KenFM im Gespräch mit: Dr. Christian Kreiß („Geplanter Verschleiß“)

Es gab Zeiten, da herrschte der Mangel.

Wer sich etwas anschaffen wollte, musste nicht nur lange sparen und dann bar bezahlen, er musste vor allem auf das jeweilige Produkt warten. Konsumgüter, die rar sind, haben einen höheren Wert.

Auch emotional. Man verbindet mit ihnen auch das, was man Vorfreude nennt.

Die Zeit der Vorfreude ist vorbei. Die Gegenwart hält nahezu alles im maximalen Überfluss für uns bereit. Man kauft in Raten und finanziert das meiste über Kredit.

Diese schöne neue Hochglanzwelt hat den Nachteil, dass ab einem bestimmten Punkt Sättigung eintritt. Irgendwann hat auch jeder Single-Haushalt alles, was er benötigt, in doppelter Ausführung. Dann bricht das sich immer schneller drehende Konsumkartenhaus in sich zusammen.

Hierin besteht die Achillesferse des Kapitalismus. Marktsättigung. Um dieser „Gefahr“ entgegenzuwirken, haben sich die großen Kapitalbesitzer und Produzenten schon vor sehr langer Zeit zu Kartellen zusammengeschlossen. Bei aller Konkurrenz erkannte man ein gemeinsames Ziel. Die hergestellten Waren hielten zu lange. Also verständigte man sich auf nahezu allen Gebieten auf eine Technik, die man Obsoleszenz nennt.

Geplanten Verschleiß. Wer heute einen Drucker kauft, kennt das Problem. Kaum ist die Garantie abgelaufen, gibt das Gerät seinen Geist auf und kann nicht repariert werden. Oder aber, die Kosten hierfür stehen in keinen Verhältnis zu einem Neukauf.

Geplanter Verschleiß ist der Motor der sogenannten Konsumgesellschaft. Wir kaufen für die Müllhalde, ohne dass wir uns über die Auswirkungen groß Gedanken machen. Das ist Teil der Technik, mit der der angebliche „König“ Kunde im Hamsterrad gehalten wird. Der künstliche Verschleiß, dem heute alle Produkte unterliegen, wurde so „eingebaut“, dass er unter der Wahrnehmungsschwelle bleibt. Das geht vor allem daher, dass ein Durchnittshaushalt heute über rund 10.000 Produkte verfügt. Wer weiß da schon noch, wann er was gekauft hat und wie lange es tatsächlich gehalten hat.

KenFM traf sich mit Dr. Christian Kreiß.

Kreiß hat sich über Jahre immer wieder mit der geplanten Obsoleszenz auseinandergesetzt und kommt zu dem Schluss, dass unser Planet an dieser kapitalistischen Technik zugrunde geht.

Wir, die Konsumenten in der Wegwerfgesellschaft, gehen mit diesem Planeten um, als hätte wir noch einen weiteren im Kofferraum. Der Ast, auf dem wir sitzen und an dem wir sägen, knarzt bereits.

Inhaltsübersicht:

00:05:07 Pro & Contra Investment-Banking. Wer profitiert vom Profit und wie funktioniert der Kreislauf des leistungslosen Einkommens?

00:11:51 Ökonomischer Unsinn: Unnötige Arbeit und geplante Obsoleszenz. Welche Kriterien sind entscheidend? Historisches Beispiel aus der Automobilindustrie: Ford vs General Motors oder Qualität vs Lifestyle

00:18:58 Geplante Inkompatibilität von Produkten und die Illusion vom „Smart Customer“: Wie der Informationsmangel die Kunden in die Irre führt (TCO)

00:28:15 Kartellbildung: Wie die Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit der Glühbirne abgeschafft wurde (1926). Marketing, Wirtschaftswachstum und das Grundprinzip der Ökonomie: Profitmaximierung vs Kundenbedürfnisse

00:38:30 Psychologische Obsoleszenz: Psychologie, Werbung & Marketing (Vance Packard, Sigmund Freud, Edward Bernays)

00:49:58 Pharmaindustrie: Mehr Geld für Werbung als für Forschung und Entwicklung von Medikamenten

00:51:21 Die Analysen von Karl Marx und die Idee vom Neoliberalismus. Kommunismus vs Marktkapitalismus: Silvio Gesell, Joseph Stieglitz, Niko Paech, Fritz Schuhmacher

00:58:16 Milliarden für die Mülltonne: Wie die Obsoleszenzanfälligkeit Geld und Zeit kostet

01:06:23 3.000 Werbebotschaften pro Tag: Lug und Trug beim ZAW e.V. und dem Deutschen Werberat. Wer braucht eigentlich noch Werbung?

01:12:32 Eine Bannmeile für Lobbyisten im deutschen Bundestag: Sticko-Finanzierung durch die Pharmaindustrie. Demokratie, Post-Demokratie, Direkt-Demokratie

01:18:54 Umgang und Reaktionen auf die Analysen zum „Geplanten Verschleiß“: Die Medien und die Wikipedia

01:25:23 Was kann der Einzelne tun? Wählen, Entscheiden, Verzichten und die Vorteile von Qualität

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60 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Dr. Christian Kreiß („Geplanter Verschleiß“)

  1. Krieg ist eine Mangelerscheinung – der geplante Verschleiß von Waffensystemen, die geplante Vernichtung von Gebäuden und Menschen – alles eine Form des Mangels, statt der Fülle der Menschen auf dem Planeten angemessen Würdigung zu tragen.

    Der geplante Verschleiß bezieht sich auch auf immerwährende Konsumwünsche.
    Immer wieder neue Süßigkeiten; Schokolade. Günstig bitte.

    Neben der Doku „schmutzige Schokolade“ zum Thema Kinderarbeit noch eine weitere Spitze – als wäre Kinderarbeit nicht schon schlimm genug…

    Die Firma Senomyx hat sich der Verarbeitung von abgetriebenen Babies angenommen. Deren Gewebe wird in Nestlé, Maggi-Suppen, Kraft Foods und Pepsigetränken den Käufern „hoffentlich“ munden.

    Ihr glaubt es nicht?

    Seht selbst:
    http://www.naturalnews.com/049367_aborted_babies_flavor_chemicals_food_corporations.html

    Auch wird dem Thema des Organhandels, der auf kriminelle Weise oft betrieben wurde, eine neue Kompomente beigemischt:

    Die Mensch-Tier-Chimäre.

    Da bekommt Schweinefleischessen auch eine ganz andere Qualität:

    https://www.welt.de/wissenschaft/article161601501/Das-Schwein-des-Anstosses.html

    Ich schrieb ja schon an anderer Stelle auf Kenfm: wenn es gezielte Werbung gibt, für die Reduktion von ständigen Konsumzwangsgedanken, von Hinlenkung zur innerer Zufriedenheit – nun auch noch von Verzicht von Massenproduktionsgütern; im Besonderen von Marken in Zusammenarbeit mit Senomyx : dann wird in der Welt wie von Zauberhand ein Aufwachprozess noch viel stärker fokussiert werden.

    p.s.: die Seite mit den abgetriebenen Babies rät generell dazu, keine Massenproduktionsnahrung zu sich zu nehmen, um der möglichen Gefahr zu entgehen, dass dort ebenfalls menschliches Gewebe verarbeitet wurde.

  2. Für mich ist der Grunde von alledem die Abhängigkeit vom Geld.
    Ich habe es schon an anderer Stelle geschrieben, dass ich
    diese Abhängkeit mittlerweile für ziemlich gefährlich halte,
    was das Einbauen von Sollbruchstellen in Produkte sowie ein
    Verarschungsapparat namens „Marketing/Werbung“ schon ziemlich
    deutlich aufzeigen.

    Die Art zu wirtschaften basiert im Kapitalismus auf der Generierung von Gewinn.
    Andersherum wird zu wenig Generierung von Gewinn zum Nachteil für Mensch oder Unternehmen,
    da damit die Möglichkeiten für Innovationen und vielleicht sogar für
    die Erhaltung des Status Quo eines Unternehmens massiv in Gefahr gerät.

    Die Wirtschafts-„Wissenschaft“ geht davon aus, dass Angebot und Nachfrage
    in Verbindung mit dem Preis die Teilnehmerschaft auf dem Markt regeln.
    Nicht ausreichend nachgefragte Produkte werden dafür sorgen, dass
    die entsprechenden Teilnehmer vom Markt verschwinden.
    Wenn Unternehmen vom Markt „verschwinden“, fallen dabei aber auch
    Menschen aus der Gehaltsversorgung raus, was sie wiederum daran
    hindert an der Gesellschaft teilzunehmen oder überhaupt irgendwo zu leben.

