China und der Sozialismus | Von Rüdiger Rauls

China bezeichnet sich selbst als sozialistisch, andererseits aber lässt die Volksrepublik das Privateigentum an Produktionsmitteln zu. Das passt für viele nicht zusammen.

Ein Standpunkt von Rüdiger Rauls.

Linke Schwäche

Unser heutiges Bild vom Sozialismus ist geprägt durch die ehemalige UdSSR und die anderen Staaten, die sich als real-sozialistisch bezeichneten. Sie wurden als arm und rückständig dargestellt, wie es den westlichen Betrachtern auch heute noch im Falle Nord-Koreas und Kubas vermittelt wird. Dabei darf nicht vergessen werden, wer dieses Bild gezeichnet hatte.

Es sind die westlichen Medien, weitgehend private Unternehmen. Diese haben kein Interesse daran, sozialistische Entwicklungen durch objektive Berichterstattung zu unterstützen. Denn damit schaufelten sie ihr eigenes Grab. Dieses Interesse der Herrschenden hierzulande darf bei der Diskussion über den Sozialismus nicht vergessen werden. Das soll aber nicht bedeuten, dass sie durchweg unrecht hatten, nur muss man sich auch der Interessen der Berichterstatter bewusst sein.

Aber es ist an der Zeit, dass sich stattdessen die Linke einen Standpunkt nicht nur zum Sozialismus in China erarbeitet sondern generell zu der Frage: Was ist Sozialismus und wie sieht er nach dem Untergang der UdSSR aus? Denn eines wird immer deutlicher: Solange die Linke nicht zurückfindet zum Sozialismus als gemeinsamem Ziel, das alle verbindet und auf die Zukunft ausrichtet, werden Zerfall und Zerstrittenheit unter einander weitergehen.

Nur ein gemeinsames Ziel führt zu gemeinsamem Kampf. Um das gemeinsame Ziel zu erreichen, braucht man jedoch die entsprechenden Mittel der Orientierung, einen Kompass. Das ist die materialistische Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse. Ohne eine Weltsicht, die auch der Welt entspricht, führen alle Wege über kurz oder lang in die Irre.

Das bedeutet schonungslose Überprüfung all der Gewissheiten über den Sozialismus, die bisher als unumstößlich gegolten hatten. Denn offensichtlich haben in der Wirklichkeit Veränderungen stattgefunden, die in manchen sozialistischen Betonköpfen noch nicht angekommen sind. Die Welt verändert sich, auch wenn sich in den Köpfen nichts bewegt.

Rückständiger Sozialismus

Was Sozialismus ist, ist heute schwerer zu sagen denn je. Bis zum Untergang der Sowjetunion und der Öffnung Chinas für westliches Kapital schien diese Frage weitgehend klar und unstrittig zu sein: Vergesellschaftung der Produktionsmittel und Diktatur des Proletariats. Punkt. Das waren die Kriterien, die die Klassiker des Sozialismus herausgearbeitet hatten.

Aber bereits für die Urenkel war strittig, ob die UdSSR oder China als richtiger Sozialismus bezeichnet werden konnte, soweit das überhaupt bestimmt werden konnte. Weitere Verunsicherung brachte die Propaganda der Gegner des Sozialismus. Sie verwiesen immer wieder auf dessen Rückständigkeit gegenüber den führenden kapitalistischen Staaten. Dabei wurde aber nicht erwähnt, dass die meisten anderen kapitalistischen Staaten gegenüber den führenden ebenso im Rückstand waren, größtenteils sogar noch wesentlich mehr als die sozialistischen Staaten.

Diese Rückständigkeit war aber geerbt worden von der vorangegangenen bürgerlichen Gesellschaft. Sie war letztlich kein Makel des Sozialismus sondern des Kapitalismus selbst gewesen. Denn weder im alten Russland noch im vorrevolutionären China, nicht in Kuba und auch nicht in Vietnam hatte das Bürgertum seine historische Aufgabe erfüllt: Die Entwicklung der eigenen Gesellschaftsordnung mit moderner Industrie und Bankenwesen.

Das wäre Aufgabe des Bürgertums gewesen, aber dazu waren die bürgerlichen Kräfte zu schwach. Hierin liegt ihr historisches Versagen, das dann später gerade von jenen dem Sozialismus angelastet wurde, die selbst nicht in der Lage gewesen waren, diese Entwicklungsstufe zu erklimmen.

Stattdessen mussten diese gesellschaftlichen Aufgaben dann notgedrungen und unter erheblichen Opfern die kommunistischen Parteien übernehmen. Aber es blieb ihnen gar nichts anderes übrig, als unter den vorgefundenen Bedingungen – der übernommenen Rückständigkeit, den Verwüstungen der Kriege und den Wunden der Bürgerkriege – erst einmal für die Lebensgrundlagen der Menschen zu sorgen, für bescheidenen Wohlstand und den Anschluss an die Moderne.

Das jedoch war nicht die historische Aufgabe der kommunistischen Parteien. Diese bestand gerade nicht in der Vollendung der bürgerlichen Gesellschaft sondern in ihrer Überwindung. Ihre politische Bestimmung war es, die Völker aus dem Kapitalismus in den Sozialismus zu führen. Ihnen oblag der Aufbau der sozialistischen Gesellschaft mit der Unterstützung eines gesellschaftlich und fachlich breit entwickelten Proletariats, das aufgrund des eigenen Wissens und der eigenen Erfahrung aus dem kapitalistischen Produktionsprozess in der Lage gewesen wäre, die Produktion zu übernehmen und weiter zu entwickeln.

Auf ein solches Proletariat aber konnten die kommunistischen Parteien weder in Russland, noch in China, auch nicht in Kuba oder Vietnam zurückgreifen. Man musste den Sozialismus aufbauen mit den Kräften, die man vorfand. Denn es gab dazu keine Alternative, wollte man nicht die alten Verhältnisse wieder aufleben lassen, denen man doch gerade durch die Revolutionen und Befreiungskriege zu entkommen versucht hatte.

Mangelnde Kapitalbasis

Waren diese Gesellschaften schon vor den Revolutionen nur schwach entwickelt gewesen, so hatte sich diese Lage vorerst durch die inneren Auseinandersetzungen wie Bürger- oder Befreiungskriege nicht verbessert. Die Wirtschaft war schwach, der Lebensstandard niedrig, das Leben entbehrungsreich.

Hinzu kamen nun noch die Versuche der führenden kapitalistischen Staaten, die Entwicklung zurück zu drängen. Die Sowjetunion wurde umzingelt mit Militärbündnissen und -stützpunkten. Ähnliches gilt für China. Kubas Entwicklung wird seit Jahrzehnten durch Blockaden und Sanktionen, Invasions- und Umsturzversuchen behindert. Vietnam wurde durch einen dreißig Jahre dauernden Krieg versucht, „in die Steinzeit zurück zu bomben“.

All das beeinträchtigte die Entwicklung der sozialistischen Staaten. Und dennoch kamen sie allmählich und stetig voran dank der Opferbereitschaft der Bevölkerung in ihrem Kampf für eine bessere Zukunft. Ihre Entwicklung wurde aber nicht nur behindert durch die Drohungen der imperialistischen Staaten, zusätzlich erschwerte der Mangel an Kapital ihr Vorankommen. Alle sozialistischen Staaten hatten von Beginn an diesen entscheidenden Nachteil aufgrund der geringen Kapitalbasis, die sie mit der Übernahme der Macht von Adel und Bürgertum übernommen hatten.

Kapital war knapp, und der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten war ihnen versperrt. Das sah in den entwickelten kapitalistischen Staaten ganz anders aus. Hier jagte überschüssiges Kapital rund um den Globus auf der Suche nach Anlage und Rendite. Aber um die sozialistischen Staaten machte westliches Kapital verständlicherweise einen großen Bogen.

So kam nicht zusammen, was zusammen gepasst hätte, dass bis Mitte der 1970er Jahre China sich für westliche Investitionen öffnete. Der chinesischen Regierung unter Führung der kommunistischen Partei ging es darum, die eigene Wirtschaft zu entwickeln, um die rasant wachsende Bevölkerung zu ernähren. Denn Sozialismus ist nicht nur eine Idee, er ist auch eine Hoffnung auf ein besseres Leben.

Aber diese Hoffnung muss sich bestätigen, sonst verliert der Sozialismus wie jede andere gesellschaftliche Ordnung den Rückhalt in der Bevölkerung und damit seine Existenzberechtigung. Armut ist nicht erstrebenswert, wie einige Idealisten im Westen glauben, die keine Armut kennen, und sie bringt die Menschheit auch nicht voran. Armut ist für nichts gut.

Überbewertes Kapital

Wie wichtig gerade die Kapitalbasis als Voraussetzung für gesellschaftliche Entwicklung ist, zeigt in eindrucksvoller Weise gerade die Volksrepublik China. Nirgendwo hat der Zustrom von Kapital solch gewaltige Erfolge hervorgebracht wie in einer Gesellschaft, die sich als sozialistisch versteht und von einer kommunistischen Partei geführt wird. Ähnliches gilt übrigens auch für Vietnam.

Mittlerweile steht dieses China an der Schwelle der weltweiten Technologieführerschaft. Es ist nicht mehr nur die Werkbank der Welt, die von westlichem Kapital abhängig ist. Die Volksrepublik ist selbst einer der größten Kapitalgeber und fördert mit Projekten wie die Seidenstraße die weltweite Entwicklung von Infrastruktur.

Da die Entwicklung mittlerweile anders verläuft, als der Westen erhofft hatte, versucht man nicht nur Chinas wirtschaftlichen Aufstieg zu bremsen. Es geht zunehmend um politische Fragen. Wurde bisher von der westlichen Propaganda der Eindruck vermittelt, dass Sozialismus Armut bedeutet, so ist dieses Bild durch die Wirklichkeit widerlegt. Stattdessen versuchen westliche „Experten“ die Ergebnisse des chinesischen Aufschwungs umzudeuten in den Erfolg des Kapitalismus, der in China in Form von Markt und Privatinitiative Einzug gehalten hat.

Dem westlichen Medienkonsumenten soll der Eindruck vermittelt werden, dass nicht das politische Wirken der chinesischen Kommunisten und die Leistungskraft der Bevölkerung die Ursache des Reichtums sind, sondern dass „mehr Privateigentum und mehr Markt zu mehr Wohlstand für die Menschen führen werden“(1).

In typisch oberflächlicher Betrachtungsweise vieler westlicher „Experten“ singt der Autor Rainer Zitelmann das Hohelied von Kapitalismus und Privatinitiative. Dass beide eine hohe Wirkung auf die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft haben zu bestreiten, wäre realitätsfern. Aber ebenso realitätsfern ist die fehlende Wahrnehmung vieler westlicher „Experten“, dass all das nicht ohne Arbeitskraft, also ohne Arbeiter geht. Jedenfalls kommen diese in den westlichen Erklärungsversuchen nicht vor.

Aber Kapital ohne Arbeitskraft schafft keinen Mehrwert, denn es schafft weder Umsatz noch Gewinn. Kapital entfaltet seine Wirkkräfte erst, wenn es mit Arbeitskraft in Berührung kommt. Da macht auch die Privatinitiative keinen Unterschied. Auch sie ist nichts anderes als Arbeitskraft, nur dass private Unternehmer sich das Ergebnis ihrer Unternehmen privat aneignen. Das ist nicht verwerflich, aber trotzdem ist es so.

So hat auch Axel Springer, Vorzeigeunternehmer der Wirtschaftswunderjahre, nicht selbst die Druckmaschinen bedient, um seine Zeitungen zu drucken. Er hat auch nicht die Werbekunden akquiriert, die seine Blätter finanzierten. Die Zeitungen wurden nicht von ihm ausgeliefert, sondern von Hunderten von Fahrern. Vermutlich hat er nicht einmal die betriebswirtschaftlichen und redaktionellen Entscheidungen alleine getroffen. Auch dort wie in allen Bereichen seines Unternehmens wirkten bezahlte Menschen, also Nicht-Eigentümer daran mit, das Unternehmen am Laufen zu halten.

Und als Springer starb, brach da das Unternehmen zusammen? Nein, es wird weiterhin von denen am Laufen gehalten, die es seit Jahr und Tag am Laufen hielten, die Nicht-Eigentümer, die Arbeiter. Das zeigt aber, dass der private Unternehmer für das Funktionieren eines Unternehmens nicht von Bedeutung ist. Er ist nur der Kapitalgeber, der Besitzer. Aber ohne ihn funktioniert das Unternehmen trotzdem weiter, denn es ist die gesellschaftlich organisierte Arbeit aller im Betrieb Beschäftigen, die das Ergebnis bringt.

Kapital ist nicht Kapitalismus

Kapital ist zum Aufbau einer modernen Industrie unabdingbar, nicht aber der Kapitalismus. Das muss unterschieden werden. Auch China produzierte vor dem Kapitalstrom aus dem kapitalistischen Ausland und entwickelte seine Industrie und Gesellschaft. Die UdSSR hatte ihre Produktion immerhin ganz ohne westliches Kapital aufgebaut und das sogar trotz der Verwüstungen des 2. Weltkriegs und der kostentreibenden militärischen Bedrohung durch NATO und andere antikommunistische Bündnisse.

Fremdes Kapital, Kapital generell, beschleunigt die Entwicklung, die sonst aus eigener Kraft länger gedauert hätte aufgrund der übernommenen wirtschaftlichen Rückständigkeit. Aber Kapital, auch westliches Kapital, kann Arbeitskraft und menschliche Schöpferkraft nicht ersetzen. Ohne menschliche Schaffenskraft und Genialität nützt alles Kapital der Welt nichts. Das scheinen westliche Wirtschaftswissenschaftler nicht zu verstehen, aber ihr Unwissen ändert nichts an den Tatsachen.

Kapital ist wichtig für den Aufbau und die Ausweitung von Produktion. Aber deswegen sind Vorhandensein und Investition von Kapital nicht gleichzusetzen mit dem Kapitalismus selbst. Ersteres ist ein Produktionsfaktor, Kapitalismus ist ein Wirtschafts- beziehungsweise Gesellschaftssystem. Es sieht nur so aus, als hätte mit dem Zustrom von Kapital auch der Kapitalismus selbst Einzug in China gehalten. Aber dieser Schein trügt. Es ist nur Schein, nicht das Wesen der Entwicklung.

Im Falle Chinas, aber auch zunehmend in Vietnam fließt privates Kapital in den Aufbau privater Unternehmen innerhalb einer Gesellschaft, die sich als sozialistisch versteht. Das ist für viele Linke unverständlich und ein Widerspruch zur reinen Lehre. Für viele ist das gleichbedeutend mit Verrat am Sozialismus, und dementsprechend reagieren sie auch auf die Entwicklung in China. Viele bezeichnen China deshalb als Staatskapitalismus. Auch sie sehen nur den Schein, nicht das Wesentliche. Denn Kapital ist nicht gleich Kapitalismus.

Der Unterschied

Mit der Öffnung Chinas für westliches Kapital bestand natürlich die Gefahr, dass mit dem Kapital auch das Wirtschaftssystem Kapitalismus Einfluss auf Gesellschaft und Staat ausüben könnte. Das ist nicht von der Hand zu weisen und geschichtliche Erfahrungen scheinen diesen Schluss zu bestätigen.

Auch in China selbst war diese Gefahr zu Beginn der 2000er Jahre vorhanden, als die Behörden massiv gegen korrupte Unternehmer und Funktionäre vorgingen, weil aus der Verknüpfung dieser beiden Kräfte eine ernstzunehmende Gefahr entstanden war. Aber auch das muss gesehen werden: Der sozialistische Staat zerschlug diese Korruption zwischen Wirtschaft und Teilen der Bürokratie.

Wie die Geschichte des Imperialismus zeigt, begnügt sich der Kapitalismus nicht damit, Märkte zu erschließen. Marktöffnung und Markteintritt sind immer nur der erste Schritt. Wenn die auf diesem Anfangsniveau erzielten und erzielbaren Gewinne an ihre Grenzen stoßen, wachsen Drang und Forderung nach größeren Anteilen am geöffneten Markt.

Im Falle Chinas zeigt sich dieses Drängen derzeit in den Forderungen der kapitalistischen Staaten nach gleichberechtigtem Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen und der Öffnung weiterer chinesischer Märkte. Hier hat man besonders den Kapitalmarkt im Auge. Die chinesische Regierung gibt diesen Forderungen nach und nach statt.

Aber dieses Nachgeben erfolgt nicht aufgrund eigener Schwäche gegenüber imperialistischem Druck sondern nach reiflicher Überlegung und der Abwägung der Vor- und Nachteile. Es ist deutlich zu sehen, dass China die eigenen Interessen dabei nicht aus dem Auge verliert und diese höher gewichtet als die der westlichen Investoren. Denn letztlich schont es auch die staatlichen Finanzen, wenn Risiken von Privatkapital übernommen werden.

Diese Gelassenheit und Experimentierfreudigkeit hat zwei Gründe. China ist eine Welt- und Atommacht, die nicht durch militärischen Druck zur Abkehr von einer sozialistischen Entwicklung gezwungen werden kann. Zum anderen ist das Land anders als seinerzeit Chile und andere Opfer imperialistischer Putschpolitik innerlich so stabil und gefestigt, dass es keine gesellschaftlichen Kräfte gibt, die mit äußeren Feinden zusammenarbeiten und das Land von innen gefährden könnten.

