Cancel Culture – Schwingt das Pendel zurück? | Von Rainer Rupp

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

„Es ist jetzt so weit gekommen, dass Du entweder mit oder gegen uns bist. Und wenn Du gegen uns bist, verdienst Du “gecancelt“ zu werden. Was wir jetzt haben, ist das digitale Äquivalent des mittelalterlichen Mobs, der durch die Straßen vagabundierte und Leute für den Scheiterhaufen suchte. Für jeden, der dem Mob zum Opfer fällt, ist das schreckenserregend und ich habe Angst für die Zukunft.”

Das Zitat stammt von dem bekannten britische Schauspieler Rowan Atkinson (Mr. Bean) vom 5. Januar dieses Jahres in The Daily Mail (1).

„Cancel Culture“ ist nicht nur ein Unwort, das in politischen und gesellschaftlichen Debatten häufig zu hören ist, sondern auch eine hinterhältige Methode, die inzwischen flächendeckend praktiziert wird, um Leute mit nicht Elite-konformen Meinungen aus dem öffentlichen Raum, bzw. aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verbannen. Das englische Verb „cancel“ kann als kündigen, sperren, absagen, annullieren, löschen übersetzt werden. Und all das gehört inzwischen zum Alltag unserer „Cancel Un-Kultur“ in Bezug auf politisch nicht konforme Wissenschaftler, Politiker, Journalisten und Künstler, nämlich die Kündigung von Veranstaltungen oder Verträgen, das Absagen von Interviews oder die inoffiziell abgestimmten Auftrittsverbote z.B. bei TV-Talkshows.

So dürfte z.B. jedem aufmerksamen Zuschauer der Nachrichtensendungen der Öffentlich-Rechtlichen aufgefallen sein, dass es in deren endloser Corona-Horror-Show keine Gegenstimmen gibt. Nicht konforme aber international renommierte, deutsche Wissenschaftler sind einfach „gecancelt“ worden. Es gibt keine Alternativen mehr zu der herrschenden Meinung der Eliten und deren Exekutiv-Organ, die Bundesregierung. Dabei ist es egal, ob es gerade um Corona geht, um Trump oder Biden, über den Genderwahnsinn, die EU und ihre Geldpolitik, Nawalny und die bösen Russen oder um den neuen „Grünen Great Reset“ zur De-Industrialisierung unseres Landes und der daraus folgenden Gürtel-enger-schnallen-Politik für die Zeit nach Corona.

Für die Freiheit der eigenen Meinungsäußerung und deren Verbreitung und somit für das gesellschaftliche Zusammenleben ist diese Cancel-Un-Kultur selbst zu einem tödlichen Virus geworden. Dieser Killervirus kommt allerdings in der Verkleidung höchster moralischer Ansprüche daher, denn er gibt sich anti-rassistisch und anti-faschistisch und gegen die Herrschaft der „alten weißen Männer“ und für 53 verschiedene Gender und auch für Greta. Deshalb unterstützt die linke „Cancel Un-Kultur“ auch vorbehaltlos die „Black Lives Matter“ und die „antifa“ Bewegungen, die zwar ständig Tugendhaftigkeit in alle Richtungen signalisieren, aber selbst extrem gewalttätig sind. Kein Wunder, dass angesichts von so viel selbstgerechter Heuchelei die Gesellschaften in Europa und den USA immer stärker auseinander driften.

Der die Gesellschaft tötende Cancel-Virus ist in der Brühe entstanden, die von grünen und marginalen selbsternannten, linken Gruppen in realitätsfernen Wolkenkuckucksheimen zusammengeköchelt wurde. Diese in den „sozialen Medien“ besonders lautstarken Gruppen sehen ihre Lebensaufgabe anscheinend darin, von der großen Mehrheit der Gesellschaft Toleranz für ihre eigenen Meinungen und für ihre oft abenteuerlichen Vorhaben zu fordern, während sie zugleich andere Meinungen als rechtsradikal, rassistisch oder gar faschistisch denunzieren und unter geschickter Nutzung der „sozialen Medien“ sogar verbieten wollen. Als selbsternannte Antifaschisten nehmen sie sich dann auch noch das Recht heraus, gewalttätig gegen Andersdenkende vorzugehen, wie z.B. gegen Demonstrationen der Querdenker.

