Boxenstopp: Pedram Shahyar über die Geschichte der globalen Proteste

Die Ausschreitungen während des G20-Gipfels in Hamburg haben das Land erschüttert. Die Bilder von blinder Wut, Plünderungen, Vandalismus und Gewalt, der Gewalt wegen, gingen auch international durch die Presse und haben dem Image der Hansestadt und dem Bild des aufgeräumten Deutschlands schwer geschadet.
http://www.telegraph.co.uk/news/2017/07/06/german-police-fire-water-cannon-g20-demonstration/

Verband man Deutschland unlängst noch mit dem Begriff „Willkommens-Kultur“, wird es aktuell eher im Zusammenhang mit Krawallen und Schwarzer Block gegoogelt.

Speziell über den sogenannten Schwarzen Block wird in diesen Tagen viel geschrieben, ohne dass dem Otto Normalbürger erklärt würde, was es mit dieser sehr aggressiven Form der Demonstration auf sich hat.

Pedram Shahyar ist Soziologe und Bewegungsforscher und hat sich über Jahre mit sozialen Bewegungen jeglicher Couleur befasst. Er war oft Beobachter an sozialen Hotspots.

Im Gespräch mit KenFM erklärt er die lange Geschichte sozialer Proteste und weist in diesem Zusammenhang auf ein Land hin, in dem gewalttätige Ausschreitungen gegen den Staat, Schwarze Blöcke bei Demonstrationen und die Bereitschaft, dem vorherrschenden Wirtschaftssystem auch mit roher Gewalt entgegenzutreten, eine lange Tradition hatten. Die USA.
https://www.washingtonpost.com/news/morning-mix/wp/2017/02/02/black-bloc-protests-return-for-trump-era-leaving-flames-broken-windows-from-dc-to-berkeley/?utm_term=.f6e192edfb88

Der globale Kampf gegen den Neoliberalismus hatte lange sein Epizentrum in Seattle und später in New York. Seinerzeit gab es eine breite Allianz aus Gewerkschaften, Linken, Konservativen, Kleinunternehmern und Verbänden gegen den Kurs des Raubtier-Kapitalismus, der vor allem von Wall-Street-Profiten getrieben wurde und wird.

Dieses Bündnis wurde spätestens mit dem 11. September 2001 zerschlagen. Die USA hatten über Nacht einen neuen Feind und der kam offiziell aus dem Ausland.

Wer nach den Anschlägen von New York weiter gegen die amerikanischen Global Player mobilmachen wollte, wird von der Konzernpresse seitdem als Verräter und Anti-Patriot dargestellt.

Wohin mit der Wut? Sie schwappt rund um den Globus, ähnlich wie das FIAT-Money keine Grenzen kennt. Auch Europa geriet so immer stärker in den Fokus. Wer heute Hamburg als Überraschung empfindet, kann sich wohl nicht mehr an die Occupy Wall Street-Proteste erinnern.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/occupy-wall-street-ausschreitungen-in-kalifornien-11505291.html

Die Exzesse in der Hansestadt haben eine lange Geschichte. Es wird Zeit, dass diese Geschichte des sozialen Widerstands, auch mit roher Gewalt, in die Allgemeinbildung eingeht und verstanden wird. Nur wer seine brutale Vergangenheit kennt, kann die Zukunft friedlicher gestalten.

Hamburg ist Teil eines globalen Prozesses. Es geht um Macht, Machtverlust und den Preis, den dieser Kampf „Reich gegen Arm“ kostet. Es geht darum, neue Methoden der politischen Auseinandersetzung zu erarbeiten. Auch hier haben wir es mit einem gesellschaftlichen Prozess zu tun. Die Medienrevolution beschleunigt, was wir global wissen, aber sie macht es umso schwerer, diese Informationsflut auch lokal in ein neues Verhalten umzusetzen. Lernen benötigt Zeit.

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42 Kommentare zu: “Boxenstopp: Pedram Shahyar über die Geschichte der globalen Proteste

  1. Danke, hervorragend. Neue Informationen und Anregungen zum Reflektieren.

    Aber zwei Anmerkungen… und falls Pedram hier noch mitliest, hätte ich gerne Antworten.

    Als Positiv Beispiele wurden die 1871 Commune und 1936 Spanien zitiert… warum ?
    In Spanien wurden am Ende des Aufstandes den gefangenen Republikanern mit Flachzangen die Hoden zerquetscht und nachdem man sie ein paar Stunden lang diese Schmerzen erleben liess, wurden sie erschossen.
    Und auch 65 Jahre vorher in Paris wurden die Gegner des Status Quo massakriert.

    Was bitte ist daran als Vorbild geeignet?
    Sobald sich eine Grassroots Bewegung entwickelt, die sich zu ein Gefahr für die Profiteure des Status Quo entwickeln könnte, dann wird „der Staat“, also der Büttel der eigentlich die Macht Habenden, ALLE Mittel anwenden um diese Gefahr zu zerstören. Da wird selbstbverständlich der Rechtsstaat völlig beiseite gelassen und zwar unter Beifall der bereits erwähnten verdummten „Masse“.
    Oder wo gab es bürgerliche Massenproteste angesichts der Polizei Massnahmen TROTZ gerichtlichen Urteils in Hamburg?

    Der zweite Punkt ist die Globalisierung.
    Was bei dem Thema immer unter Tisch fällt, ist die Entstehungsgeschichte. Da haben sich nicht ein paar Banker und Konzernchefs an einen Tisch gesetzt und beschlossen wir globalisieren jetzt mal, sondern die Leute die dafür bezahlt werden kurzfristige Profite zu maximieren, erkannten einfach nur das Potential des Internets und handelten entsprechend. DIe Intelligenten begannen in kürzest möglichen Intervallen Wertpapiere an- und zu verkaufen, die Dümmeren Figuren in den Konzern Führungsetagen begriffen immer noch wenigstens, dass man mit Computer Software scheiben kann, die Dieselabgase zur rechten Zeit minimierne können.
    Bei den Leuten besteht die Welt mittlerweile 24/7, irgendwo auf der Welt ist immer Geschäftszeit.
    Während „die Masse“ sich politisch korrekten Zielen widmete, für GIna-LIsa, gegen Kachelmann war und den Griechen mittle der Bundestagswahlen die Renten kürzen liess. Weil es bei der Masse nun mal nicht weiter reicht, machten jene Herren ihren Job und alles was blieb, war sich in Hamburg mit Tränengas und Schlagstöcken konfrontiert zu sehen.
    Die Globalisierung hat sich wegen der Entwicklung der technischen Möglichkeiten von ganz alleine entwickelt, und alle nutzen diese zu ihrem Vorteil. Es gibt halt zwei Arten von Menschen die sich die Globalisierung zu Nutzen machen, die beide das Problem sind. Einerseits die berufsmässig Globalisierten, zB in der Finanzwelt, und andererseits diejenigen, mit den Erdbeeren an Weihnachten und den Billig-Fliegern.

