Dr. Daniele Ganser: Wie uns illegale Kriege schmackhaft gemacht werden – Sündenfall Kosovo 1999

„Es gibt nur ein perspektivisches Sehen“

Diese Erkenntnis von Friedrich Wilhelm Nietzsche hat Folgen, wenn man sie wirklich versteht. Nach Nietzsche existiert das, was man Objektivität nennt, überhaupt nicht. Objektivität ist immer abhängig vom Standpunkt des Betrachters. Objektivität ist immer das Resultat eines Prozesses, bei dem die eigene Position und Meinung massiv zu dem beiträgt, was man später DIE Wahrheit nennt.

Wahrheit ist in Wirklichkeit immer auch Meinung und damit manipulativ. Das hat Folgen. Vor allem für die Presse, die stets beteuert, neutral zu sein, objektiv, und das oft auch glaubt.

Schon die Auswahl eines Themas ist streng genommen eine Form der Beeinflussung. Wer fokussieren will, muss ausblenden. Er muss sich auf einen Standpunkt konzentrieren und damit gegen den Rest aller anderen Sichtweisen, die er theoretisch auch einnehmen könnte, entscheiden.

Was uns die Tagespolitik als Realität, Wahrheit oder Ist-Zustand verkauft, ist nichts anderes als das Festlegen auf eine Meinung, die nur deshalb von der Masse nicht hinterfragt wird, da sie massiv publiziert wird. Wenn in allen Zeitungen, Radio- und TV-Sendern zu Person X die selben „Fakten“ veröffentlicht werden, nimmt der Bürger an, es gäbe nur diese Fakten und sie wären die ganze Wahrheit. So entsteht das, was man Meinungshoheit nennt und die wird von den Machthabern mit allen Mitteln verteidigt. Die herrschende Meinung ist immer die Meinung der Herrschenden. Überall. Wer in einer Machtpyramide der Spitze offen widerspricht, bekommt spätestens dann Gegenwind, wenn er allein durch seine Reichweite an Relevanz gewinnt. Das Netz bietet diese Möglichkeit auch Personen, die von der Mainstream-Presse bisher erfolgreich totgeschwiegen wurden.

Speziell bei Presse, reagiert der sogenannte „freie“ Markt extrem aggressiv, wenn Abweichler es wagen, eigene Interpretationen in diesen Markt zu pumpen. Machterhalt ist ohne Manipulation der Massenmeinung ein viel zu kompliziertes Geschäft. Wer es versteht, die Information zu begrenzen, schränkt damit Denken ein und was nicht gedacht werden kann, kann auch nicht ausgesprochen werden. Gerade in einer Demokratie ist die Kontrolle dessen, was auf der Straße gesprochen wird, elementar. Abweichende Meinungen können sich dynamisch und damit kaum berechenbar gegen die Eliten entwickeln und schnell wahlentscheidend werden.

Die Hauptaufgabe der Presse besteht weniger darin, diese Bevölkerung mit Informationen zu versorgen, auf das sich diese ihre Meinung selber bilden möge, vielmehr geht es darum für sämtliche relevante Geschehnisse einen Deutungsrahmen vorzugeben. Die Technik nennt man „FRAMING“.

Wer es wagt, diesen Frame, diesen Deutungsrahmen zu hinterfragen, zu verlassen oder einen alternativen Deutungsrahmen anzubieten, wird an der Meinungsfront mit allen Mitteln bekämpft.

Rufmord ist das Ziel.

Dr. Daniele Ganser, Historiker und Friedensforscher aus der Schweiz, hat mit seinem aktuellen Bestseller „Illegale Kriege: Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren. Eine Chronik von Kuba bis Syrien“ einen alternativen Deutungsrahmen zur Geschichte vorgelegt.

Ganser schlägt vor, die NATO-Brille beim Betrachten geschichtlicher Ereignisse abzusetzen und sie durch die Brille der UNO zu ersetzen. Völkerrecht statt das Recht des Stärkeren, sollte unser aller Standpunkt sein, wenn wir Geschichte bewerten. Früher nannte man Leute wie Ganser „Ketzer“ und verfrachtete sie auf den Scheiterhaufen. Scheiterhaufen gibt es immer noch, nur sind sie heute digital.

Ganser hielt diesen Vortrag Anfang Dezember 2016 zum Thema „Framing“ im Berliner Kino Babylon und war erneut Gast bei KenFM, um über sein aktuelles Buch zu sprechen. Hier der Link zum Interview: https://kenfm.de/dr-daniele-ganser-illegale-kriege/

Inhaltsübersicht:

00:03:40 (Teil I) Die UNO: Zweiklassengesellschaft- Aufbau und Funktion

00:09:04 9/11 und die Skinner-Box: Wirkweise des Terror-Frames in Analogie zu Skinners Konditionierungs-Experiment

00:21:49  Syrien: Aktivierung des Terror-Frames zur Legitimierung des Syrien-Einsatzes

00:31:31  Rohstoff-Framing

00:38:49 Böser-Mann-Framing

00:44:39 Die Notwendigkeit zur Achtsamkeit, um Deutungsrahmen zu analysieren und zu transzendieren

00:54:23 (Teil II) Der Kosovo Krieg 1999: Beginn und Werbestrategie zur Realisierung des Angriffskrieges

01:07:38 Böser-Mann-Framing „Milosovic“, die Zerschlagung Jugoslawiens und die Rolle OSZE

01:19:23 „Humanitärer Krieg“-Framing und Kanzler Schröders Wandel der Bewertung des deutschen Einsatzes in Jugoslawien

01:27:48 Der Kampf um die Deutungshoheit in Deutschland aus Sicht der NATO-Befehlshaber

01:40:08 Kritiker des Systems und warum es Mut und Perspektivwechsel braucht, um zufrieden leben zu können

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Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://www.kenfm.de/kenfm-unterstuetzen/

92 Kommentare zu: “Dr. Daniele Ganser: Wie uns illegale Kriege schmackhaft gemacht werden – Sündenfall Kosovo 1999

    • Danke Renate,-sehr eindrucksvoll. Beeindruckender als jeder zweistündige Vortrag.
      Das sind richtige Menschen.

    • Padma28,
      „… richtige Menschen …“
      ?
      In der vom BLZ 15. 2. 2017 steht – nur Auszüge – u.a.:
      „Mir ging es immer nur ums Kreativsein“
      Sängerin Amy Macdonald über die Sucht nach Ruhm,
      ihren Fan Joachim Löw und den Brexit…“
      „… Haben Sie sich seit Ihren Anfängen verändert?
      Klar, man verändert sich generell durch neue Erfahrungen. Ich bin quasi in der Öffentlichkeit
      erwachsen geworden. Aber als Mensch bin ich entspannt und bodenständig geblieben. Ich
      habe noch dieselben Freunde, die ich schon zu Schulzeiten hatte. Aus mir ist keine ver-
      wöhnte Popdiva geworden.
      Sie haben neun Millionen Platten verkauft. Wofür geben Sie Ihr Geld aus?
      Für Autos. Ich bin leidenschaftliche Autofahrerin und besitze einen hübschen Fuhrpark aus
      Ferraris und anderen Luxuskarossen. Mein größter Stolz ist der neue Ford GT, von dem es
      nur ein paar Hundert Stück gibt. Man wird ausgewählt, ihn besitzen zu dürfen. Da hatte ich
      wirklich Glück…“
      Ein Lied zum Thema:
      https://www.youtube.com/watch?v=_eIsCcZc_g4

    • @Padma28:

      Sehr eindrucksvoll, das finde ich auch (selbst ohne Musik wäre es das ;)).

      Ich denke, es ist wichtig zu verstehen, wie viele wir sind und dass wir überall sind!

      Wenn wir uns dann auch noch so gut organisieren würden wie die Falschen es so gut vormachen…

    • Ich fordere nicht, dass du Hand an den Tyrannen legst, um ihn zu stürzen, sondern nur, dass du ihn nicht länger unterstützt; dann wirst du sehen, wie er, wie ein riesiger Koloss, dessen Sockel fortgezogen wurde, unter seinem eigenen Gewicht stürzt und in Stücke zerbricht.

      Étienne de la Boétie, 1553

  1. Ich weiß noch, als das Thema Kosovo zum Polit- und Medienzirkus hochkochte, das mich das alles fürchterlich ankotzte und ich nichts mehr davon hören wollte. War Milosevic nun das Monster, oder nicht? Was geschah wirklich?
    Klar war nur, das wenn man sich gegen die Kriegsbeteiligung aussprach, man als selbstsüchtiger Weichspüler dastand. Natürlich hat man die moralische Pflicht, barbarische Diktatoren nicht weiter gewähren zu lassen. Und natürlich soll nie wieder Krieg sein. Ein Dilemma!
    Heute wissen wir, das es zur Entscheidung dieser Frage vor allem eines Bedarf: eine gesicherte Kenntnis davon, was wirklich passiert. Und noch eines wissen wir, das man der Politik und den Medien einfach nicht vertrauen darf. Weder damals, noch heute. Und solange man dies nicht kann, gehören Kriegsgeräte und Informationshoheit keinesfalls in die Hände solcher Leute. Dies so zu belassen ist das eigentlich Unverantwortliche.
    Daniele Ganser führt uns dies in seiner unvergleichlichen Art alles nochmals auf andere Weise, jedoch ganz klar vor Augen. Die Wahrheit erfahrt man erst später. Und darum darf vorher niemals geschossen oder gebombt werden.

  2. In diesem Kontext würde es mich brennend interessieren, wie Herr Dr. Ganser die Entstehung des Weltkrieges von 1914 bis 1945 sieht. Vor allem mit Blick auf „The Great Game“ zwischen England und Russland, der Gründung des deutschen Staates 1871, und vor allem der internationalen Zusammenarbeit zwischen dem Osmanischen und dem Deutschen Reich.
    Aber auch, weil die Auswirkungen – siehe Jugoslawien, Irak, Iran, Afghanistan, Syrien, Palästina noch heute spürbar sind.

    Wenn man die Kriege in Korea, Vietnam, Israel, Afghanistan, Irak, Jugoslawien und Syrien ehrlich betrachtet, ist der Weltkrieg um die Weltherrschaft, trotz Friedensverträge zwischen einzelnen Staaten, niemals beendet worden.

    Deutschland und das Osmanische Reich sind aus dem Weg geräumt worden. Aber Russland und Iran sind immer noch da.

    Die Visionen und Pläne von Macinder und Brzezinki sind noch nicht erfüllt.

    • Jedenfalls wird man die Gründe in keinem offiziellen Geschichtsbuch finden.
      Vielmehr kann die Frage nach den Gründen sich jeder selbst beantworten,der 1 und 2 zusammenzählen kann. Denn welches Geld beherrschte nach Ende des 1. Weltkrieges die Welt?(Ich rede bewusst von nur einem Weltkrieg,weil der sog. 2.Weltkrieg nur die Fortführung des ersten durch Waffenstillstandsbruch war)

      Welche Macht beherrschte den Welthandel und mit welchen Geld kontrollierten die Geldschöpfer den Handel nach dem Weltkrieg?

    • Ja. Ich möchte noch die Vernichtung Österreich-Ungarns, denn schließlich war der Katalysator die Ermordung des Thronfolgers, und die Offenlegung diverser Geheimverträge durch Leo Trotzki hinzufügen.