Linke Cancel-Chaoten nützliche Idioten der deutschen Eliten.

Statt die Handlungen der neo-liberalen, auf Kriege an der Seite der USA eingeschworene Bundesregierung kritisch zu hinterfragen, prügeln diese „Linken“ von „antifa“ und Co auf die einzige noch verbliebene außerparlamentarische Opposition ein. Objektiv werden damit diese „Linken“ zu Schlägertrupps ausgerechnet für die Mächte, die hinter der Merkel-Regierung stehen. Dabei finden „antifa“ und Co auch noch die Unterstützung eines großen Teils der Berufspolitiker der LINKEN.

Solange diese angeblich progressiven, grün-roten Cancel-Chaoten der Politik der deutschen Eliten als nützliche Idioten gegen die Opposition dienen, lassen die staatlichen Behörden sie gewähren. Dadurch konnten sie weitgehend unangefochten die Meinungsführerschaft in den so genannten „progressiven“ Chat-Räumen der „sozialen Medien“ erobern und bis jetzt behalten. Das hat zu einer epidemieartigen Ausbreitung des Cancel-Virus in den „Sozialen Medien“ geführt. Das Resultat war der Sieg der „politisch korrekten Gesinnung“ über kritisches, rationales Denken. Heute sind es nicht mehr die besseren Argumente, die zählen, sondern die zur Schau gestellte, eigene Tugendhaftigkeit und Moralvorstellung. Da zunehmend alternative Argumente sofort gecancelt werden, werden sie auch nicht mehr wahrgenommen und somit gibt es zu der vorherrschen Irrationalität kein Gegengewicht mehr.

In den Anfangszeiten des Cancel-Mobs genügte es, wenn eine Person, mit deren Meinung man nicht übereinstimmte, aus dem „Freundeskreis“ der „sozialen Medien“ entfernt wurde. Aber schon bald reichte das der grünen und links-liberalen Gedankenpolizei nicht mehr. Im Internet wurden so genannte „Shit-Stürme“ entfacht, in denen Personen, die nach Ansicht, der selbst ernannten Zensoren nicht die richtige Gesinnung hatten, als Rassisten, Rechte, Antisemiten, Verschwörungstheoretiker oder gar Faschisten denunziert wurden. Deshalb wurden Universitäten, Eventmanager, TV-Organisatoren, etc. ultimativ aufgefordert, diesen schlechten Menschen keine Möglichkeit zur Verbreitung ihres bösen Gedankenguts zu geben.

Mit entsprechenden Verboten und Boykotts wurden so reihenweise Menschen aus der öffentlichen Wahrnehmung gelöscht. Die Lynch-Opfer dieses links-grünen Cancel-Mobs hatten den Verlust an Ansehen, Arbeitsplatz und Einkommen zu beklagen. Von den „Links-Chaoten“ wurde diese Entwicklung allerdings als Beweis für die Demokratisierung des Internets gelobt. Ein aktuelles Beispiel für diese Denkweise bietet die linke britische Labour Partei, die im Parlament ein Gesetz fordert (2), um Publikationen, die auf ungeklärte Fragen über mögliche Langzeitgefahren der Wirkstoffe der aktuellen Covid-Impfkampagne hinweisen, bei hohen Geld und Haftstrafen verbieten.

Jobverlust wegen Nutzung eines zensur-freien Mediums

Inzwischen ist die Cancel-Hysterie sogar noch einen Schritt weiter gegangen, denn auf den Inhalt einer Nachricht kommt es gar nicht mehr an, sondern es genügt, dass man ein Zensurfreies, soziales Medium wie „parler“ benutzt, um gecancelt zu werden und seinen Job zu verlieren. Hier etwas zur Vorgeschichte: Nachdem Twitter und andere soziale Medien kurz vor der Amtsübergabe letzten Monat nicht nur die Konten von Donald Trump, sondern auch von Hunderten anderer Republikanischer Politiker und Publizisten gecancelt hatten, waren die samt einem großen Teil ihrer Millionen Anhänger auf das alternative, zensurfreie soziale Medium „parler“ umgestiegen, das seinen Server bei Amazon hatte. Aber bereits nach wenigen Tagen zensierte Amazon „parler“ und löschte es von seinem Server, angeblich weil es rechtslastig war.