    Bei dem ganzen Geschwafel über die Regulierung von Angebot und Nachfrage
    wird immer vergessen, dass an diesem behinderten theoretischen Konstrukt
    Menschen hängen. Und da alle davon abhängig sind Geld in der Tasche zu haben,
    damit überhaupt irgendetwas geht, ist doch klar, warum sich das alles in diese Richtung entwickelt.

    Die Spirale der kaptialistischen Art zu wirtschaften wird sich immer schneller
    drehen und sich selbst beweisen, dass sie nicht dauerhaft funktionieren kann.
    Die Frage ist, wollen wir vorher doch noch was anderes probieren,
    bevor wir noch mehr aufeinander losgehen.

    Bleibt friedlich…

    Ich

  3. Ziemlich interessantes Gespräch! Beinahe lustig daß ich mir vor ein par Wochen dachte ein Gespräch zu dem Thema wäre mal absolut interessant.
    Beinahe schade daß in diesem Zusammenhang neben den Rasierern und Druckern nicht auch „Smart“phones erwähnt worden sind mit ihren fest verbauten Akkus. Wie sich die Hersteller immer rausreden daß dies aufgrund der Passgenauigkeit und evtl Spritzwasserbeständigkeit nach IP67/68 sein müsse. Samsung hat mit dem Galaxy S5 selbst gezeigt daß man ein gegen Wasser abgedichtetes Handy UND mit Wechselakku bauen kann!
    Wie wäre das denn bei einem Auto bei dem mit der Zeit ein korrosionsbedingtes Loch im Tank entsteht und Benzin verloren wird. Man bräuchte einen neuen Tank – Tja Fehlanzeige „Der Tank bei ihrem PKW ist fest mit der Karosserie verschweißt, sie brauchen ein neues Auto“ Nachhaltigkeit sieht anders aus denke ich.
    Und von der Ressourcenverschwendung der in „Smart“phones verwendeten Platinen, seltenen Erden, etc will ich jetzt gar nicht erst anfangen. Und wie oft lese ich in Kommentaren oder Foren dann den Satz „Mein Handyakku muss nicht so lange halten, ich hol mir sowieso jedes Jahr ein neues Handy…“ muss man nicht weiter kommentieren.

    • in diesem Zusammenhang:
      http://winfuture.de/news,97184.html
      „Beim fest verbauten Akku setzt Samsung beim S8 und S8+ laut iFixit dann wiederum darauf, diesen mit einer großen Portion Kleber im Gehäuse zu befestigen. „Auch wenn die Batterie vollständig entfernt wurde, will der Kleber nicht loslassen“, so die Reparatur-Experten.“
      und die Leute werden es trotzdem kaufen …

  4. Verschleiß ist geplant, im negativen (niedrige Qualität) wie im positiven Sinn (hohe Qualität); im letzteren Fall bei Luxusgütern, wo der Preis nicht oberste Priorität hat. Im ersten Fall ist es Folge des ‚Race to the Bottom‘ (Abwärtsspirale, Abwärts-wettlauf) nicht nur bei Gütern und Dienstleistungen, sondern in allen Lebensbereichen, einschließlich Bildung.
    Konkurrenzpreise werden im globalen Konkurrenzkampf – bei Abwesenheit eines Kooperationsdrucks! – unterboten durch Deregulierung, Senkung von Standards, Sicherheit, Löhnen etc. Am Ende steht das schlechtestmögliche Ergebnis.

    Wikipedia:
    In der Spieltheorie lässt sich ein race to the bottom als Version des Gefangenendilemmas beschreiben. Es stellt alle Handelnden insofern vor ein Dilemma, als dass es sich für den einzelnen Akteur nur dann lohnt zu kooperieren, wenn er sicher sein kann, dass alle anderen auch kooperieren; sobald ein Einzelner davon ausgeht, dass die anderen nicht kooperieren – etwa weil es keinen institutionalisierten Kooperationsdruck gibt –, ist es für ihn lohnender, ebenfalls nicht zu kooperieren und stattdessen den Abwärtswettlauf zu beschleunigen, indem er seinerseits Standards unterbietet. Anders formuliert stellt sich das Dilemma so dar: Die individuell vorteilhafter erscheinende Handlungsoption – nicht kooperieren – erzeugt am Ende ein für alle Handelnden unvorteilhafteres Ergebnis: Man trifft sich am Ende am „bottom“, beim individuell und kollektiv schlechtestmöglichen Ergebnis.

    • Ich denke hier wird etwas sehr Wesentliches formuliert. Durch das System wird die schlechtest mögliche aller Gesellschaften produziert.

  5. Ein gutes Gespräch, das sehr viele Themenbereiche miteinander verknüpft. Herrn Jebsens Gesprächsführung ist hier sehr verdienstvoll.

    Eine Ergänzung zu Herrn Kreiß Anmerkung, daß kleine Betriebe eine sinnvolle Alternative zu großen Unternehmen wären. Diese Vorstellung ist sehr stark romantisierend.
    Persönlich war ich Mitarbeiter in einem international agierenden Großunternehmen und danach in mehreren Kleinbetrieben.
    Habgier und Korruption findet man auch in Kleinbetrieben. Dort fällt es einem sogar noch stärker auf, da man permanent mit der Führung konfrontiert ist.
    Besonders extrem ist es in familiengeführten Betrieben, da hier die Verwandtschaft und nicht die Qualifikation über die Position entscheidet.
    Ob klein, ob groß, Menschen werden engagiert, nicht weil man so nett ist und man jemand ein Auskommen ermöglichen möchte, sondern um den Profit zu maximieren.

    Zu diesem Thema, demokratisch sind sie alle nicht. Am besten liefen die Abläufe stets, wenn die Führung, aufgrund von Termin oder Urlaub, nicht zugegen war. Man besprach sich mit den Menschen mit denen man ohnehin mehr als zwei drei Worte wechselte, die einem nicht unqualifizierte Anordnungen gaben, dieses als Gleicher unter Gleichen.

  6. das Thema ist Top und eng verbunden mit dem sogenannten „Geld“-System. Da ist mir Herr Kreiss schon seit 2012 bekannt.
    Natürlich sitzt die Gesetzgebung mit im „geplant zerfallenden“ Boot der Wirtschaft.
    Nur ein starker Staat könnte da Anreize für Unternehmen oder ggf. gesetzliche Regelungen wie Gewährleistungsfristen-Verlängerungen v. zb 5 Jahre treffen, um die vorsätzliche Müllproduktion zu beenden. Da ist es schlicht scheinheilig, Mülltrennung den Konsumenten vorzuschreiben, wenn man gleichzeitig nichts unternimmt, Müll zu produzieren.

    Lohnt sich denn das überhaupt, wenn Unternehmen auch an den Entsorgungskosten beteiligt würden? Sieht mir nach Prinzip Tauchsiedertechnik / oder „sogenannte Atomkraft“ aus.

    Mal etwas fantasiert:
    würden Produkte wie zb Drucker NICHT als EIGENTUM erworben – sondern als SONDERNUTZUNGSRECHT, würde statt dem Kaufpreis eine „Miete“ für Nutzung entrichtet werden für ein Produkt, dass im EIGENTUM des Unternehmens bliebe.
    Natürlich ist dann der Anreiz bei Unternehmen, das Produkt solange wie möglich laufen zu lassen.
    In einer Gesamtbilanz müsste man das mal gegenüberstellen, also Eigentumserwerb ./. Sondernutzungsrecht. Inklusive aller Kosten , auch die die jetzt sozialisiert werden.

    Technische Innovationen werden eh ausgebremst, wenn die Rendite stimmt.

    • @ Fantastin

      Einverstanden, aber ich halte Änderungen und Ergänzungen an Ihrem Vorschlag für sinnvoll und notwendig, vor allem wegen der Aussage und Tatsache Ihres letzten Satzes, wonach Innovationen verhindert werden, solange der Profit stimmt (und überhaupt Profit bestimmt, was produziert wird).
      Wiedereinführung des Verursacherprinzips generell und insbesondere Einführung des Verursacherprinzips und Demokratisierung des Verursacherprinzips für ein Produkt von der Wiege bis zur Bahre. Schon das Verursachen (Entstehen) eines Produkts muß demokratisch geschehen, und dieses Verursacherprinzip muß demokratisch während der gesamten Lebensdauer des Produkts bis zur Bahre gelten, wobei alle das Eigentum am Produkt ebenso wie die Verantwortung für das Produkt erwerben und als demokratische Verursacher des Produkts über den Lebenszyklus des Produkts an Kosten und Profit partizipieren.

