BLVD 1.1 – Jan Ullrich im Gespräch mit Kai Stuht

Jan Ullrich gewann 1997 als erster Deutscher das schwerste Radrennen der Welt, die Tour de France, und verhalf damit dem Radsport in Deutschland zu neuer Popularität. 2004 wurde dieses Bild durch einen internationalen Doping-Skandal, in den auch Ullrich verwickelt war, getrübt.

Für den Sportler Jan Ullrich bedeutete dies, dass er wieder mehr zum Menschen Ullrich wurde, dessen Handeln die Klatschpresse nicht minutiös dokumentierte, und der sich wieder mehr um seine Familie kümmern konnte, nachdem er die Geburt seiner Tochter aus beruflichen Gründen verpasst hatte.

Wir trafen Jan Ullrich in Süd-Tirol, wo wir einen nachdenklichen Spitzensportler erlebten. Wir sprachen mit ihm sowohl über die Zeit nach dem Skandal, als auch über aktuelle Geschehnisse in der Weltgeschichte, die mitunter gar nichts mit dem Radsport zu tun haben, aber zu denen auch Tour-de-France-Gewinner wie Ullrich eine Meinung haben dürfen.

Jan Ullrich ist der erste Gast unseres neuen Doppel-Formates „BLVD – Das andere Boulevard-Magazin“. BLVD wird zukünftig mit Persönlichkeiten aus Pop, Sport und Kultur Gespräche führen, in denen es auch um andere als für die Promis übliche Themen gehen wird.

22 Kommentare zu: “BLVD 1.1 – Jan Ullrich im Gespräch mit Kai Stuht

  1. jan Ullrich ein Held meiner Jugend.
    wenn man ihn so sieht , fällt auf, dass er sich kaum verändert hat, seine medienscheue, aber auch seine Bescheidenheit ,trägt er immer vor sich her.
    jeder der selbst Rad fährt ( also nicht blos zum Bäcker und zurück) , dem war eigentlich klar, dass 5000 Höhenmeter verteilt auf 200 Kilometer , in 5 Stunden mit finalem “ bergaufsprint“ , unter „normalen“ Bedingungen ,nicht zu schaffen ist. schon gar nicht verzehrt über 3wochen , wie bei der Tour de France.
    aber irgendwie wollte man das glauben, weils so galaktisch erschien….

    ich sehe es immernoch als enorme Leistung an , so etwas überhaupt ,in der Art und Weise, körperlich durchzuhalten.
    was mich interessieren würde, ist , ob er irgendwelche körperlichen Beschwerden davon getragen hat.
    Jan Ullrich war letztlich wie Viele ,ein Gefangener des Systems , sein Talent und seine körperlichen Fähigkeiten haben letztlich nicht gereicht, um sich gegen seine gedopten Kollegen durchsetzen zu können, er musste es ihnen gleich tun. eine Bankrott Erklärung des Leistungssports.

    es wird anscheinend immer Menschen geben, die glauben außergewöhnliche menschliche Leistungen, immer weiter steigern zu können, zur Not halt auf unfaire weise. ein generelles gesellschaftliches Problem…ob Wirtschaft, Wissenschaft, Sport….überall dasselbe Prinzip.

  2. Ich habe mir die ersten 10 Minuten des Interviews angeschaut um danach in die Mitte zu skippen. Immer noch Radsport. Bis kurz vor Schluß geskippt, immer noch Radsport. Ja, ich weiß, dass ich diesen Beitrag nicht annähernd durchgeschaut habe um über den expliziten Inhalt etwas sagen zu können und ja ich weiß, dass es verschiedene Geschmäcker gibt. Doch mir erschließt sich nicht der Sinn in Bezug auf das übliche Programm von KenFM. Natürlich kann man alles abstrahieren und an allem veranschaulichen wie etwas Größeres funktioniert und persönliche Schicksale verdeutlichen auch Einiges, doch um es jetzt kurz und knackig zu kommentieren: Ich finde solche Thematiken sind zu fern von dem was mich an Geopolitik und verwandten Themen interessiert. In den ersten Minuten die ich geschaut habe, hat mich enttäuscht, dass der Radprofi immer noch auf der Ebene ist, es zu bedauern, damals sanktioniert worden zu sein. Es ist meiner Ansicht nach eine sehr oberflächliche und habgierige Eigenschaft einen verpassten Preis so ausführlich und emotional zu bedauern, auch wenn es in seinem eigenem Metier, seiner Passion passiert ist. Für einen Radsport-Fan ist dieses Interview sicherlich sehr interessant, doch mich als jemand der ab und zu von einem Event namens „Tour-de-France“ hört, eher weniger.

