“Das Sams ist still” | Von Adam Nümm

Ein Kommentar von Adam Nümm.

“Das Sams ist still” sagt es, zieht die Maske übers Gesicht und legt sich ins Bett. Eine bezeichnende Szene in der Corona Neu-Inszenierung des Klassikers am Atze Theater Berlin. Warum das Maskentragen auf der Bühne der Revoluzzer Geschichte sämtliche Zähne zieht und mir als Kulturschaffendem am Ende Tränen in die Augen treibt. Eine Betrachtung.

Los geht es mit einer Ansprache des Theaterleiters. Dieser ist sichtlich erfreut über die Anzahl der erschienenen Gäste. Die Veranstalung sei “ausverkauft”, wie momentan wohl sämtliche Kulturangebote Berlins – allerdings standen auch etwa nur ein Drittel der Sitzplätze zum Verkauf – aus Sicherheitsgründen. Erstaunlich finde ich eine Bemerkung, die er macht: er sei darüber ganz verwundert, dass sich so viele Menschen ins Theater “trauen würden”, damit habe er aufgrund der Gefahrenlage nicht gerechnet. Ausserdem bedankt er sich für das Vertrauen, dass die Menschen in das Theater haben und darin sich “hier nicht anzustecken”, er meint damit vermutlich das Hygienekonzept. Ein bisschen grotesk wirkt das schon, aber es ist nur der Auftakt zu einem denkwürdigen Theatererlebnis.

Der rote Faden geht rasch unter Masken verloren

Das Stück beginnt mit einem Musikstück – die Band macht ihre Sache ausgesprochen gut. Und auch die Schauspieler agieren größtenteils gekonnt und auf den Punkt – trotzdem will das ganze nicht so recht in Fahrt kommen. Der graue Herr Taschenbier, einer der beiden Protagonisten, singt und tanzt seine Sorgen – er hat es nicht leicht der Mann, so viel steht fest.

Unter seinem Kinn trägt er eine Corona Maske – zunächst halte ich das für einen Regie Einfall, um das ganze visuell im zeitgenössischen Kontext zu platzieren. Seinen vorläufigen Tiefpunkt hat das Stück dann allerdings sehr bald, als Herr Taschenbier auf das Sams trifft.

Plötzlich ziehen sich beide Darsteller die Masken hoch ins Gesicht, der darauffolgende Dialog wirkt infolgedessen blass und wie hinter einer Glaswand, man kann die neue Bekanntschaft der beiden Figuren emotional nicht nachempfinden, auch akustisch ist es schwierig zu folgen, da selbst gute Sprecher mit Maske schlecht zu verstehen sind. Das Stück driftet rasch ins Belanglose und wirkt hier und da jetzt auch ein bisschen beklemmend. Diese Beklemmung steigert sich ins Unangenehme, als das Sams in einer weiteren Szene sich die Maske – die von vielen nicht ohne Grund als Knebel interpretiert wird – ins Gesicht zieht mit den Worten “das Sams ist still” und sich schlafen legt.

Während ich versuche herauszufinden, welches Konzept hinter dem Einsatz der Masken auf der Bühne steckt, dümpelt das Stück trotz professionellem Einsatz der Akteure vor sich hin. Auch die tollen Slapstick Einlagen des Herr Taschenbiers können daran nichts ändern. Beim dritten Einsatz der Masken dämmert es mir: offenbar ist es eine Auflage der Behörde, die hier auf der Bühne Anwendung findet. Denn jedesmal, wenn sich die Schauspieler auf der Bühne etwas näher kommen, wird schnell die Maske vom Kinn über das Gesicht gezogen. Leider verstärkt sich durch diese Erkenntnis der Klos in meinem Hals. Behördentheater in Berlin – Bert Brecht würde sich im Grabe umdrehen!

Stück wird ad absurdum geführt

Die Geschichte des Sams ist ja im Kern eine Geschichte der Befreiung. Paragraphenreiter machen Herr Taschenbier mit Drohungen (wer würde da nicht den Bezug zur aktuellen Behörden Willkür ziehen) das Leben schwer, welcher – bis das Sams in sein Leben tritt – stets den bückling macht. Sein Leben lang hat er nicht gelernt aufzubegehren, für sich einzustehen, den Mund auf zu machen. Sein Chef, Herr Oberstein, drangsaliert ihn, wo er kann und auch seine Vermieterin macht ihm das Leben zur Hölle. Gefangen im Hamsterrad – das Sams ist eine moderne Geschichte über die Schwierigkeit, dem System zu entkommen. Umso schmerzhafter ist es, was hier dargeboten wird: man sieht nach Luft japsende Choristen, die sich schnell mal die Maske runterziehen, wenn es darunter während der Choreographie gar zu anstrengend wird, man sieht Verkäufer, die die Parolen des Kapitalismus hinter Masken skandieren