  3. Liebe KenFM Leser und Schauer, Liebe Dr. Daniele Ganser Zuhörer, Hallo Ken und Team,

    jetzt hat Hr. Dr. Ganser so oft Friedensbewegung gesagt. Ich denke wie er, dass wir die Friedensbewegung unterstützen müssen.
    Deshalb werden wir hier im Süden eine Ortsgruppe der Friedensbewegung gründen, Bayern Südost . Wir möchten sehen, dass wir viele sind!
    Ich möchte auf diesem Wege alle einladen, zu unserer Veranstaltung zu kommen, die räumlich in unser Gebiet passen. Euch anderen möchte ich ans Herz legen, in eurer Region das Gleiche zu tun.
    Ich habe angefangen mit einem Leserbrief in unserer Heimatzeitung darauf aufmerksam zu machen, dass jeder sich für den Frieden einsetzen sollte und habe so viel positive Gespräche gehabt und Bestärkung bekommen.
    Wir treffen uns am 5. April um 20 Uhr im Salitersaal in 83417 Kirchanschöring, gerne schicke ich jedem die Einladung sowie den Leserbrief per E-Mail, der Interesse hat. Mein Kontakt: bayern-suedost@friedensbewegung.info
    Falls ihr von KenFM Interesse habt, über unser Event zu berichten, lade ich euch natürlich auch herzlich ein. Bayern ist ja immer eine Reise wert. Und Friedenspropaganda tut allen gut!
    Ich freue mich auf eure Rückmeldungen.
    Bis dahin,
    Gruß
    Alexandra Poller

    • Alexandra – Das ist eine hervorragende AKtion.
      Ich habe durch diverse Urlaube große Sympathie zu deiner Gegend aber leider seid ihr für mich zu weit weg, um teilzunehmen.
      Sich mit vernünftigen Menschen für den Frieden einsetzen und dazu ein gutes Schönramer trinken, das hätt was 😉

  4. https://www.youtube.com/watch?v=xJ63r5YQVYI

    „Jede Regierung lügt – Wahrheit, Manipulation und der Geist des I. F. Stone“

    Die Quintessenz dieser Doku von Oliver Stone, die auf Arte ausgestrahlt wurde, ist, dass die Herrschenden ein vitales Interesse daran haben, die Bevölkerung unmündig zu halten, WEIL sie die Herrschenden und wir die Beherrschten sind. Das wird ja leider nie verstanden, dass dieses Prinzip bei JEDER REGIERUNG so ist.
    Deshalb ist es meiner Meinung auch fadenscheinig, wenn Daniele Ganser die UNO als Friedensorganisation hervorhebt. UNO und NATO sind lediglich Seiten der selben Medaille, der selben Bevormundung der Beherrschten durch zentralistische Organisationen von Oben herab.
    Die Bevormundung der Bevölkerung durch Regierung, Staat, Kirchengebilde, was auch immer – einer kleinen Elite von Oben herab auch wenn sie KEINEN olivgrünen Krieg nach Außen führt, ist IMMER NOCH KEIN FRIEDEN.
    Deshalb ist es wichtig, den Kriegsrorganisationen – allen zentralistischen, macht-pyramidalen Organisationen – Organisationen des Föderalismus und der freien Assoziation, der Basisdemokratie, der Gleichberechtigung, der Solidarität, der Gegenseitigen Hilfe, der freien Verträge entgegenzusetzen, wenn man wirklich was perspektivisch und radikal verändern will.
    ÜBERALL in jedem Lebensbereich muss das geschehen, sonst gibt es weiter Krieg und/oder Klassenkrieg von Oben, der auch in VERMEINTLICHEN Friedenszeiten stattfindet.
    Und ich meine ÜBERALL: Jeder Kindergarten, jeder Betrieb, Jedes Krankenhaus, jede Medienschmiede, jede Fabrik, jede Universität MUSS anders organisiert sein, damit in ihnen keine Elite mehr eine Chance hat und damit die in ihnen Organisierten in einem ganz anderen Geist erzogen werden, als dem heutigen, pathologischen Konkurrenzdenken.
    Das Eigentumsdenken als zentraler Aspekt des Machtdenkens muss fallen – es vergiftet nur unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Erst wenn wir nicht mehr denken, dass den Reichen wirklich alles das gehört, was sie beanspruchen, kann sich was ändern. Erst dann sind wir überhaupt innerlich zum Widerstand FÄHIG.
    Der Grund unserer Lähmung ist, dass wir im Grunde die Basis unserer Weltvorstellung mit unseren Gegenern, den Kriegstreibern und Ausbeutern, TEILEN!
    Wir denken im Grunde – Klar – „Eigentum“ – Feine Sache! Aber es geht hierbei nicht um das „Eigentum“, was wir meinen. Ich rede nicht, vom Bedarf, sondern vom Eigentum. Also wenn jemand denkt, ich bin gegen Eigentum, dann bekommt er / sie immer furchtbar Angst um seinen Labtop. „Dann kommt irgendwer und nimmt mir alles weg!“ Denken dann die Leute. Schwachsinn – alles was unserem Bedarf entspricht muss natürlich von uns selbst verwaltbar sein. Aber das genau zu definieren, muss im Grunde den Menschen die es im aktuellen Fall betrifft, überlassen werden. Würde sich hier wieder ein Staat einschalten und diese Frage des Bedarfs pauschal für Millionen Menschen klären wollen, um sich selbst eine Daseinsberechtigung als Gesetzeserlasser zu geben, dann würde aus dem guten Gedanken der Bedarfswirtschaft wieder ein bolschewistischer Albtraum. Sozialismus mit Staat ist Unterdrückung, wie auch Freiheit mit libertärem Kapitalismus UNterdrückung wäre, weil die Libertären dem Eigentumskonzept und der Lohnarbeit und den sogenannten „sozialen Unterschieden“ kein wirksames eigenes Konzept entgegenzusetzen haben – sie sind demnach nur Leihhirne für die Hypotheken der Vergangenheit auf die Gegenwart.
    Egal – zurück zum Thema: Also Bedarf ist, was wir brauchen – das geht natürlich über vom „Arbeitsamt“ veranschlagte Sätze hinaus, denn jeder und jede braucht Naturkontakt, Kultur, Reisen, Bildung, gute, gesunde Nahrung, all das was in einer freien Welt logisch und durch gesunden Menschenverstand unabdingbar wäre wird in unserer kapitalistischen, von oben herab gelenkten Welt zu einer Unmöglichkeit…
    Eigentum spielt dabei eine riesen Rolle – nachdem nun in etwa klar sein dürfte, dass unser Bedarf an Gütern und Möglichkeiten im Leben uns nicht einfach entzogen werden darf und damit nicht zum Eigentum gehört, stellt sich die Frage, was Eigentum eigentlich ist?
    Es geht bei meinen Forderungen, die die auch die Forderungen der Syndikalisten und Anarchisten des 19. und 20. Jahrhunderst waren, um das Eigentum an Produktionsmitteln, an Dingen, die NIE nur ein Einzelner bräuchte, geschweige denn bedienen könnte.
    Es ist nicht Recht, dass ein Einzelner Hektarweise Land „besitzt“ und über alles was dort passiert entscheiden kann – das ist irrationale Macht, weil er kraft seiner beschränkten Denk- und Handlungsmöglichkeiten gar nicht in der Lage ist, so ein großes Land zu managen. Jetzt denken die Leute wieder, dass ich Stuss rede, schauen sich einen Bauern an, der Hektarweise Land bewirtschaftet! Und!? Was macht denn unser subventionierter Landwirt dort – als Einzelner mit Profitinteresse beackert er die Ländereien da im Allgemeininteresse? Nein! Er schmeißt Gift aufs Land, schafft Monokulturen, reißt natürliche Hecken ein, rodet den Regenwald, tötet Bodenorganismen, zerstört die natürliche Vielfalt, vergiftet Grundwasser (in Deutschland trinken wir nur noch in seltenen Fällen das Grundwasser, denn es hat viel zu hohe Nitratwerte…. ein Grund zum Nachdenken!) usw. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass einer, eine Sippe oder auch ein Gremium keine Macht über Grund und Boden haben dürfte!
    Und was ist mit dem Vermieter! Was bilden sich diese Parasiten ein, über das Leben anderer bestimmen zu können? Und überhaupt, was für eine Ausbeutung ist das, für den lebensnotwendigen Wohnraum, Geld und damit Arbeitskraft geben zu müssen – für nichts! Das Haus ist gebaut – was erdreisten sich diese Leute? Und warum können sie das? Weil WIR das akzeptieren – weil WIR an die politische Religion des „Eigentums“ glauben und damit die Glaubensgrundsätze mit unseren Unterdrückern teilen!
    Es gibt Leute die haben Firmen, die produzieren Waffen. Diese Leute denken ihnen gehören dann diese Waffen, sie dürften sie veräußern! Und diese Ansicht teilen wir ja anscheinend, denn wir sind ja für „Eigentum“.
    Und für den Staat, der dieses Eigentum mit der Waffe in der Hand verteidigt. Schön, dass sich da die Katze in den Schwanz beißt.
    Jedenfalls muss sich ein Friedensaktivist immer fragen, wo der Krieg IN SEINEM eigenen Kopf beginnt – denn er teilt oft unbewusst Ansichten und Auffassungen, die es den Herrschenden leicht machen, ihn zu benutzen.
    Wer die Ansicht hat, es gäbe ein „nationales“ Interesse, wer nicht versteht, dass damit immer das Interesse der Herrschenden gemeint ist, die dieses sogenannte „nationale“ Interesse definieren, der wird sich schnell in einer Position widerfinden, die seinen eigenen Bedürfnissen und Emotionen widerspricht. Das ist ein Wirkbeispiel für politische Religion in Verbindung mit pyramidalen Machtstrukturen.

    • Und was wäre die Alternative zu den herrschenden Machtstrukturen? Anarchie? Chaos?

      Ich beschäftige mich seit 30 Jahren mit den Phänomenen der Machtbildung. Und Tatsache zu sein scheint, dass es einfach am Menschen liegt, dass sich letztendlich immer wieder die gleichen Machtstrukturen herausbilden. Und zwar völlig unabhängig von Religion, Region, Hautfarbe und Kultur.
      Natürlich wäre es erstrebenswert, wenn der Mensch von Natur aus altruistisch wäre. Tatsache aber ist, dass der Mensch egoistisch ist, und immer mehr haben will als die anderen. Der Mensch ist in erster Linie Egoist. Zumindest die meisten.

