Das war der Gipfel – Das ist der Gipfel

von Dirk Pohlmann.

Der Gipfel der 20 wichtigsten Industrienationen ist Geschichte. Historische Dimension hat er nicht, er wird völlig zu Recht in Vergessenheit geraten. Sein Abschlussprotokoll als sterbenslangweilig zu bezeichnen wäre eine Beschönigung. Hier die offiziellen Ergebnisse.

In der Klimapolitik sind sich USA und die anderen Staaten uneins. Die abweichende Position der USA wurde im Schlussdokument festgehalten. Wow!

„Protektionismus einschließlich aller unfairen Handelspraktiken“ soll bekämpft werden. Unglaublich! Man braucht aber keinen ortsunüblich hohen IQ, um sich auszumalen, dass in Zukunft alle Staaten betonen werden, nur „faire“ Handelspraktiken angewendet zu haben.

Und so geht es weiter. Alle beteiligten Staaten sprachen sich gegen Terrorismus aus. Sensationell! Man will Maßnahmen gegen die Flüchtlingskrise ergreifen. Sapperlot! Welche, sagt man lieber nicht. Es soll einen Waffenstillstand in Syrien geben. Das wäre nun wirklich gut. Allein, mir fehlt der Glaube, dass dem freien NATO-Westen an etwas anderem gelegen ist als einem erfolgreichen „regime change“ mit katastrophalen Folgen á la Libyen. Apropos: die Ukraine wurde auch besprochen. Zum Glück ohne jedes Ergebnis.

Was bleiben wird, ist die Erinnerung an umfangreiche gewalttätige Ausschreitungen mit einem hysterischen medialen Echo auf niedrigstem Niveau, nebst Talkshow mit Schwächen im Abgang (Bosbach) und folgenloser Ausladung (Ditfurth).

Ich versichere hiermit an Eides statt und glaubhaft, kein Jutta-Ditfurth-Fan zu sein, aber warum die eifrige Gemeinschaftskundelehrerin Fräulein Maischberger meinte, nach dem Abgang der beleidigten Leberwurst Bosbach auch die Nervensäge Ditfurth zum Abkühlen vor die Klassenzimmertür schicken zu müssen, bleibt unklar. Immerhin wurde die einschlägig vorbestrafte Jutta „Xanthippe“ Ditfurth doch wohl extra eingeladen, um genau diese Rolle in einer durchinszenierten ARD-Kindergarten-Aufführung zu geben?

Aber das sind alles Petitessen und meine Ironie kaschiert nur ohnmächtige Wut und Verzweiflung. Wenn man ein paar Meter von dieser G-20 Malaise zurücktritt und sich das Gesamtbild betrachtet, könnte man in Panik ausbrechen oder suizidal werden.

Die Menschheit steht vor existentiellen Problemen. Der Klimawandel bedroht unsere Lebensgrundlagen. Man verschone mich mit sophistischen Debatten, ob der Kohlendioxidanstieg Ursache oder Folge eines Temperaturanstieges ist. Tatsache ist, dass sich die landwirtschaftlich nutzbaren Zonen verringern, die Wüsten ausdehnen und der Meeresspiegel steigt. Das ist kein Stoff für leichtfertige Fake-News-Debatten, sondern eine tödliche Gefahr.

Wir erlauben uns angesichts dieser Lage eine hypertrophe Wirtschaftsordnung, die den blauen Planeten als Rohstofflieferant missbraucht, erstickt und vergiftet, die, wie Papst Franziskus richtig darlegte, „tötet“ und die von einer Supermacht beherrscht wird, deren Präsident viel zu große Ähnlichkeit mit Caligula oder Nero aufweist. Dessen Zukunftsvision ist, dieses Wirtschaftssystem wo immer möglich zu entfesseln und zu beschleunigen, sich die dafür nötigen Ressourcen militärisch zu sichern und das eigene Land gegen die globalen Folgen dieser Politik zu isolieren. Das ist der Gipfel – der Verantwortungslosigkeit.

