Das Tittytainment-Programm – Deutschland sucht den Super-Bettler

Vortrag auf der Konferenz der Neuen Gesellschaft für Psychologie zum Thema GESELLSCHAFTLICHE SPALTUNG von Ulrich Gellermann

Einer der Vordenker kapitalistischer Herrschaftsausübung, Zbigniew Brzeziński, hat vor Jahren den plastischen Ausdruck „Tittytainment“ geprägt. Anlass war eine Konferenz des Global Braintrust, der ziemlich lakonisch feststellte, dass auch reiche Länder künftig mit 80 Prozent „Globalisierungsverlierern“ leben müssten. Und diesen Verlierern – den Menschen ohne regelmäßige, bezahlte Arbeit, ohne erträglichen Lebensunterhalt – müsse man, so Brzeziński, Surrogate bieten. Der Begriff „Titty“ weist auf sexualisierte Unterhaltung hin, und fraglos hat die Porno-Industrie diesen Teil der Ablenkungsaufgabe gewinnbringend übernommen. Aber längst muss der Begriff weiter gefasst werden, wenn es um die Verwischung der schroffen Gegensätze von Arm und Reich geht, wenn es um die geistige Marginalsierung der sozial Marginalsierten geht. Denn die sozialen Spannungen gehen weit über die rund sechs Millionen Hartz-Vier-Empfänger hinaus. Auch bei denen, die Arbeit ohne staatliche Alimentation haben, kriecht die Angst vor dem Abstieg ins Gemüt. Und da Nutzen und Kosten von Psycho-Pharmarka fragwürdig sind und ihre Verschreibung kassenamtlich kompliziert sind, muss das Thema ARM und REICH unbedingt zur Soap-Opera gemacht werden, zum bekömmlichen TV-Abend ohne offenkundige Nebenwirkungen.

Börse vor acht

Aber vor der Soap-Opera, der hollywoodesken Verarbeitung des Arm-Reich-Widerspruchs, regiert im scheinbar ernsthaften Deutschland die politisch-soziale Nachricht, die Dokumentation, das Sozial-Magazin. Doch während wir vom scheinbar seriösesten aller seriösen Medien, dem 1. TV-Programm der ARD, jeden Tag pünktlich um 19.55 – kurz vor der TAGESSCHAU – in der „Börse vor acht“ erfahren wie es den Bayer-Aktien gesundheitlich geht, ob die Siemens-Aktionäre bald hungern müssen oder die Besitzer von BMW sich endlich wieder zwei neue Segelyachten leisten können, gibt es für die Armen nichts Vergleichbares.

Es soll in Deutschland im Jahr 2016 durchschnittlich rund 4,38 Millionen direkte Aktionäre gegeben haben. Und wir dürfen ziemlich sicher sein, dass der clevere Aktionär seine Kenntnisse über den Aktienmarkt nie und nimmer aus dem 1. TV-Programm bezieht. Wenn er seine Anlagen-Strategie schon nicht seinem Finanzberater überlässt, dann konsumiert er eine Reihe von Special-Interest-Medien, die über sein Geld gründlicher und vor allem hintergründiger publizieren. Also dient „Börse vor acht“ nur der Ideologie, der Verbreitung der Illusion „Du-könntest-auch-Millionär sein“, der Illusion beim Konsum von Porno-Filmen prinzipiell nicht unähnlich, jener billigen Erzählung von unendlicher Verfügbarkeit und Potenz. Zumindest wird auf diesem ARD-Sendeplatz so etwas wie die Potenz der Börse vermittelt: Seht her, ruft „Börse vor acht“, wie bewegend die Welt der Börse ist, wie stressig das Leben des Spekulanten, wie unverzichtbar der Handel mit Geld ist. Übrigens handelt es sich um einen Sendeplatz, der, würde man ihn für Werbung verkaufen, etwa eine halbe Million Euro erlösen würde: Er ist offenkundig ein echtes Opfer für die Ideologie.

Schon aus Gründen der Polemik muss nach den täglichen fünf Minuten für die Habenichtse gefragt werden, die natürlich deutlich zahlreicher sind als die Spekulanten: Gefragt nach den aktuellen Nachrichten über die billigsten Sonderangebote, die besten Rest-Lebensmittel, die aktuellen Schwarzfahrer-Warnungen oder den freundlichsten Job-Center-Mitarbeitern. Auch eine Anleitung zum Pfand-Flaschen-Fischen mit Drahtkleiderbügeln oder einem TV-Kurs „Wie bettle ich richtig“ ist in ARD oder ZDF nicht zu finden während der Kampf der Start-ups, junger Firmengründer, schon seit 2014 auf VOX (Die Höhle der Löwen) Staffel für Staffel bis heute produziert wird. Da konnte der öffentlich-rechtlich finanzierte Sender ZDF einfach nicht beiseite stehen und ließ mit dem „Kampf der Start-ups“ von seinem Verbrauchermagazin WISO ebenfalls 44 Minuten für diese schwere ideologische Lücke in der Grundversorgung produzieren.

TAGESSCHAU: Taktgeber der deutschen Nachrichten

Die immer noch bedeutendste Nachrichtensendung Deutschlands ist die von der ARD ausgestrahlte TAGESSCHAU. Im Jahr 2015 erreichte sie im Durchschnitt 9,11 Millionen Zuschauer. Sogar bei den internetaffinen 14- bis 49-Jährigen war die „Tagesschau“-Hauptausgabe auch die meistgesehenen Nachrichtensendung – rechnet man die Reichweiten auf allen Sendern zusammen, kam sie mit 1,73 Millionen jungen Zuschauern allabendlich auf einen Marktanteil von 19,1 Prozent. Nach wie vor ist die TAGESSCHAU der wesentliche Taktgeber der deutschen Nachrichten-Orchestrierung. Was dort nicht stattfindet, das hat nicht stattgefunden. Ihr Takt wird nicht nur in den Redaktionen anderer Medien wahrgenommen, sie ist vor allem der Informations-Prüfstein privater Medien-Nutzer: Wem die BILD-Zeitung als zu vulgär und die ZEIT als zu sperrig gilt, der wird jederzeit die TAGESSCHAU als Beweis für seine Meinung und/oder seine Kenntnisse anführen können.