      Ich war und bin ein Gleichberechtigungsfanatiker. Das macht mich fast krank, und stand mir in meinem beruflichen Leben immer wieder im Weg. Mittlerweile habe ich gelernt und akzeptiert, dass die meisten Menschen nicht Gleichberechtigung wollen, sondern persönliche Vorteile suchen. Nur wer sich benachteiligt fühlt, verlangt Gerechtigkeit und Partizipation. Wenn der Mensch aber plötzlich mehr hat als andere, dann ist Gleichberechtigung nicht mehr so wichtig. Dann hält er es für selbstverständlich, dass er mehr hat und andere weniger. Dieses Phänomen kann man in jeder Gesellschaftsschicht beobachten. Insofern halte ich es für vereinfacht, die derzeit Herrschenden zu attackieren, und Partizipation für alle zu verlangen. Ich bin der festen Überzeugung, dass wenn die Beherrschten morgen zu Herrschern werden, und die heutigen Herrscher zu Beherrschten, werden sich die gleichen Strukturen ergeben wie wir sie heute vorfinden. Mit allen Nachteilen für die Massen und für die Natur.
      Und aufgrund der egoistischen Wesensart des Menschen, sind Kriege die logische Konsequenz. Wenn man glaubt, dass einem mehr zusteht, als den anderen, dann muss man den anderen etwas wegnehmen. Und wer lässt gibt schon gerne freiwillig sein Eigentum auf? Und da sich der Mensch als Krönung der Schöpfung ansieht, beutet er auch die Natur rücksichtlos aus. Auch auf Kosten der eigenen Zukunft.

      Ich finde es schön, dass es immer wieder Idealisten gibt, wie Jesus von Nazareth, Gandhi, Ken und andere. Aber meine Erfahrung zeigt mir, dass es mit Menschen keine bessere Welt geben kann. Das sage ich völlig emotionslos. Es ist einfach eine Feststellung, wie z.B. die Sonne ist ein Stern. Es stört mich nicht. Was mich aber wundert ist, dass wir Menschen uns im 21. Jhd. unglaublich technologisch entwickelt haben. Aber charakterlich stehen wir auf der gleichen Stufe wie vor 10.000 Jahren. Wie gesagt, das gilt nicht für alle, aber für viele. Und dabei macht es keinen Unterschied, ob man arm oder reich, weiß oder schwarz, Herrscher oder Beherrschter, Moslem, Jude oder Christ (oder was auch immer) ist.

    • Ichweissnichts: Ich finde Ihr Kommentar sehr interessant und logisch nachvollziehbar. Das einzige, was ich daran nicht nachvollziehen kann, ist dieser Satz im letzten Abschnitt:
      „Aber charakterlich stehen wir auf der gleichen Stufe wie vor 10 000 jahren“. Woher wollen Sie wissen, auf welcher Charakterlichen Stufe die Menschen vor 10 000 Jahren standen? Für diese Zeit reicht unser sowieso schon fragwürdige Geschichtsrückspiegel nicht aus und die Matriarchatsforschung wird noch dazu eifrig behindert(Buch: „Die Diskriminierung der Matriarchatsforschung- eine moderne Hexenjagd“Auror/innen: 7 der internationalen Frauen-Geschichts-Forschung).
      Ich vertrete die Theorie, dass das charakterliche Manko der Menschheit durch die Loslösung aus der Natur entstanden ist und den Überheblichkeitswahn der damit immer weiter angewachsen ist. Ich glaube nicht, dass die menschliche Art von Natur aus aggressiv und kampfbereit veranlagt war, sondern von Natur aus kooperativ wie die übrige Natur. Wir sehen diese 10 000 Jahre patriarchale Viehzüchterkultur nur wie durch ein Vergrößerungsglas und vergessen dabei, wie lange es unsere Art schon vorher gegeben haben kann. Aller Wahrscheinlichkeit ja so lange schon, dass der uns heute geläufige Teil unserer Existenz nur einen kleinen Bruchteil ausmacht. Ich sehe die Menschheit als degenerativ erkrankt an, weil sie sich tatsächlich ab einem gewissen Zeitpunkt zu einseitig entwickelt hat, wobei sie zu großen Teilen ihrer Wurzeln verlustig gegangen ist. Die Krankheitssymptome sind ja offensichtlich. So dysfunktional und selbstzerstörerisch kann uns die Natur gar nicht geschaffen haben.

    • Sie haben ja vollkommen recht,mit dem,was Sie sagen.
      Es ist das natürliche Recht des Menschen,dass alle Resourcen der Erde auch allen Menschen gleichsam zu Gute kommen.Das ist ein universelles Gesetz,das eigentlich kein Staat oder eine andere Macht aushebeln kann .
      Die heutigen Grosskapitalisten besitzen riesen Ländereien und bezahlen für diesen Besitz keinerlei Grundrente. Deshalb forderte schon der Sozialreformer Henry George im 19.Jahrhundert eine Grundrente,welche diejenigen bezahlen müssen,die Land besitzen. Denn die Allgemeinheit hat es erst ermöglicht,dass es solche Ländereien gibt,durch Schaffung von Infrastruktur und Urbarmachung. Mittels einer solchen Grundrente könnten alle anderen Steuern entfallen . Auch Rudolf Diesel war ein Sozialreformer ,der seine Ideen in ein Buch gefasst hat . Auch Silvio Gesell oder Rudolf Steiner. Aber die Machtelite versteht es ,die Menschen zu konditionieren,weil sie alles kontrollieren,-ob Schulen,Universitäten,Medien-einfach alles .
      Da wird den Menschen dann eingetrichtert,dass der Mensch ein Egoist sei, dass er böse sei ,dass es von Schwäche zeugt,Mitleid zu empfinden und dass der Kapitalismus ohne Alternative sei.Alles nichts als Lügen und Rationalisierungen.
      Wäre es so ,gäbe es schon keine Menschen mehr.

      Im übrigen,-vielleicht hat eine kleine Gruppe von Menschen all die Reichtümer der Erde schon den rechtmässigen Besitzern-nämlich allen Menschen-zurückgegeben und diese wissen nur nichts davon und wollen es nicht wissen ..Denn das ist schon geschehen,nur dass die Mächtigen einfach so weiter machen. Das OPPT hat das getan .
      Aber es wird ignoriert.

    • Aber ein sehr guter Beitrag von nuevo1.
      Es ist richtig,das Land und die Resourcen dürfen keinen bestimmten, einzelnen Menschen gehören. Ausser ,ein Mensch nimmt das Land in Besitz ,dadurch ,dass er es verantwortlich bebaut und beackert.
      In Primitiven Gesellschaften war es unmöglich,dass das Land jemanden gehören könnte.Aber auch genau darum verehrten diese Menschen jedes Stück Erde,weil es allen gehört und jeder sich für den Erhalt verantwortlich fühlte.

    • Rudolf Diesels Motivation, die Dampfmaschine zu erfinden ,bestand darin,das Los der Arbeiter zu erleichtern.
      Wer weiß schon,dass dieser Mann eine ganze Wirtschaftstheorie aufgestellt hat in seinem Buch „Solidarismus“.

      Das Gute und das Zusammenführende , was die Menschheit einen ,reicher und gerechter machen könnte ,wird verschwiegen, von denen,die die Universitäten und die Medien kontrollieren.
      Am Ende haben dann die das Wort und „recht“,die behaupten,dass der Mensch schlecht sei und zu Kriegen neigt.Solche Leute wie „ichweissnichts“.
      Aber das ist Blödsinn,denn Menschen wie Diesel beweisen,dass der Mensch schon immer kreativ tätig war im Sinne der Menschheit, ohne dass dabei materieller,persönlicher Gewinn das Hauptmotivation wäre.

    • Wir müssen doch aber auch ein bisschen selbstkritisch sein und zugeben, dass das kranke System auch auf uns alle immer abgefärbt hat(z.B. in Form von Ängstlichkeit und Zaghaftigkeit) und dass es immer nur ganz wenige 100%ig Widerständige gab, wie Jesus von Nazareth oder Sokrates früher und Rudi Dutschke in der Zeit der Studentenrevolution und die Whistleblower heute, die so stark und konsequent waren oder sind, dass das System an ihnen abprallt, die aber auch oft dafür mit ihrem Leben bezahlen müssen. Ich gebe zu, dass ich bisher nicht den Mumm habe, mich z.B. öffentlich und für alle sichtbar an eine Straßenkreuzung zu stellen und meine Meinung laut in die Gegend zu posaunen! Vielleicht sollten wir das mal alle tun, anstatt immer nur andere zu kritisieren und die unsichtbaren Eliten anzugeifern! Ich schließe mich dabei selbst mit meiner Kritik voll ein!

    • @Veganislove

      Bitte entschuldigen Sie, dass es offensichtlich so erscheint, als wüsste ich, auf welcher charakterlichen Stufe der Mensch vor 10.000 Jahren stand.
      Ich weiß es natürlich nicht. Es ist nur eine Vermutung, dass wir heute nicht weniger egoistisch, kriegerisch und sadistisch veranlagt sind, wie vor 10.000 Jahren.

      Ich hoffe, Sie können mir diesen Fauxpas verzeihen.

    • @Padma28

      Ich möchte Ihnen Ihr positives Menschenbild nicht zerstören. Wenn Sie der Meinung sind, dass der Mensch im Grunde gut ist, dann ist das auch gut so. Bleiben Sie dabei.

      Leider kommt es immer wieder vor, dass man im Verlaufe des Lebens auf Menschen trifft, die andere Erfahrungen gemacht haben, als man selber. Dadurch kann es durchaus vorkommen, dass andere Menschen andere Meinungen haben, als man selber. Diese Meinungen dann als „Blödsinn“ zu diffamieren ist kein Zeichen von Güte…

    • „Und aufgrund der egoistischen Wesensart des Menschen, sind Kriege die logische Konsequenz.“

      So,wie sie das hier sagen,klingt das für mich nicht nach einer Meinung ,sondern einer Feststellung.
      Wenn sie nun diese,ihre Feststellung hinterfragen und gegebenenfalls die Ursachen für Kriege und destruktive Menschencharaktere beleuchten-desto besser.
      Aber zuerst hörte sich ihre Feststellung wie“ in Stein gemeißelt“an.
      Wenn ich mir das eingebildet habe,bitte ich um Entschuldigung.

    • @Padma28

      Wer bin ich, dass ich bezüglich der Menschheit in Stein gemeißelte Behauptungen aufstellen kann?

      Meine Meinung basiert auf Berichte, auf Übermittlung der Geschichte und aus einem kleinen Teil persönlicher Erfahrungen.
      Wer von Ausschwitz und Buchenwald gelesen hat, wer von Katyn gehört hat, wer die Bilder des Vietnamkrieges gesehen hat, wer von den Gräueltaten während des Jugoslawienkriegs aus erster Hand erfahren hat, wer weiß wie es im Krieg zwischen Iran und Irak zuging, wer die Übermittlungen der Massaker an den Indern während der britischen Besatzung gelesen hat, wer von den Massakern in Ruanda gehört hat, der darf berechtigte Zweifel an der ausschließlichen Gutmütigkeit der Menschen äußern. Glaube ich.
      Und wenn ich mir dann die Drogenkriege in Kolumbien und Mexiko ansehe. Wenn man hört wie viele Menschen überall auf der Welt wegen Kleinigkeiten ausgeraubt und ermordet werden. Wie viele Frauen und Mädchen vergewaltigt werden. Wie viele Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder wegen ihrer Religion diskriminiert werden, wie Neid und Missgunst unser tägliches Leben beeinflussen, dann erlaube ich mir, trotz Rudolf Diesel, zu vermuten, dass der Mensch nicht nur gut sein kann.

      Aber möglicherweise sind die Berichte, die ich gelesen habe auch alle erfunden. Vielleicht haben mich die Bosnier, Kroaten, Serben, Iraker und Iraner über ihre Erfahrungen in den Kriegen auch nur belogen. Vielleicht bin ich vollkommen falsch informiert. Es wäre schön! Wirklich.