Es ist ein Alptraum. Nicht genug, dass ein paar Länder über ein Nuklearwaffenarsenal gebieten, dass die menschliche Zivilisation vernichten kann- was für vernunftbegabte Wesen sowieso nach Notwehrmaßnahmen und einer sofortigen Entwaffnung der staatsterroristischen Geiselnehmer schreit- jetzt untersteht auch noch ausgerechnet das zerstörerischste Arsenal der aggressivsten Macht der Welt einem Präsidenten und einer Regierung, die aus dem Drehbuch einer bitteren Satire wie „Idiocracy“  stammen könnten.

Was jetzt nötig wäre, überlebenswichtig, wäre eine zukunftstaugliche Vision, wie der globale Zusammenbruch abgewehrt werden könnte – falls er überhaupt noch aufzuhalten ist. Wir haben wenig bis keine Zeit mehr. Wir brauchen so schnell wie möglich eine Wirtschaftsordnung, die sich dem ökologischen Primat unterwirft. Wir brauchen eine politische Philosophie, die sich mit dem Naturverständnis der „First Nations“ die Wissenschaft zu nutze macht, um überlebensfähigen Strategien zu entwickeln. Wir brauchen Politiker, die willens und in der Lage sind, diese Ideen in praktische Politik umzusetzen.

Angesichts dieser Lage besitzt die politische Klasse der wichtigsten Industrie-und Zerstörungsländer der Welt die Unverschämtheit, den G-20 Gipfel in Hamburg zu inszenieren.

Unsere Medien besitzen die Frechheit, uns eine Berichterstattung anzubieten, die das politische Süppchen von Parteien aufkocht, deren Horizont sich angesichts der Probleme auf die nötigen Prozentpunkte für die nächste Bundestagswahl beschränkt. Sie sind zu wenig mehr in der Lage, als die Realität nach Ereignissen zu durchforsten, die sie dafür nutzen können. Und die Medien dieses politischen Systems sind zu wenig mehr in der Lage, als diese Agenda 24/7 auf 50 Kanälen gleichlautend zu verbreiten.

Das führende Regierungspersonal dieser Länder braucht die Gewalt des G-20 Gipfels. Sie hilft ihnen, sich als Retter angesichts eines gewalttätigen Mobs zu inszenieren. Sie hilft ihnen, ihre Unfähigkeit zu kaschieren.

Eine zukunftsfähige Widerstandsbewegung darf sich deshalb nicht instrumentalisieren lassen. Sie sollte sich jenseits solcher ausbeutbaren Gewaltspektakel formieren. Sie muss Herrschaftsfähigkeit demonstrieren. Sie muss ein planetares Bewusstsein erzeugen, denn wir sind eine Spezies auf einer Erde. Sie muss kulturelle Unterschiede und Multipolarität ermöglichen, Vielfalt, Selbstverwaltung und Frieden schaffen. Vor allem: Frieden mit der Natur.

Aber unsere Medien setzen keine gesellschaftliche Agenda in diese Richtung, sie ermöglichen keinen politischen oder gesellschaftlichen Diskurs jenseits der Wirtschaftsinteressen. Sie sind die Echokammer einer Politik, die versagt hat und versagt.

Und wir alle sind idiotisch genug, das zu akzeptieren. Obwohl die Erkenntnis eiskalt durch unsere Nerven kriecht, sich langsam vom Bauch aus hocharbeitet und zunehmend das Bewusstsein durchflutet: Diese Casino-Kapitalisten, diese Politiker, diese Militärs sind keine Garanten einer lebenswerten Zukunft, sie haben nichts enkelkompatibles anzubieten.

Niemand wird uns retten, wenn wir es nicht selbst tun.

Es passt ins Bild, dass der Astrophysiker Stephen Hawking einerseits dafür plädiert, schnellstmöglich Technologien zu entwickeln, damit interplanetare Siedler die Erde verlassen können. Er rechnet damit, dass die Lebensbedingungen auf unserem Planeten eher früher als später eine Auswanderung nötig machen werden.

Anderseits warnt er davor, Radiosignale ins Weltall zu senden, um Kontakt mit fremden Lebensformen aufzunehmen. Denn, so warnt er, wir könnten dadurch gierige Aliens anlocken, die sich nur der Rohstoffe unseres Planeten bemächtigen wollen und die Menschheit wegschaufeln würden, so wie wir ein Ameisenvolk über einer Uranmine, oder den Lebensbaum von den Na´vi in „Avatar“.

