ergebnis offiziell Russland verdächtigt haben (35).

Ansonsten Anthrax

Leider viel zu schnell ist der Anthrax-Fall in den USA nach dem 11. September in allgemeine Vergessenheit geraten. Fünf Menschen kamen ums Leben und 17 wurden verletzt. Zuerst galten Al-Qaida als eindeutiger Verdächtiger, dann der Irak.

Das FBI leitete die größte Untersuchung in seiner Geschichte ein. Schließlich viel der Verdacht auf einen US-Amerikaner, auf einen US-amerikanischen Mikrobiologen, der schließlich Selbstmord beging. Später reichte niemand anderes als der Leiter der FBI-Untersuchung zwischen 2002 und 2006 Klage gegen einige Mitarbeiter des US-Justizministeriums und des FBI ein. Bis heute sind die Anthrax-Morde, die so eindeutig erschienen, noch immer nicht geklärt (36).

Ein kleine Satire

Craig Murray versucht es unterdessen mit Humor:

„Genosse Putin, wir haben erfolgreich im Geheimen in den letzten zehn Jahren Nowitschok gelagert und vor den Inspektoren der OPCW versteckt. Wir haben unsere Agenten in geheimen Tötungstechniken durch Nowitschok trainiert. Das Programm hat mehrere Hundert Millionen Dollar gekostet, aber nun sind wir bereit. Natürlich wird, wenn wir es zum ersten Mal benutzen, unser Geheimnis enthüllt sein und wir massiven internationalen Blowback erleiden. Also wer soll unser erstes Opfer sein? Der Chef eines fremden ausländischen Geheimdienstes? Ein führender Jihadist in Syrien? Ein wichtiger Nuklearforscher? Oder sogar der Chef eines Landes? Nein. Es gibt da einen alten Mann in Rente, der in Salisbury lebt, wie ich weiß. Wir haben ihn vor Jahren aus dem Gefängnis entlassen…“ (37).
# Aber wer war es denn jetzt?
Heißt das, dass Russland nicht für den Mordversuch an Sergej Skripal zuständig ist? Nein, selbstverständlich lässt sich diese Möglichkeit nicht zweifelsfrei ausschließen. Aber genauso wenig lässt sich zweifelsfrei urteilen, dass die russische Regierung dafür verantwortlich ist.

In einem Rechtsstaat müssen glücklicherweise die Ankläger ihre Anschuldigungen beweisen. Der Angeklagte nicht seine Unschuld. Damit die Parallelen dieses Vorfalls nicht weiter den massiven Vorwürfen gegen Saddam Hussein entsprechen, hilft nur eins:

Medien, die nach Beweisen verlangen, keine Vorverurteilung vornehmen, sondern auch gegenüber Russland das Recht der Unschuldsvermutung gelten lassen, auf das jeder Rechtsstaat aus gutem Grunde stolz ist und – last but not least –, Medien, die die wirklich wichtigen Fragen stellen. Fangen wir vorne an: „Können Sie bestätigen, dass das im Mordversuch verwendete Nervengas tatsächlich in Russland produziert wurde?“

Entscheidend ist jedoch eine wirklich unabhängige Untersuchung, die die Beweise offenlegt und die zentralen Fragen beantwortet.

Bei all den aktuellen diplomatischen Muskelspielen, die zunehmend beunruhigende Dimensionen annehmen, sollte man zudem einen zentralen Gedanken nicht vergessen: Die Hoffnung auf die Genesung der Opfer.

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Dieser Beitrag erschien am 20.3.2018 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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47 Kommentare zu: “Beweise, bitte!

  1. Ich denke, man muss das in generellem Kontext sehen, und zwar in dem des ‚Brexit‘.
    Meines Erachtens war der ‚Brexit‘ und vor allem die Propaganda für den ‚Brexit‘ der – diesmal leider erfolgreiche – Versuch gewisser ‚Eliten‘, besonders in den USA, Großbritannien wirklich klein zu machen. Ein Jahrhunderte alter Traum amerikanischer Politiker vom „Little Britain“ wird nun Realität.
    Unter einem solchen Aspekt wird klar, wie Politifiguren wie Boris Johnson wirklich einzuschätzen sind, und auch wie dubios Theresa May wirklich ist und welcher Niedergang den britischen Nationalisten bevorsteht.
    Da haben Leute, die die Beziehungen zwischen Nationen torpedieren wollen, erschreckend leichtes Spiel.
    Natürlich muss dieses Verbrechen aufgeklärt werden, aber umso mehr daneben ist das Verhalten der britischen Regierung, denn natürlich klärt man Verbrechen nicht auf, indem man kriegsähnliche Propaganda gegen ein ganzes Land macht. Die Vorstellung, dass die eiskalt und professionell agierende russische Regierung einen derartigen Unfug begeht wie ihr hier unterstellt wird, ist so absurd, dass es weitaus mehr Indizien bedürfen würde, um überhaupt einen Anfangsverdacht zu haben.
    Ich muss der russischen Regierung in diesem Punkt zustimmen. Dass Typen wie Boris Johnson die Politik einer Nuklearmacht bestimmen, ist noch(!) bedenklicher als dass Putin das macht.
    Die EU und die NATO müssen natürlich Geschlossenheit zeigen. Little Britain ist NOCH in der EU. Aber ich erwarte, dass dieses Thema ohne jede Nachteile für Unschuldige abgehandelt wird.

    PS: Ich halte den Einsatz der Türkei in Afrin für berechtigt und ich halte es für das Mindeste, dass die NATO ihrem wichtigsten Mitglied überhaupt, und das ist die Türkei, nicht auch noch in den Rücken fällt. Es ist sehr positiv, dass auf diese drastische Weise endlich die unsinnige Politik der USA, die darin besteht, kriminelle Terrorgruppen zu bezahlen, beendet wird.

    Das ist nicht zu vergleichen mit dem Krieg der russischen Regierung in der Ukraine. Die Ukraine ist nicht wie Nordsyrien von Terroristen besetzt gewesen..!
    Kubicki (FDP) ist es, der Ungleiches gleich einschätzt, und das ist mindestens unpassend.

    • Entweder sie sehen nicht britisches Fernsehen, oder ihr english genügt nicht.
      Briten hatten die Nase voll von nicht kontrolierbare Immigration aus Ost Europa, von EU Idiotiën wie schliessen van Benzin Pumpen in Dörfern, die da viele Jahrzehnte waren, von nähen von weiss ich wie viele Etiketten in produzierte Kleidung, von verbieten von Staubsauger mit mehr als 750 Watt.
      Sie wollen einfach ihr Land zurück.
      Warum May dieses Theater macht, man kann nur vermutungen haben.
      Meine ist das Brussel gesagt hat ‚mach deutlich das du an unsere Seite stehst in unserer Krieg gegen Russland, dan bekommst du deine Teilnahme an EU Markt‘.
      Schmutzige Sache, Politik, wie Sartre wusste.