    Gegen BEIDE ist kein Kraut gewachsen.
    Eine autonomere Lebensweise wird immer nur eine kleine Minderheit leben, während 90% jener zwei Drittel der wählenden Bevölkerung, wie wir immer wieder sehen, stets eine der 5 Einheitsparteien wählen wird.

    Auch 50 Jahre nach Beginn der Radikalisierung im Juni 67 kann ich noch keinen grundsätzlichen Fortschritt erkennen. Ja, den Frauen geht es etwas besser und in den Schulen darf nicht mehr geprügelt werden.
    Aber dafür stehen wir gerade von der Durchführung einer umfassenden totalen Datensammlung, einer kompletten Videoüberwachung der öffentlichen Räume, und mittelfristig einer Abschaffung des Bargeldes, was völlig lückenlose Überwachung bedeuten wird.

    Das WSJ berichtete am 12.7 wie ein chinesisches Start-up Unternehmen, schneller als alle anderen Unternehmen der Welt zuvor 1,5 Milliarden Dollar an Venture Capital einnehmen konnte. Wenn die Black Rock & Co ihre Kohle in ein Produkt stecken, dann wissen sie, dass es erfolgreich sein wird.

    Was die herstellen werden?
    Eine perfekt funktionierende Software zur Gesichtserkennung. Kunden werden alle Staaten der Welt und deren „Gesetzeshüter“ sein. All die Videokameras die uns von Strassenecken aus beobachten werden diese Software benutzen!
    Sinnigerweise lautete die Überschrift jenes längeren Artikels:
    „Facial Recognition Wears a Smile.“ Wer da wohl lächelt?

    https://www.wsj.com/articles/saving-face-investment-in-recognition-technology-heats-up-in-china-1499763603

    So, jetzt muss ich meine Karotten im Garten giessen.

  2. Bis jetzt bekam noch jeder Gipfel seinen „Fototermin“, zu dem die Presse die nötigen Aufnahmen machen konnte, die dann den zigtausendfachen, friedlichen Protest überschatten. Das ist doch gewollt. Meistens haben diese Fototermine auch den Geruch des Unnatürlichen: Zur EZB-Eröffnung in Frankfurt um fünf Uhr morgens? Italiener, die Asylanten-Unterkünfte anzünden und Busse der Linken „entglasen“? Wenn die Idioten nicht auf Bäumen wachsen, erinnerte das schon irgendwie an eine Aktion von Gladio.

    Und auch jetzt wieder: Dass die Polizei – ansonsten jederzeit präsent – sich ausgerechnet zurückzog, als sich diese Meute unbestimmter Herkunft durchs Schanzenviertel plünderte – musste wohl sein. Sonst bekäme die Union ja nicht ihre bestellten Bilder. Und gerade in Hamburg sah man auch schon schwarz vermummte Rechtsradikale Autos anzünden. Wenn überhaupt, werden wir das aber erst in ein paar Monaten erfahren.

    • So sehe ich das auch. Es ist direkt eine Unverschämtheit, dass man im Schanzenviertel ungestört plündern und brandschatzen durfte über so lange Zeit. Und die Ausrede dazu ist eine genauso unverschämte Lüge: „Man habe sich da nicht mehr rein getraut!“ Wozu hat denn die Polizei all ihr Beobachtungsgerät, was sie an anderen Stellen auch fleißig einsetzt? Man hätte doch da schon am Anfang einschreiten können! Ich kann dieses Verhalten nicht anders deuten, als dass es genau so gewollt war von der herrschenden Politik. Und es würde mich sehr wundern, wenn da keine Provokateure dabei gewesen wären.

    • Von Rechts wegen müsste es jetzt eine dicke Klage gegen die Polizeiführung geben! Es konnten ungehindert Straftaten begangen werden! Aber die wird kein Richter gegen den Willen der Regierung durchkriegen -wenn es denn überhaupt so einen gerechten Richter noch gibt!

  3. oh man,
    wird heutzutage jedem einen Doktortitel hinterhergeworfen? eine Doktorarbeit über soziale Bewegungen/Erscheinungen????
    jeder, der sich für geschichte und Ökonomie interessiert, kann sich das selbst erklären!

    wäre doch mal ein zeichen, wenn niemand zu den sinnlosen G-gipfeln hingeht und die Polizei dumm rumsteht und sich in der nase bohrt oder Party feiert.

    G-Gipfel= Lippenbekenntnisse, kein Staat muß und hält sich an „getroffene absprachen“
    stattdessen, wo sind die groß-Demos gegen (früher GAT) heute TISA,CETA, EPA usw……?
    dinge die jeden direkt/indirekt betreffen?
    soweit denken die linken i.d.R. nicht.

    • Wenn Sie Keeneahnung haben wollen, gucken Sie mal im (kostenlosen) „Leibniz-Journal“ nach, wofür unsere „naturwissenschaftlichen Exzellenz-Cluster“ so alles Dr.-Titel kriegen… Shahyar hat bisher das Sinnvollste über Hamburg gesagt, soweit ich sehe.
      Nichthingehen (so als Überraschung) wär ja ganz witzig – wenn´s auf einem Landschloß wär… Aber wenn´s da ist, wo man eh schon ist und man in einen weiträumigen Hochsicherheitstrakt eingesperrt oder aus seiner Stadt ausgesperrt ist?

    • @ pst
      worauf ich hinaus wollte, die g-gipfel sind und waren schon immer Unsinn für nachhaltige absprachen!
      groß-Demos sollten sich um wichtige belange kümmern, wie oben u.a. beschrieben.

      von Pedram Shahyar bin ich nicht wirklich beeindruckt. aus anderen Statements wird schon ersichtlich, aus welchen stall er kommt, seine Analysen sind meist nie auf einer Linie, bringt einiges durcheinander und der Weitblick bzw. logik fehlt.
      soll nicht als angriff verstanden werden, ist nur MEIN eindruck, kann ja besser werden???

  4. Die einzig wichtige Frage bleibt für mich: Was lernen wir aus G20 im Hinblick auf weitere Protestaktionen?

    (Sind diese sowieso sinnlos, weil sie ab einer gewissen Größe definitiv kaputtgemacht werden – entweder durch Randalierer in den „eigenen Reihen“ oder durch Agents Provocateurs des Regimes sowie die Medien, die mehr über Gewalt als Inhalte der Proteste berichten?)

    Ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht.

    • @ Benjamin:

      ich würde sagen, wir lernen daraus, dass ein Interesse der Massen-/Mainstreammedien besteht, Krawallbilder lieber zu zeigen, statt 100.000 friedliche Menschen.

      Also das ein Fokus gewählt wird, der beim Volk / den Zuschauern / Konsumenten das Gefühl erweckt wird: „oh. So schlimm ist es dort: wir brauchen dringend mehr Gewalt als Lösung gegen Gewalt.“

      Also positiv formuliert hieße das:

      die Mediengestalter haben Angst vor positiven und friedlichen Demonstrationsbildern.

      Daran könnten wir uns aufrichten und schauen, wie wir das ausbauen können.

  5. Hamburg ist gerade kein Zeichen des Protestes. Es ist ein Zeichen dafür, wie organisierte Gewalttäter von den wirklich wichtigen Inhalten ablenken können und somit insbesondere die MAchtpolitiker schützen, deren Politik besonders fragwürdig ist. Alle der folgenden Punkte halte ich für WEIT erschütternder als die G20-Randale und die kritikwürdige Rolle der deutschen Polizei dazu:

    – Trumps unfairer Einreisestopp gegen völlig Unschuldige
    – Die bürgerfeindliche und sinnlose Isolation Katars, gerade weil Katars regierung sich anders als die Saudis einer liberaleren und pro-westlichen Politik verschrieben hat (und nebenbei zeigt, dass die Saudis nicht mal durch ihren Hardcore-Islam daran gehindert würden, Katar ist nämlich genauso wahhabitisch wie Saudi-Arabien!)
    – die Tatsache, dass der US-Präsident Trump offenbar zu dieser Isolation angestiftet hat
    – Putins unverhohlene und für die Bürger alle beteiligten Länder nutzlose imperialistische(!) Annexions- und Kriegspolitik
    – das Überziehen der türkischen Regierung bei der (zugegebenermaßen dort vergleichsweise erfolgreichen!) Terrorbekämpfung, wenn Journalisten kriminalisiert werden, weil sie mal mit (mutmaßlichen) Terroristen gesprochen haben, ist das nichts Anderes als eine völlige Negierung der Pressefreiheit!
    – etc. !

    Ich lasse mir nicht vorschreiben, was ich empörend finde und was weniger. Auch nicht von alternativen Medien.

    • Trump, Putin, Erdogan … diese Feindbilder bekommen Sie doch mit Sicherheit jeden Tag in den M-Medien geboten.
      Hier wird ihnen bestimmt nicht vorgeschrieben, was Sie empörend finden sollen. Das ist Ihre Privatsache.

    • Ich hielt die Türkei vo rallem in der Terrorunterstützung bislang für besonders erfolgreich…

  6. Vorschlag für Hrn. Shayar für den nächsten „Roten Tisch“: Martin Sellner
    vielleicht traut er sich drüber? vielleicht könnte man da „verbindende“ Elemente herausarbeiten,
    was echt mal wichtig wäre!!!

    hier im Gespräch mit Hagen Grell, zu Antifa und G20:
    Europa vernichten VS. Europa retten! – Antifa G20 vs. IB auf See – Martin Sellner
    //youtu.be/RRAhC1-Cdv4 – 12.7.17

  7. Interessante Logik.. „Linke machen sowas nicht“.
    No true leftists.
    https://en.wikipedia.org/wiki/No_true_Scotsman
    Die Doktorarbeit würde ich gerne mal lesen [g].
    Die Linke hat doch den Boden bereitet, auf dem sowas überhaupt stattfinden kann. Feindbildgenese ohne Ende.
    Und dann Gewalt als Mittel zur Meinungsäßerung. Diffamierung andersdenkender, bis hin zu Zerstörung von Existenzen durch Rufmord und Gewaltandrohung, wenn da mal einer von „den Bösen“ in einem Lokal einen Vortrag halten möchte.
    Hach, sind die alle lieb und gut. Immerhin staatlich finanziert, das muss ja gut sein..
    Kumm geh fott, hermer uff

    • Echte Linksradikale verwüsten sicher nicht gerade ein linkes Szeneviertel. Wenn das echte Linksradikale gewesen wären, hätten sie die Villenvororte um Hamburg als Ziele ausgesucht.
      Gewisse Linksradikale haben vielleicht ‚den Boden‘ bereitet. Viel wichtiger ist aber, dass offenbar organisierte und, ich vermute, sogar bezahlte, Banden hier aktiv waren, also auf diesem ‚Boden‘ sozusagen ihre Show abgezogen haben.
      Ich erlaube mir, hier nicht das von großen Teilen der Politik und fast allen Medien geradezu hysterisch betonte Prädikat ‚links‘ zu übernehmen. Die Taten und das Timing passen dazu nicht. Diese Randalierer haben de facto die G20-Machtpolitiker, von denen kein einziger außer vielleicht der Vertretung der Regierung Chinas dezidiert links ist und kein Einziger auch nur annähernd linksALTERNATIV ist, vor einer breiten Diskussion ihrer aktuellen miserablen Politik geschützt. Und dabei haben sie ausgerechnet ein linkes Szeneviertel verwüstet. Wer meint, dass sowas ‚links‘ ist, kann seine Meinung behalten, aber eine Begründung sehe ich dafür nicht.

    • Btw. ‚No true Scotsman‘ ist etwas Anderes. Die Definition, ob jemand Schotte ist oder nicht, ist nämlich eindeutig Ansonsten wäre ‚No true Scotsman‘ nämlich gar keine fallacy!

      Hier beim Theme ‚Linke und G20‘ geht es aber zunächst um die Frage, wie man den begriff ‚links‘ überhaupt sinnvoll definiert – durch den Anstrich, durch äußerliche Selbstdefinition (dann wären die G20-Randalierer in der Tat ‚links‘) oder eben durch Taten und den wirklichen Gehalt der Handlungen (und dann sind die G20-Randalieren eben NICHT ‚links‘).

      Ich halte die zweite genannte Form, politische Begriffe zu definieren, für die einzig sinnvolle. Denn wichtig für alle Beteiligten sind Taten und Konsequenzen und nicht der ‚Anstrich‘. Somit ist es keine Fallacy, darauf hinzuweisen, dass es gute Gründe gibt, anzunehmen, dass es sich hier bei G20 nicht um echte Linke handelte.

