Chinesische Zustände • STANDPUNKTE

Ein Standpunkt von Rüdiger Rauls.

Nach der Darstellung westlicher Medien ist es mit der Meinungsfreiheit in China nicht weit her. Nach ihrer Sichtweise bestimmt die Partei, was gedacht werden darf. Nun scheinen auch die westlichen Medien derselben Methoden zu bedienen, die sie in China und Russland verurteilen.

Alles Politik

Seit Jahren berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) sehr umfangreich über Leben und gesellschaftliche Vorgänge in China. Dabei kommen in der Regel nur die Kritiker und Feinde Chinas zu Wort. Obwohl es dem Land gelungen ist, Hunderte von Millionen Menschen aus der Armut zu führen, ein Vorgang, der bisher in der Menschheitsgeschichte einmalig ist, kommen aber diese Gewinner und Befürworter der chinesischen Politik so gut wie nie in der Zeitung zu Wort.

Ähnlich verhält es sich mit der Berichterstattung über die Bewältigung der Corona-Krise in China. Was immer auch getan wurde, es stieß bei den Frankfurtern auf Kritik. Entweder war es zu spät oder nicht genug, zu diktatorisch oder aber nur geschehen mit dem Hintergedanken, den Machtanspruch der kommunistischen Partei zu sichern. Selbst der weltweit bewunderte Aufbau zweier Krankenhäuser in Wuhan traf bei der FAZ auf Skepsis. Die zum Teil kostenlose Hilfen an westliche Staaten wurden herabgewürdigt als „Maskendiplomatie“.

Bisher aber brachte die Zeitung kaum Nachweise für die Unterstellungen, dass die Pekinger Führung mit ihrer Unterstützung in erster Linie politische Absichten verfolge. Statt auf Quellen verlegt man sich sehr oft auf Spekulationen, Vermutungen und sehr viele Aussagen im Konjunktiv.

In dieser Sichtweise äußert sich aber nicht die Wirklichkeit sondern das eigene Denken, die eigenen Einstellungen und Werte. Offenbar kann man sich nicht vorstellen, dass dem Handeln Chinas andere Motive und Absichten zugrunde liegen als diejenigen, nach denen man selbst die Welt beurteilt und darstellt. Dabei geht man aber davon aus, dass die Chinesen in denselben Kategorien denken wie die Meinungsmacher im Wertewesten. Insofern sind Zweifel angebracht, ob die Darstellung der wirklichen Verhältnisse in China überhaupt im Interesse solcher Meinungsmacher liegt.

Westliches Vorrecht

Wie anders lässt sich sonst erklären, dass die FAZ ihre Medienmacht aufbot, um die Ausstrahlung eines Beitrags über China zu torpedieren, der ein anderes Bild zeichnete. Die Dokumentation „Wuhan – Chronik eines Ausbruchs“ hatte am Montag, den 15.6.2020, auf dem öffentlich-rechtlichen SWR (SüdWestRundfunk) gesendet werden sollen.

Noch vor der Ausstrahlung übte die FAZ in einem halbseitigen Beitrag an prominenter Stelle heftige Kritik am Vorhaben des Senders unter dem Titel „Chinesische Propaganda im SWR?“. Vermutlich waren auch noch andere Medien des Wertewestens beteiligt, denn die FAZ spricht triumphierend von „massiver Kritik“ und dass der Sender aufgrund dessen „sich wohl nicht anders zu helfen“ wusste, als „den Film nicht zu zeigen“(1).

Anscheinend glaubt die Zeitung sich zu solchem Vorgehen berufen, denn in diesem Beitrag sieht man Unterstützung für den Versuch Pekings, „die internationale Öffentlichkeit zu beeinflussen“ (2). Es wird kritisiert, dass sich die Dokumentation unter anderem auch auf Rohmaterial stützt, das von der CICC (3) zur Verfügung gestellt wurde. Man befürchtet, dass der Beitrag ein Bild zeichnet, „das sich mit dem offiziellen Narrativ auf bedenkliche Weise überschneidet“. (4)

Nun ist die Aufregung der FAZ umso unverständlicher, wurde ihr doch auf Anfrage mitgeteilt, das „CICC konnte zwar Anmerkungen zu den Textfassungen machen, jedoch keine Änderungen einfordern“(5). Das bedeutet also, dass die unterstellte Einflussnahme durch die Chinesen gar nicht stattgefunden hatte. Darüber hinaus teilte der Sender mit, „jede Aussage im CICC-Material sei einem Drei-Quellen-Check unterzogen worden“(6). Wo also lag das Problem?

Solche journalistische Sorgfalt kannte der westliche Medienkonsument beispielsweise bei der Berichterstattung über die Vorgänge in Syrien nicht. Da waren fragwürdige Quellen an der Tagesordnung. Dennoch war ein ähnlich energisches Auftreten renommierter Medien in diesen Fällen nicht festzustellen.

Nun stellen sich angesichts dieser Widersprüche grundsätzliche Fragen: Bedeutet die vorgetragene Empörung in unseren Leit-Medien, dass nur der Westen mit seinen Informations- und Kommunikationsmitteln Einfluss nehmen auf die internationale Öffentlichkeit? Dürfen China, Russland und andere nicht auch ihre Sicht der Dinge darstellen? Sieht so das Verständnis von Meinungsfreiheit in solchen Medien aus?

Niemand hat das Monopol auf die Wahrheit. Sie ergibt sich erst durch sachgerechte und umfassende Darstellung der Vorgänge in der Welt. Dazu aber sind Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt unabdingbar, was aber auch solche Sichtweisen mit einschließt, die ein anderes Bild zeigen. Vielleicht hatten sich die Meinungsmacher im Westen einfach zu sehr daran gewöhnt, den eigenen Bürger bei seiner Meinungsbildung fest im Griff zu haben. Glaubt man aus Gründen der intellektuellen Hygiene solche Beiträge verhindern zu müssen? Oder hat man Angst, dass der eigene Einfluss auf das Denken der Bürger ins Wanken gerät, wankt er gar schon?

Systemrivalität

Von der anfänglichen Freundschaft mit China ist nicht viel übrig geblieben. Frühere Hoffnungen des Westen auf eine ähnliche Entwicklung wie in der ehemaligen Sowjetunion hatten sich nicht erfüllt. Wandel durch Annäherung führte nicht wie im Ostblock zum Systemwechsel in China, sondern zum Aufstieg des Landes zur zweitstärksten Wirtschaftsmacht der Welt. Nun gelten auch die Chinesen wie die Russen unter Putin als Schuldige für das Zerwürfnis mit dem Westen. Er selbst sieht sich jedoch eher als Opfer, nicht als Beteiligter an der Zerrüttung der Verhältnisse

Statt aber sich seine eigene Mitverantwortung bewusst zu machen und daraus neues Handeln zu ermöglichen, verfährt man weiter wie bisher in Gutsherrenmanier. Man verschärft die Auseinandersetzung und glaubt, dass das alte Rezept immer noch wirkt, die Erhöhung des Drucks. In diesem Sinne wohl erklärte die EU im März letzten Jahres China zum Systemrivalen. Man sieht sich also nicht mehr nur in wirtschaftlicher sondern auch in politischer Konkurrenz zu einander. Unklar ist, was man sich dabei dachte und welche Vorteile man sich davon erhoffte. Glaubte man allen Ernstes, China werde nun vor Angst zittern?

So wurde auch die Bewältigung der Corona-Krise vom Westen in dieses neue Muster des Systemkonfliktes übernommen. Als wäre das Virus parteiisch oder gar politisch beeinflussbar. Ohne Not wurde die Bekämpfung der Seuche zu einem Gradmesser für die Überlegenheit des westlich-demokratischen Systems erhoben. Damit stellte der Westen sich selbst die Falle auf, in der er nun gefangen ist.

Denn China hat die Krise besser gemeistert als die Staaten im Westen. Die Zahl der Toten ist wesentlich geringer, und die Wirtschaft erholt sich rasch, ja liegt schon fast wieder auf dem Niveau der Vorkrisenzeit. Trotz Stützungsmaßnahmen in Billionenhöhe kommt die Wirtschaft der meisten westlichen Staaten nicht so recht aus dem Konjunktur-Keller heraus.
Diese selbst verschuldete Niederlage im Kampf der Systeme will man nicht wahrhaben, geschweige denn eingestehen. Die Meinungsmacher im Westen leugnen diese Tatsache, indem sie die Erfolge Chinas in der Bekämpfung der Seuche herunterspielen oder gar ganz verschweigen.

Dieser Strategie jedoch liefe die Dokumentation des SWR zuwider. Sie würde ein ganz anderes Bild von der Wirklichkeit in China vermitteln, als der Leser der FAZ es aus seiner Zeitung wie auch aus den anderen westlichen Medien tagtäglich erfährt. Gilt es das zu verhindern? Darum die ganze Aufregung? Kann nicht sein, was nicht sein darf?

Die nächste Niederlage droht

Mit solchen Beiträgen wie dem über Wuhan liefe der Westen Gefahr, auch noch die „Schlacht der Narrative“ zu verlieren, die die FAZ in ihrer Ausgabe vom 1.4.2020 ausgerufen hatte. Wenn schon die Schlacht um Corona verloren ist, so soll doch wenigstens Darstellung und Deutung der Ereignisse noch in der Hand der westlichen Medien bleiben. Es geht darum, die Menschen im eigenen Einflussbereich bei der Stange zu halten, wenn man schon auf die Meinungsbildung in China selbst kaum Einfluss hat.

Aber auch in dieser Frage wächst die Konkurrenz zwischen dem Westen und China. So stellt man in der Frankfurter Redaktion erschreckt fest, dass das Land „mit immer ausgefeilteren Methoden die internationale öffentliche Meinung zu beeinflussen suche.“(7). China berate darüber, wie es die eigene „internationale Diskussionsmacht verstärken und die Dominanz westlicher Medien brechen könne“(8).