Sucht man in der internen TAGESSCHAU-Suchmaschine den Begriff „Armut“, dann existiert Armut wesentlich im Ausland. Bei einer Quote von 758 Treffern wird man schnell über Afrika, über Flüchtlinge, Armut in Haiti oder Lateinamerika informiert. Häufig mit einer gewissen, personalisierten Empathie. Geraten die Meldungen zum Thema jedoch ins Analytische, werden sie schnell relativiert. Zum Beispiel: “Die globale Ungleichheit nimmt laut der britischen Hilfsorganisation Oxfam immer dramatischere Ausmaße an. Demnach verfügen die acht reichsten Männer über ein ähnlich großes Vermögen wie die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung.“ Aber, aber, kommentiert die TAGESSCHAU:„Die Zahlen sind aber umstritten.“ Dieser Kommentarsatz wird keineswegs auf eine Quelle zurück geführt, wie es ordentlicher Journalismus zumindest erwarten ließe – oder gar ernsthaft ausargumentiert. So bleibt dem Zuschauer das Gefühl, alles sei halb so schlimm. Und wenn doch, dann eher ganz woanders. Selbst wenn in einem Nebensätzchen immerhin dies auftaucht: „In Deutschland besitzen laut Oxfam 36 Milliardäre zusammen so viel wie die ärmere Hälfte der Bundesbürger.“ Das Aber bleibt.

Landet die TAGESSCHAU aber doch in Deutschland, dann landet sie allzuoft im Sedativen: „Trotz Wirtschaftskrise und Ebbe in den öffentlichen Kassen: Deutschland gehört nach wie vor zu den reichsten Ländern der Welt. Wer von Armut in Deutschland spricht, muss deshalb eines hinzufügen: Mit der existenziellen Armut, unter der Menschen in Entwicklungsländern leiden, hat sie nichts zu tun.“ Zu gern bestreitet die TAGESSCHAU die schockierenden Zahlen der Wohlfahrtsverbände und macht sich deshalb auf, selbst scheinbar wissenschaftlich zu agieren: „Eine so genannte Verwahrlosung der Lebensführung‘ findet sich denn auch in den Statistiken und Armutsberichten der Wohlfahrtsverbände so gut wie gar nicht wieder. Bei der Frage, ob Kinder in Armut leben, stellen sich demnach ganz grundsätzliche Fragen: Ist für die täglichen Mahlzeiten gesorgt und kümmert sich jemand um deren Wäsche? Haben die Kinder einen regelmäßigen Ansprechpartner – und ganz fundamental: Wer achtet darauf, dass sie morgens pünktlich aufstehen?“ So wird dann ein gesellschaftliches Problem schnell und ohne jegliche Untersuchung auf private Ursachen zurückgeführt. Ähnlich der öffentlichen Kampagne zu Beginn der Einführung von Hartz Vier mit der Arbeitslose als Sozialbetrüger und faule Säcke stigmatisiert wurden. So erfolgreich, dass viele Arbeitslose bis heute wirklich glauben, sie seien selbst schuld an ihrer Lage.

Rentenbetrug unterschlagen

Und wenn die Redaktion das Kleinreden von Armut nicht selbst leisten kann, dann findet sie immer einen „Experten“, der diesen schmutzigen Job übernimmt. Exzellentes Beispiel ist die TAGESSCHAU-Kommentierung des Rentenkonzeptes der Arbeitsministerin Andrea Nahles. Das überlässt die TAGESSCHAU dem Experten Joachim Ragnitz vom „ifo-Institut für Wirtschaftsforschung“. Der gilt der Redaktion wahrscheinlich als Experte, weil er sein Gehalt von einem Regierungs- und Kapital-Institut bezieht. Auch weil er mit einer Arbeit über „internationale Kapitalströme“ promovierte und dann mit solcherlei Qualifikation folgende kühne Aussage ohne jede Beweisführung trifft: “Die Mittelschicht ist nicht von Altersarmut bedroht“. Um dann zu diesem auch durch nichts bewiesenen Schluss zu kommen: „Wenn das Rentenniveau sinkt, ist private Vorsorge notwendig, um die entstehende Lücke zu schließen.“ Als hätten wir nicht alle im Ergebnis der asozialen Agenda-Politik mit der „Riester-Rente“ das Beispiel öffentlichen Betrugs erlebt, der sicher nicht den Rentnern, sondern den privaten Versicherungs-Unternehmen genutzt hat.

Selbst im Entwurf des 5. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung (Stand: 04.01.2017)wird eingeräumt: „Die Ungleichheit der Markteinkommen in Deutschland ist ab Mitte der 1990er Jahre und verstärkt in der ersten Hälfte der 2000er Jahre deutlich angestiegen“. Um Armut wirklich zu messen, bedürfte es präziser Reichtumszahlen. Aber im Jahr 1997 entschied sich die damalige Bundesregierung, die Vermögensteuer nicht mehr zu erheben. Seit dieser Zeit ist der reale Reichtumsfaktor nur mittels freiwilliger Selbstauskunft zu ermitteln. Und natürlich schwindet bei steigendem Einkommen und Vermögen die Auskunftsbereitschaft rapide und mit ihr die statistisch auswertbare Datengrundlage für hohe Einkommen und Vermögen. So hat das Statistische Bundesamt nur Haushaltsnettoeinkommen bis zur sogenanntem Abschneidegrenze von 18.000 €/Monat berücksichtigt. Deshalb sind rund 70 % der Selbstständigen- und Vermögenseinkommen nicht in den Verteilungsberechnungen enthalten.