  8. „Verband man Deutschland unlängst noch mit dem Begriff „Willkommens-Kultur“, wird es aktuell eher im Zusammenhang mit Krawallen und Schwarzer Block gegoogelt.“

    Nun, das wäre immerhin schon mal positiv zu werten…

    Aber ich werde erst mal genau zuhören und mir dann eine Meinung bilden. Nur wenn ich das Gut-Menschen Geschwafel von Odysseus lesen muss, befürchte ich schlimmes…. Genau Odysseus, da draussen hocken Millionen die warten nur auf deiu ne Erklärung, dann wird alles besser werden… all die die genau dies vor dir schon versucht, die waren alle doof?

    • Aber ich werde erst mal genau zuhören und mir dann eine Meinung bilden. Nur wenn ich das Gut-Menschen Geschwafel von Odysseus lesen muss, befürchte ich schlimmes…. Genau Odysseus, da draussen hocken Millionen die warten nur auf deiu ne Erklärung, dann wird alles besser werden… all die die genau dies vor dir schon versucht, die waren alle doof?

      Ich bin für neutrale Sprache und versuche Beleidigungen zu vermeiden.
      Daher weiß ich nicht, woher Ihre Bezeichnung „Gut-Menschen Geschwafel“ kommt.

      Ich lese verschiedene Foren zur Zeit.
      Es gibt einige Menschen, die automatisch sich von den gezeigten Medienbildern emotional gefangen nehmen lassen.

      Die blenden komplett aus, dass mehr als 100.000 Menschen für den friedlichen Protest dagewesen sind und die allermeisten Demos dort friedlich gewesen sind:

      https://www.youtube.com/watch?v=2S4wDiuQyFY
      und z.B.
      https://www.youtube.com/watch?v=D-5MU_wOfPs

      Das alles wird medial aber wenig thematisiert.

      Wo da jetzt genau die Begrifflichkeit „Gutmensch“ zutreffen soll, weiß ich nicht.

      Ich schaue mir an, was medial gemacht wird.

      Falls Sie es noch nicht kennen, schauen Sie mal rein:

      https://www.youtube.com/watch?v=-hItt4cE0Pk&t=54m31s (Steuerung von Meinungen)

      Genau das passiert hier bei G20. Die guten Bilder der Demonstrationen sind noch in der Minderheit vergleichen Sie 8.000 Klicks im Verhältnis zu 1.000.000 klicks der Gewaltbilder und schon können Sie ahnen, wo der Fokus liegt.

      Es mag für Sie positiv sein, dass die Menschen den schwarzen Block googeln.

      Aber die Thematik ist immer dieselbe.

      Nämlich:
      Es kommt sehr oft zu Ausschreitungen;
      http://de.euronews.com/2017/05/27/g7-gipfel-zu-ende-ausschreitungen
      http://www.zeit.de/2017/28/g8-gipfel-2001-genua-gewalt-eskalation
      http://www.focus.de/politik/deutschland/ausschreitungen-am-rande-des-g20-gipfels-was-waere-passiert-wenn-rechte-in-hamburg-randaliert-haetten_id_7334952.html

      Der „Vorteil“ solcher Nachrichten ist: es können sämtliche friedliche Demonstrationen ausgeblendet werden. Die Menschen bekommen nur die Gewalt zu sehen.

      Wenn Sie es dann schön finden, dass der schwarze Block gegoogelt wird, mag das für Sie gelten.

      Das ist aber nicht zwingend ein Interesse am schwarzen Block per se, sondern durch die mediale Bildergewalt hervorgerufen – die Menschen schauen nicht einfach so nach.

      Was für mich ein Ausdruck dessen ist, dass die Menschen immer noch emotional bewegt sind und nicht zur Ruhe kommen können.

      Das wäre aber der Weg: erst zur Ruhe kommen. Analysieren, statt sich aufpeitschen zu lassen von den medial ausgewählten Bildern.

      Oder rennen Sie bei Feueralarm direkt zur Feuerstelle, statt zum Sammelpunkt; wenn dort niemand ist, ausser den Flammen?

      Und wenn Sie mich als Gutmenschen ansehen, dann schauen Sie sich mal den Menschen an, den ich gewiss für einen Menschen halte, der sehr an der Aufklärung interessiert ist ( was ich auch bin):

      https://www.youtube.com/watch?v=-hItt4cE0Pk&t=35m40s ( wer vermittelt eigentlich)

      Und das passiert durch gezielte Bildermanipulation und einseitige Berichterstattung.

      Es wird die Funktion der Medien missbraucht. Und hier wird es deutlich.
      Negative, hochemotionale Bilder, statt sachlich-ausgewogener Berichterstattung, die sowohl friedliche Demonstranten ( in der Mehrzahl, da es mehr friedliche statt gewalttätige Demos an den Tagen dort gab) und Ausschreitungen zeigen müsste.

      Das wäre dann ausgewogen, aber es wird nicht gemacht.

      Die Frage stelle ich mir schon länger:

      https://www.youtube.com/watch?v=-hItt4cE0Pk&t=99m50s ( welches Ziel wollen wir)

      Das würde dann auf Kooperation hinaus laufen und ich zitiere dort gern nochmal Peter Kruse, der sehr passendes zum Thema corporate Learning gesagt hat ( was ich generell als geltend ansehe, egal ob es gerade Chaos gibt, oder medial ein Sommerloch herrscht, denn die innere Einstellung ist wichtig):

      https://www.youtube.com/watch?v=nzqGjZM6bV4&index=4&list=PL6F8B805C5213A40B&t=0m18s

      (“ wenn wir aber jetzt miteinander einen Lernprozess machen wollen, der übersomativ ist, der also in Richtung Corporate Learning geht, nicht in Richtung meines individuellen Lernens, dann reicht ja nicht die Störung. Sondern wir müssen ein Überindividuelles System erzeugen. Überindividuelle Systeme dieser Art nennen wir Kultur. Kultur meint eigentlich, dass wir miteinander Wertemuster erzeugen, die wir soweit teilen, dass wir miteinander kooperationsfähig sind.
      Im Bereich des Konstruktivismus bedeutet es dann, eine Koevulotion eingegangen zu haben.

      In meinem Kopf muss etwas ähnliches entstehen wie in Ihrem. Da wir das nicht direkt über die Sprache vermitteln können, müssen wir cokonstruieren. Und diese Form der Cokonstruktion, wo wir zwischen uns ein drittes System erzeugen, Luman hat das faszinierend in seinen Theorien auf den Punkt gebracht; es geht darum eine gemeinschaftliche Welt zu erzeugen, die eine Eigendynamik hat und die entsteht zwischen uns. Die entsteht nicht in mir und nicht in Ihnen; und trotzdem sind wir daran beteiligt und werden von dieser Struktur auch sehr stark beeinflusst.

