KenFM im Gespräch mit: Daniel Harrich („Pharma-Crime“)

Wie sicher sind unsere Medikamente?

Dieser Frage ist der investigative Journalist Daniel Harrich in seinem neuen Buch „Pharma-Crime – Kopiert, gepanscht, verfälscht – Warum unsere Medikamente nicht mehr sicher sind“ auf den Grund gegangen.

Seine Rechercheergebnisse zeichnen ein erschreckendes Bild: Kaum einer weiß, was in all den Pillen, Tabletten und sonstigen Arzneimitteln, die uns der vertrauenserweckende Mann im weißen Kittel zu unserem Wohle verschreibt, eigentlich drin ist – erst recht nicht die Apotheker. Wie könnten sie auch, stehen sie doch am Ende einer globalisierten Produktionskette, die vielfach vollkommen intransparent ist. Wirklich nachzuvollziehen, wo denn nun welcher Wirkstoff eigentlich herkommt, ist heute nahezu ein Ding der Unmöglichkeit.

Und die Pharmaindustrie? Schweigt und sitzt Skandale – von Contergan bis Heparin – lieber aus, anstatt dem teilweise tödlichen Treiben ein Ende zu setzen. Man möchte sich sein milliardenschweres Geschäftsmodell eben nicht verbauen. Verantwortungsbewusstsein? Fehlanzeige. Wer denkt, die Profitgier würde zumindest vor dem Handel mit der Gesundheit von Menschen haltmachen, der denkt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

Hier den Finger in die Wunde zu legen, war längst überfällig. Harrichs Aufklärungsarbeit ist daher von unschätzbarem Wert für all jene, denen das Wohlergehen der eigenen Mitmenschen am Herzen liegt.

Und wie so häufig bleibt am Schluss die Erkenntnis: Wenn sich wirklich etwas verändern soll, müssen wir selber aktiv werden. Auf die moralische Läuterung einer geldgetriebenen Industrie zu warten, wäre vergebens.

Inhaltsübersicht:

0:00:25 Contergan & Co. – Wie sicher sind unsere Medikamente?

0:14:38 Organisationsstrukturen der Pharma-Kriminalität

0:36:14 Der halbherzige Kampf gegen gefälschte Medikamente

1:00:08 Bewusstes Wegsehen – Parallelen und Verbindungen zwischen Pharmaindustrie und Profisport

1:28:39 Mögliche Wege zu mehr Transparenz im Pharmabereich

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8 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Daniel Harrich („Pharma-Crime“)

  1. In ganzheitlich kundigen Kreisen geht das geflügelte Wort, daß die Menschen manchmal nicht wegen, sondern trotz schuldmedinischer Medikation gesund werden.

    Ich weiß nicht, was hiervon zu halten ist
    https://youtu.be/RKXK9UIV-Cg?t=2900
    , finde es aber – wenn jemand meint, er müsse die mechanistisch-chemische Ignoranten-Medizin auf unwirksam und wirksam, „gesund“ und weniger „gesund“ hinterfragen – zumindest bedenkenswert, ob es nicht wirklich viel mehr Blutgruppen (und somit Verträglichkeits- und Wirksamkeitsunterschiede) gibt, als man uns offiziell glauben machen möchte.
    In Rußland scheint man diesbezüglich schon viel weiter zu sein.

    Niemand, der TCM kennengelernt hat, Homöopathie, Frequenzmedizin, wird sich mit „westlicher Schulmedizin“ aber noch ernsthaft befassen wollen.

    Dieses veraltete materialistisch-medizinische Paradigma wird jedoch in der Wikipedia von Seilschaften und Lobbyisten gewalttätig durchgedrückt, Ganzheitliches massiv diffamiert und lächerlich gemacht.

  2. Schon zynisch, dass die Billigpharma ausgerechnet aus Fernost kommt. Die wohlhabenen und gebildeten Menschen dort haben sich hingegen der traditionellen Medizin verschrieben: einer Wissenschaft, die bereits seit 6.000 Jahren geforscht, weiterentwickelt, praktiziert und gelebt wird. Unsere westliche Medizin erscheint ihnen mittelalterlich. Allerdings erfordert eine angestrebte Heilung auf diese ganzheitliche Art einen bewussten Umgang mit sich selbst, Essens- und Gewohnheitsumstellungen und so, also Willen, Mut und einen klaren Geist. Lohnt sich aber. Die Unabhängigkeit von Pharmazeutika ist nur einer von vielen Vorteilen.