    • PS: Ich halte den Einsatz der Türkei in Afrin für berechtigt

      Zusammen mit der Syrischen Armee ja. Mit FSA-Kämpfern, wie es derzeit läuft, gar nicht.

      Warum May dieses Theater macht, man kann nur vermutungen haben.

      Macht aus der Not eine Tugend.

  2. Tut mir leid aber dieser Artikel ist überhaupt nicht aufschlussreich und Ziel führend.
    Es werden immer mehr Fäden gesponnen und bis an ihre unerfindlichen Ursprünge zurückverfolgt, sich in kleinste Details vertieft, immer mehr Aussagen getätigt, überprüft, verworfen, als falsch oder richtig dargestellt usw…
    Im Klartext: Verzettelt.
    Oder: So viel Staub aufgewirbelt bis man gar nichts mehr sieht.
    Frage: was hätte der Russische Präsident an einem Attentat dieser Art zu dieser Zeit in dieser Form zu gewinnen?!
    Fakt ist: kaum war Skripal und seine Tochter im Krankenhaus war klar wer es gemacht hat (der Russe wars, Putin höchstselbst) und mit welchem MIttel das Attentat ausgeführt wurde (Novichock, russicher Herkunft, natürlich…)
    Und noch ein Fakt, nicht nur Theresa Mey, sondern auch Merkel, Macron usw. beschuldigen Russland oder gleich Putin.
    Und ALLE MSMedien blasen ins selbe Horn.
    WER nimmt denn dieses Kindergartengeschrei noch ernst?!
    Kann man das ernst nehmen?!
    Die Erfahrung der Vergangenheit zeigt, immer wenn CW eingesetzt wurden, war es eine Fals Flag, eine Lügengeschichte, angezettelt vom „Werte“Westen.
    Wer hat die letzten hundert Jahre intrigiert, gelogen und betrogen?!
    War das das British Empire?!
    Für mich ist völlig klar, dass dies nur wieder eine Intrige, eine Lüge mehr ist.
    Von zutiefst verachtenswerten Kreaturen, die sich allein schon in ihrem Betragen als wirkliche Staatsmänner disqualifizieren.
    Diese Kreaturen sind nur destruktiv, sie haben NICHTS Gutes im Sinn.
    WIR sollten uns von denen und ihren Werkzeugen(zB. der Verklebte) nicht die Köpfe verdrehen lassen.
    Zeit zu schade.
    Ist doch eh klar was da läuft.
    Das stinkt doch alles schon Meilen gegen den Wind.
    Die Transatlantiker, die Ziocons gehen IM MOMENT einfach den Bach runter.
    Ist auch gut so.
    Und Merkel erwischt es hoffentlich auch bald (wobei ich hier nicht behaupte sie sein keine Transe-tlantikerin)

    • Schliesse mich ihrer Analyse an .
      Wenn auch Details notwendig sind, ist der Vorgang mit „gezielte politische Propaganda“ ad acta zu legen .
      Interessant dazu sind Zusammenhänge, die Thierry Meyssan nachvollziehbar beschreibt .
      Die Giftaffäre als Programm für den Angriffskrieg .
      „Giftgas“ seit den WKs mit Massenvernichtung verbunden, wird systematisch der Regierung Assad zugeschoben . Und nun Nervengas gegen Russland . Russland hat kürzlich behauptet , ein neuer false flag Giftgas Anschlag steht bevor .
      Es war anscheinend mit im Plan GBs (und der NATO (Beistand!) ) diesen Giftgasanschlag als überschrittene Rote Linie zu werten und den militärischen Angriff zu beginnen .
      Gleichzeitig sollte die Anwendung von Giftgas durch Russland in GB den Ausschluss Russlands aus dem UN Sicherheitsrat bewirken .

      http://www.voltairenet.org/article200271.html

    • Wer bejammert, dass „die Transatlantiker den Bach heruntergehen“, muss sich die Frage gefallen lassen, warum er/sie dann für den „Brexit“ ist. Denn der „Brexit“ ist der – von Politikern in den USA gewollte“ – schwerste Schlag gegen die transatlantische Zusammenarbeit seit langem.
      Und die Friedensbewegten könnten langsam mal mit der Frage beginnen, wie die Nuklearwaffen Großbritanniens einzuschätzen sind und wie man da Kontrolle hereinbringt.
      Nach dem „Brexit“ wird Großbritannien zu „Little Britain“ – und BESTENFALLS, wenn alles gut geht in den Verhandlungen mit der EU, da landen, wo heute Norwegen ist. Aber Norwegen hat weder Atombomben noch zahlreiche Politiker, die im nationalistischen Nostalgie-Wahn die Situation ihres Landes völlig falsch einschätzen.
      Es ist zu hoffen, dass genügend britische Wähler nach dem Brexit-Desaster darauf achten, dass nicht noch mehr Schaden angerichtet wird.

    • Was vor allem nötig sein wird, ist, dass die NATO wieder gestärkt wird und zusammensteht, von den USA über „Little Britain“, äh.. Großbritannien bis zur Türkei, die absolut berechtigterweise in Syrien interveniert. Großbritannien muss wenigstens klar im transatlantischen Bündnis bleiben und wieder – mit passenderen Politikern als May und Johnson – ein vertrauenswürdiger Partner werden.

    • Die Lösung ist also MEHR transatlantisches Bündnis, aber mit vernünftiger Politik (die anders aussieht als das, was aktuell aus Großbritannien kommt). Noch weniger transatlantisches Bündnis würde wirklich gefährlich werden.

    • Wo England jetzt Teil bleibt der EU Wirtschaft geht es nicht den Bach hinunter, es ist zurück in die gute EEG Zeit.
      Die Preis die England dafür zahlt ist leider mehr Spannung mit Russland, und eine Starkung der NATO, die seit 1990 überflüssig ist, und alles tut um zu zeigen das NATO notwendig ist.
      Eine Verteidigungs Organisation benötigt Feinde.
      Was betrifft die Transatlantik, es war immer ein Märchen, woran auch Churchill glaubte, seine ’special relationship‘ was das Ende des Britschen Empires war.
      Wirtschaftliches Verkehr mit Russland ist sehr alt, das Holländische Goldene Jahrhundert hatte seine Basis darin.
      Wer weiss wieviel Russisches Gas noch importiert wird, der fragt sich wie geisteskrank die EU Imperialisten sind.
      Was Trump macht wird täglich undeutlicher, aber das er das transatlantisches Bundnis für ein Märchen halt, scheint klar.
      America First, das war auch bis Pearl Harbour was Lindbergh und seine Freunde wollten.
      Vollidiot Bolton ist jetzt im Weissen Haus, er will Krieg mit Iran.
      Die NATO Vollidioten werden begeistert sein, fürchte Ich, wieder wird deutlich wie Wertvoll sie sind, bis die Atombomben Brussel vernichtet haben.