Wie aber sehen diese ausgefeilten Methoden aus, die diejenigen so erschrecken, die bisher die Meinungsbildung gesteuert haben? Vor welcher Gefahr will die FAZ die Medienkonsumenten im Westen bewahren, was sollten sie nicht zu sehen bekommen in der abgesetzten Dokumentation? „Gezeigt werden bestens ausgestattete Krankenhäuser, bestens versorgte Patienten, chinesische Hochtechnologie“(9). Davon jedoch hatte die FAZ ihren Lesern nicht berichtet, obwohl sie Korrespondenten vorort hat.

Sie hätte sich vielmehr gewünscht, „dass in der Dokumentation auch Personen zu Wort kommen, die das offizielle Narrativ in Frage stellen“(10). Kämen solche Ansprüche und Kritik vonseiten der Macher der abgesetzten Dokumentation an der Berichterstattung der FAZ, würde diese sich mit Sicherheit unter Hinweis auf ihre redaktionelle Gestaltungsfreiheit dagegen verwahren. Vielleicht ist sie aber von ihrem eigenen China-Bild mittlerweile selbst so geblendet, dass man sich über andere Sichtweisen verwundert die Augen zu reiben scheint.

Bisher hatten die Medien im Westen ein eher negatives Bild gezeichnet über das chinesische Krisenmanagement, wenn sie denn überhaupt darüber berichteten. Aber „stattdessen sehen wir ein scheinbar perfekt funktionierendes Krisenmanagement und scheinbar dankbare und zufriedene Bürger“(11). Was daran als ausgefeilte Methoden zur Beeinflussung der Öffentlichkeit bekritelt werden kann, erschließt sich vermutlich nur der FAZ. Denn immerhin hatten diese Informationen dem oben bereits erwähnten dreimaligen Fakten-Check des SWR standhalten müssen.

Als ähnlich gefährliche Einflussnahme scheinen auch die Aussagen der renommierten Ärzte Wieler und Drosten angesehen zu werden, die sich in dem abgesetzten Beitrag positiv zum Krisenmanagement Chinas äußern. So vermutet Drosten, „was in der frühen Phase des Ausbruchs passiert ist, wäre in vielen Ländern noch viel stärker entgleist“(12). Und Wieler nimmt die Chinesen gegen Vorwürfe in Schutz, zu spät gehandelt zu haben: „Im Nachhinein ist man immer schlauer“(13). Das also ist die gefährliche Manipulation und Einflussnahme, die von China ausgeht. Das glaubt man dem mündigen Bürger im Westen nicht zumuten zu können?

Unzuverlässige Kantonisten

Traut man dem mündigen Bürger nicht zu, dass er sich ein eigenes Bild schaffen kann ohne Bevormundung durch die eigenen Medien? Oder hat man vielmehr sogar Angst davor, dass er sich durch solche Dokumentationen ein Weltbild schaffen könnte, an dem die Berichterstattung unserer Medien sich als das enttarnt, was sie in Wirklichkeit ist: Manipulation und die Form von Beeinflussung, die man gerade China und auch Russland immer wieder unterstellt.

Andererseits: Welchen Einstellung gegenüber den Medienkonsumenten offenbart diese Haltung unserer Medien? Man bezweifelt ihr Urteilsvermögen. Diese herablassende Einstellung kam schon in den Vorwürfen der Wählermanipulation durch Russland und China bei den Wahlen in den USA und den Europawahlen zum Ausdruck. Offenbar halten die Medien im Westen den Bürger für zu blöde, um zu erkennen, was richtig und wahr ist. Muss er deshalb von unerwünschter Einflussnahme abgeschottet werden?

Letztlich aber besagt das nichts anderes, als dass Medien und Politik von ihrer eigenen Argumentationskraft und Weltsicht nur wenig überzeugt sind. Wenn sie glauben, dass die eigenen Bürger so leicht von den Argumenten der anderen überzeugt werden können, dann kann es mit den eigenen Ansichten nicht weit her sein. Das aber ist die praktische Erfahrung in den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen im Westen. Die Meinungsmacher erkennen immer deutlicher, dass das eigene Weltbild die Öffentlichkeit immer weniger überzeugt, dass die eigenen Argumente zu schwach sind.

Die westlichen Medien misstrauen nicht Russland oder China, sie misstrauen ihren eigenen Bürgern. Sie trauen seinem Urteilsvermögen nicht. Dieses Misstrauen aber hat gute Gründe: Denn die Medien wissen, dass sie manipulieren, dass sie den Menschen ein falsches Bild von der Wirklichkeit vermitteln. Sie zeichnen ein Bild von der Wirklichkeit, das ihren Wünschen und politischen Interessen entspricht. Und Beiträge wie der, den man nun mit Erfolg abgesetzt hat, tragen in sich die Gefahr, dass die Manipulation offenbar wird.

Appell und Aufruf

Fordern wir als Bürger die Ausstrahlung der abgesetzten Dokumentation. Dass die FAZ versucht, unliebsame Beiträge zu verhindern, kann man kritisieren. Noch mehr Kritik aber verdient ein Sender, der sich den Ansprüchen privater Medienunternehmen unterwirft. Die Sender der ARD werden nicht von diesen Konzernen finanziert. Es sind die Bürger dieses Landes, die mit ihren Gebühren den Sendebetrieb ermöglichen. Sie sind es, die Gehälter derer zahlen, die in eigenmächtiger Selbstgefälligkeit glauben, für die Gebührenzahler entscheiden zu dürfen, was er sehen darf und was nicht. Wir haben ein Recht auf ehrliche Berichterstattung.
Vor allem aber sollten die alternativen Medien und all diejenigen, die sich einer objektiven Berichterstattung verpflichtet fühlen, die Veröffentlichung des abgesetzten Beitrags fordern. Wodurch würden sie sich sonst als alternative Medien auszeichnen?

Quellen:

  1. FAZ vom 16.6.2020: Wuhan und Wahrheit
  2. FAZ vom 15.6.2020: Chinesische Propaganda im SWR?
  3. China Intercontinental Communication Centre, ein Informationsbüro des chinesischen Staatsrates.
  4. FAZ vom 15.6.2020: Chinesische Propaganda im SWR?
  5. Ebenda
  6. ebenda
  7. ebenda
  8. ebenda
  9. ebenda
  10. FAZ vom 16.6.2020: Wuhan und Wahrheit
  11. FAZ vom 15.6.2020: Chinesische Propaganda im SWR?
  12. Ebenda
  13. Ebenda

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildquelle: C. Nass / shutterstock

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30 Kommentare zu: “Chinesische Zustände • STANDPUNKTE

  1. De negative Darstellung Chinas durch die westliche Politik und deren Medien muß im geopolitischen Rahmen gesehen werden. Die globale Hegemonialmacht USA und seine Vasallen (das Imperium) befindet sich auf dem absteigenden Ast. Dagegen hat China einen spektakulären Aufstieg erreicht, der nicht nur Neid, sondern auch Ängste erzeugt. Daher ist es eine verständliche und traditionell erprobte Reaktion den Konkurrenten zu dämonisieren. Insgeheim wissen die Protagonisten der "Wertegemeinschaft", dass die chinesische Systemkonkurrenz überlegen ist. Diese basiert nicht nur auf dem politischen System, sondern vor allem auf der kulturellen Ebene. Pointiert gesagt ist die auf Kooperation und Ausgleich gerichtete konfuzianische Weltanschauung dem puritanisch geprägten Konkurrenzdenken überlegen. Mein Eindruck ist, dass die Verwerfungen in den westlichen Gesellschaften und deren Bevölkerung größer sind als in der chinesischen Gesellschaft. Daher wird voraussichtlich dem amerikanischen Jahrhundert ein chinesisches folgen und das Reich der Mitte wird den Rest der Welt besser behandeln als der 400 pound bully in the room.

  2. Jeder kann die politische Schlagseite bei Dokumentationen über China, Russland, etc. in den öffentlich rechtlichen Medien ganz einfach abbilden. Dazu nimmt man sich einfach das Programm Mediathek-View und sucht nach Dokus über China. (90% davon sind extrem politisch eingefärbte Propaganda. Und wenn jetzt eine einzige Doku nicht diesem Schema entspricht oder sogar neutral ist, dann drehen die Transatlantiker in den selbsternannten "Qualitätsmedien" halt durch.

  3. Frank Rudolf

    Mit Kritik habe ich kein Problem, im Gegenteil. Ich liebe sie, weil man daran die eigenen Überzeugungskraft erproben und verbessern kann. Aber „Meckern“, wie Sie es bezeichnen, hat nach meiner Meinung auf Foren nichts verloren. Es wird auch nicht besser durch die Befindlichkeitspoesie und Verständisappelle, die die erste Hälfte ihres Beitrags ausmachen. Gemeckert wird schon genug in Deutschland. Aber wenns drauf ankommt, dann sind es gerade die Meckerer, die den Schwanz einziehen und nicht zu ihrer Meinung stehen. Dann wird gejammert, dass man ja nicht mehr seine Meinung sagen dürfe. Falsch: Jeder darf seine Meinung sagen, auch box und jeronimo (wo bleiben denn seine Antworten für die wilden Behauptungen, um die ich ihn gebeten habe?). Nur meistens sind es aber die box und jeronimo, die die Antworten auf ihre Meinungsäußerungen nicht ertragen können. Sie sind die Intoleranten, nicht diejenigen, die ihnen widersprechen. Meinen Sie das mit „Pauschalurteilen/Verurteilungen“? Moralische Empörung ist dann das letzte Mittel des gesichtswahrenden Rückzugs.
    Foren sind auch nicht der Ort, wo jeder seinen Frust soll auslassen können, nur weil er/sie einen schlechten Tag hat. Denn Foren sind keine Therapieeinrichtung. Hier sollte es um Meinungsaustausch gehen, um das ernsthafte Interesse an Erkenntnis, indem man die Standpunkte der anderen als Bereicherung des eigenen Weltbildes schätzt und achtet. Das aber tun die box und jeronimo nicht. Sie benutzen die Aufmerksamkeit der anderen für ihre Selbstdarstellung oder zur Bestätigung des eigenen Weltbildes. Denen gehts um Rechthaberei, nicht um Erkenntnis.
    Nun können Sie zurecht von „Keule“ sprechen. Das davor war nur der Windzug der Keule.