Die „Vierte Gewalt“, das angebliche Korrektiv der anderen Gewalten, der behauptete investigative Journalismus, ist bis heute nicht in der Lage, diese Lücke zu schließen. Wer die reichen deutschen Familien sind, ist nicht unbekannt: Aber von den Quandt-Erben (BMW) über die Oetker-Family (Nahrungsmittel, Schifffahrt) bis zur Schaeffler-Gruppe (Automobilzulieferer, Maschinenbau), sie alle sind darauf bedacht, nicht in den Medien aufzutauchen. Dass bei vielen von ihnen Aufstieg und Reichtum mit der Nazi-Macht verbunden war, ist erst Recht kein Thema für jene Medien, die nicht selten von Friede Springer (Platz 27 in der WIKI-Reichen-Liste), oder Hubert Burda (Platz 37 in der WIKI-Reichen-Liste) oder Liz Mohn (Platz 75 in der WIKI-Reichen-Liste) kontrolliert werden. Dass Friede Springer und Liz Mohn mit Angela Merkel gut befreundet sind, ist kein Geheimnis, wird aber selten thematisiert.

Reiche gibt es nicht

Nun ist bei den privaten Medien nicht zu erwarten, dass sie sich ihre Werbekunden näher ansehen oder gar der Kritik preisgeben. Aber von den öffentlich-rechtlichen Medien, die primär von den Normalos finanziert werden, könnte man genauere Berichte oder Analysen des Reichtums und der Reichen erwarten. Aber so wenig wie die Armen besonderer Gegenstand journalistischer Betrachtung sind, so wenig sind es die Reichen. Eher im Gegenteil: Sendungen über Reiche unterliegen entweder dem Romantisierungs-Effekt oder dem Bling-Bling-Modus. Die britische Königin oder der holländische König sind zwar nicht so reich wie Bill Gates, aber die Queen ist mit einem Vermögen von 1,8 Milliarden Euro ziemlich weit von normalen Untertanen entfernt, die niederländische Königsfamilie wird sogar auf 2,5 Milliarden Euro geschätzt. Aber dieser Reichtum ist bei den TV-Anstalten natürlich kein soziales Thema. Das vulgäre Geld wird vom romantischen Glanz der Kronjuwelen überstrahlt.

Seit gefühlten 100 Jahren sendet das ERSTE, das TV-Programm der ARD, jedes Jahr zwei Stunden lang im Juni „Trooping the Colour“ die Geburtstagsparade zu Ehren von Königin Elisabeth II. Samtige Stimmen kommentieren das Geschehen, Reportergesichter sind in Falten der Ehrfurcht gelegt, die TV-Bilder wirken, als seien die Kamera-Objektive mit Vaseline eingerieben. Beide öffentlich-rechtlichen Sender produzieren Sendungen über Hoheiten aller Art: Hochzeiten, Geburten und Beerdigungen sind Quotenbringer. Die Hochzeit des britischen Prinz William erzielte im ERSTEN während der kompletten siebenstündigen Übertragung im Durchschnitt 4,48 Millionen Zuschauer, die restlichen deutschen TV-Sender mochten da nicht zurückstehen. – Der gesetzliche Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender besteht bei dieser Art Programm offenkundig darin, Reichtum als naturgegeben darzustellen, als außerhalb der gesellschaftlichen Debatte und des Zugriffs der Steuerbehörde.

Bling Bling: Die Geissens

Seit 2011 verkauft RTL II – ein Sender des Bertelsmann-Konzerns, also im Portfolio von Liz Mohn – Staffel für Staffel mit den „Geissens“ eine scheinbare Dokumentation über echte Millionäre. Die Familie Geissen taumelt von einem Luxusdrehort zum anderen, in der Serie wird primär ein Familienalltag geschildert, der mit dem Einkaufsbummel zum Erwerb von Luxusgütern oder dem Kauf repräsentativer Immobilien dient. Dem Zuschauer wird das Gefühl gegeben, echten Menschen zu begegnen; dass es sich letztlich um eine Verabredung zwischen dem Sender und den Geissens handelt, dass die Inszenierung von der „Geiss TV GmbH“ selbst produziert wird, das soll möglichst nicht transparent werden. Mit den „Geissens“ wird der Bling-Bling-Modus organisiert, der sonst nur auf Meldungen aus dem Leben der Stars angewiesen wäre. Und auch wenn deren PR-Agenturen jede Menge Nachrichten selbst herstellen, unterliegen sie doch einer gewissen Spontaneität. Um den Perma-Traum vom besseren Leben zu organisieren, sind Sendungen wie „Die Geissens“ wesentlicher Teil des von Zbigniew Brzeziński zur Ablenkung angeregten „Tittytainment“. Aber natürlich gehört dazu ein ganzes TV-Instrumentarium, das die Illusion erzeugt, man könne es schaffen aus der eigenen unzureichenden Lage in eine bessere aufzusteigen. Man müsse nur sein Glück so lange schmieden, bis es zum Sieg in einer Casting-Show langt: Auch deshalb gibt es „Deutschland sucht den Superstar“, das „Top-Modell“ oder den „Meisterkoch“.