Auch die untergegangene Sowjetunion hatte militärisch nicht von ihrem Sozialismus abgebracht werden können. Aber anders als sie verfügt China über den großen Vorteil einer wesentlich höher entwickelten Wirtschaft und den damit verbundenen finanziellen Ressourcen.

Die Volksrepublik ist nicht abhängig vom Kapitalmarkt sondern weltweit einer der größten Investoren und sie war zudem nie gezwungen, hohe Verteidigungslasten zu schultern. Denn im Zentrum des Kampfes der politischen Systeme stand nicht China sondern die Sowjetunion.

Vom “wahren” Sozialismus

In der Öffentlichkeit galt die UdSSR als der sozialistische Staat schlechthin und dementsprechend war auch das Bewusstsein der meisten Menschen über den Sozialismus. Selbst viele von denen, die sich als Kommunisten bezeichnen, verstanden und verstehen noch heute die Form des sowjetischen Sozialismus als den einzig wahren.

In Wirklichkeit aber handelte es sich hierbei um eine frühe Form sozialistischer Gesellschafts- und Staatsbildung. So wie der heutige Kapitalismus nicht mehr mit seinen früheren Formen wie beispielsweise dem Manchester-Kapitalismus zu vergleichen ist, sich also weiter entwickelt hat, so unterliegt auch der Sozialismus einer Weiterentwicklung.

Im Gegensatz zum ersten Versuch sozialistischer Staatsbildung, der Pariser Kommune, die im Kugelhagel der Reaktion 1871 untergegangen war, war der Sozialismus der UdSSR schon ein gewaltiger Fortschritt. Wer sich aber nur an die Erscheinungsformen des sowjetischen Sozialismus klammert, nimmt das Wesentliche in der chinesischen Entwicklung nicht wahr.

Hatte der Kapitalismus erst seine volle Wirkung mit der Dampfmaschine entfalten können, die eine gewaltige Steigerung der menschlichen Produktivkraft ermöglichte, so befindet sich China an der Schwelle einer neuen Produktivitätsexplosion. Steigerten die Erfindungen des Kapitalismus die Wirkung der Muskelkraft durch Dampfmaschine, Verbrennungs- und Elektromotoren, so entwickelt sich in China die intellektuelle Wirkkraft menschlicher Genialität.

Kein anderes Land der Welt und keine Epoche der Menschheitsgeschichte hat innerhalb so kurzer Zeit die intellektuelle Leistungskraft des Menschen in einem solchen Maße weiter entwickelt und in Lebensqualität umgesetzt wie die Volksrepublik. Das ist die Perspektive und das Wesen neuer Formen sozialistischer Gesellschaften: die Entwicklung der intellektuellen Fähigkeiten und der menschlichen Genialität.

Die Seidenstraße und andere Projekte zur weltweiten Entwicklung der Infrastruktur liefern dafür einen Ausblick, aber auch die Initiative Made in China 2025. In all diesen Projekten und Initiativen stellt sich die Stärke einer sozialistischen Gesellschaft dar, der planvolle und organisierte Aufbruch einer Gesellschaft zur Technologieführerschaft in verschiedenen Bereichen, besonders aber dem Fortschritt in der Informationstechnologie.

Das ist das gesellschaftliche Ziel, zu dem Regierung und kommunistische Partei der Volksrepublik alle Kräfte des Landes aufgerufen und wofür alle gesellschaftlichen Ressourcen eingesetzt werden sollen. Alle Produktivkräfte des Landes sind gebündelt und ausgerichtet auf die Bewältigung dieser Ziele, sie ziehen mit weitgehend vereinten Kräften an einem Strang.

Und wenn man die Fortschritte sieht bei der Verwirklichung der Seidenstraße und anderer chinesischer Projekte, besteht kaum ein Zweifel, dass das Land diese Aufgaben bewältigen wird. Zu vergleichbaren Leistungen aber ist der Kapitalismus aufgrund der unterschiedlichen Interessen seiner Akteure und der Zerrissenheit seiner Gesellschaften nicht in demselben Maße in der Lage.

Neue Machtverhältnisse

Trotz der gewaltigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritte ist Entwicklung nicht unumkehrbar, wie man über lange Zeit in der Sowjetunion und den sozialistischen Staaten dachte. Das war trügerische Sicherheit, wie die Geschichte gezeigt hat. Der frühe Sozialismus sowjetischer Prägung ist selbst nach siebzigjähriger Existenz in sich zusammengebrochen und musste dem Kapitalismus weichen.

Dagegen ist kein politisches System gefeit, und die politischen Gegner des Sozialismus im Wertewesten werden keine Gelegenheit ungenutzt lassen, die Schwächen der Volksrepublik China für die eigenen Interessen zu nutzen. Aber es besteht auch immer die Gefahr, dass die großen Kapitalbesitzer im Lande selbst sich für ihre Interessen organisieren und eine neue Klasse entstehen könnte, wenn Gesellschaft und Partei in China nicht wachsam sind.

Der Sozialismus ist eine Übergangsgesellschaft vom Kapitalismus in den Kommunismus. Das heißt, dass beide Klassen noch weiter existieren, nur mit unterschiedlicher Machtfülle. So wie der Adel auch in der bürgerlichen Gesellschaft weiter existiert hat, so gibt es auch weiterhin im Sozialismus noch Kapitalbesitzer.

In der Volksrepublik jedoch ist deren politische Macht gebrochen, wenn sie auch weiterhin für die Produktion von Bedeutung ist. Das ist entscheidend für den Charakter eines sozialistischen Staates. Er hat die Macht, das Kapital als Produktionsfaktor zuzulassen und zu nutzen, aber andererseits dessen Organisierung als Klasse zu verhindern.

Augenfälliger Ausdruck dieser Machtlosigkeit der Kapitalbesitzer ist der durch die chinesischen Behörden kurzerhand abgesagte Börsengang des chinesischen Internetgiganten Ant-Financial des Alibaba-Gründers Jack Ma. Es hätte der größte Börsengang aller Zeiten werden sollen. Die chinesische Regierung hat ihm kurzerhand die Genehmigung dazu entzogen.

Nun handelt es sich bei diesem Fall natürlich um ein starkes Beispiel für die Machtfülle des chinesischen Staates und die Ohnmacht eines chinesischen Kapitalbesitzers. Das allein aber macht nicht das Wesen eines sozialistischen Staates aus. Denn ähnliche Eingriffe des Staates in die Verfügungsrechte von Kapitalbesitzern kommen auch in kapitalistischen Staaten vor.

So hat die EZB beispielsweise den Banken in der Corona-Krise nahe gelegt, keine Dividenden auszuschütten zur Stärkung der eigenen Kapitalbasis. Die Banken halten sich daran, um etwaige weitergehende Verordnungen zu vermeiden. Während der Finanzkrise 2008/2009 wurden Banken verstaatlicht und zwangsfusioniert gegen den Willen der Eigentümer.

Das Beispiel Ant-Financial allein ist also kein Beweis für den sozialistischen Charakter des chinesischen Staates. Dieser kommt aber zum Ausdruck in einem Vorgang, der in der westlichen Öffentlichkeit nicht so bekannt geworden ist, vielleicht, weil die westlichen Medien diesem Ereignis nicht die Bedeutung beimessen, die ihm zu kommt.

Denn die chinesische Regierung hat die privaten Unternehmen des Landes gezwungen, „Parteizellen einzurichten“(2). Damit nehmen die „Parteizellen der KP Einfluss auf die Entscheidungen westlicher Konzerne“(3). Wenn auch die Arbeiter selbst die Betriebe noch nicht führen und besitzen, deren Produktion sie immerhin bereits durchführen, so üben sie dennoch bereits Kontrolle über und Einfluss auf innerbetriebliche Vorgänge aus. Diese Kontrolle und Einschränkung ihrer innerbetrieblichen Macht müssen die privaten Besitzer der Unternehmen hinnehmen, ob sie wollen oder nicht.

„Offenbar bemüht sich die Kommunistische Partei (KP) gezielt, den Einfluss der Politik auf die Privatwirtschaft auszuweiten – auch auf westliche Firmen, die im Land aktiv sind. (…) Nach chinesischem Gesetz können Unternehmen verpflichtet werden, Parteizellen einzurichten. Deren Mitglieder werden üblicherweise von den Firmen selbst bezahlt, leiten ihre Berichte aber an die Führung der Partei weiter.“(4)

Das aber gibt es in keinem kapitalistischen Betrieb, in keinem kapitalistischen Land. An der Stellung der Arbeiter im Betrieb werden die neuen Machtverhältnisse deutlich und damit auch der Charakter von Gesellschaft und Staat. Und dieser Charakter ist sozialistisch.

Quellen:

(1) Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20.10.20: Der Visionär Milton Friedman und China

(2) Spiegel vom 16.11.2017: Wirtschaft besorgt über Einfluss von KP-Zellen in westlichen Betrieben

(3) ebenda

(4) ebenda

Rüdiger Rauls Buchveröffentlichungen:

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Mirko Kuzmanovic / shutterstock

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63 Kommentare zu: “China und der Sozialismus | Von Rüdiger Rauls

  1. Schramm sagt:

    Beitrag der Privatwirtschaft zur Entwicklung Chinas

    Der Vorstandsvorsitzende der New Hope Group, Liu Yonghao:

    „Seit der Reform und Öffnung vor 40 Jahren sind zahlreiche private Betriebe erstarkt. Im laufenden Jahr sind landesweit mehr als zehn Millionen private Firmen tätig. Sie haben ihre Beiträge für das Land, die Gesellschaft, die Bevölkerung und auch für sich selbst geleistet. Zurzeit arbeiten in China 70 bis 80 Prozent, in manchen Gebieten sogar 90 Prozent, der Angestellten in privaten Unternehmen."

    Beijing Rundschau · 22.11.2018 · Quelle: Radio China International

  2. rigforred sagt:

    "Whistleblower with royal ancestry confirms that fake Chinese ballots were sent to Mississippi, Florida and North Carolina"
    naturalnews.com/2020-12-08-whistleblower-royal-ancestry-confirms-fake-chinese-ballots.html

    Ich glaube sehr wohl, dass es in China eine deep state-Fraktion gibt. So wie in jedem Land.

    Damit sind nicht die Menschen in China gemeint.

    Es geht um ein System. Dabei will ich China nicht rein schwarz oder weiß sehen.

    Wenn es im Links geht, dann herrschen Projektionen in allen Lagern vor.

    China betreibt Machtpolitik. Alles andere ist naiv.

    • Rüdiger Rauls sagt:

      Was soll denn Deep State sein? Das ist ein Begriff von Leuten, die die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht verstehen und sich dann so etwas schaffen wie die unbefleckte Empfängnis bei den Katholiken. Aber dazu können wir gerne gesondert diskutieren, wenn ernsthaftes Interesse besteht.
      Natürlich betreibt auch China Machtpolitik. Darf das nur der Westen?
      Die Chinesen sind doch nicht so naiv wie so manche Alternativlinge und Friedensverzückte in Westen. Sie wissen doch aus eigener Erfahrung und den ERfahrungen anderer Länder, dass der WErtewesten jede Möglichkeit nutzt, die Gesellschaft zu destabilisieren und das Land von außen zu bedrohen. Da wäre es doch höchst fahrläßig, davor die Augen zu verschließen und sich auf einen naiven Pazifismus und die Hoffnung zu verlassen, dass die anderen friedfertig sind, ob wohl man doch weiß, dass der Wertewesten überall Farbenrevolutionen anzettelt, Putsche unterstützt und sogar militärisch interveniert, wenn es möglich ist und sich kein Dummer findet, der wie die westlichen Rebellen in Syrien den Kopf für die Interessen des Wertewestens hinhält.

    • rigforred sagt:

      Ich stelle mir das so vor, dass es einen gobal operierenden Apparat gibt, lange gewachsen. Sie stören sich an deep state?
      Wie wollen wir das nennen? Monopolisten?

      Diese Krake hat zu fast allen Zeit in allen Ländern und Systemen einen Fuß in der Türe gehabt. Ok, das ist zu blumig.

      Welche Revolution war denn schon vom Volk?

      Und so sehe ich 1789, 1917, 1989.

      Für die Systeme stellt es sich für mich ähnlich dar.

      Die ominösen Herren der Welt spielen doch Menschenzoo mit uns. Das Experiment 1917 ist ein Paradebeispiel dafür.
      Es geht um Zentralisierung, Monopolisierung, Steuerung. Macht.

      Ein Staatssozialismus ist ein Experiment der absoluten Machtkonzentration. Da ist die preussische Verfassung von 1850 oder so noch freizügiger, denn dort wurde z. B. der bürgerliche Tod ausgeschlossen.

      China ist eben das moderne Spielfeld. Mal sehen wie man Parteiherrschaft und Welthandel hinmurkst. Muss ja immer nur ein paar Jahrzehnte halten.

      Menschen werden auch im Iran oder Russland nich wirklich gefragt. Wo gibt es eine kommunale und subsidiäre Selbstverwaltung?

      Mein Ideal?

      Was bei und von den Menschen entschieden werden kann, das muss auch dort bleiben.
      Wo ist Möglichkeit oder Kompetenz fehlt, KANN es nach oben delegiert werden. Oder privatisiert werden.

      Diese Entscheidug MUSS lokal, kommunal getroffen werden INKL. Revidierbarkeit.

      Ich habe in meinem Leben noch keinen "Vertrag" mit der GEZ, dem Finanzamt oder der Firma BRD geschlossen.

      Und das gilt für Chinesen, Russen, Amerikaner wohl identisch.

      Das nennen ich fehlende Souveränität.

      Dieser Zustand hängt an einem ominösen deep state, in jedem Land. Eine chin. Fraktion pusht eben zur Zeit Biden. Nicht, um Chinesen zu helfen, sondern um sich und ihre Globalstruktur zu stützen.

      Da haben Faschisten und Kommunisten immer dazu gehört!

      Geben wir Macht an Menschen zurück, dann verreckt sofort jeder Ismus.

      Deshalb bin ich Antikommunist, weil mit diesem Ismus nur eine Gülle neu verrührt werden soll.

  3. severin sagt:

    <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/diderot/' rel='nofollow'>@Diderot</a>: Genau das würde dir gefallen, alle die nicht deine Meinung haben kommen mit Zwangsjacke in die Psychiatrie. Hitler, Stalin und Mao Zedong lassen grüßen.
    @Rüdiger Rauls: Wenn Ihnen das chinesische System so gut gefällt, warum leben Sie dann nicht in China? Mir geht es nicht um das Privileg in China Xi beleidigen zu dürfen oder den Chinesen vorschreiben zu können wie sie zu leben haben. Sondern darum, dass Sie hier auf KenFM systemkritische Artikel veröffentlichen für die Sie in China zweifellos im Knast landen würden. Es gibt in Deutschland gute und schlechte Seiten und so ist es in China auch. Der Unterschied auf den ich Sie hinweisen wollte ist jedoch, dass man in Deutschland offen drüber reden kann und in China nicht. Schade wenn youtube Videos von KenFM usw. löscht, aber immerhin ist Herr Jebsen dafür nicht zehn Jahre eingefahren. Ich habe kein Mitleid mit einem Rauls der leider nicht in Peking Xi kritisieren darf sondern Mitleid mit tausenden bis hunderttausenden Chinesen, die weil sie schlicht nur ihre eigene Meinung offen ausgesprochen haben im Knast sitzen. KenFM war für mich immer ein Portal, dass für Bürgerrechte und gegen totalitäre Regierungen gestanden hat. Zusammen mit Reiner Rupp scheinen aber Sie eher die Schiene zu fahren, ein totalitäres System ist schon okay, solange es so richtig totalitär ist und einen roten Anstrich hat.
    <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/wildenfelser/' rel='nofollow'>@Wildenfelser</a>: Ganz genau, alle Regierungskritiker in China sind von der CIA, ist klar. Kannst Du dir nicht vorstellen, dass es auch Chinesen gibt, die gerne das eigene Herrschaftssystem kritisieren würden? Sind nicht alle in den großen Bruder verliebt 😉

    • Rüdiger Rauls sagt:

      <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/severin/' rel='nofollow'>@Severin</a>, es tut mir leid, aber ich kann diesen Quatsch einfach nicht mehr hören: dann geh doch dahin oder dorthin oder in den Osten oder gar ins Gas. SIE haben das Problem mit den Andersdenkenden, nicht die Chinesen, denen Sie es unterstellen. Warum sollte ich nach China gehen? Ich kann die Sprache nicht, kennen dort kein SChwein, habe dort keine Wohnung, keine Arbeit. Warum also in Dreitruefelsnamen sollte ich dort hinziehen? Nur weil SIE es nicht ertragen können, dass jemand das Land anders sieht als SIE? Übrigens: auch hier ist Beleidigung strafbar, nicht nur in China.
      Sie sagen doch selbst, dass es auch in Dtld Grenzen für die Meinungsfreiheit gibt, bringen das Beispiel von youtube und Jebsen. Auch hier herrscht Zensur. Es sind die sozialen Medien selbst, die Zensur ausüben. Sie machen das nicht, weil sie selbst darauf so scharf wären. Schließlich schadet das dem eigenen Ansehen und vllt sogar dem Geschäft. Nein, es sind die Gesetze, die sie dazu zwingen. Herzulande wird der Staat selbst nicht mehr aktiv. Der macht sich die Hände nicht schmutzig mit der Zensur. Er lässt die Drecksarbeit andere machen und steht mir sauberer WEste da. Zensur? hier? Nie und nimmer! Hier herrscht Meinungfreiheit! Wir sind ein Rechtsstaat! Aber hallo! Da ist alles rechtlich geregelt, selbst die Zensur.
      Und woher wissen SIE denn das mit den zehn Jahren Knast dafür, dass man seine Meinung in China äußert? Haben Sie das selbst erlebt oder haben Sie das aus unseren Medien? Ich habe meine Informationen über die FAZ und ich kann ihnen sagen, die sind keineswegs chinafreundlich. Im Gegenteil. Aber selbst da ist nie die Rede von "Tausenden bis Hunderttausenden Chinesen, die weil sie schlicht nur ihre eigene Meinung offen ausgesprochen haben im Knast sitzen". Da bringen Sie mal die Artikel, wo das geschrieben steht.