    • Klasse Hr. Rauls,
      Sie sprechen mir aus der Seele. Diese unsägliche Stimmungsmache rechter und neoliberaler Medien gegen China soll das deutsche Versagen kaschieren oder relativieren. Es ist auch nicht nur so, dass Chinas und Russland Hilfe für europäische Länder wie Italien leisteten, während Deutschland und Frankreich dergleichen nicht taten und statt dessen damit beschäftigt waren, für Italien und Spanien bestimmte chinesische Luftfracht abzufangen und zu beschlagnahmen. Unser Außenministen Maaß war sich dann auch nicht zu blöd, nach der Freigabe durch den deutschen Zoll dieser beschlagnahmten Lieferungen als deutsche Hilfslieferung an Italien umzulügen. Zu dieser ungeheuerlichen Heuchelei und Lüge war nichts in der FAZ zu finden, was natürlich Bände spricht.

    • at: Rüdiger Rauls

      Eben nur – interessenhalber, was ich als Nobody usw.…usf.… Unerheblich, genau.😁
      Ich war jetzt einfach nur etwas irritiert, da box zwar Kritik und nur am Artikel übte, Du hingegen gleich, eine voll – satte persönliche Breitseite abgefeuert hast.
      Vor meinem geistigen Auge schier, erschien der Vorgang lebhaft, als audiovisuelle Wahnvorstellung abzulaufen.
      Die Keule, welche das Schädeldach bei dumpf – bum – pengendem Sound slowmotion – technisch eintrümmert, das rechte Auge zum linken Ohr hinaus drückt, der leicht pumpende Blutschwall während das Opfer pfe………HOT STOP. NICHT durchdrehen.
      Da dachte ich, so ganz solidar betroffen, womit hat er DAS nun jetzt verdient? DAS, diesen Hammer, diese mörderische Buchstabentotschlagkeule zentral in den Grind.

      Aber Spaß beiseite, dass hier eine Vorgeschichte existiert war mir nicht bewusst. Insofern mache ich mich dann mal ganz schnell vom Acker, eigeninteressenhalber sozusagen. „Man“ weiß ja, wie sowas manchmal ausgeht.

      Allerdings, ich denke schon, sollte man ihm eine gute Vorlage/Thema geben, dass box bestimmt auch einen guten Artikel hinbekommt. Vielleicht einfach mal ausprobieren.

      Schönen Abend dann noch @ all.

  4. mich würde mal die Meinung von Rüdiger zu folgenden Doku's interessieren
    Überwacht – Sieben Milliarden im Visier – "Arte Doku" (China ab MInute 40)
    https://www.youtube.com/watch?v=4DchNIXzmHM&list=PLI8r2wPLwOptmQ7up6y4t4Tiksp0GLdGZ&index=3&t=1s

    Oder diese hier
    Das überwachte Volk – Chinas Sozial-Kredit-System
    https://www.youtube.com/watch?v=wYzHSq3dWs0&list=PLI8r2wPLwOptmQ7up6y4t4Tiksp0GLdGZ&index=8

    alles gelogen?

  5. Zwar erscheint mir das chinesische System an vielen Stellen nicht als erstrebenswertes Modell, aber ein Beitrag der gefertigt und dessen Quellen geprüft sind – muß auch gesendet werden.

    Entscheidend im "Kampf" irgendwelcher Systeme ist, wieviel Sachverstand im Gegensatz zum Machtkalkül zum tragen kommt. Hier mal eine grobe Übersicht der Hilfspakete:
    China ist mit 2,5 Prozent vom BiP mit nahezu wiederhergestellter Wirtschaft dabei.
    Deutschland zahlt 34 Prozent vom BIP.
    Interessant wird die Entwicklung der Australischen Wirtschaft.
    https://www.capital.de/wirtschaft-politik/corona-hilfen-diese-laender-geben-am-meisten-aus

  6. Die Online Ausgabe der FAZ schaue ich mir nicht an. Die gedruckten Exemplare bewegen sich im Bereich von 222000 Exemplaren. Lese ich sowie nicht, da Propaganda. Für mich ist die FAZ eine Nischen-Medium für verblödete, und keinen Artikel wert. Damit sollte man sich nicht befassen.

  7. Rüdiger Rauls wörtlich :
    "…Niemand hat das Monopol auf die Wahrheit. Sie ergibt sich erst durch sachgerechte und umfassende Darstellung der Vorgänge in der Welt. Dazu aber sind Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt unabdingbar, was aber auch solche Sichtweisen mit einschließt, die ein anderes Bild zeigen…"
    Das ist m.M. nach die Kernaussage. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

  8. Hallo jeronimo,keiner hat in diesem Bericht behauptet das China ein heiliges Land wäre und dort unmenschliche Dinge nie geschehen wären.Der Bericht zeigt einfach nur auf wie die westliche Propaganda über das wirtschaftl. Feindbild China mit voreingenommenen und grösstenteils unbewiesenen Behauptungen urteilt um von dem derzeitigen kriminellen Zuständen in Europa abzulenken.Jegliche Selbstkritik wird dabei gnadenlos ausgeblendet.China ist ein klares unmissverständliches System was polit. und wirtschaftlich Stellung bezieht.Ohne Heuchelei und falscher Versprechungen wie hier in Europa.Wer nach China auswandert weiss nach typischer Ostblockmanier was ihn erwartet..China ist ein Land was sein Politik und Wirtschaft aus gutem Grund mit harten Methoden schützt.China hat gelernt dem Westen keine Chance zu geben auch nur einen Fuss in die Tür seiner Suveränität zu bekommen.Genau wie die DDR ist China darauf bedacht mit Überwachung und polit. harten Richtlinien sein System und sein Fortbestehen zu sichern.Der Westen (USA)lauert wie eine listige Schlange auf die Übernahme Chinas.Wer sich etwas mit dem Mauerfall beschäftigt hat weiss das der Grund dafür jahrelanges Aufhetzen der Bevölkerung gegen das eigene Regime ,die Blendung mit billigen westlichen Werten ,Sanktionen gegen die DDR ,Bestechung von hohen Parteifunktionären und Vorwürfe gegen diese wegen Menschenrechtsvergehen gegen das eigene Volk.Das Ergebnis war die illegale Aneignung und Aufteilung des Terretoriums der DDR unter den westl. (amerik.)Wirtschaftseliten die Versklavung der DDR Bürger und die Vernichtung der DDR Wirtschaft.Danach wurden im Westen Millionäre zu Millardären und die vorher so hoch gelobten DDR Bürger zu dumme Ossis und Billigarbeitern und nicht zum Freund sondern zur Konkurrenz der alten Bundesbürger.Wir waren so dumm das wir uns auf so billige Art und Weise unser Land haben nehmen lassen und sogar Krieg gegen unsere eigene Heimat führten so wie es der Westen glücklicherweise ohne Erfolg unaufhörlich mit Russland und China probiert.Ich finde es wunderbar und beruhigend wie China aggiert und kann fast jeden Schritt gut nachvollziehen.
    Das Problem ist einfach das man China nach Denonziantenart gerne Unterstellen möchte aus gleichen niederträchtigen Bewegründen ein hartes Regime zu führen wie die amerik. EU und China als bösen Buben zu präsentieren wo der arme Westen (USA)reagieren muss und sich die ganze Überwachung und Unmenschlichkeit einfach nur abschaut damit uns der er uns )vor dem böse Chinesen und Russen schützen kann.
    Ein wichtiger und guter Bericht und ein guter Anreiz zur Objektiven Denkweise entgegen dem Mainstream!
    Grüsse von Alex!

    • hallo Alex, interessante Sichtweise, die vor allem durch Erfahrung belegt zu sein scheint und nicht durch das Studium von Theorien und Annahmen. Würde mich gerne weiter mit Ihnen unterhalten
      rueruerue@web.de

  9. Vielen Dank für den Artikel,

    hatte diesen heute schon auf RT-Deutsch gelesen. Der Artikel thematisiert die Meinungsmanipulation westlicher Medien, anhand einer scheinbar verhinderten Dokumentation. Das finde ich gehört in der Tat an die Öffentlichkeit und ich finde die mitgelieferten Überlegungen über das Spektrum möglicher Intentionen der FAZ-Redakteure nachvollziehbar und den Hinweis auf Wahrung der öffentl.rechtlichen Interessen, bzgl. einer Ausgewogenheit der Berichterstattung, absolut richtig.

    Was wir von China, als politisches und wirtschaftliches System halten können, steht auf einem ganz anderen Blatt und ist nicht vorrangig das Thema des Artikels.
    Auch wenn – so, wie wir es schon aus anderen Beiträgen von Kommentatoren erfahren haben, die selber schon in China gelebt haben oder dort Angehörige haben – die Verhältnisse dort, alles andere als "wünschenswert" sind und die verhinderte Dokumentation vielleicht nur die "chinesisch" herbeigezauberte Pandemie-Wirklichkeit wiederspiegelt, so hat die Doku doch grundsätzlich eine Berechtigung gezeigt zu werden. Ganz gleich, was von ihr gehalten werden kann. Auch da sollte doch den Bürgern Einschätzungsvermögen anerkannt werden, auch diese Doku zu relativieren und selber zu beurteilen.