    • Und selbst dieses ‚highly likely‘ ist Unsinn. Es ist bestenfalls wahrscheinlich, dass irgendwelche Russen irgendwann einmal mit dem Verbrechen zu tun hatten.
      Es ist aber NICHT wahrscheinlich, dass die russische Regierung darin als Gremium involviert ist. Das ist sogar höchst unwahrscheinlich, und es gibt auch keinerlei Indizien, die überhaupt darauf hindeuten. Zudem ist Gift sicher leichter herzustellen als Atomwaffen, und nicht nur in Russland gibt es Chemielabors!
      Dass die Britische Regierung solche selbstverständlichen Erwägungen einfach übergeht, ist erschreckend. Es ist aber durchaus denkbar – ich hoffe es jedenfalls – dass hinter den Kulissen angemessen mit der offenbar durch die nahende Brexit-Katastrophe auch etwas verunsicherten britischen Regierung das Ganze besprochen wurde. Natürlich darf sich nun auch der Westen nicht öffentlich streiten, man darf sich vor Putins Regierung nun auch nicht lächerlich machen.

  3. Aus einem Interview mit Matthias Platzeck über die „Beweise“ lautet die Interviewfrage:

    „Es muss aber doch auch klar sein, dass dem Westen Beweise vorliegen. Sonst würden doch die USA, Frankreich und Deutschland keine gemeinsame Erklärung mit Großbritannien unterzeichnen.“

    So läuft das inzwischen. „Also, wenn das alle sagen… dann muss das ja stimmen, weil sonst würden es ja nicht alle (Der Westen = alle) sagen, wenn das nicht stimmt… weil, die haben ja noch nie gelogen…“

    • Die russischen Behörden müssen schon erklären wie es möglich sein kann, dass dieses Gift in einen Koffer aus Moskau kommt. Warum drücken sich die russischen Behörden da um eine Antwort?
      Stattdessen wird auch bei KenFM eine Nebelkerze nach der anderen abgefackelt. So läuft das inzwischen.

    • Erst mal müssen die britischen Behörden beweisen, dass das Gift „in einen Koffer aus Moskau kommt“ – bis jetzt ist das eine leere Behauptung.
      Andere Szenarien sind viel wahrscheinlicher (false flag), und das wissen die Menschen hier auch.

      Außerdem: es musste noch nie (!) ein Täter seine vorher in Frage gestellt Unschuld beweisen, sondern immer zuerst die Anklage stichhaltige Beweise für die Täterschaft vorlegen… das fehlt hier völlig.

      Diese Kriegspropaganda ist brandgefährlich.

    • Das haben sie ja beweisen. Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen ist man auf den Inhalt des Koffers als Quelle für das Gift gekommen. Für die Russen ist nun definitiv Polizeiarbeit angesagt.

      Meiner bescheidenen Meinung nach war das ein „Unfall“. Die Tochter sollte das Zeug von Russland nach England schmuggeln und ihrem Vater übergeben. Dabei ist es zu einem Unglück gekommen.
      Beide Seiten haben jetzt ein Problem von dem sie ablenken müssen. Die englische Seite darf nicht erklären wozu der Schmuggel diente, und die russische Seite darf nicht erklären dass man dort an solches Gift rankommt.
      Deshalb das Gepolter und die Nebelkerzen.

    • Nein das haben sie nicht bewiesen. Das ist in etwa so wie die Koffer mit den „Beweisen“, die man an 9/11 gefunden hat.

      Eigentlich müsste GB erst mal erklären, wieso sie das Gift überhaupt zuordnen können, eigentlich dürften sie es gar nicht herstellen (können). Alleine das ist schon illegal.

      Die große Gefahr dieser false flag – Angriffe ist, dass sie zur Kriegsvorbereitung dienen. Das ist brandgefährlich.

    • Das zuordnen eines Giftes gehört zum Schutz der Bevölkerung. Das erwarte ich auch von den Behörden hier in DL. Aus der Fähigkeit dazu eine Schuld zu stricken zu wollen ist entlarvend. Ich glaube der englischen Polizei, dass das Gift aus dem Koffer kam und dieser in Russland gepackt wurde. Die 9/11 Nebelkerze zündet bei mir nicht.

      Was hat die Tochter eines Vaters mit DER Vorgeschichte eigentlich in Russland zu tun?

    • Nein das Zuordnen können von Gift ist in dem Fall Beweis für illegale Kenntnisse, das dürften die Briten (eigentlich) gar nicht, und das wissen Sie auch.

      Wenn so glasklar Kriegsgründe fabriziert werden, ohne irgend einen Beweis, dann ist das so brandgefährlich…

    • @bergischland: wo haben sie denn die Kofferstrory her?
      Sie glauben den Aussagen dieser Leute im British Empire?! Die seit über hundert Jahren Könige der Lügen, der Intrigen, der Kriegstreiberei und -lostreterei?!
      Das ist genauso viel wert wie wenn Jatzenjuk, Poroschenko und Andreij Parubij die Schüsse auf dem Maidan untersuchen oder MH17…
      …oder „Zeugen“aussagen von „Rebellen“ (also Terroristen von Al Nusra und Co) auf denen die Beschuldigungen Assad habe Giftgas gegen das eigene Volk eingesetzt beruhen?!?!….
      Na dann, Mahlzeit…

    • Hallo, das Gift des potenziellen Gegners zu erkennen ist nicht illegal. Das erwarte ich von unseren Truppen!

      Ein beteiligter Wissenschaftler, Wil Mirsajanow, enthüllte 1992 die Existenz des Nowitschok-Programms. Er emigrierte 1994 in die USA“ (8).

      Der Koffer aus Moskau mit dem Gift ist Beweis genug um von Russland mal Antworten zu bekommen.
      Ich hoffe, dass da im Hintergrund eifrig ermittelt wird.

    • @bergischland: für Sie persönlich noch mal wie man korrekt, nach geltendem Völkerrecht auf so einen Sachverhalt reagieren sollte. Nicht indem man jetzt irgend einen dubiosen Koffer aus dem „Medienhut“ zaubert.
      Also für Sie nochmal ganz langsam:

      Wir wollen folgende Aspekte klären: (die Russische Föderation)

      Wo, wer und wie nahm die Proben bei Sergej und Julia Skripal? Wie wurde das alles registriert? Wer kann die Echtheit dieser Informationen zertifizieren? Wurden dabei alle Anforderungen der OPCW bezüglich der Reihenfolge der Handlungen bei der Sammlung von Beweisen („chain of custody“) eingehalten?