    • severin sagt:

      Und ich kann den Quatsch nicht mehr ertragen, dass wir in einem der Länder leben in dem man die größten persönlichen Freiheiten, inklusive Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und Rechtssicherheit besitzt und dann auf alternativen Portalen wie KenFM das "chinesische Modell" hochgehoben wird. Ich sage nicht Meinungsfreiheit ist hier perfekt, ich sage nicht Pressefreiheit ist perfekt oder gar Rechtssicherheit. Das hat alles stark gelitten in den letzten Jahrzehnten. Nach dem Corona-Putsch überlege ich auch fast täglich wohin ich auswandern könnte. Das Problem daran ist aber, von allen entwickelten Ländern mit guter Infrastruktur und starker Wirtschaft ist Deutschland vielleicht nicht Platz 1 in Punkto Freiheit aber definitiv in den Top 20 von knapp 200. Es ist alles zusammen noch Welten besser als in China. Auf was ich mich dabei bezieh? Auf unter anderem so etwas:
      https://www.youtube.com/watch?v=rbTXb6bEMfI
      Es handelt sich dabei um einen "Verhörstuhl". Und um Ihnen die Übersetzung aus Neusprech auf Deutsch zu geben: Folterstuhl. Der Mann wird auf dem Folterstuhl fixiert und "verhört" weil er auf WeChat ein negatives Kommentar über die Verkehrspolizei gepostet hat. Und genau darum geht's mir mit dem Gedankenexperiment und "ziehen Sie doch nach China". Sie kritisieren hier aufs heftigste das westliche System, was ich gut verstehen kann und selbst auch dahinter bin. Aber dann im gleichen Artikel heben Sie das "chinesische Modell" hoch, ein totalitäres Gesellschaftssystem, in dem ein einfacher Mann wegen einfachster Kritik an der Verkehrspolizei auf Social Media peinlich verhört wird? Das ist Sozialismus in seiner Reinform. So ist jeder *ismus in seiner Reinform. Kapitalismus Faschismus Kommunismus Sozialismus Nationalsozialismus. Alles geistiger Sondermüll. Unterdrückung des Volkes durch eine herrschende Klasse, nur jeweils in einer anderen Farbe oder Geschmacksrichtung. Glauben Sie ernsthaft das Verhör auf dem Folterstuhl wegen WeChat-Kommentaren sind alles was in China so abgeht?
      Und es ist auch nicht nur die Meinungsfreiheit sondern auch persönliche Freiheiten. In Europa/USA ist man teilweise schon so weit, dass Kiffer nicht mehr wie Schwerkriminelle behandelt werden bzw. es hat sich zumindest gebessert. In China kommt man für eine Hand voll Gras zig Jahre ins Gefängnis und hat noch Glück wenn man nicht hingerichtet wird. Mag sein für Sie ist Kiffen in der Schmuddelecke aber es mag Leute geben die gerne mal einen durchziehen anstatt sich zu besaufen und schon alleine der Umgang mit weichen Drogen wie z.B. Cannabis ist in China einer der vielen Beweise für den grenzenlosen Totalitarismus. Starten Sie doch mal 'ne Umfrage auf KenFM wer ab und zu mal gerne einen durchzieht und was man so davon halten würde 5-10 Jahre für ein Grämmchen in Bau zu wandern wie in Ihrem Muster-Sozialismus-Staat China.
      Bevor Sie jetzt auf einer theoretisch ideologischen Ebene argumentieren, Konsum von Cannabis oder einen systemkritischen Kommentar auf Social Media zu posten seien Belanglosigkeiten und Scheinfreiheiten: Für mich gehört es zu den wichtigsten Dingen überhaupt, dass ich frei meine Meinung sagen kann OHNE von der Polizei abgeholt zu werden und über mein Körper selbst entscheiden kann. Deshalb war ich auf den Querdenker-Demos in Stuttgart und Berlin, weil ich kein Bock hab auf Meinungszensur und Zwangsspritzen. Dann lese ich hier auf meinem Lieblings-Portal KenFM und auf einmal trifft mich der Schlag, das Zwangsmodell China wird hier propagiert. Mein Bruder ist gerade geschäftlich in Singapur. Da geht gar nichts ohne Überwachungs/Tracking-App von der Regierung. Man kommt weder in Supermärkte, Fitnessstudio, Restaurants… In China ist es noch schlimmer, da kann man ohne App-Freigabe teilweise nicht mal seine Provinz verlassen. Alles zur Gesundheit der Bevölkerung versteht sich. Fragen Sie doch mal den Wolff was er so vom chinesischen Modell hält. Er spricht die Sprache, kennt die Kultur und ist dort aufgewachsen. Er hat schon in ein paar Interviews klar gemacht, dass er bei aller Kritik am Westen keine Lust hätte in China zu leben.

      P.S.: Löschung von KenFM auf youtube ist eine falsche Nummer und wegen Monopolstellung meiner Meinung nach auch rechtlich nicht akzeptabel. Aber vergleicht man einmal die Situtationen: Der Besitzer von einem privaten Server löscht einen Beitrag. Oder der Staat nimmt einen privaten Server wie z.B. von kenfm.de vom Netz und die Verantwortlichen kommen ins Gefängnis. Ist ein kleiner Unterschied ob man sich über Meinungsfreiheit in Deutschland oder China beschwert, nicht wahr?

  4. Alcedo sagt:

    Eine sehr wichtige Frage, wie kann die (sozialistische) Gesellschaft der Zukunft aussehen?
    Hat jemand Interesse, sich dazu mal zu treffen? Ich weiß, es lässt sich alles online erledigen, aber ich bin in gewisser Weise altmodisch und brauche das auch schon für die Motivation zum Lesen. Level: Hobbysucher

    (Vielleicht Literaturliste abstimmen und nach dem Jahresbeginn zum Picknick treffen? Das wäre zumindest Corona-Zustands-Unabhängig und je nach verfügbarer Zeit auch noch tauglich für kleine Referate zum aktuellen Stand. Komfortableres natürlich immer gern, im Moment aber unzuverlässig. Weiterführung dann auch online 201209post eo)

    • Diderot sagt:

      @ Alcedo
      Das, was jeder ernsthaft Interessierte unternehmen kann um sich über die von Ihnen aufgeworfenen Fragen mit anderen auszutauschen, in den Diskurs zu treten, ist, sich an eine kommunistische Partei z.B. – DKP – zu wenden. Gibt es in jeder größeren Stadt. Kleinstgruppen auch in kleineren Städten. Kommunisten, die bereit zur Diskussion sind finden Sie auch im Internet. Es sei denn es bestehen Vorbehalte Ihrerseits und Sie sind eher gewissen Sekten, Esoterikern und anderen, die sich als "Links" bezeichnen, zugeneigt. Das entnehme ich nämlich Ihrem Vorschlag: "Vielleicht mal Picknick, oder so." Von sog. Sozialisten, die beim Picknick kurz mal die Probleme der Weltbevölkerung diskutieren, um dann festzustellen, dass in der ehemaligen Sowjetunion, in der DDR, oder in China, eigentlich alles nur Schei… war, und jetzt zwingend ein ganz anderer Weg gefunden werden muss, davon, sorry, halte ich mehr als wenig. Bin halt ein Betonkopf, nichts für ungut.

    • Alcedo sagt:

      Diderot, guter Hinweis. Kommunist scheint mir halt maximal utopisch zu sein.

    • insolenz sagt:

      Könnte man nicht auf Kenfm so eine Diskussion zur Klärung durchführen?

      Hier gibt es doch genig Linke, die daran ein Interesse haben könnten.

      Wäre auch mal schön zu wissen, was hier unter links verstanden wird. Das ist doch alles diffus.

      Jeder duckt sich hinter einem anderen Begriffsverständnis weg, wenn es mal Kritik gibt.

      Ich bin jetzt wirklich kein Linker, aber mich würde mal interessieren, was Sozialisten, was Kommunisten wollen und was die, die halt mal so ein wenig links sind.

      Ich verstehe das bis heute nicht, wer welchem Lager angehört.

    • Diderot sagt:

      <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/alcedo/' rel='nofollow'>@Alcedo</a>
      wenn Ihnen kommunistisch zu – wie Sie schreiben – maximal (was immer das auch bedeutet) utopisch erscheint, was wollen Sie dann über Sozialismus diskutieren. Das der Sozialismus nichts anderes als die Vorstufe zum Kommunismus ist – wie auch schon die Klassiker, – ich geh` davon aus, dass Ihnen die Namen geläufig sind – in all` ihren Werken klar zum Ausdruck bringen, ist Ihnen hoffentlich bekannt. Sie können nicht einfach so historisch bedingte Gesellschaftsformationen überspringen, denn im Sozialismus gibt es noch "Klassen". Der Übergang zum Kommunismus ist ein Marathon, kein Sprint., denn die Menschen sind weiterhin mit den Makeln der kapitalistischen Bewusstseinsindustrie – Medien im weitesten Sinne – behaftet. Das aufzulösen, zu verändern, geht nicht von heut auf morgen. Schon gar nicht, wenn, wie zur Zeit, die kapitalistischen Staaten und deren Politiker und deren Kapital alles versuchen – bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen, den Aufbau eines anderen Systems, ohne Ausbeutung, zu torpedieren.
      Bleiben Sie kritisch, bleiben Sie auf der Suche und vor allen Dingen, bleiben Sie gesund. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie schöne und friedliche Weihnacht.

    • Alcedo sagt:

      @ Diderot Was Sie schreiben war gemeint. Um eine kommunistische Gesellschaft als Variante derzeit anzubieten ist keine Basis vorhanden, Vorurteile (und auch Hirnwäsche) sitzen viel zu tief, mmn braucht es ein Hin-Wachsen. Zumindest so weit als möglich, natürlich braucht es auch geänderte Regeln.
      Danke für die guten Wünsche. Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich auch eine erbauliche und friedliche Zeit zwischen den Jahren.

    • Alcedo sagt:

      @ insolenz Das kann man, ich nicht, mit unfertigen Gedanken kein Vortrag.
      Zur Verwirrung trägt sicher auch die bewußte Falschverwendung der Begriffe bei.

    • rigforred sagt:

      youtube.com/watch?v=ZNgut5Qj_1A

      Hier versuchen zwei Männer zu verständigen.

      Links. Rechts.

      Staat – Nation – Kapital.

      Und was machen wir JETZT? Nicht in Utopia!

    • Alcedo sagt:

      adresse nicht mehr aktiv. falls es ankommt, ist das irgendwo anders.

  5. Rüdiger Rauls sagt:

    Schramm sagt:
    8. Dezember 2020 at 18:13

    Was wollen Sie denn aussagen mit dieser ellenlangen Aufzählung? Es scheint sich mittlerweile einzubürgern, dass alle möglichen Fakten aufgezählt werden, ohne dass erklärt wird, was man denn damit deutlich machen will. Fakten alleine sind ohne Gewicht. Man muss sie auch deuten können, d.h. in einen Zusammenhang stellen. Das geht aus Ihrer Litanei nicht hervor.

    • Schramm sagt:

      Karl Marx und Friedrich Engels im „Manifest der Kommunistischen Partei“ zum konservativen oder Bourgeoissozialismus:

      „Seinen entsprechenden Ausdruck erreicht der Bourgeoissozialismus erst da, wo er zur bloßen rednerischen Figur wird.

      Freier Handel! im Interesse der arbeitenden Klasse; Schutzzölle! im Interesse der arbeitenden Klasse; Zellengefängnisse! im Interesse der arbeitenden Klasse: das ist das letzte, das einzige ernst gemeinte Wort des Bourgeoissozialismus.

      Der Sozialismus der Bourgeoisie besteht eben in der Behauptung, dass die Bourgeois Bourgeois sind – im Interesse der arbeitenden Klasse.“ *

      * Ein Auszug, vgl.: Marx/Engels: Manifest der Kommunistischen Partei. Dietz Verlag Berlin 1970.
      Das „Manifest“ verfassten Karl Marx und Friedrich Engels im Dezember 1847 und Januar 1848.

    • Schramm sagt:

      Die Diskussion um den Klassencharakter der VR China: Ausdruck der weltanschaulichen Krise der kommunistischen Weltbewegung.

      Von Thanasis Spanidis

      »Von einem kommunistischen Programm kann jenseits staatsoffizieller Phrasen schwerlich die Rede sein, wie die forcierte Durchsetzung kapitalistischer Verhältnisse im ganzen Land zeigt. Die Behauptung, es handle sich dabei um eine vorübergehende Zwischenphase ist nicht nur unbewiesen bzw. sie wäre erst im Nachhinein durch den Sieg des Kommunismus beweisbar, sondern auch theoretisch überaus schlecht begründet und zweifelhaft. Das umgesetzte Programm der KPCh führt zu einer tiefgreifenden Transformation der ganzen Gesellschaft, der Wirtschaftsstrukturen und Staatsapparate hin zu bürgerlichen Verhältnissen, unbeschadet dessen, dass man sich bemüht, den roten Anstrich zu erhalten.«

      Lesen: Die Diskussion um den Klassencharakter der VR China: Ausdruck der weltanschaulichen Krise der kommunistischen Weltbewegung | Kommunistische Organisation
      – – –
      Die antikommunistische und bourgeoissozialistische Konvergenzpartei Chinas in Zahlen
      Eine Zusammenfassung:

      Die Kommunistische Partei Chinas in Zahlen (2019)

      Quelle: Beijing Rundschau · 08.07.2020

      Gesamtzahl der Parteimitglieder: 91,9 Millionen

      Organisationen der Partei: 4,68 Millionen

      Basisparteikomitees: 249 000
      Parteihauptzellen: 305 000
      Parteizellen: 4,14 Millionen

      Geschlecht, Nationalität und Bildung der Parteimitglieder

      weibliche Parteimitglieder: 25,6 Mio. (27,9 %)
      Parteimitglieder aus nationalen Minderheiten: 6,8 Mio. (7,4 %)
      Parteimitglieder mit Fachhochschulausbildung oder höher: 46,6 Mio. (50,7 %)

      Alter der Parteimitglieder

      unter 30 Jahren: 12,3 Mio.
      31-35: 9,9 Mio.
      36-40: 8,8 Mio.
      41-45: 8,6 Mio.
      46-50: 9,4 Mio.
      51-55: 8,8 Mio.
      56-60: 7,5 Mio.
      über 61 Jahren: 26,6 Mio.

      Berufe der Parteimitglieder

      Bauern, Hirten und Fischer: 25,6 Mio.

      Rentner: 18,7 Mio.

      Techniker in Unternehmen, Institutionen und gemeinnützigen Organisationen: 14,4 Mio.

      Administratives Personal in Unternehmen, Insitutuinen und gemeinnützigen Organisationen: 10,1 Mio.

      Beamte: 7,7 Mio.

      Sonstige Berufe: 7,1 Mio.

      Arbeiter: 6,4 Mio., ca. 7 % der Parteimitglieder [6,964 %]

      Schüler & Studenten: 1,96 Mio.

      (Quelle: Organisationsabteilung des ZK der KPCh)
      – – –

    • Rüdiger Rauls sagt:

      Das Ausspucken von Zitaten ist doch keine Aussage oder ERklärung. Was wollen Sie denn sagen? Was ist denn an dieser Frage so schwer zu verstehen? Kein Wunder, dass die meisten dieser Zitate- und Faktenausspucker die Welt nicht verstehen, wenn sie mit den einfachsten Frage nichts anfangen können.Und daswird auch nicht besser, wenn man auf die Litanei eine Kurzfassung folgen lässt. Noch mal als ernst gemeintes Interesse: Was wollen Sie ausagen? Oder stellen Sie doch wenigsten ne Frage, auf die man antworten kann, anstatt hier unentwegt Textbausteine abzusondern.