    • Ist im Grunde leichter etwas nachzuvollziehen, wenn bekannte Persönlichkeiten interviewt werden.

      Jeder, der schon viele Beiträge von KenFM geschaut hat, fragt sich vielleicht nicht mehr so sehr, warum KenFM oft politische Fragen stellt.

      In so einem Format kommen die Menschen des Alltags zur Sprache und da wird teils ( im Interview mit Ken Jebsen und Jan Ullrich) auch gefragt, wie es wäre, wenn ein Sohn von Jan Ullrich zur Bundeswehr gehen wollte – wie Ullrich darauf reagiert – also: bestimmte Themen mit Relevanz kommen auch vor, aber zunächst eben der Fokus auf das, was wirklich den Menschen ausmacht, bzw. ausgemacht hat, als dieser bekannt war/ ist.

      Und bei Jan Ullrich ist es nunmal der Radsport. So sehe ich das.

  3. Schönes, sehr persönliches Interview!

    Und hier wurde noch einmal deutlicher, dass Ulle nicht „gelogen“ hat und er Opfer eines Systems wurde.

    ALLE DOPEN im Spitzensport !

    …manche werden aber aus bestimmten Gründen zu bestimmten Zeiten fallen gelassen oder als schwarze Schafe rausgeschmissen, damit man später wieder das verlogene (Millarden-) Spiel weiterspielen kann.
    Alles vertraglich geregelt… da fehlen noch ein paar „Leaks“ 😉

    Insofern „passte“ dieses Interview auch bestens zu KenFM.
    Der Name des Formats… naja.
    Ich fänd ja „Portrait“ viel schöner und dann ist die Nähe zur BILD (BLVD) auch nicht so groß.

  4. Kai Stuht – wer ist denn dass? Den Namen höre ich zum ersten Mal und man darf die Sendung bis zum Schluß ansehen um zu verstehen wer die Person ist. Jan, der Radfahrer, ehrlich gesagt der Name ist mir bekannt, habe mich aber nie näher mit dem Sport und den Erfahrungen von Jan beschäftigt.

    Ich habe mir alles bis zum Ende angesehen und ich darf sagen das Format und die Strategie die vermutlich dahinter steht finde ich gut. Stars so zu zeigen wie sie als Mensch wirklich sind um Nachamer ein komlettes Bild zu hinterlassen.

    Jeder soll ja frei entscheiden können ob er seinem Star folgt oder nicht. Bei solchen persönlichen Geschichten entdecke ich immer wieder das immer ein großes Ereignis zum vermeintlichen Erfolg gehört. Meist ein Unfall oder eine schwere Erkrankung. Scheint irgendwie zusammen zu gehören wie die Vorspeise zur Hauptspeise.

    Warum ist das so? Gehört immer ein Schmerz, ein Leid bei einem persönlich oder in seinem Umfeld dazu?
    Solche Gespräche in einem sehr hochwertigen Rahmen sind sicherlich hilfreich die Strickmuster zu erkennen die zu einem guten Leben dazugehören.

    Vielleicht ist es ratsam den Kopf nicht immer bis zur Decke zu strecken sondern mit einem gewissen Mut und Bescheidenheit, Blick für das Ganze den Mittelweg zu finden der für einem bestimmt ist.

    Danke an die Macher und den Mut unbekannte Personen solch eine interessantes Gespräch auf den Weg zu bringen.

    Ich bleine ganz nah dran!

    • Gehört immer ein Schmerz, ein Leid bei einem persönlich oder in seinem Umfeld dazu?

      In der Tat spricht doch sehr viel dafür, das persönliche Erschütterungen sehr viel mehr zur Bewusstseinserweckung beitragen, als stets wohlbehaglich und gruppenrhytmisch im Mainstream mitzuschwimmen. Landet man als Ziehfisch im Wasserfilter geht schon mal das Wundern und Nachdenken los. Statt wie Alle alles zu wissen, fängt man auf einmal an Fragen zu stellen. Plötzlich ist man nicht mehr Gleich, geschweige denn Gleicher, sondern eher Ungleich. Und man entdeckt: das Aquarium war gar nicht die Welt, sondern nur ein sehr kleiner Teil davon….

  5. Auch dieses Interview hab ich mir von vorn bis hinten angehört. Aber nicht, weil es mir emotional oder intellektuell etwas gab, sondern nur, damit ich mir ein Urteil erlauben kann. Es bestätigt, was ich bereits an anderer Stelle kritisierte.

    Braucht eine Gesellschaft, die von blinden Steuermännern und Kapitänen durch hochgefährliche politische Gewässer manövriert wird, ein Boulevard-Format, das wie ein Betäubungsmittel wirkt?
    Ich glaube nicht. Es wäre eher ein Aufputschmittel notwendig, das sie aus ihrer Lethargie reißt und aktiviert.
    Das Interview mag Fans und Radsportinteressierte ansprechen, aber es bewegt nichts im Sinne der Gestaltung einer lebenswerten Zukunft für unsere Gesellschaft. Es fehlt die tragende Idee, die unserer Zeit – aber auch KenFM selbst – gerecht wird.

    Wie ich bereits sagte, liegt das Defizit nicht in den Personen, sondern in der Relevanz des Inhalts. Die Potenziale des Menschen und der medialen Figur Jan Ullrich sowie deren Geschichte bleiben weitgehend ungenutzt. Deshalb wirken beide Interviews auf mich belanglos und flach.
    Führte man sich stattdessen (bspw.) den Zeitgeist der 90er Jahre vor Augen – mit all seinen Ausprägungen und Facetten, seiner Alles-ist-möglich-Mentalität und seinem XXXL-Größenwahn – und vergliche dann diese Zeitgeistblüten mit denen, die heute sprießen, ließen sich wenigstens ein paar erhellende Rückschlüsse auf den Boden ziehen, auf dem dies alles gedeiht.

    • Ich vermute, dass Kai Stuht aufgrund seiner Tätigkeit als Fotograf bessere Kontakte zu Prominenten hat als Ken Jebsen. Wenn die beiden nicht dieselben Fragen stellen und sich das Interview teilen, finde ich dieses Format ganz interessant.
      Das Dogma der Heiligsprechung durch die Katholische Kirche finde ich generell fragwürdig. Und solange Jan Ullrich nicht mit Tieren diskutiert, bei ihm plötzlich Wundmale auftreten oder er Touristen in Lourdes erscheint, hat er eh keine Chance heilig gesprochen zu werden.

  6. Danke Kai, du hast genau die Fragen gestellt die ich bei Ken vermisst habe. 🙂
    Ich habe Ulles Werdegang im Tv von Anfang an verfolgt und fand deinen Stil des gesamten Interviews sehr gut.

    ( Noch eine persönliche Anmerkung die mir wichtig erscheint aber nichts mit diesem Interview zu tun hat:
    Ich teile deine Einschätzung zur Intuition obwohl ich nie eine Krankheit hatte und trotzdem habe ich das immer so wahrgenommen wie du das geschildert hattest. Man sagt immer Kinder haben einen Schutzengel aber ich glaube in Wahrheit ist es einfach Intuition und diese wird in laufe der Jahre leider überlagert durch dumme Ängste. Ich versuche mich dagegen zu wehren aber leider klappt es nicht immer. )

    • @ Quaker: „Intuition“ Kai hat ja hingewiesen auf den Zusammenhang zwischen Leid und Intuition. Und es ist ja auch gerade die Krankheit oder ein Leid, was den Menschen wach macht für manches, dem gegenüber man „schläft“, solange Leid einen nicht dafür weckt. Bei Naturvölkern gibt es Schamanen mit sehr hoher Intuition, und die werden erst durch Krankheiten, die sie durchmachen, zu Heilern. Die „studieren“ zuerst die Krankheit von innen, erlangen die Intuition, aus der heraus sie die Heilmittel finden.
      Unsere materialistische Medizin studiert die Krankheiten von aussen. Und Kinder sind noch nicht durch materialistische „Bildung“ ver-bildet. Manche Kinder sprechen und spielen mit äusserlich – unsichtbaren Wesen.
      Und es gibt eine seherische Forschung eigentlich überall auf der Welt, die von neun oberen und neun unteren Reichen weiss.
      Ueber der menschlichen Hierarchie neun Arten von Geistwesen: „Engel“ bedeutet: Boten, genannt: Geister der Dämmerung. Erzengel bzw. Archangeloi= Feuergeister. Darüber die Archai= Geister der Persönlichkeit.
      Darüber die Exusiai= Geister der Form. Deren „Körper“ sind die Planeten. Noch höher: Dynameis= Geister der Bewegung und des Wärmeelementes. Darüber die Kyriotetes= Geister der Weisheit.
      Ueber denen die Throne = Geister des Willens und des Erdelementes. Darüber: Cherubim= Geister der Harmonien, deren Element die Wolkenbildung ist. Oben die Seraphim= Geister der All-Liebe. Für äussere Sinne nicht wahrnehmbar. Element ist der Blitz beim Gewitter.

