BLVD 1.0 – Jan Ullrich im Gespräch mit Ken Jebsen

Jan Ullrich gewann 1997 als erster Deutscher das schwerste Radrennen der Welt, die Tour de France, und verhalf damit dem Radsport in Deutschland zu neuer Popularität. 2004 wurde dieses Bild durch einen internationalen Doping-Skandal, in den auch Ullrich verwickelt war, getrübt.

Für den Sportler Jan Ullrich bedeutete dies, dass er wieder mehr zum Menschen Ullrich wurde, dessen Handeln die Klatschpresse nicht minutiös dokumentierte, und der sich wieder mehr um seine Familie kümmern konnte, nachdem er die Geburt seiner Tochter aus beruflichen Gründen verpasst hatte.

Wir trafen Jan Ullrich in Süd-Tirol, wo wir einen nachdenklichen Spitzensportler erlebten. Wir sprachen mit ihm sowohl über die Zeit nach dem Skandal, als auch über aktuelle Geschehnisse in der Weltgeschichte, die mitunter gar nichts mit dem Radsport zu tun haben, aber zu denen auch Tour-de-France-Gewinner wie Ullrich eine Meinung haben dürfen.

Jan Ullrich ist der erste Gast unseres neuen Formates „BLVD – Das andere Boulevard-Magazin“. BLVD wird zukünftig mit Persönlichkeiten aus Pop, Sport und Kultur Gespräche führen, in denen es auch um andere als für die Promis übliche Themen gehen wird.

34 Kommentare zu: “BLVD 1.0 – Jan Ullrich im Gespräch mit Ken Jebsen

  1. Ich denke mir die ganze Zeit, warum is‘ der Jebsen so zahm? Der will doch immer sofort zum Kern, unterbricht auch Seine Gäste mal gern‘ vorschnell… mit dem anschließendem Interview von Kai Stuht habe ich dann auch das Format verstanden. Weiter so!

  2. Schöne Sendung. Die richtigen Fragen und die Antworten naja … Jan ist noch verhaftet in seiner Welt des Sports und des Erfolges. Den Tellerrand sucht er nicht. Ich habe aber das Gefühl bei im im Kopf hat sich ein Schalter auf den Weg gemacht den Kontakt zu tauschen. Wenn er bei KENFM als Zuschauer dabei bleibt werden wir diesen Menschen bald ganz anders sehen. Friedensfahrten wird er nicht zu gut heißen sondern er wird einer der treibenden Iniatoren sein.

    Also, …. ich bleibe an der Person dran und bin gespant ob mein Eindruck wahr wird. Wäre doch schön – oder nicht?

  3. Man, man, man… das scheint ja das Lieblingswort von Herrn Ullrich zu sein – wie nervig.

    Das für mich 1. Ken-Jebsen-Interview, das ich schrecklich fand. Weil ich selbst ständig im privaten wie beruflichen Leben fast nur noch von Duckmäusern umgeben bin.

    Als gelernter Ostdeutscher der bei unreflektierten Nazi-Eltern aufwachsen musste (ja, Papy (Jg. 1917) hat im U-Boot englische Handelsschiffe torpediert und die Mama war engagierte Flak-Helferin (Jg. 1927) und schon als Kleinkind fand ich im Kleiderschrank in ein „Neues Deutschland“ eingeschlagen „Mein Kampf“ und am schönsten fand ich die eingeklebten Zigarettenbilder darin unter den Rubriken „Der Führer ist tierlieb…“ (Adolf mit deutschem Rehkitz) und „Der Führer ist kinderlieb…“ Und diese Eltern haben mich dann in die Pioniere und die FDJ gezwunden!

    Ich habe das gesamte Interview durchgehalten aber es war ermüdend und unangenehm zugleich. Dieser Mann hat überhaupt keine Meinung.
    Den Sinn für Gerechtigkeit hat man ihm sicher schon abgewöhnt als er in der DDR-Sportschule seine Essens-Rationen „nach Leistung“ mit der Kelle zugeteilt bekam.
    Der Gipfel für mich war die lapidare Antwort zur Frage ob er seine Kinder zu Bundeswehr gehen lassen würde…

    Ich würde mir für die Zukunft dringend wünschen, daß weiterhin wirklich interessante Menschen vor Ihr Mikrofon / Kamera treten dürfen, die mit Sendebewusstsein echte Botschaften rüber bringen. Die Rubrik ist mir dabei völlig egal.

