KenFM im Gespräch mit: Christian Blex

Seit rund sieben Jahren wird der säkulare arabische Staat Syrien, wie vor ihm schon der Irak oder Libyen, von außen destabilisiert und mit Terror überzogen. Das Ziel ist ein verharmlosend genannter „Regime-Change“, bei dem es vor allem darum geht, die souveräne syrische Regierung durch eine Führung zu ersetzen, die sich imperialen Zielen unterordnet. Im Kern handelt es sich hier um ein neokoloniales Auftreten, bei dem erst mit Zuckerbrot, dann mit Peitsche, gearbeitet wurde. Hätte sich Präsident Assad den Wünschen der NATO gebeugt, hätte er „Hoffnungsträger“ bleiben können.

Als er das Angebot der Zusammenarbeit zu westlichen Konditionen ausschlug, wurde er, wie schon seine Vorgänger Hussein und Gaddafi, zum neuen Hitler erklärt und das Land in einen brutalen Krieg gezwungen, bei dem vor allem die Zivilbevölkerung buchstäblich zwischen X Fronten aufgerieben wird. Als sich andeutete, dass Syrien mit eigenen Mitteln nicht zu halten war, orderte die Regierung militärischen Beistand vor allem aus Russland. Seither haben wir es in Syrien mit einem Krieg zu tun, bei dem sich die NATO der Atommacht Russland gegenübersieht.

Wer sich nach sieben Jahren Krieg ein nicht von Propaganda verzerrtes Bild der Lage machen will, kommt nicht umhin, die Region zu besuchen, denn sowohl westliche Medien, als auch die Verbündeten Assads, berichten immer nur aus ihrer Sicht.

Anfang März entschloss sich daher eine sechsköpfige Gruppe von AfD-Politikern Syrien zu besuchen. Städte wie Aleppo, Homs und Damaskus standen auf dem Programm. Man hatte vor, sich mit den Würdenträgern sämtlicher Konfessionen zu treffen und Krankenhäuser zu besuchen. Das Ziel war schlicht herauszufinden, ob Syrien, wie in den Westmedien pauschal behauptet, vollkommen zerstört sei, oder ob sich die Lage langsam aber sicher verbessert hätte. Können geflüchtete Syrer zurückkehren, um beim Wiederaufbau zu helfen oder aber wäre das ein Selbstmordkommando.

Zu den Syrienreisenden der AfD gehörte auch Dr. Christian Blex aus NRW, der in seinem vorherigen Leben als Lehrer für Mathematik und Physik seine Brötchen verdiente, bevor er für die AfD in den Landtag von NRW einzog.

Die AfD-Reise nach Syrien wurde von der Mainstreampresse, aber auch von vielen etablierten Parteimitgliedern der CDU und der Grünen, öffentlich verrissen.

Man betitelte die Reisenden als Assad-Fanboys oder Teil der Täter-Clique. Was die Politiker in Syrien gesehen und erlebt hatten, ging dabei weitgehend unter.

Recherche vor Ort grenzt in unserer NATO-Demokratie offensichtlich an Sabotage.

KenFM lud daher Dr. Blex zum Gespräch, um ihn endlich einmal selber zu Wort kommen zu lassen.

Klassischer Journalismus!

Inhaltsübersicht:

0:00:27 Christian Blex – Vom Lehrer zum AFD-Berufspolitiker

0:26:57 Die Reise nach Syrien – Idee, Verlauf, Rückschlüsse

0:51:31 Nachhaltige Eindrücke aus Gesprächen mit syrischen Vertretern

1:17:52 Status Quo und Zukunftsaussichten Deutschlands und Europas

1:32:58 Die deutsche Souveränität

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69 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Christian Blex

  1. Ich finde alles was er sagt is richtig und wahr. Deutsch is zu schwar fur mich.also mach ich weiter in Engish. I found his comments on nuclear energy right on I have worked 40 years in the electrical power field and I know very well what works and what does not. Too try to supply a grid with solar cells is a wast of money and resources. Wind turbines are just a little better and can not supply much more than 10 % before the grid becomes unstable and synchronous machines machine are required as back up. Look up ( W Sinn Energy Wende ins Nicht) I agree with everything he says. I find that he is even too optimistic The only chance we still have is go all out nuclear.

    • Ich kann ja nicht in Deutschland Wallen und ich bin auch kein Freund von der AFD aber fur sie wurde ich wallen. Ich see alles genau so wie Sie. Uber Syria und Russland und so alles was sie sagen.

  2. Meinen Glückwunsch Herr Jebsen zu diesem Gespräch.
    Sie haben, trotz Ihrer allseits bekannten Vorbehalte der AFD gegenüber, nicht nur den sogenannten Journalisten unserer absurden Zeit, sondern allen Politikern und ebenso allen politisch interessierten Menschen gezeigt, dass man nicht nur übereinander, sondern auch miteinander reden kann und muss.

    Nur über den Dialog kann Verständnis für unterschiedliche Positionen entstehen und im besten Falle irgendwann vielleicht sogar mal eine wahrhaftige Suche nach möglichen Lösungen für bestehende Probleme.
    Ich bin auch nicht der Ansicht, wie hier teilweise zu lesen ist, dass es in diesem Gespräch mehr um kritische Fragen zum Wahlprogramm der AFD hätte gehen müssen, das kann immer noch geschehen.

    Meines Erachtens war es deutlich wichtiger an dieser Stelle endlich einmal ein deutliches und beispielhaftes Signal zu setzen für etwas, was in diesem Land offensichtlich längst verloren gegangen zu sein scheint: nämlich die Fähigkeit ein von Respekt geprägtes und konstruktives Gespräch führen zu können.

    Ich habe zu keinem Zeitpunkt dieser Unterhaltung das Gefühl gehabt es handele sich bei Dr. Christan Blex etwa um einen gefährlichen Antisemiten oder Rassisten oder was auch immer man da für Absurditäten in den Medien vernehmen muss. Für mich handelt es sich hier um einen Mann, der aus ehrlichen Motiven heraus handelt und noch dazu den Mut aufbringt das zu tun wozu kein anderer der hochbezahlten Volksvertreter bisher in der Lage war, sich vor Ort in Syrien ein eigenes Bild zu machen. Davor habe ich 100 mal mehr Respekt, als vor dem einheitlich vorgebrachten und verlogenen Humanitätsgeschwafel von CDU, SPD, FDP und Grünen.