      Mit welchen Methoden (Spektralanalyse usw.) konnte die britische Seite binnen einer so kurzen Zeit den Typ des angeblich angewandten chemischen Stoffs (im Westen gebrauchter Code: „Novichok“) feststellen? Soweit wir verstehen, müsste man dafür ein Standardmuster eines solchen Stoffs haben.

      Wie korreliert diese Voreiligkeit mit den offiziellen Erklärungen von Scotland Yard, dass für entsprechende Schlussfolgerungen „Wochen oder sogar Monate Arbeit nötig wären“?

      Aufgrund welcher Angaben bzw. Merkmale wurde so schnell beschlossen, Herrn und Frau Skripal sowie dem britischen Polizisten Gegengifte einzuführen? Ob diese voreilige Maßnahme nicht zu einer wesentlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands geführt hat?

      Welche Gegengifte wurden eingeführt? Aufgrund welcher Analysen wurde beschlossen, ausgerechnet diese Stoffe einzusetzen?

      Wie lässt sich die verlangsamte Wirkung des nervenschädigenden Stoffs erklären, wenn man bedenkt, dass er normalerweise sofort wirkt? Es wird behauptet, die Opfer wären in einer Pizzeria (laut anderen Angaben im Auto, am Flughafen, in der Wohnung usw.) vergiftet worden. Was ist in Wirklichkeit passiert? Wie konnte es passieren, dass sie eine unbestimmte Zeit später auf einer Bank draußen auf der Straße aufgefunden wurden?

      Es müsste erläutert werden, warum ausgerechnet Russland im Kontext des „Falls Skripal“ absolut unbegründet beschuldigt wurde, während Forschungsarbeiten unter dem Codenamen „Novichok“ in Großbritannien, den USA, Schweden und Tschechien geführt worden waren? Informationen über die Ergebnisse der in diesen Ländern geführten Forschungen zwecks Entwicklung von neuen Giftstoffen dieses Typs lassen sich in mehr als 200 offenen Quellen in den Nato-Ländern finden.

      6. Selbst aus rein humanitärer Sicht ist Londons Vorgehen einfach barbarisch: Am 4. März wurde auf dem Territorium Großbritanniens (laut der Version der britischen Behörden selbst) die russische Staatsbürgerin Julia Skripal unter Anwendung von Giftstoffen angegriffen.

      Die Russische Föderation verlangt ausführliche Informationen über den Verlauf der Ermittlungen des Zwischenfalls in Salisbury in Bezug auf die russische Staatsbürgerin (die entsprechende Note der russischen Botschaft in London wurde am 12. März eingereicht).

      Großbritannien verletzt die einfachsten Regeln der zwischenstaatlichen Kommunikation und verweigert immer noch offiziellen Vertretern Russlands den konsularischen Zugang zu Frau Julia Skripal, den sie im Sinne des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen von 1963 bekommen sollten, ohne jegliche Gründe dafür zu nennen. Wir können schon seit mehr als zwei Wochen nicht genau feststellen, was mit unserer Staatsbürgerin passiert ist und in welchem Zustand sie sich de facto befindet.

      Die Hauptverwaltung für die Ermittlung von besonders wichtigen Fällen beim russischen Ermittlungskomitee hat am 16. März ein Strafverfahren wegen des vorsätzlichen Mordversuchs an der russischen Staatsbürgerin Julia Skripal eingeleitet, der auf einem allgemein gefährlichen Wege auf dem Territorium Großbritanniens unternommen worden war.

      Die Ermittlung wird in Übereinstimmung mit den Anforderungen der russischen Gesetze und mit den Völkerrechtsnormen erfolgen. Die Ermittlung wird hochqualifizierte Experten heranziehen.

      Unsere Untersuchungsrichter sind zum Zusammenwirken mit den zuständigen Behörden Großbritanniens bereit. Wir rechnen mit der Kooperationsbereitschaft der britischen Seite.

      7. Im UN-Sicherheitsrat, in der OPCW und allen anderen internationalen Organisationen plädiert die Russische Föderation konsequent und aufdringlich dafür, dass alle Verbrechen unter Anwendung von Giftstoffen gründlich, allseitig und hochprofessionell ermittelt werden, so dass die Schuldigen zur Verantwortung herangezogen werden.

      Wir sind bereit, mit Großbritannien im bilateralen Format sowie im Rahmen der OPCW und anderer internationaler Dokumente allumfassend und offen zusammenzuwirken, um jegliche Besorgnisse vom Tisch zu räumen, und dabei in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht zu handeln.

      Als verantwortungsvolles Mitglied der Weltgemeinschaft und als ehrlicher Teilnehmer des Chemiewaffenübereinkommens wird Russland nie die Sprache von Ultimaten verwenden und inoffizielle mündliche Fragen beantworten.

      Das Vorgehen der westlichen Länder im Kontext des von ihnen inszenierten „Falls Skripal“ widerspricht nicht nur den Völkerrechtsnormen und den allgemein anerkannten Normen der zwischenstaatlichen Beziehungen, sondern auch der gesunden Vernunft. Wir registrieren das alles ausführlich, und mit der Zeit werden die Schuldigen dafür unvermeidlich bestraft.

    • …oder „Zeugen“aussagen von „Rebellen“ (also Terroristen von Al Nusra und Co) auf denen die Beschuldigungen Assad habe Giftgas gegen das eigene Volk eingesetzt beruhen?!?!….
      Na dann, Mahlzeit…

      Möglicherweise wurde das Gift für einen Einsatz in Syrien aus Russland geschmuggelt.

    • @bergischland: lesen sie doch weiter ihre Bildzeitung, oder die Bergische Mogenpost.
      Ihr Informationsstand und die hanebüchenen Schlüsse die sie daraus ziehen tun einfach nur weh…
      Aber keine Sorge, sie befinden sich doch in „guter“ Gesellschaft. Es „denken“ viele so wie sie, auch wenn sie es in naher Zukunft verleugnen werden.
      Dann haben es ja alle schon immer gewusst, besonders laut schreien dann die, die schon immer brav ihre Hausaufgaben gemacht haben und das, was ihnen die Tagesschau erzählte besonders gut rezitieren konnten.
      Sich dabei gut informiert wähnten,
      und politisch interessiert..