  4. Jan Ullrich ist das perfekte Spiegelbild unserer kapitalistischen Leistungsgesellschaft. Er strampelte sich im wahrsten Sinne des Wortes ab. Für wen und für was? Für sich? Für sein Ego? Für seine Familie? Für welche Werte? Und wer profitierte alles davon, dass er sich abstrampelte? Und was hat er mit dem wachsenden Heer der sozial ins Abseits Gedrängten zu tun? Sie strampeln sich alle irgendwie irgendwo ab. Für irgendwen, für irgendwelche Werte – ob ideeller oder monetärer Art. Dabei werden sie zunehmend kriminalisiert (auch wenn sie ihr Leben lang grundehrlich waren) – vielleicht auch in die Kriminalität getrieben, weil ihnen das System keine andere Wahl lässt und sie glauben, sich diesem System nicht entziehen zu können. Wer springt schon leichtfertig aus einem fahrenden Zug, wenn er sich noch der Hoffnung hingeben kann, dass das Dunkel, das vor ihm liegt, kein Abgrund ist, sondern nur ein Tunnel.

    • @ Freiherr von Irgendwo: “ Für welche Werte ?“

      Schätze, dass bei J.U. der primäre Wert die Familie ist. Aber sein eigener Wert als Mensch hängt auch davon ab, wie er sich zu diesem “ Heer der sozial ins Abseits Gedrängten“ verhält.
      Empfinde den Kommentar – wie ja auch Veganislove – als sehr wertvoll und will den im Bewusstsein behalten.
      Die Frage: “ Für welche Werte ?“ bleibt meiner Meinung nach unbeantwortet.

  5. Natürlich: Jan Ullrich, der Protagonist, ist ein toller Sportler, ein braver Mensch und Familienvater. Diese Feststellung ist jenseits jeder Ironie. Doch gerade diese wunderbaren Eigenschaften lassen die Frage aufkommen, was, um Himmels Willen, so interessant an dieser Person ist, dafür nach Südtirol zu reisen? Die das ganze Interview durchziehenden unzähligen Versuche von Ken Jebsen, aus dem armen, völlig überforderten Jan Ullrich einen adlersichtigen Zeitzeugen des verlogenen Profisports oder ein kritisches Testimonial staatssozialistischer vs kapitalistischer Gesellschaften zu machen, mussten selbstverständlich kläglich scheitern. Wirklich, der arme Kerl! Wiederholt musste dieser, an politischen Groß-Zusammenhängen wahrscheinlich so leidenschaftlich wie an Quantenphysik interessierte Radler geradezu um Erbarmung betteln, er sei doch erst zarte sechzehn gewesen, als die DDR unterging. Ullrich ist wohl mindestens in derselben inneren Durchdringung so durch und durch unpolitisch wie Ken Jebsen politisch ist. Aber Jebsen konnte und wollte sich einfach nicht damit abfinden und versuchte, diesen fast ausschließlich in den Kontexten seiner Familie lebenden und blühenden Sympathikus ein ums andere Mal in die Inhalte zu zwingen, die ihm (Jebsen) wichtig sind – und Jan Ullrich landete freilich doch immer wieder „nur“ dort, wo er seine Heimat hat. Warum bloß?
    Schleierhaft ist mir auch, wie einige Kommentatoren meinen, dass Ulrich zu den politischen Fragen Ken Jebsens tatsächlich eigene, dezidierte Antworten gehabt hätte und diese aufgrund einer möglichen darauf folgenden medialen Hetze gegen ihn nicht öffentlich machen wollte. Wie bitte? Ullrich erteilte doch klar und deutlich eine Absage an diese Form der Zivilcourage. Und nicht nur, weil einem Nachteile daraus erwachsen, nein, sondern weil er generell nichts davon hält. Solches gehöre in, äh, genau, in die Familie und/oder den engeren Freundeskreis. Darüber hinaus hatte ich den klaren Eindruck, dass er auf all das sowieso keine Antworten hatte, schlicht und einfach, weil dies alles Themenkreise sind, die mit seinem Leben und Denken nichts und gar nichts zu tun haben. Lieber Ken Jebsen, Sie können das doch um so viel besser! Viele Ihrer Interviews zeichnen sich gerade dadurch aus, dass Sie Ihren Gesprächspartner dort abholen, wo er steht. Warum haben Sie jetzt ausgerechnet den armen Jan Ullrich zum „Opfer“ Ihrer eigenen Agenda gemacht und ihn ein ums andere Mal in Kontexte zu hieven versucht, denen dieser (nochmals: völlig unpolitische!) Sportsmann oft nur ein gewisses Fremdeln und Staunen entgegensetzen konnte?