Laut einem Bericht des britischen Mediums „spiked“ (aufgespießt) genügte der politisch korrekten „Jennifer De Chiara Literaturagentur“ die Nutzung des angeblich rechtslastigen „parler“ Mediums durch eine ihrer Literarturagentinnen, Frau Colleen Oefelein, um ihr den Job zu kündigen (3). Zuvor hatten eifrige, progressive Gedankenpolizisten wegen Frau Oefelins „parler“-Nutzung einen Shit-Storm gegen die Literaturagentur losgetreten und ihre Kündigung verlangt.

Der Chef der Literaturagentur ist dieser Forderung des Internet-Lynchmobs ohne Umschweife nachgekommen. Zugleich hat er sich in einer Erklärung entschuldigt und die progressive Tugendhaftigkeit und Moral seines Hauses signalisiert, indem er u.a. betonte, dass die „Jennifer De Chiara Literary Agency“ weiterhin eine „Stimme der Einheit und Gleichheit an der Seite der sozialen Gerechtigkeit sein wird.“

Aber jetzt zeigt sich, dass die Cancel-Un-Kultur auch für die „progressive“ Linke ein zweischneidiges Schwert ist. So hat am 22. Januar dieses Jahres die britische „sozialistische Arbeiterpartei“ von Facebook ebenfalls eine kräftige Dosis der Cancel-Medizin verabreicht bekommen (4), mit der das Internet von extremistischen Meinungen gesäubert und für die Eliten marktkonform gemacht werden soll. Wenige Tage später fing dann die Löschung „progressiver“ Facebook-Konten in den USA an. Es begann mit der Entfernung der Homepage der “Internationalen Jugend und Studenten für Soziale Gleichheit an der University of Michigan (5). Seither wurden noch weitere Face-Konten im Umfeld linker Organisationen wie der „Struggle La Lucha“ und der US-„Socialist Unity Party“ gecanceled. Und das ist wahrscheinlich nur der Anfang, denn nun, wo Biden Präsident ist, braucht man die „linken“ anti-Trump-Chaoten nicht mehr, um Stimmen für die Demokraten zu mobilisieren.

Ausgerechnet die „progressiven“ Aktivisten, die vor Freude gejohlt hatten, als Trump und seine Anhänger von den großen „sozialen“ Medien gelöscht wurden, heulen nun auf, und fordern Meinungsfreiheit, denn sie sind ja die Guten und Tugendhaften. Aber auf Hilfe aus dem neo-liberalen Lager der Demokraten gegen die sozialen Medien-Giganten, auch kurz „Big Tech“ genannt, werden die unberechenbaren Tagträumer der so genannten „progressiven Linken“ der USA lange warten können. Denn die Big Tech – Chefs sind mit den Eliten um Präsident Biden eng verfilzt. Da kommt eher Hilfe aus dem Lager der Republikaner, die aktuell gegen Big Tech schwere Geschütze auffahren, vorerst allerdings nur im Bundesstaat Florida.

100.000 Dollar Strafe täglich.

Der Republikanische Gouverneur des Bundesstaates Florida, Ron DeSantis hat am 2. Februar mutige Maßnahmen ergriffen (6), um Big Tech in die Schranken zu weisen. Unter anderem hat er mehrere Maßnahmen angekündigt, um der weit verbreiteten Zensur von Konservativen durch Big Tech entgegenzuwirken und den freien Informationsaustausch zu fördern. Bei Zuwiderhandlung drohen den jeweiligen „sozialen“ Medienkonzernen 100.000 Dollar Strafe täglich.