    • @bergischland
      Sie nehmen die Behauptungen eines Verräters für Fact ?
      Wenn der das Gift (als Eintrittskarte nach GB ?) tatsächlich mitgenommen hätte, wäre es für GB kein Problem, doeses Gift selbst zu produzieren .
      Schlussfolgerung : GB hat den Doppelagenten ermordert . Es lieg nun an GB , seine Unschund zu beweisen .
      … nur so . QED

    • Wenn der das Gift (als Eintrittskarte nach GB ?) tatsächlich mitgenommen hätte, wäre es für GB kein Problem, doeses Gift selbst zu produzieren .

      Der Mann lebt in GB. Die internationalen Inspektoren sind in der Lage die Herkunft des Giftes festzustellen. Deshalb hat die Tochter das Gift aus Russland mitgebracht.

    • Zur Herkunft des Gifts (NachDenkSeiten):

      „Eine große Unbekannte ist übrigens, in welchen Nachfolgestaaten der Sowjetunion die Waffenprogramme weiterbetrieben wurden. Wie sieht es beispielsweise mit der Ukraine aus? Dort hätte man auch ein sehr überzeugendes Motiv, Russland eine solche Tat anzuhängen. Das ist jedoch Spekulation. Man muss aber davon ausgehen, dass neben Russland wenigstens die USA, Großbritanien, Israel, Frankreich und Deutschland zumindest über das theoretische Rüstzeug verfügen, selbst einige, wenn nicht gar alle, Nowitschok-Stoffe herzustellen. “

      Heißt also: das konnte jeder herstellen. Durften die das auch?

      „Hier geraten wir jedoch in eine sehr pikante und delikate Situation. Laut der Chemiewaffenkonvention, die 1997 in Kraft trat, durften bis auf Israel, das die Konvention nie ratifiziert und Nordkorea, das die Konvention noch nicht einmal unterschrieben hat, alle hier genannten Staaten ohne das Hinzuziehen der OPCW überhaupt nicht an Nowitschoks forschen. Wie gesagt – es wäre naiv, anzunehmen, dass man sich daran gehalten hat; aber dies kann beispielsweise Theresa May natürlich nicht zugeben und ist daher in der dummen Lage, keine Erklärung auf die Frage geben zu können, wie die britischen Behörden denn überhaupt diesen, nicht einmal der OPCW bekannten Stoff analysiert haben wollen.“

      Heißt also: total illegal, was GB hier macht. Falsche Anschuldigungen um einen Kriegsgrund zu schaffen. Einfach nur brandgefährlich, solche Kriegspropaganda.

    • Wie sieht es beispielsweise mit der Ukraine aus?

      Die Tochter hat das Zeug auf MOSKAU mitgebracht. Alle anderen Orte,
      bis auf Teheran, würden ja auch gar keinen Sinn machen.
      Denk doch mal nach was passiert, wenn beim Einsatz von dem Gift
      in Syrien herauskommt, dass das Zeug in einem „Freunde Syriens“
      Staat gemischt wurde.
      Ein Gutes hat die Sache:
      In der Region Ost -Gota wird es keinen Chemiewaffeneinsatz mit „Neuling“ geben.

    • hallo bergischland

      leider sind Sie wirklich grottenschlecht informiert; die Tochter hat das Gift nicht in ihrem Koffer eingeschmuggelt, sondern in ihrem Haarteil.

  4. Anbei, als Ergänzung, ein Artikel und eine Kurzmitteilung, welche auf Voltairenet veröffentlicht wurden:

    Vier Tage, um einen kalten Krieg zu erklären
    von Thierry Meyssan

    Die gerade zu Ende gegangene Woche war außerordentlich reich an Ereignissen. Aber keinem Medium ist es gelungen, darüber zu berichten, weil alle absichtlich einige der Ereignisse verschleiert haben, um die von ihren Regierungen dazu abgegebene Narrative zu decken. London hat versucht, einen großen Konflikt zu provozieren, hat aber gegenüber Russland, Präsident Trump und Syrien verloren.
    Voltaire Netzwerk | Damaskus (Syrien) | 21. März 2018

    Die britische Regierung und manche ihrer Verbündeten, einschließlich des Außenministers (Secretary of State) Rex Tillerson, haben versucht, einen kalten Krieg gegen Russland zu starten.

    Ihr Plan war, einerseits einen Anschlag gegen einen ehemaligen Doppelagenten in Salisbury und andererseits einen chemischen Angriff gegen die „moderaten Rebellen ’’ in Ghuta zu inszenieren. Die Verschwörer wollten das Bemühen Syriens, die Vororte der Hauptstadt zu befreien, und die Unordnung in Russland anlässlich der Präsidentschaftswahlen, ausnutzen. Nach diesen Manipulationen hätte das Vereinigte Königreich die USA angespornt, Damaskus, einschließlich des syrischen Präsidentenpalasts zu bombardieren und die Generalversammlung der Vereinten Nationen ersucht, Russland aus dem Sicherheitsrat auszuschließen.

    Allerdings haben die syrischen und russischen Geheimdienste Wind davon bekommen. Sie waren überzeugt, dass die US-Agenten, die einen chemischen Angriff von Ghuta aus gegen Ghuta planten, nicht vom Pentagon abhingen, sondern von einer anderen US-Agentur.
    http://www.voltairenet.org/article200271.html

    Das Vereinigte Königreich versucht drei chemische Angriffe unter falscher Flagge in Ghuta
    Voltaire Netzwerk | 21. März 2018

    Am 17. März 2018 hat der russische Außenminister Sergei Lavrov die Anwesenheit von US-amerikanischen, britischen und französischen Spezialeinheiten in Syrien angeprangert; eine Realität, die London und Paris leugnen. „Diese Präsenz bedeutet die Tatsache, dass es sich nicht mehr um einen Stellvertreter-Krieg handelt, sondern um einen direkten Eingriff in den Krieg“, betonte er.

    Herrn Lavrov richtete also eine Warnung an Washington, London und Paris, falls sie Damaskus bombardieren sollten. Von syrischen und russischen Geheimdiensten beschlagnahmte Dokumente zeugen von einem Angriffsplan auf die Hauptstadt, einschließlich der Ermordung des Präsidenten Al-Assad, der jenem gegen Bagdad im Jahr 2003 gleicht. Alliierte Schiffe gingen in Stellung, um diesen Angriff vom Mittelmeerraum aus durchzuführen.