    Ob das jetzt als Aufgabe der alternativen Medien gesehen werden kann, hier die Ausgewogenheit der Berichterstattung herzustellen? Mhmhm? Habe ich so meine Zweifel. (Die Doku ist wahrscheinlich eben auch "nur" die chinesische Gartenzwerg-Idylle?)
    Da würde mich schon interessieren, ob es nicht doch auch in China alternative Sichtweisen und Berichterstattungen gibt oder geben kann, bzw. wenn nicht, warum nicht und mit welchen Mitteln wird das verhindert?. Das hätte ich gut gefunden, wenn der Autor hier in dem Artikel darauf eingegangen wäre, bzw. eine "Gegenüberstellung der Systeme" gewagt hätte.
    Anstelle aber grundsätzlich auf die chinesische Berichterstattung einzugehen, wird von den kapitalistischen Erfolgen und der Bedeteung Chinas gesprochen. Das mag vielleicht berectigt sein, bringt m.E. aber gehörig Missverständnisse und Unklarheit mit sich. Kurz, es sollten doch nicht westliche Berichterstattung und Wirkungsgrad des chinesisches Kapitalismus gegenüber gestellt werden.

  10. Werte/r Jeronimo

    wenn Sie die Quellenangaben gelesen hätten,würden Sie unschwer erkennen, dass ich mich in meinen Beiträgen fast ausschließlich auf die FAZ berufe und nicht auf irgendwelche dubiosen Internetangaben. Aber Gegenfrage: Aus welchen Quellen nähren denn SIE Ihr Wissen? Wovon wissen denn SIE, dass die „falun gong verfolgt, gefoltert und getötet“ werden. In der FAZ, die weiß Gott nichts übrig hat für die Kommunisten in China, steht davon nichts und ich lese sie schon seit Jahren. Und Sie können mir glauben, wenn die FAZ irgend etwas von der Unterdrückung von Minderheiten, gar von Folter oder Vernichtung erfahren würde, würde sie es sich nicht nehmen lassen, ausführlich darüber zu berichten. Dennoch will ich nicht bestreiten, dass es Unterdrückung von Minderheiten in China gibt. Aber sagen Sie mal selbst, wenn Sie ehrlich und sachlich sind: Wo gibt es das nicht? Oder sind die Unterdrückten des eigenen Feindes schlimmer dran als die des eigenen Freundes. Für die Unterdrückten macht es keinen Unterschied. Den Unterschied machen nur diejenigen, die die Unterdrückten für die eigenen Interessen benutzen.
    Nicht einmal die FAZ bestreitet die Erfolge Chinas in der Armutsbekämpfung. Ich weiß nicht, ob SIE Armut kennengelernt haben, ich zum Glück nicht. Man kann die Überwindung der Armut leicht gering schätzen, wenn man sie selbst nicht erleben musste.
    Zitat: „das dritte reich hätte unter der jetzigen chinesichen kommunistischen regierung noch etwas lernen können. alles was nicht so denkt und tut, wie die chinesiche kommunistische partei es für richtig hält, wird verfolgt und beseitigt.“ Und woher wissen SIE das? Haben SIE in den letzten 20 Jahren als irgendeine unterdrückte Minderheit in China gelebt? Haben SIE in der Nazizeit gelebt? dass Sie so tun, als hätten SIE die Kompetenz, Vergleiche anzustellen. Sie gehen leichtfüßig hinweg über das Elend der Millionen, die ihr Leben gelassen haben in der Nazizeit. Das ist immerhin belegt. Von dem, was SIE hier so von sich geben, fehlt bisher jeder Beweis, auch der Beweis der Vergleichbarkeit.
    Sind SIE sich des Inhalts dessen bewusst, was Sie da in die Welt absondern, und Ihrer Verantwortung, was Sie mir zum moralischen Appell machen? Ich bin mal gespannt auf die Quellen, die all das belegen sollen, was SIE hier so leichtfertig von sich geben. Denn im Gegensatz zu IHNEN habe ich Quellen, sogar solche, die den chinesischen Kommunisten nicht gewogen sind und ihnen nicht nach dem Munde reden. Lassen Sie mal sehen, was SIE haben an Quellen und Beweisen. Legen Sie mal alles auf den Tische und dann reden wir weiter.

    • Eine Anmerkung:

      Ich schätze ich verrate keine großes Geheimnis (mehr), wenn ich erwähne, daß es auch ein beliebtes Ablenkthema/Spaltungsthema ist sich mit unterdrückten Minderheiten und dann auch ausschließlich mit diesen zu befassen. Da vergisst man (fasst), daß es quasi die Allermeisten sind, die unterdrückt sind. Daß Unterdrückung systemintegraler Bestandteil ist:

      Im Verlauf der Geschichte sind nun immer wieder neue Formen von Herrschaft entstanden. Beispielsweise durch die Entwicklung des Eigentumsrechts. Ein Kern des klassischen Liberalismus liegt in seiner „Sakralisierung des Eigentums“, durch die der Liberalismus das Recht auf Privateigentum an Produktionsmitteln und an Grund und Boden zu einem absoluten Recht gemacht hat. Dadurch wurden diese Formen des Privateigentums jeder demokratischen Willensbildung entzogen. Auf dieser Basis sind neue Formen von Fremdherrschaft entstanden, die sich dann im Kapitalismus und dem damit verbundenen Konzept einer „liberalen Demokratie“ voll entfalten konnten. Die kapitalistische Eigentumsordnung verpflichtet alle, die über kein eigenes Kapital verfügen, für fremdes Eigentum zu arbeiten. Arbeit im Kapitalismus bedeutet also Unterwerfung unter die Verwertungsbedingungen des Akkumulationsprozesses und damit unter die Machtverhältnisse, die eine Minderheit von Besitzenden über eine Mehrheit von Nichtbesitzenden ausübt. Das ist eine der mächtigsten Formen von Fremdherrschaft, denn die Überlebensgrundlage der Nichtbesitzenden hängt vom erfolgreichen Verkauf der eigenen Arbeitskraft an die Besitzenden ab.

      Aus:
      Der autoritäre Planet
      „Im Kampf gegen Machtkonzentration, Demokratieabbau und Totalüberwachung reicht Empörung allein nicht aus“, skizziert Elitenkritiker Rainer Mausfeld im Rubikon-Exklusivinterview.
      von Rainer Mausfeld, Flo Osrainik

      Wir dürfen nicht frei sein, allenfalls können wir wählen, von wem wir beherrscht und unterdrückt werden. Und selbst die Liste unserer möglichen Unterdrücker bekommen wir nur vorsortiert präsentiert. Wirkliche Demokratie sähe anders aus. Jedoch hilft die Demokratie-Fassade, die Bevölkerung ruhig zu halten. Medien und Expertengremien verbreiten in diesem Kontext nicht die Wahrheit, sondern nur Scheinwissen, das den Herrschaftsinteressen dient. In diesem umfassenden Interview gibt Prof. Rainer Mausfeld eine Kostprobe seiner Fähigkeiten als analytischer Denker. Seine Warnung kommt zur rechten Zeit, denn Corona hat viele bedenkliche Tendenzen zu einem neuen digitalen Totalitarismus eskalieren lassen.
      (Rubikon.news)

      Auch dazu:

      Die Schaffung einer ganzen Kaste von Beauftragten, die im Namen von Benachteiligten sprechen und an deren Stelle Vergünstigungen beziehen, ist eine effiziente Maßnahme zur Stabilisierung bestehender Benachteiligung und zur Sicherung wachsender Ungleichheit. Denn wenn in einer Gesellschaft die Einkommensunterschiede sich verschärfen, werden die Verteilungskämpfe härter. Da ist es – wie in jeder Herrschaftssituation – günstig, Kollaborateure heranzubilden. Man ermöglicht Leuten, die sonst meist vergleichsweise wenig Qualifikation innerhalb ihres jeweiligen Apparats aufweisen, einen gewissen sozialen Aufstieg und Zugang zu Kontrollfunktionen in ebendiesen Apparaten. Klarerweise werden die Kollaborateure bestrebt sein, dies ihren Gönnern zu danken. Und sie werden in klugem Eigeninteresse sämtliche Aufgaben und Anliegen, für die sie stehen, immer nur so weit betreiben und vorankommen lassen, dass sie selbst nicht überflüssig werden.
      (…)
      So gelingt es, die in Schach zu haltende Gesellschaft mehrfach zu spalten: Die Beauftragtenkaste in den Verwaltungsapparaten von denjenigen, die für Produktivität sorgen müssen; einen Mittelstand mit hehren moralischen Gefühlen für ferne Benachteiligte und hohem, daraus entspringenden Distinktionsgewinn von einer Unterschicht, die sich solche Gefühle und den dazugehörigen verklemmten akademischen Jargon immer weniger leisten kann; eine Opfer- oder Interessengruppe von der anderen; die nach Gleichheit Strebenden oder faire Konkurrenz Fordernden von denen, die Sondervergünstigungen beanspruchen.
      So wird unter dem Anschein von Emanzipation das Gegenteil bewerkstelligt: Sowohl Solidarität als auch Mündigkeit werden verhindert; Bestrebungen nach Gleichheit werden auf unbedeutendere, kleinere Problemfelder umgelenkt, und berechtigte Empörung wird durch peinlich genaue Sprachregelungen entweder stumm oder kleinlaut gehalten.
      (Robert Pfaller, Erwachsenensprache – Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur, S. 27-29)

    • Gute Reaktion Herr Rauls !Das sehe ich genau so!Der Vergleich mit Nazideutschland ist wirklich sehr sehr sehr gewagt !Aber darüber freuen sich die Mainstreammedien bestimmt sehr!Ziel erreicht !