Zu diesen Maßnahmen gehören im Einzelnen:

  1. Obligatorische Opt-outs von Content-Filtern. Das würde den Big Tech Anbietern keine Rechtfertigung mehr zur Zensur von so genannten „Haß-Reden“ geben, um angeblich zarten Gemüter einer kleinen Minderheit von naiven Schneeflöckchen zu schützen.

Anstatt dass z.B. Facebook darüber entscheidet, welche Meldung richtig oder falsch ist, oder was eine „Hassrede“ ist oder nicht, soll der Benutzer in Florida in Zukunft darüber selbst entscheiden können, indem er Filterknöpfe anklickt wie z.B. „Hassrede blockieren“ oder „keine Fake News“. Zarte Gemüter würden dadurch in ihrer Unschuld geschützt, während andere auf Wunsch Zugang zum ungefilterten Inhalt haben.

Diese einfache Methode würde es den Benutzern und nicht den Zensoren und Algorithmen der Big Tech Konzerne überlassen, welche Inhalte der Nutzer sehen will. Zugleich würde dadurch die Entscheidung über den Informationsfluss in den sozialen Medien wieder demokratisiert.

Allerdings dürfte es für Florida als einzelner Bundesstaat sehr schwer werden, Big Tech zu dieser, wenn auch kleinen, technischen Änderung zu zwingen. Wenn sich jedoch die anderen republikanisch regierten Bundesstaaten Florida anschließen, könnte es machbar sein.

  1. Im Fall der Löschung eines privaten Social Media Kontos wird es in Florida in Zukunft ein privates Klagerecht für die Bürger gegen die Big Tech Unternehmen geben.
  2. Geldstrafen von 100.000 US-Dollar pro Tag sind vorgesehen, wenn Big-Tech-Unternehmen die Wahl-Plattformen von Kandidaten für ein politisches Amt in Florida canceln.
  3. Weiter sind tägliche Geldstrafen für jedes Big-Tech-Unternehmen vorgesehen, das nutzerbezogene Inhalte und Algorithmen verwendet, um den Zugriff zugunsten eines politischen Kandidaten oder einer Sache auf dem Stimmzettel unterdrückt oder priorisiert.”
  4. Zugleich werden die Transparenzanforderungen der Big- Tech-Unternehmen verstärkt, ebenso wie die Offenlegungspflichten gegenüber den Wahlbehörden, um zu verhindern, dass die Software einen Kandidaten gegenüber einem anderen bevorzugt.
  5. Der Generalstaatsanwalt von Florida erhält die Macht, Klagen gegen Big-Tech-Unternehmen einzuleiten, die diese Bedingungen gemäß dem „Unfair and Deceptive Practices Act“ des Staates verletzen.

In seiner Rede unterstrich der Gouverneur von Florida zudem, dass das “was als eine Gruppe von aufstrebenden Unternehmen an der US-Westküste begonnen hatte, sich seitdem in eine Industrie aus monopolistischen Kommunikationsplattformen verwandelt hat, die den Informationsfluss in unserem Land und unter unseren Bürgern überwachen, beeinflussen und kontrollieren. Und sie tun dies in einem Ausmaß, das bisher unvorstellbar war”, sagte DeSantis und fügte hinzu: “Diese Plattformen haben sich von neutralen Plattformen, die den Amerikanern die Freiheit der Kommunikation gegeben haben, zu Vollstreckern bevorzugter Narrative verändert. Folglich haben diese Plattformen eine immer entscheidendere Rolle bei Wahlen gespielt und sich negativ auf Amerikaner ausgewirkt, die die vom Big-Tech-Kartell favorisierten Orthodoxien ablehnen.“

Sprecher des Repräsentantenhauses von Florida, Chris Sprowls, begrüßte diese Entscheidung und betonte: “Florida nimmt den virtuellen öffentlichen Platz zurück als Ort, an dem Informationen und Ideen frei fließen können. Wir fordern Transparenz von den großen Tech-Giganten!” Und der Senatspräsident Wilton Simpson erinnerte die Big Tech-Unternehmen an ihre „Pflicht, unterschiedliche Ansichten auf ihren öffentlichen Plattformen zuzulassen. Niemand sollte ausgeschlossen werden! Aber seien wir ehrlich, sie haben die Konservativen als Zielscheibe“ und das käme „einer politischen Zensur gleich”, so der Senatspräsident von Florida.