“Bei uns ist der Kunde König” – das wirkt selbst auf mich als Erwachsenem beängstigend dystopisch, für ein vierjähriges Kind im Publikum ist das durchaus harter Tobak, auch wenn er möglicherweise die Metaebene nur fühlt und nicht mitdenkt

Für die Regie scheint es kein Widerspruch zu sein, ein Stück über die Befreiung von der Last der kapitalistischen Arbeits- und Konsumwelt zu machen und dabei das große Symbol der Unterdrückung unserer Zeit, die Gesichtsmaske, nebenbei und per Dekret einer Behörde im Kulturbetrieb zu etablieren. Chinesische Verhältnisse? Hier liegt dann wohl auch die zentrale Frage: darf man es der Regie oder der Theaterleitung zu Lasten legen, wenn hier Behördenregeln auf der Bühne ausgeführt werden? Ja, man muss das sogar tun, denn wo kommen wir hin, wenn sich die Politik sich derart in die Kunst einmischt, die Kunstfreiheit beschnitten wird? Wenn es nur noch “richtig” und “falsch” geben darf und die Behörde bestimmt, welches dabei welches ist? Dem Autor dieser Zeilen ist bewusst, dass die Masken nicht für jeden ein Instrument der Unterdrückung darstellen, da viele BürgerInnen die Masken gern anziehen und möglicherweise sogar der PR aufliegen, damit etwas Gutes für andere zu tun. Gleichwohl muss man daraufhin weisen: das autoritäre Staatsgebaren ist seiner Natur nach undemokratisch. Würde es Theater in diesem Land geben, die ohne Masken spielen dürfen – dieser Text wäre nie geschrieben worden.

Die Hauptdarstellerin befreit sich am Ende

Kurz nach der Pause dann mein persönlicher Höhepunkt des Abends: die Band befreit sich, um Luft ringend, nachdem sie aus der Strassenbahn steigt, übertrieben deutlich von den Keimschleudern, ein schönes kleines Detail. Aber dabei bleibt es nicht: Eine echte Überraschung gelingt der Hauptdarstellerin, als sie, passend zu der Szene, in der Sie den Unterdrücker Direktor Oberstein in die Schranken weist, prompt einfach auf die Maske pfeift. Versehen? Absicht? Oder der Überschwang heroischer Gefühle, der sie kurz die “Sicherheitsregeln” vergessen lässt? Wie auch immer – die Darstellerin kommt ihrem Kollegen an dieser Stelle ganz nah – ohne Maske. Es ist ein besonderer Augenblick – ein Fest für jeden Freiheits-liebenden Theatermenschen.

Am Ende gibt es braven Applaus für brave Angestellte. Revolution geht – auch wenn es nur Fiktion ist – anders. Es gibt Blumen für das Team und – oh Wunder – plötzlich steht man dicht an dicht, ganz ohne Masken. Von derselben bereits genannten Schauspielerin kommt dann beim Schlussapplaus auch noch erfreulicherweise der Impuls, die Kollegen bei den Händen zu greifen. So, wie es früher – manch einer erinnert sich – mal “normal” war. Ich habe Tränen in den Augen. Die Frau ist sich treu, das spürt und sieht jeder im Saal, der sich für derlei interessiert. Fragt sich nur, ob man solch “gefährdende Tendenzen” in diesem Betrieb dulden wird. Sie wäre ja nicht die erste, die in dieser Krise aufgrund politischen Drucks zum Schweigen gebracht, bzw gekündigt wird.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 04. Oktober auf dem Blog Zeitenwechsel

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Danke an dem  Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle:  Gevorg Simonyan/ shutterstock

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17 Kommentare zu: ““Das Sams ist still” | Von Adam Nümm

  1. Na, die zwei machen es der Sado-Maso-Corona-Szene in Berlin nach.
    Ein weiterer Eindruck der Sado-Maso-Szene in Regierungskreisen; Merkel machts vor: https://www.berliner-zeitung.de/news/merkel-maskenpflicht-im-oeffentlichen-raum-fuer-corona-hotspots-li.110430

    Ich kann über Frau Merkel nur noch lachen. Die Frau kann ich nicht mehr ernst nehmen. Tut mir leid, aber die Frau macht sich extrem lächerlich bei mir. Sie redet so durchschaubar. Jede ihrer Aussagen lässt sich locker widerlegen.