Was Stephen Hawking, der angeblich bedeutendste Wissenschaftler unserer Zeit, damit zum Ausdruck bringt, ist nichts anderes, als das er die Menschheit für genau den tödlichen interplanetaren Heuschreckenschwarm hält, vor dem er uns warnt.

Die Menschheit – der Begriff muss präzisiert werden- bezeichnet dabei konkret die Herrschafts- und Management-Kaste des dominanten Wirtschafts- und Gesellschaftssystem der „freien Welt“. Es ist eben eigentlich nicht „die Menschheit“. Merkwürdigerweise haben wir uns angewöhnt, sobald es um konkrete Machtausübung der herrschenden Kaste geht, den Begriff der größtmöglichen Unbestimmtheit zu verwenden: „die Menschheit“. Das verschleiert zielführend die Machtstrukturen, und plötzlich ist der Bauer in Bangladesh im selben Maße für die Ökokatastrophe verantwortlich wie der Chef von Exxon Mobile. Dieser verbale Freispruch ist natürlich zweckdienlich – aber nicht für die Menschheit, sondern…

Also, dieses Wirtschaftssystem ist zerstörerisch, die dazugehörige Zivilisation unfähig, ihre Lebensgrundlagen zu erhalten. „Wir“ werden deshalb erst unseren Planeten zerstören, dann die Mehrheit dem Elend überlassen, während eine reiche, mächtige Elite sich einen Todesstern bauen wird, um andere Planeten zu erobern.

Aber ist diese Wirtschaftsordnung wirklich alternativlos? Ist Mammon der höchste Gott und andere Götter neben ihm nur Beiwerk? Ist der Kolonialismus des 19. und 20. Jahrhunderts, die machiavellistische Machtpolitik, die uns die USA/NATO in perfider Perfektion im 21. Jahrhundert vorführen, wirklich die einzige Herrschaftsform, zu der wir, oder besser: die „westliche Welt“ fähig sind?

Die USA haben jetzt ihren Herrschaftsanspruch auch über das Weltall angemeldet, sie wollen diejenigen sein, die interplanetare Schürfrechte vergeben, sie sind folgerichtig gerade dabei, eine neue Teilstreitkraft aufzustellen, ein Weltraumkommando, das ihre „Full Spectrum Dominance“ Strategie auf das Weltall ausdehnt. Das ist grotesk, größenwahnsinnig und hat doch Methode. Es fällt den US Militärstrategen wirklich nichts anderes ein, als so weiterzumachen wie auf der Erde. Hatte Präsident John F. Kennedy noch davon gesprochen, dass man Richtung Mond aufbreche, „nicht weil es einfach, sondern weil es schwierig“ sei, und den Eindruck erweckt, die USA würden sozusagen stellvertretend für die Menschheit diese Aufgabe angehen, geht es jetzt nur noch um hegemoniale Machtentfaltung. Dazu kommt „Denial of Access – Den Zugang verwehren“ für die anderen, schließlich noch ein bisschen medialer Propagandagoldstaub oben drüber („Die USA werden über das Weltall wachen“), sowie für die eigene Bevölkerung der Verweis auf die „gottgewollte Außergewöhnlichkeit“ der USA (Exceptionalism). Mit dem amerikanischen Auserwähltheitsglauben, dem „Manifest Destiny“-Konzept ging bereits der Genozid an den amerikanischen Ureinwohnern leichter von der Hand. Warum ihn also nicht auch auf das Weltall ausdehnen, wo vielleicht echtes „Unobtanium“ lockt, der fiktive Rohstoff aus dem Film Avatar?

Wollen wir wirklich dabei zusehen? Mitmachen? Ein bisschen mitverdienen am Verbrechen?

Die USA haben sich als Vormacht der westlichen Welt in einigen Hollywoodproduktionen selbst treffend dargestellt. Kinofilme und Computerspiele sind die derzeit besten Mythenschmieden, die in einer Erzählung die Gesamtgestalt unserer Zeit darstellen. Elysium ist kein Paradies, sondern der Horror. Wir sind die Titanic-Zivilisation. Wir brauchen für unser Überleben Yoda und die Weisheit der Na´vi, um wieder menschlich werden zu können.