    Wer, wie ich, die Vorstellung einer grundlegenden Veränderung nicht nur für unser Land, sondern für diese Welt hat, für den ist doch klar, dass die AFD da kaum einen Ansatz zu bieten hat. Weder scheint ihnen klar zu sein, dass die dem Kapitalismus zugrunde liegenden Prämissen wie Konkurrenz und Gewinnstreben die jetzige Situation erst ermöglicht haben, noch sehen sie, dass die selben Prinzipien die grundlegend falschen Voraussetzungen für eine
    gelungene Menschenbildung sind.

    Dennoch ist die AFD, eine konservative Partei, und das muss man sich vor Augen halten, derzeit eher in der Lage für die Wahrheit einzustehen als eine vorgeblich soziale Partei. Das ist mehr als traurig und äußerst bedenklich im Hinblick auf das Funktionieren unseres politischen Systems.

    Umso mehr möchte ich mich bei Herrn Blex und vor allem bei Ken Jebsen für Ihren
    Einsatz im Kampf um Meinungsfreiheit und gesunder Gesprächskultur bedanken!

  3. Die beiden Herren von der AFD (Hr. Blex und Hr. Keuter) auszuhalten war für mich ein echter Härtetest, Demokratie zu leben, also andere „Standpunkte“ auszuhalten. Vor allem Herr Blex war mir extrem unsympathisch. Aber man muss ja nicht jeden mögen, solange ich eine friedliche Koexistenz nicht gefährde.
    Was aber in den Diskussionen meines Erachtens ständig zu kurz kommt sind die Fakten über die sogenannten Flüchtlingsströme. Herr Kleinschmidt hat den Vergleich mit Europa und Fussballstadien gebracht, aber das ging völlig unter. Bei dem traurigen Rekord von 65 Millionen Menschen, die auf der Flucht sind weltweit … wieviel Prozent kommen denn da in Europa und in Deutschland an? 9 von 10 Flüchtlingen sind Binnenflüchtlinge! Und was Deutschland betrifft: 2016 kamen eine knappe Million Menschen hier an. 2017 weit weniger. Wie auch. Was auch nicht thematisiert wird, dass Deutschland (Europa) längst die Grenzen wieder dicht gemacht hat. Siehe Flüchtlingslager in Griechenland, in denen menschenunwürdigste Zustände herrschen. Von den weiterhin ertrinkenden Flüchtlingen will ich gar nicht erst anfangen…
    Geopolitik ist die eine Seite, die andere – wie immer – jedes einzelne Schicksal eines Geflüchteten. Ich war 2 Jahre mit Flüchtlingen an einem Projekt beteiligt, organisiert von einer Einrichtung für Jugendarbeit. Wir sind an Schulen gegangen und haben im Rahmen des Möglichen Aufklärungsarbeit über die Lage der Flüchtlinge (vor allem natürlich der aus Syrien) geleistet. Bei den Vorträgen war immer ein Flüchtling mit einem Erfahrungsbericht seiner Flucht dabei. Und die Flüchtlinge und ihre Geschichten könnten nicht unterschiedlicher sein. Gemeinsam war allen jungen Männern (! Ja junge Männer, für Frauen und Kinder und alte Menschen ist die Flucht oft zu anstrengend und für ganze Familien auch zu teuer), dass sie unglaublich schnell Deutsch sprachen und nichts sehnlicher wollten, als wieder arbeiten oder studieren. Viele waren sehr gebildet und der andere Teil war bemüht in seinem Ausbildungsberuf, den er in Syrien angefangen hat, hier weiterzumachen (Tischler, Koch etc.)
    Bei aller Kritik, die sich der sogn. „Westen“ und seinen Ressourcenkriegen gefallen lassen muss, leider gab es auch die schrecklichen Foltergefängnisse in Syrien. In wieweit das nur auf das Konto von Assad geht – wer weiß das schon – aber ein Überlebender dieses Gefängnisses hat berichtet. In Einzelhaftzellen wurden bis zu 14 Menschen untergebracht – Loch für Toilette am Ende des Ganges … Essen: eine Hand voll Reis pro Tag. Trinken: unsauberes Wasser. Täglich Folter. Auf die Frage, ob er nach dem Krieg wieder zurück wolle: „Ich kenne viele, die wollen zurück. Ich nicht, ich komme aus Holms. Jede Straße, jedes Viertel wird mich an jemand erinnern, der dort gestorben ist im Krieg. Mein Freund wurde vor meinen Augen im Gefängnis tot geschlagen.“
    Ich wünsche mir insgesamt noch mehr Differenzierung. KenFM bemüht sich, aber manchmal klappt es nicht, was auch verständlich ist aufgrund der Berichterstattung der Mainstream-Medien. Was mich aber nicht davon abhält, das Portal weiterhin zu unterstützen. Wenn ich mir jedoch weiterhin so viele AFD-Menschen anhören muss, dann kapituliere ich und kann es mir nicht ständig anschauen/anhören/lesen. Allzu viel Neues kommt da eh nicht. Und dass Herr Brex und auch Herr Keuter einiges verlautbaren, was faktischen Wahrheiten nicht entbehrt … die Motivation, die dahinter steht, ist für mich nicht tragbar.
    Achja und dass Herr Höcke völlig harmlos ist und ihn die Medien nur immer in falsche Zusammenhänge gerückt hätten … ?
    Mein Kommentar ist natürlich auch lückenhaft.

    • Ok, hier sind die Übergänge von Privatperson und AFD-Politiker schwer zu unterscheiden, weil das Eine das Andere nicht komplett ausschließen kann. Vieles ist ziemlich verschwommen und von den Schlussfolgerungen widersprüchlich, aber wichtig ist doch die Botschaft die er von Syrien überbringt, das zeugt doch von großer Achtung.
      Ich meine jetzt abseits von dem was andere Persönlichkeiten wie Frau Leukefeld, Michael Lüders oder Jürgen Totenhöfer die über Syrien ein anderes Bild vermittelt haben.
      Aber fragen wir doch einmal nach:
      Hat irgendein Politiker einer anderen Partei privat geschweige als Mandat eine Reise nach Syrien unternommen und solche aussagekräftigen Botschaften nach Deutschland gebracht?
      Wovor haben die Politiker der Linken angst? Frau Wagenknecht, Herr Lafontaine? Nicht mal als Privatreise möglich?

  4. „KenFM ist ein medialer Mülltrenner“
    schade das es nicht um den aufklärerischen Gedanken geht (den mündigen bürger)!
    dann hätte man sicher an der einen oder anderen stelle des gesprächs nachgehakt.
    dann hätte man:
    1. logisch begründen können, warum Europa im Gegensatz zur USA kein Einwanderungsland/region sein kann und man hätte den Populismus der afd entlarven können!
    2. min 40;30 wieso ist den die „Lebensqualität“ (realtiv) noch, im Verhältnis zu einer Familie in Afrika oder philippinen besser? auch an dieser stelle hätte man schnell das parteiprogramm der afd auseinandernehmen können!

    grundsätzlich ein nettes Gespräch. mit unterhaltungswert.