  11. Erschließt sich mir nicht. Welche Systemkonkurrenz soll das sein? Westliche gegen östliche Kapitalisten? Kapitalisten die konkurrieren, ist das was Neues? Wenn die sich nicht gegenseitig ihr Spielzeug vorführen, arbeiten die doch ansonsten auch ganz gut zusammen:

    China will Agrarankäufe aus den USA im Rahmen des Handelsabkommens beschleunigen
    22.06.2020 • 13:03 Uhr

    China wird seine Importe von Agrarerzeugnissen aus den USA deutlich erhöhen, um die erste Phase des zuvor geschlossenen Handelsabkommens zu erfüllen. Dies teilten Medien sowie der US-Außenminister nach einem Treffen mit hohen chinesischen Beamten auf Hawaii mit.
    (…)
    Nach Angaben einer Bloomberg-Quelle, die mit der Angelegenheit vertraut sei, beabsichtige China, verstärkt Sojabohnen, Mais und Ethanol einzukaufen. Die Käufe waren zuletzt pandemiebedingt stark zurückgegangen. China ist der größte Importeur von Sojabohnen weltweit.

    Eine andere Quelle teilte mit, dass die chinesischen Behörden die staatlichen Käufer landwirtschaftlicher Erzeugnisse aufgefordert hätten, alle Anstrengungen zu unternehmen, um das mit den USA geschlossene Abkommen zu erfüllen.

    Am Donnerstag verkündete Pompeo, dass Chinas höchster Vertreter für Außenpolitik versprochen habe, alle Verpflichtungen des Handelsabkommens einzuhalten. Der US-Außenminister twitterte:

    "Während meines Treffens mit dem Mitglied des Politbüros, Yang Jiechi, verpflichtete dieser sich erneut, alle Verpflichtungen der Phase Eins des Handelsabkommens zwischen unseren beiden Ländern zu erfüllen und einzuhalten."
    (RTdeutsch)

    Oder hier:

    Die wirtschaftliche und soziale Lage

    Nirgendwo auf der Welt gibt es auf kleinstem Raum so viele Milliardäre wie in HK. Und nirgendwo sonst auf der Welt dürfte das Einkommen so ungleich verteilt sein wie dort. Im Jahr 2016 stieg die Zahl der Armutsbetroffenen in der Metropole Hongkong auf 1,35 Millionen. Laut Statistik leben damit 20% der Bevölkerung in HK unterhalb der Armutsgrenze. Soziale Spannungen sind da vorprogrammiert.

    Obwohl HK eine der teuersten Städte weltweit ist, was die Lebenskosten anbelangt, liegen die Löhne in HK oft weit unter der Armutsgrenze. Inflationsbereinigt stiegen die Löhne in den letzten 10 Jahren nur um etwa 0,7 Prozent, die Mieten dagegen um 250 Prozent. Nur die Mieten im Zentrum von HK allein übersteigen das Mehrfache des Einkommens eines normalen Arbeiters. Die Menschen arbeiten an 6 oder 7 Tagen die Woche, die Durchschnittsarbeitszeit in HK beträgt 55 Stunden, die Arbeitszeiten in HK gehören damit zu den längsten der Welt. Die Reichen wohnen in teuren Luxus-Apartments, während Eigentumswohnungen selbst für die Mittelklasse unerschwinglich bleiben. Die Unterklasse lebt in Appartements, die immer weiter unterteilt werden und in denen kaum noch Platz für Privatsphäre bleibt. Manche leben noch wie früher auf Hausbooten im Hafen.
    (…)
    Einflüsse aus dem Ausland

    Seit Langem ist klar, dass der wirtschaftliche Aufstieg Chinas den USA ein Dorn im Auge ist. Es geht hierbei um die Frage, wer die dominierende Weltmacht der Zukunft ist. Und es geht dabei auch um die die Dominanz der Zukunftstechnologien, wobei Huawei in der 5G-Technologie die USA und Silicon Valley bereits überholt hat. Die Greater Bay Area im Perlflussdelta spielt hierbei ein Schlüsselrolle. Da kommt es den USA nur recht, wenn Unruhen in der Region ausbrechen, die die VR China zu destabilisieren drohen. Und wenn man dann noch ein wenig nachhelfen kann, dann wird man es in Washington auch sicher tun. Ein bewährtes Mittel dazu sind Maßnahmen zur Unterstützung der regierungsfeindlichen Opposition.

    Die amerikanische NED (National Endowment for Democracy) überwies laut Informationen von German Foreign Policy allein im Jahre 2018 beinahe eine halbe Million US-Dollar an oppositionelle Organisationen in HK.

    Der Hong Konger Medienmogul und Milliardär Jimmy Lai unterstützt sowohl finanziell als auch mit seinen Boulevardblättern, insbesondere der Zeitung „Apple daily“, schon seit Langem die antichinesische Opposition. Jimmy Lai wurde am 8. Juli, knapp einen Monat nach Ausbruch der Proteste, in Washington sowohl von Staatssekretär Mike Pompeo als auch von Vizepräsident Mike Pence zu „konstruktiven Gesprächen“ über die Situation in Hong Kong empfangen. Die Gesprächsteilnehmer zeigten sich dabei „besorgt“ über die Menschenrechte in HK.
    (…)
    Fazit:

    In der Millionenmetropole HK sind über 1,3 Millionen Menschen an den Rand gedrängt. Die Leute, die hinter der aktuellen Protestbewegung stehen, sind, bisher wenigstens, schwer auszumachen. Mit Sicherheit gibt es auch Einflüsse aus dem Ausland, die die Bewegung finanziell und logistisch unterstützen, um den Einfluss Chinas zu unterminieren und ihre eigenen Leute in der Legco zu positionieren. Und damit eine schrittweise Abkehr von HK zu China einzuleiten, mit dem Ziel, die Übernahme Chinas von HK im Jahre 2047 zumindest zu erschweren und evtl. neue Übergabebedingungen mit einem geschwächten China auszuhandeln.

    Die konkreten Ziele der Bewegung sind zwar noch undurchsichtig, haben ihren Ursprung aber mit Sicherheit in der sozialen Lage und der damit verbundenen Unzufriedenheit der Bevölkerung von HK. Die Region bleibt weiterhin ein Pulverfass, in dem sich jederzeit neue Proteste entfalten können. Proteste, die sich demnächst vielleicht konkreter auf die soziale Lage der Beschäftigten konzentrieren werden. Aus Studentenprotesten können schnell Arbeiterproteste werden.

    Diese Entwicklung wollen sowohl die USA und ihre Verbündeten als auch die chinesische Führung verhindern. Das Anheizen des Konflikts ist ein Spiel mit dem Feuer. Denn ein unabhängiges HK unter Kontrolle einer Arbeiterregierung wollen weder der Westen noch China. Nicht auszudenken, wenn sich Arbeiterproteste über HK hinaus auf die Greater Bay Area und sogar auf ganz China ausdehnen würden. Oder wenn sich HK unter einer pro-westlichen Regierung mit Macau und Taiwan zusammen zu einem neuen unabhängigen Staat erklären würde.

    Zukunftsmusik, Spekulationen? Ja. Die Situation ist zurzeit noch unübersichtlich. Bis 2047 sind es zwar nur noch 28 Jahre, dann wird der Kuchen endgültig verteilt. Aber bis dahin wird noch viel Wasser den Perlfluss hinunterfließen. Genug Zeit für alle Anwärter, sich neu zu positionieren.

    Aus:
    Massenproteste in Hong Kong – zwei Dokumente zur Debatte
    20. August 2019 um 11:28 Ein Artikel von: Jens Berger & Marco Wenzel
    (NachDenkSeiten)

    Oder hier:

    Auch in Sachen Sprache hat China vom Westen gelernt. So nennt es billige und dreckige Müllverbrennungsanlagen einfach "Öko" und verkauft sie dann nach Indien, das unter Narendra Modi angeblich made in India produziert.

    In Bangladesch sind China und Hongkong zu den größten Einkäufern der Gerbereien Dhakas geworden, eine der schlimmsten Verschmutzungsindustrien des Landes. Nach einer Studie leiden 63 Prozent der Arbeiter des neuen Gerbereiparks in Savar-Dhaka unter Gesundheitsproblemen.

    Selbst die chromverseuchten Lederreste der Gerbereien werden noch zur Steigerung des Wirtschaftswachstums benutzt, indem sie zu Tierfutter verarbeitet werden. Deutschlands Einkäufer wandern nach Indien ab, wo die Ledergerbereien eine Idee sauberer arbeiten.

    Wie der Westen, muss China mittlerweile Wachstum im Ausland erwirtschaften, um die steigenden Konsum-Bedürfnisse der eigenen Bevölkerung zu befriedigen – dass Chinas Einkommensungleichheit so stark steigt, wie in keinem andern Land, gibt einen Hinweis, warum das so ist.
    (…)
    "Nicht anders als die westliche Konkurrenz"

    Die Weltbank ist Nepals größter Kreditgeber. Das chinesische Gegenstück zur Weltbank und dem Internationalen Währungsfond ist die Asiatische Infrastrukturinvestmentbank (AIIB). "Sie arbeitet nicht anders als die westliche Konkurrenz – nur drückt sich China gewählter aus", sagt der Menschenrechtler Hasan Mehedi und fährt fort:

    "Die chinesischen Verantwortlichen luden mich sogar nach Peking ein, wo ich meine Kritik gegen einige ihrer Projekte in Bangladesch vortragen durfte. Über eine Stunde nickten sie verständig und gelobten Besserung… nichts ist seitdem besser geworden. Zurzeit arbeite ich an einem Handbuch mit vielen Beispielen für den Umgang mit China, damit meine Kollegen wissen, dass sie sich nicht von den schönen Worten einlullen lassen dürfen. Unter dem Strich geht es auch Peking nur um Einfluss und darum, die Entwicklungsländer durch Kredite in die Schuldenabhängigkeit zu treiben."
    (Hasan Mehedi)

    Auch Pakistan hilft China mit Kohlekraftwerken auf die Sprünge. In Islamabad plant die Regierung die Stromgewinnung aus Kohle von unter Ein-Prozent auf über 50 Prozent zu steigern. Alleine aus der Wüste Thar sollen durch chinesische Firmen jedes Jahr 3,8 Millionen Tonnen abgebaut werden – die gesamten Kohlevorkommen in der Wüste Thar reichen aus, um die nächsten 100 Jahre jährlich 200.000 MW Strom zu produzieren.

