KenFM im Gespräch mit: Bodo Schickentanz (Mainz Free-TV)

Bodo Schickentanz hat 22 Jahre lang für das ZDF als Grafiker gearbeitet. Die Arbeit hat ihm Spaß gemacht, er hatte mit tollen Kollegen zu tun und konnte sich in seinen Aufgaben künstlerisch austoben. Doch dann, eines Tages, wagte er etwas, was das Verhältnis zu seinem Arbeitgeber von heute auf morgen drastisch verändern sollte: Er übte Kritik an Sendeinhalten.

Auf seinem YouTube-Kanal „Mainz Free-TV“ äußerte er sich, in der für ihn charakteristischen direkten Art und Weise, kritisch zur medialen Berichterstattung seines Arbeitgebers im Zuge der Ukraine-Krise. Gerade in seiner Funktion des Mitinitiators der Mainzer Friedensmahnwachen hatte er die schmerzliche und persönliche Erfahrung machen müssen, wie meilenweit die medial vermittelte Realität und die vor Ort gemachten Erfahrungen auseinanderlagen. Ihm war schlicht und ergreifend der Kragen geplatzt.

Das ZDF nahm die getroffenen Aussagen zum Anlass, den Mann vor die Tür zu setzen. Von Selbstreflexion oder einem kritischen Diskurs innerhalb des öffentlich-rechtlichen Senders keine Spur.

Doch statt sich entmutigen zu lassen oder Kreide zu fressen, machte Bodo Schickentanz da weiter, wo er aufgehört hatte. Obwohl ihm von seinem ehemaligen Arbeitgeber davon abgeraten wurde, auch nur ein weiteres kritisches Video auf YouTube zu veröffentlichen, vervielfachte er den Output.

Inzwischen zählt sein Kanal über 1 Millionen Klicks. „Mainz Free-TV“ ist ein Demokratieprojekt, das das mediale Spektrum der freien Medien um eine Facette bereichert. Wenn schon das in unserer Demokratie ein Problem ist, dann hat ebendiese Demokratie ein gehöriges Problem.

Inhaltsübersicht:

0:00:16 Bodo Schickentanz über den Menschen Ken Jebsen

0:09:48 Der Mensch Bodo Schickentanz

0:19:47 Bodo Schickentanz als politischer Mensch

0:28:00 Demokratie und die öffentlichen-rechtlichen Medien in Deutschland

0:35:05 Der YouTube-Kanal „Mainz Free-TV“

0:53:00 Bodo Schickentanz über den Film „Sun Wolf“

0:59:42 Authentisches Auftreten vor der Kamera und in der Öffentlichkeit

1:12:21 Die Kündigung durch das ZDF

1:22:36 Wo stehen wir heute? Frage der Dezentralisierung der Medien

1:24:41 Wohin geht es? Evolution statt Revolution

1:40:44 Formate in den privaten, alternativen und öffentlich-rechtlichen Medien

1:52:29 Thema Glaube: „Wir sind von Schönheit umgeben“

2:01:42 Schlußwort zu zweit

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21 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Bodo Schickentanz (Mainz Free-TV)

  1. Ich finde es bezeichnend, auf dem Kanal von Mainz TV gleich zuoberst auf einen Hörtext von Hans Dieter Hüsch zu stoßen. Wenn man sich diese Urgesteine des Kabarett noch mal vor Augen führt – von Wolgang Neuss über Dieter Hildebrandt bis zu Max Uthoff und seinen Kollegen heute, wird klar, dass das Thema plebiszetäre Emanzipation für wahr nichts Neues ist.

    Formate wie KenFM oder Rubikon aber auch Mainz TV u.a., in denen Menschen zu Wort kommen, die begonnen haben auch gefühlsmäßig über den Tellerrand zu blicken, sind so wichtig. Sie begründen den Wandel dahingehend, andere Menschen im Spiegel der herrschenden globalen Umstände wirklich wahrzunehmen.
    Und dieser Wandel vollzieht sich auch in der Erkenntnis dass wir im Grunde alle imstande sind, an diesem Wandel aktiv teilzunehmen.
    Wir brauchen keinen Kampf, wir brauchen innere Erkenntnis, spirituell gerdetes Bewusstsein und wir brauchen Mitgefühl. Mitgefühl für letzten Endes ALLE Menschen und somit zunächst einmal für uns selbst….