In der „westlichen Wertegemeinschaft“ gilt – glaubt man den Politiker-Reden, den Experten-Talkshows und den Leitmedien – die FREIHEIT als ideologische Grundlage gesellschaftlichen Lebens. Dass Freiheit eine materielle Seite haben könnte, spielt im veröffentlichten Diskurs kaum eine Rolle. Aber was soll jemandem die Reisefreiheit, wenn ihm das Geld fehlt, wann immer er will, vom Stadtrand ins Zentrum zu fahren? Was bedeutet jemandem die Meinungsfreiheit, wenn zur Verbreitung seiner Meinung ein Millionen-Euro-Apparat notwendig ist, Millionen, die er nicht hat und nie haben wird? Was kann die Wahlfreiheit noch bedeuten, wenn die herrschenden Parteien sich nur noch in Nuancen unterscheiden? Und wenn sich selbst die gerühmte Konsum-Freiheit nur noch auf KiK und Aldi beschränkt, dann ist die Autonomie des Subjekts längst in einer objektiv schlechten sozialen Lage aufgelöst.

In einer Gesellschaft allgemeiner Glückseligkeit brauchen – folgt man der bisherigen Medien-Verarbeitung des Arm-Reich-Themas – auch die Katzenfutterfresser, die Flaschenangler und Hand-Aufhalter dringend ihre eigene Sende-Reihe. Die mediale Umsetzung des Obdachlosen-Themas darf deshalb nicht mehr auf die Zeit vor Weihnachten beschränkt bleiben. Es ist an der Zeit, das Deutschland den Super-Bettler sucht. Denn erst wenn diese Casting-Show über die Sender läuft, ist das Tittytainment-Programm wirklich perfekt. Jenes Programm, das die Brutalität der Wirklichkeit kanalisieren will, das den sozialen Widerstand in der Ablenkung von der Realität ersticken und eine eigene süßliche Parallel-Welt imaginieren soll. Es ist an der Zeit für „Germanys Best Beggar“ .

Danke an den Autor für das Recht der Zweitverwertung.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

33 Kommentare zu: “Das Tittytainment-Programm – Deutschland sucht den Super-Bettler

  1. In leichter Abwandlung und etwas komplexerer Manier kommt einem da eigentlich nur ein Spruch in den Sinn:

    „Jedes Land hat die Gesellschaft, die es verdient.“

    Da die künstlich hergestellten Probleme ja nicht als solche von der Menge erkannt werden, sondern – wie auch bereits im gelobten Land geschehen – die Ursachen immer wieder in der Lebensauffassung derer gesucht werden, die einfach nicht „reich“ werden oder sein wollen, sondern einfach nur in Ruhe, relativer Sicherheit und Frieden durchs Leben zu leben.

    Diesen ‚Anti-Konsumenten‘ wird grundsätzlich alles in die Schuhe geschoben. Diejenigen, die sich am Wenigsten an der geisteskranken (und der Geist IST krank) Politik/Wirtschaft/Gesellschaft beteiligen, sind immer selber an ihrer „Lebensschwäche“ schuld.

    Einer der tollsten Sprüche der intellektuell herausgeforderten Mitläufer dieses kranken Systems besagt das:

    „Wenn Du glaubst das Du so schlau bist, warum bist Du dann nicht reich?“

    Wenn letztendlich der Groschen darüber gefallen ist bei der Mehrheit, wer denn ursächlich für dieses System verantwortlich ist und es entworfen hat, erst dann besteht die Chance das sich Dinge wirklich zum Besseren ändern.

    Den Amerikanern wird ja auch immer zu Recht ihr lächerlicher Status der „Außergewöhnlichkeit“ vorgeworfen. Aber wenn man die Hymne der Deutschen hört, dann geht es ja da auch los mit:

    „Deutschland, Deutschland über Alles…“

    Dafür gibt es jetzt vom Universum richtig eine auf die Schnauze. Weil diese Hymne auch die Meinung vieler Deutscher ist.
    Die Welt ist aber ein Organismus und wer sich über diesen stellt, wird von der Erde einfach überrollt.

    Dokumentation „Plutocracy“ (thoughtmaybedotcom) anschauen und kapieren wie ein System erschaffen wurde, das ausschließlich der Bereicherung der Eliten dient.

  2. Womit haben den Gellermann oder Jebsen Kommentatoren verdient, die hier noch immer die vollkommen falsche Gleichung Flüchtlinge = Armut aufsagen? Follow the money. Geld landet offensichtlich nirgends (!) im Magen des Hungernden, sondern in der Finanzblase, bei der Kapitalsammelstelle und in den wenigen Privatvermögen, die sich aus ihrer schieren Größe heraus automatisch vermehren. Ein gerüttelt Maß an Tittytainment hat dazu geführt, dass zu viele dieses offensichtliche Faktum stramm ignorieren, und ihr mangelndes Wissen auch noch öffentlich zur Schau stellen. Gut, ein Pseudonym verhindert Schlimmeres… Nein, es sind nicht die Flüchtlinge. Es ist das Großkapital, das uns umbringt. Nein, ich sage nicht, dass wir unbegrenzt Menschen aufnehmen müssen. Müssen wir ja auch nicht, wenn wir und unsere „Verbündeten“ aufhören, ihre Länder zu bombardieren. Wir und unsere Arbeitgeber (!) müssen nur aufhören, auf der ganzen Welt auf Raubzug zu gehen und schon sehen wir die wahren Probleme.

  3. Immer dasselbe… Ausreden und Jammern… das nichts von diesen perversen Zustände möglich wäre, wenn man nicht ein Volk von Deppen vor sich hätte, das wird wie immer gerne verschwiegen. Mit anderen Worten, auch dieser Vortrag ist nichts weiter als eine Tagesschau, nur halt von der anderen Seite.

    Ganz besonders peinlich ist aber, dass der vortragende Fachmann anscheinend noch nicht mal den Unterschied zwischen „reich“ und „vermögend“ kennt und allein damit zu denen gehört die diesen Status Quo perpetuieren.