    • Trotz aller Erkenntnisse in den Geisteswissenschaften und der Physik und dem in den 1970ern gedachten East-Meets–West-Paradigma wird der Westen in der Hauptsache durch das Entweder-Oder-Paradigma bestimmt, was der Hegemonie des Paradigmas des Homo economicus zu schulden ist. Schulmedizin und östliche Medizin sollten sich im Sowohl-Als-Auch ergänzen. Bleibt abzuwarten, wie das in China sich entwickelt, wo Tradition noch sehr wirksam ist.

  3. Ich bin etwas verwirrt. Drei Mal hörte ich im Interview, dass Heparin ein Gerinnungmittel sei. So viel ich weiß, ist Heparin das Gegenteil, ein Antigerinnungsmittel.
    Aus NetDoktor: „Der Wirkstoff Heparin verhindert, dass das Blut im Körper gerinnt. Es wird vom Körper selbst gebildet, kann zu therapeutischen Zwecken aber auch künstlich zugeführt werden. Heparin wird eingesetzt zur Vorbeugung und Behandlung von Thrombosen (Blutgerinnseln) und Verschlusserkrankungen der Venen und Arterien…“
    Ansonsten: Danke für das Interview.

  4. Der Tod von Prince ist laut Wikipedia mal wieder recht eindeutig… Er war angeblich ein Junkie!

    Ein kleiner Auszug aus der Wikipedia:

    “ Am Abend des 14. April 2016 beendete Prince gegen 23:30 Uhr sein zweites Konzert an diesem Tag im Fox Theatre in Atlanta (Georgia).[32] Auf dem nächtlichen Heimflug verlor er das Bewusstsein und sein gemieteter Privatjet landete 01:00 Uhr in Moline (Illinois),[33] etwa 60 Flugminuten vor der geplanten Landung in seiner Heimatstadt Minneapolis. Er hatte eine Überdosis des Medikaments Percocet eingenommen, eines Kombinationspräparats aus den Schmerzmitteln Oxycodon – einem starken Opioid – und Paracetamol, worauf ihm Rettungspersonal noch auf dem Flugplatz den Opioidantagonisten Naloxon als Gegenmittel verabreichte.[34] Anschließend wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert. Er war laut The New York Times seit Jahren medikamentenabhängig[35] und Sheila E. sagte nach Prince’ Tod, als Folge von jahrelangem Tanzen in High Heels habe er an Hüft- und Knieschmerzen gelitten.[36]

    Prince verließ das Krankenhaus in Moline am 15. April gegen 9:00 Uhr morgens und flog zurück nach Minneapolis.[32] Am 20. April kontaktierte sein Management aufgrund eines „schweren medizinischen Notfalls“ den in Kalifornien ansässigen Arzt Howard Kornfeld, der auf Patienten mit einer Medikamentenabhängigkeit spezialisiert ist. Da Kornfeld verhindert war, flog sein Sohn und Mitarbeiter, der Medizinstudent Andrew Kornfeld, nach Minneapolis, um Prince am folgenden Tag zu besuchen.[37]

    Am 21. April 2016 wurde Prince in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen in einem Fahrstuhl von seinem persönlichen Assistenten und Mitarbeiter Kirk Johnson leblos aufgefunden,[38] worauf Andrew Kornfeld um 9:43 Uhr Ortszeit den Rettungsdienst alarmierte. Der Versuch einer Wiederbelebung blieb erfolglos und Prince wurde um 10:07 Uhr Ortszeit im Alter von 57 Jahren für tot erklärt.[39] Am 23. April wurde der Leichnam des Musikers eingeäschert.“

    Das „wording“ in der Wikipedia ist wieder einmal ekelerregend und wie gewohnt nur der den Konzernen dienlich! Selbst der als Quelle angegebene Artikel in der New York Times wurde auf widerlichste Art und Weise auf die Aussage, dass Prince drogenabhängig war, beschnitten! Selbst die Quellenangabe „[36]“ führt quasi ins leere.