Quellen:

  1. https://www.dailymail.co.uk/news/article-9113095/Rowan-Atkinson-blasts-social-media-blames-widening-divisions-society.html?fbclid=IwAR2OIB-atAyrJWBRcgQBPK4uSBQOisMocTZYi5e7TS4aoDwq6fl2WtfJiYs
  2. https://labour.org.uk/press/labour-calls-for-emergency-legislation-to-stamp-out-dangerous-anti-vax-content/?fbclid=IwAR2ElENAGtD1uosBoCAMemJfxzIZlCE69TCqBdnlenfXDMGY7SJP3dRrcOY
  3. https://www.spiked-online.com/2021/01/28/cancelled-for-having-a-parler-account/?fbclid=IwAR1ZK_r95BPWnpEL4CgevCHtJQMn6027rJlQ9KlpWwO8KmogWLXbFzS05CA
  4. https://swp.org.uk/press-release-facebook-shuts-down-major-left-wing-group-in-britain/
  5. https://www.wsws.org/en/articles/2021/01/25/pers-j25.html
  6. https://www.zerohedge.com/political/florida-gov-cracks-down-big-tech-lets-residents-sue-over-censorship-100k-daily-fine

 

+++

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

Bildquelle:   Zenza Flarini/ shutterstock

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/

+++

Abonniere jetzt den KenFM-Newsletter: https://kenfm.de/newsletter/

+++

Jetzt KenFM unterstützen: https://www.patreon.com/KenFMde

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

+++

Jetzt kannst Du uns auch mit Bitcoins unterstützen.

BitCoin Adresse: 18FpEnH1Dh83GXXGpRNqSoW5TL1z1PZgZK

9 Kommentare zu: “Cancel Culture – Schwingt das Pendel zurück? | Von Rainer Rupp

  1. Yves S. sagt:

    Da hier was zu Greta gesagt wurde… ich sehe das auch so, dass dort gruselige Allianzen geschlossen werden.
    Greta hat auf Twitter Navalny's Freiheit gefordert. Nebenbei: Kein Wort von Assange.
    (an dieser Stelle schüttele ich halb-resignierend meinen Kopf)

    Kim Iversen vergleicht Navalny's Zielgruppe als die von Hitler. Sozialprogramme, aber nur für jene mit der richtigen Rasse.
    "Alexei Navalny Exposes US Hypocrisy": https://www.youtube.com/watch?v=UfAtbUkEBlY

    Ich kann mir das nur so erklären, dass Greta Navalny im EU-Parlament sprechen hat sehen, wo der den Stopp von NorthStream 2 forderte. Und natürlich hat sie nie tiefer nachrecherchiert und in den MSM wird ja kein Wort über den Background von N. verloren. Das schlimme ist: die Aufklärung, welche diese öko-"linken" Bewegungen bräuchten, wird ihnen von Anfang an madig gemacht. Oder schlimmer noch: es ist ihnen sogar egal. Mit Opportunismus in den Faschismus. 2. Beispiel: Die "Grünen" laden Madeleine Albright ein, Mrs "Ja,-die-Fünfhundertausend-tote-Kinder-verursachende-Sanktionen-müssen-sein". 3. Bsp: Fischer's Holocaustverharmlosende Kosovo-Kriegslüge.
    Ich glaube, dass solche Menschen weder Rechtsextremismus erkennen noch bekämpfen können. Denen fehlt der Sinn dafür.

    Und wennauch ich denke, dass wir die Deindustrialisierung brauchen, zumal ich die Klima-Krise für akut und existenziell bedrohlich halte und zudem skeptisch bin ob der ausreichenden Versorgung mit Erneuerbaren, schaudert es mich vor dem Dogmatismus und der Diffamierungswut, die sich hier offenbart. Da macht ganz eindeutig die falsche Methode Schule. Es werden massenweise Leute verprellt, die mitgenommen hätten werden müssen.