  6. Die Idee der Friedensfahrt fand ich gut.

    Eine Fahrt durch ganz Europa und jeder kann mitmachen. Egal mit welchem Fahrrad und wie lange oder wie weit er oder sie mitfahren möchte.
    Eine Fahrt ohne Zwänge und vieler Nationen.
    Ein Event bei dem sich die Anzahl der Menschen von 100 über 1000 .. 10000 … 100000…oder 1 Mio. anwachsen könnte, auf das man sogar Autobahnen sperren müsste um dieser Fahrt noch Herr zu werden.

    lg

    • Warum erinnert mich das irgendwie an „Forrest Gump“ ?

      Aber ja, wir brauchen Ideen und, was in unserem Wohlfühlverein schwierig umzusetzen ist, ganz viele „balls“ das dann auch zu tun.

  7. Die Idee der Friedensfahrt fand ich gut.

    Eine Fahrt durch ganz Europa und jeder kann mitmachen. Egal mit welchem Fahrrad und wie lange oder wie weit er oder sie mitfahren möchte.
    Eine Fahrt ohne Zwänge und vieler Nationen.
    Ein Event bei dem sich die Anzahl der Menschen von 100 über 1000 .. 10000 … 100000…oder 1 Mio. anwachsen könnte, auf das man sogar Autobahnen sperren müsste um dieser Fahrt noch Herr zu werden.

    lg

  8. Darauf habe ich indirekt gewartet nachdem bereits das Interview mit Kai Stuht hervorragend war!

    Jan Ullrich – toller Mensch mit allen Ecken und Kanten die man sich vorstellen kann – Respekt vor seiner Leistung als Mensch und als Sportler.

  9. Êine konstruktiv gemeinte Kritik an eurem Boulevard-Format:

    Ich habe den Eindruck, dass Boulevard in Zeiten wie diesen, in denen sich beängstigende Ereignisse täglich überschlagen, schon einer großen Portion Außergewöhnlichkeit bedarf sowie überraschend neuer Perspektiven (das meine ich nicht fototechnisch), um nicht als Verschwendung kostbarer Zeit empfunden zu werden. Ich habe mir das Interview mit Jan Ullrich ganz und das mit Kai Stuth zu einem großen Teil angehört und beide erschienen mir ziemlich belanglos, was ich aber nicht an den Personen festmache, sondern an den Fragen. Selbst Leuten, die völlig langweilig sind, lässt sich mit einer neuen Betrachtungsweise etwas Spannendes abgewinnen. Doch solche Beiträge macht man nicht mal so nebenbei. Man muss Zeit und Kreativität investieren und einen geeigneten Kontext herstellen, der einen Nerv trifft. Deshalb glaube ich, Herr Jebsen sollte seine Energie in andere Themen und Ereignisse investieren und den Boulevard gänzlich jemandem überlassen, der sich darauf spezialisiert. Ich denke, die Gefahr des Verzettelns ist hier einfach sehr groß.
    Ihr solltet bedenken: Mit diesem Boulevard müsst Ihr Euch entweder selbst übertreffen oder wenigstens Euer Level halten. – Mit Boulevard! – Da habt Ihr Euch viel vorgenommen.

  10. neues Format Boulevard, sehr gut gelungen.
    Ich interesse mich gar nicht für Sport. Auch das von Jan Ullrich ging an mir vorbei.
    Kleine Anekdote zu meinem Sport-Wissen. Meldung im Radio – Fahrer verlor das gelbe Trikot. Ich verstand gar nicht wie man auf dem Fahrrad sein T-Shirt verlieren kann.
    Ich erlebe hier einen ganz normalen Menschen. Den politischen Fragen ist er gut ausgewichen. Verstehe ich auch sehr gut.
    Wären wahrscheinlich die Presse-Wölfe wieder über ihn hergefallen.

    Bin schon gespannt auf die nächsten „Kandidaten.“ Ken hat auch den Jan ausreden lassen, fand ich auch sehr gut.

  11. Ich habe mir dieses Gespräch nicht angehört. Dieser Mann hat uns alle betrogen und mit seinen Betrügereien lange hinterm Berg gehalten. Seitdem und seit vielen anderen Dopingfällen die publik geworden sind (z. B. Armstrong), ist mir der Radsport und die Tour vergällt.
    Boulevard haben wir inzwischen genug auf der Welt und in allen Medien, Netzen und Kanälen.
    Die Meinungen dieser gepushten Größen, Promis und Stars aus Sport, Kultur und Gesellschaft, aus den Klatschspalten und von Hochglanzcovern können mir gestohlen bleiben.