      Also: Verursacherprinzip und Demokratie. Ein anderes Geldsystem wäre auch nicht schlecht. Aber auch das kann kommen, wenn das mit der Demokratie klappt.

  7. *Wie mutig und innovativ sind Intellektuelle wirklich?*

    Wie man an diesem Gespräch sieht, ist es mit dem Einfallsreichtum der Intellektuellen nicht weit her.
    Ich zitiere die deutschsprachige Rap-Band KIZ mit „Boom Boom Boom“
    „Tut mir leid wenn ich den Untertanenstolz jetzt verletze
    Doch was quatscht ihr da, es gibt nicht genug Ausbeutungsplätze
    Ihr wollt Kapitalismus mit Herz?
    Fick mich, aber nicht im Etap Hotel
    Sondern richtig schön mit Essen gehen
    Und am nächsten Morgen noch Taxigeld“

    Der Mann im Video erzählt zwar richtig, dass der marxistisch-motivierte Staatskapitalismus eines Lenin, Stalin, Mao usw. menschenverachtend war und auch richtig, dass es keine Fehlinterpretation war, wie es Ken Jebsen kompromisslerisch beschwichtigend andeutend, aber, aber, aber

    Es kommt nichts weiter. Außer beibehaltender „Alternativlosigkeit“ bleibt der Intellektuelle stumm.
    Er erwähnt irgendwelche Regime sonstwo und rechtfertigt damit das unsrige. Er faselt von Überfluss, ich frage mich, wo der Überfluss für die Arbeiter steckt? Wo ist deren Privatjet, echte Gesundheitspflege, echte Bildung, Transparenz und Mitbestimmung im Betrieb???
    Da bleibt der Intellektuelle stumm – es ist nicht seine Lebensrealität, trotzdem muss er auch die Milliarden Menschen einbeziehen, die nicht so privilegiert leben, wie er… und kann sie nicht einfach des Überflusses bezichtigen, den seine Bekantschaften wahrscheinlich pflegen.

    Also hier kann ich nur gähnen – das Buch lese ich auch nicht. Es bleibt automatisch hinter den Erkenntnissen der anarcho-sozialistischen, syndikalistischen, anarcho-syndikalistischen Bewegungen Südamerikas, Europas und Asiens zurück und ist deshalb nicht nach vorne, sondern zurück weisend. Braucht man so nicht lesen, wenn man an Lösungen und Verbesserungen interessiert ist.
    Und jeder Arbeiter weiß, dass heute nur scheiße produziert wird: Wir sind je schließlich daran beteiligt!
    Wir brauchen auch keinen Uni-Typen und Beamten auf Lebenszeit, der uns das sagt!
    Ich habe neulich Wurzeln um einen Baumstumpf weggeschlagen – dabei ist mir die Wiedehopfhaue, die ich dazu benutzt habe — verbogen! Ich konnte das Blatt mit einigen Tritten wieder in die ursprüngliche Form bringen… Top Qualität! Das erleben wir jeden Tag!
    Arbeiter wissen auch, dass Engelbert Straus seit der Massenproduktion nur noch Müll liefert – alleine die Schuhe! Sie zerreißen beim Anziehen 😉
    Und dann benutze ich teilweise noch Werkzeug aus Opas Zeiten auf den Baustellen… komisch, dass das immernoch hält, wo wir doch heute so technisch weit fortgeschritten sind… 3D Drucker werden es regeln 😉

    Also wie gesagt – ich finde solche Sendungen für das nichtarbeitende Bürgertum vielleicht informativ, aber alle anderen wissen längst bescheid.

    Und dann noch zu dem Begriff leistungsloses Einkommen: Der ist falsch.
    Denn es wird ja eine Leistung erbracht – nur nicht von den Nutznießern, sondern der Arbeiterklasse – und darin liegt das Problem, nicht, dass etwas leistungslos anwächst – das ist eine Gerhard Schröder Argumentation, von wegen Leistung zählt und so ein Schwachsinn, alles bürgerliches Denken – weit von der Realität entfernt.

    • Richtig, Leistungslose Einkommen sind ja Diebstahl und so sollten sie auch bezeichnet werden.
      Gleichzeitig wird aber auch an der Natur, den Tieren und den Ungeborenen der Diebstahl gemacht und da sind die Arbeiter sehr wohl beteiligt. Wer wählt CDU und SPD ? Wieviele Arbeiter Machen sich Null Gedanken über ihren Lebensstiel, fahren ein fettes Auto jeden Tag 100km zur Arbeit, passen sich perfekt in das Ausbeutungssystem ein und buckeln nach oben und treten nach unten. Und bei Kaffee und Kuchen wird dann nur darüber gesprochen wieviel man wo wie günstig gekauft hat.

      Von mir bekommt dieser Herr einen Applaus, es braucht Menschen wie ihn die diese Zusammenhänge herausarbeiten. zB greift die Arbeit der Wissensmanufaktur eben nicht die Unternehmen auf, die greift dort zu kurz, das kommt hier schon besser heraus. Nur müssen wir auf einen Punkt kommen wo eben aus diesen Erkenntnissen konkret die Konsequenzen folgen, das fehlt.

      Dieser Herr könnte zB sagen ich stelle meinen Leben komplett um, Verzicht auf TV, Handys, bei den Kindern den ganzen Müll raus, nur noch lokale oder faire Produkte kaufen. Dafür jeden Monat eine Spende an ein bedürftiges Kind.

      Bei Werbung sollte zumindest dabei stehen wie bei Medikamenten das das gesagte also in keiner Wiese der Wahrheit entspricht und es nur darum geht den Gewinn des Unternehmens zu steigern. Das die geplante Betriebsdauer zumindest an den Typenschild angebracht wird sollte Pflicht sein, genauso wie dort eben 220V 50 Hz, Energieeffizienz sollte dort die geplante Lebensdauer stehen.

      Sonst möchte ich noch darauf eingehen das MS Windows durch die NSA überall kontrolliert werden kann also die Daten der User abgegriffen werden können, wie jetzt eben bekannt wurde.
      Nun stellen wir uns mal vor alle Server und Internetknoten würden mit MS Windows oder anderer proprietärer Software laufen? 80% Laufen aber mit Linux oder OPenBSD usw.
      Hier zeigt die Gemeinschaft das es eben auch anders geht. Hier ist eben Geld nicht der Antrieb.
      Mein Hero ist ja RMS weil er eben durch die GNU Bewegung und die GPL auch einen Bezug zur Ethik herbeiführt.
      Die Computer und Software sind ja an sich nichts Negatives auch wenn sie aus militärischen Projekten hervorgingen. Es macht wenig Sinn zu sagen ich darf keine Computer mehr verwenden, oder Software darf nicht für Das und Das und Das verwendet werden aber für Das und Das darf sie verwendet werden. Diese Unterscheidungen sind eben zu schwierig zu treffen und ändern sich auch oder sind unterschiedlich.
      Daher braucht es an den Universitäten und generell auch ein Bildung zu den Verwendeten Techniken, dazu zählt jede Technik, eine Aufklärung und dann muss gesagt werden , aber ein Atomkraftwerk oder eine Atombombe oder ein Kampfflugzeug bauen wir eben nicht. Oder die Gentechnik wird eben nicht angewendet.
      Diese soziale Bildung ist an den Universitäten praktisch nicht vorhanden oder wird sogar mit Absicht unterdrückt. Auch bei den Arbeitern muss mehr Bewusstsein geschaffen werden.
      Die Schulen sollten keine Ausbildungslager für Arschlöcher sein die sich dann im Ausbeutungssystem behaupten können.
      Die Schulen sollten Bildungsstätten sein die alle Zusammenhänge erklärt.