  2. @ Wildenfelser: exakt richtig. Danke für Ihre Bemerkung.
    Es handelt sich um Indivduen aus der Troll-Fabrik. Bezahlte Schreiberlinge, die helfen, den Gesundheitsfaschismus auf den Weg zu bringen und dann am Leben bzw. gesellschaftsfähig zu erhalten.

    • Es mag ja der Fall sein, dass Sie soweit Kenntnisse haben, wer bezahlt ist oder nicht. Aber das ist ein selbstreferentieller Filterblasendiskurs, den da draußen kein Aas schert.

      Die einen glauben Drosten, die anderen eben Schiffmann, grob gesagt. Und dazwischen diejenigen, die immer der Mehrheit hinterherdackeln. 1917, 1933, 2020. Egal, mainstream sucks!

      Es gibt ja uch den alternativen Mainstream, jeder fühlt sich in seiner community bestätigt.

      Das alternative Sprekrtum schafft immer noch nicht den Brückenbau. Oder geben wir die Masse in Angst auf?
      Dann kommen irgendwann die anderen dran und dann werden die Ängstlichen spariert oder wir soll das werden?

      rnz.de/nachrichten/bergstrasse_artikel,-corona-flugblatt-schriesheimer-bekamen-post-von-bodo-schiffmann-_arid,561477.html

      Dieser Artikel ist zwar Lumpenjournalismus aus der Mentalgosse, aber er trifft auf Menschen mit Angst. Und diese ist real.

      Gestern beim Bäcker habe ich einen fetten Anschiss kassiert. OK, alte Schachtel, Schwamm drüber, dachte ich, die hat Angst vor dem Tod. Muss man vorsichtig sein, nicht dass die noch einen Herzkasper kriegt.
      Aber später in der Autowerkstatt dann ein Gespräch über die Maßnahmen und jüngere Menschen, die Angst haben, dass die eigene Oma umkippt.

      Was will ich sagen?

      Wir haben Menschen, die eine Bedrohung empfinden, die ich persönlich für absolut unbegründet halte.

      Aber wir haben diese Mitmenschen nun am Hals, wenn ich das so respektlos formulieren darf, was ich aber nicht bin, denn Angst ist ein Arschloch und das wird man mit ein paar Klicks und Interviews nicht los. Meine Erfahrung nach einem halben Jahr Menschen zutexten mit meinen Fakten.

      Man erreicht die Irrationalen nicht. Je mehr man auffährt, desto mehr igeln die sich ein.

  3. Berlin hat sich bereits vor Jahren schon zur Keimzelle der jetzt offen zu Tage tretenden Diktatur entwickelt. Geisel steht stellvertretend für eine ganze Armee von quasi SED-System treuen Lakaien, die in den strategisch wichtigen Positionen installiert wurden. Bestes Beispiel dafür ist diese Barbara Slowik (seit dem 10. April 2018 Polizeipräsident*in in Berlin und sie wurde auf betreiben von Geisel in Berlin installiert). Die Kaltschnäuzigkeit und Arroganz dieser Person hat sich deutlich bei der Versammlung für Frieden und Freiheit am 29.08.2020 in Berlin gezeigt. Dort wurden (wie auch ich und mein Sohn) tausende Versammlungsteilnehmer vorsätzlich eingekesselt, um einen Grund für das Aufheben des Versammlungsrechts zu provozieren! Dabei wurde vorsätzlich, zumindest aber fahrlässig, die Sicherheit und Gesundheit tausender Versammlungsteilnehmer in den Straßenschluchten gefährdet.

    • Hardliner in der Polizei

      Fritz Sack: Viele von diesen Eskalationprozessen … das ist die Dialektik zwischen dem, was manifest ist und dem, was latent ist und was man latent halten kann. In der Konfliktforschung geht man davon aus, insbesondere im Hinblick auf Konflikte zwischen Polizei und anderen gesellschaftlichen Kräften oder gesellschaftlichen Bewegungen, dass die Polizei immer Leute einstellt, die Hardliner sind. Die bereit sind, Regeln zu verletzen und Regeln zu übertreten und solche Dinge zu tun, zu eskalieren.