    • Wenn die genutzten Mittelchen wenigstens gut leserlich auf den Trikots aufgedruckt wären, könnten wir ja vielleicht Alle davon profitieren. Aber so..

      Musste dann bei ca. min. 26 aus der Nummer raus. Kläglicher Opportunismus, so offen vorgeführt, ist absolut nicht mein Ding.

    • Warum geben Sie einen Kommentar ab über ein Interview welches sie nicht gesehen haben? Wie wollen sie sich eine Meinung bilden, wenn sie derart voreingenommen sind?

    • „Wie wollen sie sich eine Meinung bilden, wenn sie derart voreingenommen sind?“

      Das dort vorgetragene ist nicht geeignet sich eine Meinung zu bilden. Dafür ist es auch nicht gemacht – Boulevard halt…

  12. Das Wort Boulevard ist wirklich durch die Main-Stream-Medien extrem negativ besetzt; wird fast ausschließlich mit Klatsch und Tratsch sowie selbsternannten „Society-Experten“ verbunden.

    Hier bei kenfm wird der Begriff aufgewertet. Das Interview mit Jan Ullrich ist sehr gut und empfehlenswert. Man lernt den Menschen Jan Ullrich besser kennen. Sport ist ja allen Kindern sehr zu empfehlen, von Höchstleistungssport würde ich immer abraten. Gesundheitliche Schädigungen sind beim Höchstleistungssport geradezu vorprogrammiert.

  13. Team FM – danke für das frische und leichte Interview. Jan Ullrich ist ein guter Mensch, sind wir doch ehrlich, ich kann mir keinen Radsportler vorstellen, der nicht ohne Mittel durch die Tour de France fahren würde – es ist für den Körper eine Hölle. Ich bin keine Profisportlerin gewesen, daher kann ich es nicht nachvollziehen, warum sie sich das antun… Jan Ullrich hat seine Meinung, die er nicht öffentlich sagen will – zu recht, sonst steht es sofort in der Presse – umgedreht. Und wo er recht hat, hat er recht, es gibt noch viel zu tun, für uns alle. Schön wie er zum Leben, zur Familie und zu sich steht. Schön!

  14. Finde es gut, dass auf das Thema Doping nicht besonders eingegangen wurde. Weil es sowieso alle tun.

    Stattdessen auf das Trikot eine Liste der Mittel/Methoden, mit denen man hantiert. Wäre doch cool 😉 Ach, und überhaupt: die bloße Nahrungsaufnahme ist ja bereits „Doping“. Deswegen ist dieses Thema für mich uninteressant.

    Jan Ullrich zu interviewen, fand ich gut.

    • @ Ron B. :“Doping“

      Finde Doping hochinteressant. Wenn das für alle erlaubt wäre, könnte man keinem Spitzensportler wie Jan Ullrich da überhaupt etwas vorwerfen. Wäre doch vielleicht sehr erhellend, zu erfahren, wie man Doping anwenden kann.
      Eigentlich ist das doch eine rein medizinische Sache, die normalerweise keinen Aussenstehenden etwas angeht.
      Da wird erst künstlich etwas verboten, damit man den geschützten Raum des Arzt-Patient Verhältnisses aufbrechen kann, und das unter Vorwand einer „Gerechtigkeit“, die genauso gegeben wäre, wenn man das Verbot abschafft.
      So, wie das derzeit läuft, hat man die Spitzensportler unter Kontrolle.

  15. Schönes Interview. Bin gespannt, welcher Prominente noch bereit ist, sich bei Ken Jebsen öffentlich zu äußern. Viele werden wohl Sorge haben, dass sie sich damit den Ruf ruinieren. Die sich dennoch bereit erklären, zeigen jedenfalls Größe.

    Ein wenig schmunzeln musste ich bei den Versuchen von Ken Jebsen, seinen Gast auf eine bestimmte politische Fährte zu führen, schon. Aber Jan Ullrich ist diesen Versuchen elegant ausgewichen. Wahrscheinlich hat er genug von Skandalen und persönlichen Angriffen. Schade: Mich hätte seine Meinung zu Putin, NATO und Amerika schon interessiert.