      Und um das zu tun, müssen wir uns im Diskurs über diese Wertegrundlagen geeinigt haben. Wenn wir das geschaffen haben und zwischen uns eine Kultur existiert, dann sind wir in der Lage einen Lernprozess miteinander zu machen, der größer ist als das, was wir jeweils einzeln beitragen.“ ( 0m18 s – 1m31s)

    • Ergänzend @Michel Eyquem:

      Genau Odysseus, da draussen hocken Millionen die warten nur auf deiu ne Erklärung, dann wird alles besser werden… all die die genau dies vor dir schon versucht, die waren alle doof?

      Der Trick der Mächtigen / Eliten besteht in der Panikmache und das jedes Indidviduum denkt, es kann nichts machen.

      In dem Moment, wo Dein Zitat mir sagt „deiu ne Erklärung, dann wird alles besser werden… all die die genau dies vor dir schon versucht, die waren alle doof?“ machst Du einen Fehler.

      Nämlich: wo bist Du dabei?

      Du zählst auch zur Welt.

      Auch Dein Beitrag zählt und trägt zur Veränderung bei.
      Ein gemeinschaftlicher Prozess kann nur von allen gemeinsam für alle gemeinsam eine gute Lösung werden.

      Da zähle nicht ich allein, sondern die Gemeinschaft.

      Dazu habe ich Hans-Peter-Dürr’s Vortrag mal gesehen, der sehr logisch aus der Physik ableitet, dass alles miteinander verbunden ist, hier ein guter Einstiegssatz für Dich, falls Du dich mit deinen konstruktiven Ideen bisher noch rausrechnen möchtest aus der Idee etwas gemeinsames durch Diskurse schaffen zu wollen und zu können:

      https://www.youtube.com/watch?v=lnA7m0IxnUs&t=46m33s

      Wenn Du das auf Dich wirken lässt, kann es möglich sein, dass Du dein eigenes Potenzial erkennst, dass Du merkst wie Du positiv oder negativ etwas beitragen kannst.

    • Nur wenn ich das Gut-Menschen Geschwafel von Odysseus lesen muss, befürchte ich schlimmes…. Genau Odysseus, da draussen hocken Millionen die warten nur auf deine Erklärung, dann wird alles besser werden… all die die genau dies vor dir schon versucht, die waren alle doof?

      Den kannst du vergessen, der wirft lediglich anderen die Kacke vor, die bei ihm selber am dampfen ist. So fordert er ständig, man solle doch diese und jene Petition eröffnen, statt daß er es einfach selber macht. Konkreten Nachfragen weicht er kontinuierlich aus. Er ist nur ein Wichtigtuer mit einem ausgeprägten Dominanzgehabe. Zudem wirken seine Beiträge oft vollkommen unzusammenhängend und hinterlassen den Eindruck einer grundsätzlichen Verwirrtheit.

    • @ Peter Pan:

      schön, Sie wieder zu lesen.

      Ich dachte schon, Sie hielten sich zurück:

      Peter Pan sagt:
      11. Juli 2017 at 17:44
      . Sie ignorieren geflissentlich die Frage, wo und wann Petitionen oder Demonstrationen was geändert haben, und Sie ignorieren die Frage, inwieweit YouTube-Löschungen (nicht nur meiner Ansicht nach) ein Argument gegen die von mir aufgestellte Behauptung, die meisten Menschen seien gespalten, darstellen soll. Ja, sie weigern sich sogar ausdrücklich, sich über dieses Thema zu informieren, was wiederum zeigt, daß Sie gar kein Interesse daran haben. Leben Sie wohl.

      Und das habe ich bereits beantwortet. Aber Sie können oder wollen es nicht lesen.
      Und ich werde darauf nicht mehr eingehen.

    • @ Michel Eyquem (ergänzend):

      Gut-Menschen-Geschwafel.

      da zitiere ich mal kurz:
      http://www.unwortdesjahres.net/fileadmin/unwort/download/pressemitteilung_unwort2011_01.pdf

      Weitere Unwörter für das Jahr 2011
      :
      Gutmensch
      Begründung
      :
      Mit dem Ausdruck
      Gutmensch
      wird insbesondere in Internet

      Foren
      das ethische Ideal des „guten Menschen“ in hämischer Weise aufgegriffen, um
      Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren
      und als naiv abzuqualifizieren. Ähnlich wie der
      meist ebenfalls in diffamierender
      Absicht gebrauchte Ausdruck
      Wutbürger
      widerspricht der abwertend
      verwendete Ausdruck
      Gutmensch
      Grundprinzipien der Demokratie, zu denen die
      notwendige Orientierung politischen Handelns an ethischen Prinzipien und das
      Ideal der Aushandlung gemeinsamer gesellschaft
      licher Wertori
      entierungen in
      rationaler Diskussion gehören. Der Ausdruck wird zwar schon seit 20 Jahren in
      der hier gerügten Weise benutzt. Im Jahr 2011 ist er aber in unterschiedlichen
      gesellschaftspolitischen Kontexten einflussreich geworden und hat somit sein
      Diffami
      erungspotential als Kampfbegriff gegen Andersdenkende verstärkt
      entfaltet

      Schon sehr interessant, was damit gesagt wird. Aus meinem Verständnis heisst es „ich diskutiere nicht mit Ihnen. Sie sind ein Gutmensch.“

      Also sowas ähnlich schönes wie Verschwörungstheoretiker, Nazi, Linke-Zecke usw.. also sämtliche Etiketten ( oder auch Altersvergleiche „als ich in Deinem Alter war – komm Du mal in mein Alter…“), die das Ziel haben:

      Ich benutze ein Etikett für Jemanden – dann brauche ich nicht mehr diskutieren und bleibe einfach bei meiner Sichtweise.

      Das ist interessant. Denn sowas ähnliches macht Herr Pan auch. Der formuliert ständig seine Büchertipps, aber kommt nicht konkret zu Potte, was er wirklich damit bezwecken will.

      Wenn ich hier an Diskussionen zu Lösungen etwas beitragen will, bin ich automatisch „Gutmensch“?

      Das ist interessant, denn das ist die Spaltungsmechanik ja schon weit fortgeschritten in der Gesellschaft.

      Alle, die härteres Durchgreifen und mehr Gewalt fordern, sind per Definition keine Gutmenschen.