  5. So sehr ich dieses Portal schätze, beim Hören des Gespräches wurde mir jedoch zunehmend unwohl: Ich vermisse Fragen! Es wurden leider keine gestellt, weder zu den sozialpolitischen Vorstellungen der AFD noch zu den wirtschaftspolitischen.
    Hier wird die Person Dr. Blex in den Vordergrund gerückt und damit die Inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Programm und den Positionen der AFD weitgehend in den Hintergrund.
    Was bleibt? Eine wenig subtile Werbung für seine Partei, die Herrn Dr. Blex sicherlich gefallen wird. Wie sich das gehört hat er sich dafür auch ausgiebig bedankt.

  6. Wann habe ich einen Politiker, eine Politikerin erlebt, so offen, so berührt von den Nöten um uns, so authentisch, glaubwürdig in seiner Selbst-Verpflichtung, so mutig, sich treu bleiben zu wollen, so wenig eitel? In seinem Gesicht ist alles zu lesen gewesen. Man muss, finde ich, nicht jede Position teilen, um das sehen und anerkennen zu können. Ich wünsche ihm, dass er es durchhalten möge, ganz weitgehend, auch wenn er an Macht gewinnen wird.

    Danke, Ken Jensen, für diese Begegnung, dies Resonanz-Erzeugen und -an-uns-draußen-Weitergeben. Für die überfällige Handreichung zu den allgegenwärtig verrufenen Schmuddelkindern des aktuellen Politikbetriebs, deren entschiedene Verunglimpfung partiell richtig bleibt, aber in ihrer Undifferenziertheit eine ganz andere Absicht dahinter offenbart. Die wirklichen politischen Gegner sitzen woanders. Ich wünsche mir mehr solcher Grenzüberschreitungen, Brücken zum Miterleben, wie schon in den letzten Positionen, ohne Scheu. Nur im Ausstieg aus der Wiederkehr der schön bequemen Selbstbestätigungs-Schleifen wird, denke ich, mehr Einsicht, neue Einigkeit und letztlich die Kraft für wirklichen Wandel entstehen, nur, wenn wir selbst das aushalten werden. Danke, Christian Blex, Danke KenFM.

  7. Das lässt hoffen.
    Es gibt also noch junge, nicht-hirngewaschene Politiker, die sich das Denken nicht verbieten lassen! Selbst wenn man in einem Punkt ganz anderer Meinung ist, so beeindruckt doch der ganze Mensch, der noch meint, man müsse sich selbst im Spiegelbild begegnen können, seinen Kindern noch offen in die Augen sehen und Politik ‚für Jemanden‘ oder zum Wohl des Volkes, der Nation, machen zu müssen. Der dazu noch weiß, warum ein Volk seine Kultur braucht.
    Das ist mir erst jetzt ‚aufgegangen‘, dass ich nämlich keinerlei Probleme habe, mir eine bunt-gewürfelte Schulklasse vorzustellen, aber mir nicht vorstellen mag, dass die großen Denker, auf die wir uns beziehen und auf deren Werken wir fußen (Aristoteles, Platon, Sokrates, Kant, Popper), nicht mehr gelehrt werden, weil’s möglicherweise einen Großteil der Klasse nicht interessiert. Auch unsere Musik, Literatur, Poesie, wenn die verschwinden sollte für ein modernes Gaga, Lala und Hoppsassa? Nicht auszudenken, denn auch das beinhaltet das kulturelle Erbe und das ‚Gedächtnis‘ unseres Volkes und die Denk- und Diskursregeln, so dass wir auch vernünftige Gesetze aufstellen und die Sinnhaftigkeit und den Umgang mit dem abendländischen Rationalitätsprinzip und mit einem universellen Humanismus einüben und begründen können. (Das immunisiert uns gegen diesen Durchsetzungswillen, der uns das Recht des Stärkeren aufzwingen will).

  8. Man kann seine Xenophobie gut damit rationalisieren, dass man mit Gleichgesinnten eine intellektuelle Reise in die Fremde begeht, um dort Belege zu sammeln, die bestätigen, dass doch jeder am besten da bleibt, wo er hingehört. Solcherart gefilterte Eindrücke sagen mir persönlich nicht sehr viel.

    • Barry Long: „Das unempfindsame Hirn ist nun, weil es das Wort (und 99% aller Wörter) seiner lebendigen Wahrheit beraubt hat, gezwungen, (…) entwertete Begriffe zu benutzen, um die fehlende Authentizität des ursprünglichen (mit seiner eigenen Essenz aufgeladenen Wortes) wettzumachen – was natürlich nicht funktionieren kann. Also werden die Wörterbücher immer dicker, die klugen Diskussionen (und Kommentare) immer länger (und destruktiver), die Datenspeicher der Computer immer unverzichtbarer. Während die Wahrheit des Lebens (das sich im Handeln offenbart) zwischen Menschen immer mehr versiegt, wächst das Hirn (oder das Unglück), und Unaufrichtigkeit macht sich mit lächelnder Maske in unserem Leben breit. Auch all die anderen bedeutsamen Worte gerieten in die rationale Häckselmaschine des Hirns und kamen an der anderen Seite als leere Worthülsen wieder heraus. Nun dienen sie nur noch der Absonderlichkeit, den Neigungen, Abneigungen oder der wunderlichen Vorstellung des Hirns darüber, was wichtig und bedeutungsvoll ist. ((( D.S.:“sagen mir persönlich nicht viel“)))
      (…)
      Jeder Ausdruck, der die Schönheit und das Wunder der Interaktion zwischen Individuen beschreiben soll, wird vom lieblosen Hirn zu einer toten, gewohnheitsmäßigen, formalen Floskel umfunktioniert.“
      Barry Long

      Ich werde mir diesen menschlichen, lebendigen, wahrhaftigen, respektvollen, ja, sogar liebevollen und pfiffigen Dialog zwischen Ken Jebsen und Dr Christian Blex von Ihnen und Ihresgleichen ganz sicher nicht zerreden und zerpflücken lassen. So gut wie jeder hier läßt sich durch winzige Details von dem ablenken, was wirklich geschehen ist: Eine Verständigung. Das Öffnen einer Tür. Das Auflösen eine deutschen Fluches. Der Sprung über einen Schatten. Eine Einladung, wieder miteinander zu reden. Und zwar unabhängig von persönlichen Vorlieben oder politischer Couleur.
      Die beiden Protagonisten haben für uns alle unendlich viel mehr getan, als das rationale Superhirn in Gestalt so viele Kommentatoren hier in seinem normalen und üblich gewordenen Zerstörungswerk erkennen kann.

      **********************

      Aber um das wahrzunehmen, müßte man in der Lage sein, einfach mal ein paar Minuten lang das innere graue, mentale, sinnleere Rauschen und Geratter, das die Menschen für ihren Normalzustand halten, einfach abzuschalten.

      Arme Erde.

      Verlorene Menschheit.

      Oh, verloren.

  9. Vor zwei Wochen erst wurde das christlich-orthodoxe Oberhaupt Ignatius Aphrem II im Deutschlandfunk für seine Unterstützung Assads fertig gemacht, weil er sagte: „Lieber habe ich einen säkularen Diktator als einen religiösen, der behauptet, im Namen Gottes zu handeln.“ Herr Blex hat meine volle Sympathie für seine Reise und dafür, wie auch er diesen Punkt des Sekularen immer wieder betont, der ja der eigentliche Dreh- und Angelpunkt der Aufklärung und unserer vielbeschworenen „westlichen Werte“ ist. Und nicht irgendein „christlich-jüdisches Vermächtnis“.

    Aber eins verstehe ich nicht:
    Da sitzt ein gelernter Physiker. Blex macht sogar sich noch über die naturwissenschaftliche Unbildung der meisten Journalisten lustig. Das Gespräch dreht sich nicht zuletzt um deutsche und amerikanische Außenpolitik und auch um Terrorismus.
    WIESO UM ALLES IN DER WELT FRAGT KEN DA NICHT NACH 9/11???
    Nach dem freien Fall dreier Gebäude in New York, nach Newtons Gesetzen von Energie- und Impulserhaltung, und wie er sich das erklärte? Gegen Ende des Interviews, als es um um unsere deutsche Haltung bzgl. Amerikas ging, lag der Ball auf dem Elfmeterpunkt.
    Wie Bröckers vor einiger Zeit so schön schrieb: „9/11 ist der Lackmustest.“
    Besonders für Physiker.

    • Vielleicht hat Ken Jebsen vor der Sendung Dr. Blex gefragt, ob er zu 9/11 fragen dürfe und dieser hat verneint !!??
      Ich sehe das auch so wie Bröckers. „9/11 ist der Lackmustest“.

    • @ Horst Kietzmann:
      Gut möglich, dass das so ist. Ich habe dafür nur gerade im Fall eines Physikers – der im Gegensatz etwa zum Historiker Ganser nicht nur Fragen hätte, sondern handfeste Beweise auf der Basis von Naturgesetzen – absolut kein Verständnis.
      Diese Feigheit können wir echt nicht mehr brauchen. Wenigstens sollte sowas öffentlich werden.

  10. Huch ?!

    Wo bleibt das Abarbeiten der Talking-Points, warum höre ich keine leeren Worthülsen ?
    Kein Stock im Arsch, wenig Angst(mache), keine Banker-Vergangenheit, begründete Meinung und kein Rassismus ?

    Dieser Mann erscheint mir abartig falsch in dieser Partei, er sollte seine eigene gründen !
    Oft sagt er WIR, einmal sogar, dass er ein typischer AfDler sei…. ehehehe… nein, ich sags nicht !

    OK, genug des Spottes.
    Ich habe viel gelernt durch dieses Gespräch — mehr, als ich anfangs lernen wollte.

    Anscheinend ist der Antrieb hierbei, das Verbindende hervorzuheben, und das ist wohl auch gerechtfertigt im Angesicht gemeinsamer Widersacher.
    Wäre man näher in diverse Details gegangen, so meine Befürchtung, hätten sich die gemeinsamen Nenner etwas verflüchtigt… aber vielleicht täusche ich mich auch.

    Als ich von der Reise gehört habe, war ich sofort neugierig auf die Personen und die weniger offensichtlichen Hintergründe.
    Und wer liefert sofort ?

    Herzlichen Dank, KenFM !

    • Dieser Mann erscheint mir abartig falsch in dieser Partei, er sollte seine eigene gründen !

      Oder Dir wurde ein Zerrbild der Partei vermittelt. Ich habe auf einem Wahlkampfstand mit den Leuten diskutiert. 🙂

    • Das habe ich ebenfalls getan, mit Vertretern und Anhängern.
      Es gab Angst auf Toast zum Frühstück, Panikschnitzel zum Mittagessen und hysterische Hühnersuppe zum Abendbrot.
      Dessert wahlweise Hass-Obst oder Chauvi-Joghurt.
      So ne Pampe schmeckt mir nicht !

      Danach hat man erstmal eine schöne, tiefe Schublade, verstehste ?!
      Aber ich werde es beizeiten gern nochmal probieren.
      Die Neugier siegt.

      Die geflüchteten Mitmenschen in meiner Umgebung beherrschen mittlerweile besseres Deutsch als so mancher Deutscher, arbeiten zum großen Teil und warten teilweise immer noch auf Asyl.
      Die werde ich mitnehmen, wenn sie wollen.
      Vielleicht lernen wir dann alle etwas dazu.

    • Die geflüchteten Mitmenschen in meiner Umgebung

      Diese Mitmenschen werden von uns in die Flucht geschlagen um den Kreigsgegner Syrien nachhaltig zu schaden und damit wir die Früchte (gute Ausbildung der Menschen in ihrer Heimat) ernten können.
      Ich empfinde das als höchst verwerflich, deshalb teile ich da die AFD-Standpunkte.

    • „Die geflüchteten Mitmenschen in meiner Umgebung“
      – – – die CDU benötigt dringend weitere PR-Mitarbeiter. Mal bewerben?

    • Alles schon probiert… Absage kassiert.
      Als Agnostiker sei ich zu christlich für sie, so die Begründung.

      Aber danke für den Tip.

  11. Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Ich als Physiker kann auch nicht nachvollziehen, wie man die Kernkraft heute noch als konkrete Lösung für Energieprobleme ansehen kann.

    Man würde sich eine Aufarbeitung dieses Themas wünschen, da es ein Thema ist, was die Gesellschaft spaltet.

    KenFM hatte auch prominente Gegner der Kernenergie zu Gast gehabt. Eine Diskussion zwischen den Befürwortern und den Gegnern wäre sinnvoll.

  12. Man sollte die Menschen immer nach ihren Handlungen bewerten. Nach Syrien reisen und mit den Menschen dort sprechen, hervorragend. Auf die Krim reisen und mit den Menschen vor Ort sprechen, hervorragend.

    Wenn ich mir die Parteien wie CDU, SPD, Grüne, FDP ansehe, könnte ich verzweifeln. Gerade die völlig verfehlte Aussenpolitik in Bezug auf Russland und auf Syrien schreit ja geradezu nach einer Alternative.

    Bei den Linken muss sich ein Andreas Maurer, den ich sehr schätze, für seine Krim-Reise fast entschuldigen. F rau Wagenknecht, Herr Lafontaine und Herr Dehm werden dort gemobbt. Wenigstens in der Jungen Welt darf eine Frau Leukefeld vor Ort Berichte aus Syrien kommunizieren.

    So wird die AFD zumindst teilweise zu einer Alternative.

    • Ich habe vor der letzten Bundestagswahl das Wahlprogramm der AfD gelesen und nichts zum Thema Soziales gefunden, dass erwähnenswert gewesen wäre. Leider auch nur eine neoliberale Systempartei mehr in den Parlamenten. Wenigstens schwafeln sie nicht schon tausendmal Gehörtes, so wie die Altparteien, einschließlich Wagenknecht.

  13. Man sollte jeder Partei eine Chance geben, was hier tatsächlich auch gegeben ist, aber was der Herr Doktor hier erzählt,
    dass ist weder tiefgründig noch revolutionär, geschweige denn visionär (Stichwort: Atomkraft).

  14. Einerseits ist es nur fair, dass auch Leute der AFD die Gelegenheit bekommen, dass man sich zivilisiert und argumentativ mit ihnen auseinandersetzt. Andererseits sehe ich für mich nicht genug Schnittmengen in unseren Meinungen, um jemals meine Stimme für sie abzugeben.

    • Muss ja auch nicht sein, ich wähle auch nicht. Aber der Dr. Blex ist ein intelligenter, humaner, angenehmer Mensch, der zu Syrien interessantes zu sagen hat.
      Hat er Sie verunsichert, bezüglich Ihrer politischen Weltsicht? Anders kann ich Ihre Abgrenzung nicht verstehen.
      Das gleiche gilt auch für Tommy G, der über Ihnen kommentiert hat.

  15. Wieso heißt es immer „Dr. Daniele Ganser“ aber hier nur „Christian Blex“ ? Ich höre auf diesem Portal häufig, dass das Weglassen von Informationen bewusst als Manipulation eingesetzt wird. Es wäre bedauerlich, wenn dies auch diesem Portal vorgeworfen werden kann.

  16. Ich bin auch schon von Anfang an gegen diese hysterische und sowieso ungerechte Verteufelung der AFD gewesen. Dennoch kann ich auch in ihr keine wirkliche Alternative sehen, die mir Hoffnung machen kann, allein schon wegen deren Befürwortung der Kernenergie. Für mich gibt es weiterhin keine wählbare Partei. Aber die Idee einer All- Parteien-Regierung, die Herr Dill im Konferenzblog geäussert hat, finde ich mal gut, weil es erst mal das gerechtest mögliche in diesem System wäre. Habe jetzt allerdings erst den Anfang des Gespräches gesehen. Bin gespannt auf die Syrien-Schilderung…

    • Hallo Jele, ja, das mit der Minderheitenregierung und der damit verbundenen Notwendigkeit, sich Mehrheiten bei den anderen Parteien zu suchen, fand ich auch zunächst die wohl beste Lösung hin zu mehr Gerechtigkeit, bis mir jemand erklärte, dass auch das nur ein frommer Wunsch bleiben würde, weil hinter den Kulissen genauso weiterhin Absprachen getroffen werden und geklüngelt wird wie sonst auch und die vermeintlich anders tickenden, kleinen „Partner“ genauso wenig ein Bein an die Erde bekommen, sprich: ihre Ansichten zur Geltung bringen können wie jetzt auch.

      Es ist frustrierend, aber innerhalb dieses Systems gibt es einfach nichts, das für den „kleinen Mann“ funktioniert.

      LG
      Heike

    • Ja, liebe Heike, da hast Du natürlich recht. „We are on the road to hell“- so lange, bis die Menschheit in allem so einsichtig wird, wie man es sich jetzt gar nicht vorstellen kann.

      „Es gibt diejenigen, die unsere Welt in Brand stecken wollen.
      Wir sind in Gefahr.
      Wir haben nur Zeit, um behutsam zu arbeiten.
      Wir haben keine Zeit, um nicht zu lieben.“

      Donna Metzger

      Einer der vielen schönen Sprüche, mit denen John Robbins sein erstes Schriftwerk „Diet for a New America“ gewürzt hat.

  17. Ich war Mitte achtziger Jahre in Syriën, ein Land nicht sehr arm, auch nicht reich, ein totalitäres Regime.
    Menschen nicht unglücklich.
    Aleppo, die meist kosmopolitische Stadt die ich jeh sah, die Suq dort, noch mittelalterich.
    Die Suq verwüstet.
    Sehr traurig was das Westen dort angerichtet hat.

  18. Sehr geehrter Dr. Blex,
    die Bundesregierung hat weder ein Interesse daran Beziehungen zur syrischen Regierung aufzunehmen, noch Flüchtlinge nach Syrien zu lassen die dort leben und aufbauen wollen. Siehe:
    http://www.tagesschau.de/inland/fluechtlinge-syrien-flucht-101.html
    Ich habe die Syrienreise mit großem Interesse bei Twitter verfolgt.
    https://twitter.com/ChristianBlex
    Auf der AFD-Webseite gibt es keinen Hinweis dazu. Ich kann leider nicht erkennen, dass der Vorstand der AFD hinter Ihren Aussagen steht. Dennoch setze ich große Hoffnungen in die AFD.

    Freundliche Grüße von einem AFD-Wähler.
    Danke an KenFM für das Interwiew.

    • „die Bundesregierung hat weder ein Interesse daran Beziehungen zur syrischen Regierung aufzunehmen“,

      Das sagte der Interviewte selbst ja auch, oder? Es wird keine deutsche Botschaft mehr unterhalten in Syrien. Man will nicht sprechen. Doch nicht mit diesem „Tier“, das Gefallen daran findet, sein Volk zu töten. (Trump-Tweet).

    • Ja, das ist die Hoffnung. Oder zumindest im öffentlichen politischen Diskurs (so es ihn denn gibt) dazu anregen, daß darüber gesprochen wird.

  19. Super Interview. Und es hört sich so positiv an: Assad wird den Krieg gewinnen und die Geflüchteten können zurückkehren und das Land wieder aufbauen. Aber leider sieht es so aus, als wollen die USA sich nicht mit ihrer Niederlage abgeben und planen schon den nächesten Angriff. Schaut euch mal das an: „Die Gefahr eines 3. Weltkriegs ist größer denn je.“ von Dirk Müller. https://www.youtube.com/watch?v=INjhi82DrFQ

  20. Danke für das hervorragende Gespräch! Eine Entlarvung der Kriegspolitik der „westlichen Wertegemeinschaft“ und ihrer verlogenen Propagandamedien.

    Das Gespräch müßte allen „Qualitätsmedien“-Gläubigen gezeigt werden. Ob es etwas nützen würde, weiß ich allerdings nicht. Viele sind so verblendet, daß sie stark abweichende Fakten und Meinungen kaum an sich heranlassen können.

    • Das Gespräch müßte allen „Qualitätsmedien“-Gläubigen gezeigt werden. Ob es etwas nützen würde, weiß ich allerdings nicht. Viele sind so verblendet

      Die GutmenschInnen legitimieren ihre Lebensweise mit dem, was sie aus den Qualitätsmedien erfahren.
      Deshalb gehen sie mit Scheuklappen durchs Leben. Du bist die „Schlange“, die ihnen den „Apfel der Erkenntnis“ anbieten wollen um sie aus dem „Paradies“ zu holen.

  21. Ein alles in allem zum niederknien gutes Gespräch…. Danke an Ken Jebsen und Dr. Blex…

    Ich bin ein in der Wolle gefärbter Atomkraftgegner, weil ich diese Energieform einfach für viel zu gefährlich halte…. wer kann schon die Garantie geben, dass der Atommüll für jahr 10tausende, oder gar millionen von Jahren von der Biosphäre ferngehalten wird…? Meiner Meinung nach niemand, von daher würde ich Dr. Blex an diesem Punkt widersprechen wollen….
    Ansonsten unterschreibe ich seine Aussagen zu 100%

    Was mich aber freuen würde und das ist als Anregung zu verstehen, ist eine Diskussion mit Dr, Blex und einem qualifizierten Atomkraftgegner, der auch aus der naturwissenschaftlichen Ecke kommt…. das könnte, so zumindest meine Hoffnung für beide Seiten Erkenntnis erweiternd sein…

    • Das Atommüllproblem sehe ich genau so.
      Zum Thema Atomkraft sollte Ken Jebsen mal Holger Strohm einladen.
      Ansonsten ein tolles Gespräch, wie fast immer“
      Danke dafür.

    • Ich würde Dr. Blex auch in diesem Punkt widersprechen, in allen anderen nicht. Man kann fast nie eine totale Übereinstimmung in allen Punkten erwarten; daran sollte man sich gewöhnen. Auch mit Ken Jebsen stimme ich nicht in allem überein, halte seine journalistische Arbeit aber für hervorragend.

      Bei der Atomkraft sehe ich auch den Atommüll als Hauptproblem an. Die Kraftwerke mögen ja „hundertprozentig sicher“ (naja) sein, aber für die Endlagerung sehe ich keine praktikable Endlösung.

    • @ FFMMIKE
      wer kann schon die Garantie geben, dass der Atommüll für jahr 10tausende, oder gar millionen von Jahren von der Biosphäre ferngehalten wird…?

      zumindest wird der Atommüll die „Religionen“ überstehen (die gerade mal ca. 3-4tds jahre alt sind) und die „menschen“ auf eine andere art verbinden! gib doch Hoffnung, oder?

  22. Ken Jebsen: Ich möchte mich nur einfach bekanken für dieses Gespräch.

    Was ich schon immer gesagt habe, dieses Ganze Rechts Links Geschwafel gehört auf die Müllhalde! Wichtig ist, das man den Anderen zu Wort kommen läßt und das ist hier bei KENFM, heute u. a. passiert!

    Danke, Danke, Danke!

    So wird das evt. noch etwas mit der Deutschen Souveränität. Wir müssen nur den Artikel 146 GG mit Leben füllen!

    • So, so, wessen Souveränität?

      Die Entzauberung neoliberaler Propaganda und Desinformation
      08. April 2018 Timm Herbst

      (…)
      2.4.2 Neoliberalismus ist leider die Ideologie, die seit Jahrzehnten die Meinungshegemonie in Lehrbetrieben, Wirtschaft und Politik, welche neoliberale Forderungen in Gesetze presst und gegen die eigene Bevölkerung exekutiert, an sich gerissen hat. Neoliberalismus ist de facto ein Umverteilungssystem von unten nach oben. Dies wird mit einer „wohlkingenden“ Ideologie ummäntelt (siehe auch Fazit). Da neoliberale Vollstreckung einer maximalen Fehlsteuerung des Kapitalismus ziemlich nahe kommt, liegt es in Natur der Sache, dass es praktisch allen Gesellschaften (in der breiten Masse) immer schlechter geht. Nahezu alle historischen Erfahrungen zeigen (von ganz wenigen speziellen Ausnahmen wie Griechenland und Spanien, wo die Erinnerung an Faschismus noch hinreichend frisch ist), dass Gesellschaften, die in wirtschaftliche Krisen geraten, nach rechts abdriften und der Rechtsextremismus befeuert wird. Es war kein Zufall, dass der Machtergreifung der Nationalsozialisten eine schwere Wirtschaftskrise vorausging. Und es ist ebenfalls kein seltsamer Zufall, dass in sehr vielen Ländern wieder Nationalismus und Rechtsextremismus fröhliche Urstände feiert (Niederlande, Polen, Ungarn, Frankreich und last but not least Deutschland).
      https://www.heise.de/tp/features/Die-Entzauberung-neoliberaler-Propaganda-und-Desinformation-4010804.html?seite=all

      Die Faschisten von anno dazumal haben bis zur Ermächtigung ohnehin das Blaue vom Himmel gelogen.

      „Die Schaffung einer pseudo-sozialdemokratischen Partei. In den USA versuchte die National Civic Federation, mit der Progressive Party die Wählerpotentiale von echten Sozialparteien, kontrolliert vom Volk, abzuschöpfen und die Kontrolle über das Volk durch die Oligarchie zu befestigen. Die NSDAP war, so kann man in „Mein Kampf“ eindeutig nachlesen, genau der selbe Versuch für Deutschland, der authentischen Arbeiterpartei SPD das Wasser abzugraben durch eine Surrogatpartei mit Blitzableiter. Soll heißen: Soziale Impulse zu frustrieren und umzuleiten gegen eine diskriminierte Minderheit.“
      Hilers amerikanische Lehrer, Hermann Ploppa, S.274

      Da die SPD und auch sonst keine Partei, von ein paar verbalen Pflastern einmal abgesehen, mehr eine authentische Arbeiterpartei ist, fällt der pseudosoziale Anstrich weg und es bleibt allein die Fixierung auf „Germany first“ und einen imaginierten Gegner zur Blitzableiterfunktion.

      Nun noch wie stets, Herr Mausfeld:

      28. Pleisweiler Gespräch mit Professor Mausfeld – 22. Oktober 2017
      Wie sich die „verwirrte Herde“ auf Kurs halten lässt: Neue Wege der „Stabilitätssicherung“ im autoritären Neoliberalismus

      (…)
      Und dazu gehört ein ganz wichtiges Mittel: „Die Mitte“. Die „Mitte“ ist etwas ganz Tolles, heute sind alle in der Mitte. Das gehört wieder zum neoliberalen Falschwörterbuch, weil hier ein Begriff neu besetzt worden ist, denn „Mitte“ ist für uns alle etwas ganz Tolles.
      ‚Mitte‘ suggeriert Harmonie, Ausgeglichenheit, vielleicht auch Geborgensein, ‚Mitte‘ ist ein ganz positives Gefühl, weil wir ungerne zu den Extremen gehören wollen. Der Neoliberalismus hat diesen Mittebegriff neu besetzt, indem jetzt eigentlich mit „Mitte“ eine extremistische Position bezeichnet wird. Nämlich die extremistische Position eines Kampfes gegen Demokratie. Und die „Mitte“ ist sogar eine extrem fundamentalistische Position, weil sie einen Ausschließlichkeitsanspruch hat: Es kann keine Alternativen mehr geben. Die „Mitte“ ist eine extrem fundamentalistische Position mit einem Ausschließlichkeitsanspruch, übt aber auf uns eine gewisse Faszination aus. Wir gehen diesem Wort immer wieder auf den Leim. Und Sie sehen, wie häufig dieses Wort als Attraktionsmittel in der politischen Rhetorik verwandt wird, und zwar immer im Kontext auch des neoliberalen Programmes.

      Tony Blair: „a radical centre in which you are able to take decisions fort he future of
      the country“

      Gerhard Schröder 1998: „Es gibt keine linke oder rechte Wirtschaftspolitik, sondern
      nur eine gute oder schlechte Wirtschaftspolitik.“

      Emmanuel Macron 2017: „ni droite, ni gauche“ (weder rechts, noch links)

      Faschismus: „weder links noch rechts“

      Die „radikale Mitte“ – auch eine interessante Wortschöpfung. – Es gibt gar keine Interessen-gegensätze mehr. Es gibt keine Interessengegensätze zwischen Unternehmer und Lohnabhängigem mehr. Es geht nur noch um ‚Vernunft‘, es geht nur noch darum, ‚rational‘ die besten Lösungsansätze zu finden. Es hat auch keinen Sinn mehr, gegen irgend etwas zu kämpfen, es geht nur darum, die ‚beste‘ Lösung zu finden, denn letztlich sitzen natürlich Unternehmer und Lohnabhängige im gleichen Boot, haben die gleichen Interessen, nämlich: die ‚besten‘ Lösungen zu finden. ‚Letztlich ziehen wir doch alle am selben Strang‘ – das ist die Ideologie, was ja irgendwie auch richtig ist, nur eben an unterschiedlichen Enden.

      Interessanter ist hier noch der Punkt – das finden Sie heute ganz häufig -, dass jemand sagt: „ich bin weder rechts noch links“. „Links“, das heißt ja eigentlich für eine gerechte Verteilung und eine solidarische Gesellschaft – und „rechts“ heißt, nicht für eine gerechte Verteilung. Jemand, der weder rechts noch links ist, kann sich eigentlich nur damit noch retten, dass er sagt: „Naja, ich bin völlig apathisch!“

      Und interessant ist, dass der italienische Faschismus genau diesen Slogan hatte, er ist „weder rechts noch links“. Und da war etwas dran. Der Faschismus war extrem anti-links, aber er war auch nicht rechts, denn ‚rechts‘ hieß damals eigentlich reaktionär und bewahrend. Der Faschismus war revolutionär, der wollte nicht bewahren. Das war ein totalitäreres System, er wollte etwas ganz anderes. In gewisser Weise konnte er zurecht sagen: „wir sind weder rechts noch links“. Auch dort lohnt es sich wieder, einen Blick auf die Geschichte zu werfen.
      http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/171022-Mausfeld_Transkript_Landau_NDS.pdf

      Im Übrigen gibt es ein Triumvirat des Untergangs, den Gegner, den Verräter, die Einfalt.

  23. Meine Güte, seid Ihr fleißig! Gestern die Publikation der Positionen 14, heute, optimal dazu passend, dieses Gespräch (das ja auch ganz frisch gedreht worden sein muß, da ich zu hören glaubte, daß bereits auf einen jüngeren Trump-Tweed bezug genommen wurde.) Wie schafft Ihr das alles?

    Und jetzt also das erste längere Solo-Gespräch mit einem AfD-Politiker.
    Hm.
    Nazis und Rassisten habe ich mir eigentlich immer anders vorgestellt.
    Herr Jebsen wohl auch. Die gegenseitige Sympathie am Tisch war deutlich zu spüren. Vielleicht lags ja an der rebellischen Ader, die beide zu verbinden scheint. Seine Frage: „Sind Sie ein typischer Afd-Politiker“, kam wohl auch nicht von ungefähr.

    Was passiert hier gerade?
    Es fühlt sich wie eine Entspannung an, eine Erleichterung, eine innerdeutsche Entspannung. Als ob hier ein Druck abgebaut würde.
    Als ob eine Wand bröckelte, und dahinter steht nicht der fürchterliche Nazi, sondern ein normaler Mensch. Und der hat auch noch was zu erzählen.

    Ich habe dieses Gespräch tatsächlich genossen. Er war erfrischend und informativ. Ein wirklich heller Kopf, dieser Herr Blex. Und aufrichtig kommt er mir auch vor. Was er über die Syrienreise erzählte, fand ich berührend.
    Der Hilferuf der syrischen Führungspersönlichkeiten: bitte sprecht mit uns! ist hängen geblieben.
    Das ist wohl die Spezialität von KenFm: es wird wirklich noch MIT den Menschen gesprochen. Und nicht nur über sie, so wie im Propaganda-Mainstream.
    Es scheint, als wäre hier über einen Schatten gesprungen worden. Und zwar über einen sehr alten, kranken, behindernden.

    Ramstein dicht machen, ein Stopp des Drohnenkrieges von deutschem Boden aus, amerikanische Atomwaffen raus aus Deutschland und das gesamte Militär gleich dazu?
    Wow.
    Das Bestreben, Deutschland wieder zu einem souveränen Staat zu machen?
    Na das wär doch was.
    Wenn ich mir diese Punkte so anschaue: das könnte doch alles auch von der Linken sein, oder nicht?