  6. Diderot sagt:

    Vielleicht bin ich einer von diesen sozialistischen Betonköpfen von denen Rauls spricht. Vielleicht, denn der chinesische Weg zum Sozialismus kommt mir vor wie der sprichwörtliche Tanz auf der Rasierklinge. Trotzdem verfolge ich diesen Weg mit sehr großer Sympathie. Die kommunistische Partei – so hat es den Anschein – hat alles im Griff und wird jeden Versuch, ob von außen oder innen, sie vom sozialistischen Weg abzubringen, mit entsprechender Härte kontern. Und das ist gut so.
    Der ökonomische Krieg gegen China – angezettelt von der größten imperialistischen Macht USA unter gewisser Mithilfe der EU – wird, wenn überhaupt, Chinas Weg zeitlich etwas zurückwerfen. Mehr aber auch nicht. Auf dem militärischen Gebiet ist China, nach einer militärischen Kooperation mit Russland – die immer weiter ausgebaut wird – überhaupt nicht mehr zu schlagen. Jeder vernünftige Militär innerhalb der USA und der Nato ist sich absolut darüber im Klaren, das ein Erstschlag gegen China/Russland die Selbstauslöschung zur Folge hätte. Deutschlands "Großkotzgebaren" würde innerhalb weniger Minuten zur völligen Auslöschung der Bundesrepublik führen. So äußerte sich der russische Verteidigungsminister, der deutlich machte, das ein Verteidigungsbündnis mit China absoluten Bestand hat.
    Also…..der Artikel von Rauls ist aus meiner Sicht eine sehr gute Analyse des heutigen chinesischen Systems. Eventuell hätte ich noch das ein oder andere konkretisiert, aber alles in allem zeigt er deutlich die Unterschiede zwischen sozialistischem Weg – mehr ist es ja noch nicht…"wir sind noch Entwicklungsland und wollen am hundertsten Jahrestag unserer Staatsgründung 2049 aus dem Schatten eines Schwellenlandes heraustreten (KPChinas)" – und dem kapitalistischem.
    Zu guter Letzt sei all denen, die sich negativ äußern, zugerufen:
    "Was juckt es die Eiche, wenn sich irgendwelche Wildschweine an ihr schaben." Die Chinesen werden ihren Weg weitergehen, ob es euch passt oder nicht. Und das ist – global gesehen – für den Frieden auf diesem Planeten von unschätzbaren Wert.
    Auf "Corona" und die Verhaltensweisen in den kapitalistischen Staaten – einschließlich Impfung – und den Herangehensweisen an die Pandemie in den sozialistischen Staaten (China) gehe ich aus Zeitgründen nicht ein. Sollte sich jeder Interessierte ein eigenes Bild machen.

    • Rüdiger Rauls sagt:

      Diderot

      Wenn alle sozialistischen Betonköpfe (gemeint sind eigentlich diese rechthaberischen Dogmatiker, die sich heute noch streiten über Revolutionen, die hundert Jahre zurück liegen) so reflektiert wären wie Sie, sähe es um den Sozialismus besser aus. Ich teile Ihre Sichtweise besonders was die Eiche und die Wildscheine betrifft und ebenso den Frieden auf der Welt.
      Zum Umgang Chinas mit der Pandemie weise ich auf die Beiträge auf meine Blog hin, die teilweise auch hier erschienen sind.
      https://ruedigerraulsblog.wordpress.com/category/corona/

    • Diderot sagt:

      Danke für den Hinweis auf "https://ruedigerraulsblog.wordpress.com/category/corona/". Kannte ich nicht und habe es bisher nur kurz überflogen. Muss mich noch einarbeiten, aber allein der Autor "Andreas Wehr" spricht aus meiner Sicht für Information die mann/frau nicht "links" liegen lassen sollte. Sorry, kleiner Scherz.

    • Schramm sagt:

      „Der ökonomische Krieg gegen China“

      Aufklärung über die Wirklichkeit hilft.

      Die internationale Weltwirtschaft in China.
      Das internationale Kapital für China.
      China gilt als „sicherer Hafen“ für Investoren.

      Das Handelsministerium der Volksrepublik China:
      Ausländische Direktinvestitionen im Jahr 2018

      »Statistiken zufolge wurden 60 533 Unternehmen mit ausländischen Investitionen im Jahr 2018 neu genehmigt zu gründen, was einem Zuwachs von 69,8 Prozent entsprach. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals ist um 3 Prozent auf 134,97 Mrd. USD gestiegen. Umgerechnet in RMB betrug das Volumen 885,61 Mrd. Yuan RMB mit einem Anstieg von 0,9 Prozent.

      Im Dezember 2018 wurden 5 830 neue Unternehmen mit Auslandskapital gegründet, was einer Zunahme von 20,5 Prozent entsprach. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 13,71 Mrd. USD mit einem Anstieg von 23,2 Prozent. Umgerechnet in RMB betrug das Volumen des real genutzten Auslandskapitals 92,34 Mrd. Yuan RMB mit einem Zuwachs von 24,9 Prozent.
      Im Dezember haben ASEAN 185 neue Unternehmen in China gegründet und diese Anzahl ist um 65,2 Prozent zugewachsen. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 500 Mio. USD mit einem Rückgang von 7 Prozent. Die 28 EU-Länder haben in China 291 neue Unternehmen gegründet und diese Anzahl ist um 75,3 Prozent gestiegen. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 1,21 Mrd. USD mit einem Zuwachs von 135,4 Prozent. Die Länder entlang der Seidenstraße haben in China 534 neue Unternehmen gegründet und diese Zahl ist um 62,8 Prozent zugewachsen. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 520 Mio. USD mit einem Rückgang von 6,2 Prozent. 1 890 neue Unternehmen mit Auslandskapital wurden im Yangtse-Wirtschaftsgürtel gegründet. Diese Zahl ist um 56,7 Prozent gestiegen. Das Volumen der real genutzten ausländischen Investitionen betrug 6,75 Mrd. USD mit einem Rückgang von 4,6 Prozent.

      Im Jahr 2018 haben ASEAN-Staaten 1 735 neue Unternehmen in China gegründet und diese Anzahl ist um 34,8 Prozent gestiegen. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 6,07 Mrd. USD mit einem Anstieg von 16,5 Prozent.

      Die 28 EU-Staaten haben in China 2 499 neue Unternehmen gegründet, was einem Anstieg von 33,4 Prozent entsprach. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 11,86 Mrd. USD mit einem Zuwachs von 35 Prozent.

      Die Länder entlang der Seidenstraße haben in China 4 479 neue Unternehmen gegründet und diese Anzahl ist um 16,1 Prozent gestiegen. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 6,45 Mrd. USD mit einer Zunahme von 16 Prozent. 15 271 neue Unternehmen mit Auslandskapital wurden im Yangtse-Wirtschaftsgürtel gegründet, was einem Anstieg von 21,8 Prozent entsprach. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 65,18 Mrd. USD mit einem Zuwachs von 9,5 Prozent.

      Das Volumen der Investitionen aus den ersten 10 Ländern und Regionen, die am meisten in China investierten (nach dem Volumen des real genutzten Kapitals), betrug 128,46 Mrd. USD, was einen Anteil von 95,2 Prozent in dem gesamten Volumen der ausländischen Investitionen ausmachte. Das Volumen ist um 3,1 Prozent gestiegen. Die ersten 10 Länder und Regionen, die am meisten in China investierten(nach dem Volumen des real genutzten Kapitals), waren: Hongkong(96,01 Mrd. USD), Singapur(5,34 Mrd. USD), die Provinz Taiwan (5,03 Mrd. USD), Südkorea(4,67 Mrd. USD), Großbritannien(3,89 Mrd. USD), Japan(3,81 Mrd. USD), Deutschland(3,68 Mrd. USD), die USA(3,45 Mrd. USD), die Niederlande(1,29 Mrd. USD) und Macau(1,29 Mrd. USD).

      639 Unternehmen mit Auslandskapital wurden in Bereichen Landwirtschaft, Forstwesen, Viehzucht und Fischerei gegründet, was einem Zuwachs von10,4 Prozent entsprach. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 0,71 Mrd. USD mit einem Rückgang von 10 Prozent. 6 152 Unternehmen mit Auslandskapital wurden in der Herstellungsindustrie gegründet, was einem Zuwachs von 23,4 Prozent entsprach. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 41,17 Mrd. USD mit einer Zunahme von 22,9 Prozent. 53 696 Unternehmen mit Auslandskapital wurden im Dienstleistungssektor neu gegründet, was einem Anstieg von 78,6 Prozent entsprach. Das Volumen des real genutzten Auslandskapitals betrug 91,85 Mrd. USD mit einem Rückgang von 3,8 Prozent.«
      MOFCOM am 21.01.2019
      Vgl. Ausländische Direktinvestitionen im Jahr 2018Statistics (mofcom.gov.cn)

      Chinas Massenbewusstsein wird auf Luxus getrimmt.

      Chinas reichste Personen erleben größten Wohlstandszuwachs.

      CIIC · 22.10.2020

      »Chinas reichste Personen verzeichneten dank einer widerstandsfähigen, sich verändernden Wirtschaft und eines boomenden Aktienmarktes, der durch neue Wachstumsdynamiken gestützt wurde, den größten Wohlstandszuwachs seit 22 Jahren, wie die am Dienstag veröffentlichte neueste Hurun-Liste der reichsten Personen in China zeigt.

      Die Gruppe mit einem Vermögen von über 2 Milliarden Yuan (253 Millionen Euro) hatte nach Berechnungen vom 28. August insgesamt 1,5 Billionen US-Dollar hinzubekommen. Dies entspricht der Hälfte des jährlichen BIP des Vereinigten Königreichs und führte zu einem Vermögen dieser Gruppe von insgesamt 4 Billionen US-Dollar. Das ist mehr als das BIP Deutschlands, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

      Aus der Hurun-Liste der reichsten Personen in China geht hervor, dass in diesem Jahr mehr Wohlstand als in den vergangenen fünf Jahren zusammen besteht, was darauf hindeutet, dass sich die Struktur der Wirtschaft weiterentwickelt hat, indem der Fokus von traditionellen Sektoren wie dem verarbeitenden Gewerbe und Immobilien zur New Economy übergegangen ist, meint Rupert Hoogewerf, Vorsitzender und Chefforscher des Hurun-Berichts. Während die ersten beiden Monate der COVID-19-Pandemie enorme Mengen an Vermögen auslöschten, schafften es 2.398 Milliardäre auf die Liste, nachdem sich eine V-förmige Erholung eingestellt hatte, in der die Wirtschaft in den darauffolgenden zwei Monaten schnell wieder aufholte und, seit Juni, ein Rekord-Wohlstandsboom erfolgte, der von der Internetwirtschaft getragen wurde.

      Die Hälfte der auf der Liste aufgeführten Personen lebt in sechs großen Städten – Beijing, Shenzhen, Shanghai, Hangzhou, Guangzhou und Suzhou. Die Liste der Superreichen in Shenzhen wuchs am schnellsten, wo 84 Personen zu insgesamt 275 hinzukamen. Die Zahl derjenigen mit einem persönlichen Vermögen von einer Milliarde US-Dollar stieg von den 621 im Vorjahr auf 878. Das Gesundheitswesen überholte die Immobilienbranche und wurde mit 10,9 Prozent die Branche, aus der die zweitmeisten Vermögenden kamen. Das verarbeitende Gewerbe lag mit 23,8 Prozent an erster Stelle, während die Immobilienbranche mit 10,6 Prozent von zuvor 14,8 Prozent auf den dritten Platz abrutschte. Dies war der größte Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1999.

      Jiang Rensheng, 67, Vorsitzender und Geschäftsführer von Zhifei, einem in Chongqing ansässigen Hersteller von Grippe- und Meningitis-Impfstoffen, verzeichnete nahezu eine Verdreifachung seines Vermögens auf 19,9 Milliarden US-Dollar, nachdem Chinas Arzneimittelbehörde bekannt gegeben hatte, dass sie klinische Tests eines COVID-19-Impfstoffs am Menschen genehmigt hatte. E-Commerce zeichnete sich auch als Branche aus, in der viele der Vermögenden tätig sind. Jack Ma, Mitbegründer der Alibaba Group, hatte 58,5 Milliarden US-Dollar und war damit insgesamt zum vierten Mal und davon zum dritten Mal in Folge der reichste Mensch in China. Ihm folgte der Vorsitzende von Tencent, Pony Ma, der während der Pandemie von einem wachsenden Anteil des Online-Gaming- und Digitalgeschäfts profitierte. Zu den aufstrebenden Stars gehört Wang Xing, Leiter des Lebensmittel-Lieferservices Meituan Dianping, dessen Vermögen sich auf 52 Milliarden US-Dollar vervierfachte. Huang Zheng, Chef der E-Commerce-Plattform Pinduoduo, und Liu Qiangdong, Leiter des Online-Einzelhändlers JD, verzeichneten in diesem Jahr, in dem die Rolle des Online-zu-Offline-Shoppings an Bedeutung gewonnen hat, ein erhebliches Vermögenswachstum.« –
      Vgl. http://german.china.org.cn/txt/2020-10/22/content_76832485.htm

      Bill Gates erhält höchste technische Auszeichnung Chinas
      Beijing Rundschau am 28.11.2017 · Quelle: German.people.cn

      »Der US-Milliardär Bill Gates wurde in die Chinesische Akademie für Ingenieurswissenschaften gewählt. Die Aufnahme in die Akademie gilt als Chinas höchste Auszeichnung im Ingenieurwesen.

      Der 62-jährige Microsoft-Mitbegründer ist eines von 18 neuen ausländischen Mitgliedern, gab die Akademie am Montag bekannt. Er ist das einzige Mitglied, das nicht an einer Universität oder einem Forschungsinstitut tätig ist.

      Gates wurde für seine Arbeit an Terrapower, einer Firma zur Entwicklung von Kernreaktoren, nominiert, die mit seiner Hilfe im Jahr 2008 gegründet wurde.

      Ende 2015 unterzeichnete das Unternehmen einen Vertrag mit der China National Nuclear Corporation über den Bau einer Reaktoreinheit in der Provinz Fujian. Das Projekt soll nächstes Jahr beginnen und 2025 abgeschlossen sein.

      Unter den Mitgliedern der Akademie sind nun 66 ausländische Akademiker.«

      Vgl. Bill Gates erhält höchste technische Auszeichnung Chinas (beijingreview.com.cn)

      PS: Wir müssen uns auch mit den Fakten aus chinesischen Quellen beschäftigen und nicht mit idealistischen Wunschvorstellungen, Spinnereien und Schönfärbereien.
      MfG

  7. Schramm sagt:

    Aufklärung hilft.

    Vielleicht hilft auch hier etwas Aufklärung über die Wirklichkeit?

    ►Chinas Sozialismus der Milliardäre

    Bourgeois-''Sozialismus chinesischer Prägung'':
    ►China hat heute die meisten Milliardäre der Welt.

    ►Von den rund 92. Millionen Parteimitgliedern sind laut Statistik der Organisationsabteilung weniger als 8. Prozent ''Arbeiter''.

    ►Das neue Social-Scoring-System in China

    Ungeschminkte Aspekte zum Kapitalismus und Bourgeois-''Sozialismus chinesischer Prägung'' (aus chinesischen Quellen).

    ►Chinas Kapital und Vermögensmilliardäre der Welt

    ►Aspekte zum Imperialismus chinesischer Prägung (nur) in Afrika.

    ►Aufklärung für die kleinbürgerliche deutsche Linke und DKP, versus ideologische Zuhälterei, Antikommunismus und Bourgeoissozialismus.

    ►Das internationale Kapital in der VR China 2017 / 2018 Beijing erweitert Marktzugang für ausländische Investoren
    Das Handelsministerium der Volksrepublik China am 12.04.2018:

    ►Ausländische Direktinvestitionen in der VR China im Jahr 2017
    MOFCOM am 12.02.2018:

    Vgl. trend onlinezeitung 10/2019
    Aspekte. Chinas Sozialismus der Milliardäre. (infopartisan.net)

    www.trend.infopartisan.net/trd1019/t321019.html

  8. Nachtkrapp sagt:

    "Die UdSSR hatte ihre Produktion immerhin ganz ohne westliches Kapital aufgebaut…" – über den Satz stolpere ich erst jetzt.

    Setzen, 6.

    • Diderot sagt:

      @ Nachtkrapp
      "Die UdSSR hatte ihre Produktion immerhin ganz ohne westliches Kapital aufgebaut…"
      o.k…Sie sind ins stolpern geraten. Dabei kann man schon einmal – vielleicht auch zweimal – mit dem Kopf aufschlagen und sich den Rest des Gehirns – so denn eins vorhanden – beschädigen. Was wollen Sie dem verehrten Leser nun eigentlich mitteilen? Nichts. Auch gut. Stehen bleiben…6.

  9. Rüdiger Rauls sagt:

    Zu den ganzen theoretischen Ergüssen einiger "Experten" will ich mich hier nicht äußern. Das sind Streitereien und Rechthabereien um des Kaisers Bart. Dahinter steckt in den wenigsten Fällen ERkenntnis-Interesse, viel häufiger ist das Selbstdarstellungs-Gehabe, intellektuelle Schaumschlägerei. Aber sei's drum und sei's euch gegönnt.

    Interessant finde ich nur immer wieder, wie die großen Kritiker des Mainstream ihre Kritische Haltung gegenüber demselben über Bord werfen, wenn sie sich seiner Argumente und Sichtweisen bedienen können in anderen Fällen.
    Es scheint diesen klugen und aufgeweckten Denkern dabei nicht einmal ansatzweise in den Sinn zu kommen, dass der Mainstream in Falle Chinas die öffentliche Meinung genauso manipuliert wie bei Corona.

    • Box sagt:

      Nun doch noch Mainstream, denn manchmal ist das ziemlich selbstentlarvend:

      »Was mir am meisten Angst gemacht hat, und das ist vielleicht auch ein Thema, was die deutschen Zuschauer sehr interessiert, ist, mit welcher Lichtgeschwindigkeit der Überwachungsstaat sichtbar geworden ist. Für jede Bewegung, die man machen will, muss man eine App herunterladen (…) Man nutzt die Gesundheitsangst der Leute, um diese massive Überwachung stattfinden zu lassen. (…) Die meisten Chinesen, mit denen wir gesprochen haben, finden das super. Die Angst, die sie vor einer neuen Infektionswelle haben, ist so groß, die wird auch staatlich gelenkt, dass sie da keine Einschränkung ihrer Freiheit sehen, sondern etwas Positives, das sie schützt.«
      (Paul Schreyer, Chronik einer angekündigten Krise, Wie ein Virus die Welt verändern konnte)

      P.S.:
      Wenn sie sich nicht äußern möchten, warum tun sie's dann und was unterscheidet ihre "Rechthaberei" von der Anderer?
      Oder anders, wenn's ihnen gefällig wäre, dann würden sie es doch als Argument durchgehen lassen?

