KenFM im Gespräch mit: Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer

Die Tagesschau ist das bekannteste Presseerzeugnis des Nachkriegsdeutschlands. Am 26. Dezember 1952 ging die Sendung zum ersten mal on Air und wurde schnell das, was der VW Käfer auf der Straße wurde. Kult. Die Tagesschau hat später ganze Generationen medial geprägt, denn, was in der Tagesschau gezeigt wurde, war mehr als ein Bericht, es war für die meisten Menschen einfach die Wahrheit. Die Tagesschau hatte damit die Wochenschau der NAZIS dahingehend ersetzt, dass man es schlicht nicht wagte, sie zu hinterfragen.

Dieser über Drill gelernte Respekt blieb Jahrzehntelang bestehen und niemand wäre bei der Tagesschau auf die Idee gekommen, dass es sich bei ihr natürlich auch, oder vor allem, um ein Instrument der Manipulation handelte. Die Tagesschau vermittelte stets ein Weltbild, das dem der westlichen Siegermächte entsprach. Wer um 20 Uhr die Tagesschau einschaltete, eine Art Ritual, das von Millionen über Jahrzehnte verinnerlicht worden war, bekam immer auch die volle Packung US-Propaganda mit verabreicht. Das geschah deutlich subtiler, als bei der BILD-Zeitung, aber gerade die reduzierte Dauerstrahlung war das Erfolgsrezept. Die Tagesschau wurde als unpolitisch wahrgenommen und daher von den allermeisten Zuschauern konsumiert und verinnerlicht. Diese völlig naive Art des Medienkonsums hat die alte BRD geprägt. Radio und Print waren ebenfalls stark überwacht. Bevor ein Presseorgan in der BRD nach 1945 seinen Betrieb aufnehmen konnte, musste es sich von den USA quasi lizenzieren lassen.

Mit der Erfindung des Internets ändert sich das Konsumverhalten der User vollkommen. Statt weniger Medien, die im Gleichschritt berichteten, gab es plötzlich unzählige Quellen, die eine völlig andere Sicht darboten. Der Effekt beim Konsumenten führte zu Zweifeln. Wer hatte jetzt recht, die alten oder die neuen Quellen. Wer sich die Mühe gab und z. B. bei der Tagesschau Gegenrecherchen unternahm, wurde jäh geweckt und erkannte plötzlich den hohen Propagandaanteil der Sendung.

Warum wurden schwer bewaffnete Männer manchmal gemäßigte Rebellen und manchmal schlicht Terroristen genannt? Warum war ein Angriffskrieg manchmal ein barbarischer Akt und dann wieder eine humanitäre Intervention.

Auch in den Reihen der Tagesschau-Macher erkannte man, dass das Level der Gehirnwäsche immer massiver anzog.

Volker Bräutigam, Tagesschau-Redakteur, und Friedhelm Klinkhammer, Jurist beim Haussender der Tagesschau dem NDR, bemerkten diesen „Wandel“ und begannen, Beschwerden an die Chefetage zu schreiben. Inzwischen haben die beiden Ex-Mitarbeiter mehr als 100 solcher Beschwerden verfasst. Warum tun sie das und was ist ihr Motiv, zumal sie bereits im Ruhestand sind?

KenFM hat die beiden Männer geladen. Die einen halten sie für Querulanten, die anderen für Journalisten vom alten Schlag.

Sie haben Rückgrad.

Inhaltsübersicht:

00:04:56  Gewerkschaftliche und politische Aktivitäten während und nach dem Berufsleben

00:11:19  Wie das bürgerliche Parteibuch über Chefposten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk entscheidet

00:17:59  „Geistig-moralische Wende“ 1984: Einführung des kommerziellen Rundfunks & Fernsehens lässt Vertrauen in etablierte Medien schrumpfen

00:21:53  Verlust der Glaubwürdigkeit: Die veränderte Rolle des Auslandskorrespondenten in den Medien

00:27:18  Wie das Pentagon mit PR-Mitarbeitern Nachrichtenagenturen infiltriert

00:28:41  Unabhängiger Journalismus braucht sichere Arbeitsbedingungen

00:33:45  Selbstverständnis des Rundfunkbetriebes: Mittel der Programmbeschwerde reicht nicht aus, um ein demokratisches Korrektiv zu bilden

00:36:15  Berichterstattung Ukraine-Konflikt 2014: Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam über Beginn und Motivation ihrer heutigen Aktivitäten

00:49:13  Majestätsbeleidigung – Warum die etablierten Medien ihre Fehler i.d.R. nicht eingestehen

01:02:55  Anti-Russische Propaganda, Halbwahrheiten und Sprachregelungen in der Berichterstattung (Syrien, Ukraine)

01:16:46  Wie wirkungsvoll ist Propaganda heute und wie stark die Kriegsbereitschaft der Deutschen?