      Jede Polizei braucht jemanden, den sie nachher als Schwarzes Schaf hinstellen kann. In jeder Stiege von Äpfeln gibt es einen faulen – die Polizei stellt es immer so dar, als könne man das nicht vermeiden, dass da faule darunter sind. Aber diese faulen Äpfel, die braucht man dringend. Die haben eine bestimmte Funktion. Haben die bestimmte Funktion, solche Bedingungen herzustellen, die die Polizei zwar beklagt, die sie aber braucht – instrumentalisieren kann -, um ihre Arbeit effektvoll zu begehen oder zu gestalten.
      (…)
      Lizenz zur Gewaltanwendung

      Fritz Sack: Die Polizei hat die "Lizenz der Gewaltanwendung"3. Das ist eine alte Weisheit von Max Weber und anderen, die sagen eben, das Recht physische Gewalt anzuwenden, liegt exklusiv bei der Polizei. Das bedeutet natürlich, sie muss bereit sein, Gewalt anzuwenden, auch mit Lust und mit Überzeugung.

      Das geht so weit, dass die Anwendung von Gewalt in der Selbstrezeption gar nicht als Gewaltanwendung definiert wird, sondern als eine berufliche Verpflichtung und als eine Aufgabe, die man hat; dass das als Gewalt gar nicht erlebt wird, sondern dass es erlebt wird als eine staatsbürgerliche Pflicht, als etwas, das in ihren Händen etwas anderes ist, als wenn es von anderen Bürgern kommt.

      Meiner Meinung nach begründet der Scholz-Satz Verhalten … Er hat ja nicht rundweg abgestritten, sondern er hat gesagt, es gab einzelne Übergriffe, von einzelnen Polizisten. Aber wenn man von Polizeigewalt spricht, dann spricht man nicht von der Gewalt, die ein einzelner ausübt. Denn das ist etwas ganz anderes. Sondern man spricht von dem, was eben die Lizenz der Polizei zur Gewaltausübung genannt wird. Scholz hat abgelehnt, dass es eine institutionell vorgegebene Gewalt wäre. Er wollte die institutionelle Gewalt, die die Polizei als Institution hat, als friedliche Institution, die wollte er retten und nur eingestehen, dass es Überreaktionen gegeben hat. Den Begriff der "Polizeigewalt" könne man eigentlich nur verwenden in Bezug auf Ausrutscher, auf individuelle Übergriffe.

      Aus:
      "Die Herrschaft über die Wirklichkeit hat die Polizei"
      06. Oktober 2017 Olaf Arndt
      Gespräch mit dem Kriminologen Prof. Dr. Fritz Sack anlässlich der Ereignisse während des G20-Gipfels über Gewalt und Polizei
      (Telepolis)

      Und auch:

      Begriff der ,Gewalt´ gehört zum politischen Falschwörterbuch

      Als ,Gewalt´ werden Reaktionsweisen der Machtunterworfenen angesehen,
      Gewalt ist das, was einzelne (nicht staatliche) Täter begehen

      Nicht zur ,Gewalt´ zählen:

      – Gewalt durch staatliche Zwangs- und Sicherheitsorgane
      – Gewalt durch Zerstörung ökonomischer und ökologischer Lebensgrundlagen
      – Gewalt durch die systematische Erzeugung von Angst und Unsicherheit
      – Gewalt durch Verletzungen sozialer Menschenrechte
      – …

      > Die Folgen struktureller Gewalt werden auf das Individuum projiziert – individualisiert und pathologisiert. Dadurch wird strukturelle Gewalt unsichtbar.
      (Rainer Mausfeld: Neue Wege des Demokratiemanagements)

      „Man könnte die Unterordnung eines ganzen Volkes unter wenige Leute noch rechtfertigen, wenn die Regierenden die besten Menschen wären; aber das ist nicht der Fall, war niemals der Fall und kann es nie sein. Es herrschen häufig die schlechtesten, unbedeutendsten, grausamsten, sittenlosesten und besonders die verlogensten Menschen. Und dass dem so ist, ist kein Zufall.“
      (Tolstoi)

    • "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer!"
      Nur weil der zwangsfinanzierte Atlantikbrücken-Propagandasender ARD mal etwas von der üblichen Gehirnwäsche abweicht, ist das keine Trendwende, im Gegenteil.
      Entscheidend sind die Massenverdummungssendungen wie "Frühstücksfernsehen" und "Mittagsmagazin", die täglich und zeitgleich auf allen Kanälen mit voller Breitseite die quasi Falschmeldungen raushauen!
      Begründung: Sie klären nicht auf, sondern befeuern das verlogene Narrativ der Corona-Neuinfektionen. Schon das Wort zu verwenden ist bei der Art und Anzahl der Tests reine Massenverdummung.