    • JS: „Viele werden wohl Sorge haben, dass sie sich damit den Ruf ruinieren.“

      Na, ja, es gibt viele EX-Stars/Sportler, bei denen der Ruf ruiniert ist oder nicht mehr so interessant sind. Die haben auch nichts groß zu verlieren, wenn Sie mal ihre Meinung sagen. Die politische Meinung wäre interessant gewesen.

  16. Ulle bei KenFM – kaum zu glauben!

    Schönes Interview und der Mensch Jan Ullrich ist immer noch ein sehr sympathischer Zeitgenosse.
    Bei den kritischen Themen sind ohne Kamera sicherlich noch andere Antworten gekommen…

    Jan Ullrich – erster deutscher Tour de France – Sieger !
    Das bleibt.

    Den Titel „Boulevard“ finde ich nur mäßig passend, da er für mich eher negativ belegt ist, aber das Format ist klasse!
    Bin gespannt wer da noch so kommen wird!

  17. Wusste nicht, dass Jan Ullrich so ein netter Kerl ist. Das Interview zeigt: mit unterschiedlichsten Hintergründen, aus verschiedenen Richtungen kommend, gibt es Möglichkeiten zu entlarven, dass „verarscht“ wird.

    Interviews draussen „auf der Strasse“ – Boulevard – haben noch mal einen anderen Charme als die eher triste Kulisse im Studio.

    Schön, dass KenFm in die Breite geht, mit dem neuen Format was leichtes bringt – das erweitert sicherlich noch mal das Publikum. Andere Themen – auch mit politischem Einschlag – anzugehen, finde ich klasse.

  18. Habe es mir eben auch angeschaut, und ja, warum nicht, auch das ist ein interessantes Format. Bin mal gespannt, was da künftig noch kommt. Wenn man die Chance hat, solche Leute zu interviewen, sollte man das tun, und dabei kann man auch politische Themen zumindest anschneiden. Boulevard im Stile von dämlichen Sendungen, die uns auch von ARD und ZDF serviert werden, ist das natürlich nicht. Für das hier wären auch Rundfunk-„Beiträge“ einigermaßen sinnvoll angelegt. Im Falle von „Brisant“ oder „Leute heute“ oder wie der ganze Käse heißt sind sie pure Verschwendung.

    Vor allem freue ich mich aber, dass – na ja, bis jetzt jedenfalls – noch keine blöden Kommentare a la „was macht KenFM denn jetzt wieder, das interessiert mich doch gar nicht“ kommen. Es ist doch ganz einfach: Jeder kann solche Angebote nutzen, muss aber nicht.

  19. Schön klares Bild, guter Ton und mal nicht erstlinig Politik, sondern mehr Person. Gut!!
    Radsport fand so nicht mein Interesse und das Aufleben der Dopingskandale tat sein übriges. Schon damals erschien es mir so, dass die Dopereitheatralik medial auf Jan Ullrich fixiert wurde. Das er nur Chancengleichheit anstrebte, erscheint mir durchaus nachvollziehbar und glaubwürdig. Schade, eine insgesamt sehr unfaire und rücksichtslose Zeit für einen großen Sportler, der dazu auch noch als Medienopfer herhalten durfte. So würdelos sollte eine sportliche Karriere wirklich nicht ausgehen. Ich hoffe, das er die immer noch ausstehende volle Anerkennung seiner Verdienste und Siege noch erfahren darf.

  20. Sehr interessant was Ullrich da ab Min. 25 äußert. In Kurzform ausgedrückt – nach mir die Sintflut.

    Ich kann diese Denk und Handlungs, respektive Nichthandlungsweise nicht mal verurteilen.
    Nicht weil 80% oder mehr der Menschheit sie teilt und lebt, sondern weil – Zitat: …wenn man schon weiß man kriegt Schwierigkeiten, warum sollte man das dann machen. …und vielleicht versaut man sich sein ganzes Leben wenn man das öffentlich äußert.

    Reden ist Silber, schweigen ist Gold.

    Ich glaube ich werde mich auch dazu entschließen zu schweigen. Das fällt eigentlich recht leicht, insbesondere unter dem Gesichtspunkt das die ganze immer ständig gleiche Laberei nur eines ist – sinnlos.