01:19:52  Fehlentwicklung in der „Repräsentativen Demokratie“- Wer ist der Souverän im Land?

01:24:25  Gesellschaftliche Zukunftsperspektiven: Entpolitisierung und die Idee einer Mediengerichtsbarkeit

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://www.kenfm.de/kenfm-unterstuetzen/

29 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer

  1. tolles Interview, vielen Dank.
    Habe daraufhin eine Email an die ARD gesendet mit folgendem Text.

    An das gesamte Team,

    ich konnte mittlerweile Menschen in meinem Kreis davon überzeugen, dass ihre Informationen teilweise nicht richtig sind. Und diese Menschen beginnen darüber nachzudenken. Sie sollten sich folgendes Interview ansehen.
    KenFM im Gespäch mit: Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer
    https://kenfm.de/braeutigam-klinkhammer/

    Empfehle auch die Kommentare dazu zu lesen.

  2. Eigentlich ein sehr gutes Interview, eigentlich….

    Irgendwie kam mir dann aber die Soße hoch, als Herr Volker Bräutigam sagte, dass für Ihn die „Welt unterging“ als das private Radio genehmigt wurde.
    Wieso eigentlich, weil die Öffentlich Rechtlichen Radioprogramme so gut und toll waren?
    Wenn ich mich an meine Zeit in West-Berlin (1964 – 1995) zurückerinnere, dann gab es vor dieser Genehmigung in Berlin zusätzlich den RIAS, AFN und BFBS.
    Der BFBS präsentierte sehr gute Nachrichten, beim RIAS gehörten zu den Top Sendungen Hans Rosenthal mit „Einer gegen alle“ Lord Knut mit „Schlager der Woche“ und „Evergreens are gogo„, wie Barry Graves mit „Studio 89“ und beim AFN kam richtig Stimmung mit Rik De Lisle „The Magnificent Magoo“ Dan Simpson und nicht zu vergessen „The Voice of Berlin“ Steve Kostelak auf.
    Nach der Genehmigung wurde von einer kleinen Mannschaft bestehend aus DJ’s der erste private Radiosender „Radio DJB“ (Radio Disc-Jocky Berlin) geschaffen, wo später über Music Line Radio solche Radiosender wie Kiss FM und Jam FM entstanden und auch heute noch senden.
    Da konnte damals der SFB mit Hey Musik von Jurgen Jürgens echt mithalten?
    Gut später kamen die Radiofritzen mit hinzu – auch ein geiles Programm, wo auch noch Barry Graves drehte, aber ansonsten?
    Und wie sieht es heute bei den ÖR Radioprogrammen aus?
    Nein, nein ich war damals bei der Mannschaft damals dabei und halte private Radiostationen für grundlegend nicht schlecht und wieso sollte „Radio machen“ nur den ÖR genehmigt sein?
    Aber ansonsten ein sehr gutes Interview.
    LG Thomas Borchert

  3. Ist es Zufall, dass der gesellschftsrelevanteste Aspekt der Politik, die organisierte Massenzuwanderung, kaum Thema ist?
    Zu Hundertausenden und Millionen wird fremde Kultur importiert und selbstverständlich werden diese Menschen ihre Kultur weiter pflegen und unter demokratischen Bedingungen auch zur dominanten Kultur in Deutschland machen.
    Der Prozess der gezielten Kulturänderung ist nicht abgeschlossen.
    Der neue UNO Generalsekretär ist ein vehementer Befürworter der Massenmigration und der EU Beauftragte für Migration hat die Zuwanderung von weiteren 70 Millionen nach Europa als Ziel.
    Entweder geht die Politik in einer Elitenvorstellung davon aus, dass die Zuwanderer „untere Kaste“ bleiben und sich der dominanten Elitenkultur „integrieren“ oder wir müssen bei absehbarer demographischer Mehrheit diskutieren, welche Aspekte dieser Kulturen bezüglich z.B. journalistischem Pluralismus oder Meinungsfreiheit für Deutschland von Vorteil sind.