    Dann gibt es auch diese gemachte Verbindung zwischen Klima und Corona – 2 Themen, die nun inhaltich wirklich nicht gleichzusetzen sind. Aber selektiv-unkritische Geister, die sich "auf der richtigen Seite" wähnen (wobei mir diese Wortkonstruktion sehr schwer über die Tasten kommt), wissen dann wieder ganz genau, dass die einen Wissenschaftler die falschen sind und weg müssen. Sehr unwissenschaftliche Vorgehensweise – und das unter Berufung auf DIE Wissenschaft. (ein weiteres Kopfschütteln…)

    Und was mir beim Titel einfiel: Das Gleichnis mit dem Pendel habe ich erst ganz anders interpretiert; ich dachte daran, wie viele Leute verprellt werden von den rituellen Hirnwaschungen durch die Cancler. Dass diese sich vom MainStream wegbewegen werden oder zumindest misstrauisch werden, ist ja auch ein weiteres Pendel, ein Pendel des Vertrauens, welches hier schwingt. Und das schwingt dann hin zu alternativen Kanälen. Wo einst der große Ozean, da sind bald mehrere kleine Seen. Medienklimawandel.

    Danke Herr Rupp, für diesen Artikel.

  2. Schlafschaf sagt:

    Wer ist hier schon noch freiwillig scharfer Beobachter der öffentlichen Medien. Die Dummdreistigkeit kann man doch nur berufsbedingt aushalten. Herr Gellermann müsste Schmerzensgeld bekommen.
    Mich wandeln auch keine masochistischen Tendenzen an, die mich zum Verweilen an einem Bildzeitungskasten zwingen.
    Hate Speech findet in diesen Medien ja reichlich statt, ohne das da jemand aus unserer Parteienlandschaft Anstoß nimmt.
    Ganz im Gegenteil, hier darf sich der Polit-Mob noch richtig auskotzen.
    Warum also Cancel Culture in den sozialen Medien. Ist doch klar, es geht einzig und allein um das, was in die öffentliche Debatte gelangen soll. Man schmeißt einen weiteren Begriff in den Ring und schon nagen wir an einem neuen Knochen.
    Es liegt ja letzt endlich am Konsumenten, was er lesen will. Da braucht es keine Tugendwächter, die Vorschau halten, damit der Konsument sich nicht belästigt fühlt. Und die Kommentarzeile des Spiegels oder der FAZ ist ja auch nicht immer jugendfrei.

  3. kasurf sagt:

    Wir stecken schon länger in einer Meinungsdiktatur (Bsp. China und Russland- Bashing). Es tritt durch den Coronwahn nur deutlicher zu Tage.

  4. Outlaw sagt:

    Nun die genannte Cancel Culture muss sich nicht wundern ,wenn diese mit vom Canceler bestimmt wird,der sich weiter aufmacht zum World-Canceler hochzucanceln nach dem Slogan "Yes we can ".Schon unsere Canclerin*** mit der neuen alten Weltunordnung in der Schleppertasche ,nach dem Motto :Wir schaffen das ",ist sicherlich schwer eingecancelt .
    Da bleibt als Wahlvolk nur ………..Total Cancelled BINGO ! ( Ob das noch etwas nützt ist allerdings äußerst fraglich ?)

  5. sandra beimer sagt:

    Kleine Korrektur vieleicht ..das sind nicht linke Splitttergruppen die auf einmal relevant geworden sind, sondern große Akteure die auf solche Gruppen aufsatteln und ihre Wirkung gezielt und mit hohem Aufwand verstärken.

    Diese Akteure machen einzelene Menschen oder Gruppen – idr ohne ihr Wissen – zur Waffe, indem sie ihnen zb Hindernisse aus dem Weg räumen, die sie aleine niemals in der Lage wären zu überwinden. sh zb den geheimdienstlich geführten Wikipedia Rufmörder Phillipp Cross, er ohne Schutz und Führung keine 5 Minuten in einem kooparativen Umfeld überlebt hätte.