    Die syrischen und russischen Armeen haben am 19. März 2018 einen neuen chemischen Angriff unter falscher Flagge von dem Vereinigten Königreich in Ost-Ghuta verhindert. Sie hatten schon zwei chemische Labors am 12. und 13. März beschlagnahmt. In einem Treffen des Oberbefehls der russischen Streitkräfte am 20. März hat der russische Minister der Verteidigung, General Serguei Schoigu, drei Versuche erwähnt, von diesen Waffen im Laufe der Woche in Ost-Ghuta Gebrauch zu machen. Er hat London nicht explizit als Sponsor dieser Angriffsversuche zitiertt, aber die Formulierung seiner Ausführungen hat bei seinen Gesprächspartnern nicht den geringsten Zweifel zugelassen.
    http://www.voltairenet.org/article200274.html

  5. ENDE

    Das ganze Novichok-Theater ist aber ein großes Ablenkungsmanöver, denn der wirkliche Skandal ist, WARUM die britische Regierung diese ungeheure Hetze gegen Russland veranstaltet (und was hat das mit dem Rausschmiss des US-Außenministers zu tun?)

    Eine Antwort auf diese Frage gibt es hier: (siehe auch „The moderate rebels of Ghouta“ gleiche website)

    http://www.voltairenet.org/article200232.html (auch in deutsch verfügbar)

    • Dass das alles ein großes Theater ist unterschreibe ich sofort. Das ist offensichtlich. Darum sprach ich auch von einer „Sendung der Lokalredaktion des Senders Gleiwitz“.

      Bloß wenn dem so ist, lohnt sich die ganze umfängliche Debatte nicht. Auch bei einem normalen Hütchenspieler lohnt es sich nicht, die Züge zu verfolgen. Mann muss den Trick kennen. Und der ist in Causa Skripal offensichtlich: Wie benennen den uns genehmen Schuldigen. Großbritannien will die Krise mit Russland. Nun halte ich die nicht für so blöd, dass sie auf ihrer Insel den großen Atomkrieg wollen. Damit stehen aber eigentlich folgende Fragen:
      – Wie weit ist die britische Regierung bereit zu gehen?
      – Wann ist der Punkt überschritten, wo ihnen die Kontrolle entgleitet und die Sache zu einem unkontrollierbaren Selbstläufer wird?
      Und vor allem: wie kann man das verhindern?

  6. Teil 3:

    5) OPCW untersucht die „Proben“ aus Salisbury

    Logik scheint aber nicht die Stärke des Autors zu sein, sonst würde er verstehen, dass die „Forscher der OPCW“ sich die Reise sparen können, denn um forensisch einwandfreie Beweise zu liefern, muss eine solche Untersuchung am – VÖLLIG ABGESPERRTEN – Tatort stattfinden. Wir kennen das aus den zahlreichen Krimis im Fernsehen. Der Zustand des Opfers und der Tatwaffe muss unverändert sein. Nur wenn niemand Gelegenheit hatte, die Beweise zu manipulieren, ist das Ergebnis gerichtstauglich.

    Das geht aber nicht, denn erstens ist der Tatort unbekannt und zweitens gibt es eben KEINE geschlossene Beweiskette.

    (Inzwischen trampelten dutzende Leute in Salisbury über die Wege und Orte, die die Skripals besucht haben (die Absperrungen gab es ja erst Stunden später). Wenn der britische Geheimdienst in den Anschlag verwickelt ist (was man nicht ausschließen kann), bricht die Show endgültig zusammen, denn die „Identifizierung“ des Giftes fand „in close cooperation with the intelligence services“ statt und Porton Down gehört zum britischen Militär, ist also auch nicht „unabhängig“.

    Die Polizei weiß bis dato also weder WO, noch WIE (verabreicht) und schon gar nicht VON WEM der „Anschlag“ verübt wurde.

    Wenn ich der „Spurensicherung“ eine Waffe übergebe und einfach sage, die sei hier oder dort gefunden worden, und dass damit Herr und Frau Skripal verletzt wurden, welcher Richter würde das akzeptieren?

    Das gleiche Problem hatte die OPCW ja auch in Syrien: Sie konnte den angeblichen Tatort EBEN NICHT selbst überprüfen (und dort Proben ziehen, weil dort die Terror-Banden wie Al Nusra herrschen), sondern wurde in die Türkei geschickt, wo man ihnen „Sarin-Opfer“ vorgeführt hat. Das ist völlig absurd und forensisch inakzeptabel, denn es gibt keine nachweisbare, direkte Verbindung nach Syrien (z.B. Khan Sheikoun) und die Analysen von Dr. Postol und Seymour Hersh widerlegen endgültig den Vorwurf an Assad.

    FAZIT:

    Herr Westphalen beherrscht den „Doublethink“ perfekt: (Zwei gegensätzliche Denkmuster gleichzeitig im Kopf haben und als vernünftig zu präsentieren)

    Zuerst wird also als „logisch“ betrachtet, dass die Russen das Zeug nicht synthetisiert haben, weil Black das anzweifelt, es „so kompliziert“ sei und die Substanzen „nicht in die OPCW-Liste aufgenommen“ wurde. (Obwohl die Tagesschau vorher das Gegenteil schrieb („100 Varianten“ erwähnt) und dafür gelobt wurde).

    Dann bestätigt die iranische Analyse, dass es solche Verbindungen (N-4) wirklich gibt (was aber nicht beweist, dass es „russisch“ ist ,wer es als erster entwickelt hat und wer heute dazu in der Lage ist). Die Rolle der OPCW bleibt im Dunkeln.

    Trotzdem schreibt der Autor am Ende des Artikels:

    „Man darf sehr gespannt sein. Die Frage, wie Russland in den letzten zehn Jahren Nowitschuk entwickeln und lagern konnte, wenn sie zeitgleich bis Oktober 2017 von internationalen Inspekteuren der OPCW überwacht wurden, bleibt ein Geheimnis.“

    Kein Geheimnis, denn die Ausgangsstoffe für solche Verbindungen findet man in jeder Pestizid-Fabrik, das ist ja das „Schöne“ für die Geheimdienste.

    Was Herr Westphalen nicht recherchiert hat, ist was denn nun wirklich in der CWC erlaubt und verboten ist. Diese Mühe hat er sich erspart.

    Die CWC verbietet die Produktion, Lagerung, Verwendung und den Transport von CW, aber nicht die FORSCHUNG auf diesem Gebiet an sich. (Und dafür muss man eben kleine Mengen herstellen) Erstens, weil man sonst keine Gegenmittel entwickeln kann und zweitens, weil die Vorläufersubstanzen eben auch für andere Zwecke produziert werden, die der Vertrag nicht verbietet.

    Genau darauf hat Dr. Mirzayanov schon Mitte der 1990er Jahre hingewiesen. Die Ausgangsstoffe für die binären „Nerve agents“ können in jeder Fabrik für Agrochemie hergestellt werden, denn es sind die gleichen Organophosphat-Verbindungen, die auch die Grundlage für Pestizide sind (die natürlich auch neurotoxisch wirken, aber trotzdem tonnenweise auf die Felder gesprüht werden).