    • IST ES ZUFALL, dass dieser Beitrag mal eben so im Vorbeigehen erscheint?

      Da es hier nur so von unbewiesener Polemik strotzt, lohnt es sich das mal zu hinterfragen.

      1: Ist es Zufall, dass der gesellschftsrelevanteste Aspekt der Politik, die organisierte Massenzuwanderung, kaum Thema ist?

      Wie kommen sie zu der Annahme: Ich erlebe täglich eine Auseinandersetzung mit diesem Thema. Jüngstes Beispiel 17 Jähriger Afghane vergewaltigt und ermordet Frau in Freiburg.

      2: Zu Hundertausenden und Millionen wird fremde Kultur importiert und selbstverständlich werden diese Menschen ihre Kultur weiter pflegen und unter demokratischen Bedingungen auch zur dominanten Kultur in Deutschland machen.

      Ich glaube nicht das sie importiert wird, vielmehr ist es die neoliberale Politik, die Ärmere Länder Verelenden läßt. Man kann nicht auf dem Rücken anderer Länder seinen Reichtum aufbauen, und anschließend maulen, wenn die sich das nicht gefallen lassen.

      3: Der Prozess der gezielten Kulturänderung ist nicht abgeschlossen.
      Der neue UNO Generalsekretär ist ein vehementer Befürworter der Massenmigration und der EU Beauftragte für Migration hat die Zuwanderung von weiteren 70 Millionen nach Europa als Ziel.

      Das ist sicher nicht die Absicht, es ist aber ein Gedankenspiel, wenn es nicht gelingt, die Ursachen der Immigration zu stoppen. Dann sollte man schon mal einen Plan B in der Schublade haben.

      4: Entweder geht die Politik in einer Elitenvorstellung davon aus, dass die Zuwanderer „untere Kaste“ bleiben und sich der dominanten Elitenkultur „integrieren“ oder wir müssen bei absehbarer demographischer Mehrheit diskutieren, welche Aspekte dieser Kulturen bezüglich z.B. journalistischem Pluralismus oder Meinungsfreiheit für Deutschland von Vorteil sind.

      Ob Zuwanderer grundsätzlich das Prekariat ( untere Klasse) bilden, weil von Eliten so gewollt, zweifele ich schon mal an. Da gibt es genügend Gegenbeispiele.
      Ob durch demografischen Wandel ein Gesellschaftsaustausch erfolgt,
      bezweifle ich ebenfalls,
      Diese Sarazienweißheit kann man sich ja zu eigen Machen, bewiesen ist sie deswegen auch nicht.
      Fixluja, jetzt sterben die Bayern aus. Und überall die Minarette, Hilfe der Muselmann verbietet mir meine Leberkässemmel.

      Und zum letzten Satz: ob Pluralismus und Meinungsfreiheit für Deutschland von Vorteil sind. Das werden sie sich sicher selber beantworten. Oder möchten sie sich nur durch die BLÖD Zeitung weiter bilden.

      Nicht böse sein, aber ihre Befürchtungen kann ich wirklich nicht teilen, aber wer weiß vielleicht haben sie recht.

    • „“Einen nicht unbekannten, aber selten thematisierten Aspekt der Flüchtlingsthematik brachte EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos am Donnerstag wieder auf die Tagesordnung: “Europa vergreist”, erinnerte Avramopoulos vor dem EU-Ausschuss der Regionen (AdR) an die demografische Tendenz des Kontinents. “In den nächsten zwei Jahrzehnten werden mehr als 70 Millionen Migranten nötig sein.”

      Avramopoulos verwies auf die im Mai beschlossene EU-Migrationsagenda und den darin angesprochenen Solidaritätsmechanismus zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten bei der Aufnahme von Flüchtlingen. “Sehr enttäuscht” sei er dabei über die mangelnde Bereitschaft der meisten Länder: “Nur acht von 28 sind bereit, die getroffenen Entscheidungen auch umzusetzen.” Mittlerweile haben ja sowohl die Slowakei als auch Ungarn beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen die beschlossene Flüchtlingsverteilung Klage eingebracht. “Etwas stimmt hier nicht”, konstatierte Avramopoulos.““
      ————————————————————————————————————————————————————————-

      Ich Bin der Ansicht, dass man aus einer Überforderung Griechenlands, und in dem Artikel geht es ja nur darum, nicht ableiten kann, europas Eliten wollen 70 Mil. Flüchtlinge als Prekariat in den Europäischen Raum integrieren.