    • Berlin hat sich bereits vor Jahren schon zur Keimzelle der jetzt offen zu Tage tretenden Diktatur entwickelt. Geisel steht stellvertretend für eine ganze Armee von quasi SED-System treuen Lakaien, die in den strategisch wichtigen Positionen installiert wurden. Bestes Beispiel dafür ist diese Barbara Slowik (seit dem 10. April 2018 Polizeipräsident*in in Berlin und sie wurde auf betreiben von Geisel in Berlin installiert). Die Kaltschnäuzigkeit und Arroganz dieser Person hat sich deutlich bei der Versammlung für Frieden und Freiheit am 29.08.2020 in Berlin gezeigt. Dort wurden (wie auch ich und mein Sohn) tausende Versammlungsteilnehmer vorsätzlich eingekesselt, um einen Grund für das Aufheben des Versammlungsrechts zu provozieren! Dabei wurde vorsätzlich, zumindest aber fahrlässig, die Sicherheit und Gesundheit tausender Versammlungsteilnehmer in den Straßenschluchten gefährdet.

    • Hat nicht so ein grünlinker Superdepp sich der Art geäußert, dass man nun allmählich alle entscheidenden Posten neu besetzt hat?

      Kader, überall Kadergestalten!

    • 6. Oktober 2020
      Erich Kästner warnt

      “Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät. Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf. Sie ruht erst, wenn sie alles unter sich begraben hat.
      Das ist die Lehre, das ist das Fazit dessen, was uns 1933 widerfuhr. Das ist der Schluss, den wir aus unseren Erfahrungen ziehen müssen, und es ist der Schluss meiner Rede. Drohende Diktaturen lassen sich nur bekämpfen, ehe sie die Macht übernommen haben.”

      Videobeitrag Gunnar Kaiser:
      Wenn Kinder Kinder denunzieren (19:30)
      https://zeitenwechsel.org/2020/10/07/erich-kaestner-warnt/

  4. Wenn ich davon ausgehe, dass das Leben im Irrenhaus bereits den Charakter eines absurden Theaterstücks hat, dann ist der Versuch, Theater im Theater, das Absurde im Absurden zu spielen, nur mäßig gelungen. Das Irrenhaus blieb wohl einfach das Irrenhaus. Da macht auch eine Schwalbe keinen Sommer nicht. Erst recht nicht vor dem Winter auf den sich alle Hoffnungen richten, nun doch noch die Pandemie zu retten.

    • Heute sah ich in der Auslage einer Bäckerei in einer unterirdischen Passage süße runde Taler, gestaltet wie Gesichter, mit Schokoaugen. Und mit Masken aus weißem Zuckerguss statt Nase und Mund.

      Das kam mir auch recht absurd vor. Doch dann bemerkte ich einen Straßenmusikanten. Er stand in der Mitte der Passage, spielte Saxophon. Ein Passant mittleren Alters, dunkelhäutig, mit Maske, tanzte zu der Musik. Rhythmisch bewegte er sich zwischen Betonpfeilern, in großen, raumgreifenden Kreisen. Nach einer Weile wirbelte er davon, verschwand aus dem Blick.

      Nun näherten sich zwei weißhaarige ältere Damen, die eine die Maske hochgezogen, die andere die Maske unterm Kinn. Sie stoppten bei dem Straßenmusikanten, lachten und scherzten mit ihm; er spielte ein Saxophonständchen extra für sie, eine traurig-fröhliche, mitreißende Melodie. Eine der beiden weißhaarigen Damen – die mit der Maske unterm Kinn – begann, sich im Takt der Musik zu wiegen. Vorsichtig erst, dann mutiger; wie von selbst fingen ihre Füße an zu gleiten, sie hob die Arme, drehte sich, schwebte über den Beton… Die Passage war nun ihr Ballsaal, und die andere Frau, die mit der Maske, applaudierte.

      Da dachte ich: Das menschliche Leben ist anpassungsfähig, und es wird sich behaupten, allen widrigen Umständen zum Trotz…

    • Eins ist klar: Anja wird sich immer anpassen – komme da was wolle. Eine traurige Gestalt ohne Individualität. Eine scheinbare solche wurde ihr vom System ausgeliehen, damit sie hier versuchen soll, wenigstens ein wenig Verständnis und Sympathie für das System zu erwecken. Und so schwebt sie denn über den Beton und schwebt und schwebt….

    • @ Wildenfelser: exakt richtig. Danke für Ihre Bemerkung.
      Es handelt sich um Indivduen aus der Troll-Fabrik. Bezahlte Schreiberlinge, die helfen, den Gesundheitsfaschismus auf den Weg zu bringen und dann am Leben bzw. gesellschaftsfähig zu erhalten.

      PS: obiger Eintrag gehörte hierhin, sorry.

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