    Was ist denn nun erlaubt und was nicht?

    Darüber entscheidet alleine, die ABSICHT, mit der die Chemikalie entwickelt und zu welchem ZWECK sie produziert wird.
    Grundsätzlich gelten ALLE toxischen Chemikalien und ihre Vorläufer als potentielle „chemische Waffen“, AUSSER wenn sie für Zwecke eingesetzt werden, die laut CWC erlaubt sind.

    Toxisch wird so definiert: führt zum Tod, vorübergehender Wehrlosigkeit oder dauerhafte Schäden bei Menschen und Tieren
    Damit eine „Substanz“ unerlaubt ist, muss sie also nicht explizit auf der „Liste“ der verbotenen Komponenten CWC stehen, sondern ihr Einsatz-Zweck bestimmt den Status. Das Problem ist natürlich, WIE soll die böse Absicht bewiesen werden, wenn die gleichen Ausgangsstoffe auch für erlaubte, kommerzielle Zwecke produziert werden. (Bei Sarin ist das einfach, denn es gibt keine „positive“ Nutzung)

    Früher erkannte man das daran, dass für militärische Zwecke zigtausend Tonnen hergestellt und gelagert werden mussten. Das Militär hat aber kein Interesse mehr an diesen flüchtigen Stoffen, die schwer zu kontrollieren waren und wenig militärsichen inn machen. Die neuen Substanzen (von denen winzige Mengen genügen) sind aber interessant für die Geheimdienste, weshalb deren Formeln natürlich nicht veröffentlicht werden.

  7. Teil 2

    Zurück zum „Rubikon“ Artikel:

    „Es ist äußerst überraschend und angesichts der glasklaren Verdächtigung seitens Großbritanniens schlicht erstaunlich, dass sich nicht einmal mit absoluter Sicherheit sagen lässt, an welchem Ort der ehemaligen UdSSR zuletzt an Nowitschok geforscht wurde.“

    Mit „absoluter Sicherheit“ lässt sich in der (immer mehr auf Täuschung basierenden) Politk nicht oft etwas sagen. Doch es ist „schlicht erstaunlich“, wie wenig Mühe sich der Autor gemacht hat, abseits der MSM zu recherchieren.

    4) DER IRAN SYNTHETISIERT DIE „NOVICHOKS“?

    „Das Land meldete auch umgehend den Erfolg und die OPCW nahm Nowitschuk auf die Liste chemischer Kampfstoffe (31)“

    Herr Westphalen, „Novichok“ ist ein Fantasie-Name für ein Entwicklungsprogramm, den Mirzayanov erfunden hat.

    Es gibt keine CW, die so heißt. (Die Substanzen hatten Code-Namen wie A-232, A-230, „33“ usw. das Resultat war z.B. binäres VX.) Der Link, den Sie anführen, stammt von Craig Murray. Er beweist aber gar nichts.
    Auf der OPCW-Website gibt es „O Treffer“, wenn man Novichok als Suchbegriff eingibt und der Begriff steht auch garantiert nicht auf der OPCW-Liste.

    Hier muss ich einräumen, dass ich mich in diesem Punkt geirrt habe (mein Kommentar zu „Die Giftgas-Manipulation“)
    Der Link, den Craig Murray vorgelegt hat, war wenig überzeugend und es gab keine weitere Bestätigung dafür. (Trotzdem verwendet ihn Rubikon…) Doch jetzt habe ich den wirklichen Artikel der iranischen Forscher gefunden und darin kommt tatsächlich das Wort „Novichok-Derivat“ vor. Der Artikel heißt:
    „Fragmentation pathways and structural characterization of organophosphorus compounds related to the Chemical Weapons Convention by electron ionization and electrospray ionization tandem mass spectrometry“.

    Ja, iranische Forscher haben ein Nachweisverfahren entwickelt, aber komischerweise findet man nichts dazu auf der OPCW-Website.
    Ja es ist ein Skandal, dass die Fließband-Journaille nur mehr – völlig unkritisch – schreibt bzw. wiederholt, was andere sagen (egal wie absurd), doch die Frage, die der Autor anmahnt, macht wenig Sinn:

    Können Sie bestätigen, dass das im Mordversuch verwendete Nervengas tatsächlich in Russland produziert wurde?

    Selbst wenn eine chemische „Mordwaffe“ (nur) in Russland hergestellt wird, heißt das nicht, dass der Mörder ein Russe ist oder gar der russische Staat. Nach dem Zerfall der Sowjetunion verloren tausende Forscher ihren Job und viele davon gingen in den Westen und, wie ich bereits in meinem alten Kommentar betont habe, waren die USA massiv an der Zerstörung des CW-Programs beteiligt. Es gab also mehrere Wege, wie die Informationen über die CW-Forschung in den Westen gelangten (vom Schwarzmarkt und der Spionage ganz zu schweigen).

    Wir wissen ja nicht einmal, ob wirklich ein „Giftgas“ (das meistens flüssig ist), eingesetzt wurde. Es gibt ja eine Nachrichtensperre, was den Zustand der beiden „Opfer“ betrifft und nach den Gesetzen der Logik, kann gar keine, hochtoxische NA-Verbindung eingesetzt worden sein, denn dann wären die beiden schon längst tot. (Sie sind aber „in a critical condition“, was eigentlich gar nichts heißt und niemand hat sie seit dem 4.April gesehen. Die Ärzte dürfen keine Interviews geben, auch der Polizist ist „unsichtbar“ geworden).

  8. Schuster bleib bei deinem Leisten, das möchte ich Herrn Westphalen zurufen, nachdem ich diesen Artikel gelesen habe. Ich kann nicht beurteilen, was er als „Theaterregisseur“ geleistet hat, aber als Journalist finde ich ihn nicht sehr geeignet, denn die „nüchterne Analyse“ überzeugt nicht. Hier ist meine Beschwerde-Liste:

    1 „Die TAGESSCHAU erklärt sehr prägnant die Hintergründe zu dem angeblich benutzten Nervengas“

    WIE BITTE? Die Tagesschau erklärt gar nichts, sondern schreibt (wie der Autor zu 90% auch), was sie von anderen übernommen hat:
    . „Soll…geben, vermutlich … soll ..wirken“ diese Formulierungen zeigen deutlich, dass es sich hier um Spekulationen handelt. Nur der erste und der letzte Satz suggerieren Gewissheit:
    „NC wurde ..in der Sowjetunion…entwickelt.“ „Ein beteiligter Wissenschaftler, Wil Mirsajanow, enthüllte 1992 die Existenz des Nowitschok-Programms.“

    2) STEPHANIE FITZPATRICK & DIE NYT (Who the hell is Stephanie Fitzpatrick?)