    • Nein,die Berichte,die sie gelesen haben,sind nicht erfunden.
      Aber die wahren Gründe für Kriege werden nicht gesagt oder in Geschichtsbüchern beschrieben.
      Auch wird nicht gesagt,welchen Stellenwert die Erziehung bei der ganzen Sache einnimmt oder die Manipulation und all diese Dinge.

      Kein arbeitender Deutscher,Amerikaner ,Russe,Franzose oder Brite kann etwas für den 1. oder 2. Weltkrieg.
      Es ist eine Banken-und Rüstungsindustrie die daran verdient,wenn Menschen aufeinandergehetzt werden .Rockefeller hat sowohl an die Nazis sein Öl verkauft,wie an die USA eben auch .Ist doch seltsam,oder?Die IG-Farben,die massiv am Krieg verdiente,war halb übernommen von Rockefeller.

      Die Menschen werden autoritär geprägt und dann glauben sie den Lügenmärchen derer,die sie gegen andere Völker hetzen. Von alleine würde kein Arbeiter einen anderen im Schützengraben gegenübersitzen.Was hätten die davon?!
      Sie werden aufgewiegelt von denen,die an ihrem Blut verdienen und dann in ihren Villen sitzen und Geld zählen,während die manipulierte Masse bei Verdun sich gegenseitig abschlachtete.Vollkommen sinnlos!!!

    • Und wenn sie das Drogenproblem in Mexiko oder Kolumbien ansprechen,sollten sie sich mal fragen,warum seit der Intervention in Afghanistan dort der Anbau von Drogen um das 40 fache gestiegen ist.Tja,wer verkauft wohl diese Drogen und finanziert sich damit?
      Das Freihandelsabkommen Nafta hat seit seinem Inkrafttreten hunderttausenden Bauern in Mexiko ihrer Existenzgrundlage beraubt Und so weiter. Für alles was sie anführen,gibt es Gründe. Man braucht nur der Spur des Geldes oder der Mächtigen zu folgen. Aber sicher liegen die Gründe nicht im Menschen selbst,sondern in den Menschen ,die destruktiver Art sind und darum krank. Denn diese destruktive Art ist anerzogen und nicht natürlich im Menschen gegeben.

    • „Ichweissnichts“: Es geht ja nicht darum, ob ICH irgendwas verzeihe, es geht darum, nicht vorurteilshaft zu sein bzw. darum, dass wir aufpassen müssen, nicht einer traditionell vorgkauten Denke zu folgen oder einfach irgendetwas unkontrolliert anzunehmen. . Immerhin hat die Psychologieforschung z.B. heute schon längst den Freud’schen Irrsinn und den des ihm nacheifernden Konrad Lorenz vom „Aggressionstrieb“ des Menschen widerlegt. Aggression ist kein Trieb und niemals einer gewesen, sondern eine Reaktion. Genauso, wie Angst kein natürlicher Trieb ist, sondern eine reaktives Verhalten.
      Darwin hat das auch deutlich dargelegt, dass der Mensch von Natur aus kooperativ bzw. gesellig ist, also man eher noch von einem „Geselligkeitstrieb“ sprechen könnte. Er ist nur von einigen falsch verstanden worden.

    • Veganislove,was sie andeuten,bringt mich erst dazu zu erkennen,dass es ja noch bestimmt viele Leute gibt ,die meinen,dass es soetwas wie einen Zerstörungstrieb im Menschen gibt.
      Eine solche Denkweise erscheint mir dermassen irrational,so dass ich nicht glauben könnte,dass manche Menschen heute noch so denken.
      Denn schon Spinoza hat davon gesprochen und richtig erkannt,dass Menschen eigentlich als krank zu bezeichnen sind ,die von Geldgier und Machtlüsternheit betroffen sind.
      Denn diese Dinge sind eine Reaktion auf einen Mangel an Produktivität und Liebe. Sie entstehen daraus,weil der Mensch sich nicht produktiv mit seiner Umwelt auseinandersetzen kann ,-und weil er das nicht kann,muß er als Reaktion darauf andere unterdrücken oder ständig immer mehr materielle Werte sammeln wie ein Hamster-nein ,schlimmer als jeder Hamster.

    • Wenn jemand in der Lage wäre, die Erruptionen abzumessen, die nach jedem großen Krieg in der seelischen Verfassung der darunter leidenden Menschen stattfinden und zu addieren, dann wüsste man den Grad der seelischen Verunsicherung, die zu unkontrollierten Ängsten und Aggressionen in der Gesellschaft allein durch die Kriege führen. Es ist z.B. sicher auch kein Zufall, dass die Idee zum angeblichen „Aggressionstrieb“ in der Zeit des 2.Weltkrieges aufgetaucht ist.

  5. Toller Vortrag, Rebell Dr. Daniele Ganser!
    http://www.free21.org/es-begann-mit-einer-luege/
    +
    Man schreibt auch zum nachfolgenden Video „Es begann mit einer Lüge“:
    „… Wie die NATO im Krieg um Kosovo Tatsachen verfälschte und Fakten erfand.
    Monitor-Autoren enthüllen Fälschungen in der Berichterstattung zum Kosovo-Krieg.
    „Es begann mit einer Lüge“, ein Film von Jo Angerer und Mathias Werth für den WDR.
    Ausgestrahlt in der ARD am 8. Februar 2001.
    24. März 1999: Im italienischen Piacenza starten deutsche Kampfjets gegen Jugo-
    slawien. Es ist der erste Kriegseinsatz deutscher Soldaten nach dem Zweiten Welt-
    krieg. Nur aus einem Grund durften deutsche Soldaten am Krieg teilnehmen und
    der hiess: Abwendung einer humanitären Katastrophe. Verteidigungsminister
    Rudolf Scharping lieferte die Argumente für den Kriegseinsatz: Bilder von Massakern
    an der Zivilbevölkerung, von zerstörten Dörfern. Die Serben hätten zur Vertreibung
    der Kosovaren den Operationsplan „Hufeisen“ entwickelt, so das Verteidigungs-
    ministerium. Nach diesem Plan wollten die Serben die Kosovo-Albaner aus dem
    Land treiben. Zum Beleg lieferte Scharping den Journalisten die passenden Fotos.
    Die Bilder gingen durch die Presse und sorgten für Stimmung für einen deutschen
    Kriegseinsatz. 78 Tage führte die NATO dann Krieg gegen Jugoslawien – nicht nur
    mit Bomben. Von Beginn an ging es auch darum, wer die ‚richtigen‘ Begriffe besetzte
    und die ‚besseren‘ Bilder besaß.
    Mit Bildern aus Kriegsgebieten hatten die Monitor-Redakteure Mathias Werth und
    Jo Angerer ihre Erfahrungen. Bereits in der Berichterstattung zum Golfkrieg konnten
    sie für Monitor Fälschungen aufdecken. Über zehn Jahre arbeiten die beiden als
    Team zu Themen der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Als der Kosovo-Konflikt
    sich zuspitzte, berichtete Jo Angerer in Deutschland, Mathias Werth konnte in
    Moskau die russische Sicht der Dinge verfolgen. Es gab unterschiedliche Wahr-
    nehmungen und unterschiedliche Betroffenheit. Auf zahllosen Pressekonferenzen
    informierten Politiker und Militärs die Öffentlichkeit. Bereits während des Krieges
    gab es erste Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Stellungnahmen…“
    https://www.youtube.com/watch?v=MYcRjHX50og

    • Das weiß ja mittlerweile jeder ,der es wissen möchte. Da brauche ich keinen Daniele Ganser dazu ,der mit Vorträgen Geld verdient und sich gebärt wie ein Popstar.Zu dem Thema gibt es gute Bücher von Leuten,die dafür eingesperrt wurden.Wie der Autor des Buches“In unseren Himmeln kreuzt ein fremder Gott“
      Vielmehr sollte man die Gegenwart beleuchten-Einsätze wie in Mali,was nichts anderes ist als moderner Kolonialismus,denn in Mali gibt es Vorkommen an Gold,Uran etc. Erwähnt der gute Mann davon etwas in seinem Vortrag.

    • Neja,ich sprach in der Mehrzahl. Aber eigentlich meinte ich den Autor von „In unseren Himmeln kreuzt ein fremder Gott“ ,Alexander Dorin . Dieser wurde 2015 ? wegen nebulöser Vorwürfe aus seiner Wohnung verschleppt und eingesperrt .

      Tja,und der Rebell Ganser hält Vorträge in großen Hallen-es sei ihm gegönnt,aber doch irgendwie seltsam und naiv.

    • Padma28

      Was seltsam ist, ist es, wenn jemand mutig nach vorn geht, privat viel eingesetzt hat und dieses dann noch in Frage gestellt wird. Anscheinend kennen Sie Herrn Gansers kompletten Einsatz für die Wahrheit nichts.Macht nichts, Kritiker sollen ruhig zu Wort kommen, dass hält sie so schön von Handlungen ab.

    • Padma28,

      schön daß sie alles das, was Herr Ganser in seinem Vortrag ansprach, bereits kennen. Aber vielleicht sollten sie bedenken daß dies nicht bei jedem der Fall ist.

      Ihr Vorwurf beinhaltet daß ein aktueller Bezug fehlt. Dieser ist aber mehrfach vorhanden, siehe ISIS, siehe Syrien.
      Der historische Bezug, der völkerrechtswidrige Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien, verdeutlicht die Zeitlosigkeit der angewandten Techniken.
      Weiter unten lassen sie sich über die UNO aus. Die Mängel der UNO werden im Vortrag recht früh zur Sprache gebracht.
      Seltsam auch daß sie Herrn Ganser vorwerfen, noch nicht verschleppt und eingesperrt worden zu sein.

      Anstatt Defätismus zu verbreiten sollten sie sich über das zusätzliche Programm freuen.

    • Box,wenn Herr Ganser sagt,dass Deutschland aus der Nato aussteigen sollte,dann bringt das zu recht viel Beifall und
      Schulterklopfen. Aber natürlich müsste er wissen,dass das niemals passieren wird.Denn dieselben Kreise,welche von der Nato profitieren und diese kontrollieren,kontrollieren auch diese Regierung. Und es ist unwahrscheinlich ,dass die sich selbst auflösen.

      Vielmehr könnte er die Ursache sagen ,warum die Nato weiter existiert und warum die jetzige Uno so existiert.
      Würde das Land hier endlich einen Friedensvertrag bekommmen ,dann müsste sich die Uno auflösen und einem gleichberechtigten Völkerbund weichen.Denn die Uno existiert nur auf Grund der Feindstaatenklausel.
      Auch die Nato wäre dann Geschichte . Denn auf Grund eines fehlenden Friedensvertrages befinden wir uns mit über 50 Nationen im Kriegsrecht.Alles hängt praktisch daran.

    • Padma28,

      stimmt, oder auch nicht. Realpolitik beruht stets auf realen Machtverhältnissen. Gesetze, Verträge gelten heute und morgen wieder nicht.

      Ein Gedanke, wenn ich stets alles unversucht lasse, das nach meinem Ermessen geringe Erfolgsaussichten hat, dann kann ich damit auch gegen die Eigentumsfrage argumentieren.

      Im dem Sinne: „An den Besitzverhältnissen, daraus resultierend die Machtfrage, wird sich ohnehin niemals etwas ändern.“

      Danach richte ich nicht meine Handlungsweise aus.