    Der Gipfel der Dummheit sind dann Kommentare in denen man andere die politische Korrektheit der verblödeten Masse den anderen vorschrieben will. Man muss nämlich nicht unbedingt auch gegen Flüchtlinge sein, nur weil man darauf hinweist, dass diese Geld kosten und zwar nicht das der Export Profiteure und Waffenhersteller, die an den zu Zuständen dort Schuld sind! Und, dass vor allem die Abwesenheit einer Obergrenze ins Desaster führt, aber man diese nicht Einführen kann, wenn man auf die Stimmen des Urnenpöbels angewiesen ist!

    • TDVolland,

      Sie wissen aber schon, dass weder Gellerman noch KenFm eine zwangsfinanzierte „Tagesschau“ sind, oder? Somit tut es auch nicht so weh weg zu sehen oder nicht zu lesen, man muss ja nicht zwangsweise was für sein Geld bekommen.

      Sie wissen sicher auch, dass die „Exportprofiteure“, die nicht die Kosten für die Versorgung von Flüchtlingen tragen, die Gleichen sind, deren zu abnormer Grösse mutierten Hänchenbrüste hier gerne das Kilo für ´nen Euro 99 in millionenfacher Stückzahl genommen werden?!

      Ganz sicher ist Ihnen auch bewusst, dass Sie, ich und all´die Anderen hier auch Bestandteil Ihres „Volk von Deppen“ sind?!

      In diesem Sinne

  4. Durch Massenzuwanderung wird der Deutsche zusätzlich in Armut getrieben.
    Während der Zuwanderer , sogar ohne Gegenleistung, gegenüber seinem Heimateinkommen das Einkommen vervielfacht, werden diese Gelder naturgemäß der Einheimischen Bevölkerung abgenötigt.
    Laut EU Berechnungen kostet ein Zuwanderer unter der Bezeichnung Flüchtling im Schnitt 250000 € – Gerechnet mit 25000/Jahr mit Alimentationsschnitt 10 Jahre. Mit zu erwartendem Familiennachzug sind das pro Familie so gegen 1 Million.

    • Der Deutsche, der zusätzlich in Armut getrieben wird, wer ist denn das? Sind das alle Menschen in Deutschland?
      Was ist mit der Armut, die es auch ohne Zuwanderung seit Jahren in Deutschland gibt und vielem Leuten aufgezwungen wird.
      Und welche Deutschen wirken mit an Krieg, machen große Gewinne am Waffenhandel und verdienen an der Unterdrückung der Länder aus denen die Flüchtlinge kommen?
      Wer schafft diese Ungleichheit in der Welt?
      Und wie viele Deutsche juckt das gar nicht oder haben das nicht auf dem Schirm?
      Und sie sehen den Hauptschuldigen beim Zuwanderer oder Flüchtling?
      Ursache und Wirkung sollte man schon auseinanderhalten.
      Wenn die benötigten Gelder der einheimischen Bevölkerung abgenötigt oder vorenthalten werden, ist das keineswegs naturgemäß, den die Verursacher und einflussreiche Befürworter (die auch zur einheimischen Bevölkerung gehören) werden wohl kaum zur Kasse gebeten. Die verdienen am Leid anderer Menschen.
      Das muss geändert werden.
      Warum bezahlen nicht Rüstungskonzerne, Banken und Unternehmen für das, was sie mit Hilfe der Politik, Medien und ihrer Wirtschaft angerichtet haben? Das wäre doch das Mindeste.

    • Ja diese unverschämten Flüchtlinge, was denen einfällt vorm Krieg davonzulaufen… unerhört. Und dann holen die auch noch die Oma, Opa und Frau und Kinder nach… die sind echt widerlich. Und Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze nehmen die einem auch noch weg. Können kein oder nur wenig Deutsch sprechen und trauen sich dann noch auf den Arbeitsmarkt.

      Sind die ja auch selber Schuld…dann muss sich eben der syrische Arzt darum bemühen, das seine Ausbildung auch in Deutschland anerkannt wird. Gleiches gilt für Anwälte etc. Die Bundeswehr kann sich doch nicht um alles und jeden kümmern… Rohstoffe sichern oder der Bevölkerung helfen… da bleibt man bei dem was man kann… Wenigstens haben die die dort geblieben sind wenigstens endlich etwas Kultur, wenn mal ein Blindgänger bei den Bomben dabei ist… da sehen die endlich mal deutsche Technik und Kriegskultur. Sowas feines können die ja nicht bauen. *irony off*

      Muss sich gut anfühlen zu wissen das es jemanden gibt auf den man herabblicken kann oder? Einen Sarkasmus ihres Textes spreche ich daher ab, denn er ist keiner für mich erkenntlichen Art und Weise gekennzeichnet.

      Mir ist dabei auch vollkommen egal ob der Flüchtling vor Krieg oder Armut flüchtet. Alles was der „Deutsche´´ glaubt günstig zu kaufen, wurde a) irgendwo auf Kosten anderer oder mindestens zu Lasten der Umwelt produziert und b) „günstig´´ existiert nicht, da jeder Rabatt oder jedes Sonderangebot entsprechend kalkuliert wurde!

      Ich hoffe sehr das Sie hier bei KenFM noch viele Artikel lesen und Gespräche verfolgen werden um zu lernen und zu verstehen und das ihr Unverständnis sich in Einsichtigkeit wandeln möge. Verständnis oder Sympathie würde ich niemals von ihnen verlangen und das geht auch nicht aber das sie nachdenken.

      MfG Hofnarr

    • Manchmal braucht es eben einen Hofnarren, um selber nicht soviel schreiben zu müssen 🙂

    • „Mir ist dabei auch vollkommen egal ob der Flüchtling vor Krieg oder Armut flüchtet.“

      Nein, das ist es nicht. Das eine sind Kriegsflüchtlinge, das andere Wirtschaftsmigranten.