      Aber: hat das jemals irgendwann was genützt? Gewalt als Lösung?

      Ich schaue mir die sämtlichen Kriege an und kann den Sinn darin nicht erkennen.

      Es ist traurig, wenn viele Leute lieber Sprachkeulen verwenden, als sich über den möglichen Vorteil gemeinschaftlicher Lösungen Gedanken zu machen.

      Dazu braucht es aber die Entwicklung jedes Einzelnen.

      Da ich schon ein paar Jahre – mehr oder weniger stark – viele Diskussionen von Menschen verfolgt habe und erkannt habe, dass ein ständiges Durchdiskutieren nichts bringt, wenn jeder nur Recht haben will und seine Standpunkte behalten möchte, kam ich irgendwann zu dem Punkt, dass ich dann provokativ Lösungen angedeutet habe.

      Das wird hier auch wieder von einigen Menschen als Gutmenschentum abgetan, oder als „Durcheinander“ oder sonstwie abqualifiziert.

      Wenn die Menschen so etwas nicht hören wollen, oder sogar direkt beleidigend werden, dann müssen die „Mauern“ der Menschen innerlich hoch sein; aber dennoch fühlen sie sich genötigt zu beleidigen.

      Es ist natürlich so viel einfacher zu sagen: „Ja. Du bist ein Gutmensch – daher spreche ich nicht mit Dir.“

      Aber wie dem auch sei.

      Jeder, der etwas negatives in meiner Sichtweise und Argumentation finden will, wird etwas finden können.

      Wer nicht will, der findet Gründe – wer etwas ändern möchte, der findet Wege… in dem Sinne…

    • Odysseus vergessen sie es… ich hab einen Kommentar von ihneN gelesen, mehr Zeit verschwende ich an Leuite wie sie nicht. MIhc intersseirene die Luete die Lösung sein könnten. Sie hingehen sind Teil des Problems..

  9. Danke für das interessante Interview. Scheint so, als müsste man selbst bei den absurdesten Dingen inzwischen „cui bono?“ fragen. Also der Staat oder die Geheimdienste fördern selbst den Protest um ihn gleichzeitig zu bekämpfen.
    Sie fördern die Zerstörung von Eigentum ihrer (linken) Bürger, um die Taten auf die (linken) Demonstranten zu schieben, um die (linke) Protestbewegung und die politische Linke im allgemeinen zu diskreditieren.
    … Ich krieg gleich einen Knoten im Kopf. Ziemlich linke Masche 🙂

    • “ Also der Staat oder die Geheimdienste fördern selbst den Protest um ihn gleichzeitig zu bekämpfen. “

      Man fördert eine Situation wo, für unsere Sicherheit, wir völlig überwacht werden können.
      Auch in den Niederländen kriegen Geheimdienste immer mehr möglichkeiten zur überwachung.
      ‚1984‘, ‚Brave New World‘.

    • @ volume: Guten Morgen! Das ist schon seit Jahrzehnten so, nicht erst „inzwischen“. Da ich schon ein bisschen älter bin, weiß ich durchaus, wovon ich rede, aus eigener Erfahrung. Bei Anti-Atomkraft-, Anti-Nato- etc. Demos in den 80ern war es fast jedesmal so, dass da fast nur eine bunte Truppe von ganz normalen Bürgern unterwegs war. Das wurde von den Medien so lange völlig ignoriert, wie nichts weiter passierte und die Menge noch klein war. Wuchs die Bewegung an und drohte, zu einer ernsten Herausforderung für einen neuen Atommeiler, eine Wiederaufbereitungsanlage, eine Raketenstationierung o.ä. zu werden, wurden die Proteste urplötzlich gewalttätig. Das passierte regelmäßig, indem eine kleine Horde vermummter Typen plötzlich mit Steinen warf. Die Polizei griff ebenfalls gewaltsam ein, die Lage eskalierte, plötzlich war es in der Tagesschau um 20 Uhr, und mein Vater beklagte sich immer über die Chaoten, warum man nicht friedlich demonstrieren könne und warum sich die „angeblich Friedlichen“ nicht „distanzieren“ würden. Stundenlange Streitgespräche waren die Folge, er hat es aber bis zu seinem Tod nicht kapiert, obwohl Genua, Stuttgart 21 u.v.m. noch davor geschahen. Ich versuchte vergeblich, ihm das simple Cui Bono zu erklären – warum sollten die Protestierer in einer Situation, da der Protest immer größer und stärker wahrgenommen wird, ihn durch solche sinnlosen Aktionen selber diskreditieren? Es lag doch damals (und auch noch viel früher) schon auf der Hand, dass die Gewalt gezielt von außen hineingetragen wurde. Die meisten Menschen sehen aber nur, was sie sehen wollen. Und der „rechtschaffene Bürger“ war halt der Meinung, dass man schon von vornherein nicht gegen die Obrigkeit demonstriert. Dabei konnte ja nichts Gutes herauskommen. Die da oben wissen doch, was gut für uns ist.

      Es geht nicht nur um Linke bzw. Menschen, die sich als solche bezeichnen, fühlen oder wie auch immer, sondern um alle Menschen, die sich gegen die Macht der Konzerne oder die Kriegstreiber stellen (was halt nunmal in aller Regel Linke sind, selbst wenn ihnen das selber gar nicht bewusst ist), und die Taktik geht seit jeher auf, heute immer noch. Weil die „rechtschaffenen Bürger“ immer wie gewünscht reagieren. Immer! Zuverlässig!

      @ Pieter Kamp: Die EU zu verlassen genügt bei weitem nicht. Glaubst du im Ernst, dass sich die Dinge, um die es hier geht, in Großbritannien jetzt ändern werden? Übrigens wäre ein noch dringenderer erster Schritt, die Nato zu verlassen!

    • @ Corax: Das ist vielleicht schon seit Jahrhunderten so. Wenn man Prof. Mausfeld versteht („Repräsentative Demokratie diente stets der Abwehr von Demokratie“) oder den FED act von 1913 in Betracht zieht, ergibt das sein verstörendes Gesamtbild.

      Was ich meine: man muss bei der Betrachtung der Welt so oft fragen „cui bono“, dass man feststellt: nichts stimmt mehr! Man kann die gesamte Mainstreampresse, die ganzen Inszenierungen, angeblichen Berichte und „Expertenmeinungen“ komplett in die Tonne kloppen.

      Es ist keine leichte Aufgabe, den Menschen das zu erklären. Viele meiner Kollegen meinen, gut informiert zu sein, und haben in Wahrheit keinen blassen Schimmer, was vor sich geht. Wirklich gar nicht. Total verblendet. Das ist schon heftig.