    Doch die Kohleförderung ist sehr wasserintensiv und schon jetzt sind Grundwasserstöcke in der Nähe der Kohlegruben leer. In Anbetracht von Pakistans schweren Wasserproblemen fördert das den "Selbstmord auf Raten" des Landes.

    Aus:
    China: Innen Hui, Außen Pfui
    15. Juni 2019 Gilbert Kolonko
    Ein Blick in die Nachbarländer Chinas zeigt: Für die Erde ist das "System China" bisher nicht gesünder als der "freie Markt" des Westens
    (heise/Telepolis)

    Oder hier:

    Ich teile die Einschätzung von Winfried Wolf (Heft 47, Lunapark21), dass in China heute die kapitalistische Produktionsweise dominiert und man nicht von einem sozialistischen Land sprechen kann, nur weil dort eine nominell kommunistische Partei regiert. Er hat die Frage aufgeworfen, „wann es in der jüngeren Entwicklung der chinesischen Gesellschaft zu einem Umschlag von Quantität in die neue Qualität kam“, wann also „die von Parteiführer Deng angeschobenen ‚Reformen‘ mit ihren kapitalistischen Elementen den nichtkapitalistischen Grundcharakter der Gesellschaft aufgehoben haben“ (ebd., 42). Auf diese Frage will ich im Folgenden eingehen. Ich stimme auch Werner Rügemer (2019) zu, dass es nicht genügt, zu konstatieren, dass China ein kapitalistisches Land sei. Die konkrete Gestalt des Kapitalismus ist für die Lebensbedingungen der beherrschten Klassen von großer Bedeutung und muss auch genau analysiert werden, um eine angemessene, an die jewe iligen nationalen Bedingungen angepasste emanzipatorische Strategie und Taktik zu entwickeln. Ich sehe allerdings die Entwicklung des Kapitalismus in China nicht so positiv wie Rügemer. Auch das möchte ich im Folgenden kurz ausführen.
    (…)
    1992 akzeptierte der 14. Parteikongress Chinas Dengs Theorie vom „Sozialismus mit chinesischen Charakteristika“ und proklamierte die „sozialistische Marktwirtschaft“ als das Entwicklungsmodell Chinas. Im Grunde verständigte sich der 14. Parteikongress damit auf den Übergang zur kapitalistischen Produktionsweise, wenn auch in verklausulierter Form (Li 2016, 20). Bis Ende der 1990er Jahre wurden die meisten Staatsbetriebe privatisiert. Die verbleibenden großen Staatsbetriebe wurden nun im kapitalistischen Stil geführt. Der Anteil der in Staatsbetrieben Beschäftigten sank von 113 Millionen im Jahr 1995 auf 60 Millionen im Jahr 2017. Der Übergang vom System der lebenslangen Beschäftigungssicherheit zum System des Heuerns und Feuerns war der wichtigste Einschnitt für die chinesische Arbeiterklasse in der Reformära. Die Reformen bedeuteten insgesamt einen radikalen Bruch im Charakter des chinesischen Staates und seiner Beziehung zur Arbeiterklasse. Di e Arbeitskraft wurde wieder in eine Ware verwandelt – die zentrale Bedingung für kapitalistische Produktionsverhältnisse. An die Stelle der „eisernen Reisschale“, der lebenslangen Beschäftigungsgarantie und der Sozialleistungen von der Wiege bis zur Bahre mit einer relativ geringen sozialen Ungleichheit trat ein kapitalistischer Arbeitsmarkt mit einem großen ungeschützten informellen Sektor. Proteste der Arbeiter blieben nicht aus. Nach einer offiziellen, konservativen Schätzung beteiligten sich z.B. alleine 1995 etwa 1,1 Millionen Menschen in mehr als 30 Städten an Protesten. 1998 stieg die Anzahl der an Protesten Beteiligten auf 3,6 Millionen (Li 2016, 20; Lin 2020, 35ff; China Statistical Yearbook 2018).

    Nach Schätzungen wurden durch den Prozess der Privatisierung und Liberalisierung ehemals staatliche und genossenschaftliche Vermögenswerte im Wert von 5 Billionen US-Dollar an Kapitalisten mit engen Verbindungen zur Regierung übertragen. 2006 gab es in China 3200 Personen mit einem persönlichen Vermögen von jeweils mehr als 15 Millionen US-Dollar. 2900 von ihnen waren Kinder hochrangiger Partei- und Staatsfunktionäre. Ihr kombiniertes Vermögen wurde auf 3 Billionen US-Dollar geschätzt, was damals etwa der Höhe des chinesischen Bruttoinlandsprodukts entsprach. Nach einem anderen Bericht von 2013 beliefen sich „graue Einkommen“ aus der Korruption und dem Diebstahl öffentlicher Vermögenswerte auf ca. 1 Billion Dollar oder 12 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts von 2011. Im Oktober 2012 meldete die New York Times, dass die Familie des früheren Ministerpräsidenten Wen Jiabao Vermögen im Wert von mindestens 2,7 Milliarden US-Dollar akkumuliert hatte. Der Bericht machte klar, dass an der Korruption und dem Diebstahl öffentlichen Vermögens auch die höchsten Ränge der chinesischen Partei- und Staatsführung beteiligt sind (Li 2016, 34f). 2001 kündigte der damalige Präsident Jiang Zemin an, dass die KPCh zukünftig auch Unternehmer als Parteimitglieder aufnehmen werde. Das Vermögen der 70 reichsten Delegierten des Nationalen Volkskongresses stieg auf 89,8 Mrd. US-Dollar im Jahr 2011. Unterdessen war die Zahl der Arbeiter und Bauern im Nationalen Volkskongress von 51,1 Prozent im Jahr 1975 auf 4 Prozent im Jahr 2003 gesunken (Lin 2020, 35f).

    China trat im Jahr 2001 nach langen Verhandlungen der WTO bei, wurde voll in die Weltwirtschaft integriert und zentraler Standort für arbeitsintensive und exportorientierte Produktion.
    (…)
    Es ist nicht überraschend, dass das chinesische Entwicklungsmodell für viele Länder der kapitalistischen Peripherie eine hohe Attraktivität hat. Allerdings dürfte es kaum übertragbar oder kopierbar sein, da andernorts die spezifischen nationalen und historischen Voraussetzungen – die vorangegangene Agrarrevolution, die große Bevölkerungszahl, die relativ große Autonomie des Staates gegenüber den sozialen Klassen etc. – fehlen. Trotz aller Fortschritte – und wegen ihnen – ist der Kapitalismus in China durch eine enorme strukturelle Heterogenität gekennzeichnet. Trotz seiner fortschreitenden Zerstörung umfasst der kleinbäuerliche Sektor mit seinen traditionellen Produktionsmethoden immer noch Hunderte Millionen Menschen. Hunderte Millionen Wanderarbeiter leiden unter gleichsam frühkapitalistischen Ausbeutungsmethoden mit überlangen Arbeitszeiten, despotischen Fabrikregimen und gefährlichen Arbeitsbedingungen. Gegen die existie renden Arbeitsgesetze wird permanent in großem Maßstab verstoßen. Gleichzeitig werden Proteste, Streiks und Ansätze autonomer Organisierung immer wieder brutal unterdrückt. Diese Art des autoritären Kapitalismus ist sicherlich keine Alternative zu den westlichen Kapitalismen. Dass all dies unter der Regierung einer „kommunistischen“ Partei geschieht, ist vielmehr eine schwere Hypothek für die internationale Arbeiterbewegung und die fortschrittlichen Kräfte in aller Welt.

    Aus:
    Ein Klassenkrieg, den die Arbeiterklasse verloren hat“
    17. Januar 2020 Thomas Sablowski
    Die Entwicklung des Kapitalismus in China – ein Beitrag zur LP21-Debatte
    (lunapark21)

    Abschließend ein allgemeiner Vergleich, nicht ganz aktuell und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

    Im Ländervergleich dominieren die US-Amerikaner mit 172 Milliardären die Top 500. Danach folgen China (52), Deutschland (32), Russland (23), Hongkong (20), Indien (17), das Vereinigte Königreich (16), Frankreich (13), Kanada (13), die Schweiz (11). Reichster Deutscher ist Lidl-Gründer Dieter Schwarz mit $25,5 Mrd., gefolgt von Susanne Klatten und Klaus-Michael Kuehne.

    In China liegt Jack Ma ganz vorne mit 47,1 Mrd. Dollar. Tencent-Gründer Pony Ma, der mit Jack Ma nicht verwandt ist, belegt Platz 2. Insgesamt stiegen 13 Chinesen neu in die Top 500 auf.

    In den Milliardärs-Rankings von Forbes und Bloomberg werden Königshäuser nicht berücksichtigt. Die milliardenschweren Monarchen aus Thailand, Brunei, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, und Dubai hätten es sonst auch unter die Top 500 geschafft.

    Aus:
    1,2 Billionen Dollar für die reichsten 0,001 Prozent
    31. Dezember 2019 Bulgan Molor-Erdene
    (heise/Telepolis)

    P.S.: Und natürlich ist "die Pandemie" in China echt. Indianer-Ehrenwort.

    • Und was wollen Sie jetzt damit sagen? Solche Aufzählungen erinnern mich immer an einen Haufen bunter Steine, die in aller Breite in der öffentlichkeit verteilt werden. NUR: Sie ergeben kein Bild. Den Vielwissern gelingt es nämlich in den meisten Fällen nicht, aus all ihrem Wissen ein Bild zu machen, das die Wirklichkeit verständlicher macht. ZUdem: Was hat das ganze mit meinem Text zu tun, Da ging es nicht um die Reichtumsverteilung in China und der Welt. Es ging auch nicht um Handelsbeziehungen. Es ging nicht um die Frage, ob China kapitalistisch ist oder nicht. Es ging einzig um einen Beitrag über Wuhan, der nicht gesendet wurde, weil er nicht den Wünschen von einigen Medien hierzulande entsprochen hat.
      Und was die Systemrivalität angeht: Fragen Sie nicht mich, fragen Sie die EU und den Rest des Westens. Die haben den Begriff geprägt, nicht ich.

    • Bunte Steine, … beeindruckend. Oh, aber es ergibt sich doch ein Bild. Nur scheint mir, passt ihnen die Perspektive nicht. Das Virus-Narrativ bleibt Propaganda, egal woher:

      Corona-Krise: Anschub für eine kybernetische Wende
      20. Mai 2020 Hannes Hofbauer und Andrea Komlosy

      Optimierung stellt das ideale Einfallstor für Kontroll-, Sicherheits- und Überwachungstechnologien dar

      Menschen stehen maskiert in langen Schlangen mit großen Abständen zur Vorderfrau an, um an einer Schleuse vor dem Einkaufszentrum bereitwillig die Unterarme wie zum Gebet zu öffnen, damit ihnen eine zur Unkenntlichkeit vermummte Person ein Desinfektionsmittel auf die Handflächen sprüht. Noch vor einem halben Jahr wäre man nach einer solchen Filmszene auf ein anderes Fernsehprogramm gesprungen, eine dermaßen unrealistische Darstellung hätte auch als Science Fiction niemand sehen wollen. Nun läuft die Szene jeden Einkaufssamstag in der Wiener Favoritenstraße ab; und die KundInnen scheinen es, ihrer Körperhaltung nach – dem Gesichtsausdruck kann man ja nichts entnehmen – bereits als Selbstverständlichkeit zu nehmen.

      In Windeseile haben sich neue Kulturtechniken verbreitet. Hände schütteln ist zur ostentativen Oppositionshaltung geworden, Türklinken werden mit dem Ellbogen geöffnet, instinktiv weicht das Gegenüber zurück, wenn man selbst einen Schritt nach vorne macht, der Vorübergehende wendet den Blick ab oder wechselt den Gehweg. Die Maske im öffentlichen Raum ist zum Symbol einer Angst-durchtriebenen Gesellschaft geworden.

      Der Mensch ist des Menschen Feind, so lautet die Botschaft der Virologen, deren Blick berufsbedingt eingeengt ist. Politiker bringen sie per Verordnungen ins Feld. Sie führen, wie vielfach betont, Krieg. Doch es ist nicht die Art von Krieg, die wir kennen, in denen Menschen als Kollektive feindlich gegenübergestellt werden. Diesmal steht Mann gegen Mann, Frau gegen Frau, Einkäufer gegen Verkäufer, Alt gegen Jung, gesund gegen krank. In jedem steckt der potenzielle Feind. Die Situation ist dystopisch.

      Auch wenn wir die täglich medial vermittelten Fallzahlen und Seuchenverlaufskurven schon nicht mehr sehen können, müssen an dieser Stelle drei einfache Daten gegenübergestellt werden, um unsere Kritikfähigkeit zu schärfen: Einwohnerzahl, durchschnittliche Sterberate und Corona-Tote. Von den 83 Millionen Deutschen sterben pro Jahr durchschnittlich 900.000, während als Corona-Tote bis zum Stichtag 18. Mai 8027 gezählt wurden. Die Lage in Österreich ähnlich. Von 8,9 Millionen EinwohnerInnen sterben jährlich zwischen 80.000 und 82.000, bis Mitte Mai sind mit oder an Corona 628 Menschen verstorben. Würden diese Relationen medial und politisch kommuniziert, ließe sich keine Angst herstellen. Doch Angst ist nicht nur notwendig, um neue Verhaltensformen einzulernen, sondern vor allem auch, um eine gesellschaftliche Akzeptanz in Richtung einer kybernetischen Wende zu erreichen.
      Großer Zyklenwechsel: ein kybernetisches Zeitalter

      Die fast weltweit gesetzten Maßnahmen gegen die Verbreitung von Covid-19 beschleunigen einen Prozess, der schon seit Jahrzehnten im Gange ist. Es geht um nicht weniger als um die Wende vom Industriezeitalter in ein kybernetisches Zeitalter. In ihm sind Technologien vorherrschend, die maximale Anpassungsfähigkeit, Selbststeuerung, Kontrollierbarkeit, Miniaturisierung sowie individuellen und situativen Ressourcen- und Energieeinsatz gewährleisten.

      Die Unkalkulierbarkeit des Faktors Mensch, der seine physische Verletzlichkeit gegenüber dem Virus gerade offenbart, wird durch den Ausbau von Künstlicher Intelligenz kompensiert. Die russische Risikoforschergruppe um Leonid und Anton Grinin sowie Andrej Korotajev arbeiten bereits seit längerem an Prognosemethoden, um auf der Basis historischer Veränderungen Schlussfolgerungen für Zukunftsszenarien zu entwickeln.1 Eine solche historische Veränderung bahnt sich gerade ihren Weg.
      (…)
      Geschäftsfeld Mensch

      Im industriellen Zeitalter wurde die Arbeitskraft des Menschen zur Ware. Dafür bedurfte es der Trennung des Menschen von seinen Produktionsmitteln. Erzeugt wurde also nicht mehr für den eigenen Bedarf oder den lokalen Markt, auf dem selbst Hergestelltes verkauft wurde, sondern für ein Kapital, das Arbeit kommodifizierte, verwertete. Der Kauf von Arbeitskraft am Arbeitsmarkt durch einen Unternehmer setzt also die Entfremdung des Einzelnen von seiner Arbeit voraus und nimmt ihm bzw. ihr die Kontrolle über das Arbeitsprodukt. In der Klassengesellschaft verfestigt sich dieses Verhältnis.

      Im kybernetischen Zeitalter wird der Mensch selbst mit seiner Körperlichkeit kommodifiziert, verwertbar gemacht. Der aktuelle Diskurs über den Kampf gegen Covid-19 veranschaulicht diesen Prozess.
      (heise/Telepolis)

    • @Rüdiger Rauls
      Box zeichnet sich dadurch aus, dass er ein beliebiges Stichwort aus einem Text oder Kommentar fischt, um den geneigten Kommentar-Leser mit dem meterlangen Einfügen von Textausschnitten anderer Autoren durch copy and paste zu einem völlig neuen Thema zu beeindrucken. Damit zeigt er, wie belesen er ist.

      Mach dir nichts draus.

      Deinen Text fand ich sehr gut, zeigt er doch deutllich, dass sie (in dem Fall die FAZ) sehr genau wissen, dass sie manipulieren und wie leicht sie manipulieren können und dass sie fürchten, ihre verbreiteten Weltbilder könnten Risse bekommen. Darüber hinaus scheint der SWR/ARD Angst davor zu haben, diskreditiert und von der großen Familie der MSM ausgeschimpft zu werden. Ein Ausschluss aus dieser Familie wäre wohl nicht zu befürchten gewesen. Allenfalls die Produzenten/Macher der Sendung hätten zu befürchten, in den Club der Verschwörungstheoretiker abgeschoben zu werden.

      Mit besten Grüßen

    • Sicher (Herr/Frau) Ines,

      auf Quellen hinzuweisen, diese exakt wiederzugeben und die Perspektive erweitern, dient natürlich nur der Egopflege.

      Was hier mit dem Artikel von Herrn Rauls vorliegt ist oberflächliche Anscheinkritik. Ablenkökonomie. Er bemängelt eine Konkurrenz, die allerdings fester Bestandteil des Systems ist. Er bettet dies nur nicht diesen, den entsprechenden, Kontext ein.
      Ein äußerer Feind, gerade wenn der Verteilungskampf härter wird, wirkt immer im Inneren stabilisierend. Und wenn sie sich chinesische Popkultur anschauen, wissen sie, daß die chinesische Oligarchie das auch gut kann. Zudem befördert er das Pandemie-Narrativ, also das aktuelle Mittel der Oligarchen weltweit, zur Weiterentwicklung der Diktatur.

      Digitalisierung: Speerspitze des Neoliberalismus

      by Klaus-Jürgen Bruder · 29. Februar 2020

      Mit der Digitalisierung wollen sich die Herrschenden ihren Traum von lückenloser Überwachung und Verhaltenssteuerung in naher Zukunft erfüllen.
      Exzesse der Überwachung

      Digitalisierung ist nicht nur eine skurrile Idee von Christian Lindner – sie ist die Zukunft, die die Eliten über uns verhängt haben, die sie uns auf Teufel komm raus aufzwingen und aufschwatzen werden.

      Die Digitalisierung ist Sirenenton, Trojanisches Pferd und Rammbock zur endgültigen Durchsetzung der „Kannibalistischen Weltordnung“.

      Sie wird mit Einwilligung der technik-affinen Mehrheit bisher nicht da gewesene Exzesse der Überwachung ermöglichen. Sie wird ein wachsendes Heer von Überflüssigen produzieren – natürlich ohne Arbeitszeiten zu verkürzen, vielmehr um den Druck auf Arbeitslose und Arbeitende zu erhöhen. Sie wird die Privatsphäre abschaffen und soziale Kontrolle auch außerhalb des Arbeitsplatzes perfektionieren. Die gute Nachricht: Wir haben teilweise die Wahl, das Spiel nicht mitzuspielen. Noch.
      (…)
      Ganz klar: Snowden, Assange, Bradley haben das Ausmaß der bereits statt findenden Überwachung gezeigt – weltweit, sogar das Fernsehen berichtet ständig darüber. Allerdings berichtet es lieber über die Überwachung in China – nicht um uns zu zeigen, wohin die Reise geht, bei der die Regierung den Lokführer stellen will, sondern primär, um uns davon abzulenken, wie weit es bei uns tatsächlich schon gediehen ist, beziehungsweise, um uns daran zu gewöhnen, was „auf uns zukommen“ wird.
      Und wer dieser Ablenkung nicht folgt, den lehrt Joachim Gauck den asymmetrischen Blick: „während sich die flächendeckende Datenerhebung über die Bürger in China gegen diese richtet, geschieht sie bei uns im Interesse der Bürger und für sie“ [7].
      Die Welt druckt am 19. August 2019 einen Beitrag zu den Protesten in Hongkong mit der Überschrift: „Protest gegen Massenüberwachung“. Eine Überwachungskamera, wie wir sie aus unseren Straßen kennen, wird mit der Erklärung gezeigt: „China setzt zur Gesichtserkennung künstliche Intelligenz ein“ und als eyecatcher: „Mit Laserpointern täuschen Demonstranten die allgegenwärtigen Kameras.“ Die Zeitung räumt zwar ein: „Das Überwachungsnetz ist pro Kopf nicht dichter als in westlichen Städten“, doch dann der Salto rückwärts: „Doch es wird überall enger – dank Amazon und Google.“
      In der FAZ vom 11. Juli 2019 berichtet James Griffiths unter der Überschrift: „Eine App, sie alle zu knechten“: „WeChat“. Sie soll nicht nur Inhalte unterdrücken. Sie soll vor allem Solidarität verhindern. Es gehe der Zensur nicht primär darum, Tian’anmen totzuschweigen – denn fast jeder weiß davon – sondern darum, den letzten, viel wichtigeren Schritt zu verhindern: dass Menschen handeln, beziehungsweise zu fördern, dass ihr Handeln sich in die gewünschte Richtung bewegt.
      Wenn der FAZ-Autor dabei von „simulierter Partizipation“ spricht, bewegt er sich ganz auf der Gauck‘schen Linie: „Was sich in China gegen die Bürger richtet, geschieht bei uns im Interesse der Bürger und für sie.“
      (Neue Debatte)

    • (1984) Das Neusprech-Diktionär wird auch von Ausgabe zu Ausgabe immer dünner:

      Wir fallen vielleicht nicht mehr in die Zeiten vor dem Guttenberg-Zeitalter, also vor der Erfindung des Buchdrucks zurück. Aber dennoch sind die Zeichen alarmierend, sieht man, dass Buchverkäufe dramatisch sinken, Analphabeten-Quoten steigen und selbst die sich als gebildet verstehende Bildungsbürgerschaft sich häufig nur noch in der Digital-Primatensprache aus Hashtags und sehr kurzen Posting-Texten auszudrücken vermag. Die Langlebigkeit eines Buchs auf dem Buchmarkt wird durch die visuelle Prägnanz seines Buchcovers sowie der provokativen Aufmachung des Titels bestimmt. Inhalte sind nachrangig.
      (…)
      „im Pressespiegel (wurde) sprachlich eine neue Eskalationsstufe gezündet. Es fallen nicht mehr nur Worte des Hohnes und des Spottes, sondern des Kampfes! Heutzutage geht es um „den Kampf gegen Verschwörungstheoretiker“. Es reicht nicht mehr, sich über sie lustig zu machen, ihren Lack zu ruinieren. Nein! Sie müssen jetzt bekämpft werden! Zum Schweigen gebracht und unschädlich gemacht werden! (…) Ich bekomme Angst, ob der geistigen Eindimensionalität der breiten Masse, ganz gleich ob jung oder alt, die häufig lediglich nur noch dazu imstande ist, in kurzen Parolen, hippen, kecken Sprüchen oder gar nur in #Hashtags zu denken. Teilweise wollen viele deutsche Mitmenschen gar keine Gegenargumente mehr hören, da eine Auseinandersetzung mit diesen einiges an Zeit und Denkaufwand kosten würde. Eine solch eindimensionale Denkweise, die außerstande ist, im 360-Grad-Raum zu denken, macht es natürlich wunderbar einfach, das Feindbild des „Verschwörungstheoretikers“ zu programmieren und die Geister darauf zu konditionieren.“

      Aus:
      Verschwört Euch!
      Sven Böttcher sinniert im Rubikon-Interview über den gegenaufklärerischen Trend, eigenständiges Denken zu pathologisieren.
      von Nicolas Riedl
      (Rubikon.news)

    • hallo Box
      Nur interessehalber: Gibt es eigentlich von IHNEN auch eigenständige Beiträge, also solche wo Sie selbst und eigenständig ein Thema ausarbeiten oder gehören Sie zu der großen Zunft der Besserwisser, die die Beiträge anderer kritisieren und so tun, als wüssten sie alles besser und könnten alles besser. Die meisten von diesen Leuten, den Viel- und Besserwisser bekommen nämlich keine Ordnung in ihr Geschreibsel und sind deshalb nicht in der Lage, eigenes zu schaffen. Sie können nur die Arbeit anderer niedermachen, ohne verstanden zu haben, worum es geht. Ansonsten: stellen Sie mal einen Beitrag aus eigener Feder ins Netz, ohne sich an dem abzuarbeiten, was andere sich die Mühe gemacht haben, verständlich zu machen.

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/alcedo/' rel='nofollow'>@Alcedo</a>

      q.e.d. = lateinisch: quod erat demonstrandum = deutsch: was zu beweisen war.

      Das wurde zu meiner Schulzeit noch unter eine mathematische Beweisführung gesetzt, ob das heute noch der Fall ist, weiß ich nicht.

      Grüße

    • at: Rüdiger Rauls

      Auch nur mal interessenhalber, als begeisterter Leser & Videokonsument von kenFM.

      Hier schätze ich die Vielseitigkeit, das Facettenreichtum, die Nuancierung aber auch die informelle Erweiterung der Autorentexte, durch beispielsweise langjährige kritische User wie box.
      Die unterschiedlichen Autoren gehen hierbei mit Kritik, oder Kommentaren die als Kritik wahrgenommen werden, unbesehen ob sie dies tatsächlich sind, natürlich unterschiedlich um.

      Bei kenFM Beiträge einzustellen, oder besser dies zu dürfen/können, bedeutet nicht automatisch folgerichtig dass diese fehlerfrei bei Inhalt & Interpretation & Informationswertigkeit sind. Das kann natürlich auch nicht sein.
      Der eine Autor bedankt sich für die Hinweise zu fehlerhaften Parts, korrigiert, passt an, beteiligt sich an der weiteren Diskussion. Der nächste reagiert gar nicht. Und dann haben wir vorliegenden Sachverhalt.

      Mal unbesehen des Themas, empfinde ich die Art wie Du hier reagierst für einen Autor einfach als unpassend, man sollte auch vernünftig mit Kritik umgehen können, oder es einfach lassen.
      Letztendlich hat niemand Anspruch auf die absolute, oder besser detaillierte Wahrheit seiner Beiträge. Jeder, aber auch wirklich jeder, kommt nicht umhin partiell auf Zweit und auch Drittquellen zurückzugreifen um den Informationsgehalt zu bedienen, niemand lebt erst mal seinen Beitrag komplett und langjährig in allen Aspekten, bevor er ihn dann zu Papier bringt. Es geht jetzt auch nicht um Faktenfestigkeit oder Quellangaben, schließlich ist box nicht der einzige User der „meckert“.

      Dieses „Meckern“ hier in vorliegender Form mit Pauschalurteilen/Verurteilungen abzuwürgen halte ich für unangebracht. Kann ja vorkommen, keine Frage. Jeder hat mal einen schlechten Tag, ist gefrustet,
      passiert jedem von uns. Du bist dabei keine Ausnahme.
      Die Frage, willst Du das jetzt wirklich so stehen lassen? Die „Keule“ ist ganz schön heftig, nicht den Umständen tatsächlich angepasst.
      Wie eingangs erwähnt, letztendlich nur mal interessenhalber als interessierter & begeisterter User/Konsument.

      Beste Grüße, auf dass wir noch viele Artikel von Dir lesen können.

  12. hallo herr rauls,

    ich musste kurz atmen als ich die ersten zeilen ihres artikels las, sofern mögen auch meine worte nur den entsprechenden ersten absatz betreffen. sind sie sich überhaupt bewusst, welche verantwortung sie über ihre worte bzw. meinung tragen. also wenn die chinesiche kommunistische partei viel armut beseitigt hat in ihrem land, so können wir uns ja über unser kapitalistisches system nur erfreuen und im reigen tanzen. ich weiß nicht, woher sie ihre ganzen informationen beziehen,oder ob sie die nur aus dem freien internet auflesen. also wenn wir in den letzten wochen gedacht haben, das wir beschissen dran sind und einiges derb schief läuft, dann sollten sie mal die letzten 20 jahre in china gelebt haben. natürlich als person von einer ethnischen oder geistigen minderheit. wissen sie überhaupt wirklich, was dort drüben passiert. da ist das, was gerade hier passiert ein witz. seit 20 jahren werden praktizierende einer spirituelle praxis namens falun gong verfolgt, gefoltert und getötet. das dritte reich hätte unter der jetzigen chinesichen kommunistischen regierung noch etwas lernen können. alles was nicht so denkt und tut, wie die chinesiche kommunistische partei es für richtig hält, wird verfolgt und beseitigt. nur soviel zu ihrem einblick zu china. jeder der etwas veröffentlicht und an viele menschen herantritt, sollte sich seiner VERANTWORTUNG seines inhalts BEWUSSTSEIN.

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