      Zwar spricht EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos von Vergreisung Europas, aber ich kann da keinen Zusammenhang herstellen, das da eine Blutauffrischung mittels Migranten erfolgen soll.
      Was er meines Erachtens meint, sind ausgebildete Fachkräfte, die der EU in Zukunft fehlen werden.
      Ein Diskussionspunkt, bei dem ich so wie so der Meinung bin, das sie das Migrationsproblem verstärkt, da der Fachkräftemangel dies Länder noch weiter in die Verelendung treibt.

  4. Ich bin erst vor zwei, drei Tagen auf KenFM gestossen. Folglich ist dies auch die erste Gesprächsrunde die ich bis jetzt gesehen habe. Folglich möchte ich mich nur kurz zu Wort melden, jedoch sagen, dass mir diese Gesprächsrunde wirklich sehr gut gefallen hat. Es war wahrlich ein Genuß und hat Spass gemacht Herr Bräutigam und Herr Klinkhammer zu lauschen wie Sie Ihre Sichtweise differenziert und sachlich vortrugen. Auch der Interviewer Herr Jebsen hat gute Fragen gestellt und den Herren ausgiebig Zeit zum Antworten gelassen. Also ich fand es ein tolles Gespräch! Was mich nun auch veranlasst noch einige mehr zu schauen …

  5. Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer agieren aufklärerisch im besten Sinne. Dafür gebührt ihnen Dank.

    Sie demaskieren mit ihrer hartnäckigen Arbeitsweise die oft demagogisch agierenden „Öffentlich-Rechtlichen“. An Hand der vielen Programmbeschwerden, können insbesondere die Nutzer von Internetplattformen die vielen Verstöße gegen eine ausgewogene Berichterstattung erkennen.

    Es zeigt zugleich: Jeder kann etwas tun! Welche Medien jeder konsumiert, bestimmt jeder selbst. Meinungsäußerungen in Kommentarform, Brief-oder E-mailform kann jeder tätigen.

    Das Interview ist ein Genuss.

  6. Zwei Urgesteine, Herr Bräutigam und Herr Klinkhammer, kritisieren die Tagesschau, prangern Manipulation in der Berichterstattung an, und fordern bessere Recherche bei den Beiträgen.

    Ich verstehe auch den Ärger über die Printmedien der beiden, nur nützt ein Boykott von SZ und TAZ wenig.

    Auch vermeintlich bessere Aufklärung kommt bei Menschen, die sich nicht aufklären lassen wollen, eher schlecht oder gar nicht an.
    Das hatten wir alles schon in den sechziger Jahren. Siehe Rudi Dutschke.

    Die Verhältnisse müssen erst so weit gedeihen, das es auch dem letzten Dummi klar wird, hier läuft was falsch.
    Solange aber Menschen sich mit Tattoos schmücken , im Glauben um die individuelle Freiheit,
    sich quasi mit diesem System solidarisch erklären, in dem sie sich die Konformität eingravieren, man könnte auch sagen sich selber die KZ Nummer einbrennen, glaube ich nicht an gesellschaftliche Veränderungen. Es wurden schon zu viele geistige Zombies gezüchtet.

    Früher war im Land der Hausmeister, und dazu zähle ich auch Herrn Bräutigam und Herr Klinkhammerin,
    Rasen betreten verboten.
    Mittlerweile sehe ich selbst die Hausmeister nicht mehr.

    • Ein Boykott von SZ und TAZ nützt wenig, aber doch etwas, weil er die „Qualitätsblätter“ in finanzielle Bedrängnis bringt. Wenn sie dann an verschiedenen Stellen weiter einsparen, wird die „Qualität“ noch schlechter, aber das kann uns egal sein. Ich zahle für solche Blätter jedenfalls nichts mehr.

      Ansonsten teile ich die pessimistische Einschätzung. Die große Masse der Schlafschafe ist durch bessere Aufklärung nicht aus dem Schlaf zu reißen. Sie lassen „unbequeme“ Informationen und Meinungen gar nicht an sich heran. Wenn man ständig im Kreis von Wachen und Aufgewachten verkehrt, verliert man leicht das Gefühl dafür, daß dieser Kreis relativ klein ist und über eine gewisse Menge nicht hinauskommt. Ich glaube, Ken Jebsen unterliegt auch dieser Fehleinschätzung.