    • Nachtkrapp sagt:

      Ich hab auch mal ne Frage:

      Wenn Sie so neunmal sauschlau dahertun und auch wären, warum schreiben Sie nicht selbst mal drei Silben hin, sondern wanzen sich mit Strg c und v unterwürfig und schleimpappfest an ihre Halbgötter ran?

    • Alcedo sagt:

      <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/nachtkrapp/' rel='nofollow'>@Nachtkrapp</a> : ich finde es so vielfältiger, als wenn einer in eigenen Worten zu den sich wieder und wieder erneuerten Bekundungen des Erkenntnisunwillens standhaft die entsprechenden Informationen bereitstellt

  10. rigforred sagt:

    Niemand will sich durch Kommunismus das Leben ruinieren lassen, sich mit moralinsauer-zermürbender und am Ende rüde demütigendern Propaganda des Leftismus zumüllen und von seiner Intuition abschneiden lassen. Aus Landbesitz wird Volksverrat, der rote Sprechdurchfall wird heute vom WEF durchgedrückt:

    Wir werden alle nichts mehr besitzen und saufroh sein. Ob nun durch Schnaps, Soma, einen Chip oder eine KP.

    epochtimes.de/meinung/gastkommentar/der-schatten-des-kommunismus-hinter-der-us-wahl-a3395581.html

    Was läuft denn denn ander linken mind fuck-Front: Migration, Schuldkult, Greta, Zombievirus…Es ist alles nur Zersetzung und ein Krieg gegen die Menschen.

    Gibt es im roten Universum irgendwas Schönes?

    Natürlich, ich verstehe, schön, das ist ja sowas von igitt, das ist ja eine total bürgerliche Katergorie. Geht. Gar. Nicht.

    • Box sagt:

      Klassenbewusstsein der Kleineigentümer

      Für den Kleinbürger, der in der Warenproduktion das Nonplusultra menschlicher Freiheit und individueller Unabhängigkeit erblickt, wäre es natürlich sehr wünschenswert, der mit dieser Form verbundenen Missstände enthoben zu sein, … K. Marx, Kapital I, MEW 23, 82, Anm. 24.

      In einer fortgeschrittenen Gesellschaft und durch den Zwang seiner Lage wird der Kleinbürger einesteils Sozialist, anderenteils Ökonom, d. h. er ist geblendet von der Herrlichkeit der großen Bourgeoisie und hat Mitgefühl für die Leiden des Volkes. Er ist Bourgeois und Volk zugleich. Im Innersten seines Gewissens schmeichelt er sich, unparteiisch zu sein, das rechte Gleichgewicht gefunden zu haben … K. Marx an Annenkow (1846), MEW 4, 557.

      Der Kleinbürger ist … zusammengesetzt aus ein Einerseits und Andererseits … Er ist der lebendige Widerspruch. …. Wissenschaftlicher Scharlatanismus und politische Anpassung sind von solchem Standpunkt unzertrennlich. Es bleibt nur noch ein treibendes Motiv, die Eitelkeit des Subjekts … K. Marx, Über Proudhon, MEW 16, 31f.

    • Nachtkrapp sagt:

      Das sind ja große Worte!
      Der Kleinbürger, da würde ich mich derart anmaßend und abstoßend beonkelt ja schon interessieren, wie der Herr Spitzenchecker selbst in diesem Lande zu leben pflegt ganz ohne Widerspruch, Scharlatanismus und politische Anpassung. Voll autark eh. Oder schon auf Rente, Pension?
      Aber bevor Sie anheben, mit hohlem Pathos glänzen zu wollen. Nein Danke.

      Wissen Sie, genau diese käsige Moralfuntzelei von anno dutt ist so wichtig und kriegsentscheidend, den Sozialismus als Knüppel im Sack drinne zu halten. Ihr räuchert Euch selbst aus. Prima, darauf ist Verlass.
      Danke dafür, dass Sie es kerzengerade und strahlstramm immer wieder raushauen. Sonst müsste ich mir ja die Mühe machen. Fehlt die Zeit, ich muss meiner widersprüchlichen Kleingeistigkeit fröhnen und weiterarbeiten. Muss ja Knete reinkommen, sonst kann der Linksstaat ja nicht die Milliarden im Kampf gegen richtig, ähm rechts ausgeben. Und die 68er Opis durchfüttern.
      Demagnetisierung durch Originalzitate, ich könnte es nicht besser.

      Das hilft den Antikommunisten mehr als alles Podiumsgelaber. Wenn mir einer mit Leftismus kommt, dann schicke ich immer einen Box raus und die Euphorie ist gleich merklich runtergekühlt.

      Sie helfen wirklich!

    • Box sagt:

      Tatsächlich, weil sie Lohnarbeitssklave sind (wer hätte das ahnen können, im Kapitalismus) haben sie keine Zeit/Lust das zu hinterfragen. Schon klar, deshalb nochmals hier:

      Fremdherrschaft, das heißt, dem Willen eines anderen unterworfen zu sein, ist in der Tat das Urproblem gesellschaftlicher Organisation. Die gesamte Zivilisationsgeschichte dreht sich darum, Schutzbalken gegen die mit einer Fremdherrschaft verbundenen Exzesse der Macht zu entwickeln. Die dabei kollektiv gewonnenen Einsichten in die tieferen Ursachen der gigantischen Blutspuren, die der Mensch in der Geschichte immer wieder angerichtet hat, zeigen, dass diesen stets die ideologische Annahme zugrunde liegt, dass es Menschengruppen gäbe, die von Natur aus zum Herrschen geboren seien und andere Gruppen, die aufgrund einer natürlichen Minderwertigkeit zum Dienen geboren seien. Diese Grundideologie des Herrschens durchzieht von der Antike bis zu modernen Formen des Rassismus die abendländische Geschichte. Sie lässt sich nur überwinden, wenn wir bereit sind, alle Menschen als frei und gleich anzuerkennen, ungeachtet ihrer tatsächlichen Differenzen. Dies genau ist die Grundlage einer egalitären Demokratie, aus der sich dann alles Weitere entwickeln lässt.

      Im Verlauf der Geschichte sind nun immer wieder neue Formen von Herrschaft entstanden. Beispielsweise durch die Entwicklung des Eigentumsrechts. Ein Kern des klassischen Liberalismus liegt in seiner „Sakralisierung des Eigentums“, durch die der Liberalismus das Recht auf Privateigentum an Produktionsmitteln und an Grund und Boden zu einem absoluten Recht gemacht hat. Dadurch wurden diese Formen des Privateigentums jeder demokratischen Willensbildung entzogen. Auf dieser Basis sind neue Formen von Fremdherrschaft entstanden, die sich dann im Kapitalismus und dem damit verbundenen Konzept einer „liberalen Demokratie“ voll entfalten konnten. Die kapitalistische Eigentumsordnung verpflichtet alle, die über kein eigenes Kapital verfügen, für fremdes Eigentum zu arbeiten. Arbeit im Kapitalismus bedeutet also Unterwerfung unter die Verwertungsbedingungen des Akkumulationsprozesses und damit unter die Machtverhältnisse, die eine Minderheit von Besitzenden über eine Mehrheit von Nichtbesitzenden ausübt. Das ist eine der mächtigsten Formen von Fremdherrschaft, denn die Überlebensgrundlage der Nichtbesitzenden hängt vom erfolgreichen Verkauf der eigenen Arbeitskraft an die Besitzenden ab.
      (Rainer Mausfeld, Der autoritäre Planet, Rubikon)

      Im übrigen gilt für ihren mit einer Vielzahl blumiger Ausdrücke "geschmückten Beitrag" auch folgendes:

      Rainer Mausfeld: Da meine Vorträge darauf zielen, Denkmethoden aufzuzeigen, mit denen sich die Diskrepanz zwischen Ideologie und Realität besser sichtbar machen lässt, und da die Machtausübenden gerade darauf angewiesen sind, politischen Dissens in Bahnen zu halten, die für sie risikofrei sind, überrascht es mich nicht, zum Ziel von Diffamierungsbemühungen zu werden.
      Da sich ihre Urheber in den von Ihnen genannten Fällen nicht einmal die Mühe machen, etwas anzuführen, das sie als Argumente oder Belege ansehen, haben diese Anwürfe mit mir und den Inhalten, die ich zu vermitteln suche, nichts zu tun. Das ist eigentlich für jeden, der sich ernsthaft mit meinen Beiträgen beschäftigt, klar erkennbar. Wer nun dennoch meint, eine ernsthafte Auseinandersetzung durch ein paar hingeworfene Schmähwörter ersetzen zu können, wird mit einer solchen intellektuellen Selbstauskunft leben müssen.
      (Paul Schreyer, Wir leben in einer Zeit der Gegenaufklärung, Telepolis)

    • Nachtkrapp sagt:

      Falsch, ich bin kein Lohnsklave, zahle aber trotzdem. Nur nicht freiwillig. Gibt es eigentlich im Boxismus auch die Fremdherrschaft der Abgaben und Steuern?

      Sehen Sie, ich verachte Menschen, die Menschen verachten. Und Sie maßen sich an, Lohnsklaven zu verachten. Sie sind mir ein so ein Früchtchen!

      Ist Ihre Freiheit auch die Einsicht in Notwendigkeit und jeder unterwirft sich idealerweise demnach aus reinster Einsicht?

      Das ist das amüsante an ihrem copy und paste Fetischismus. Ich mache mir meine Texte noch selbst blumig und Sie machen hier nur den Zweitverwerter. Gibt es eigentlich so eine Art Zeilenhonorar für Schleichwerbung? Das wäre sicher zu profan. Gesinnungstäter am Werk, nehme ich an.

      Und so öde ich mir den Vorgang vorstelle, so endzäh wabert der stets emsig bemühte Kanzelkäse auch daher.

    • Werweißdasschon sagt:

      @ Box

      "…dass diesen stets die ideologische Annahme zugrunde liegt, dass es Menschengruppen gäbe, die von Natur aus zum Herrschen geboren seien und andere Gruppen, die aufgrund einer natürlichen Minderwertigkeit zum Dienen geboren seien. Diese Grundideologie des Herrschens durchzieht von der Antike bis zu modernen Formen des Rassismus die abendländische Geschichte. Sie lässt sich nur überwinden, wenn wir bereit sind, alle Menschen als frei und gleich anzuerkennen, ungeachtet ihrer tatsächlichen Differenzen. Dies genau ist die Grundlage einer egalitären Demokratie, aus der sich dann alles Weitere entwickeln lässt."

      Als ich das las musste ich sofort an Animalfarm denken. Manche sind eben gleicher als andere. In jedem kommunistischen Regimen konnte das beobachtet werden.
      Ich glaube gerade in linken bzw. auch in rechten Kreisen (als ob es da einen Unterschied gebe) hat man tatsächlich Probleme, Ideologie und Realität auseinanderzuhalten.
      Selbstverständlich fällt dann der Satz: "Aber das war alles doch gar kein echter Kommunismuss"
      Die Ideologie bremst sofort den Gedanken, dass die Verwerfungen Teil des sog. Kommunismuss sind.
      Will man das ergründen oder etwa diskuttieren, dann kommen die Mechanismen sofort zu Tage und man findet den Gesprächspartner sofort auf einem hohen Ross wieder auf einen herabblickend, als ob man einer andere Spezies angehören würde. Bestes Beispiel ist Rauls Beitrag von 10:24 Uhr. Triefend vor Arroganz und Selbstherrlichkeit. Selbstverständlich politisch korrekt, dennoch mit Beleidigungen gespickt. Armutszeugnis, dennoch immer wieder zu beobachten.

    • Box sagt:

      Links und rechts sind ja nicht lediglich – in ihrem Bezug auf die Sitzordnung in der verfassunggebenden französischen Nationalversammlung von 1789 – historische Einteilungen entlang einer eindimensionalen Eigenschaft. Als solche wären sie in der Tat nicht nur historisch überholt, sondern auch hoffnungslos unterkomplex. Links steht vielmehr für die normativen moralischen und politischen Leitvorstellungen, die über den Menschen und über die Möglichkeiten seiner gesellschaftlichen Organisation in einem langen und mühsamen historischen Prozeß gewonnen wurden und die in der Aufklärung besonders prägnant formuliert wurden. Den Kern dieser Leitvorstellungen bildet ein universeller Humanismus, also die Anerkennung einer prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen.

      Bereits aus dieser Leitvorstellung ergeben sich schwerwiegende und weitreichende Folgerungen. Beispielsweise schließt ein universeller Humanismus Positionen aus, die auf der Überzeugung einer prinzipiellen Vorrangstellung der eigenen biologischen, sozialen, kulturellen, religiösen oder nationalen Gruppe beruhen; er schließt also Rassismus, Chauvinismus, Nationalismus oder Exzeptionalismus aus. Zudem beinhaltet er, dass alle Machtstrukturen ihre Existenzberechtigung nachzuweisen und sich der Öffentlichkeit gegenüber zu rechtfertigen haben, sonst sind sie illegitim und somit zu beseitigen.

      Aus dem universellen Humanismus ergibt sich also das spezifische Leitideal einer radikal-demokratischen Form einer Gesellschaft, in der ein jeder einen angemessenen Anteil an allen Entscheidungen hat, die die eigene ökonomische und gesellschaftliche Situation betreffen; er schließt also Gesellschaftsformen aus, die auf einer Elitenherrschaft oder auf einem Führerprinzip beruhen. Diese in der Aufklärung erstmals klar formulierten Leitideale sind seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und verfeinert worden und stellen den Identitätskern des linken Projektes dar.

      Da diese Leitideale gewaltige politische Konsequenzen haben, wurden sie seit je auf das schärfste bekämpft; historisch war das der Kern der sogenannten Gegenaufklärung, der es wesentlich um die Wahrung des jeweiligen Status quo ging. Die Behauptung, eine Links-Rechts-Unterscheidung hätte sich historisch überlebt, würde also letztlich beinhalten, dass sich die Leitideen einer prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen und einer ernsthaften demokratischen Gesellschaftsorganisation überholt hätten – eine These, die natürlich gerne von denen vertreten wird, deren Macht gerade auf rassistischen, chauvinistischen, nationalistischen oder exzeptionalistischen Ideologien basiert.
      (…)
      In der Sache sind links und rechts in der Tat Gegenpole und können daher in der Substanz so wenig Berührungspunkte miteinander haben wie Aufklärung und Gegenaufklärung oder wie Demokratie und Elitenherrschaft. Blickt man jedoch statt auf die Sache auf die Ebene einzelner Personen oder auf die Ebene konkreter politischer Gruppierungen, die sich als links bezeichnen, so lassen sich aus naheliegenden Gründen alle möglichen Konstellationen von Haltungen finden, die in der Sache völlig unvereinbar miteinander sind.

      Das war auch zur Zeit der Aufklärung nicht anders. Beispielsweise gilt der große schottische Philosoph David Hume als zur Aufklärung gehörig; gleichwohl sah er Schwarze „von Natur aus den Weißen unterlegen“ an, vertrat also rassistische Auffassungen. Auf der Ebene einzelner Personen können also Überzeugungen gleichzeitig nebeneinander bestehen, die in der Sache völlig unverträglich miteinander sind. Das ist eine Konsequenz unserer beschränkten Rationalität und anderer Eigenschaften unseres Geistes. Wir sind oft nicht in der Lage zu erkennen, dass einige unserer Überzeugungen in der Sache miteinander unverträglich sind. Beispielsweise können uns bestimmte Affekte daran hindern, derartige Unverträglichkeiten zu bemerken.

      So war Hume einerseits von den Leitidealen der Aufklärung fasziniert; zugleich vertrat er – weil er eine mögliche Gefährdung seiner eigenen privilegierten Lebensform fürchtete – ein gesellschaftliches Weltbild, das die damalige gesellschaftliche und kolonialistische Praxis rechtfertigte. Doch auch unter denjenigen, die sich aufrichtig und konsequent der radikalen Aufklärung und den genannten Leitidealen verpflichtet fühlten, fanden sich zahlreiche, die Bedenken hatten, das Volk über diese Leitdeale aufzuklären, weil sie fürchteten, durch den dadurch möglicherweise ausgelösten gesellschaftlichen Transformationsprozess Nachteile hinsichtlich ihres privilegierten Status quo zu erleiden. Erst kommt bei den Privilegierten eben die Sicherung des eigenen gesellschaftlichen Status quo, dann kommt die Moral.

      Wir müssen also die sachliche Ebene moralischer und politischer Leitideale klar von einer personellen Ebene trennen. Man wird dann auch innerhalb von Organisationsformen, die sich als links verstehen, Personen finden, die Überzeugungen vertreten, die den genannten Leitidealen widersprechen. Es gibt also Personen, die sich als links bezeichnen und gleichwohl chauvinistische, nationalistische oder kulturell-rassistische Positionen vertreten und ideologische Prämissen von Kapitalismus, Neoliberalismus, Neo-Imperialismus und ähnliches teilen. Das wird umso stärker der Fall sein, je stärker Personen in ihrem gesellschaftlichen Status und in ihren Privilegien von der jeweiligen gesellschaftlichen Ordnung profitieren. In solchen Fällen neigen dann auch sich als links verstehende Personen dazu, die jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse grundsätzlich zu akzeptieren und eine linke Perspektive auf moderate Reformen an den jeweiligen Verhältnissen zu beschränken.