    • Corax,
      wieder eine falsche Taste.
      Ich bin sehr neugierig wie GB wieder ein selbstständiges Land wird, oder nicht.
      Ich hörte gerade auf BBCW der EU Unterhandler, der Mann versteht nicht was unabhängich ist, so will er das GB sich auch nach Brexit dem Europäischen Hof unterwirft, usw.
      Die fundamentale Werte, sie verstehen nicht dass die Briten diese Werte nicht mehr wollen.
      Die Brusselse Vollidioten verstehen auch nicht dass die Briten viel weniger nach Europa exportieren als der EU nach GB exportiert.
      Deutschland kann es nicht zulassen das der Export nach GB stoppt.
      Ich fürchte das es ein Wirtschafskrieg wird, und Kriege haben nur verlierer.
      Wie sich das alles entwicklen wird, ich weiss es nicht.
      So gibt es jetzt in Ungarn Krieg zwischen die Regierung und Soros.
      In unsere Medien sehe ich nichts darüber.
      Trump hat anscheinend mit Putin besprochen dass die Ukraine ein neutrale Land bleibt, oder wird.
      Aber Medien in den Westen, auch in den Niederländen, gehen durch mit Trump zu attackieren über seine Russland Kontakte.
      Nie in meinem jetzt langen Leben war die Welt so in verwirrung.

  10. Wir wollten, sollten, die Aufklärung für die die sich interessieren , ist enorm.
    Dennoch, alles wird schlimmer, gewalttätiger und es wird einen einzigen Sieger geben, die CDU mit Merkel, weil sich das Volk mehr um um gelieferte Gegner(Linke), als den eigentlichen Feind kümmert!
    Alles Wissen bringt niemanden weiter!

    • Ich habe Lösungen geschrieben, werte Annette.

      Es ist Ihnen natürlich freigestellt, sich stattdessen im Kopf das Bild der Frau Merkel mit der CDU zu fokussieren, wenn Sie das beruhigend finden.

      „Alles Wissen bringt niemanden weiter“ – was tun Sie jetzt konkret?

      Wenn Sie das alles aufregt, würde ich empfehlen, sich erstmal zu beruhigen.

      Es geht ums Handeln.

      Ausrufe wie „Merkel muss weg“ finde ich von einigen Menschen unreflektiert, weil dann die Frage kommt „und dann?“

      Ein System ändert sich nicht besonders, wenn Jemand anderes als Merkel gewählt wird.

      Evtl. die Linken, die noch nicht an den Futtertrögen der Macht gewesen sind, um zu beweisen, dass sie entweder ganz anders sind, oder aber ganz genauso korrumpierbar wie alle anderen Parteien.

      Bei der Linken habe ich allerdings auch Skepsis, wenn Gregor Gysi damit sogar Werbung macht:
      https://www.facebook.com/gregor.gysi/posts/10152689042342693

      Gregor Gysi
      9. Mai 2015 ·

      Stefan Liebich ist auch auf meinen Wunsch hin Mitglied im Atlantik-Brücke e.V. geworden. Erstens sind die Informationen, die man dort erhält, für uns wichtig. Und zweitens soll er unsere Positionen dort hineintragen. Und das gerade, seitdem Barack Obama Präsident der USA ist. Forderungen, dass Stefan sein Mandat als direkt gewählter Abgeordneter zurückgibt, sind absurd und beweisen ein mangelndes demokratisches Verständnis. Darüber hat kein Parteitag zu entscheiden, sondern nur die Wählerinnen und Wähler. Und die haben ihn – im Unterschied zu anderen – sowohl 2009 als auch 2013 direkt in den Bundestag gewählt. Und wer denkt, er oder sie könne innerparteiliche Differenzen mit dem Ausschluss unliebsamer Genossen erledigen, hat die politische Wende seit 1989 offenkundig verpennt und niemals begriffen.

      Die linken Interessen in die Atlantikbrücke hereintragen?

      Habe ich viel von gemerkt, seit 2015 schon. Rein garnichts nämlich.

      Deswegen, Annette.

      Ich habe schon einige Lösungsideen hier gepostet.
      Eine davon heisst auch „Konsumverzicht“ bei Endverbraucherprodukten, welche in Kriegswaffengeldkreisläufen einfliessen.

      Ich hab auch ausformuliert, wie das umgesetzt werden kann.

      Manchmal glaube ich, ich müsste alles selber machen. Alles.
      Eigene Homepage, eigene Server, eigene Netzwerke – einfach alles.

      Aber ich glaube auch, es hat einen Sinn hier zwischendurch konstruktiv zu schreiben – ich glaube daran, auch wenn ich den Sinn nicht immer erkennen kann – oder selten direkt erkennen kann.

    • Mehr und mehr siehe ich Merkel als unser Feind.
      Die Immigration, die die Kulturen der europäischen Lander verwüstet, ist hauptsachlich ein Merkel Projekt.
      Was diese Frau will, es scheint mich etwas für Psychiater.

  11. Im Grunde ein gutes Gespräch, was die unterschiedlichen Perspektiven von lokalen Interessen/ lokalem Handeln im Unterschied zu globalen Interessen / globalen Handeln deutlich gemacht hat.

    So zumindest meine wesentliche Essenz.

    Also wäre mein daran anschließender Gedanke:

    Sich mit Institutionen im Ausland zu vernetzen und mit denen lokale wie globale Interessen zu vertiefen.

    Ähnlich, wie es vielleicht negativ beim G20 ging ( so wie dort evtl. aus Griechenland und Frankreich Vermummte zugereist waren), könnte dies auch positiv als Aspekt genutzt werden.

    Den direkten Kontakt zu ausländischen Journalisten und zu Organisationen suchen, die partiell schon ähnliche Grundeinstellungen zum Thema lokalem und globalem Handeln haben. Also dort einen Diskurs wählen, um dann zu schauen: welche Einflussmöglichkeiten gibt es dort vor Ort und welche lassen sich innerhalb Deutschlands anwenden.

    Voneinander lernen letztlich.

    Dazu bräuchte es natürlich in Deutschland ein Netzwerk und im Ausland eines, was angesprochen werden kann; wenn es schon kleinere Gruppen gibt, die sich solidarisieren könnten, wäre dies ein Anfang, der genutzt werden kann.

    Was es dazu braucht, sind ähnliche Wertemuster und Interessen.

    Im Grunde ist dies auf politischer Ebene in der Theorie vorhanden.