    • @ Nuevo 1

      Empfehle Bakunin, Staatlichkeit und Anarchie.
      Die Idee, daß jeder einen „Kopfberuf“ und eine handwerklichen Beruf ausüben sollte finde ich als Symphatisant des theoretischen Anarchismus gut. Jeder sollte einen halben Tag als z.B. Lehrer oder Anwalt und die andere Hälfte als Gärtner oder Krankenpfleger arbeiten, bis zur Rente. Politiker ebenso. Das würde das Verständnis füreinander enorm fördern.
      Was das Thema „Intellektuelle“ betrifft, Gramsci (Kulturelle Hegemonie) sagt, jeder ist Intellektueller, und es gäbe aber „organische Intellektuelle“.
      In jedem Fall kommen wir nicht weiter, wenn wir immer nach dem alten Prinzip der Abgrenzung verfahren und dabei andere Ergebnisse erwarten. Versuchen wir es doch damit, nicht die Unterschiede sondern die Gemeinsamkeiten zu entdecken.

    • hören sie sich mal den text an, ein bisschen english werden sie ja können.

      „https://www.youtube.com/watch?v=q31WY0Aobro“

      Anarchie = Antichrist + Zerstörung

      auch wenn sie da ein buntes Papier herum wickeln.

      Ob Anarchie herrscht oder die USA Bomben werfen, wo ist der Unterschied?

    • @ Arg

      Hallo,

      die schauerlichsten Märchen werden kolportiert über das, was Anarchie sein soll. Aber das müssen die Herrschenden. Warum? Wenn Sie bereit sind, sich vorurteilsfrei zu informieren, dann werden Sie erfahren, daß es bei einer Anarchie keine Herrrschenden gibt.
      Selbst Wikipedia ist da erstaunlich objektiv. Geben Sie ‚Anarchie‘ ein.
      Ansonsten bitte David Graeber auf You Tube und seine Bücher. Englisch kann ich, da meine erste Sprache nach Deutsch (bin in Amerika bis 11. Lebensjahr aufgewachsen). Habe als Dolmetscher und Übersetzer gearbeitet. Bin jetzt Rentner. Es gibt auch deutsche Gespräche mit Graeber, die im deutschen Fernsehen erschienen. Ein unheimlich sympathischer Mann, auch wenn man mit Anarchie nichts am Hut hat. Ws gibt in deutscher Sprache ein Gespräch (ich glaube schweizer Fernsehen oder Arte) wo esums Geld geht. Wirklich informativ und sympathisch.
      Bakunin, ‚Staatlichkeit und Anarchie‘ ist ein Klassiker.
      Gruß

    • Ja, nur wo ist denn dann der Unterschied zur Demokratie so wie die Menschen die Demokratie verstehen? Oder glauben sie das es keine Organisation benötigt? Wenn keiner mehr was zu sagen hat, dann ist da ein großes Vacuum und das wird sich füllen so schnell können Sie gar nicht schauen. Und die die am brutalsten sind werden gewinnen. Also die Ordnung hat schon seine Berechtigung, denn ohne müsste ja ein Idealzustand wie im Himmel existieren, es dürfte keinen Bösen Gedanken geben. Also mir ist es da lieber das wir das Herstellen was uns eh die ganze Zeit vorgegaukelt wird, das wir also die Menschen entscheiden lassen. Natürlich bedarf es auch Ankläger für die Natur und die Tiere, hier könnte durchaus weiter gedacht werden. Also alle die ich mir so ansehe die Anarchie wollen sind eher gewaltbereit, haben kein Problem damit andere auszunützen und diese Meinung wird ja nicht vom Staat vorgegeben sondern diese Meinung die ich habe entsteht ja indem ich mir diese Typen mit dem Anarcho A einfach ansehe. Ich glaube nicht das das was diese Typen zu Stande bringen besser ist als der Istzustand und daher ist das sicher keine Option für mich. Ich denke das wir das durchsetzten müssen was uns vorgegaukelt wird das wir eh haben. Nur sollten wir Verantwortung übernehmen und selber die Entscheidungen treffen. Gleichzeitig müssen wir alles tun um die richtigen Informationen zu bekommen. Also richtige Entscheidungen können nur auf wahren Informationen beruhen.

    • @ Arg

      Ja, Sie wissen doch, wie Religion mißverstanden und mißbraucht wird. Das ist bei allen Idealen und Ideologien so. Ganz besonders, wenn die Macht der Herrschenden bedroht ist (Jesus der Revolutionär wird gekreuzigt). Bei der Anarchie ist Herrschaft bedroht! Jesus wird von Historikern als Sozialrevolutionär oder auch als Anarchist bezeichnet. Der Mensch ist nicht reif.
      Satanismmus in der Religion ist etwa auf der selben primitiven Ebene wie manches, was Anarchos und der uninformierte Bürger sich unter Anarchie vorstellen. Der Unterschied zur Demokratie? Der Souverän delegiert Verantwortung nicht an Dritte; er übernimmt sie selbst. Wenn Sie Graeber zuhören, dann werden Sie verstehen, daß Ordnung nicht abwesend ist! Aber, wie gesagt, man muß nicht Anarchist sein, um von David Graeber und seiner Überzeugung berührt zu sein.

    • Ok, ich werde mir Graeber mal anhören, im Prinzip meinen wir ja fast das selbe. Ich bezeichne das halt als Demokratie nur halt eine direkte Demokratie und eventuell noch kleinere Strukturen, nur wo es Sinn macht größere Organisationen, das könnte das Geldsystem sein für einen Staat, also Staaten drucken das Geld und nicht Private, mit Staat meine ich immer das Volk und deren Organisation für ein friedliches Zusammenleben. Das was hier oft als Staat verstanden wird ist die Mafia, der Tiefenstaat den es ja nicht geben dürfte, die Korruption. Also das ist für mich die Mafi die es abzuschaffen gilt, das bezeichne ich nicht als Staat. Als Staat bezeichne ich Schulen, Kindergärten. Beim Schulprogramm kann man schon wieder darüber sprechen da wir ja Ausbildung zu A.. haben und nicht Bildung, ok, das wird durch einzelne Personen die Entscheidungen treffen können eingeführt, daher direkte Demokratie, vielleicht ist das ja das was sie als Anarchie verstehen. ZB ein Europa sollte das regeln was die Zusammenarbeit der einzelnen Staaten betrifft, das muss kein einheitliches Geldsystem sein, kann aber muss nicht, eine automatische Konvertierung und Erlaubnis mit anderen Währungen zu zahlen und die abzugleichen wäre durchaus auch vorstellbar, ist ja in Zeiten von Computern kein Problem. Nun, Normen oder Außenpolitik, hier ist natürlich Bedarf an Länder übergreifender Politik nur braucht es kaum diesen Apparat, hier sollten die lokalen Parlamente zusammenarbeiten. ich glaube nicht das ihre Anarchie ohne Regeln und Organisation auskommt, zugegeben, die Regeln gehören vereinfacht, also das Justizsystem ist aufgeblasen und korrupt, aber wir haben eben keine Demokratie. Ich bin der Meinung das wir nicht alles auf einmal umkrempeln müssen, wir haben Strukturen und die gehören demokratisiert, Eine direkte Demokratie einzuführen ist sicher nicht einfach aber möglich, Parteien kann es geben, Medien müssen reformiert werden, zB öffentliche Medien sind gut nur müssen private Interessen dann daraus verbannt werden, jede Partei bekommt 2 Stunden Sendezeit jede Woche, sonst Nachrichten die von unabhängigen Journalisten zusammengestellt werden, Unterhaltung und Sport sollten Private machen kostenpflichtig angeboten werden, so einfach wäre das. Jedenfalls sollten die Chefs und deren Gehalt vom Volk bestimmt werden.

  8. das interview war diesbezüglich wenig erhellend kein wunder, dass Studenten „anti-schlau“sind (bzw. einen tunnelblick haben).
    obsoleszenz-geldsystem-Wirtschaftssystem soll was miteinander zu tun haben?
    soweit ich mich erinnern kann, gab es in der DDR ein wirtschaftsystem, geldsystem aber KEINE obsoleszenz! hat deswegen die DDR die BRD annektiert oder umgedreht? nicht immer, hr. jebson sind ihre fragen angebracht!
    jeder der in seine erste Wohnung einzieht und sich wundert, dass einige neu erworbene Haushaltsgeräte nach 6 Monaten kaputt gehen, denkt direkt oder indirekt an den begriff „obsoleszenz“

  9. „Wer sich etwas anschaffen wollte, musste nicht nur lange sparen und dann bar bezahlen, er musste vor allem auf das jeweilige Produkt warten. Konsumgüter, die rar sind, haben einen höheren Wert.
    Auch emotional. Man verbindet mit ihnen auch das, was man Vorfreude nennt.“

    Wer hindert uns denn zu sparen und sich dann etwas Vernünftiges zu kaufen, das dann auch (hoffentlich) lange hält.