Was ist zukunftsfähig? Darüber sollten wir gemeinsam reden, angestrengt nachdenken, die klügsten Köpfe in öffentlichen Wettstreit treten lassen. Wenn es ARD und ZDF nicht tun – und ich habe da keine Hoffnung- dann gibt es doch mittlerweile die Alternativmedien.

Wir können Zbigniew Brzezinski, Bill Gates und Robert Kagan als Ideengeber vergessen, Davos, die Atlantikbrücke und G20 Gipfel abhaken.

Die USA haben keine Zukunftsvision mehr anzubieten. Sie haben bereits nach dem Ende des Kalten Krieges bewiesen, dass sie keine höheren Ideale besitzen, als Macht an und für sich, als sich Zugang zu allen Ressourcen der Welt zu verschaffen.

Was wäre mit der Kombination eines visionären US Präsidenten und Michail Gorbatschow nach dem Ende der alten Sowjetunion alles möglich gewesen?! Man darf gar nicht darüber nachdenken, es schmerzt zu sehr. John F. Kennedy hätte wohl zur Abschaffung der Atomwaffen aufgerufen. Die Vorherrschaft des Rechts über die Politik war erstmalig eine Möglichkeit. Immanuel Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“ war Möglichkeit geworden, kein bloßes Nachdenken über die Bedingungen der Möglichkeit.

Die Reagan-Regierung und ihre Bush et. al. Nachfolger haben stattdessen versucht, sich die Erdgas und Erdölressourcen des geschwächten Russland anzueignen – und dadurch das Vertrauen der Russen nachhaltig zerstört. Sie haben einen Krieg in Panama geführt, um mit einem billigen Sieg auf Kosten eines Zwergstaates ihr Vietnam-Trauma zu überwinden, und dann gleich danach den ersten Golfkrieg 1991. Kurz gesagt, sie haben die Friedensdividende verzockt, sie haben angesichts der historischen Chance auf eine neue Zivilisationsstufe der Menschheit komplett versagt. Gorbatschow wirft den USA zu recht Triumphalismus vor. 1776 war die USA die Hoffnung der Menschheit. Heute ist die Situation noch schlimmer als 1991 und die USA werden von der Mehrheit der Weltbevölkerung als die größte Gefahr für den Weltfrieden eingeschätzt. Amerika hat immer wieder bewiesen, dass es völlig ungeeignet für die Position ist, die es sich durch seine militärische Übermacht anmaßt: die des Welt-Hegemon.

Wir werden statt Geostrategen Geoschamanen brauchen. Viele Machtzentren statt einem. Wir werden Ideengeber brauchen. Menschen wie den Schriftsteller Dirk C. Fleck, der in seiner equilibristischen Maeva Romantrilogie eine konkrete Utopie und Dystopie entwirft, eine Lektüre, die ich allen Lesern empfehle. Oder die Ideen von Joseph Beuys, der einem toten Hasen seinen Kunstbegriff erklärte. Das ist kein Scherz, wir brauchen Beuys Honigpumpe, seine Idee der sozialen Plastik. Das ist kein elitärer Dünkel, ich empfinde seine Impulse immer noch als die zukunftsfähigsten Wegweiser, die ich kenne. Ich lade zum Googlen ein, Beuys „staatlich zerstörte Fettecke“ zeigt weit über Hamburgs G-20 hinaus.

Wir brauchen konkrete Utopien, freiwillige Experimente außerhalb des bestehenden Wirtschafts- und Gesellschaftssystems. Die Versuche alternativen Wirtschaftens im Kapitalismus werden ausnahmslos vom Kapitalismus gefressen, weil er die Regeln definiert. Die alternative Landwirtschaft hat die Agrarproduktion nicht revolutioniert. Der Ökolandbau vegetiert in einer 5%-Nische dahin. Nicht weil er schlecht funktioniert und deshalb zu Recht aussterben sollte, sondern weil er sich an die Regeln des Kapitalismus anpassen muss, statt umgekehrt. Der Kapitalismus fragt nicht: Bleibt der Boden lebensfähig? Sind die Lebensmittel gesund? Schaffen wir Lebensraum für andere Arten? Sondern nur: was kostet es? Erzielen wir den größtmöglichen Profit? