Corona, Freiheit und die neoliberale Marktwirtschaft | Von Christian Kreiß

Freiheitliche Demokratie oder Neoliberalismus? Beides zusammen geht nicht.

Ein Standpunkt von Christian Kreiß.

Milton Friedman sagte 1991 in einer Rede: „Politische Freiheit (…) hat die Tendenz, die wirtschaftliche Freiheit zu zerstören“1. Milton Friedman ist nicht irgendwer. Er ist einer der Hauptarchitekten und Vordenker des heute fast weltweit verbreiteten Neoliberalismus und dürfte damit der einflussreichste Ökonom der letzten 50 Jahre sein. Er stellt in dieser Rede eine wichtige Frage: Ob wirtschaftliche und politische Freiheit miteinander vereinbar sind oder nicht. Dieser Frage soll im Folgenden nachgegangen werden, aber unter umgekehrtem Vorzeichen: Hat eine neoliberale, wenig regulierte, wenig soziale Marktwirtschaft die Tendenz, die politische Freiheit und die Demokratie zu zerstören?

Angesichts der Aushebelung vieler Grundrechte und der zahlreichen Freiheitseinschränkungen im Zuge der Corona-Maßnahmen stellt sich diese Frage heute sehr viel intensiver als früher: Ist freiheitliche Demokratie mit neoliberaler Marktwirtschaft vereinbar? Meine Antwort: Nein. Die freiheitseinschränkenden Corona-Maßnahmen zeigen wie im Vergrößerungsglas lediglich eine Entwicklung auf, die im Hintergrund schon lange im Gange war, sie beschleunigen nur diesen Trend und spitzen ihn zu. Es dürfte daher kein Zurück zum status quo ante geben, kein Zurück zu den Jahren vor 2020.

Zunächst soll der Begriff „neoliberale Marktwirtschaft“ präzisiert werden. Er wird im Folgenden im Sinne von Milton Friedman verwendet, der auch häufig schlicht von „Kapitalismus“ spricht.2 Damit ist eine möglichst wenig ins Marktgeschehen eingreifende Wirtschaftspolitik gemeint, was vor allem Steuersenkungen, Deregulierung und Sozialabbau bedeutet sowie für Unternehmen das ausschließliche Verfolgen des Gewinnmaximierungsprinzips (shareholder value)3 ohne Rücksichtnahme auf gesellschaftliche Belange durch Konzernlenker, denn das „schadet den Fundamenten einer freiheitlichen Gesellschaft“.4 Man könnte auch vom Modell einer „Laissez-Faire-Marktwirtschaft“ sprechen.

Es ist also im Folgenden ausdrücklich NICHT die Rede von „Sozialer Marktwirtschaft“, sondern von einer Wirtschaftsordnung mit einem möglichst schwachen, möglichst wenig eingreifenden Staat, in dem so viel wie möglich privatisiert und so viel wie möglich den Marktkräften überlassen ist. Eine Wirtschaftspolitik mit dieser Grundausrichtung haben wir seit den 1980er Jahren praktisch weltweit gesehen. Man kann in diesem Zusammenhang vom Siegeszug des Neoliberalismus und des Shareholder-Value-Prinzips sprechen.5

Diese Art neoliberale, kapitalfreundliche Wirtschaftsordnung führt zu Geld- und Kapitalströmen, die langfristig nicht nur unsere freiheitliche Demokratie schwächen, sondern sie zuletzt zerstören müssen. Und das geschieht auf folgende Weise.

In jedem Produktpreis ist ein so genannter Kapitalanteil enthalten. Ein Beispiel: Im Brotpreis steckt eine Kompensation für den Bodeneigentümer und die Kapitalgeber. Jedes Mal, wenn wir Brot kaufen, fließt ein bestimmter Anteil des Kaufpreises an die Eigentümer von Boden und Kapital (z.B. für den Traktor, die Mühle, den Backofen) in Form von Pachten, Mieten, Dividenden oder Gewinnen und Zinsen. Das gilt für alle Produkte und Dienstleistungen, die wir kaufen. Der größte Teil dieser Zahlungen sind so genannte leistungslose Einkommen, also Einnahmen, die man bekommt, ohne dafür arbeiten zu müssen. Diese Einkünfte bezeichnen die Ökonomen als „Renten“, das sind Einnahmen, denen keine Arbeitsleistung gegenübersteht, leistungslose Einkommen, die man einfach dafür erhält, dass man Vermögen besitzt.

Diese leistungslosen Einkommen belaufen sich in Deutschland auf über 500 Milliarden Euro pro Jahr.6 Das ist sehr viel Geld. Zum Vergleich: Der deutsche Bundesfinanzminister hatte vor Corona im Jahr ungefähr 340 Mrd. Euro zur Verfügung, also deutlich weniger. Bezogen auf die Konsumausgaben der privaten Haushalte von gut 1.700 Mrd. Euro beträgt die Abgabenquote der privaten Haushalte an die Vermögenseigentümer bzw. Rentiers also etwa ein Viertel bis ein Drittel. Jeder von uns zahlt also täglich Dividenden, Mieten, Pachten und Zinsen in Höhe von einem Viertel bis ein Drittel des Preises der Produkte und Dienstleistungen an die Bezieher dieser leistungslosen Einkommen, auch wenn wir keinen Kredit bei der Bank aufgenommen haben und in den eigenen vier Wänden wohnen.

An wen fließt dieser riesige Geldstrom von über 500 Mrd. Euro pro Jahr? Der größte Teil, nämlich etwa 80%, fließt an die wohlhabendsten 20% der Bundesbürger, denn diese besitzen etwa 80% des deutschen Nettovermögens – das ist Vermögen abzüglich Schulden –, während die unteren 50% der Bundesbürger zusammen so gut wie kein Nettovermögen haben.7 Das sind die offiziell von der deutschen Bundesregierung verwendeten Zahlen. Frau von der Leyen sagte 2013 als Sozialministerin, die untere Hälfte der Bundesbürger besitze ein Prozent des Gesamtvermögens. Weltweit betrachtet ist die Ungleichverteilung noch stärker. Ein Prozent der Erdbevölkerung besitzen gut die Hälfte des Erdvermögens, den oberen 10 Prozent gehören 85 Prozent davon.8 Es findet also im täglichen Leben ständig eine verdeckte Umverteilung statt durch leistungslose Zahlungsströme, die von allen zu vergleichsweise wenigen Menschen fließen, eine Umverteilung „von fleißig nach reich“.

Wir haben in Deutschland (genauso wie in praktisch allen anderen Ländern) eine perfekt, geräuschlos und höchst effizient arbeitende Reichensteuer. Alle zahlen ständig an die Reichen. Jedes Mal, wenn wir einen Cappuccino oder etwas Anderes für einen Euro kaufen, fließen etwa 10 Cent an die reichsten ein Prozent der Bevölkerung und knapp 20 Cent an das obere Bevölkerungsdrittel. Weltweit betrachtet ist der Anteil sogar noch etwas höher. Ob wir es wollen oder nicht, ob wir es wissen oder nicht spielt dabei keine Rolle.

Durch diese täglichen, verdeckten Geldströme von allen zu wenigen werden die wenigen langsam aber sicher immer reicher, wenn eine Regierung nichts dagegen unternimmt, sondern neoliberale Wirtschaftspolitik verfolgt, also beispielsweise relativ niedrige oder keine Kapital-, Vermögens-, Erbschafts- und Bodensteuern erhebt oder die Einkommenssteuern senkt. Eine politisch gewollte Laissez-Faire-Marktwirtschaft führt automatisch zu zunehmender Ungleichverteilung von Vermögen und Einkommen. Und genau dieses Phänomen können wir fast weltweit seit den 1980er Jahren beobachten.9 Dadurch werden die Milliardäre automatisch immer mehr und bekommen immer höhere Anteile Gesamtvermögen.10

Umverteilung von unten nach oben bedeutet aber nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine politische und gesellschaftliche Machtverschiebung. Multimilliardäre wie Elon Musk werden bei ihrem Besuch in Deutschland Anfang September 2020 geradezu wie Staatsoberhäupter empfangen, obwohl sie niemand demokratisch gewählt hat. Das Gleiche gilt für Bill Gates, der in ungeheurem Maße mediale Aufmerksamkeit für seine weltanschaulichen oder politischen Ansichten und damit enormen Einfluss auf politische Weichenstellungen bekommt. Aber niemand hat Bill Gates jemals demokratisch gewählt. Was ihn oder Elon Musk einzig und allein legitimiert ist – seine riesige ökonomische Kapitalmacht. Das gilt für praktisch alle Multimilliardäre, ob George Soros, Jeff Bezos, Warren Buffet, Larry Fink (der Chef von Blackrock) usw. Ökonomische Geldmacht kann jederzeit in massive politische Einflussnahme überführt werden von Menschen, die nie und von niemand demokratisch gewählt wurden. Das sind gefährliche, antidemokratische Prozesse. Das hebelt eine freiheitliche Demokratie aus.

Der Soziologe Krysmanski brachte die politische und gesellschaftliche Einflussnahme durch große Geldsummen bereits in seinem 2012 erschienenen Buch „0,1 Prozent – Das Imperium der Milliiardäre“ gut auf den Punkt: „Milliardäre bestimmen – mittels eines Geflechts von Stiftungen und Organisationen und durch die Informationsindustrie – das Bildungswesen ganzer Länder; ihnen gehören Privatuniversitäten, große Teile des Gesundheitswesens, die wichtigsten Zeitungs-, Fernseh- und Filmkonzerne. Sie verfügen über Privatarmeen. Wissenschaftliche Berater, Kunst- und Kulturstrategen, Politiker werden ohne große Unterschiede „eingekauft“.“11 Auch der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz sieht durch den enormen Einfluss von Milliardären auf verschiedene Lebensbereiche, insbesondere jedoch auf die Medien, die Demokratie in Gefahr. Er nennt ein ganzes Kapitel seines 2012 erschienen Buches „The Price of Inequality“ Demokratie in Gefahr.12

Zwischen 2009 und 2016 sollen Stiftungen in den USA über eine Milliarde Dollar in journalistische Projekte gesteckt haben.13 Allein die Bill and Melinda Gates Foundation soll 250 Millionen Dollar an führende Zeitschriften und Medienhäuser weltweit überwiesen haben.14 Dazu kommt: Ein Großteil der Medienhäuser in Deutschland (sowie in den allermeisten anderen Ländern) ist in Händen von einigen wenigen Familien, die in der Regel Multimillionäre oder Milliardäre sind. Die Eigentümer bestellen die Chefredakteure und legen damit weitgehend die weltanschaulichen Inhalte ihrer Zeitungen und Sender fest.15 Außerdem gibt es Parteispenden und Zuwendungen an Abgeordnete, die nur sehr lückenhaft offengelegt werden, interessante Postenangebote für Politiker in der Industrie vor oder nach ihrer Amtszeit, mehr Lobbyisten als Abgeordnete im Bundestag usw. usf. Es finden ständig massive Eingriffe in demokratische Entscheidungsprozesse statt und Angriffe auf unsere freiheitliche Demokratie. Echte Demokratie steht diesen Machtinteressen schlichtweg im Weg.

Kurz: gegen die Interessen der Milliardäre ist in den allermeisten Ländern nur sehr schwer zu regieren. Das hat häufig nicht mehr viel mit Demokratie zu tun. Laissez-Faire-Marktwirtschaft wird und muss auf Dauer unsere freiheitliche Demokratie nicht nur unterminieren, sondern wird sie zerstören, denn sie widerspricht den Interessen der Milliardäre. Es geht nur eines von beiden: Neoliberalismus oder Demokratie. Geldherrschaft oder freiheitliche Demokratie.

Die Corona-Maßnahmen weltweit haben dieses Dilemma anschaulich auf den Punkt gebracht. In sehr vielen Ländern der Erde wurden demokratische Grundrechte außer Kraft gesetzt. Kleine und mittelständische Unternehmen wurden und werden Millionenweise in den Ruin getrieben. Die großen Nutznießer dieser Politik sind die Milliardäre und Großaktionäre, deren Vermögen seit den Corona-Lockdowns dramatisch gestiegen sind.

Unsere Demokratie ist in Gefahr, auch in Deutschland. Und vor allem sind viele unserer Grundrechte in Gefahr. Wir sehen seit Jahrzehnten, im Hintergrund ablaufend, immer stärkere Machtkonzentration bei sehr wenigen, sehr reichen Menschen, eine Bündelung von Macht bei Menschen, die nie demokratisch gewählt wurden. Wenn wir diese gefährlichen Prozesse nicht durchschauen und nichts dagegen tun, wird unsere freiheitliche Demokratie zerstört werden. Es geht nur eines von beiden: Freiheitliche Demokratie oder Neoliberalismus, Demokratie oder wenig regulierter Kapitalismus, Demokratie oder Geldadelsherrschaft. Wir müssen uns entscheiden.

Prof. Dr. Christian Kreiß, Jahrgang 1962: Studium und Promotion in Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte an der LMU München. Neun Jahre Berufstätigkeit als Bankier, davon sieben Jahre als Investment Banker. Seit 2002 Professor an der Hochschule Aalen für Finanzierung und Volkswirtschaftslehre. Autor von sieben Büchern: Gekaufte Wissenschaft (2020); Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft (2019); BWL Blenden Wuchern Lamentieren (2019, zusammen mit Heinz Siebenbrock); Werbung nein danke (2016); Gekaufte Forschung (2015); Geplanter Verschleiß (2014); Profitwahn (2013). Drei Einladungen in den Deutschen Bundestag als unabhängiger Experte (Grüne, Linke, SPD), Gewerkschaftsmitglied bei ver.di. Zahlreiche Fernseh-, Rundfunk- und Zeitschriften-Interviews, öffentliche Vorträge und Veröffentlichungen. Homepage www.menschengerechtewirtschaft.de

Quellen und Anmerkungen:

1 Rede vom 1.11.1991: „Economic Freedom, Human Freedom, Political Freedom“: „political freedom, once established, has a tendency to destroy economic freedom“: https://thedailyhatch.org/2016/01/28/transcript-of-milton-friedman-speech-from-1991/, Stand 2.9.2020.

2 Vgl. Milton Friedman, Capitalism and Freedom, Chicago and London 2012, Erstveröffentlichung 1962

3 Milton Friedman, „The Social Responsibility of Business ist to Increase ist Profits“, The New York Times Magazine, September 13, 1970: „there is one and only one social responsibility of business–to use its resources and engage in activities designed to increase its profits so long as it stays within the rules of the game, which is to say, engages in open and free competition without deception or fraud.“

4 „harm the foundations of a free society“, Friedman 1970

5 Vgl. Kreiß/ Siebenbrock (2019), Blenden, Wuchern Lamentieren, Berlin

6 Vgl. Kreiß, Christian (2019), Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft, Hamburg, S.42ff.

7 Vgl. Deutsche Bundesbank Monatsbericht März 2016, S.67

9 https://www.weforum.org/agenda/2018/11/is-income-inequality-rising-around-the-world, WEF 23.Nov.2018: „weighted average Gini index increased by four percentage points, from 36.7 to 40.8” 1990-2015

10 Vgl. www.inequality.org, Rundmail vom 31.8.2020. Demnach haben heute die 10 reichsten US-Amerikaner einen ebenso hohen Anteil am Gesamtvermögen wie 1982 die reichsten 400. Der Konzentrationsprozess hat also enorm zugenommen

11 Krysmanski, Hans Jürgen (2012): 0,1 Prozent Das Imperium der Milliardäre, Frankfurt/ M., S.18

12 Stiglitz, Joseph (2012): The Price of Inequality, London, S. 118-145.

15 Vgl. Kreiß 2019, S.148ff.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: eldar nurkovic / shutterstock

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13 Kommentare zu: “Corona, Freiheit und die neoliberale Marktwirtschaft | Von Christian Kreiß

  1. Menschen überschätzen sich, wenn sie die Wirtschaft planen wollen. Friedrich August von Hayek setzte lieber auf den Markt als Ort, um Informationen zu verarbeiten. Keine zentrale Planungsbehörde, sei sie auch noch so redlich bemüht, könne das Wissen über all die unterschiedlichen Bedürfnisse, die noch dazu einem permanenten Wandel unterworfen sind, erlangen. Nur eine Wettbewerbswirtschaft könne das verstreute Wissen über die hunderttausende Bedürfnisse der Menschen vollständig ausnutzen und diese so befriedigen.

    1944 hatte er in seinem Bestseller „Der Weg zur Knechtschaft“ die Unmöglichkeit der Planwirtschaft erklärt.

    Hayek stellte das Wissensproblem ins Zentrum seiner Überlegungen. Für ihn war klar: Wissen ist keine abstrakte, sozial aufsummierbare Größe, sondern es bleibt immer an die Person, ihr Umfeld und ihre Zeit gebunden.

    Beim Wirtschaften gibt es etwa die Zweck-Mittel-Relation, wonach Maßnahmen geeignet sein müssen, um ein Ziel zu erreichen. Ebenso müssen Maßnahmen notwendig und angemessen sein.

    Ebenso gibt es die Knightsche Unsicherheit, die Ungewissheit zwischen dem messbaren Risiko und der eigentlichen Unsicherheit.
    John Maynard Keynes betonte zudem die ökonomische Bedeutung fundamentaler Unsicherheit.

    Dann gibt es beim Wirtschaften weitere Gesichtspunkte wie die optimale Allokation, das Spannungsverhältnis zwischen knappen Ressourcen und unbegrenzten Bedürfnissen.

    Als Alternative zum jetzigen Geldsystem gibt es etwa Osbeee/ Info-Money von Prof. Franz Hörmann. Bei diesem gibt es aber auch das Problem, dass es mit diesem nur sehr eingeschränkt möglich ist die Leistung zu messen, die jemand für die Gesellschaft erbringt.

    Dies wäre aber notwendig, um die Idee mit dem "Segen des Egoismus" gemäß Adam Smith insofern umzusetzen.

    Es gibt darüber hinaus viele andere Dinge, die man in der Wirtschaft messen muss, wie etwa die benötigte Ressourcenmenge oder die benötigte Zeit.

    Ebenso gibt es das Gradido-Geld. Hierzu gibt es eine Analyse von Bernd Senf.

    Es gibt etwa das Freigeld nach Silvio Gesell, aber meistens wird es bezweifelt, dass dieses sich als Alleinlösung eignet.

    Die Überlegungen gehen meistens mehr in die Richtung "tauschlogikfreies Wirtschaften". Dieses basiert auf den Prinzipien "Beitragen statt Tauschen" und "Besitz statt Eigentum".

    • Wie der Mensch korrumpiert wird
      19. Januar 2020 Andreas von Westphalen

      In der kapitalistischen Gesellschaft wird häufig auf die falsche Art der Motivation gesetzt. Dies hat verheerende Folgen

      Nicht nur in Erziehung und Schule ist eine zentrale Grundfrage, was den Menschen motiviert. Auch in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Was motiviert den Menschen zum sozial verträglichen, zum altruistischen Verhalten? Was zum Lernen und zur Arbeit?

      Gemeinhin wird zwischen zwei Formen der Motivation unterschieden: intrinsischer und extrinsischer. So sind Menschen intrinsisch motiviert, wenn sie beispielsweise ein Buch lesen, weil sie hieran ein Interesse verspüren oder einfach Lust darauf haben. Lesen sie hingegen das Buch, weil der Lehrer es verlangt, eine Strafe droht oder eine kleine Belohnung für die Lektüre winkt, so sind sie extrinsisch motiviert.

      Allgegenwart extrinsischer Motivation

      Es ist augenscheinlich, dass derzeit die allgemeine Überzeugung herrscht, dass der Mensch am besten und erfolgreichsten extrinsisch motiviert wird. In der Schule wird für Noten in der nächsten Prüfung gelernt und ein mögliches Sitzenbleiben dient als stete Abschreckung. (Eine weitere Motivation: 40 Prozent der Schüler erhalten Geld für gute Schulnoten und ein knappes Viertel der Kinder bekommt die Mithilfe im Haushalt ausgezahlt).

      In der Berufswelt wird die Arbeit durch das Gehalt bezahlt und mit einer möglichen Gehaltserhöhung oder durch Boni und Beförderung zusätzlich motiviert. Und nicht zuletzt basiert auch die Sozialpolitik auf der Überzeugung, dass der Mensch am besten extrinsisch motiviert werden kann. Mit Zuckerbrot und Peitsche. Entsprechend lautet das Motto: Fördern und Fordern.
      (…)
      Wie man Hilfsbereitschaft zerstört

      In einem faszinierenden Experiment untersuchten Felix Warneken und Michael Tomasello von der Universität Harvard und dem Max-Planck-Instituts (Leipzig) den Einfluss von extrinsischer Motivation auf die Hilfsbereitschaft von 20-Monate alten Kindern (Beispielsweise versuchte ein Mann, der einen Stapel Bücher trug, erfolglos eine Tür zu öffnen, während die Kinder in ein neuentdecktes Spiel vertieft waren). Nachdem in der ersten Runde der erstaunlich hohe Grad der Hilfsbereitschaft der Kinder geprüft wurde, teilte man diese anschließend in drei Gruppen auf.

      Während die Kinder aus der ersten Gruppe weiterhin keinerlei Reaktion auf geleistete Hilfe erhielten, wurde den Kindern aus der zweiten Gruppe hierfür jedes Mal ein Dank ausgesprochen, die Kinder der dritten Gruppe erhielten schließlich für jede Hilfe eine Belohnung. Nach mehrfacher Wiederholung des Tests wurde dann eine letzte Runde durchgeführt: Alle Kinder wurden wieder mit Situationen konfrontiert, die ihre Hilfsbereitschaft testeten, jedoch sollte diesmal (genauso wie in der ersten Testrunde) kein Kind eine Belohnung oder auch nur ein Lob erhalten.

      Ergebnis: Die erste Gruppe zeigte weiterhin eine sehr hohe Hilfsbereitschaft, die der ersten Testrunde entsprach. Die zweite Gruppe hatte eine minimal verringerte Hilfsbereitschaft. Die dritte Gruppe jedoch, die zuvor jedes Mal eine Belohnung erhalten hatte, zeigte einen fast vollständigen Zusammenbruch ihrer Hilfsbereitschaft.

      Das Experiment demonstriert, dass die intrinsische Motivation nicht nur der Natur des Menschen entspricht, sondern auch besser und dauerhafter motiviert als extrinsische Anreize. Es zeigt aber auch ein fundamentales Problem: Die hohe und intrinsisch motivierte Hilfsbereitschaft des Menschen läuft Gefahr zerstört zu werden, wenn man sie durch extrinsische Motivation ersetzt.

      Der Korrumpierungseffekt

      "Aus einer unbedingten Hilfsbereitschaft war eine bedingte Hilfsbereitschaft geworden", bringt es Richard David Precht auf den Punkt. Daher nennt man dieses Phänomen in der Fachsprache: Korrumpierungseffekt.

      Warneken und Tomasello, die Autoren des Experiments, betonen daher, dass die eigentliche Motivation zur Hilfe in diesem Experiment intrinsischer Natur war, also im Wesen des jeweiligen Kindes lag. Zudem widerlegen die ermittelten Ergebnisse alle Theorien, die behaupten, Kleinkinder legen nur mitmenschliches Verhalten an den Tag, um eine Belohnung zu erhalten. Des Weiteren geben Warneken und Tomasello den Rat, dass Erziehung und Sozialisation auf die natürliche Anlage des Menschen zum Altruismus aufbauen sollte.
      (…)
      Wie man Altruismus zerstört

      Zwei Beispiele bestätigen, dass extrinsische Motivation im Allgemeinen und Geld im Besonderen schnell den natürlich vorhandenen Altruismus zerstören können. Wie eine großangelegte Studie von Richard Titmuss (London School of Economics) belegt, erwarten nicht einmal zwei Prozent der Blutspender eine Gegenleistung. Fast alle Spender erklären, schlicht anderen Menschen helfen zu wollen. Wenn allerdings die Spendenbereitschaft mit Geld honoriert wird, verringert sich diese Spendenbereitschaft sogar.

      Ein weiteres Experiment kam zu einem vergleichbaren Ergebnis: Jugendlichen, die einmal pro Jahr für einen wohltätigen Zweck Spenden sammelten, sollten zusätzlich motiviert werden, indem ihnen versprochen wurde, ihren Einsatz mit einem Anteil an der erzielten Spenden zu bezahlen. Man sollte meinen, die Spendeneinnahmen würden nun deutlich steigen. Das Gegenteil jedoch war der Fall.

      Extrinsisch motiviert sammelten die Jugendlichen nun lediglich zwei Drittel ihres ursprünglichen Ergebnisses. Ähnliches wurde auch in der Schweiz beobachtet. Wurde Freiwilligenarbeit finanziell belohnt, ging das Engagement der Freiwilligen zurück.
      (…)
      Nebenwirkungen

      Der unerschütterliche Glaube, dass Geld den Menschen am besten motiviert, reduziert nicht nur die intrinsische Motivation, sondern hat auch weitere destruktive Schattenseiten, die es im Auge zu behalten gilt.

      Menschen, die in Experimenten auf Geld "geprimt" waren (also an Geld unbewusst erinnert wurden), sind egoistischer und weniger hilfsbereit. Sie sind auch im wahrsten Sinn des Wortes distanzierter gegenüber ihren Mitmenschen. So stellen Probanden ihre Stühle viel weiter auseinander als die nicht geprimten Kollegen.

      Auf Geld geprimte Menschen sind auch deutlich weniger sozial und bevorzugen Einzelaktivitäten. Und nicht zuletzt sind sie weniger großzügig. Es ist geradezu augenscheinlich, dass alleine der Gedanke an Geld die Menschen trennt und aus Mitmenschen Konkurrenten macht.
      (…)
      Der Mittelpunkt jeder Utopie

      Menschen extrinsisch zu motivieren, anstatt der intrinsischen Motivation der Menschen zu vertrauen, ist offenbar in vielerlei Hinsicht ausgesprochen bedenklich. Tatsächlich droht der konsequente Einsatz extrinsischer Motivation gerade den Menschen hervorzubringen, der tatsächlich nur noch extrinsisch motiviert werden kann, weil die wunderbare natürliche Begabung des Menschen, für Altruismus und Lernen intrinsisch motiviert zu sein, zerstört wurde.

      Die falsche Gewissheit über die Natur des Menschen kann daher also gleichsam zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden, denn in der Realität von Gesellschaft und Wirtschaft herrscht unbestritten das kapitalistische Menschenbild. Mit gravierenden Nebenwirkungen.

      Richard David Precht gibt daher zu Recht zu bedenken: "Die intrinsische Motivation – das selbstbestimmte Interesse – muss im Mittelpunkt jeder Utopie stehen."
      (Telepolis)

      Es gehört zu unserem Wesen moralische Wesen zu sein. Wir sind von Natur aus moralisch. Wir sind keine Nutzenmaximierer. Wenn man sich das erst mal wieder klar macht, dann weiß man wie pervers eigentlich das Menschenbild ist, auf dem der Neoliberalismus eine Gesellschaftsordnung errichtet.
      Wir sind von Natur aus moralische Wesen. Und das interessante ist; daß das nicht einfach durch Kultur eingebläut wird. Das bringt der Säugling mit zur Welt und die moderne Säuglingsforschung, das ist ein Teil der Kognitionsforschung hat faszinierende Experimente gemacht, die zeigen, der Säugling kommt zur Welt und hat schon elementare, man nennt das dann häufig Protokonzepte, also etwas Vorläufiges, Hülsen für Gerechtigkeit. Er hat elementare Konzepte für Verteilungsgerechtigkeit.
      (Demokratie erneuern! – Rainer Mausfeld – DAI Heidelberg 2020)

  2. Manche Zusammenhänge sind so simpel und banal, dass sie leicht übersehen werden. Louis Brandeis, einer der einflussreichsten Juristen der USA und von 1916 bis 1939 Richter am Obersten Gerichtshof, formulierte es so: "Wir müssen uns entscheiden: Wir können eine Demokratie haben oder konzentrierten Reichtum in den Händen weniger – aber nicht beides."
    (…)
    "Je höher das Einkommen, desto stärker stimmen politische Entscheidungen mit der Meinung der Befragten überein. (…) Was Bürger mit geringem Einkommen in besonders großer Zahl wollen, hatte in den Jahren von 1998 bis 2013 eine besonders niedrige Wahrscheinlichkeit, umgesetzt zu werden."

    Mehr noch: Eine politische Regelung wurde nicht nur umso eher von der Regierung umgesetzt, je mehr Reiche sie unterstützten. Das hatte man ja fast schon erwartet. Nein, ein Vorschlag wurde von der Regierung auch umso eher abgelehnt, je mehr Arme dafür waren! Die Forscher sprechen hier von einem "negativen Zusammenhang".
    (Paul Schreyer, "Westliche Demokratie" ist hohl: Reichtum regiert, Telepolis)

    Da Kapitalismus gerade bedeutet, das Recht des ökonomisch Stärkeren durch ein Eigentums- und Vertragsrecht rechtlich zu kodifizieren, und da kapitalistische Strukturen ihrem Wesen nach autoritär organisiert sind, sind Kapitalismus und Demokratie in grundlegender Weise miteinander unverträglich.
    (…)
    Fremdherrschaft, das heißt, dem Willen eines anderen unterworfen zu sein, ist in der Tat das Urproblem gesellschaftlicher Organisation. Die gesamte Zivilisationsgeschichte dreht sich darum, Schutzbalken gegen die mit einer Fremdherrschaft verbundenen Exzesse der Macht zu entwickeln.
    (…)
    Im Verlauf der Geschichte sind nun immer wieder neue Formen von Herrschaft entstanden. Beispielsweise durch die Entwicklung des Eigentumsrechts. Ein Kern des klassischen Liberalismus liegt in seiner „Sakralisierung des Eigentums“, durch die der Liberalismus das Recht auf Privateigentum an Produktionsmitteln und an Grund und Boden zu einem absoluten Recht gemacht hat. Dadurch wurden diese Formen des Privateigentums jeder demokratischen Willensbildung entzogen. Auf dieser Basis sind neue Formen von Fremdherrschaft entstanden, die sich dann im Kapitalismus und dem damit verbundenen Konzept einer „liberalen Demokratie“ voll entfalten konnten. Die kapitalistische Eigentumsordnung verpflichtet alle, die über kein eigenes Kapital verfügen, für fremdes Eigentum zu arbeiten. Arbeit im Kapitalismus bedeutet also Unterwerfung unter die Verwertungsbedingungen des Akkumulationsprozesses und damit unter die Machtverhältnisse, die eine Minderheit von Besitzenden über eine Mehrheit von Nichtbesitzenden ausübt. Das ist eine der mächtigsten Formen von Fremdherrschaft, denn die Überlebensgrundlage der Nichtbesitzenden hängt vom erfolgreichen Verkauf der eigenen Arbeitskraft an die Besitzenden ab.

    Um kapitalistische Ausbeutung zu rechtfertigen, ist der Kapitalismus auf die von Ihnen genannte Idee der Ein- und Unterteilung von Menschen angewiesen.
    (Rainer Mausfeld, Der autoritäre Planet, Rubikon)

    Viele Intellektuelle, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen kritisieren heute die total globalisierte Ausbeutungswirtschaft mit ihren mörderischen Kriegen, mit Massenflucht und Terror auslösenden Folgen unter den allzu harmlosen Begriffen wie Neoliberalismus oder Finanzkapitalismus. Damit wird aber suggeriert, der historische Wirtschaftsliberalismus, der frühere Handels- und spätere Industriekapitalismus wäre, ungeachtet dessen, ob wir ihn mit den Medici, mit Calvin oder Adam Smith beginnen lassen, auch nur eine Spur humaner gewesen.
    (Hans See, 100 Jahre Konterrevolution, Rubikon)

    Auf der Ebene einzelner Personen können also Überzeugungen gleichzeitig nebeneinander bestehen, die in der Sache völlig unverträglich miteinander sind. Das ist eine Konsequenz unserer beschränkten Rationalität und anderer Eigenschaften unseres Geistes. Wir sind oft nicht in der Lage zu erkennen, dass einige unserer Überzeugungen in der Sache miteinander unverträglich sind. Beispielsweise können uns bestimmte Affekte daran hindern, derartige Unverträglichkeiten zu bemerken.So war Hume einerseits von den Leitidealen der Aufklärung fasziniert; zugleich vertrat er – weil er eine mögliche Gefährdung seiner eigenen privilegierten Lebensform fürchtete – ein gesellschaftliches Weltbild, das die damalige gesellschaftliche und kolonialistische Praxis rechtfertigte. Doch auch unter denjenigen, die sich aufrichtig und konsequent der radikalen Aufklärung und den genannten Leitidealen verpflichtet fühlten, fanden sich zahlreiche, die Bedenken hatten, das Volk über diese Leitdeale aufzuklären, weil sie fürchteten, durch den dadurch möglicherweise ausgelösten gesellschaftlichen Transformationsprozess Nachteile hinsichtlich ihres privilegierten Status quo zu erleiden. Erst kommt bei den Privilegierten eben die Sicherung des eigenen gesellschaftlichen Status quo, dann kommt die Moral.
    (Rainer Mausfeld, Die Links-Rechts-Demagogie, NachDenkSeiten)

  3. In den Preisen steckt alles drin, vom Gewinn des Besitzers eines Konzerns/Firma bis zu Lohnnebenkosten und andere Plünderungsmethoden, Transportkosten, Zinsen, Schulden, Materialkosten, alles eben.

    Wir zahlen also stetig alles. Erst nimmt man sich die Hälfe des Lohnes, tarnt es als Lohnnebenkosten die der AG angeblich abführt, also man tut so als bezahle er auch was, dabei ist das unser Lohn der eh nur als durchlauender Posten zählt, dann besteuert man nochmal die andere Hälfte, so das uns am Ende mehr als 70% genommen wurden und dann kommt das Netto heraus. Und im Laden oder bei einer Dienstleistung, zahlen wir dies alles wieder rein + das Produkt das wir selbst mitgeholfen haben zu fertigen. Ok letzteres ist heute stark automatisiert, von dem wir aber nicht profitieren, sondern der Besitzer.
    Eine wunderbar betrügerisches Modell.
    Und daher ist eine Lohnerhöhung ja am Ende auch mit einer Erhöhung des Preises verbunden.
    Schliesslich will der Milliardär nicht 1 Cent auf seine Gewinne verzichten und die Werte in Form von Geld aufteilen. Am besten den Preis weiter maximieren was ja auch stetig stattfindet.

    Als Mensch kann man arbeiten bis man tot umfällt, da kommt nicht viel bei rum, außer dass man dies auch noch den ganzen Tag tun muss, egal wie produktiv, egal wie groß der eigene Verbrauch. Es ist so ausgelegt und angelegt, dass man anders kaum eine Chance hat sein Leben zu gestalten und fair ist dies alles sowieso nicht.
    Eigenes Leben kennen wir gar nicht, wir haben einfach mit dem Dogma Arbeiten ist unser Leben zu kämpfen. Die Leute gehen daran Reihenweise kaputt und werden zu Zombies transformiert, die sich über dieses Gefängnis auch noch definieren und ihre eigenen Leben bestehen aus Konsum und Genusssucht, Kummer, Trauer und Ängsten durch Propaganda und vorinstallierter Normalität in denen man sie hält. Später kommen Krankheiten dazu, die einen dann immer mehr beschäftigen und mit denen Profite gemacht werden.

    Wir werden trotz Fortschritts in dem betrügerischen Umverteilungssystem in einer Art Knechtschaft gehalten, da dies den Profit maximiert und mit Mitteln wie ALG2 + Zeitarbeit im Dumping gefangen und gegen bestehendes Recht erpresserisch zu Sklaven dieses Wahnsinns gemacht.
    Die Propaganda der Besitzenden läuft dabei über Medien und den eingesetzen Politikmarionetten.. Wir kennen die ja die Kampfsprüche von Sozial ist was Arbeit schafft und wer Essen will soll Arbeiten etc.
    Dabei wird stetig unsere Errungenschaft wie Rente und Sozialsystem angegriffen und geschliffen. Da rühmen sich die Politiker, wenn sie im Auftrag der Minderheiten uns nach mindestens 35 Jahren Arbeitsknetschaft eine Mindestrente servieren, für die man sich fremdschämen muss.

    Ich habe heute gelesen, Menschen die von ALG2 leben bekommen nächstes Jahr 14€ mehr pro Monat. Also ca. etwa um 3,50€ pro Woche.
    Meint man damit wirklich gegen die Preiserhöhung in irgendeiner Form angegangen zu sein? Mit 25€ pro Woche hätte man sich schon schämen müssen, aber bei 3,50€ in der Woche sind keine Preisanstiege in alle Dienstleistungen und Produkten gedeckt, und sicherlich auch keine notwendigen Reparaturen, Anschaffungen etc. und Teilhabe bei Bildung, gesellschaftlicher Art ist unmöglich.
    Aber den Konzernen geben wir Billionen inkl. dem Finanzsystem, die damit dann weiter im Casino spielen.

    Wir haben also das Problem, das generell etwas nicht stimmt und das ist z.B. dass wir eine besitzende Klasse haben und uns nicht ein grundlegendes System gehört, also vergesellschaftet ist.
    Wir sitzen in der Abhängigkeit zu Minderheiten, die uns von vorne bis hinten plündern, belügen, gefangen halten durch Systemstrukteren, Politik und Medien und eine Normalität festlegen die diesen Wahnsinn rechtfertigt und das mittels Propaganda ins unsere Köpfe hämmert.

    Dies muss gebrochen werden. Grundlegend für ein funktionierendes System der heutigen Zeit, muss grundlegend und an erster Stelle ein dienendes System stehen. Dazu zählt selbstverständlich auch alles, was die Vernetzung und damit echte Demokratie ermöglicht und alle logisch notwendigen Bereiche, die automatisch dazugehören wie Post, Verkehr, Internet/Vernetzung etc.
    Also nicht nur Dach überm Kopf, Essen, Trinken, Heizung, Strom.. Damit ist eine demokratische Welt nicht möglich. Es braucht die angeschlossenen Systeme, damit die Menschen wirklich eine Welt haben, die dauerhaft funktioniert.
    Und diese Dinge können nicht bei Minderheiten liegen und wir arbeiten dann da für deren Reichtum.

    Reichtum funktioniert eh nur immer mit Diebstahl. Die erschaffenen Werte werden nicht aufgeteilt, sondern im großen Stil eingesteckt und umverteilt und zwar auf das eigene Konto. Und irgendwann ist das soviel dass man damit Machtstrukturen bauen kann. Und das sehen wir ja seit Jahrzehnten, wohl eher über die Jahrhunderte. Und daran soll sich auch nichts ändern, muss es aber…

    Daher brauchen wir nunmal einen Systemchange und zwar einen für uns. Es gibt für echte Demokratie und Selbstbestimmheit, Anteil an Fortschritt und Möglichkeiten dadurch, gar keine andere Wahl. Ohne diesen Bruch, haben wir keinen guten Entwicklungsgang der Gesellschaft vor uns.
    Eigentlich sind wir aktuell an dem Punkt angelangt, wo wir jeglichen technologischen uns auferzwungenen Wandel wie 5G, oder nur noch Kartenzahlung, Überweisung nur noch mit biometrischen Daten ablehnen müssen.
    Solange eine besitzende Minderheit dies alles beherrscht, werden wir darüber nur in einen neue Sklavenzeit überführt. Das merkt man doch, es ist nur mordern und an die Zeit angepasst, aber es führt Stück für Stück in eine Knechtschaft und wir haben gar nichts zu sagen, sind dabei am Ende aber absolut fremdbestimmt und überwacht.

    Daher halte ich es seit Jahren nun schon so, da wo ich kann und es mir nicht wirklich nur zu 100% selbstbestimmt und freiheitlich dient, wieder zurückzurudern und die technologischen Wandel abzulehnen und nicht zu nutzen.
    Obwohl ich vieles für gut und erleichternd erachte, sind wir gesellschaftlich noch immer Jahrhunderte hinterher, weil Minderheiten stetig dafür sorgen und man dies boykottieren muss, sonst wirds richtig übel.

    Sobald ein Wandel vollzogen ist und es keine Machtpyramidensysteme mehr gibt, sondern die Herrschaft von der Masse ausgeht und ein System uns alle beteiligt, können wir weiter in eine durch Technik erleichternde Welt gehen, die dabei immer hinter der Natur und dessen Gesetzen steht. Denn diese sind die wahre Essenz des Lebens. Auch wenn wir dies vergessen, in unserem technologischen Lebensstil. Am Anfang und am Ende und zu jeder Zeit sind wir Natur und dies ist die Normalität die immer zählt.

  4. Nun, Schwarzer Schwan hin oder her, ist ja schön am Bodensee, monetärer, ökonomischer, manipulatorischer oder wie auch immer gearteter Wahn, mit dem Geld werden wir ins verderben geraten. Solange wir dem bedingten Tausch anhängen, wird sich Leben nicht als das erweisen, was Leben ausmacht. Denn: der einzige Sinn von Leben ist, das fortbestehen von Leben zu ermöglichen!!

  5. Hinsetzen-
    Rekapitulieren.
    Welcher von den vielen Wahnen hier grassiert nun?

    Der monetaere, wie von Wolff intensiv dargelegt?
    Der manipulatorische, wie von Broeckers als "Sturm" auf die Reichstagstreppe beschrieben?
    Der oekonomische, wie von Kreiss schluessig dargelegt?
    Der Euthanasiewahn auf die Weltbevoelkerungsreduzierung (sprich Massenmordwahn) wie von Peter Koenig hochalarmiert kassandriert?

    Ich greife mal den abstrusendst erscheinenden Wahn heraus und vergleiche ihn mit den facts, die ich selbst erlebt habe und deshalb auch vergleichen kann.
    It happened once, dass ich Ted Turner intensiv kennen gelernt haben musste. Wie er denkt, wirkt, seine wirklich real vorhandene power und Staerke. Damals war er bloss kleiner Millionaer. Dann hat er mit CNN Amerika aufgemischt. Ich habe ihn das, genau das, 3 Jahre vorher anzukuendigen beiwohnen duerfen und da glaubte ich noch, nun spinnt er total und ueberzieht. Auch die Welt aufmischen zu wollen kuendigte er an. Eine Erdbevoelkerungsreduktion auf nur ein paar Millionen hat er damals angekuendigt Als wir noch 4 bis 5 Milliarden waren..
    Turner ist heute 20facher Multimilliardaer, ein sehr kleiner also.
    Aber er ist mit im Konsortium von Bill Gates und Soros (weitere 2oo Milliarden), die binnen Jahresfrist 7 Milliarden Stueck menschliches Vieh zwangsimpfen und verchippen moechten. Und Merkel will mitmachen.
    Peter Koenig gruesst, siehe oben. Der war rund 20 Jahre Oekonom in der Uno. Soweit zur Zutreffenswahrscheinlichkeit seines bei kenfm hier veroeffentlichten schier unglaublichen Orakels.
    Die Orakel von Wolff, Broecker, Kreiss kann ich weniger kommentieren. Fehlt mir die Expertise eigenen Wissens und Erlebens. Denen kann ich nur glauben. Zumindest von Koenig befuerchte ich, dass er richtig liegt. Zieht Euch warm an…..

    • Interessant. Danke fürs Mitteilen.
      Das Szenario muss nicht notwendig auf einen Wahn beschränkt sein, obwohl das allein schon genug Horror wäre.

  6. je mehr man hier liest desto schlechter wird die Laune! Das liegt aber nicht an der Qualität der Beiträge, sondern an den düsteren Aussichten für einen Nichtmillionär/ Milliardär.
    Wenn man den Mainstream verfolgt, wie ich es immer noch aus Interesse tue, wird einem bewusst wie ernst es den Akteuren ist, die diese geheime Agenda durch zu ziehen versuchen. Sie werden um nichts in der Welt wieder zurück rudern. Deshalb befürchte ich dass es eines Tages doch zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen wird und kommen muss, wenn wir wieder unsere alte Normalität zurück haben wollen.

    • zu 2+2=4

      Sehe ich genauso (habe gerade zum 3. Mal in meinem Leben 2+2=4 gelesen), aber dennoch wird hier noch viele zu viel von Menschheitsfamilie und anderem Unfug gefaselt. Die selbsternannten Aufgewachten befinden sich bestenfalls im Wachkomma (hocken in Platons Höhle und haben keine Erklärung für die Schatten). Es fehlt vielen "Erwachten" an Wissen um die gesellschaftlichen und geschichtlichen Grundlagen (Mausfeld hat schon wiederholt darauf hingewiesen). Die Demos werden keine Änderung bringen (schon gar nicht, wenn sie in die Provinz verlegt werden – aber ist ja schön am Bodensee).

    • Es geschah erst vor 2 Jahren. Ich sah leibhaftig einen Schwarzen Schwan. Paddelte mit in einer Gruppe von 20 bis 30 Weissen. Und keiner von denen sah den Schwarzen Schwan. Auch er selber nicht. Er sah sich so selber wie alle anderen auch, nix Besonderes.
      Aber da war er, der unwahrscheinliche Schwarze Schwan. Gandhi war auch so einer, Mandela, Gurbatschow/Brandt auch. Eine einzige Gruppe unter Millonen wird manchmal ploetzlich genau die mit dem Schwarzen Schwan.
      Glauben Sie mir: die klitzekleine Gruppe der 0.001 % wird tagtaeglich vom Alptraum gepiesackt, sie koennten wo den Schwarzen Schwan uebersehen. Deshalb Gates Impf- und Chipwahn fuer 7 Milliarden.
      Sie werden ihn alle sehen. Aber erst wenn er da ist. Also zu spaet.

    • Hallo Nachtwandler,
      ich habe schon befürchtet, dass niemand etwas mit 2+2=4 anfangen kann. Bisher wurde ich nur immer gefragt ob ich schlecht im Kopfrechnen wäre, weil ich mir das ständig aufschreibe:-)
      Zu den "Erwachten"(etwa 20% der Bevölkerung) muss ich sagen das mir die wesentlich lieber sind als die anderen 80% die noch schlafen. Einige der 20% sind vielleicht kognitiv nicht in der Lage den Sachverhalt der Täusche ganz zu durchschauen, jedoch haben sie es auf emotionaler ebene gespürt. Das Phänomen der 80% die noch schlafen hat der Psychologe Franz Ruppert aus München recht trefflich formuliert,wie ich finden. " Kognitiv intelligent, doch emotional auf einer infantilen ebene stehen geblieben"
      Man kann nicht erwarten dass die Erwachten alle etwas mit Maufeld, Chomsky, Ziegler und Co. anfangen können. Der Anteil derer die kognitiv und auch emotional auf der Höhen sind ist vermutlich sehr gering. Ansonsten hätten diese geisteskranken Corona-Maßnahmen nicht die geringste Chance gehabt.
      Aber zwischendurch habe ich immer mal wieder etwas Hoffnung. Ich selbst habe in Bücher bis vor wenigen Jahren nur eine Dekoartikel gesehen, bis beim mir durch einen Videovortrag von Rainer Mausfeld und anschließender Lektüre von "Schweigen der Lämmer" eine Initialzündung ausgelöst wurde, welchen ein Feuer entfachte welches bis zum heutigen Tage brennet. Und dass bei jemandem mit Hauptschulabschluss! Also sollte da noch was möglich sein.
      Ich bin auch der Meinung wie Du dass die Demos in Berlin bestimmt mehr Kraft haben. Aber mir hat Berlin gut gefallen und deshalb schaue ich mir den Bodensee auch an 🙂

    • 2+2=4
      Wie man sieht, hat Ihr Hauptschulabschluss nichts mit Intelligenz zu tun. Sie scheinen ein wacher Geist zu sein.

      Auf die Intelligenz sogenannter "Akademiker" gebe ich schon lange nichts mehr.
      Viele von Ihnen sind, vor allem die Jüngeren unter Ihnen, sind tief neoliberal indoktriniert.

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