    Schade nur das mit der Atomkraft. Das Festhalten an dieser Energieform.
    Da schaudert es mich, da ich weiß, daß auch technisch vollständig kontrollierte Atomkraftwerke in jeder Minute ihres Betriebes das Energiefeld der Erde verseuchen, feinstofflich. Reich hat es bewiesen, Bernd Senf und viele andere haben ausführlich darüber gesprochen und geschrieben. Und die Gefahr von Atomenergie für die Ökosphäre wurde ja auch wieder von Rosalie Bertell und Claudia von Werlhof aufgegriffen im Zusammenhang mit der Zerstörung der schützenden Atmophäre um die Erde herum.

    Herzlichen Dank an das Team, auch dieses Risiko wieder eingegangen zu sein. Nach dem gestrigen Highlight schon wieder ein tolles Gespräch.

    Und jetzt bin ich mal gespannt, was die linke Fankurve so von sich geben wird.
    Es kann ja eigentlich alles nur noch besser werden.

    DANKE!

    • „Und jetzt bin ich mal gespannt, was die linke Fankurve so von sich geben wird.“

      Was soll sie von sich geben? Es ist Kens gutes Recht, zu interviewen wen er möchte. Deshalb werde ich mir trotzdem nicht von einer braunen FDP die Welt erklären lassen. Ich weiß ganz ohne AfD, dass in Syrien eine westliche Aggression stattfindet. Fein, dass es die NATO-Freunde auch bemerkt haben.

    • Na sehen Sie, genau das wars doch schon. Braun braun baun. Alle braun.
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      Ich kenne übrigens so gut wie keinen Faschisten, der sich von irgend jemand anderem die Welt erklären lassen will. Böse Zungen behaupten gar, und das ist jetzt aus dem Mund eines Malers gesprochen: Rot plus Grün ergibt Braun. Aber dem möchte ich mich eigentlich nicht anschließen. 😉

      Alexander, alles gut. Niemand wird versuchen, Ihnen die Welt zu erklären. Das ist gewiß vergebliche Liebesmüh. Ihr Weltbild steht fest und das wird sich während der nächsten tausend Jahre auch nicht ändern.
      Oh, jetzt bin ich aber doch vielleicht etwas zu provokativ geworden.

      Nato-Freunde? Da würde ich bei Herrn Blex doch erst mal nachfragen, bevor ich solche Urteile ablasse. Wie genau hat er das mit dem Verbleib in der Nato denn gemeint?
      Ich bin zwar auch für Neutralität, aber in den Pazifismus kann man nicht hineinspringen. Es müssen Übergangsstufen beschritten werden. Das Zurückholen aller deutschen Soldaten aus dem Ausland und der Wechsel vom USA-Vasallenstaat zu einem mit positiven Eigeninteressen (dazu gehört auch der Stop der Sanktionen gegen Rußland und die Ankurbelung guter Wirtschaftsbeziehungen zu diesen; dazu gehören der Ausstieg aus den Sanktionen gegen Syrien) – daws ürde mir fürs erste schon mal genügen. Und dann nach den nächsten Schritten schauen. Eins nach dem anderen.
      Aber wer schon sowieso alles, weiß, wieso sollte der noch nachfragen….

    • 1:35:05 die Gretchenfrage: „Kann Deutschland souverän werden, wenn es in der Nato bleibt?“
      Lange Antwort, kurzer Sinn des Interviewten: Angriffskriege, sind Angriffskriege. Dazu sind wir nicht verpflichtet.
      Moderator: Deutschland beteiligt sich an Angriffskriegen (Aktuell werden durch Aufklärungsflüge Koordinaten zur Bombardierung von syrischen Zielen geliefert).
      Antwort sinngemäß: Das hat aber nicht damit zu tun, dass Deutschland in der Nato ist, sondern weil es meint dies tun zu müssen.
      Es folgen weitere Ausführungen des Interviewten, die in der Behauptung gipfeln, die Nato ist ein Verteidigungsbündnis. Ein Mathematiker, der offensichtlich schwere Probleme mit der Realität oder der Logik hat. Weil das Bündnis ja ein Verteidigungsbündnis ist, spricht auch nichts gegen eine Mitgliedschaft. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Es erfolgt noch nicht einmal ein Ausweichen auf ein Interventionsbündnis wie es der ex-Außenminister Fischer mit seinen tödlichen, „humanitären Aktionen“ vorgeführt hat. Unabhängig von der Frage der Mitgliedschaft in einem Militärbündnis zeigt sich hier exemplarisch worum es eigentlich geht. Es geht der AFD einzig darum sich als Alternative darzustellen, die es in Wirklichkeit überhaupt nicht ist.

    • Alexander, schon bevor ich in Ihren Account schaute und sah, mit wem Sie da befreundet sind (alles klar), wollte ich Ihnen noch schreiben, daß es höchste Zeit wird, aus einer jungen Welt- eine erwachsene, oder vielleicht sogar reife Weltsicht zu machen. Und dann eventuell noch weiterzugehen, den Materialismus zu verlassen und in eine multidimensionale Weltichts einzutreten, bei der die, wenn nicht offen, so doch immerzu in der Tasche geballte Kampfesfaust zu einem Händedruck geöffnet werden kann und türöffnende Gesten wie jene, die da zwischen Ken Jebsen und Dr. Christian Blex geschehen sind, und sowohl Versöhnung als auch Verständigung dienen könnten, nicht gleich wieder mit Ihren Rastern und Schablonen zugemüllt werden müssen.

      Ganz ehrlich? Meine große Angst ist, daß Gestalten wie Sie und Ihresgleichen einmal wirkliche Macht in die Hände bekommen; denn daß das Ziel des Neomarxismus ist – die Machtübernahme – das kann ja wohl keiner abstreiten. Und ich glaube Ihnen ganz einfach nicht, daß dann alles besser würde, wenn Sie an der Macht wären, Sie und Ihresgleichen. Ich kaufe es Ihnen nicht ab. Keine Chance. Sie sind für mich nicht überzeugend aus einer weiteren Perspektive heraus; die Jordan Peterson übrigens hier ganz gut einnimmt und erklärt:

      https://www.youtube.com/watch?v=wLoG9zBvvLQ

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      Passant: Danke für die Informationen. Ich lerne gern von Ihnen.
      Allerdings möchte ich Ihrem letzten Satz meine intensive Abneigung bescheinigen: „Es geht xyz einzig und allein darum…..“
      Diese Art von Allwissenheit ist mir schon verdächtig gewesen, bevor ich angefangen habe zu entdecken, daß es viel mehr gibt als das, was Eure materialistische Wissenschaft und intellektuell sich so sicher wähnende „Logik“ sich so zurechtlegt.

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