    Russland hat den CWC am 31. Oktober 1997 ratifiziert, (die USA am 30. April, also beide erst nach vier Jahren) nachdem die Duma fast acht Monate darüber debattiert hatte. Sie trat (nach russischem Recht) am 5. Dezember 1997 in Kraft. Forschung und Tests kleiner Mengen, die vorher durchgeführt wurden, verstießen nicht gegen den Vertrag.
    Nach der Ratifizierung ist die betreffende Regierung verpflichtet, innerhalb von 60 Tagen Erklärungen über ihre CW-Bestände, Produktions- und Lagerorte der OPCW bekanntzugeben und weitreichende Inspektionen überall dort zu akzeptieren, wo ein anderer Staat CW-Aktivitäten vermutet. (Usbekistan wurde Ende April Mitgliedstaat der OPCW).
    Man darf nicht vergessen, dass bis 1999 der völlig korrupte, von den USA ins Amt gehievte Boris Jeltsin der russische Präsident war und Russland sich während dieser Zeit in einem politischen und wirtschaftlichen Ausnahmezustand befand. (milde ausgedrückt). Die Vernichtung von CW-Anlagen kostet hunderte Millionen, dieses Geld konnte der geplünderte russische Staat unter Jeltsin nicht aufbringen. Die USA haben deshalb auch finanzielle Hilfe und „Know-How“ angeboten. (s. Kommentar Giftgas-Artikel)

    3) WO GAB ES CW-RELEVANTE STANDORTE?
    Die scheinbaren Widersprüche bestehen nur, wenn man sich nicht selbst intensiver mit dem Thema befasst hat. Das Rätsel kann man lösen, wenn man die schriftlichen Statements von Dr. Mirzayanov gelesen hat, denn er unterscheidet (im Gegensatz zu Murray) zwischen Forschung (R&D), Tests und Produktion der CW.
    Mirzayanov arbeitete 26 Jahre für das russische Forschungsinstit für Organische Chemie und Technologie, das nach seinen Aussagen vier Standorte hatte:

    MOSKAU (mit 500 Wissenschaftlers und 3.500 Angestellten die größte Anlage), VOLGOGRAD (Schwerpunkt binäre NA und Soman), SHIKHANY (Synthese und Tests) und NOVOCHEBOKSARS, (wurde 1978 fertiggestellt; Produktionskapazität: 20 t Tonnen/Jahr
    So wurde z.B. die Substanz „33“ in Moskau entwickelt, in Shikhany getestet und in Novocheboksars produziert. Somit sind die Aussagen von Bretton-Gordon „Nowichok“ sei nie in Nukus hergestellt worden (richtig) , und auch die von Mirzayanov (dass es dort getestet wurde) keinesfalls widersprüchlich. Auch die OPCW schloß sich nach einer Besichtigung von Nukus dieser Auffassung an: in Nukus wurde nur getestet, nicht produziert (siehe NYT-Artikel in der Linkliste des Rubikon).

    N-5 (Derivat von A 232) wurde laut Dr. Mirzayanov 1989-1990 in Nukus getestet. (Das weiß er). Was nach 1992 konkret geschah (in Nukus oder den anderen Standorten) schildert er nur nach „Hörensagen“ (früherer Kollegen) denn er wurde im Jänner 1992 entlassen und im Oktober (nach Presse-Leaks) inhaftiert und wegen Geheimnisverrat angeklagt. Im Februar 1994 wurde er freigelassen (und das Verfahren eingestellt).

    Wenn er aber behauptet, Russland habe NACH 1993 in Usbekistan „N-7“ getestet, kann er das nicht aus eigener Erfahrung wissen, denn er war zu diesem Zeitpunkt im Gefängnis. Er schreibt aber, dass die Produktionsstätten in Shikhany und Volgograd nur sehr kleine Mengen herstellten – für experimentelle Zwecke und keinesfalls eine Serienproduktion (wie in Novocheboksars) stattgefunden hat.

    Wichtig ist, zu betonen, dass er aber nicht selbst am Forschungsprogramm beteiligt war, sondern nur die Emissionen der Test- und Produktionsstandorte analysieren musste, um verräterische Spuren festzustellen, die fremde Geheimdienste nicht entdecken sollten.

  9. Ergänzung:
    Weiß jemand, ob die Main-Stream-Presstituierten auch von der Stiftung „Hurentest“ bewertet werden oder haben die ein eigenes Portal? Ich kenn‘ mich da nicht so aus.
    Wenn nicht, sollte man die Stiftung gründen. Die Kategorien: Sklave, Domina, SM gehen da sicher auch.

  10. Es ist jas nicht nur der unsäglich dümmliche Rudeljournalismus mit dessen aufgedonnerten Pressituierten.
    Auch die britische „Obrigkeit“ ist zum Verzweifeln dürftig.

    An was erinnert mich diese Dame May, die schon Stunden nach dem Anschlag wusste, wer’s war und womit er’s gemacht hat – also noch lange ehe Chemiker zu Werke gehen konnte, die dafür Wochen brauchen oder Kriminalisten, die Monate brauchen?
    Irgendwie erinnert das an 9/11. Da wusste das Bush jr. auch nach Stunden: Bin Landen war’s!
    Und an Blairs, Bushs und Powells Pulverfläschchen erinnert das.

    Der Sender Geleiwitz mit seinem Londoner Regionalprogramm lässt grüßen und empfiehlt sein Wunschprogramm. Angeschlossen ist die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

    Es wäre zum Lachen, wenn’s nicht so furchtbar traurig wäre.

  11. Nein, „Nowitschok“ ist kein Volkstanz in Petropawlowsk-Kamtschatski. Das steht fest. Es handelt sich wohl um ein Nervengift. Aber Nichts Genaues weiß man nicht.
    Was ist passiert? Ich weiß NICHTS! Der Leser dieser Zeilen weiß NICHTS! Thea May weiß NICHTS! Merkel weiß NICHTS! Und Putin weiß auch NICHTS!
    Will man was wissen, sollte man die Täter befragen, die, mit Was auch immer, zwei Menschen umbringen wollten. Aber die zu finden macht ja Arbeit und zeitigt vielleicht ganz unbequeme Antworten. Statt dessen geht mir dieser „Rudeljournalismus“ (U.Mies) mit seinem „Nowitschok“ gehörig auf meinen Nerv.
    Wenn auf einen Spion in Salisbury mit einer Makarow geschossen wird, dann nimmt das Rudel natürlich auch sofort Witterung Richtung Moskau auf. Klar doch: Weil man russische Makarow-Pistolen nur in Moskau kaufen kann. Und nur da! Frage: Wollen die uns verblöden?

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