    Viele Menschen haben allerdings nicht die Möglichkeit, weil sie „von der Hand in den Mund“ leben.
    Da ist nicht viel mit sparen.

    Aber selbst bei den „Schlechtverdienern“ wird oft jeder Müll gekauft und nach kurzer Zeit entsorgt.
    „Shopping“ ist bei vielen so etwas wie Hobby.

    Ich kenne einen selbständigen Handwerker, der sagte einmal, „Was ich nicht ausgebe, brauche ich auch nicht erarbeiten“.

  10. Menschen die im Handwerk tätig sind, können das mit Sicherheit bestätigen, dass man die Nutzungsdauer von Produkten variieren kann, da muss man kein Ingenieur sein. Ingenieure haben lediglich besseren Zugang an Resourcen um diese Faktoren genauer zu bestimmen.
    Dass Herr Kreiß die Hypothese mit Fakten untermauert, Konzerne manipulieren bewusst an der Nutzungsdauer der Produkte und zwar zum Nachteil der Verbraucher, ist sein Verdienst.

    Bei den anderen Themen bzgl. Gesellschaftsformen bzw. -entwicklungen, ist er relativ naiv und stellt zu wenig fragen.
    Z.B. seine Kritik am Kommunismus, wahrscheinlich kennt er die Aussagen Rainer Mausfelds noch nicht: „die sozialen Komponente waren im Kommunismus nie realisiert worden…“
    Oder seine Kritik an Verstaatlichung von Grund und Besitz im Kommunismus. Sieht er den marginalen Unterschied des Kommunismus mit dem westlichen System nicht?
    Was sind Steuern? Ist das nicht das Selbe wie Enteignung und Verstaatlichung von Grund und Besitz? Und auf welche Bürgerschichten zielen die Steuern ab? Sind die Steuern gleich verteilt?
    Weiterhin hat er als Investmentbanker einen ziemlich begrenzten Blick auf die globalen Spuren des Geldes. Hat er sich nicht gefragt, ob der Stalinismus sowie der Maoismus oder die DDR Kredite bekommen hatten? Und wenn ja, von wem?

    Dass einer ein Buch über geplanter Verschleißt/Obsolescens von Produkten schreibt, jedoch übersieht, dass das neoliberale westliche System auch einem geplanten Verschleißt unterworfen ist, ist sehr verwunderlich.
    Der Versuch manipulierte Produkte zu reparieren, quasi das festhalten am Status Quo, mag bei Produkten möglich sein.
    Bei einem System wo Menschenleben darunter gebunden sind, ist absurd.

    • „Weiterhin hat er als Investmentbanker einen ziemlich begrenzten Blick auf die globalen Spuren des Geldes. Hat er sich nicht gefragt, ob der Stalinismus sowie der Maoismus oder die DDR Kredite bekommen hatten? Und wenn ja, von wem?“

      Das war auch mein Eindruck von dem Interview. Er hat zwar immer betont, welche Bücher er doch gelesen hat, dafür kam außer einer schmalen Analyse der „geplanten Obsoleszenz“, welche in über 1 Stunde in allen Details plattgewalzt wurde, wenig Zusammenhänge oder weiterführende Informationen.

  11. Das stimmt schon, dass der Einzelne etwas tun kann, z.B. mit Konsumverzicht. Aber man darf diese „Selbstverantwortung des Verbrauchers“ nicht überfrachten – wie z.B. wasserader völlig richtig schreibt, haben die allermeisten von uns keine Wahl, in diesem System mitzumachen, auch als Konsumenten. Ich kann meine (gemietete) Wohnung z.B. nicht mit erneuerbaren Energiesystemen zur Heizung und Stromgewinnung ausstatten. Weil es nicht mein Eigentum ist. Also muss ich in diesem Falle Gas konsumieren. OK, ich kann sparsam sein und die Heizung nachts ausmachen – aber dennoch.

    Im Endeffekt ist dieser geplante Verschleiß ja nur eines von zahlreichen Symptomen unseres völlig kranken Wirschafts-systems. Und es macht auch wenig Sinn, das isoliert zu betrachten, finde ich:

    Ohne diesen geplanten Verschleiß gäbe es definitiv zusätzliche Arbeitslose. Wieder ein Grund mehr für ein – natürlich vernünftig ausgestaltetes und ausreichendes – bedingungsloses Grundeinkommen. Anders geht es m.E. nicht.

    Ein Kernproblem ist doch, dass Rohstoffe (v.a. Öl) immer noch viel zu billig sind, auch im Vergleich zur menschlichen Arbeitskraft. Durch höhere (Mineralöl-)Steuern müsste das endlich angegangen werden. Und es bräuchte natürlich auch Importzölle für z.B. chinesischen Billigkram. Mit diesem Hebel würde man auch das Problem des geplanten Verschleißes gleich mit erschlagen. Wenn Produkte grundsätzlich deutlich teurer sind, habe ich ein großes Interesse, ein langlebiges Produkt zu kaufen, das von gut ausgebildeten Fachkräften repariert werden kann. Am besten vor Ort.

  12. Irgendwo bei Min 60, ist mir die Lust an diesem Interview verloren gegangen.
    Da wahren zu viele Aussagen, die dermaßen Oberflächlich betrachtet werden, dass ich das Gefühl hatte, da ist wieder einer der auf einen Zug aufspringt, um sein Buch zu vermarkten.
    Als ehemaliger Investmentbankar weiß er ja, wie ein Produkt in den Markt gebracht werden muß.
    Dass erläutert er ja anfangs ausführlich.
    Das die schwarze 1 mit vielen Nullen an erster Stelle steht, ist oberstes Gebot.
    Um es polemisch zu sagen, ein Waldorfkindergarten bzw Schule kostet Geld, und da muß man sich auch als Dozent schon Strecken.

    Aber soweit meine Vorbehalte im Groben.
    Wenn mir aber erzählt wird, das Zahnpasta Tuben eine größere Öffnung erhalten, damit der Verbrauch gesteigert wird, staune ich.
    Tatsächlich ist die Strategie eine andere.
    Die Plastiktube wurde eingeführt. Der Vorteil liegt in der Befüllung.
    Weniger Inhalt bei gleichem Tubenvolumen und schlechterer Entleerung.
    Eben so bei Waschmitteln, neue Flasche kleineres Volumen.
    Also schlechtes Beispiel, Aber im Prinzip läuft es aus gleiche raus.
    Besonders unreflektiert geht er mit dem Kaufverhalten der Verbraucher um.
    Das teurere Produkt ist angeblich günstiger, da höhere Qualität und Lebensdauer.
    Ist das so, oder wird hier nicht eher auf den Prestigefaktor gesetzt.
    Apple ist besser als Microsoft PC. I-Phon ist besser als Samsung.

    Das scheint mir alles ein wenig undurchdacht zu sein.

    Seine Gedanken zum Marxismus sind sehr dünn, da seine einzige Schlussfolgerung darin besteht,
    Menschenverachtung, Gulags, Verbrecherische Systeme.
    Ein Weiterentwickeln scheint gar nicht in Betracht zu kommen.

    Nun das Kredo zur Enthaltsamkeit. Grad zielt er noch auf Marx, doch jetzt ist Eigenverantwortung angesagt.
    ein paar Minuten vorher wird über die psychologische Manipulation von Studenten und Hausfrauen bei Waschmitteln erzählt berichtet
    Das wird die Marketinstrategen nur anspornen, weiter zu machen.

    Das wir uns mit einer Woche Urlaub beschenken, wenn diese lästige Werbung nicht wäre, ist ein wenig weit her gehohlt.
    Also nicht auf Wärbeflächen schauen, keine Prospekte studieren, damit spart man vergeudete Lebenszeit ein. Nur Werbung im kulturellen Bereich ist erlaubt. Fragt sich was man unter Kultur versteht. Bonjovi oder Mozart, das ist hier die Frage.
    Dass sind schon steile Thesen.

    Im großen und ganzen hatte ich den Eindruck, das Ken Jebsen auch nicht so recht überzeugt von seinem Gesprächspartner Dr Christian Kreiß war.