      Die allermeisten werden erst wach, wenn sie sich persönlich betroffen fühlen, sei es durch sozialen Niedergang oder gar durch akute Kriegsgefahr. Aber dann ist es zu spät!

      Die erdrückende Propaganda der Herrschenden müßte gebrochen werden, aber solange sie herrschen, ist das unmöglich.

    • Das Nicht-mehr-lesen- wollen der systemkonformen Printmedien „boykottieren“ zu nennen, ist ein Denk-bzw. Formulierungsfehler. Ich kaufe sie ja nicht aus rein taktischen Gründen nicht mehr, sondern weil sie in der Regel und genau da, wo es drauf ankommt, nur noch frisierte, gefilterte Nachrichten anbieten. Ich kann mit ihnen schlicht nichts mehr anfangen.

    • So Verbissen sehe ich das nicht. Da man mich sowie so nicht ändern kann, lese ich die SZ mit einem Grinsen, da sie mir Tag für Tag meine Meinung über sie bestätigt.
      So weiß ich doch immer wie der Wind weht. Man kann das ganze ja auch mit Distanz lesen.
      Selbst der Sportteil, Früher ein Flaggschiff der SZ, ist Heute nur noch Hofberichterstattung für Bayern München.
      Was ja auch ein gewisses Licht auf die Zeitung wirft, da mann sich ja nun öffentlich zu Kriminellen bekennt, blödes, Fußvolk, verzeiht eurem Presidenten. Demnächst dürft ihr ihn auch wieder als Saubermann im Fernsehn zu bewundern.
      Hätte es Früher, unter den Hausmeistern auch nicht gegeben.

    • @Veganislove

      Der Einwand erscheint mir überflüssig. Als ich vor fünf Jahren nach etlichen Jahrzehnten den Kauf des SPIEGEL einstellte, geschah es aus Ärger über die Propaganda. Seitdem boykottiere ich das Blatt.

    • Ja, man könnte Drecksblätter wie SPIEGEL auch mit Distanz lesen. Mit solcher Distanz verfolge ich die kaum noch erträgliche Tagesschau. Ich bin aber zu der Einsicht gelangt, daß man für Hetzpropaganda nicht auch noch bezahlen sollte (wobei GEZ-Zwangsgebühren schwer zu vermeiden sind). Das ist das mindeste, was man tun sollte!

      Mein Nicht-mehr-lesen geschieht nicht nur aus Frust, sondern ist auch ein bewußter BOYKOTT mit taktischen Gründen.

    • Man muß seinen Gegner schon studieren, die Gegenseite schaut ja auch bei KFM rein. Und ob sie von dem 1,20 E ihr Käseblatt finanzieren können… ?
      Neulich laß ich, das 1/3 der Auflage, in LKW verfrachtet, auf der Autobahn spazieren gefahren und anschließend wieder eingestampft wird, nur um zu suggerieren, wie hoch die Auflage ist.
      Also die produzieren Kosten ohne Ende, Da will ich schon wissen wofür die ihr Geld rausschmeißen.

    • Ach so, apropos Tagesschau. Die fällt bei mir unter den Tisch. Dieses Programmformat von obigen Herren
      Bräutigam und Klinkhammer jahrelang zelebrier, diente ja nach ihren eigenen Aussagen der Meinungsbeeinflussung.
      Allerdings durch Parteiproporz glich sich das ja angeblich immer wieder aus. Ist sicher eine Zweckbehauptung, denn nachprüfen lässt sie sich ja nicht.
      Wenn ich mir den Beitrag von Gabriele Ganser anhöre, der mir ziemlich plastisch vor Augen führt. wie viel Nachrichten man in einer Sendung vorgesetzt bekommt,( ca 15 Stück) und wie viel Information davon hängen bleibt,, kann ich mir diese Sendung wirklich sparen. Da die Beiträge ja Heute wie von Herrn Bräutigam und Herr Klinkhammer bekundet, mit negativ bzw positiv besetzten Begriffen behaftet werden, unterliege ich hier sicher einer Suggestion.