  5. Kurzer Hinweis zu den Brustimplantaten, die hier so ein bisschen wie Lifestyle-Produkte dargestellt wurden:
    Auch die allermeisten Frauen, die eine oder beide Brüste wegen einer Brustkrebs-OP verloren haben, wählen einen sogenannten „plastischen Brustaufbau“, bei dem diese Implantate verwendet werden.

  6. Ärzte Pfusch, ein weiteres Feld in der Medizin für den grossen Betrug. Hier ein Beispiel aus dem Bereich Gelenkersatz.
    In der Schweiz ist es so, dass wenn ein Orthopäde während der Operation schlecht arbeitet, und der Patient danach Probleme bekommt – wie z.B. eine Luxation des operierten Gelenkes, dann wird in der Regel nachoperiert werden müssen um den Pfusch zu beheben. Ich denke in der BRD ist das nicht anders.

    Der Patient muss also noch einmal eine Operation über sich ergehen lassen und diese auch noch (via Krankenkasse) bezahlen. Der Operateur der schlecht gearbeitet hat, verdient also in diesem Fall gleich zweimal. Und dass nicht wenig!

    Wenn ein Klempner einen Pfusch verursacht wird er ihn als Garantieleistung gratis beheben müssen.
    In der Medizin gibt’s keine Garantieleistungen, da wird der Pfusch belohnt. Und nicht nur in der Orthopädie.

    Das gilt in jedem medizinischen Bereich. Für den Patienten gibt’s keine Möglichkeit sich über die Qualität des Operateurs zu informieren. Deren Image ist sogar noch so aufgebaut, dass der Pfusch als «gutes» Image noch aufgewertet wird.

    Ich habe mich von der handwerklichen Qualität der Operateure selber im OP ein Bild machen können. Von den operierenden Ärzten waren nur gerade mal eine Handvoll wirklich gute Operateure.
    In der Schweiz werden pro Jahr ca. 17’00 Hüft- und 13’000 Knieprothesen implantiert. Kosten pro Hüfte im Schnitt 60`000.- Die Prothese allein kostet ca. 8’000.- bei Herstellkosten von 250.- . Knieprothesen sind um ein Vielfaches teurer.

    Transparenz in fachlicher Hinsicht wäre für den Patienten hilfreich. Eine Videoaufzeichnung im OP wäre ein grosser Schritt zur Kostensenkung und Qualitätsverbesserung.

  7. Was ich nicht weiss, ob der Harrich das wusste und/oder ob er auch nachfolgende Details in Sachen Thalidomid auch brachte damals.
    Ich hatte bei Krugmann & Co, eine kleine Klitsche in Wedel/Holst an der industriellen Herstellung von Thalidomid geforscht und war dabei auf die Forschungsarbeit eines Schweizer Labors gestossen, in dem ueber Missbildungen bei Maeusefoeten berichtet wurde. Worauf ich die Arbeiten an dem Schlafmittel einstellte (im Streit mit nachfolgernder Kuendigung) und meine Aufzeichnungen der Firma zur weiteren Verwendung verweigerte.
    So machte Dr. Muenkner, Laborschef bei Gruenenthal „das Bombengeschaeft“. Ich wusste, das Gruenenthal auch darueber arbeitete. Krugmann wird mir hernach dankbar gewesen sein, als Thalidomid dann aufflog.
    Ich gehe davon aus, dass Muenkner wie ich die Schweizer Notiz kannte. Aber der war schon in Menschenversuchen in polnischen Kzs taetig gewesen (Spiegel-Artikel), hatte zusammen mit Gruenenthal mit damals von Alliierten fuer D gesperrtem Penicillin dicke illegale Geschaefte gemacht und war nach meiner Einschaetzung absolut skrupellos.
    Die Contergan-Affaere war keineswegs ein „Versehen“, sondern hochkriminell. Den Prozess gegen Muenkner leitete damals ein Richter mit Nazivergangenheit und der schlug das Verfahren ohne Urteil nieder.

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