      Noch einmal: In der Sache kann es im Kern keine Berührungspunkte zwischen links und rechts geben; auf der Ebene individueller Personen und Gruppierungen ist jedoch so ziemlich alles an Kombinationen politischer Einstellungen möglich. Auch hier bedarf es einer kontinuierlichen Aufklärungsarbeit, um die Unverträglichkeiten bestimmter politischer Überzeugungen mit den Leitidealen der Aufklärung und somit mit dem Kern des linken Projektes aufzuzeigen.
      (Die Links-Rechts-Demagogie. Ein Interview mit Rainer Mausfeld. NachDenkSeiten)

    • Nachtkrapp sagt:

      Man stelle den vom Schweinesystem gut im Ruhestand versorgten Mausfeld mal vor die Wahl, seine Teilhabe am lasterhaften Ungleichgewicht von Gütern einzutauschen gegen die gleichmäßige Verteilung des Elends diesen anderen Systems, das unausgesprochen angeprießen wird wie sauer Bier.

      Der Leftismus wird nur dort bejohlt, wo er nicht die Möglichkeit hat, seine Herrschaft gnadenlos zu entfalten.

      Nehmen wir doch die Menschen so wie sie sind.

      Oder gibt es Fantasienen sich einen neuen Menschen zu machen?

    • Alcedo sagt:

      @Werweiß
      "in linken bzw. auch in rechten Kreisen (als ob es da einen Unterschied gebe) " er findet sich in dem von Ihnen angegebenen Zitat, was soll man dazu noch sagen.

    • Alcedo sagt:

      <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/nachtkrapp/' rel='nofollow'>@Nachtkrapp</a>
      Wir nehmen die Menschen wie sie sind, auch die Angsthasen (ihnen könnte ein Taler entkommen) und geben die Hoffnung nicht auf, so vielen als möglich die Entfaltung ihrer inneren Potentiale zu ermöglichen.

    • Nachtkrapp sagt:

      Wer ist denn Wir?

      Ich sehe Angsthasen, die vor einem Kapitalismus warnen, der keiner ist.

  11. wasserader sagt:

    Der Sozialismus ist die große Katastrophe des 20.Jahrhunderts,
    als er unter Ideal Machtkonzentration ermöglichte und unter Vorwand Ideal
    Verarmung und Nötigung Gewalt und Tod brachte,
    Das war so in China unter Mao, im NationalSozialismus und in der Sovietunion .
    Heute versucht das globale Kapital unter Ideal Sozial die totale Herrschaft an sich zu reißen .

    • Box sagt:

      Faszinierend, sie meinen auch man muß sich nur ein noch größeres Unglück herbeilügen, um den Menschen die kapitalistische Blutspur vergessen zu machen. Den Kniff der Umdeutung des Sozialismus-Begriff kannten die faschistischen Kettenhunde des Kapitals bereits damals:

      Anders herum wird die Beleidigung "Nazi" inflationär gegen als "böse" Verdammte gebraucht. Zu bedenken ist: "Nazi" war die Selbstbezeichnung der deutschen Faschisten als Kurzform für "Nationalsozialisten". Mit dem Begriff "Sozialismus" waren damals Arbeiter zu ködern. Gleichwohl hatte das Ziel der Faschisten beileibe nichts mit irgendeiner Art Sozialismus zu tun. Sozialismus beschreibt im Marx'schen Ursprungssinn die "Diktatur der Arbeiterklasse über die Bourgeoisie" als Übergangsform zu einer Gesellschaft ohne Herrschaft mit ausschließlich gesellschaftlichem Eigentum an Produktionsmitteln, ohne Staat und ohne Geld.

      Die deutschen Faschisten hingegen verboten Gewerkschaften, zwangen Lohnabhängige zur Arbeit zu niedrigsten Löhnen, verfolgten und ermordeten politische Gegner, ethnische und religiöse Gruppen, allen voran die Juden. Von Enteignung betroffen war so gut wie nur jüdisches Kapital. Das deutsche Großkapital hingegen strich satte Profite durch auf die Spitze getriebene Ausbeutung ein. Ähnlich brutal-autoritär kapitalfreundlich agierten die Faschisten in allen Ländern. Im Faschismus ging es also immer darum, kapitalistische Herrschaft auf brutalste Weise gegen die Interessen der Lohnabhängigen durchzusetzen.

      Aus:
      "Querfrontler" – Ein demagogischer Vorwurf mit Geschichte
      6 Jan. 2018 07:45 Uhr
      Fast die gesamte deutsche Medienlandschaft beteiligt sich am Mobbing diverser Aktivisten und alternativer Medienmacher. Ein beliebter Vorwurf ist die "Querfront". Woher stammt er? Ein Blick in die Geschichte zeigt: Es geht vor allem darum, zu verleumden, zu entpolitisieren und ein moralistisch verdrehtes Bild von rechts und links zu implementieren.
      von Susan Bonath
      https://de.rt.com/meinung/63159-querfrontler-ein-demagogischer-vorwurf/

      Oder hier:

      Geächteter Antifaschismus

      Antifaschismus war nach der Schreckensherrschaft der Nazis gerade in Deutschland die einzig folgerichtige Antwort. Ob ein Staat einen verordneten, instrumentalisierten, verlogenen oder wahrhaftigen Antifaschismus zur Grundlage hat, dafür gibt es letztlich nur ein Kriterium – welche Politik er macht. Vergleichbare nazifreundliche Verordnungen und Handlungen, wie von bundesdeutschen Institutionen oben beschrieben, hat es in der DDR nicht gegeben.
      Antifaschismus steht für: nie wieder! Und damit damit ist er völlig ausgelastet. Mit Ursachenforschung, Präzisierung der Geschichtsschreibung, Synthese aus ökonomisierender Faschismus- und psychologisierender Totalitarismustheorie, mit Gedenken und Sprachkritik.
      Schon der Begriff Nationalsozialismus ist ein Propagandabegriff. Ernst Bloch sprach von «sogenanntem Nationalsozialismus», auch andere Autoren lehnten es ab, sich diesen demagogischen Begriff der deutschen Faschisten aufzwängen zu lassen. Die Verkürzungen Nazismus, Nazi oder NS haben sich allerdings so neutralisiert und alternativlos durchgesetzt, dass ich nicht umhinkomme, sie zu benutzen. Das Beharren auf der Fragwürdigkeit des Begriffes sollte jedoch nicht unerwähnt bleiben.
      Das in der DDR vermittelte Wissen über die Klassenkräfte, die hinter dem deutschen Faschismus standen, möchte ich nicht missen. Der hiesige Hitler-Hype verstellt die Sicht darauf, dass es schon vor dem Anstreicher aus Braunau organisierten Faschismus gab. Der Alldeutsche Verband, 1891 von dem Kolonialpionier Carl Peters gegründet, vertrat nationalextremistische Positionen, zu denen die «planmäßige rassische Höherentwicklung des deutschen Volkes» und die «Bekämpfung der jüdischen Vorherrschaft» genauso gehörten wie der Ausbau einer imperialen Kolonialpolitik, die Aufrüstung der deutschen Flotte und Armee und im 1. Weltkrieg weitreichende Annexionspläne in Europa, Asien und im nahen Osten. Der verband wurde dominiert von reaktionären Kreisen des Besitzbürgertums, von Großindustriellen, Adligen, Großgrundbesitzern und Militärs. Sein späterer Vorsitzender, der Jurist Heinrich Claß, hatte es in frühen Schriften abgelehnt, den «verkommenen oder halbtierischen russischen Bauern, den schwarzen aus Ostafrika oder den unerträglichen Juden Galiziens» als «zur Menschheit gehörig zu lieben». Anfang der 1920er Jahre, als die Nazipartei noch nach wenigen 100 zählte, hatte der Alldeutsche Verband 52 000 Mitglieder. Claß nannte den Nationalsozialismus «ein Kind des Alldeutschen Verbandes» und gehörte 1933 folgerichtig als Gast zur Fraktion der NSDAP im Reichstag.
      Die Eigentumsstrukturen der NS-Wirtschaft hatten mit Sozialismus rein gar nichts zu tun. Aber auch die von der Gesellschaft mehrheitlich verinnerlichten Werte, die Akzeptanz von Terror, Rassismus und nationalem Größenwahn, verbieten sich in jedem nicht deformierten Sozialismus. Sein oberstes Kriterium ist Internationalismus. Nicht Herrenrasse sondern Solidarität. Nicht: Proletarier aller Länder bekriegt und unterwerft, sondern vereinigt euch. Ein nationaler Sozialismus ist keiner, erst recht kein völkermordender und kriegsverheerender. Nationalsozialismus – ein Hohnwort, das auch nach dem Krieg und dann wieder verstärkt nach der Wende dazu taugte, sozialistische Ansätze zu diskreditieren.
      ( Daniela Dahn, Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute / Die Einheit – eine Abrechnung, S. 173/174)

    • wasserader sagt:

      "sie meinen auch man muß sich nur"
      meinen sie was sie meinen,
      was ich meine schreibe ich selber .

    • Nachtkrapp sagt:

      Ich zitier`mir die Welt, wie sie mir gefällt!

      Und dann ausgerechnet Bonath, der Schenkelklopfer des Tages! Einfach herrlich. Hach…

      Quellen-Quatsch, Zitier-Zombie, copy king…

  12. etwasvernunft sagt:

    Der Standpunkt ist wunderbares Beispiel für einen durch eine Ideologie verzerrten Blick auf die Welt, nicht anders als der der westlichen Medien.

    Selbstverständlich ist China ein sozialistisches Land – aber im Sinne eines National-konfuzianischen Sozialismus. Genauso wie der Iran ein sozialistischen Land ist – aber im Sinne einens National-islamischen-Sozialismus.

    China ist selbstverständlich eine Klassengesellschaft, nur ist die herrschende Klasse nicht in dem Sinne sichtbar wie bei uns im Westen. Und was die Herrschaft dieser Klasse ausmacht, ist es nicht das sozialistische Ideal, sondern die konfuzianischen Vorstellung eines Mandat des Himmels, das diese Klasse antreibt. Der Parteivorsitzenden ist praktisch das Äquivalent des Kaisers und die herrschende Klasse die Partei- sozusagen sein "Hofstaat". Aber privilegiert in jedem Sinne des Wortes sind die Angehörigen dieser Klasse allemal. Aber aus Tausenden von Jahren stammt die Erkenntnis, dass diese Klasse regelmäßig ihr Blut erneuern muss, ganz im Gegensatz z. B. zu unserem Feudalismus. Was den chinesischen Sozialismus ebenso wie den des Iran kennzeichnet, ist die Bindung der herrschenden Klasse an eine übergeordnete, moralische Instanz, die in der Lage ist, die Privilegien auch wieder zu entziehen, im Gegensatz zum Sozialismus russischer, osteuropäischer und ostdeutscher Provenienz.

    Und den Konfuzianismus zeichnet neben seinem Beharren auf einer streng hierarchischen Struktur der Gesellschaft der hohe Wert aus, der er dem Lernen zumisst. Damit ist die chinesische Gesellschaft seit alters her eine Meritokratie, wurden doch die chinesischen Mandarine immer durch einen landesweiten Wettbewerb unter allen Untertanen ausgewählt und so das Blut der herrschenden Klasse aufgefrischt.

    Im Gegensatz dazu herrschte in der DDR die "Avantgarde des Proletariats", gestählt durch ihre Emigration in die UdSSR, als Abkömmlinge des unteren Mittelmaßes, worauf Mike Ahrend weiter oben bereits hingewiesen hat. Diese Herrschaft der nur bedingt Leistungsfähigen erklärt die Faszination des Sozialismus in bestimmten Kreisen auch heute noch. Aber eine Klassengesellschaft war auch sie. Wenn man Marx konsequent weiter denkt, kann man kaum zu einem anderen Schluss kommen.

    Die sozialistische, internationalistische Ideologie, wie sie hier von Herrn Rauls in berückender Schönheit vorgestellt wurde, presst alle Unterschiede der jeweiligen Kulturen in das gleiche Schema, wie es der Kapitalismus, dessen Gegenbild sie auch nur ist, ebenfalls tut. Auch dieser kennt keine Bindung an geschichtliche Traditionen, will alle kulturellen Unterschiede einebnen und hat keine Bindung an eine höhere, außermenschliche Instanz, die für die Angehörigen dieser Klasse disziplinierend wirken könnte. Letztlich unterscheiden sich Sozialismus und Kapitalismus nur darin, ob die Oligarchen oder die "Avantgarde des Proletariats" die Macht ausüben und die Privilegien genießen. Und um dahin zu kommen, betört die Avantgarde der Intelligenteren, doch im Kapitalismus weniger Erfolgreichen die in der linken Hälfte der Intelligenzverteilung Angesiedelten mit dem Traumbild einer Gesellschaft, die wie die Familie funktioniert: es ist einfach alles da. Und sollte doch die Frage aufkommen, woher nehmen, dann ist die Antwort: von den Reichen, auch wenn man seit Marx weiß, das es dazu der Arbeit bedarf.

    Der Mensch ist genetisch ein auf Hierarchie angelegtes Wesen, denn in der längsten Zeit seiner Evolution war es vorteilshaft, mit der Horde oder dem Stamm einer Führungsfigur zu folgen, auch wenn dies gelegentlich schlecht ausging. Der chinesischen Kultur liegt diese Wissen zugrunde und der Sozialismus westlicher Vorstellung leugnet es, aber die Avantgarde war und ist sich dessen bewusst und nutzt es nach Kräften. Nur sagen darf man es nicht.

    Sapere aude.

    • Box sagt:

      Ich teile die Einschätzung von Winfried Wolf (Heft 47, Lunapark21), dass in China heute die kapitalistische Produktionsweise dominiert und man nicht von einem sozialistischen Land sprechen kann, nur weil dort eine nominell kommunistische Partei regiert. Er hat die Frage aufgeworfen, „wann es in der jüngeren Entwicklung der chinesischen Gesellschaft zu einem Umschlag von Quantität in die neue Qualität kam“, wann also „die von Parteiführer Deng angeschobenen ‚Reformen‘ mit ihren kapitalistischen Elementen den nichtkapitalistischen Grundcharakter der Gesellschaft aufgehoben haben“ (ebd., 42). Auf diese Frage will ich im Folgenden eingehen. Ich stimme auch Werner Rügemer (2019) zu, dass es nicht genügt, zu konstatieren, dass China ein kapitalistisches Land sei. Die konkrete Gestalt des Kapitalismus ist für die Lebensbedingungen der beherrschten Klassen von großer Bedeutung und muss auch genau analysiert werden, um eine angemessene, an die jewe iligen nationalen Bedingungen angepasste emanzipatorische Strategie und Taktik zu entwickeln. Ich sehe allerdings die Entwicklung des Kapitalismus in China nicht so positiv wie Rügemer. Auch das möchte ich im Folgenden kurz ausführen.

      Bei Interesse komplett hier:

      Ein Klassenkrieg, den die Arbeiterklasse verloren hat“
      17. Januar 2020 Thomas Sablowski
      Die Entwicklung des Kapitalismus in China – ein Beitrag zur LP21-Debatte
      https://www.lunapark21.net/ein-klassenkrieg-den-die-arbeiterklasse-verloren-hat/

      Falls es aber dennoch entgegen der Vorzeichen um eine etwas sinnstiftendere Argumentation gehen sollte, anbei hier:

      Die Alternative im Jahre 1917 lautete nicht: bürgerliche Demokratie oder Diktatur des Proletariats, sondern Sieg der Konterrevolution oder Diktatur des Proletariats, die für Luxemburg gleichbedeutend mit sozialistischer Demokratie war. Auch wenn Rosa Luxemburg der revolutionären Tatkraft der Bolschewiki Tribut zollte, war sie mit deren Politik über weite Strecken alles andere als einverstanden.

      Drei Dinge kritisierte sie an den Bolschewiki. Erstens kritisierte sie die Bolschewiki für die Lösung der Bodenfrage, dafür, daß sie die Ergreifung und Aufteilung des Grund und Bodens durch die Bauern begrüßten. Sie verstand sehr wohl, daß dies kurzfristig eine schlaue Taktik war, mit der die Bauern an die Revolution gebunden wurden. Allerdings war sie skeptisch, was die Verbundenheit der Bauern mit der Revolution betraf. Langfristig würde die Schaffung neuen bäuerlichen Eigentums zu unüberwindlichen Problemen beim Übergang zu einer sozialisitschen Landwirtschaft führen.

      Zweitens kritisierte Rosa Luxemburg die Bolschewiki dafür, daß sie für das Recht auf nationale Selbstbestimmung eintraten, war dies für sie doch gleichbedeutend mit dem staatlichen Zerfall Rußlands. Die Randstaaaten des Reiches gingen eigene Wege und trugen so dazu bei, die konterrevolutionären Kräfte zu stärken. Laut Luxemburg bleibt unter den Bedingungen bürgerlicher Klassenherschaft das Recht auf nationale Selbstbestimmung eine Illusion, da verschiedene Klassen verschiedene Wege der Selbstbestimmung beschreiten wollten. Die Abtrennung der Randstaaten von Rußland stärkte die Konterrevolution, konnte doch die Bourgeoisie in jedem einzelnem Staat die einheimische Arbeiterklasse leichter in den Griff bekommen. Die Doktrin der nationalen Selbstbestimmung würde sich daher als mächtiges Bumerang für die Russische Revolution erweisen.