      Die Moral ist entscheidend und dann können Ideen sehr mächtig werden.

    • Das kannte ich noch nicht-aber was möchten sie mir jetzt damit sagen?
      Es bestätigt doch das ,was ich sagen möchte,oder?
      Während der eine ein großes Publikum hat ,hat der andere,mit der unbequemen Wahrheit kein Publikum.

    • Padma28,
      „“In unseren Himmeln kreuzt ein fremder Gott““
      Kann – nach ihrer Meinung – ein Mensch, ein fremder Gott sein?
      + „… hat der andere,mit der unbequemen Wahrheit kein Publikum…“
      Denken sie, sie hätten zu wenig Publikum?

    • Was wissen sie ,was der Autor mit einem fremden Gott meint,der den Himmel durchkreuzt!?
      Vielleicht meint er fliegende Bomber,die die Demokratie bringen?

      Dostojewski hat ja auch einen Roman geschrieben mit der Bezeichnung“Der Idiot“
      Aber natürlich war der gemeinte Romanheld alles andere als ein Idiot.Haben sie das noch nicht begriffen-hat ihnen das noch keine Autorität erklärt?Gibt es darüber keine Show oder Internetauftritte?
      Ohne einen Lehrer kann man das gar nicht wissen!!!

    • Padman28,
      „… Vielleicht meint er fliegende Bomber,die die Demokratie bringen?..“
      Sie meinen, ein Mensch der Fähigkeit besitzt einen Bomber zu fliegen,
      wäre ein „fremder Gott“? Sie meinen eine „Demokratie“, wie sie sich in
      Amerika zeigt, wäre das Ziel von einem „fremden Gott“?
      + „… hat ihnen das noch keine Autorität erklärt?..“
      Sie meinen, eine Autorität wie Donald Trump, der noch nicht mal im
      Ansatz weiß, was „WATERBOARDING“ für eine Qual ist?
      + „… Ohne einen Lehrer kann man das gar nicht wissen!!!“
      Was Liebe, Frieden und Wahrheit bedeutet?
      Hier „Buddha: Worte der Weisheit“
      https://www.youtube.com/watch?v=gg_yEq775AI

    • Ich habe mit einem Trump nichts zu tun,-fragen sie ihren 40-Jährigen Jungspund-Rebellen im Anzug,der kann ihnen die Welt erklären. Komisch,dass das böse System ihm dann so widerstandslos die großen Hallen zur Verfügung stellt.Wie naiv sind Menschen eigentlich?

    • Der gute Aufklärer kam ja nicht daran vorbei,die Deutschen an ihre alte Schuld zu erinnern-zwar sagte er es nicht,aber übermittelte diese Botschaft mittels Bilder-ob das wohl der Botschaft der Liebe eines weisen Menschen wie Buddha entsprechen würde,wage ich zu bezweifeln. Das Erzeugen von Schuldgefühlen hat bestimmt nichts mit Liebe zu tun-das ist ein Frame im Frame .Aber die deutschen Michels applaudieren ihrem 40-Jährigen Welterklärer mit 80 jähriger Lebenserfahrung.

    • Padma28,
      „… die deutschen Michels applaudieren ihrem 40-Jährigen Welterklärer …“
      Wenn erstmals die Fan´s von Dieter Bohlen „applaudieren“!
      + „… Wie naiv sind Menschen eigentlich?..“
      Es gibt so naive Menschen, die glauben, ein „fremder Gott kreuzt am Himmel“
      obwohl es emotionslose Menschen sind, die nur einen Befehl ausüben.

  6. „Ein illegaler Krieg ist ein Krieg der ohne UNO-Mandat geführt wird“-so Daniele Ganser.
    Dann gibt es also auch legale Kriege,-das ist ja seltsam. Nach meiner moralischen Auffassung ist jeder Krieg illegal.

    Und diese UNO gründet auf der Feindstaatenklausel Deutschlands und hat etliche völkerrechtswidrige Kriege nicht verhindert-wie den gegen Libyen.Das ist kein gleichberechtigter Völkerbund,-diese UNO.

    Aber Hauptsache applaudieren-was verdient der Mann an einem seiner Vorträge?
    Dieses Geschäftsmodell mit dem Vorträgehalten greift immer mehr um sich .Das wird zur reinsten Popkultur.
    Aber was grundlegend neues oder dem Mainstream gefährliches wird nicht gesagt.

  7. Ganser spricht Klartext, den jeder versteht.

    Es ist unendlich traurig, dass die Herren Schröder und Fischer Deutschland wieder in den Krieg geführt haben, natürlich nur um zu helfen. Herr Fischer gehört schon allein für seinen völlig unangemessenen Auschwitz-Vergleich vor einen Gerichtshof.

    Gut wäre es, wenn möglichst viele Menschen gegen die aktuelle
    Kriegspolitik von Merkel, von der Leyen und Gauck (Verantwortung wahrnehmen) opponieren würden. Deutsche Soldaten haben im Ausland nichts zu suchen.

    Herrn Ganser ist zuzustimmen, wenn er sich für den Frieden und eine Stärkung der UNO einsetzt.

  8. Widerspruch. Es wird gar nicht mehr versucht, die „Kriege“, besser als Interventionsterrorismus beschrieben, „schmackhaft“ zu machen. Offenbar wurden sowohl „katalytische Ereignisse“ als auch angemessene Erklärungen oder gar PR-Kampagnen wegrationalisiert.

    Auf diese Weise kann eine westliche Regierung – siehe aktuelles Beispiel der Trump-Regierung – nicht nur Kriege und Interventionen schneller abwickeln als früher. Sonder sie kann endlich auch so effizient und komprimiert Diktatur betreiben wie es die verhassten Politbüros kommunisitischer Diktaturen einst vorgemacht haben. Wenn es nur um kurzfristige Aktionen geht wie etwa einen schnellen Einreisestopp etwa für iranische Greencardinhaber. Diese völlige Entrechtung von Leuten, die unverschämterweise aus einem Staat stammen, in dem die USA im Auftrag der Lobbyisten und ihrer Geheimbünde leider keine westliche Demokratie einführen kann, und dennoch noch irgendwelche Rechte in Anspruch nehmen, lässt sich einfacher durchführen, wenn man den Erklärungsprozess einfach ausfallen lässt. Die Erklärungen könnten die Bürger verunsichern.

    Dass Sie ausgerechnet den erfolgreichen Jugoslawien- und Kosovo-Einsatz hier skandalisieren, wundert mich nicht nur wenig. Es gibt wahrheft größere Skandale. Albanien musste wirklich aus der kommunistischen Diktatur geholt werden und der kroatische/serbische/bosnische Nationalismus musste in der Tat abgemildert werden. Der Balkan ist ein echter Erfolg der westlichen Politik.

    • Deutschland muss gerade jetzt in der NATO bleiben. Trumps Regierung will offenbar die westliche Welt spalten und in eine Kopie des Nahen und Mittleren Ostens verwandeln, wo „jeder gegen jeden“ ist (in der Tat bombardiert Saudi-Arabien z.B. von den USA assistiert nicht etwa Israel, sondern den islamisch geprägten Jemen).
      Erste Anzeichen gibt es bezüglich Mexiko, wo dem schwachsinnigen Mauerbauplan nun eine MILITÄRISCHE Interventionsandrohung folgt:
      „https://www.theguardian.com/us-news/2017/feb/02/bad-hombres-reports-claim-trump-threatened-to-send-troops-to-mexico“

      Die westlichen Politiker brauchen Besonnenheit und den Erhalt von allen Bündnissen, darunter die EU, die ausgeweitet werden sollte, und natürlich die NATO. Die USA haben ihre Bündnispflichten einzuhalten, und wir haben unsere Bündnispflicht gegenüber den USA einzuhalten (und dafür zu sorgen, dass diese nicht wieder mißbraucht werden wie nach 9/11).

      Die NATO hat Deutschland enorm geholfen, das Bündnis zwischen Deutschland und den USA ist eine beispiellose Erfolgsstory. Deutsche sind privilegiert, Deutschland gehört zu den wenigen Staaten der Welt, die derart gut mit den USA stehen. Auch z.B. Israel steht weit schlechter da diesbezüglich.
      Die USA sind ‚in trouble‘. Nun sind die Europäer an der Reihe, den USA über diese Phase zu helfen, durch vernünftige, moderate Politik, so wie es die USA 1945 getan haben und damit Deutschland einen historischen gefallen getan haben.

    • Ja, Veganislove, es kam mir auch so vor, als ob Thatsit’s Kommentar Satire wäre.

      Thatsit: Ich beleuchte nur mal EINEN anderen Ausschnitt. Nämlich China. Allein die Bevölkerungszahl-Differenz von 1,35Mrd 0,3Mrd lässt die statistische Wahrscheinlichkeit zu, dass die USA in die Bedeutungslosigkeit versinken werden, zumal in China die Ein-Kind-Policy gelockert wurde, was einen weiteren hohen Zuwachs der Menschen dort auslösen wird.
      Das NATO-Geblubber ist sinnlos. Die braucht niemand. Dass die USA „in trouble“ sind, ist Folge einer jahrzehntelangen Arroganz, die ich für meinen Teil nicht mehr unterstütze.
      Ich habe keinen Bock mehr auf ein „Bündnis“ gegenüber einem immaginär kostruierten „Feind“. Ich genieße lieber die unzähligen Köstlichkeiten aus dem Reich der Mitte. Sollte der „Bündnisfall“ ausgerufen werden, verabrede ich mich mit Veganislove, und wir werden kulinarisch schlemmen was das Zeug hält. Jeder auf seine Weise. Der Krieg muss dann solange warten…

    • @Thatsit:

      Das Spiel mit der Angst scheint ihnen nicht fremd zu sein, wie?

      „Wir brauchen die NATO! Verlieren wir die NATO, dann bricht hier alles auseinander!!!“ – Billige Polemik!

      Die NATO ist ein Relikt aus dem Kalten Krieg und als solche Friedens-gefährdend, da zu USA-dominiert. Russlands aggressives Verhalten lässt sich auf aggressive NATO-Osterweiterungen zurückführen. https://www.youtube.com/watch?v=AqWK7TpXPbM

      Bündnisse: Okay! Die brauchen wir. Aber wer mit wem? Und zu welchem Zweck? Wenn die Sicherheit der einen zur Unsicherheit der anderen wird, dann sehe ich keine Stabilität, tut mir leid.

      „Die USA haben ihre Bündnispflichten einzuhalten […]“
      Ein Blick auf die US-Außenpolitik zeigt: die USA halten sich nur an das, was sie wollen; siehe Gründung/Ratifizierung des Internationalen Strafgerichtshofes und den darauffolgenden illegalen Krieg in Irak, 2003. Mit einem Land, welches sich dermaßen verhält, bin ich nur sehr ungern im selben Bündnis.

      Und das ist dermaßen unverständlich, denkt man an das positive Potential, welches in der amerikanischen Gesellschaft existiert, welche Leute wie z.B. Martin Luther King oder Noam Chomsky hervorbringt… (das war ein Antiamerikanismus-Disclaimer, sorry; das musste jetzt sein…)

      Ich wünsche mir ein Bündnis von Ländern, welche im Einklang mit den Richtlinien der UNO entscheiden und handeln und den Internationalen Strafgerichtshof voll anerkennen. Das wäre in meinen Augen eine Schritt in Richtung „Besonnenheit“, ganz besonders dann, wenn es um soetwas wie ein Militärbündnis geht.