      Und wiederum spricht die seherische Forschung von neun Erdschichten unter der Erdoberfläche.
      Man findet diese Gliederung in neun diverse Wesen und Schichten sowohl im Schamanismus als auch in den früheren Hochkulturen, z.B, bei den Mayas, bei den Indern, und ebenso bei Paulus.
      Ueber den Seraphim ist die göttliche Trinität, deren Anblick die Seraphim andauernd haben.
      Die Seraphim wurden und werden dargestellt mit sechs Flügeln.
      Paulus gründete eine Schule der Seher.

      Heutzutage ist in der Wissenschaft all das in Vergessenheit geraten, und man denkt nur noch nach über das, was durch äussere Sinne wahrnehmbar ist. Und dem gegenüber sind manche Kinder klüger, intuitiver als Erwachsene.
      Schön, dass Kai auf diesen Zusammenhang zwischen Leid und Intuition hinweist !

    • @Michaela 26. Mai 2016 at 09:29
      Ach du liebe Zeit, jetzt kommen auch noch die anthroposophischen Geisterhierarchien nach Rudolf Steiner aufs Tapet.
      Jetzt wird’s mystisch.

    • Übrigens, BLVD hat noch keine Sommerzeit. Hat sich KenFM bei der Zeitumstellung bewusst ausgeklinkt?

    • @ Joachim Schuster: “ Es lebe der Fortschritt !“

      Na wenn der Fortschritt darin besteht, die Wirklichkeit des Geistes zu vergessen, dann ist das ein Fortschritt am Rande des Abgrundes. Bildhaft veranschaulicht: Hans Guck in die Luft schreitet voran, sieht nicht den Abgrund, in den der nächste Schritt führen muss, während ein Hund ihm in die Wade beisst…

      @ Josef Kandl: “ Jetzt wird`s mystisch.“ Nein, nein, jetzt wird`s geisteswissenschaftlich. Das dämmert nur solchen noch nicht auf, die weder Max Planck noch Dr.Steiner verstanden haben, weil sie dem kirchlich und staatlich geförderten einseitigen Materialismus zum Opfer gefallen sind.
      Wissen Sie : So, wie der Stier nur an das rote Tuch glaubt, nur nicht glaubt an den Torero, so glaubt der Materialist nur an den Stoff, nicht an den Geist, der den Stoff wegt und bewegt.

    • @ Josef Kandl: Korrektur: der den Stoff webt und bewegt. Nicht: „wegt“ sondern: webt

    • @Michaela:
      Nur, weil ich nicht an die eingebildeten okkultistischen Vorstellungen eines Rudolf Steiner glaube, bin ich noch lange kein „Hans-guck-in-die-Luft“ oder geistloser Mensch. Ich halte mich lieber an die Aussagen der großen Religionsstifter und solche Ersatzreligionen wie die Anthroposophie oder Esoterik brauche ich nicht.
      Diese Welt krankt an Geistlosigkeit und Materialismus. Was sie heilen kann sind die Lehren und Worte der Gottgesandten, nicht irgendein „spiritueller“ Hokuspokus.

    • @ Joachim Schuster: “ Vorstellungen“ Wer die Geisteswissenschaft Steiners mit „Ersatzreligion“ verwechselt, kennt sie gar nicht. Manche Vorstellungen sind sehr festgefahren. Zitieren Sie mir eine einzige Aussage Dr.Steiners und sagen Sie mir, warum Sie die für unwahr halten. Dann könnte man inhaltlich diskutieren oder eine Meinung begründen.
      Wenn Sie sagen, diese Welt „krankt“ am „Materialismus“, dann sind Sie und ich uns ja in puncto Diagnose einig.
      Offene Frage scheint mir nur die nach der wirksamen Therapie zu sein.

    • Muss man sich denn für jeden Bericht, für jedes Interview und jeden Kommentar extra bedanken? Diese Dankeshymnen gehen mir auf den Sack. Dafür, dass über die Geschehnisse in der Welt und über interessante Menschen berichtet wird, dafür sind die Berichterstatter und Journalisten ja da. Man muss sich nicht für deren Arbeit immer und immer wieder ausdrücklich bedanken. Ein Quatsch ist das.

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