    • Ich habe dafür weder die überflüssige Zeit, noch das überflüssige Geld. Im Internet kann man das genauso gut studieren, was die an Propaganda verzapfen und das auch noch gezielt. Nein, ich kann das nicht „Boykott“ nennen, dann müsste ich ja von jedem überflüssigen Kitsch, den ich nicht verwenden kann, sagen, „ich boykottiere das!“.

    • Distanziertes lesen, man mutet sich schon einiges zu ,und glaubt auch noch gegenüber Manipulation durch Worte immun zu sein, alle Achtung!
      Aber Lügen bewusste kaufen, da wundert sich noch jemand, wenn man Lügen wählt?

    • Wenn Abschotten die einzige alternative ist … ? Was soll sich dann verentern.
      ja dann sind wir ja endgültig angekommen, im Land von Orwell. Ich rede nicht von 1984, ich rede von Animalfarm.
      Haltet schön still, macht den Vogel Strauß, und plaudert weiter in euren Zirkeln und Foren.
      Hauptsache das Vorurteil wird gepflegt.
      Auch das hatten wir alles schon in den 60 Jahren mit den K-Gruppen.

    • Test1: „verentern“ soll sich nichts, da „entern“ nach meinem Sprachwissen „feindliche Übernahme“ bedeutet.
      „Verändern“ aber kann sich an den Gesellschaftsverhältnissen nur etwas mit Bewusstseinsbildung. Und die hat erst einmal mit dem guten Willen jedes einzelnen zu tun. Es ist die Frage nun, in wie weit sich das Heilende im Menschen noch durchsetzen kann. Daran kann sich jeder beteiligen, ob er nun noch die Massenmedien dazu braucht, oder nicht.

    • Die Ente ist mir auch aufgefallen, Kann man nichts machen, wenn man schon abgeschickt hat.
      Aber immerhin ein kleines Wortspiel, was mir auch nicht eingefallen währe.
      Was ich nicht verstehe, ist der Angriff auf mich, nur weil ich freimütig zugebe, auch die SZ zu lesen. Ich finde es reichlich borniert, wenn daraus gleich abgeleitet wird, ich währe zu blöd zu verstehe, das man mir das Hirn wäscht.
      Ich will nicht weiter drauf eingehen.

    • Sie missverstehen kontinuierlich mein Anliegen: Es geht mir nicht um eine persönliche Herabsetzung anderer user, sondern um Sprachgenauigkeit. Ich „boyottiere“ die systemkonformen Massenmedien nicht, sondern ich brauche sie einfach nicht mehr. Das ist ein Unterschied. Und ich stehe damit ja nicht allein. Diese Art Medien sind für mich so etwas wie Gestank. Dem möchte man sich ja auch nicht ständig aussetzen, wenn man es vermeiden oder einschränken kann.

    • Diese Art Medien sind für mich so etwas wie Gestank. Dem möchte man sich ja auch nicht ständig aussetzen, wenn man es vermeiden oder einschränken kann.
      —————————————————————-
      Impliziert, das mein Geruchssinn schlecht ausgebildet ist.
      Aber es muß ja auch Kanalarbeiter geben, Ich steige weiter in die Gullys des Mainstreams

  7. Diese Gesprächsrunde war unterhaltsam. Vorallem deshalb, weil die beiden Gesprächspartner trotz ihrer unterschiedlichen Gesinnung trotzdem Freunde sind. Man sieht hier, dass der Umstand, obwohl einer von den beiden ein bekennender Kommunist ist, eine gute Zusammenarbeit möglich ist. Vorallem finde ich erstaunlich, dass die Bilderberger erwähnt werden. Es kommt also doch was an bei Leuten, bei denen ich es nicht erwarten würde. Auch wenn es vielleicht jetzt etwas blöd klingt, das hat mir richtig gut getan, dass zwei ehemalige Mainstreamer das so selbstverständlich ansprechen.
    Pooler1970