  13. Der Vorschlag, was jeder tun kann (weniger konsumieren, sich überlegen „brauche ich das wirklich?“ etc.) am Ende stellt mich nicht zufrieden.

    Wie wäre es denn ganz konkret mit folgendem: die ganzen Ingenieuere/Tester, welche Herrn Kreiss im vertrauten Kreise gesagt habt, dass sie s gut finden, was er tut, die schließen sich einfach zusammen. Sie könnten doch anonym eine eigene Website aufmachen, und Kaufempfehlungen posten, also welche Haltbarkeit die von ihnen getesteten Produkte haben, die dann tatsächlich auf den Markt kommen. Was man kaufen kann/sollte, und wovon man besser die Finger lässt.

    Denn: weniger konsumieren hin oder her, viele Dinge braucht man ganz einfach, da kommt man gar nicht aus. Und da gebe ich gerne 30% mehr aus, wenn ich weiß, dass das Produkt am Ende 50% (oder mehr) länger läuft. Logisch, oder?
    DAS wäre mal Zivilcourage der Ingenieure, und anonym ginge das auch!

    • die Idee finde ich gut mit den Ingenieuren. Denn Stiftung Warentest traue ich nicht über den Weg. Ausserdem berichten die über solche Dinge nicht, wie wir im Interview erfahren haben.

  14. Hier nochmal, weil oben unter falscher Rubrik gepostet:

    Wie funktioniert das dann eigentlich mit der Geschichte, dass jeder „3 Wochen mehr Urlaub“ einfach so ohne Gehaltsverringerung erhalten könnte? Wäre das so einfach, dass das Unternehmen dann nur weniger Umsatz, sprich Gewinn macht und fertig? Gäbe es nicht noch andere Verwerfungen, die zu mehr Arbeitslosigkeit (in meinen Augen Freiheit) führen würden?

    Mir ist klar, dass hat dann was mit Postwachstum zu tun. (Leseempfehlung: Atlas der Globalisierung)
    Denn jedes Unternehmen könnte dann nicht mehr so wachsen, wie bisher, wenn es beispielsweise nur noch Glühbirnen herstellt, die doppelt so lang halten. Dann wäre also jeder zweite Mitarbeiter grob gesagt überflüssig und könnte sich anderweitig beschäftigen, wäre „arbeitslos“, also frei. Ob das nur mit Urlaub „aufgefangen“ werden kann ist mir noch nicht so klar. Wenn ein Großkonzern das hinbekommt und dadurch eben weniger Gewinn einkassiert ist das verständlich. Aber müsste dann nicht ein kleiners Glühbirnen-produzierendes Unternehmen komplett schließen, und ALLE Mitarbeiter entlassen? Weil der eine Große eben cool in der Norm (Glühbirnen halten ab sofort 10.000 Stunden) viel besser aufgestellt ist?

    So viele Fragen. Vielleicht hat ja jemand eine Antwort für einen Nicht-BWLer. =)

    • Dazu brauchen Sie kein BWL studiert zu haben bzw. einen akademischen Bildungsgrad; ist eher hinderlich einen akademischen „Ein“-Bildungsgrad zu haben, weil man seiner Grundindoktrination folgt und die „Axiome“ keinen anderen Gedankengang bzw. Heransgehensweise erlaubt.
      Ein gesundes sowie logisches Verständnis an Mathematik genügt.
      Diese zusätzlich eingesparte Arbeitszeit => Freizeit ist ein Idealfall, wenn man diese sog. „Axiome“ der BWL nicht berücksichtigt.
      Hierzu ein vereinfachtes Fallbeispiel:
      Sie haben ein Produkt das eine Nutzungszeit von einem Jahr hat, der Bedarf ist 1000 im Jahr, der Verkaufspreis des Produktes soll 100 € pro Stück sein. 10 Arbeiter können im Jahr die Bedarfsmenge herstellen.
      Jetzt gehen wir vom Idealfall aus, Sie können bei gleicher Arbeiterzahl die Nutzungszeit Ihres Produktes verdoppeln, Sie passen den Preis dementsprechend an (der Materialqualität wegens) und der Bedarf bleibt relativ zur Nutzungsdauer konstant.
      D.h. nach 2 Jahren ist die Verkaufsmenge immer noch bei 1000 St beim Verkaufspreis von 200€/St.
      Man sieht, der Preis in Relation auf die Nutzungsdauer ist konstant.
      Dieses Beispiel ist überspitzt ideal dargestellt, sollte aber verdeutlichen, welche Zeit man dann einspart und der Gehalt des Arbeiters konstant bleibt, wenn die Nutzungsdauer eines Produktes um einen Faktor x vergrößert wird.

      Was beim Gespräch nicht stark herüberkommt, ist die Indoktrinierung der Menschen auf kurzfristiges Denkens; Schlagwort Herstellergarantie. Die älteren werden sich noch erinnern, dass Produkte Made in Germany früher eine Produktgarantie von min. 5 Jahren oder noch länger gewährleistet waren. Natürlich waren die Preise dementsprechend hoch, aber in Relation auf die Nutzungsdauer des Produktes ist dieser gleich oder billiger.
      Was wurde jetzt aus der Garantie heutzutage? Man wird unterschwellig mit „Versicherungen zur Verlängerung der Garantiefrist“ gelockt. Der Konsument soll kurzfristig denken und den Überblick verlieren.

    • at Nino
      um es zu konkretisieren, Lohnerhöhung/Senkung Arbeitszeitverkürzung muss man im gesamtwirtschaftlichen rahmen sehen. nur und ausschließlich Politik ist dazu instande solche Ideen (forderung) durchzusetzen.
      das interview war diesbezüglich wenig erhellend kein wunder, dass Studenten dumm sind (bzw. einen tunnelblick haben) wenn man solche prof. hat.
      ein Beispiel:
      harz4 typische angebotspolitik, ist ein Programm der Lohnkürzung gewesen!
      vor 20jahren haben Gewerkschaften eine 35-stunden-woche gefordert!
      das hier erwähnte Beispiel 3-wochen Urlaub ist in seiner Konsequenz (errechnet/geschätzt) genau so eine forderung.
      zu deinen letzten Satz, BWL ist ein schlechter Ratgeber!

    • Vielen Dank an beide für die erklärenden Antworten. Richtig, wir sind da ziemlich im kurzfristigen Denken indoktriniert. Da hat sogar ein Soziologie-Student manchmal den ein oder anderen Hänger im Denken.
      Klar, wenn das Produkt länger hält, deshalb teurer wird, bekommt ja auch der Unternehmer und sollte dann auch der Arbeiter mehr Lohn bekommen.
      Check und Thanks.

  15. „Die Selbstverantwortung des Konsumenten“ ist der Versuch, Verantwortung auf die abzuwälzen, die diese Verantwortung in der Realität nie tragen werden. Gründe dafür wurden im Interview genannt, der einzlne ist hoffnungslos überfordert und es wird zusätzlich ein fragwürdiger Wille unterstellt, ob der Mensch in diesem Masse Konsument ist und Willig ist, bei jedem Kauf das umfangreiche Programm der Qualitätskontrolle durchzuspielen.
    Wie „faire trade“ ist „die Selbstverantwortung des Konsumenten“ eine hinterhältige Vorgangsweise, die Interessen Internationaler Konzerne durchzusetzen und die Verantwortung für die Entwickung dem Einzelnen anzulasten.
    Denn Programme wie „faire trade“ werden immer nur eine Minderheit erreichen, die zum einen privilegiert ist und zum anderen ermöglicht, sich gutes Gewissen zu erkaufen.

    • vollkommen richtig, ich gehe sogar noch einen schritt weiter und sage dass „faire trade“ ein Werbegag ist! wer außer Konzerne sind in der Lage „faire trade“ zu überprüfen?

    • jeder Kassenzettel ist ein Wahlzettel. Vieles war mir schon bekannt aber einiges auch neu. Die Absprachen bezüglich der Haltbarkeit der Glühbirne fand ich sehr spannend.
      Wusste ich hatte den Namen der Partei schon mal gelesen, den sie hier hinterlassen haben. Da war ein Interview mit Daniele Ganser.

  16. Wer unter den Denkmantel „mathematischer Formulierung“ völlig irrsinnige ökönomische Lehren als Axiom verkauft, der stochert in den Wunschvorstellungen der Inkompetenz machtgieriger Elitenobjekte.