  6. gruni sagt:

    Vielen Dank, Rainer Rupp, für die Aufklärung! Bei all der ganzen Meinungsunterdrueckung kommt mir nur eines in den Sinn: Faschismus. Ein sehr gescheiter Mensch hatte prognostiziert, dass der Faschismus, sollte er wieder auferstehen sich nicht Faschismus nennen würde, sondern vielleicht Liberalismus?
    Es ist eine totale Verdrehung der pol. Begriffe. Das was früher „links“ war findet sich plötzlich auf der anderen Seite der Barriere und Seite an Seite mit sog. Konservativen oder auch „Rechten“.
    Aber nicht so schnell; denn es sollte inhaltlich unterschieden werden. Menschen, die emanzipatorische Forderungen erheben sind links zu verorten, ebenfalls Menschen, die die Meinungsfreiheit verteidigen.
    Voltaire, dem die Aussage zugeschrieben wird: „Ich missbillige, was du sagst, aber würde bis auf den Tod dein Recht verteidigen, es zu sagen“. Das Zitat unterstellt, dürfte es also im Gegenzug nichts Gleichwertiges geben gegen andere widersprechende Meinungen.
    Um das nun konkret zu wenden, so will ich nur ein Beispiel nennen, welches mir hier auf Kenfm (im Forum) widerfahren ist:
    Nachdem ein Forist eine Autorin (D. Henn) denunziert hat als Stalinistin und als Befehlsempfängerin eines „Höheren Chefs“ hatte ich seine Hasstirade als „blockwarttypisch“ bezeichnet (….) und bin direkt gesperrt worden.
    Also so weit weg ist man hier auch nicht von dirigistischen Maßnahmen.

    mfG

    • Giorgio Plaz sagt:

      @gruni
      Gut ausgedrückt, finde ich.
      Zitat: "..dass der Faschismus, sollte er wieder auferstehen sich nicht Faschismus nennen würde, sondern vielleicht Liberalismus?"

      Mit Chris Hedges, "Death of the Liberal Class" (Über den Tod der liberalen Klasse) halte ich das für gut möglich. Durch den Ausfall der liberalen Klasse als Gegengewicht staatlicher Einflussnahme ist ja eigentlich ein Vakuum entstanden, das jetzt von anderen ausgefüllt wird.

      Allgemein zur Thematik finde ich:
      Es sind eigentlich immer Theorien oder Ideologien, die unbewusst übernommen, nicht verstanden oder missverstanden werden, die für Unheil sorgen können. Damit bin ich weniger anfällig darauf, auch selbst auf "Personen" zu spielen, und in ein ähnliches Fahrwasser zu geraten, wie die "Cancel" Un-Kultur.

  7. Ein guter Artikel!
    Es ist einfach unfassbar, wie unsicher Big Data und dessen Neue Normalitäts-Wahn alles unterhöhlt, was noch gestern höchstes Ziel war, nämlich die Demokratie als Ganzes.
    Man kann nur hoffen, dass wir hier in Europa auch solche Politiker bekommen, wie es in Florida der Gouverneur ist.
    Mit den Demokratiefeindinnen Merkel und von der Leyen sehe ich da schwarz.

    Und an die LinksGrünenNaivlinge, die all das toll finden, was im Artikel beschrieben wurde: Wenn ihr glaubt, dass die euer gelobtes Land bereiten, dann seit ihr dümmer als 1 Millimeter Feldweg. Es geht, ging und wird nie um euer Narrativ gehen.

  8. Hartensteiner sagt:

    Als "selbsternannter Antifaschist" bin ich längst schon von dem tief sitzenden Wunsch geradezu besessen, die gesamte Corona-Bande – lokal und international – endlich zu "canceln" in jeder der im Artikel genannten Bedeutungen.
    Ich würde sogar ergänzen wollen, dass es sich hier um die gleiche Bande handelt, die ich auch lange vor Corona schon liebend gern "gecancelt" gesehen hätte. Klar, ich weiß, Träume sind Schäume. Aber es gibt wunderbare Träume, die sich vielleicht zu träumen lohnen 🙂 Sie haben wenigstens momentan etwas Befreiendes.

Hinterlasse eine Antwort