      Schließlich und endlich kritisierte die Luxemburg die Bolschewiki für ihre mangelhafte demokratische Praxis. Doch es war nicht nur mangelhafte Praxis, die sie monierte. Auch warf sie den Bolschewiki vor, ein falsches theoretisches Verständnis davon zu haben, was Demokratie beinhalte. Dieses fehlende Demokratieverständnis hat nicht nur ernsthafte Konsequenzen für die Demokratie, sondern auch für die Revolution als solche. Schließlich ist eine lebendige sozialistische Demokratie eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Revolution. Luxemburg: „Lenin sagt: Der bürgerliche Staat sei ein Werkzeug zur Unterdrückung der Arbeiterklasse, der sozialistische – zur Unterdrückung der Bourgeoisie. Es sei bloß gewissermaßen der auf den Kopf gestellte kapitalistische Staat.“5 Für Rosa Luxemburg zeugt dies von einem falschen Verständnis, ignoriert es doch die Tatsache, daß der sozialistische Staat der politischen Erziehung der Massen und ihrer auf der Suche nach guten Lösungen gemachten Erfahrungen bedarf. Indem sie das öffentliche politische Leben behinderten und den Massen verwehrten, politische Erfahrung zu machen, haben die Bolschewiki die Möglichkeit weiterer revolutionärer Entwicklung vereitelt.

      Die berühmten Worte “Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden”6wurden eben im Kontext der Bedeutung der im Revolutionsprozess gemachten Erfahrungen geschrieben. Politische Freiheit ist gerade deshalb so besonders wichtig, weil Menschen erst durch sie die Möglichkeit bekommen, Erfahrungen zu machen, und aus den Erfahrungen auf dem Weg zu einer sozialistischen und demokratischen Gesellschaft hoffentlich etwas lernen. Freiheit ist ganz einfach eine wichtige und notwendige Voraussetzung einer erfolgreichen Entwicklung der Revolution. Ohne diese Erfahrungen kann keine demokratische und sozialistische Gesellschaft verwirklicht werden.

      Hier:
      Vorgetragen auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin, 16./17.01.2009 Rosa Luxemburgs Demokratievorstellungen und ihr Manuskript zur russischen Revolution
      Tanja Storløkken
      https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/dokumentationen/090116_RL-Konferenz/beitraege/Tanja_Storlokken.pdf

  13. rigforred sagt:

    Ach, scheiß doch auf China:

    Auf einem Gebiet grösser als Indien – China startet gigantisches Programm für künstliches Wetter

    Bei Mega-Events wie der Olympiade 2008 oder dem 70-Jahr-Jubiläum der Volksrepublik im letzten Jahr hat China bereits die Wolken vom Himmel geholt. Jetzt gibt die Regierung eine massive Ausweitung des Programms zur künstlichen Wetterveränderung bekannt. China startet gigantisches Programm für künstliches Wetter.

    Die Wolken vom Himmel geholt, soso!

    aus:

    https://www.blick.ch/ausland/auf-einem-gebiet-groesser-als-indien-china-startet-gigantisches-programm-fuer-kuenstliches-wetter-id16229339.html

  14. Wildenfelser sagt:

    Interessante Analyse und so weit auch zutreffend.
    Was Rüdiger Rauls auslässt, ist der Umstand, dass diese, chinesische, quasi sozialistische Gesellschaft, immer noch auf den Prinzipien einer Konsumgesellschaft beruht und "Entwicklung" gleich zu setzen ist mit Wachstum, dem bekannten Endloswachstum auf einem endlichen Planeten. Dabei kann ich mir nicht vorstellen, dass dieser Umstand der chinesischen Führung nicht bekannt ist. Früher oder später wird es unvermeidlich sein, diese Gesellschaft auf einen "wahren" Sozialismus umzustellen, zu dem ich nur zwei kleine Hinweise geben möchte:
    1. Die Produktion wird reduziert auf das NOTWENDIGE (Reproduktion), zu dessen Erstellung höchstens die Hälfte der Arbeitszeit der Menschen erforderlich sein wird (weniger durch AI?).
    2. "Haben" und "Haben Wollen" mit dem die Konsumgesellschaft Glück gleichsetzt, wird ersetzt durch die freie, kreative Arbeit, aus der der Mensch seine Identität schöpft. Heißt: Die Realisierung der dem Einzelnen innewohnenden Fähigkeiten (Realisierungssehnsüchte) ersetzen den Besitz und werden Ziel aller Glücksbestrebungen, soweit diese nicht in interpersonellen oder gruppenbezogenen Erfahrungen ihren Platz haben. Dazu stellt eine solche Gesellschaft die Mittel bereit.
    Kurz: Es entsteht eine Lebensweise, die weit bessere Chancen hat mit dem Planeten, der Natur in ein harmonisches Verhältnis zu kommen, als bisherige Systeme und die die Idee des rein materiellen Endloswachstums hinter sich lassen würde.
    Ob die chinesische Gesellschaft diesen Schritt (rechtzeitig) unternehmen kann, bleibt abzuwarten.

    • Wildenfelser sagt:

      Vielleicht noch etwas zum Verständnis von Sozialismus, das weithin verloren gegangen ist.
      Man schaue einfach mal bei den Anarchisten nach, wie z.B. bei Emma Goldmann. Da bekommt man eine relativ "reine" Darstellung dessen, was Sozialismus heißt.
      Und wer Marx genau liest und ihn nicht nur als Steinbruch für alles Mögliche benutzt, sollte ebenfalls eine klare Vorstellung von Sozialismus bekommen – inklusive des Hinweises von Marx, dass seine Erkenntnisse mit dem Gang der Geschichte weiter zu entwicklen sind.
      Auch bei Lenin kann man das einwandfrei finden, vielleicht angefangen mit "Revolution und Staat".
      Offensichtlich basiert Sozialismus auf ein paar wenigen Grundsätzen, die auch über die Zeit nicht weniger relevant bleiben. Lediglich das gesellschaftliche und technische "Material", das denen zu unterziehen wäre, hat sich verändert.
      Ergänzend würde ich noch Hannah Arendts "Vita Activa" als Lektüre empfehlen, wo sich eine nähere Klärung des Begriffs "Arbeit" findet – woraus sich übrigens ableitet, was ich als "Die Rückeroberung der Arbeit" bezeichnen würde, doch das wäre ein weiteres Kapitel 🙂

    • Box sagt:

      Denn entgegen dem Klischee, wonach die rote Rosa immer die radikalste unter den Radikaldemokraten gewesen wäre, hat sie in entscheidenden Momenten durchaus erfolglos versucht, einen „etwas verfeinerten Radikalismus“ durchzusetzen.
      So vor hundert Jahren auf dem Gründungsparteitag der KPD in Berlin. Dort wandte sie sich entschieden dagegen, die neue Partei kommunistisch zu nennen. Dies würde ihre Aufgabe behindern, die „Verbindung zwischen den Revolutionären des Ostens und den Sozialisten Westeuropas“ herzustellen. Sie wurde überstimmt …

      (!) In ihrem Sozialismus-Modell gab es zwei Kernpunkte: die Frage der demokratischen Repräsentation und die Ausdehnung der Demokratie auf die Wirtschaft. (!)

      Beides war für sie Voraussetzung einer sozialistischen Demokratie, die sich von der bürgerlichen mit ihrem „herben Kern der sozialen Ungleichheit und Unfreiheit unter der süßen Schale der formalen Gleichheit und Freiheit“ grundlegend unterscheiden sollte.
      Die arbeitende Masse sollte aufhören, eine regierte Masse zu sein, stattdessen in freier Selbstbestimmung leben. Wenn es nun Überlegungen gibt, die Demokratie durch Sozialismus zu retten, so müsste konsequenterweise bedacht werden, ob das nicht heißt, die bürgerliche Demokratie durch eine sozialistische zu ersetzen, die bisher zwar angedacht, aber nie umgesetzt wurde. Rettung also nicht durch Rückkehr zu Gewesenem, da das Gewesene weder wieder herstellbar, noch für alle tauglich wäre, sondern nur durch etwas wirklich Neues.
      Eine Rätedemokratie zum Beispiel, wie sie sich nach allen Revolutionen, so auch im November 1918 spontan herausgebildet hatte. Arbeiter- und Soldatenräte, deren Mandat sehr eng an den Wählerwillen gebunden werden sollte. Im Unterschied zu den sogenannten freien Mandaten westlicher Parlamentarier, deren Freiheit darin besteht, den Wählerwillen gegen die Parteiraison auszutauschen zu dürfen. Was einen Großteil des Frusts der sich so nicht vertreten Fühlenden ausmacht. Weshalb der Rätegedanke später immer wieder belebt wurde, euphorisch von Hannah Arendt, aber auch von den Jusos und den Grünen. Vergeblich.

      Aus:
      Donnerstag, 24. Januar 2019, 15:00 Uhr
      ~8 Minuten Lesezeit
      Die Vordenkerin
      Die Ideen Rosa Luxemburgs können uns bei der Suche nach Kapitalismus-Alternativen bis heute inspirieren.
      von Daniela Dahn
      https://www.rubikon.news/artikel/die-vordenkerin

      Davon einmal abgesehen deutet Herr Rauls den Sozialismus-Begriff schlicht um, ähnlich wie das sonst mit dem Demokratie-Begriff geschieht:

      Den Kapitalismus retten
      19. März 2019 Hannes Hofbauer

      Eine Strategiediskussion hochrangiger Denkfabriken – ein Bericht

      Anfang September 2018 trafen sich Banker, Industrielle, Politiker und Wissenschaftler zum „Dialog der Kontinente“ im noblen Pariser Shangri-La-Hotel mit Blick auf den Eiffelturm. Der Einladung des Komitees Reinventing Bretton Woods und des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) waren knapp hundert ausgewählte Köpfe aus Europa, Südostasien und Lateinamerika gefolgt. Auffällig war die weitgehende Abwesenheit US-amerikanischer Führungskräfte. Der Autor verdankt seine Teilnahme einer glücklichen Fügung und der ungewöhnlichen Offenheit der Veranstaltung.

      „Drifts or Connectivity“ (auseinandertriften oder verbunden sein) lautete die Überschrift zur dreitägigen Zusammenkunft, womit die Ängste der anwesenden Kapitalvertreter und Wirtschaftsinstitute vor einem zunehmenden Auseinanderdriften ökonomischer Großräume treffend umschrieben ist. Ihre Hoffnungen setzten sie, das war nach einem Dutzend Plenarsitzungen klar, erstens in eine verstärkte chinesisch-europäische Kooperation, wenn nötig und vorhersehbar auch unter dem neuen Modell eines staatsgelenkten Kapitalismus, und zweitens auf die Entwicklung künstlicher Intelligenz mit ihren Möglichkeiten eines ungeahnten Rationalisierungsschubs, der zugleich die Arbeitswelt, wie wir sie kennen, transformieren wird. An selbstkritischen Tönen mangelte es nicht, man war ja auch weitgehend unter sich.
      (…)
      Die große Hoffnung: Seidenstraße

      Chinas neue Seidenstraße, die Belt-and-Road-Initiative, beherrschte dann die folgenden Plenarsitzungen. In sie wurde jene „connectivity“ hineininterpretiert, die Investoren weltweit so nötig haben, um dem Schreckgespenst des Auseinanderdriftens von Märkten erfolgreich Paroli bieten zu können. Quasi zum Aufwärmen meldete sich der Gouverneur der georgischen Nationalbank, Koba Gvenetadze, zu Wort. Gerade eben, so Gvenetadze, habe sein Land ein Freihandelsabkommen mit China unterzeichnet. Zusammen mit einer Politik der ungehinderten Marktöffnung und einem Regime flexibler Wechselkurse zählte die Belt-and-Road-Initiative zum Garanten einer zukunftsfähigen Entwicklung. Nicht weniger kritiklos schwärmte die pakistanische Finanz- und Planungsreferentin Shamshad Akhtar von chinesischen Investitionen in ihrem Land, wo der Hafen Gwadar zu einer der wichtigsten europäisch-asiatischen Drehscheiben ausgebaut werde. Mattia Romani von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) unterstrich die Hoffnung auf China mit Zahlen. Der Aufbau der Seidenstraße habe den pakistanisch-chinesischen Wirtschaftsaustausch innerhalb eines einzigen Jahres um 20 Prozent gesteigert.

      Auf die Kraft der maritimen Streckenführung der Belt-and-Road-Initiative setzten auch EU-europäische Stimmen. So hob Iris Scheel vom Hamburger Hafen die Chancen hervor, die durch chinesische Milliardeninvestitionen in die europäische Infrastruktur gegeben seien. 20 Prozent aller europäischen Häfen, so Scheel, hätten bereits eine chinesische Kapitalmehrheit bzw. chinesische Bauherrn … Piräus, Malta, Bilbao, Seebrügge, Vado. In Hamburg werde gerade eine Diskussion darüber geführt, den bislang in städtischem Eigentum befindlichen Hafen für ausländische Investoren zu öffnen. Es sah nicht so aus, als ob sie die Person wäre, die sich dagegenstemmen würde. Sorgen machten ihr hingegen die immer größer werdenden Containerschiffe. Schon sind Giganten unterwegs, die statt bisher 14.000 TEU-Container 21.000 befördern. „Wir haben Angst, was passiert, wenn ein Riesen-Cargo-Schiff im Hafen verunfallt“. Man müsste mit einem ökologischen Desaster und negativen Auswirkungen auf die nahe Stadt und die Elbpilharmonie rechnen; zudem könnte ein Unfall auch zu einer vollständigen Blockierung der gesamten Hafeneinfahrt führen.

      Während die Hamburgerin Scheel vor der Gigantomanie warnte, zeigte sich ihr italienischer Kollege Massimo Deandreis davon positiv beeindruckt. Der Generalmanager der Bankengruppe Intesa-Sanpaolo berichtete über die Chancen, die gerade Riesen-Cargo-Schiffe für das Mittelmeer brächten. Die große Anzahl an Containern macht eine direkte Verschiffung der gesamten Ladung vom Herkunfts- zum Zielhafen der schieren Menge an Gütern wegen unmöglich – kein einziger Umschlagplatz benötige 21.000 Container. Entlang der Route müssen also mehrere Häfen angelaufen werden, um die Schiffe teilweise zu entladen und wieder zu beladen. Wenn man sich die Verschiffung zwischen Shanghai zur US-Ostküste ansieht, eine der Hauptstrecken im internationalen Containerverkehr, dann führt die eine mögliche Route durch den Panamakanal und die andere durch den Suezkanal. Entlang der ersten Route über den Pazifik liegen kaum Häfen mit entsprechendem Hinterland, die ein Entladen und Beladen sinnvoll erscheinen lassen, während die Route durch den Suezkanal – so der Italiener – dem Mittelmeer eine neue Zentralität verschaffe: Alexandria, Haifa, Piräus, Triest und andere Häfen würden von den Mega-Containerschiffen profitieren. Das haben auch die Chinesen längst erkannt und sich entlang dieser Route in die wichtigsten Häfen, angefangen bei Piräus, eingekauft. Zur strategischen Absicherung dieser Streckenführung hat Peking sogar einen ersten Militärstützpunkt außerhalb seiner Grenzen eingerichtet: In Djibouti am Horn von Afrika stehen seit August 2017 Soldaten der chinesischen Volksbefreiungsarmee. Piräus konnte unter dieser Prämisse seinen Warenumschlag in den vergangenen Jahren um 250 Prozent steigern.
      (…)
      Die Intelligenz wird unmenschlich

      Als dritten Schwerpunkt neben den Themen Protektionismus und Seidenstraße diskutierten die Mitglieder von Denkfabriken, Unternehmer und Wissenschaftler über die Zukunft der künstlichen Intelligenz, der sie grosso modo ein enormen Potenzial zuschreiben. Einer kommenden Strukturkrise des Kapitalismus, so ihre Hoffnung, könne man mit Rationalisierungsinvestitionen in künstliche Intelligenz begegnen. Gleichzeitig schwang die Sorge um die Zukunft von Millionen dann „überflüssig“ gewordener Arbeitskräfte mit.

      Auch in diesem Bereich habe China die Nase vorne, so der frühere rumänische Ministerpräsident und Professor am Bukarester Polytechnikum Petre Roman. Peking betreibe die Entwicklung von künstlicher Intelligenz als militärisch-zivile Mischforschung. In westlichen Ländern gebe es teilweise ethische Vorbehalte von zivilen Ingenieuren, sich an solchen militärisch dominierten Programmen zu beteiligen.

      Künstliche Intelligenz bedeute, so Martin Weis von der „German-Swiss Intelligent Automation“ die Transformation von einer Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft hin zu einer Datenökonomie. Menschliche Intelligenz werde schrittweise irrelevant. Wie man bereits in der Medizin sehe, werde ärztliches Wissen roboterisiert. So wie im Anschluss an die Industrielle Revolution die physische Kraft des Menschen (Mannes) an Bedeutung verlor und dieser Bedeutungsverlust auch das menschliche Leben beeinflusste, so werde mit der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz der Mensch schlicht dümmer werden. Die Anleitungen, denen iPad- und GPS-getriebene Individuen Stunde für Stunde folgen, gäben bereits einen Hinweis darauf, wohin die Reise geht.