      Das Thema hat ein sehr hohes Spaltungspotential. Die FRIEDENSbewegung kann doch dabei bleiben, FRIEDEN zu fordern, also ein Ende der Kriege und von Ramstein. Dadurch werden die Flüchtlingsströme erst erzeugt.
      Deutsche Soldaten raus aus Afghanistan, aufhören, illegal Länder zu bombardieren, keine Kriegshetze mehr in den Medien, PUNKT.

      DAS ist das Ziel, auf das man sich konzentrieren muss, und nicht mehr.

      Ob man jetzt sagt alle Flüchtlinge zu uns, (wir schaffen das), oder alle wieder raus (AFD?), das führt zu nichts. Dieser Punkt „Rechtsradikale“ vs „Gutmenschen“ schafft eine sog. kognitive Dissonanz, bei der sich keine der beiden Seiten wohl fühlt, deshalb würde ich das Thema hier gar nicht diskutieren.

    • @ volume, klar ist die Dringlichkeit eines Kriegsflüchtlings eine gänzlich andere, als die eines Wirtschaftsmigranten. Beide wollen jedoch überleben und wenn zum Beispiel ein Lehrerehepaar aus Rumänien bei der Feldarbeit in Deutschland mehr verdient (eine Saison lang (Spargel stechen und Erdbeeren pflücken)) dann läuft doch grundlegend etwas nicht richtig. Man weiß inzwischen, wie bei foxxcon gearbeitet wird, nämlich so viel, das der Konzern die Arbeiterwohnheime vergittert, damit sich nicht noch mehr aus dem Fenster stürzen. Und man muss sich ja eigentlich nur im eigenen Land umschauen. Auf der einen Seite herrscht chronischer Mangel an Pflegekräften, Lehrern, Ärzten und Kindergärtnern, Sozialpädagogen u.v.m. und auf der anderen Seite werden solche Personen gezwungen an der Kasse zu sitzen, was nicht schlimm wäre, hätten die Leute eben nicht studiert etc. Ich bezweifel doch stark das ein Lidl-Mitarbeiter im Ausland verhältnismäßig so gut bezahlt wird, wie einer in Deutschland. Und man darf auch nicht vergessen, das selbst wenn der Krieg vorbei wäre, wenn niemand dort etwas aufbaut, wie soll dann die nächste Generation ihren Lebensunterhalt dort bestreiten –> also wurden wieder Wirtschaftsflüchtlinge generiert.

      Zum Schluss möchte ich auch nochmal auf den Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland verweisen, der bereits seit Mauerfall existiert und nicht beendet wird und dafür sorgt das Städte in Ostdeutschland chronisch entvölkert werden, die Alten zurückbleiben, weil man ihnen Renten etc nicht anerkennt, Rentenpunkte einfach gestrichen hat und sonstige Schweinereien einfach so hingenommen wurden.

    • @ schwarz ist weiß

      „Warum bezahlen nicht Rüstungskonzerne, Banken und Unternehmen für das, was sie mit Hilfe der Politik, Medien und ihrer Wirtschaft angerichtet haben? Das wäre doch das Mindeste.“

      Dazu müßte das Verursacherprinzip wieder in Kraft treten, das von den neoliberalen Ideologen mittels materieller und kultureller Hegemonie systematisch abgeschafft wurde – für sich selbst! Mir scheint, daß nicht mal mehr das Wort „Verursacherprinzip“ existiert.

    • @Hofnarr: Ich weiß nicht genau, aus was Sie hinaus wollen. Dass es eine extreme soziale Ungerechtigkeit gibt, und wir (theoretisch) auch 20 Mio Flüchtlinge in Deutschland problemlos ernähen könnten?

      Natürlich ist das so! Man muss sich nur die nackten Zahlen anschauen:

      – 2,2 Billionen Staatsschulen, jährlich ca. 60 Milliarden Zinsen für die schwarze Null, das sind ca. 100 Millionen täglich (!), die einfach verpulvert werden
      – jedes Produkt, das wir kaufen/konsumieren, ist im Schnitt mit 40% Zinsen belastet, und das ist noch eine konservative Rechnung
      – wir alle arbeiten also ca. die Hälfte unserer Zeit NUR für die Banken, welche das Geld aus dem Nichts schöpfen und uns gleichzeitig enteignen durch niedrige Löhne und Sozialleistungen und hohe Lebenskosten (Bsp: einer dieser schicken SUV, die en masse herumfahren kostet doch mindesten 45.000 Euro – wer kann sich denn sowas leisten? – die sind doch alle geleast!)

      Also: bei dem Thema sind wir uns einig.
      Nur: was hat das mit Flüchtlingen zu tun? Das System IST nunmal momentan nicht gerecht, und würden diese Menschen würdig (!!) in der Näher ihrer Heimat aufgenommen, in die sie sowieso wieder so schnell wie möglich zurückkehren sollen, wenn endlich FRIEDEN ist, dann käme das uns alle billiger – nicht ein bisschen, sondern wir reden hier um zig Milliarden, welche 1 Mio Flüchtlinge in Dtld. mehr kosten.
      Wie gesagt, ich finde nicht, dass wir als FRIEDENsbewegung dieses Thema weiter diskutieren sollten – es spaltet uns nur.

      Um es mit Rockefeller zu sagen, der ja einen enormen Einfluss auf den COFR hat: „Wenn wir geopolitisch nicht wachsam sind, dann laufen wir Gefahr, von anderen Mächten in eine Situation gebracht zu werden, in der uns nur die Wahl zwischen zwei Übeln bleibt.“ (The Rockefeller report on the Americas, 1969).
      Genau das passiert momentan mit den Flüchtlingen! Die Frage „rein oder raus?“ bringt uns keinen Schritt weiter, beide Seiten haben ihre Argumente – ich sage: Schluss mit den Kriegen. DAS muss das Ziel sein, und uns hier gegenseitig entweder Ausländerfeindlichkeit oder naives Gutmenschentum vorzuwerfen, das führt zu nichts!