      Aber vielleicht ist ihnen das ja zu links, wo sie doch so ein großer Befürworter des Regime Changes zu sein scheinen…

  9. Ethnie = Religion? Bosniake = Muslim? Serbe = Orthodox? Lieber Herr Ganser, das passt nicht. Außerdem, wieviele (Ex-) Jugoslawen sind wohl Agnostiker, Atheisten etc.? An dieser Stelle ist Ihre Analyse leider sehr ungenau. Anonsten: Sehr treffend. Danke.

    • @ hj_allemann

      ich meine verstanden zu haben, dass der Hebel zur Spaltung entlang der Ethnie als auch der Religion angesetzt wurde….. von daher passt es doch…..

      Kroaten überwiegend Katholisch : Serben überwiegend Orthodoxe Christen : Boniaken überwiegend Moslems
      Kosovaren auch überwiegend Moslems

      in Slowenien, Mazedonien und Montenegro, weiß ich jetzt ad hoc nicht wie da die religiösen Verhältnisse sind….. Slowenien dürfte ebenso Katholisch sein wie Kroatien und bei den anderen beiden dürften die Verhältnisse gemischt sein…..

    • Das sind gemachte „Größen“, derer sich die Soziologie aber auch die Herrschenden bedienen, um Bevölkerungsteile auseinander zu dividieren.
      Es funktioniert wie „Rasse“, „Nationalistät“ usw. Alles gemachte „Unterschiede“ zwischen Menschen, die dazu genutzt werden eine Elite, den Staat, die Besitzenden, in ihrer Herrschaftsposition zu belassen, indem diese und ihre Handlanger auf die „Anderen“ verweisen, wenn es um Probleme geht, die eigentlich von den Herrschenden und ihrem Parasitentum ausgehen.

      Aber tatsächlich funktioniert das „divide et impera“ der römischen Eroberungsstrategen immernoch.
      Es wird daher auch keine bessere Welt für jene geben, die in den Vorstellungen von Gestern hängen bleiben.
      Entweder wir lassen die politischen Glaubensbekenntnisse los, die uns voneinander scheinbar trennen, oder wir sind dazu gezwungen ihre Widersprüche immer wieder auszubaden, immer wieder ihre schon gefällten Urteile zu vollstrecken.

      Was uns wirklich ausmacht, muss man anerkennen: Das Menschliche.
      Alles politisch religiöse ist dagegen nicht mal eine Patina – Staat, Eigentum, Rasse, Boss, König, Chef, Priester, Avantgarde, Führer, Recht, Volk, Nation – all das und tausende weitere Begriffe an die sich bestimmte Auffassungen klammern, existieren nur in unserem Kopf. Sie sind nicht wichtig.

      Unsere menschliche Art muss lernen, sich nicht weiter selbst zu zerfleischen. Nach all den widrigen Bedingungen und Feinden der äußeren Welt, bleibt uns nun noch diese große Prüfung unter uns das Konkurrenzverhalten als pathologisch abzustellen. Das Fortkommen unserer Art hängt davon ab.
      Zur Pathologie des modernen Menschen gehört nicht nur, dass er wahnwitzige Ideen hat, wie zum Beispiel dass der eine besser über den anderen entschiden könne, als dieser selbst, sondern auch, dass er sich diesen Ideen sogar dann unterwirft, wenn sie seinen Nachteil bedeuten. Sich selbst und andere zu versklaven, ist ein ganz wichtiger Punkt, der natürlich Herrschaft und Ausbeutung enorm erleichtert.

      Aus diesem Grund finde ich die „Übung“ die Daniele Ganser vorgeschlagen hat super!

      Achtet auf die eigenen Emotionen. Wenn der Chef zum Beispiel voller Samaritertum sagt: „Wir haben jetzt ganz viel schwere Arbeit für Sie!“ Dann ist es NICHT gesund, dass Sie sagen „Toll!“ Aber Innen drin an ihre schmerzende Wirbelsäule denken…
      Fragen Sie sich, ob das ihr Wirtschaftssystem ist, dass Sie a) einem anderen ausliefert, weil der „Eigentümer“ (Achtung Glaubensbekenntnis) von den Werkzeugen, Maschinen und Grundstücken ist und b) dass Ihnen nicht die Wahl lässt, weil ALLES nach dem Macht-Prinzip ausgerichtet ist.
      Die Konsequenz daraus ist nämlich, dass Sie nicht Ihre Emotionen und Ihre Bedürfnisse leben, sondern die des Eigentümers oder seiner Vertreter. Und genau ist es auch im Staat – wo das von Ken Jebsen bereits angesprochene Muster der pyramidalen Machtkonzentration herrscht, ganz egal wie man den Staat innerlich aufbaut – denn es gibt nicht nur IM Staat, sondern vor allem AUßERHALB des Staates – und gegenüber den Beherrschten hat der staat IMMER die Machthoheit, denn es gibt keine andere Möglichkeit für ihn sich und seine starre bürokratische Dogmatik im Leben zu bewahren außer der GEWALT.
      Der Staat ist nichts weiter als ein bürokratisches Erfassungs- und Schröpfungstool – Er lässt Sie nicht Sie selbst sein. Gesetze regeln Ihr Leben, nicht Ihre Emotionen und nicht Ihre Bedürfnisse.
      Aus diesem Grund entwickeln Sie auch keine Verantwortung, weil Verantortungs- und Ich-Gefühl miteinander in Zusammenhang stehen. Empathie geht flöten, wo die Wahrnehmung der eigenen Emotionen unterdrückt wird. Und wieso wird wohl die Wahrnehmung der eigenen Emotionen heute unterdrückt? Wir haben doch gar nichts davon – wieso macht man sowas mit sich selbst?
      Weil die abstrakten Aufstiegs-, Gehorsams- und Erfolgsbegriffe uns dazu verleiten. Wir bekommen dieses entfremdete Leben von unseren Eltern vorgelebt, es wird im Kindrgarten aufgegriffen, in der Schule bekommen wir es mit: Der eine Lehrer ist total beflissen, wenn es um Verweise und Strafen geht, aber beugt demütig den Kopf vor dem Direktor – das lernen wir alles – wir lernen das uns das prägt uns.
      Das größte Großmaul im Betrieb, der schlimmste Schinder unter den Vorarbeitern ist dem Chef der größte Stiefellecker – und kommt damit durch. Das merken wir uns und werden auch so – wir treten nach unten und bücken uns hoch.
      Und diese Art zu leben steckt tief überall drin:
      In der Wirtschaft, die als die Herrschaft der sogenannten „Eigentümer“ beschrieben werden kann und damit die Versklavung der sogenannten „Armen“ bedeutet.
      In der Politik, die aus dem Zwischenmenschlichen herausgerisen wurde und in die Hände weniger sogenannter „Politiker“ gelegt wird. Das bedeutet die politische Unmündigkeit all jener, die keine „Politiker“ sind.
      In der Kultur, die von religiöser Dogmatik zersetzt wird und die sich nicht frei entfalten kann, weil allerorts die Schröpfung der Untertanen ansteht, die ihnen die Zeit für Kultur raubt. Betäubt werden sie mit mechanisierten, vorgeformten, geistig minderwertigen „Gebeten“, Glaubensbekenntnisse, die man alle schön zusammenfassen kann, in dem Glauben an die eigene Schwäche und Unfähigkeit, respektive die Allmacht von irgendeiner abstrakten Vorstellung, wie „Staat“, „Gott“, „Nation“ – Das alles ist auch Framing, welches wir von bspw. den politischen Philosophen des aufstrebenden Bürgertums übernommen haben.
      Thomas Hobbes formulierte „Der Naturzustand der Menschen, bevor man sich zur Gesellschaft vereinigte, war Krieg; und dieser nicht in gewöhnlicher Weise, sondern als Krieg aller gegen alle.“
      Er meinte mit Gesellschaft den Staat – das sind bei ihm Synonyme.
      Heute aber weiß man, dass sich bereits die Vorstufen des Menschen zur Gesellschaft zusmmenfanden und zu Gemeinschaften – dass sie keineswegs, wie wir es durch das Streben nach Macht gelernt haben, im „Krieg“ gegen einander waren – Individuen gegen Individuen, das wäre gar nicht möglich gewesen, der Mensch hätte sich in kurzer Zeit ausradiert.
      Aus diesem Grund handelt es sich hierbei NICHT um Aufklärung und NICHT um eine Erkenntnis, SONDERN um die Grundlagen eines politischen Glaubensbekenntnisses.
      Dieses Glaubensbekenntnis steht im Widerpruch zur Realität und kann deshalb nur weitere Widersprüche mit der Realität zu Tage fördern, und das tut es ja auch – sehen wir ja heute. Der Staat bedroht die Gesellschaft, der hält sie militärisch und wirtschaftlich gefangen.

      Wenn wir Kriege in Zukunft verhindern wollen, dann müssen wir es selbst sein, die unser Leben in die eigene Hand nehmen: Wenn wir Organen der Herrschaft und damit der Vermassung die Macht über uns gewähren, dann werden diese Organe früher oder später Kriege anzetteln. Denn Krieg kostet sie nichts – sie verdienen dran, wir sterben.
      Krieg aber ist nur die Spitze des Eisbergs, unser entfremdetes Leben ist der gigantische Kegel darunter…

      Ich halte nichts von einer Friedensbewegung, die die gesellschaftlichen Entwürfe derer übernimmt, die die Kriege führen. Wer als Friedensaktivist dem gleichen Staat und dem gleichen Machtprizip huldigt, wie diejenigen die die Kriege führen, der wirkt nicht glaubhaft.

      Welches soziale Gegenmodell zur Organisation der Gesellschaft hat also die Friedensbewegung in petto? Welche Umstrukturierung soll den Frieden sichern und die IMMER zum Krieg und zur Unterdrückung neigende Macht der Wenigen in die Souveränität Aller umwandeln?

      Ein Friedensaktivist, der mir weismachen will, dass der Unterschied zwischen Krieg und Frieden Kohl oder Schröder ist, der wirkt auf mich ein wenig kurzsichtig… denn hat Schröder wirklich die militärischen und bürokratischen Vorstufen des Krieges alleine vorbereitet? Oder haben die nur geschlummert, ready to go? Dann sollte man sich fragen, ob es vielleicht doch keine Frage der Machthaberpersönlichkeit ist, sondern der staatlichen Macht an sich…
      Zu ihr gehört einfach das Militär. Krieg ist der Einsatz dieses Militärs nach außen. Warum hat ein Staat in Friednszeiten ein Militär? Weil das Militär nicht nur dazu da ist, nach Außen eingesetzt zu werden: Wenn wir alle mal keine Lust hätten auf Ausbeutung und Banken, Lohnsklaverei und das alles – dann würde sich der Staat bis ihm kein Soldat mehr gehorcht, oder bis alle Gegener tot am Boden liegen „selbst verteidigen“.
      Militär ist also auch nach Innen in kriegerischer Absicht unterwegs.
      Der Staat hält uns also die Pistole vor die Brust UND den Menschen jenseits der „Grenzen“.

      Aber nochmal die Frage: Welche nicht-machtpyramidale Gesellschaft schwebt den Friedensaktivisten vor?

  10. Daniele Ganser setzt mit diesem Vortrag ein klares Zeichen. Widerstand gegen Krieg und eindeutige Stellung für den Frieden ist just in diesen Tagen der Verwirrung bitter nötig.
    Für Frieden sind wir alle.
    Doch wie soll der Widerstand aussehen?

    In Deutschland herrscht noch die „uns geht es gut“-Stimmung. In den Nachbarstaaten geht es den Menschen ans Eingemachte sowie Existenz und sie haben nichts mehr zu verlieren und daher sind deren offenen Proteste auch so zahlreich. Doch diese werden immer überschattet von Gewalt.

    Primär geht es nur wie Daniele sagt, wenn wir friedlich bleiben.
    Doch sobald wir dieses Spiel im System mitmachen, also nach dessen Regeln tanzen, wird es nicht funktionieren.
    Wenn wir für Demonstrationen anmelnden müssen und uns dann im offenen Austausch mit den Sicherheitsbehörden gegenüberstehen, ist das Risiko von Infiltrierung, Provokation sowie Gewalteskalationen von beiden Seiten immens groß.
    Wenn wir ehrlich sind, haben sowohl Sicherheitsbehörden als auch Demonstranten kein Interesse vor Ort zu sein und die jeweilige Seite einen Schaden zu zufügen.
    Und wenn Menschen aus den unterschiedlichen Winkeln der Republik nur einmalig zu einem Großausruf, z.B. nach Berlin, zusammenkommen, ist das auch nicht das Wahre. Wir unterstützen weiterhin das ausbeuterische System durch den Geldfluss und belasten die Umwelt durch die erforderliche Mobilität.
    Weiterhin ist es auch Gesundheit nicht förderlich bei schlechtem Wetter draußen zu verharren.
    Die einzige logische Konsequenz ist, wenn wir zum Widerstand aufrufen und alle kollektiv für einen längeren Zeitraum unsere Lohnabhängigkeit niederlegen, sprich z.B. für eine Woche unsere Tätigkeit in allen öffentlichen Arbeitsbereichen einstellen. Hierbei dürfen wir nicht den Fehler machen uns auf die Gewerkschaften verlassen, diese sind Teil des Systemspiels geworden. Wir müssen selber unsere eigene Gewerkschaft des Friedens werden.

    Was ich meine ist, Wissen, Technolgie sowie Vernetzung für die meisten sind bereit gestellt, sie wartet nur darauf genutzt zu werden. Mit der digitalen Vernetzung können wir uns alle in Echtzeit gegenseitig bestärken und unseren Widerstand hochschaukeln.
    Wenn wir jetzt einfach zum Widerstand aufrufen und alle kollektiv einverstanden sind für einen längeren Zeitraum einfach bei seiner Familie sowie Freunde diese Widerstandszeit zu verbringen, nehmen wir dem System die ganze repressive Energie und keiner kommt zu Schaden. Die Machtbessessenen werden zwar weniger Freude daran haben.

    Die Wette ist dann, wer hat den längeren Atem!?!

    • Zum Widerstand aufrufen, vor allem die Lohnabhängigen ermuntern dieses zu tun, wäre im Grunde wirksam, erfordert aber sehr viel Mut. Herr Ganser ruft dazu auf mutig zu sein, nur wer es einmal wagt solchen Vorschlag vor zubringen, ich meine im privaten Bereich, der wird bemerken, die Angst geht um.Angst davor es würden zu viele Unwissende die nieder gelegte Arbeit übernehmen und sie weiterhin durch führen, die Streikbrecher, ein Teil der Bevölkerung der sich gegen die Streikenden lautstark äußerten, ermutigt nun wirklich nicht!.Das Vertrauen der Bürger ist nicht nur gegenüber den Politikern zerstört, sondern auch gegenüber der Gesellschaft, denn man hat sich zu lange als Konkurrenten betrachtet.Neidisch zu Löhnen geguckt, dem neuen PKW etc etc..Das „Wir“ müsste erst wieder wachsen, ein wagemutiges Unternehmen und es wird viel, viel Zeit kosten, und doch sehr wünschenswert sein!.

    • Sehr guter Beitrag!
      Bzgl des „wie“ – ich sehe das so: Die smarte Revolution sollte bei jedem per sofort los gehen. Warten auf die anderen war die letzten Jahre, und dass das nichts bringt, wissen wir ja inzwischen. So hatte ich zum Beispiel mich ständig krank schreiben lassen, sodass mein Arbeitgeber mich endlich kündigte. Somit entziehe ich dem Verbrecherstaat wenigstens einige der Mittel, die sie von mir bisher bekamen, um ihre Machenschaften zu finanzieren. Ich habe mich als Kleinunternehmer angemeldet und werde in meinem Lebensstil vorerst nur noch auf „Lowlevel“ leben. (Übrigens der bessere Beitrag zum Umwelschutz statt „Ökoprodukte zu erwerben) Desweiteren zahle ich keine GEZ und die Sache mit der Einstellung der Steuerzahlungen bin ich gerade am abwägen…
      Weitere Möglichkeiten sind:
      – weitest gehend Autarkie anstreben
      – zu Freunden oder Bekannten aufs Land gehen und helfen, deren Äcker zu bestellen
      – benötigte Sachgüter oder Lebensmittel möglichst tauschen statt kaufen (Mehrwertsteuerentzug)
      – Konsumreduktion
      – strikte Vermeidung von Wegwerfkonsum
      – Abstrafung der unmoralischsten Unternehmen, wie Monsanto, Nestle, Bayer & Co durch strikte Vermeidung aller Produkte an denen sie verdienen
      – Klagen gegen Unrechtsmässigkeiten in jeder Form und gegen die Menschlichkeit (der Phantasie sind da kaum Grenzen gesetzt)
      – …
      Nur mal so als Anregung, denn es ist höchste Zeit, die Revolution nun friedlich zu tätigen. Dass nicht jeder gleich alle solcher Maßnahmen des Energieentzugs durchzusetzen in der Lage sind, ist recht wahrscheinlich. Aber je mehr wenigstens etwas im Rahmen ihrer Möglichkeiten tun, desto besser.

      Und ach, den längeren Arm haben wir, nämlich der eigentlich produktive Teil der Gesellschaft. Dann werden auch deren Paläste über kurz oder lang zu Ruinen verfallen! 😉

    • Anette hat voll Recht! Sehe ich genauso.
      Man kann zum Aufbau des Klassenbewusstseins persönlich viel tun: Gegenseitige Hilfe. Das kann von mitgebrachtem Kuchen über Babysitten und die Vermittlung von Jobs usw. gehen.
      Ich persönlich hatte schon einige Male im Leben ein echtes Hochgefühl, wenn ich es geschafft habe, Arbeitslosen eine Arbeit zu vermitteln, BEVOR sie in die Fänge des sogen. „Arbeitsamtes“ geraten sind. Das wird nicht so schnell vergessen! Dann immer gut, wenn man auf der Arbeit den anderen zur Seite steht, sie aber auch durch Inanspruchnahme ihrer Angebote zu mehr motivieren. Loben, Danken, Motivieren.
      Wenn man im Betrieb unter den Kollegen einen guten Stand hat, dann sollte man immer dafür sorgen, Außenseiter miteinzubeziehen. Es sollte keine Außenseiter geben. Unbeliebte Vorgesetzte sind meistens durch Einigkeit von Unten loszuwerden: Wenn alle zusammenhalten, dann kann man mit großen Kotzbrocken schnell fertig werden: Zum Beispiel durch Bummelstreik oder Dienst nach Vorschrift. Das sind so möglichkeiten, die man erzieherisch einsetzen kann: Bei besonders strengen Vorgesetzten einfach selbst besondere Strenge an den Tag legen. „Also tut mir leid, aber hier kann ich die Waren nicht abstellen, hier ist ein Notausgang! Ich werde das mal an den Direktor weiterleiten…“ usw. Bei Vorgesetzten, die gut sind, die keine Ausbeuter sind (Soll es auch geben) kann man ebenfalls schon mal lockerer sein – das Leben im Betrieb wird dann entspannter und man schafft sich vielleicht auch Verbündete in bestimmten wichtigen Positionen.
      Aber man darf dann nie erwarten, dass die dann für einen die Kohlen aus dem Feuer holen – das muss alles Sache der Belegschaft bleiben, die in gemeinsamen Strategien dafür sorgen müssen sich selbst Stück für Stück zu befreien.
      Am Ende könnte die Übernahme des Geschäfts durch die Belegschaft und die Weiterführung der Produktion in einer anderen Weise ohne Vorgesetzte weiterlaufen, so, dass die „Politik“ im Betrieb wieder Sache derer ist, die sie auch tatsächlich betrifft.
      Hierzu will ich Veröffentlichungen empfehlen:

      Veith „Die anarcho-syndikalistische Gewerkschaft“
      https://www.syndikat-a.de/index.php?article_id=2&cat=3959&prod=3749

      Grau-Maiwald „Betriebsausfall“
      https://www.syndikat-a.de/index.php?article_id=2&cat=3987&prod=3796

      Grau-Maiwald „Aus dem Takt“
      https://www.syndikat-a.de/index.php?article_id=2&cat=3987&prod=3800

      Grau-Maiwald „Aus dem Schatten treten!“
      https://www.syndikat-a.de/index.php?article_id=2&cat=3987&prod=3809

      Broschüre als .pdf
      https://hoodbooks.files.wordpress.com/2013/09/betriebsfibel.pdf

    • Spontan kam mir da eine Idee!
      Schleichend Vorräte anschaffen, die Zeit spricht für uns…Ernten bewusst bevorraten, vieles kann eingefroren werden, etc etc…und anschließend kauft niemand 2 Wochen mehr ein…Beispiel…Stichtag Juni 2017.Ein Schritt nach dem anderen.Zuvor schon beginnen…wer kann,weshalb nicht?
      Einen guten Nebeneffekt würde das haben, immer mehr Bürger werden dadurch mit der Politik konfrontiert…und vor allem wer?Frau Müller mit Frau Meyer usw usf..Das Thema wird gewechselt, von was koche ich heute, hin zu wo/wie könnten wir noch mehr Einkäufe einsparen, ein ganz kleines bissche mehr Solidarität, weil man spricht wieder miteinander!!!
      Dafür zu werben dürfte kein großes Problem sein…jedenfalls nicht für Interessierte..Schnacker muss man nicht versuchen zu überzeugen…

    • nuevo1

      Wenn man erst einmal in Schwung kommt, sprühen die Ideen.Nur warne ich vor einer Euphorie und bedenke alle Erfahrungen, die man bisher gemacht hat.Geld, der € hat so viel Macht über viele Menschen, sie werden davon beherrscht und lassen für jeden erneuten Einkauf alle Moral fallen und das wissen die Chefs..
      In Firmen reicht ein einziger Verräter, der denen nach Oben alle Vorhaben, Tätigkeiten meldet…und schon wird man mit einer Entlassung konfrontiert.
      Das hat nichts mit Schwarzmalerei zu tun, sondern mit dem Alltag, den ich persönlich schon 3 Jahre erlebe , denn 2 meiner Vorgänger warfen das Handtuch!