    Insofern trägt die neue Boulevard Sendung – obwohl Boulevard und Sport überhaupt nicht mein Thema ist – vielleicht zu grunlegender Ver-Änderung bei.

    https://www.youtube.com/watch?v=-4RL_rQcDp0

    • Manchmal ist es auch besser, zu schweigen. Und manchmal ist es falsch zu schweigen. Es kommt auf die Situation und das Gegenüber an. Bedenken muss man auch folgende Weisheit:

      „Nicht alles, was ein Mensch weiß, kann mitgeteilt werden, noch kann alles, was er sagen kann, als dem rechten Augenblick gemäß angesehen oder jede rechtzeitige Äußerungen als geeignet für die Fassungskraft der Hörer erachtet werden.“

  21. Zu Jan Ullrichs Zeiten habe natürlich auch die Tour geschaut und gespannt die Etappen verfolgt. Als dann mehr über Doping als über den Sport debapattiert wurde, wurde das Ganze für mich dann nervig. Heute interressiert es mich nicht mehr. Jan Ulrich hat etwas, was ihn interessant machte. Das zeigt auch dieses Interview und es ist tatsächlich so, das die Kombination Ken Jebsen und Jan Ullrich Interesse hervoruft. Gutes Format und bin gespannt, was hier noch folgen wird.

    Zur damaligen DDR. Wir haben entfernte Verwandtschaft in der DDR und sie erzählen auch andere Seiten und Geschichten, die man so von der Politik/Medien hört. Diese sind viel interessanter und greifbarer, weil sie durch Besuche (auch noch zu DDR Zeiten) einfach „erlebar“ waren. Aber die Geschichten von heute aus der Bevölkerung werden später auch andere sein (auch wegen den Begegnungen/ERlebnissen die in den Köpfen bleiben), als was die Politik/Medien so im Alltagstrot wieder geben.

  22. Großes Lob an das KenFM Team für dieses Interview. Im Normalfall würde ich mir nie ein Interview eines Sportlers anschauen, da mich Sport absolut nicht interessiert. Natürlich habe ich den Namen, Jan Ullrich, schon vorher gehört, doch wie gesagt, es hat mich nicht interessiert was er so macht. Mit diesem neuen Format bei KenFM hat man mich natürlich bei meiner Neugier gepackt, weil KenFM und Jan Ullrich, da fragt man sich, was passiert da? Was kommt dabei raus? Das Ergebnis hat mir sehr gut gefallen, weil ich in diesem Interview den Menschen Jan Ullrich hören durfte und nicht den Sportler.
    Nun noch was zum Thema DDR. Wenn das Thema DDR angesprochen wird, wird oft die DDR als ein Ganzes gesehen. Das ist nicht richtig, ebenso wie es nicht auf „Die BRD“ zutrifft. Es gibt in der BRD unterschiedliche Regionen, wo auch unterschiedliche Lebensstandards vorherrschen. So war es auch in der DDR. Der gravierende Unterschied jedoch war dieser, dass man in der DDR nicht einfach von einer Region in die andere ziehen durfte. Teilweise durfte man nicht einmal bestimmte Regionen besuchen, es sei denn, man hatte dafür einen Passierschein. Wie ich aus dem Interview herausgehört habe, ist Jan Ullrich in Rostock aufgewachsen. Ich selbst bin in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) groß geworden. Mein Umfeld war die evangelische Kirche und später gab es auch einige Zeugen Jehovas darin. Man mag ja zu denen stehen, wie man will, nur durch diese Leute habe ich die gravierenden Unterschiede in der DDR so richtig bewusst wahrgenommen. Einer von denen wollte von Karl-Marx-Stadt nach Rostock ziehen und hat keinen Zuzug genehmigt bekommen. Begründet hat man dies: „Wir wollen solche Leute wie sie nicht im Norden haben.“ Auch die Versorgung mit Lebensmitteln war in der DDR regional verschieden. In und um Berlin gab es die beste Versorgung. In Sachsen (in den Bezirken Dresden, Karl-Marx-Stadt und Leipzig) gab es, meines Wissen nach, die größten „Engpässe“. Damit meine ich weder Bananen noch andere „Luxusgüter“… es gab nicht einmal Möhren, Äpfel usw. Mit diesem Hintergrundwissen kann man Jan Ullrich sicher besser verstehen, wenn er sich mit 16 Jahren nicht um Politik gekümmert hat. Ich hingegen schon bei „Schwerter zu Pflugscharen“ aktiv war. Im Norden der DDR lief die Zeit einfach anders. Daher kann man nicht von „DER DDR“ sprechen. Dies wollte ich mal als Tipp hinterlassen.

  23. Interessantes Interview.Endlich auch eine wohltuende Abwechslung, zu den ausgelutschten politischen Themen, die ständig wiederholt werden. Gutes Format dieses “ Boulevard“.

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