    Naturgesetzmäßigkeiten die nicht widerlegt werden können, nennt man Axiome, z.B. der Satz des Pythagoras.

    „Die Bedürfnispyramide“ sowie die „unsichtbare Hand des freien Marktes“ oder was sonst noch aus den Grundlehren von VWL und BWL indoktriniert werden, sind keine Axiome. Wer sowas als Axiom bezeichnet, der folgt ein großen Trugschluss.

    • Das stimmt nicht.

      Axiome sind nicht „unwiderlegbar“. Sie sind des Beleges innerhalb ihres Bezugsgsystems gar nicht zugänglich, deswegen werden sie einfach als wahr angenommen.

      Der Satz des Phytagoras ist genau das, was der Name schon sagt: Ein Satz. Ein Satz in der Mathematik ist eine beweisbare Aussage die auf anderen (bereits bewiesenen) Sätzen oder eben Axiomen aufbauen kann und dadurch wiederspruchsfrei bewiesen werden kann.

    • Wie funktioniert das dann eigentlich mit der Geschichte, dass jeder „3 Wochen mehr Urlaub“ einfach so ohne Gehaltsverringerung erhalten könnte? Wäre das so einfach, dass das Unternehmen dann nur weniger Umsatz, sprich Gewinn macht und fertig? Gäbe es nicht noch andere Verwerfungen, die zu mehr Arbeitslosigkeit (in meinen Augen Freiheit) führen würden?

      Mir ist klar, dass hat dann was mit Postwachstum zu tun. (Leseempfehlung: Atlas der Globalisierung)
      Denn jedes Unternehmen könnte dann nicht mehr so wachsen, wie bisher, wenn es beispielsweise nur noch Glühbirnen herstellt, die doppelt so lang halten. Dann wäre also jeder zweite Mitarbeiter grob gesagt überflüssig und könnte sich anderweitig beschäftigen, wäre „arbeitslos“, also frei. Ob das nur mit Urlaub „aufgefangen“ werden kann ist mir noch nicht so klar. Wenn ein Großkonzern das hinbekommt und dadurch eben weniger Gewinn einkassiert ist das verständlich. Aber müsste dann nicht ein kleiners Glühbirnen-produzierendes Unternehmen komplett schließen, und ALLE Mitarbeiter entlassen? Weil der eine Große eben cool in der Norm (Glühbirnen halten ab sofort 10.000 Stunden) viel besser aufgestellt ist?

      So viele Fragen. Vielleicht hat ja jemand eine Antwort für einen Nicht-BWLer. =)

    • @ Pella Aus welchem Indoktrinierungslehrbuch haben Sie Ihre Definition?
      Was ist der Unterschied zwischen „unwiderlegbar“ und beweislos „wahr angenommen“?

      Der Satz des Pythagoras leitet sich aus dem Axiom ab:
      „Jedes Dreieck hat genau 3 Ecken und genau 3 Kanten.“ Für mich ist dieses Axiom wiederum ein Satz das nicht widerlegt werden kann.

      Es ist zwar richtig, dass jedes Axiom ein Satz ist, aber nicht jeder Satz ist ein Axiom, sondern kann ein Axiom sein.
      Im Falle des Satzes von Pythagoras ist es aber ein Axiom, da sowohl beweisbar als auch nicht widerlegbar.

      „Ein Axiom ist eine Satz, … “ – https://de.wikipedia.org/wiki/Axiom

  17. „Geplanter Verschleiß“!?
    Das ist doch „Dummheit und Ignoranz“ in allerhöchster Potenz um keine klinischen Begriffe aus der Psychatrie zu verwenden.
    „Das setzt dem Fass die Krone auf“ …. „die Krone der Schöpfung“ stelle ich mir völlig anders vor.
    Es ist einfach unfassbar, wie diese „komische Gattung Mensch“ mit ihren Lebensgrundlagen umgeht….
    „Ingenieurskunst“ kann eben auch darin gipfeln diesen Schwachsinn auf die Spitze zu treiben, scheint sich zu nix zu blöde zu sein.

  18. Wie in dem Interview deutlich wird, verdienen die Eliten an jedem von uns „unbemerkt“ ( jetzt nicht mehr 😉 ) ihr Vermögen. Schlussfolgerung: Ein jeder kann doch ganz für sich alleine etwas dagegen tun!
    Irgendjemand sollte mal wieder ein Manifest verfassen, es ist langsam Zeit dafür. Jedenfalls bevor es der Falsche tut.

  19. Zur Werbung (ca Min. 70) Es wäre noch zu erwähnen, dass gesamtwirtschaftlich Werbung kaum Sinn ergibt, da sich die Werbung von Konkurrenten in der Wirkung weitgehend aufhebt. Aber Jeder muss es machen, weil es alle machen.
    Etwas Wirkung zeigt sie schon, indem sie das Konsumverhalten erhöht.
    Dazu noch dies: Vor einigen jahren habe ich ein YT-Video von einer Vorlesung an der TU Aachen gesehen (leider nicht mehr auffindbar), in dem bewiesen wurde, dass etwa 90 % unserer Arbeit volkswirtschaftlch Unsinnig ist und nichts zur Erhöhung des Lebensstandarts beiträgt.

  20. Was mich an dem geplanten Verschleiß so ärgert ist, wie mit den Rohstoffen der Erde umgegangen wird.
    Wie war es? Wir verbrauchen momentan soviel Rohstoffe, daß wir 3 Erden bräuchten, um nachhaltig wirtschaften zu können. Und das ist auch nur eine Moment-Aufnahme, da unser Geld- und Wirtschafts-System ja auf ständig höheres Wachstum ausgelegt ist.

    Recycling gibt es praktisch nicht!!
    Alles was defekt ist und Müll wird, wird entweder verbrannt, vergraben, im Meer versenkt, oder in Dritt-Welt-Länder abgeschoben.
    Es gibt, außer für PE-Flaschen aus denen dann, unter enormem Aufwand und durch Ausbeutung von Arbeitskräften, T-Shirts hergestellt werden, ansonsten kein Recycling von Kunststoffen, die aus Erdöl hergestellt werden, da sie zu unterschiedlich sind.

    Danke für das Interview und auch die letzen in diesem Themenbereich. Ich hoffe die Dringlichkeit von neuen Lösungen (Hanf!!) wird immer mehr Menschen bewusst.

  21. Es sollte doch kein Problem sein, ein altes Fahrrad zu besorgen! (40-60 Jahre)
    Das muss man nur mal angehen.
    Wenn das kaputt ist, kann man es reparieren und auch restaurieren (lassen).
    Aber gerade Professoren fehlt da ein Drat – ich kenn das von meinem Vater.
    In praktischen Sachen meist hoffnungslose Fälle.
    Ein I-Pod als ältestes technisches Gerät? Ich kenne Leute die hören noch Grammophon oder Tonband.
    Das sind allerdings Arbeiter. Dieses ungebildete Volk.

  22. Schaue gerade das Video und bin gerade bei Minute 58.
    Also laut Herrn Dr. Kreiß ist Karl Marx schlecht wegen Stalin, Lenin, Mao und allem was damit zusammenhängt. Aha, dann ist Jesus also ein Monster wegen den Kreuzzügen, der Spanischen Inquisition und was die christliche Kirche sich sonst so alles geleistet hat.
    Außerdem sei Georg W. Bush besser als Lenin, Stalin und Mao. Wenn jemand also Menschen in einem anderen Land umbringen oder foltern lässt, ist dieser automatisch besser als jemand, der das im eigenen Land macht…

    Und zum Stichwort Bedürfnisse fällt mir noch folgendes ein:
    Marianne Gronemeyer – Die Macht der Bedürfnisse

    • Tja – das habe ich mir auch gedacht … aber insgesamt war es ganz nett zuzuhören – entzückend wie er immer Glühbirnchen (Zahnbürstchen) sagte 🙂

  23. Zur Werbung (ca Min. 70) Es wäre noch zu erwähnen, dass gesamtwirtschaftlich Werbung kaum Sinn ergibt, da sich die Werbung voni Konkurrenten in der Wirkung weitgehend aufhebt. Aber Jeder muss es machen, weil es alle machen.
    etwas Wirkung zeigt sie schon, indem sie das Konsumverhalten erhöht.