  11. Höchst interessant wäre es, würde man eine Diskussion über diesen Vortrag los treten, denn so frei, ehrlich, wie die Mahnungen an die Deutschen ausgesprochen wurden, ihnen Mut gemacht, die Aufforderung mutig zu werden, gab es noch nie!
    Doch wie reagieren die Deutschen, wenn sie ertappt werden, weil ihnen vor Augen geführt wurde, wie jämmerlich uns unsere Politiker manipulieren?
    Die größten Menschen verachtenden Politiker, wie Schröder, Scharping, Fischer sind durch Schäuble, Merkel, Gauck, Steinmeier und wie sie alle heißen, ersetzt worden und die werden wieder gewählt?!
    Auffallend ist auch die Reaktion auf diesen Vortrag…Hätte Herr Ganser sich Frankreich, jedes beliebige andere Land vor genommen, man hätte diese Länder schriftlich auseinander genommen.Was aber nicht geht, denn für das gemein gefährliche USA Imperium ist Deutschland wichtig, welches bis heute nur für Vernichtung bereit steht, es führt seine Kriege weiter., doch jeder Wissende, der nicht aufsteht, duldet Gewalt, sogar sich selbst gegenüber…Man kann sich für Deutschland nur weiter schämen.
    Möge Herr Ganser gesund bleiben…und nicht nur er!

    • Liebe Annette,

      Ihr Engagement ist wirklich beneidenswert. Aber ich fürchte Sie verlangen zu viel von ihren Mitmenschen. Betrachten Sie nur die Menge der Menschen, die hier mitlesen, geschweige denn kommentieren. Betrachten Sie die Wähler der Linken. Gegen die 62 Mio. Wahlberechtigten in Deutschland ist das nur ein Tropfen auf den berühmten Stein.
      Die Masse, und das sage ich nicht abwertend, ist zu bequem und zu ignorant, um sich mit der Realität auseinanderzusetzen.
      Sie kennen ein paar Mitstreiter, ich kenne ein paar. Aber wir sind in der Minderheit. In der Demokratie entscheidet aber die Mehrheit. Die meisten Menschen wollen von den Problemen nichts wissen. Sie wollen sich nicht damit auseinandersetzen.
      Menschen wie Herr Müller, Herr Ganser, Herr Wimmer, Herr Jebsen und viele andere mehr, versuchen die Menschen aufzurütteln. Sie bringen ihnen die Tatsachen näher, aber welchen Einfluss hat das? Ändert sich wirklich etwas? Der Einfluss und die Macht der Bilderberger ist um ein vielfaches stärker. Die Menschen werden täglich von den Journalisten der Mainstreammedien konditioniert. Die Meinung der Bilderberger wird täglich über TV, Radio, Zeitungen und Zeitschriften verbreitet. Radiosprecher, TV-Moderatoren, Zeitungredakteure sind Pressesprecher der Bilderberger.
      Die Arbeit von Müller, Wimmer, Ganser und Jebsen in allen Ehren. Aber es ist so, als wenn man mit Mäusen gegen Panzer kämpfen würde. Die Auswirkungen sind so gering, dass die Bilderberger es nicht mal für nötig halten, die Veröffentlichung der Wirklichkeit zu unterbinden. Wenn die genannten Herren, den Mächtigen tatsächlich einmal gefährlich werden könnten, dann werden wir nichts mehr von ihnen hören und sehen – und zwar endgültig. Davon darf man ausgehen!
      Nichtsdestotrotz finde ich ihre Arbeit und auch Ihr persönliches Engagement bewundernswert.

    • Ichweißnichts,

      natürlich haben Sie recht.Meine Aussagen scheinen als Erwartung an andere verstanden worden zu sein, dem ist nicht so, sondern mir selbst Mut , Durchhaltevermögen zu zusprechen, um nicht an den , egoistischen, sich jedem Wissen bewusst entziehenden Bürgern ,verzweifeln zu müssen.
      Das wir in der Minderheit bleiben werden, kaum etwas verändern können, ist wohl jedem verständlich.Was aber bleibt, man kann vor sich selbst gerade stehen, man hat es zumindest lange, sehr lange versucht hat.
      Nur, wenn jemand am Ertrinken ist, fragt man sich als Schwimmer auch nicht, schaffe ich es bis da hin?Man springt…oder doch nicht????

    • Nachtrag…
      „Die Arbeit von Müller, Wimmer, Ganser und Jebsen in allen Ehren. Aber es ist so, als wenn man mit Mäusen gegen Panzer kämpfen würde.“

      Auch das ist richtig und wird niemals zu verstehen sein, wieso wir nur Einzelkämpfer haben..So tief sitzt die deutsche Mentalität?…Ich hoffe ich irre mich…weil ich immer noch glaube, sie allesamt haben noch etwas in petto !!

  12. Bisher hatte ich Ganser eher nur neutral, „schlimmstenfalls“ höchstens zweideutig zynisch gesehen. Hier allerdings zum ersten Mal auch mit mehrmals offen ausgerufenen Aufforderungen zum handeln. Ich meine, man merkt ihm recht gut seine Ohnmacht gegenüber der heutigen Weltlage an und darüber, daß trotz vieler schon vorhandener und verbreiteter Erkenntnisse, die Menschen immer noch wie Lemminge funktionieren. Mit dem dazu verwendeten Fingerdeut auf die besondere „Deutschen Verantwortung“ benutzt natürlich auch er dieses von ihm oft besprochene Framing; aber (aus meiner Sicht) in sehr positiver Art und Weise, indem er die Menschen zur Gelassenheit und Wachsamkeit(!!!) aufruft.
    Ausgezeichnet, Daniele Ganser!

    ps: Herr Ganser sitzt auf meiner privaten Liste für den Welfriedensorden ganz oben! (Wenn das der arme Nobel wüsste, wieviel Wert sein Preis heute ist!)

    • Apropos Framing!
      Jeder, der diesen Vortrag gesehen, hat hat wohl nun verstanden, was das ist. Deshalb möchte ich, – Herr Ganser ist als Schweitzer nicht so tief drinnen – dass die deutsche, aber auch die europäische Friedensbewegung sich nicht immer wieder gegeneinander „framen“ lässt. Da werden der NSU Prozess und die Dönermorde, Brandanschläge und Lügenpresse-Rufereien, Brandbombenwerfer, RAF, Sozialschmarotzer, Bullenschweine,…usw. durch die Medien gejagt, daß es nur so rummst; aber wenn man sich wirklich einmal die Mühe macht, die Seiten (in die man sich gehetzt fühlt) einfach mal wechselt; es kommt nach meinen Gesprächen mit Menschen aus jeder „Strömung“ immer das gleiche raus: „Wir wollen einfach nur Frieden“. Ich denke, daß sollte Herr Ganser vielleicht etwas mehr betonen, dann gäbe es vielleicht sogar schon früher echten Frieden.

    • Ersetzen Sie einfach Ohnmacht durch Sorge…
      Die Friedensbewegung war nur ein ganz kleiner Teil , welches Herr Ganser angesprochen hat, seine Intension war es die Menschen wach zu machen…in diesem Fall vor allem uns…Nebenkriegsschauplätze aus seinem Vortrag hervor holen, damit würde man ihm nicht gerecht werden, denn er riskiert persönlich viel, glauben Sie nicht?

  13. Auch ich bin Dauergast bei Herrn Ganser’s Vorträgen. Er ist einer der wenigen universellen Vorbilder, die ich habe.

    Für mich war erschütternd, die Details dessen zu erfahren, welche Rolle Deutschland (bzw. seine damaligen Entscheidungsträger) aus der Sicht Herrn Ganser’s spielten.

    Erstmals vernahm ich beim Anhören einen Unterton bei Herrn Ganser, den ich so noch nicht wahrgenommen habe. Man hat das Gefühl, er ist richtig wütend, über das, was er herausfand.

  14. Wie ich sehe, bin ich nicht der Erste, der hier seinen Dank für diesen Vortrag niederschreibt. Dieser Dank geht an Ganser und an Kenfm.
    Ganser bringt es immer wieder, die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln anzuleuchten und immer wieder neue Aspekte der Manipulationen, denen wir ausgestzt sind, aufzuzeigen. Bisher war jeder Vortrag von ihm, den ich gehört habe, ein Gewinn.

  15. Ein wertvoller Vortrag, den besonders die jungen Leute sich ansehen sollten.

    Am besten hat mir gefallen, dass Dr. Daniele Ganser eine positive Welt zeichnet, die viele nicht mehr sehen.
    Hinter der Matrix ist die Schönheit und die Vollkommenheit dieser Welt.

    Weltuntergangsszenarien und Verzweiflung helfen Keinem.
    Diese Sichtweise macht Mut und schützt vor Depressionen.
    Danke!

    • Die Ältere sollten mit den Jungen reden, diskutieren, sie allein damit lassen reicht nicht, vor allem würde das wieder die Verantwortung abwälzen, denn das Gedankengut erhielten die Jungen doch bisher von Familie, Schule etc etc..

  16. Max Stirner wäre nochmal weiterführend.
    „Volk heißt der Körper, Staat der Geist jener herrschenden Person, die seither Mich unterdrückt hat. Man hat Völker und Staaten dadurch verklären wollen, daß man sie zur »Menschheit« und »allgemeinen Vernunft« erweiterte; allein die Knechtschaft würde bei dieser Ausweitung nur noch intensiver werden, und die Philanthropen und Humanen sind so absolute Herrn als die Politiker und Diplomaten.“

    • Begreifen wie man ein Volk hin zum Krieg führen kann, steht an erster Stelle , es hat nichts an Wichtigkeit verloren.Aber begreifen bedeutet auch sich auseinander setzen , nicht ignorieren zu wollen..

  17. „Diese Erkenntnis von Friedrich Wilhelm Nietzsche hat Folgen, wenn man sie wirklich versteht. Nach Nietzsche existiert das, was man Objektivität nennt, überhaupt nicht. Objektivität ist immer abhängig vom Standpunkt des Betrachters. Objektivität ist immer das Resultat eines Prozesses, bei dem die eigene Position und Meinung massiv zu dem beiträgt, was man später DIE Wahrheit nennt.“

    Nietzsche ist Klasse. Der hat den deutschen und preußischen Spießern und Nationaltrotteln mal ordentlich die Meinung gegeigt. Mutiger war nur Heinrich Heine.
    Schade, dass sich heute immer noch Nationalsklaven dem Land „der Dichter und Denker“ verbunden fühlen – wo doch diese Dichter und Denker das vielfach anders sahen und von diesen ahnungslosen Gefolgsleuten der Reichen einfach unter etwas summiert werden, dass sie kraft eines wachen Geistes verabscheuten. Nämlich die Deutschtümelei und ganz allgemein das staatliche Monopol als Fremdkörper im Leben der Gesellschaft.
    Ein kulturschaffender Geist erhält erst seine wirkliche Weihe, wenn er begriffen hat, dass er Kultur entgegen jedem blinden und dummen bürokratischen Kirchengebilde schafft – dass ein klaffender Widerspruch besteht, zwischen Staat und Religion auf der einen, und Kultur und Gesellschaft auf der anderen Seite.

    • Land „der Dichter und Denker“

      Dazu habe ich mal irgendwo eine schöne Parodie aufgeschnappt. Heutzutage leben wir im Land der „dichten Denker“.
      😀

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