    • @ siw.
      Für die Kriegs- und Besatzungspolitik in in Deutschland sehe ich mich nicht verantwortlich .
      Die Massenzuwanderung, die als Migrationswaffe( Willi Wimmer) als weiterer Akt der Besatzungspolitik gegen das deutsche Volk gerichtet ist, kann ich in keiner Weise befürworten.
      Die Reduktion der eines Kulturbegriffes (Deutsch) auf die alleinige Anwesenheit in einem Land
      ist die Auslöschung jeder Kultur .

    • Hallo Wasserader,
      Da sie Willi Wimmer als Kronzeugen anführen, wissen sie auch, dass er mit der Waffe der Migranten auf einen Feind zeigt, der uns als Freund und Beschützer verkauft wird. Im Sputnik Interview vom Freitag nennt er ja Ross uns Reiter. Also wenn es eine Waffe ist, dann gilt es den Gegner der diese Waffe gegen uns verwendet zu entwaffnen. Jetzt verraten sie mir mal, wie das geschehen soll. Wimmer spricht von einer Allianz aus Franzosen und Anglikanern. Das hieße wieder mal Deutschland gegen den Rest der Welt.
      Gutes gelingen

      Die einfachen Lösungen sind nicht immer die besten, auch wenn viele Stammtischpolitiker die Lösungen kennen.

    • @ Socke

      „Die einfachen Lösungen sind nicht immer die besten, auch wenn viele Stammtischpolitiker die Lösungen kennen.“

      Völlig richtig .

      Auch die Massenmigration, die durch den Angriff der USA&Willigen gegen den Irak nach Syrien ausgelöst wurde, wurde von den USA durch den Aufbau von der Terrororganisation IS schliesslich als Migrationswaffe gegen die syrische Regierung verwendet .
      Die Migrationswaffe dient den Militärstrategen als hervorragendes Mittel, andere Länder zu destabilisieren. Der Terror in Deutschland nimmt zu und die aktuellen Spannungen mit Kurden und Türken sind nur ein Ansatz eines zukünftig radikaler werdenden innerdeutschen Konfliktes ,
      der den vielen Farb – und Blumenrevolutionen folgen kann.

  5. Für das „Tittytainment“ würde ich dann „die Möse vor acht“ vorschlagen.
    Kommentiert von Frau Karpfenberger.
    Da die Geissens ja die Sehnsucht nach reich und blöd verkörpern könnten sie Ihren Bildungsauftrag noch erweitern.
    Mutter Geissen gibt Standorttips zu den besten Tafeln Deutschlands, und der Papa zeigt uns, wie und wo wir unsere soziale Hängematte aufhängen können.
    Begleitende Zeitschriften an den Bahnhof Kiosken währen von Liz Mohn noch ins Angebot aufzunehmen
    „Betteln für Superarme“ mit Bastelanleitungen für die schönsten Knieschoner und flottestenn Pappbechern für Keinmünzen.
    Workshop- Angebote „Betteln für Anfänger“ könnten von den zahlreichen BISS Verkäufern in VHS Kursen vermittelt werden.
    Damit zeigt man auch gleich die Aufstiegsmöglichkeiten an.
    Mensch Frau Nahles, muss man ihnen denn alles vorkauen. Ein wenig sollten sie schon für ihr Geld tun.

  6. Kann ich nur bestätigen:
    „Uns (Frage: wer ist „uns“??) geht es gut!“
    ist ein Klassiker in Diskussionsrunden, ein absoluter Standardsatz, falls mal das unfaire System kritisiert werden sollte.
    Wir doch von allen Massenmedien und Fr. Merkel so propagiert, z. B. in ihren Neujahrsansprachen („Deutschland geht es gut“ Händefalt*, „das ist ein Grund zur Freude.“ Mundwinkel nach unten*).

  7. Spontan fällt mir da die Heute-Show von vor gut einem Jahr ein – mit der Reichtumsforscherin Birte Schneider, wie sie Robächt Geiss interviewt: https://www.youtube.com/watch?v=uI2KyB0M0zs
    Zwar habe ich keinen Fernseher und den „echten“ Robächt nie gesehen, aber diese paar Minuten Parodie sagen mir alles, was ich dazu wissen muss…

  8. Starker Text. In Stil und Recherche.
    Der Arbeitsministerin Nahles ist die Arbeitswelt so fremd wie der Verteidigungsministerin der Einsatz an der Front. Aber als Minister gelten sie als Experten.
    Seit meiner Jugend, als ich Bakunin las, bin ich überzeugt, daß jeder einen akademischen und einen handwerklichen Beruf ausüben sollte. Bis zur Rente! Dann ist man Experte. Immer mehr Rentner werden jetzt Experten in Sachen Rentenreform. Sie sind sauer auf die sogenannten Experten, die aber erst reagieren werden, wenn die kritische Menge erreicht ist. Darin sind sie Experten!

    Aber was die Queen angeht: armselige 1,8 Milliarden? Ich glaube nicht, daß irgend ein „Normalsterblicher“ recherchieren kann, wie „vermögend“ die Queen ist. Die Queen herrscht durch ihre Governers über ein Commonwealth, welches die Welt bis in die entferntesten Regionen umfaßt und dennoch auf mysteriöse Weise unter dem Radar bleibt, selbst dem der meisten investigativen Medien. Die Australier würden gerne raus, aber scheint nicht zu klappen. Leider ist mir der Prozentsatz des geographischen Anteils am Globus momentan nicht präsent.