  24. Mir fällt zu diesem Video ein, dass die Wahrentest Zeitungen (DM, Stiftung Warentest) etwa anfangs der 1970ger jahre aufgehört haben, die Lebensdauer der getesteten Waren zu publizieren. Das dürfte ungefähr zu der Zeit gewesen sein, als die Sättigung des Markts erreicht war. Ausnahme Glühbirnen, da wurde die Lebensdauer nie angegeben.

    • Das Thema wird gegen Ende auch angesprochen. Dazu fällt mir ein, dass ich als Argument gegen die Lebensdauertests angeführt wurde, es ginge nicht mehr aus Zeit – und Geldmangel, außerdem hätten die Kunden/Leser das Interesse daran verloren, weil sie sowieso dauernd alles neu kaufen würden, also die Lebensdauer nicht mehr wichtig sei.

  25. Ich bin bei Minute 12. Es wurde gerade J.P. Morgan als „reichste Bank der Welt“ erwähnt, die bei der „großen Krise“ Anfang 1900 eine große Rolle spielte. Dazu schreibt der investigative Wirtschafts-Journalist und Buchautor F. William Engdahl in seinem Buch: „Die Denk-Fabriken“ folgendes:

    J.P. Morgan &Company wurde 1915 zum offiziellen Financier der britischen und französischen Regierung bei der Beschaffung amerikanischen Kriegsgeräts von US-Firmen – ein direkter Vorstoß gegen Woodrow Wilsons zynische Zusicherung strikter Neutralität. Auch Wilson war ein Lügner, ein mörderischer Lügner, denn er wusste ganz genau, was Morgan tat.
    J.P. Morgan&Co, damals die mächtigste internationaöle Bank in den Vereinigten Staaten, wenn nicht gar auf der ganzen Welt, war der offizielle finanzielle Vertreter für England im Namen Seiner Majestät des Königs. Für den Titanen der Wall-Street war es ein echter Coup. Um sicher zu stellen, dass kein negatives Wort über seine Rolle in den Medien erschien, „kauften“ die MORGAN- Repräsentanten praktisch die US-Medien.
    Die Kriegskredite von J.P. Morgan&Company ermöglichten England und Frankreich den Krieg gegen das Deutsche Reich. Morgans Darlehen an England waren an die Bedingung geknüpft, mit dem Geld Waffen von Morgans Firma REMINGTON ARMS, Stahl von Morgans US-STEEL, Schiffe und Ähnliches zu kaufen. Als England und Frankreich am Rand der Niederlage standen und Morgan Zahlungsunfähigkeit und sicherer Bankrott drohten, rührten seine gekauften Presseleute die Propagandatrommel. Amerikaner, die eigentlich nicht bereit waren und auch nicht informiert waren, wurden gegen ihr wahres Gefühl dazu gebracht, Deutschland den Krieg zu erklären- einem Land, das die Vereinigten Staaten nie in irgend einer Weise bedroht hatte.
    Morgans von den amerikanischen Medien verbreitete Lügen verführten Amerika dazu, sich wider besseres Wissen einzureden, was in Morgans lügnerischer Presse zu lesen war: Das Deutsche Reich bedrohe ihre Existenz, deshalb sei es gerechtfertigt, die eigenen Söhne aufs Schlachtfeld in Frankreich zu schicken, um dort für ihr Land zu sterben. In wahrer Selbsthypnose glaubten sie selbst an die Lüge, es sei, wie Wilson sagte, „ein Krieg, der die Welt zu einem sicheren Ort für Demokratie macht.“
    Dieser eingängige Slogan war eine zynische Lüge, verbreitet von THE INQUIRY, einer geheimen Gruppe von Beratern um Präsident Wilson. Ihre Mitglieder, darunter Edward Bernays und Amerikas führender Journalist Walter Lippman, entwickelten die Propagandaoffensive, um das Land für den Krieg zu gewinnen.
    Niemand machte sich die Mühe zu fragen, was das noble Ziel eigentlich sein sollte, „die Welt zu einem sicheren Ort für die Demokratie zu machen.“ Hätte es jemand getan, er hätte gemerkt, dass es in Wirklichkeit darum ging, für das amerikanische Bankhaus J.P. Morgan&Co auf den Leichen der Kriegsopfer in Europa- Deutschen. Franzosen, Italienern, Engländern, Belgiern, Polen, Russen – ein europäisches Imperium zu errichten. Die bezahlten Lügen amerikanischer Journalisten machten Morgans Krieg um die Herrschaft über Europa möglich.

    So weit also F. William Engdahl in seinem Buch über „die Denkfabriken“ auf Seite 18-19.

    Das steckte also alles auch noch hinter der berühmten „Balfour- Deklaration“ als Feigenblatt.
    Die Frage Ken Jebsens, ob „Geld die Welt regiert“ kann also hier nur mit einem eindeutigen JA beantwortet werden.

    • Was Woodrow Wilson betrifft, möchte ich hier ein bekanntes Zitat von ihm hinzufügen, das er am Ende seines Lebens von sich gegeben hat:
      „Ich bin der unglücklichste Mensch der Welt. Ich habe mein Land unwissentlich ruiniert. Diese Industrienation wird jetzt von ihrem Kreditwesen kontrolliert. Wir haben keine Regierung des freien Willens mehr, wir haben keine Regierung mehr, die ihren Überzeugungen folgt und sich der Mehrheit des Volkes verpflichtet fühlt. Wir sind eine Regierung, die gezwungen wird, den Vorstellungen einer kleinen Gruppe dominanter Männer zu folgen“

      Hiermit wird um so deutlicher, wie das Geld tatsächlich die Welt regiert und wie tatsächlich amerikanische Präsidenten nur Rädchen im Getriebe des Geld-Macht-Systems sind und Sklaven „einer kleinen Gruppe dominanter Männer“, nämlich den wenigen Supereichen dieser Welt, die im Grunde auch Sklaven ihrer Geld-und Machtgier sind. Wir werden also von Sklaven des Geldes versklavt.

      Ich empfehle hierzu auch die Diskussion auf dem blog „Das Mahnwesen. Die einsamste Sau der Welt“ von Dirk C. Fleck, der dort Woodrow Wilson wegen seiner späten selbstkritischen Worte als einer „seiner Helden“ bezeichnet hatte, worauf die Userin „Michaela“ interveniert hat und wie ich jetzt auch meine, da ich jetzt mehr darüber weiß, durchaus zurecht. Denn als „Helden“ kann ich Wilson heute nun wahrhaftig nicht mehr sehen, auch, wenn er am Ende einsichtiger wurde und dies öffentlich bekundete. Es drohte ihm aber zu diesem Zeitpunkt vermutlich keine Gefahr mehr für Leib und Leben, wie das bei den anderen Präsidenten der USA der Fall war, die zu Zeiten ihrer Regentschaft schon einsichtig waren und öffentlich die Wahrheit sagten. Der letzte von ihnen John F. Kennedy und der erste dieser Helden meines Wissens Abraham Lincoln.
      Aus dem Zitat von Woodrow Wilson höre ich insofern auch keinen großen Geist heraus, als es doch sehr nationalistisch klingt. Er bereut demnach nur das, was er, angeblich unwissentlich, seinem eigenen Land angetan hat, aber nicht den schrecklichen Weltkrieg, den er mit angezettelt hat. Demzufolge könnte man dann Colin Powell auch als Helden bezeichnen. Aber dies sind meiner Ansicht nur Männer, die sich verzweifelt mit Hilfe der Öffentlchkeit versuchen, von ihrer tatsächlichen Schuld frei zu waschen. Das erinnert mich schon eher an Pontius Pilatus, der nach dem Befehl, Jesus von Nazareth kreuzigen zu lassen, sagte, „Ich wasche meine Hände in Unschuld“, weil ja doch vorher das gaffende Volk befragt worden ist, wer gekreuzigt werden sollte, der Mörder Barrabas oder Jesus, und das Volk sich gegen Jesus entschieden hatte.

    • Ein anderes J. P. Morgan- Rrojekt:

      More than fifty years ago the J.P. Morgan firm decided to infiltrate the Left-wing political movements in the United States. This was relatively easy to do, since these groups were starved for funds and eager for a voice to reach the people. Wall Street supplied both. The purpose was not to destroy … or take over but was really threefold: (1) to keep informed about the thinking of Left-wing or liberal groups; (2) to provide them with a mouthpiece so that they could „blow off steam,“ and (3) to have a final veto on their publicity and possibly on their actions, if they ever went „radical“.
      Carroll Quigley in seinem Buch „Tragedy and Hope“

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