      Auch wirtschaftspolitisch wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Künstliche Intelligenz sei mit unseren derzeitigen Mitteln nicht besteuerbar, zumal die Definition, was Künstliche Intelligenz ist und welche Werte ein Roboter herstellt, noch nicht einmal begonnen hat. Ohne Besteuerung von automatisierter Produktion und Dienstleistungen bleibe allerdings, so Weis, die Frage unbeantwortet, mit welchen finanziellen Mitteln der zu erwartenden Massenarbeitslosigkeit entgegengetreten werden könne. Bei derlei sozialen Fragen hielt sich Benjamin Pring vom IT-Dienstleister Cognizant nicht auf. Der ausgewiesene Techno-Fan postulierte schlicht: „Die Zukunft der Arbeit ist keine Arbeit“.

      Was bei der ganzen Debatte um Künstliche Intelligenz ausgespart blieb, war die Triebkraft kapitalistischer Akkumulation, die ja bereits in unserem ausgehenden Zeitalter der Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften zu ständiger Überproduktion führt. Dass eine Roboterisierung von Gesellschaften dem nicht entgegenwirkt, sondern die gegenteilige Gefahr der Beschleunigung und der weiteren sozialen Polarisierung in sich birgt, klang zwar in den Debattenbeiträgen des „Dialogs der Kontinente“ an. Lösungsvorschläge blieben allerdings aus. Und wirklich hoffnungsfroh blickte bei diesem Thema auch niemand auf China.

      Komplett:
      https://www.lunapark21.net/den-kapitalismus-retten/

  15. Mike Ahrend sagt:

    Lieber Herr Rauls,
    in der DDR groß geworden (*70) habe ich erlebt, wie viele, die in ihrem Job nicht mal das Mittelmaß erreicht haben, in die Partei gegangen sind. Dort konnten sie dem Parteisekretär nach dem Mund reden und kamen so in kleine Machtpositionen. Auch Führungspositionen in den Betrieben konnte man nur als Parteimitglied erreichen. Dort gab es Korruption, Sonderzuteilungen und vieles mehr, die das Leben angenehmer machten.
    Wie ist das in China? Ich habe gehört, dass im Politbüro nur Milliardäre sitzen? Dann stinkt doch der Fisch genauso vom Kopf her. Die denken doch dann nur an sich und nicht an den kleinen Mann. Oder die kleine Frau natürlich.

    • Wildenfelser sagt:

      Im Sozialismus, in dem die Macht an der Basis liegt, würde das Kollektiv einem mittelmäßigen Karrieristen den Marsch blasen. Das das in der DDR nicht ging, war einer der größten (der größte) Fehler des Systems.

    • rigforred sagt:

      Hallo Herr Ahrend, mein Schwiegervater dürfte in etwas Ihr Zeitgenosse sein und meint, dass es viele ökonomische und technische Dummheiten gab, aber die folgende war die größze und folgenschwerste, ja die tödliche Dummheit des Systems:
      Man glaubte, jeder könne alles werden und die Partei würde den Vorgang alleine steuern, wer dann dann wo landet.

      Man konnte eben nicht par ordre de mufti die Menschen mal zum Landwirtschafts- oder Technikstudium schicken. Seiten sind dabei leidenschaftliche Menschen mit Beruf und Berufung herausgekommen.

      Meine Schwiegermutter wurde vor die Wahl gestellt, Maschinenbau oder IT zu studieren. Auf beides hatte die null Bock. Also schnell die Partei eingetreten und den Studiengang gewählt, der am weitesten von zuhause weg lag.

      Naja, kann man machen, führt aber irgendwie in der Summe offensichtlich zu keinem guten Resultat. Weder für das Individuum noch für eine Gesellschaft.

      Ich weiß ja nicht, aber von der Verwandschaft bekomme ich aus den 80ern aus der Ostzone nur Friedhofstimmung gemeldet.

      Kein Optimismus, keine Ziele, Träume. Alles Scheiße, Deine Emma!

  16. Box sagt:

    Freitag, 04. Dezember 2020, 16:00 Uhr
    ~32 Minuten Lesezeit
    Der Diktatur-Vorreiter
    Das sonst im Westen unbeliebte China gilt inzwischen als nachahmenswertes Modell in Sachen Lockdown, Überwachung und Transhumanismus.
    von Aya Velázquez

    Plötzlich scheinen alle China zu lieben. Zumindest jene Politiker und Medien, denen die Einschränkungen von Freiheitsrechten in Deutschland gar nicht hart genug sein können. Dabei wurde der ärgste globale Konkurrent der westlichen Hemisphäre dort bisher kräftig gebasht. Auf einmal aber wird die konsequente Corona-Eindämmungspolitik der chinesischen Regierung überall gelobt. Im bevölkerungsreichsten Staat der Erde wurden Lockdowns bis hin zur De-facto-Inhaftierung von Bürgern in ihren Wohnungen zum ersten Mal erprobt. Hier haben Panikmodus, Maskenmode und Dauerpropaganda ihren Anfang genommen. Von China lernen heißt unterdrücken lernen, lautet das neue Motto. Auch in puncto Totalüberwachung, Tugendterror und Verhaltenssteuerung wird der Rest der Welt allenthalben „chinesischer“. Wissenschaftsglaube und transhumanistische Übermenschenideen verbinden sich hier mit einem traditionell eher kollektivistischen Menschenbild. Dem Land kommt in diesem globalen Theaterstück, mit dem das Ende der Freiheit inszeniert wird, ganz offensichtlich eine Hauptrolle zu. Dieser Text erschien unter dem Titel „China und der Great Reset“ zuerst auf demokratischerwiderstand.de.

    Vom 20. bis 24. Januar 2020 tagte das 50. World Economic Forum (WEF) im schweizerischen Davos. Zur gleichen Zeit, am 23. Januar, verhängte China den ersten Lockdown in der Geschichte der Menschheit, und die globale Berichterstattungslawine über Corona begann. Nur wenige Tage später lobte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus Chinas Weg bereits als „richtungsweisend“. In den kommenden Monaten kopierten fast sämtliche Länder der Erde China. Derweilen freute sich Klaus Schwab, Vorsitzender des WEF, über die einmalige Gelegenheit für einen „Great Reset“, den er Anfang Juni in Davos vor der Weltöffentlichkeit aus der Tasche zauberte. Jeder weitere Tag Lockdown bringt Big Tech, Big Pharma und Big Money sagenhafte Gewinne. Über Zufälle und Interessenkonvergenzen im 21. Jahrhundert.

    6. März 2020, Wuhan. „Fake, Fake, es ist alles Fake!“, schallt es schrill von den Wolkenkratzern in Wuhan, als sich die chinesische Vizepräsidentin Sun Chunlan zusammen mit ihrer Delegation aus Peking ein Bild von der Lage im gefährlichen Seuchengebiet macht. Die Szenerie mutet gespenstisch an: Dystopische Endzeitstimmung, menschenleere Straßen inmitten grauer Wohnblöcke, einzig der Kreis der inneren Kader Xi Jinpings schreitet mit versteinerten Mienen voran. Eindringliche Rufe der eingesperrten Bürger Wuhans zerreißen die Stille: „Fake!“ rufen sie, „Wir protestieren!“ und „Formalism“, sinngemäß übersetzt etwa „Symbolpolitik!“ (1).

    Komplett hier:
    https://www.rubikon.news/artikel/der-diktatur-vorreiter

  17. Ancastor.gardian sagt:

    Sozial ist schon in Ordnung und eigentlich die Grundlage für ein gutes Miteinander und das Verteilen von Werten, die am Ende allen gehören, besonders wenn die Leistung Maschinen erbringen.

    Sozialismus wie er in der DDR praktiziert wurde, war am Ende auch nur Machtkonzentration und scheitert stehts.
    Besonders unser gemachtes Geldsystem basiert ja am Ende auf Zusammenbruch und Neugestaltung mit Umverteilung. Daher scheitern auch diese Systeme mit dem aktuellen Geldsystem.

    @Herrn/Frau Severin
    In ihrem Beispiel fehlt jedoch der Zusatz, dass man in der westlichen Demokratie als "kleiner" Man von der Straße keine Macht besitzt und sich die freie Meinungsäußerung solange vieles Gefallen lässt, solange sie am Ende ungefährlich sind.

    Sobald sie etwas damit bewegen könnten, kommt ebenso hier die Keule in allen möglichen Formen, bis hin zu Mord.
    Nur schauen sie doch, selbst wenn die Aufklärung hohe Wellen schlagen müsste, in den Systemmedien wird eine Scheinrealität weiter und weiter durchgezogen.
    Die können sich unglaublich viel leisten und durchgehen lassen, weil der Glaube an deren System sehr groß ist, Angst super funktioniert statt offene Gewalt und man es über Jahrzehnte geschafft hat, den Leuten diese Struktur als alternativlose Normalität zu verkaufen, wo die Machteliten unsichtbar sind und diese samt ihrem Systemstrukturen aus allen Debatten ausgeblendet werden als wahre Ursache, durch ihre Puppen in ihrem durchgeplanten TV-Theater.

    Jeder Kritiker der da dan doch mal wa sagt, ob nun direkt im Fernsehen, oder in ein Mikro, wird alsbald gefeuert oder anders seiner Macht enthoben, auch gerne mal durch Autobomben, Attentate oder einfach Unfällen.

    • severin sagt:

      Mag sein, ich erreiche nicht viel wenn ich die Regierung kritisiere. Aber immerhin kann ich frei meine Meinung äußern und das ist mir einiges Wert. Sozial muss auf Freiwilligkeit und Liebe basieren, alles andere hat nichts mehr mit sozial zu tun.

  18. severin sagt:

    Dazu ein kleines Gedankenexperiment:
    A: Man stelle sich in Peking auf einen kleinen Hocker in der Fußgängerzone und fange an die Partei und Xi lautstark zu kritisieren und als Verbrecher zu bezeichnen.
    B: Man stelle sich in Washington DC auf einen kleinen Hocker in der Fußgängerzone und fange an die Trump, Biden und die Regierung lautstark zu kritisieren und als Verbrecher zu bezeichnen.

    Ich bin kein Fan vom blutrünstigem amerikanischen Imperialismus aber alleine der Fakt, dass man in den großen kapitalistischen Ländern frei seine Meinung äußern kann ohne 10 Jahre auf unbestimmt weggesperrt zu werden, führt bei mir zur Annahme, dass der Kapitalismus dem Sozialismus wenn es um persönliche Freiheit geht Meilenweit überlegen ist.
    Free Assange ist klar aber es handelt sich hierbei um Einzelpersonen und in China wird jeder weggesperrt der den Mund aufmacht. Mal ehrlich Leute, was glaubt ihr warum z.B. Ernst Wolff nicht in China lebt? Er hat selbst gesagt er hätte keine Lust darauf.

    P.S.: Ich wette Rüdiger Rauls würde sich aus gutem Grund nicht trauen Gedankenexperiment A in die Realität umzusetzen. Er sitzt hier im kapitalistischen Westen, lästert über das böse System ab und huldigt das tolle totalitäre System China, ein Orwell'scher Muster-Staat in der Endphase. Wenn er das in China machen würde -> ein paar Jahre Knast.

    • Diderot sagt:

      Ich werde zu gegebener Zeit – sobald ich diese Kolumne "verarbeitet" habe – Stellung beziehen. Erster Eindruck: Rauls bringt es auf den Punkt.
      Zweiter Eindruck nach dem Lesen der Stellungnahme von "Severin": Rauls wirft Perlen vor die Säue.
      "Severin" stellt sich also mit seinem Hocker egal wo hin, schreit laut Trump, Merkel oder meine Mutter sind A….löcher und… welch` Überraschung, er wird nicht verhaftet. Das nennt er dann Freiheit. Armes Würstchen. Aber, und das sollte Mann/Frau sich auf der Zunge zergehen lassen: Er ist kein Fan des amerikanischen Imperialismus, aber, und das reicht ihm völlig, er darf – so glaubt der kleine "Severin" – knallhart seine Meinung äußern. Mein Gott, in China würden solche Typen mit Sicherheit nicht weggesperrt, sondern in psychiatrische Behandlung – also die, in der, wenn erforderlich, die Jacke hinten zugeknöpft wird – überführt werden. Das ist doch so schlecht nicht, oder?

    • Rüdiger Rauls sagt:

      Werter Severin

      Zu Ihrer Wette: Sie haben Recht, ich würde es nicht machen. Ich wüsste auch nicht warum? Wie stellen Sie sich das denn vor? Ein Westler kommt nach China und glaubt, alles müsste nach seinen Vorstellungen laufen, weil er der dicke Hans Protz ist und als Westler aller Welt glaubt beibringen zu müssen, was Meinungsfreiheit ist und Demokratie und so weiter und so fort. Kurz: Am deutschen WEsen soll die Welt gewesen oder die neuere Version: nach den westlichen Werten soll sich alle Welt richten. Aber wir aus dem Westen haben es nicht nötig, uns nach den Werten der anderen zu richten. Wieso auch, die sind sowie so immer falsch, wenn sie nicht so sind wie unsere.
      In meiner Heimatstadt Trier wimmelt es im Sommer von Chinesen. Die besuchen das Karl-Marx-Haus, sind freundliche, ruhige Leute und keiner käme auf die Idee, sich in der Fußgängerzone auf einen Schemel zu stellen und auf Merkel zu schimpfen, also uns Deutschen die Augen öffnen zu wollen, wie die Severin glauben, es sich heraus nehmen zu können. Klar der Severin ist ein westlicher Demokrat, d.h. allen anderen Völkern überlegen. Und alle Gäste aus China fahren wieder heim in das "totalitäre China", den "Orwell'schen MusterStaat". Gut, die sind natürlich alle zu blöde zu erkennen, dass sie keine Meinungsfreiheit haben. Selbst die Studenten an den Universitäten des Westens kehren in den meisten Fälle nach China zurück. Auch sie alle zu blöde zu erkennen, dass sie in Unfreiheit gehalten werden.
      Da muss ein Severin erst einmal kommen und ihnen die Augen öffenen.

    • Wildenfelser sagt:

      Severin – Dein Experiment ist sehr witzig. Natürlich dürftest Du in Washington DC auf dem Hocker stehen und sagen was Du willst. Das System hat die TOTALE MACHT (—> Bewusstseinsindustrie!) und Dein Gerede wäre absolut folgenlos. Machst Du das in China, müsste die Führung zu recht fürchten, dass Du etwas bewegst, denn Dein Hocker würde Dir vom westlichen Geheimdienst hingestellt und unter dem Hocker fielen die Goldstücke oder Dollarscheine aus eine offenen Tasche. Das ist denn nun schon ein Unterschied.
      Vielleicht hast Du mal mitbekommen, wie so etwas funktioniert? Sieh zum Beispiel Ukraine!

    • severin sagt:

      Diderot: Alle die nicht Herrn Rauls China-Artikel unterschreiben kommen mit Zwangsjacke in die Psychiatrie. Sagen Sie mal geht's noch? Dazu noch ein Mutterwitz und der geistige Dünnsinn ist perfekt. Wenn Sie Probleme haben wenden Sie sich an Ihre Familie und Freunde, vielleicht können die Ihnen helfen. Jedenfalls wünsche ich Ihnen gute Besserung und dass Sie niemals in einer Zwangsjacke enden.

      Rüdiger Rauls: Mir geht es nicht um das Privileg in China Xi beleidigen zu dürfen oder den Chinesen vorschreiben zu können wie sie zu leben haben. Sondern darum, dass Sie hier auf KenFM systemkritische Artikel veröffentlichen, für die Sie in China zweifellos im Knast landen würden. Es gibt in Deutschland gute und schlechte Seiten und so ist es in China auch. Der Unterschied auf den ich Sie hinweisen wollte ist jedoch, dass man in Deutschland offen drüber reden kann und in China nicht. Daher das Gedankenexperiment, nichts läge mir ferner als in China den Chinesen den Marsch blasen zu wollen. Schade wenn youtube Videos von KenFM usw. löscht, aber immerhin ist Herr Jebsen dafür nicht zehn Jahre eingefahren. Ich habe kein Mitleid mit einem Herrn Rauls oder einem anderen Westler der nicht in Peking Xi kritisieren darf sondern Mitleid mit tausenden bis hunderttausenden Chinesen, die weil sie schlicht nur ihre eigene Meinung offen ausgesprochen haben im Knast sitzen. Muss ich jetzt ernsthaft Belege und Quellen rauskramen um zu untermauern, dass es in China keine Meinungsfreiheit und kein Recht auf freie Rede gibt? Und natürlich stören sich die meisten an sowas überhaupt nicht, man merkt es doch schon am deutschen Lockdown. Selbst in Deutschland wird immer mehr auf Meinungsfreiheit gepfiffen. KenFM war für mich immer ein Portal, dass für Bürgerrechte und gegen totalitäre Regierungen gestanden hat. Zusammen mit Reiner Rupp scheinen aber Sie eher die Schiene zu fahren, ein totalitäres System ist schon okay, solange es so richtig totalitär ist und einen roten Anstrich hat.

      Wildenfelser: Ganz genau, alle Regierungskritiker in China sind von der CIA, ist klar. Kannst Du dir nicht vorstellen, dass es auch Chinesen gibt, die gerne das eigene Herrschaftssystem kritisieren würden? Sind nicht alle in den großen Bruder verliebt ?

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