  8. Ein super Interview, wie immer gut geleitet von Ken. Es ist ein wahrer Genuss für mich solche Diskussionen anzuhören. Mein Beitrag ab Min .50 “Entschuldigung”.
    Kann man heute in der Arbeitswelt nur mit Egoismus und Rücksichtslosigkeit brillieren? Leider habe ich die Erfahrung gemacht. Ich lebe nach dem Motto: Ich habe schon immer Neid, Missgunst, Heuchelei und Gier verachtet. Und ich verachte immer alle Kriecher und Streber, die im vorauseilendem Gehorsam speichelleckend um des eigen Vorteils willen Verrat üben und sich so Posten ergaunern und die dabei achtlos alle ideale zertreten.
    Vielleich bin ich deshalb nie ganz in die Führungsetage hochgestiegen.Sich entschuldigen haben ich in meinem Berufsleben bei Fûhrungskräften selten erlebt
    Ich nenne es den Arschloch-Faktor. Und es ist genau das, was mir fehlt. Die Leute können mir erzählen, was sie wollen: Egal, wie viel Talent ich habe, egal, wie engagiert ich bin, egal, wie viele Praktika ich gemacht habe und egal, wie sehr ich mich anstrenge – richtig was erreichen werden die, die es sich in den Fußstapfen ihrer Eltern bequem machen können und diejenigen Menschen, die beim Wettlauf nach oben weder links noch rechts schauen und ihre Mitstreiter fast unbemerkt aber heftig mit dem Ellbogen zur Seite stoßen. Wohlgemerkt, Faktor-Träger sind stets mit dem Fahrrad unterwegs: nach oben buckeln, nach unten treten Ich gehöre zu keiner dieser zwei Gruppen. Mit eigentlich tugendhaften Eigenschaften – Ehrlichkeit, Zurückhaltung, Sensibilität – bin ich in der Berufswelt scheinbar aufgeschmissen..
    Unrecht zugeben fällt schwer. Und dann noch Verzeihung erbitten. Und noch Gutmachung einräumen. Und dann noch wieder miteinander sprechen und sich nicht aus dem Weg gehen. Lieber stellen wir uns dumm, schieben auf, wollen nichts bemerkt haben, Fahrerflucht eben. Und zur Rede gestellt: Ausreden die Fülle. Man wollte nur das Beste. Wir wiegeln ab, als wären die andern blöde, am Schlimmsten die, die immer meinen, Recht behalten zu müssen, auch wenn sie es nicht haben. :
    Nicht: „Ich entschuldige mich“, sondern: „Ich bedaure mein Versagen, meine Voreiligkeit, mein Geschwätz, meine Fahrlässigkeit, meine üble Nachrede“ – was auch immer, „Ich war nicht bei Trost, ich war fies, unfair, rücksichtslos.“ Wenn’s ganz schlimm war: „Ich war verblendet“ oder „Mich hat der Teufel geritten. Es ist mir herzlich Leid, es tut mir weh, Ihnen dies Unrecht angetan zu haben. Ich bitte sie um Verzeihung.“ Oder „Ich bitte Sie um Entschuldigung.“ Wichtig, dass wir unsere Schuld nicht verdecken. Dann kann der Andere uns entschulden, wenn er die Kraft hat, kann uns vergeben und die Hand reichen – kann Versöhnung auf den Weg bringen. Das Um-Verzeihung-Bitten ist ein rares Gut, weil Scham nur unter Schmerzen befreit. Dem Ja oder Nein des Andern uns ausliefern braucht Mut. Aber als einer mal dich um Verzeihung bat, nicht obenhin, sondern wahrhaftig, da konntest du auch sagen: Nun gut, auf ein Neues.

  9. Danke für das Gespräch, war interessant.
    Milde Kritik an Herrn Jebsen: Wann immer jemand, der bei einem KenFM-Gespräch war, darüber berichtet, so betont er, wie gut Herr Jebsen auf das Gespräch vorbereitet war („hat das GANZE Buch gelesen!“). Diese gute Vorbereitung kann man als Konsument auch wahrnehmen. Leider besonders an den Stellen, an denen ein Gast in einem Nachsatz etwas Überraschendes aufblitzen lässt. Wo ich eigentlich gerne eingehakt hätte: „Wie meinen Sie das? Was war da los? Erzählen Sie mal, wie das war…“ Also Abweichen vom Skript, von meinem Fragen-/Themenkatalog, Einlassen auf das Unerwartete, Ungeplante. Und da habe ich eben manchmal das Gefühl, dass Herr Jebsen, diesen interessanten Moment im Gespräch überhört und übergeht, weil er schon vorher, bevor der Gast seinen Satz beendet hat, mit den Gedanken schon weiter im Konzept ist. Schade! Denke ich dann und meine Frau und ich sehen uns an, sie hat an der Stelle genau das Gleiche empfunden.

Hinterlasse eine Antwort