    • Die Queen und reich? Die genannten Industrieellenfamilien reich? Vordergründig schon, aber sie sind sichtbar und in vielen Fällen nicht die schlechtesten Anbieter von Arbeit. Auf der anderen Seite haben wir den verdeckten Reichtum , der durch den unsichtbaren Neoliberalismus seine Ausprägung entfaltet hat. Es sind die Anleger des mobilen Kapitals, die sich wenig um die Arbeitnehmer kümmern und scheren. Was wissen wir über diese Personen? Wenig bis gar nichts.

  9. „Wenn das Rentenniveau sinkt, ist private Vorsorge notwendig, um die entstehende Lücke zu schließen.“
    .
    Heißt auf gut deutsch: „Die armen Stinker müssen halt selbst was für den Lebensabend ansparen“
    .
    Ja von was denn, du Arschloch?????
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    Da fällt mir nur Grönemeyer ein:
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    „Meine Faust will unbedingt in sein Gesicht
    Und darf nicht, und darf nicht
    Von Verlegenheit überhaupt keine Spur
    Er ist ’ne wahre Frohnatur
    Er grinst nur, er grinst nur“

    • „Private Vorsorge“ ist vor allem für Banken und Versicherungen wichtig.
      Darum wurde doch das Rentenniveau abgesenkt.

    • @schwarz ist weiß

      Das Niveau der Altersversorgung wurde aber nicht bei allen zugleich abgesenkt. Fragen Sie mal einen Beamten oder einen Politiker oder gar den Mitarbeitern des GEZ-Funkes. Sie alle holen sich ihre fast ungekürzte Altersversorgung entweder beim Bürger durch Steuern ab, oder bei den Beitragszahlern. Alle „fröhlich“ eint sie, dass es heute derjenige „Mittelstand“ ist, der auf Kosten anderer lebt und daher nie abstürzen kann. Private Vorsorge ist immer für die anderen nötig. Wenn man also heute nach Gründen des Erfolges bei sog. Rechtspopulismus fragt, dann liegt hier eine der Ursachen. Glauben Sie aber nicht, dass ein Beamter, Politiker oder GEZ-Redakteur das jemals mit ihnen thematisieren wird. Übrigens ist es keine Neiddebatte: Denn der Kreis lebt auf Kosten von uns.

  10. „hat die Porno-Industrie diesen Teil der Ablenkungsaufgabe gewinnbringend übernommen.“

    Das stimmt nicht. Pornos kosten nichts mehr. Es sei denn, man kauft sie sich in einem Geschäft, statt sie bequem im Netz herunterzuladen… kostenlos.

    • Ich beschränke mich auch auf Aldi – da gibt es aber auch gute Sachen, die man dann nicht immer wieder kaufen muss, weil sie so schnell kaputt gehen, oder krank machen.
      Gut ist auch ebay oder Kleiderkreisel und in vielen Städten gibt es sogenannte Umsonstläden, die Gebrauchtes zum Mitnehmen anbieten.
      Nonkonformität ist ja meistens nicht selber gewählt, genau wie Individualismus ist es ein realitätsflüchtendes Konzept. Man fühlt sich so betrogen, dass man am liebsten vor allen anderen Menschen die Schotten dicht machen würde. Aber das würde unserer menschlichen Lebensform ein wenig widersprechen. Deshalb muss man sich überwinden und gemeinsam neue Schritte wagen – mit den Kollegen, Nachbarn, Freunden – man muss gemeinsam alles das aufbauen, was einem mangelt – man ist nie „alleine“ arm – das kann man nutzen.
      Wenn man sich zum Beispiel „nur noch Aldi“ leisten kann, dann dauert es nur noch einige Jahre, bis das auch nicht mehr geht. Was dann?
      Wenn die Reichen und ihre staatlichen Vollstrecker unsere Gürtel dann noch enger anziehen, dann stehen wir dumm da: Wir sind dann nämlich alle vereinzelt.
      Wir müssen – also wir Arbeiter, die schon jetzt komplett abhängig von unserem „Lohn“ sind – uns überlegen, wie man gemeinsam ein soziales Netz aufbauen kann, welches in der Lage ist, uns wirtschaftlich und organisatorisch unabhängig zu machen, von Leuten mit mehr Geld und Leuten mit mehr staatlichem Einfluss… dann haben wir es geschafft – eine neue Gesellschaft wäre geboren, die frei wäre von Unterdrückung. Aus dem einfachen Grund, dass wir unser Leben politisch, wie wirtschaftlich, nicht mehr in dei Hände anderer lägen – weder vom Eigentum her, noch von den Entscheidungen her.
      Wir stürzen aus einem Hochhausfenster, wirtschaftlich gesehen, und sagen uns immer wieder dass wir ja einander nicht bräuchten… denn bis hier hin ging es ja noch gut. Immernoch denken wir dran unsere Schwächen vor den anderen zu verstecken, uns zu schämen, wie Andrea Nahles und andere Parasiten es uns einreden. Und schließlich, wenn es dann gar keine Auswege mehr gibt, dann haben sie uns so vereinzelt, dass sie uns leicht fertig machen können. Noch haben wir Zugänge zu Internet und Wohnraum, Nahrung und autodidaktischer Bildung – noch können wir uns wehren und vorsorgen!

    • nuevo

      „…dann dauert es nur noch einige Jahre, bis das auch nicht mehr geht. Was dann?“

      Aus dem Steuersong für Gerhard Schröder:
      „…dann kauf doch öfter mal bei Aldi, Lidl oder Penny Markt oder mal GARNICHTS ha ha ha“

      Damals hab ich noch gedacht, wir werden uns an dieses dreiste Lachen noch zurückerinnern.

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