    Das die Uno von vielen lokalen und nationalen Menschen angesprochen werden könnte.

    Oder eine Organisation innerhalb des jeweiligen Landes.

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass der Gedanke einer globalen Vernetzung zur besseren Lösungssuche nur innerhalb der Deutschen Köpfe von Menschen entstehen kann.

    Was dann in planbarer Zukunft geschehen kann: den Mitmachfaktor bei den Menschen zu aktivieren. Die Möglichkeit der Vernetzung und Vertiefung von Gedanken zu formulieren.

    Was in Frankreich Ansprechstationen sein könnten, um französisch-lokale Interessen mit deutschen Interessen auf lokaler oder globaler Ebene zu diskutieren; vielleicht weiß ja Bilbo Calvez dazu eine Antwort; welche Organisationen für einen Mehrwert und Austausch innerhalb des globalen Gedankens gesprächsbereit und vernetzungsinteressiert wären.

    Vielleicht sind solche Ansprechpartner nutzvoll:

    http://economicsandpeace.org/wp-content/uploads/2017/05/Annual-Report_2016_Compressed1.pdf

    Ob die wirklich den Frieden ohne Gewalt als Gedanke leben, ist mir noch nicht klar. Zumindest klingen deren Broschüren vielversprechend. Und die haben angeblich auch Einfluss, wenn deren Referenzen betrachtet werden.

    Vielleicht ist auch das hier gut:

    http://web.scholasoccurrentes.org/about-us/

    Obwohl deren Mitwirkende teils größere Firmen sind – letztlich wird ein Dialog umso klüger sein, je mehr Argumente für eine gemeinsame Lösung gefunden werden können.

    Am schwierigsten wird wohl die Kriegsindustrie zu überzeugen sein, wenn über 50 % der amerikanischen Wirtschaft genau daraus bestehen.

    Aber vielleicht gibt es Firmen wie Foodwatch oder ähnliche, die mit bereits anderen Firmen international in Kontakt stehen.

    Dies müsste medial kommuniziert und aufbereitet werden, zur aktiven Mithilfe und Mitnutzung von jedem Menschen, der daran Interesse hat.

    Denn das Gegenteil ist seit Jahrzehnten durch die Nachrichten und seit etwa einem Jahrzehnt auch durch Facebook geleistet worden:

    Fragmentierung von Zusammenhängen. In den Nachrichten verkürzte Berichte. In Facebook keine übersichtlichen Tools, stattdessen gezielte Verwirrung.

    Das hat System. Es hält den Menschen in seiner ganz persönlichen Filterbubble.

    Aber das sollte medial alles besser vernetzt werden.

    Ich möchte es eigentlich nicht alleine machen, aber bisher sehe ich keine alternativen Medien, die das tun möchten.

    In diesem Interview wird zumindest dies angedeutet, was getan werden könnte.

    Und zur „Beruhigung“ des Herrn Shayar, bzgl. globalisierter vs. lokaler Interessen:

    wenn es einmal gelingt, dass viele Institutionen ohne unmittelbar auf die Politik angewiesen zu sein, miteinander sprechen über lokale und globale Themen weltweit und dies im Interesse aller Menschen auf der Welt tun; vorrangig im Interesse der Menschen, die unter der Globalisierung leiden – mit dem Ziel eine bessere Welt zu kreieren… dann wird es möglich sein, viel leichter dem politisch-globalen Menschen zu sagen „komm mal runter“, wenn dieser sich zu globalen Themen äußert.

    Es bräuchte Interessenausgleich. Und zuvor Einschätzungen von Ökologen, Geopolitikern, Naturschutzfreunden : im Diskurs, welche Interessen gerade vorrangig sind – und wenn diese Einschätzungen abgegeben worden sind, dann eine Abstimmung der jeweiligen vielen unterschiedlichen Organisationen.

    Das geschieht heute sicher auch; und heisst vielleicht Bilderberger oder G20.

    Nur das, was ich meine mit den vielen kleinen Organisationen und der Vernetzung und weltweiten Kommunikation, hätte das Interesse der Menschen im Auge: auch gerade der Menschen, die unter der Globalisierung besonders leiden.

    Es braucht diese Vernetzungen. Und es müssten sich Menschen finden, die soviel Zeit und Engagement haben, sich um die Vernetzung zwischen den Unternehmen zu bemühen.

    Es wird eher kontraproduktiv sein, ein großes Beratungsunternehmen zu kontaktieren, dass z.B. 9 von 10 Top – Fortune Unternehmen berät.

    Da durch diese Beratung bisher keine Verbesserung für die Mehrzahl der Menschen auf dem Planeten erfolgt ist.

    Es geht darum, weltweit lokale Organisationen zu suchen und zu finden, die miteinander den Gedanken einer besseren Welt leben möchten. Leben möchten heisst : Armut wirklich durch Verbesserungen beenden, Hunger beenden, durch Nahrungsumverteilung.

    Klingt im Grunde erstmal wie ein Verkaufsslogan – er wird keiner mehr sein brauchen, wenn es gelingt weltweit kleine oder mittlere Unternehmen zu finden, die alle einen positiven Beitrag leisten möchten, zur Verbesserung der Welt.

    Dann werden irgendwann auch die großen Unternehmen reagieren – aber zunächst braucht es Analyse und Kontaktaufnahme interessanter Firmen – wer soll das machen / wer kann das machen?

    Jeder, der dazu Ideen hat, könnte dies einfliessen lassen.
    Jeder, der den Gedanken einer global friedlicheren und qualitativ besseren Lebenswelt für alle Menschen befürworten kann; auch wenn das im Umkehrschluß bedeuten könnte, dass er dafür evtl. auf manches verzichten müsste.

    So in der Art könnten bestimmte Grundvoraussetzungen formuliert werden.

    Ich möchte immer noch keine eigene Internetseite dafür aufmachen müssen; aber vielleicht sollte ich mir das überlegen, wenn es kein anderer tut.

    Denn den Lösungsgedanken finde ich absolut umsetzungswert.

    • Hallo Odysseus.

      Das, was Sie sich wünschen, soll doch zum Teil schon durch Human Connection realisiert werden, wenn ich das richtig verstanden habe.
      Vielleicht sollten Sie sich mit Herrn Hack in Verbindung setzen, bevor Sie anfangen, ein völlig neues, ähnliches Konzept auszuarbeiten.

      Besten Gruß
      S

    • Hallo Seven,

      ja danke für den Hinweis.

      Ich hoffe, dass diese Plattform bald kommt – ich bin dort auch sehr positiv gestimmt, was das Projekt insgesamt angeht.

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