  2. Es macht für mich keinen Sinn seinen Job auf diese Weise zu verlieren.
    Besser ist es als Arbeitnehmer wehrhaft zu bleiben.
    D.H. sich rechtlich auf mögliche Angriffe seitens des Arbeitgebers vorbereiten. Ggf. entsprechendes Material sammeln um sich entsprechend verteidigen zu können.
    Warum ist Herr Schickentanz nicht vor das Arbeitsgericht gezogen?

  3. Warum schweigen die Lämmer-Deuter?
    Man sitzt stundenlang auf einem Podium unter sich als Intellektuelle und hinterfragt die Volksseele,warum sie sich so erniedrigen lässt von einem System der Eliten-Herrschaft.
    Wenn das Volk aber genug hat und sich zu Wort meldet-wie auf den Strassen von Paris-dann wird nicht berichtet.
    Ist es egal,wenn mitten in Europa Polizisten Blendgranaten werfen als Begleiterscheinung von Demonstrationen,die Sprengstoff TNT enthalten?!

  4. Beide ergänzen sich ja sehr gut. So vor der Kamera blankzuziehen – das sieht man nicht oft. Also, was da in letzter Zeit an Gesprächspartnern und Themen auf den TIsch kommt, da muss ich mal meinen Hut ziehen. Bodo ist zwar konform zur Richtung von KenFM, bringt aber richtig genial noch den menschlichen Faktor hinzu. Ich finde sachliche Gespräche auch toll, aber das war noch das Schippchen mehr.

  5. Lieber Ken und lieber Bodo,

    ich unterstütze und schaue KenFM jetzt schon viele Jahre, und dieser Beitrag ist einer derjenigen, die mir bestätigen, dass die Entscheidung, die (sogenannten) alternativen Medien nicht nur täglich zu konsumieren, sondern diese auch finanziell (im kleinen privaten Rahmen) zu unterstützen, goldrichtig war und ist.
    Solch einen tollen, authentischen und vor allem herzlichen Beitrag wie diesen hier mit Ken und Bodo wünsche ich mir öfter von Euch! Herzlichen Dank für Eure absolut echte gezeigte Menschlichkeit – das hat mich tief berührt.
    Und es ist für mich auch völlig selbstverständlich, ab sofort auch Bodo mit seinem freien Sender „Mainz FreeTV“ regelmäßig zu konsumieren und auch finanziell zu unterstützen, genauso wie ich schon längere Zeit auch nuoviso.tv konsumiere und unterstütze.
    Also lieber Bodo, lass Dich nicht klein kriegen, jetzt erst Recht nicht. Hau ordentlich was raus – meinen regelmäßigen „Heiermann“ hast Du! 😉

  6. Tolle Sendung! Habe damals Bodos Beiträge z.B. über das unsägliche Anti-Putin-Machwerk mit Vergnügen gesehen und dachte schon: Der tickt genau wie ich! Tut er nicht in jeder Hinsicht, wie ich hier feststellen konnte, sein Filmgeschmack deckt sich mit meinem eher nicht (Star Wars? Nicht dein Ernst!), ich finde auch „den Glauben“ nicht wichtig und finde, dass Fragen über das Leben oder den Tod und deren Sinn keineswegs irgendeinen Glauben voraussetzen. Aber gerade deshalb wäre Bodo ja erst recht jemand, mit dem ich mich wohl super unterhalten könnte.

    Für mich die wichtigste (oder bedeutendste) Erkenntnis des Interviews: Bodo hat sich durch die Vorgänge um seinen Rauswurf beim ZDF nicht etwa zu Hassgefühlen hinreißen lassen. Er kann immer noch unterscheiden zwischen den Verantwortlichen und den vielen „kleinen“ Mitarbeitern und sogar nachvollziehen, warum sich von denen niemand für ihn stark macht. Er akzeptiert es sicherlich nicht, aber er bleibt Realist, trotz seiner künstlerisch-träumerischen Ader. Und er bleibt dabei ein Verfechter des ÖR – einen solchen Mitarbeiter kann sich jeder Betrieb eigentlich nur wünschen. Kritisch und trotzdem loyal, stets gegen die berüchtigte Betriebsblindheit ankämpfend und die Grundsätze hochhaltend. Grundsätze, die Claus Kleber & Co nicht einmal ansatzweise tangieren, weil für diese Leute nur die transatlantischen Grundsätze gelten. Jemand wie Bodo müsste Mitarbeiter des Jahres sein, aber das ZDF ist ja nicht alleine, auch in den meisten Betrieben der „freien Wirtschaft“ sind solche Mitarbeiter unerwünscht, bevorzugt werden die Schleimscheißer und Arschkriecher.

    • …bevorzugt werden die Schleimscheißer und Arschkriecher!

      Kann ich nur bestätigen, je größer die Betriebe, angefangen bei Politik und Johanniter… bevorzugt werden die Schleimscheißer und Arschkriecher!

  7. Die wichtigste Message dieser Sendung liegt in der Aufforderung zum Crowd der alternativen Sender!

    Die Macher und ihre Mitarbeiter, die hinter den alternativen Medien stehen, haben meist kein zweites
    Standbein – wie ihr selbst wisst:
    -Ken Jebsen – rausgeschmissen – macht mit seinem Team ganz tolle Produktionen – preisverdächtige meines Erachtens,
    -Frank Höfer und sein Team von NUOVISO – „die Pioniere“ seit 2005- am produzieren von so mannigfaltigen Beiträgen,
    -Bodo Schickentanz – der Einzelkämpfer unter den Exmatrikulierten des Öffentlich Rechtlichen
    -Gruppe 42
    -Rubikon
    -NachDenkSeiten
    -Rationalgalerie

    sie sind alles Menschen und Macher, deren Produkte wir konsumieren.
    Aber ein Abo auf YouTube oder ein Like auf Facebook hilft den Menschen und Machern nicht weiter!
    Sie brauchen Geld zum eigenen Überleben und zum Produzieren ihrer Sendungen!

    Wir USER müssen ihnen die Arbeit, die wir ständig verlangen, auch entlohnen!

    Also los: jeder schnappt sich drei seiner benutzten Plattformen und dauer-beauftragt 5€ im Monat, macht 15€.
    15€ – das ist nicht mal dein monatlicher Internetzugang – aber dann deine meiste Zeit bei den Plattformen!
    Daher ist diese „persönliche GEZ“ auch gerechtfertigt – weil Du sie nutzt!

    Ich hab schon länger zwei DAs: NUO und KEN.
    Fernsehen schaue ich schon lange nicht mehr (außer Sport und Dokus), meine Frau und Kinder aber leider
    Straßenfernsehen!?

    Ich aber bezahle mein persönliches Fernsehen, das ich nicht im Fernseher zu sehen bekomme!
    Bitte helft mit bei eurem eigenem persönlichen Fernsehen, bevor den Menschen, die es machen, die Luft weg bleibt!
    LG
    Dennis Voß

    • Dennis Voß, stimme Ihnen voll zu. Nun gibt es mindestens 2 Möglichkeiten der Umsetzung:
      Ich nehme meine Liste der 24 Kanäle und Plattformen und arbeite sie nacheinander ab. Oder ich richte noch einen weiteren Dauerauftrag ein für einen Pool, aus dem die ‚Menschen und Macher‘ monatlich (nach Dringlichkeit, Projektbedarf oder einem anderen Verteilerschlüssel bedient werden. Manchmal beeindruckt mich ein Beitrag so, dass ich spontan wie im Kino ‚bezahlen‘ will. Dann kann ich auf meiner Liste ein Unterstützungsvorhaben abhaken.
      Am sympathischsten wäre mir aber so ein Pool wegen der laufenden Verteilung auf ‚alle‘.
      Bestimmt hat sich schon die/der eine oder andere Gedanken darüber gemacht, wie so ein Pool einzurichten und die
      Gemeinnützigkeit erhalten könnte.

      Bodo Schickentanz fiel mir seit längerem angenehm auf (auch auf der Liste!) Außer dem Motorradunfall und ‚Wolf Sun‘ war mir nichts völlig neu. So konnte ich meine Aufmerksamkeit ganz dem spontanen Dialog widmen, der so an Dynamik gewann, dass
      Kleidung/Verkleidung spannend blieb aber doch völlig nebensächlich wurde.

      In Verlängerung des kurzweiligen empathischen Dialogs landete ich bei ‚Wolf Sun‘.
      Die Wahrheit im also im eigenen Innern, dazu der Sternenhimmel, so landete ich zwangsläufig bei Kant „der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir“
      oder meint die Wahrheit nur meine Selbstvergewisserung „Ich denke, also bin ich“.
      Kunst braucht Kunstvermittlung, danke Bodo Schickentanz! Dieses ‚Wolf Sun‘-Projekt
      muss ich mir mal ganz in Ruhe ansehen und -hören.
      Denn ich schweifte wieder ab und landete beim ganz frühen Joseph Beuys, also bei den van der Grintens und ihrem Hof und bei Fritz Getlinger, dem ersten Joseph Beuys-Fotografen.
      „1957 verbrachte Beuys die letzten Monate einer fast zweijährigen gesundheitlichen Krise auf unserem Hof, beteiligte sich, wenn es sein Befinden zuließ´, an unserer Feldarbeit und füllte in der Stille der weiten Ebene unseren Geist mit den Inhalten seiner Gespräche, die kunstgeschichtlich, literarisch, musikalisch, naturwissenschaftlich, philosophisch, mythologisch unseren Horizont dehnten…Getlinger sah ihn bei uns öfter, besorgte ihm Makulaturpapier und übergab es ihm bei uns … Er verließ unser Haus geheilt, besuchte es aber in der Folge sehr oft, um hier zu arbeiten, und nahm … die Hilfe von Kranenburger Handwerker in Anspruch…“ S. 18 aus Getlinger photographiert Beuys 1950-1963 DuMont Buchverlag Köln, 1990.
      Dann die „Kladde‘ oder besser Manuskript „Dann schneiden Sie mal ein Stück davon ab, dann ist sie nicht mehr ganz!“ Entwürfe und Manuskripte zu Seminaren, Reden und Lichtbildervorträgen zum Werk von Joseph Beuys von Johannes Stüttgen. Mit einem Leporello von Walter Dahn. Verlag und Buchhandlung Walther König, Köln, 1990, guter Zugang die Arbeit mit dem Gymnasium in Kleve und Bamberg im letzten Buchdrittel.
      Eine ganze Woche hat mich die Beschäftigung mit diesen Joseph Beuys-Büchern in den Bann geschlagen: Alles was heute Not tut, ist bei ihm (1986 gest.) schon thematisiert. Er verkörpert Ganzheitlichkeit, Denken, fühlen, handeln (Aktion) oder Kopf, Seele, Wille. Seine Präsentationen, Aktionen sind immer auch Raum. Der Gedanke an das, was nach dem Tod kommt, beschäftigt ihn immer. „Was nach dem Tod keine Gültigkeit hat, hat überhaupt keine Gültigkeit.“ Daneben stellt er Wärme – Kälte, Filz für Wärme/Wärmespeicherung, Fett, Wachs, Honig symbolisieren Energie/Wärme und ihre Transformation u. Veränderung.

      Zu seiner politischen Arbeit: 1967 eine erste Parteigründung. Er ist befreundet mit Petra Kelly, die auch Mitglied der Internationalen Freien Universität wurde (gegründet mit Heinrich Böll). Die Idee der runden Tische, direkte Demokratie (heute noch ‚Omnibus für direkte Demokratie), Themen zur Wirtschaft, zum Geldsystem, das alles gibt es schon bei seinem
      Wirken.
      Beuys provoziert, aber gewinnt dabei die Köpfe und Herzen der Menschen.
      Was kann er uns, gerade heute, nicht alles vermitteln!
      Ich habe mich jetzt eine ganze Woche lang mit seinen Gedanken und Aktionen auseinandergesetzt. Denken und Aktion, beides, das ist es! Aber auch Leben, Fließen, Veränderung Fluxus. Soziale Plastik.
      Dann habe ich mich noch mit Joseph Beuys – Eine Werkübersicht Zeichnungen und Aquarelle Drucksachen und Multiples Skulpturen und Objekte Räume und Aktionen 1945 – 1985, Schirmer/Mosel 1996/2006 Fotografien von Ute Klophaus beschäftigt,
      dazu Joseph Beuys. Parallel Prozesse 11. September 2010 – 16. Januar 2011 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Düsseldorf, Hrg. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Ab S. 190 „Bereits im Juni 1967 gründet er in Reaktion auf den gewaltsamen Tod von Benno Ohnesorg mit Studenten der Düsseldorfer Kunstakademie die ‚Deutsche Studentenpartei‘, die „die Erziehung aller Menschen zur geistigen Mündigkeit“ verfolgt. Der Künstler sieht darin eine Möglichkeit, das bestehende System, das er für unzureichend hält, auf friedlichem Weg sukzessiv zu ändern.“ S. 191 “ ‚Kunst ist gleich Mensch, ist gleich Kreativität ist gleich Freiheit. Jeder Mensch ist schöpferisch, also frei. Freiheit und Kreativität versetzen ihn prinzipiell in die Lage, bestimmen, formen, verändern zu können. Das gilt für den künstlerischen Sektor – der solche Möglichkeiten bewusst machen soll – wie auch für den gesellschaftlichen.‘ Weitet der Künstler einerseits den Geltungsbereich der Kunst auf das gesamte gesellschaftlich Leben aus, so öffnet er umgekehrt die Räume der Kunst für das öffentliche Leben: Anlässlich der ‚documenta 5‘ im Kasseler Museum Fridericianum realisiert Beuys 1972 kein Kunstwerk nach klassischen Maßstäben, sondern installiert dort 100 Tage lang das Informationsbüro der Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung.“
      Ich wüsste nichts, was uns heute, die wir viele Menschen für den Frieden, die Mitwelt (Ökologie), das Mitmenschliche (Solidarische) auf die Straße bringen wollen, mehr Anregungen geben kann, als die Beschäftigung mit den Ideen, Plastiken, Rauminstallationen, Aktionen und Provokationen von Joseph Beuys und seinen Zeitgenossen.
      Wenn ich jetzt die Videos von den Demonstrationen in München anlässlich der Sicherheitskonferenz ansehe, so scheint man sich auf das Ganzheitliche im Ausdruck „Begriffe – Fühlen (bildliche Darstellung für menschliches Leid, Mutter mit Totem Kind z.B. und Musik (instrumental und gemeinsames Singen und Symbolik für Frieden, Solidarität) – Aktion (in Form einer kleinen Performance) zu besinnen.
      Jens Berger hat die Vielfalt und herrliche Volksfeststimmung von damals (10.10.1981) ins Netz gestellt (wenn auch unter einem anderen Gesichtspunkt, nämlich der Nachrichtensendung von damals im Gegensatz zu heute): https://www.nachdenkseiten.de/?p=49498

  8. Bodo ist ohnehin eine Klasse für sich.

    Dass die Formate mit den „Lösungen“ weniger geklickt werden, hat m.E. damit zu tun, dass es sehr spezielle Lösungen sind, die vorgestellt werden. Für die meisten nicht verwendungsfähig und womöglich mehr um das Gewissen zu beruhigen als das sie wirklich was bringen. Ich persönlich halte es für sinnvoller, wenn jeder sich so weit irgend möglich von der Wegwerfgesellschaft verabschiedet. Das spart Ressourcen und Energie ohne Ende. Vielleicht könnt Ihr ja auch dazu mal was machen.

    Und andere empfehlenswerte Medien, da würde ich durchaus den Kai aus Hannover zuzählen, auch wenn er vorsichtig bezüglich anderer freier Medien ist. Interessante Sichtweisen auf die Ereignisse der Woche bietet er freitags allemal https://www.youtube.com/watch?v=pmFlSH3dT1c

  9. Hab bislang nur die Einführung zum Interview gesehen und deshalb erstmal eine Anmerkung zum Song „Wollt ihr uns verarschen“, von dem auch die Rede ist.

    Die Musik ist gut, der Text ist gut, die Umsetzung nur fast gut.
    Hinter den harten Jungs tänzeln zwei Damen / Mädels (es fällt mir schwer, Frauen zu sagen, wenn mehr Kleidung NICHT getragen wird, als dass sie getragen wird), denen man wohl gesagt hat: Ihr seid Engelchen und Teufelchen, macht was draus!

    Sie machen nix draus, sie sehen sich die meiste Zeit unbeholfen hilflos an, mit der Frage in die Stirnfalten gemeißelt:
    Wer bin ich und was tu ich hier?

    Die Antwort wurde schon 1990 von Herbert Grönemeyer gegeben im Song „Video“.

    Mal ehrlich, dass sex sells, das wissen wir alle, aber mit Kriegsverbrechervisagen und Atompilzen im Hintergrund, ist das einfach nur albern.

    Oder wollt Ihr mich verarschen???

  10. Das ist ja Authentizitaet zum Quadrat.
    Gesellschaftspolitisch gabs zwar nichts Neues. Aber die Reflexion dieses Themas simultan von so unterschiedlichen Temperamenten war hochinteressant.
    Guter Streifen.

    • Sehe ich auch so. Ken hat Bodo, der weit Offene und deshalb leicht Verletzbare, nicht arrogant in die Ecke gestellt, sondern hat Bodos herzliche Kommunikation erwidert. Das war schön mit anzusehen.

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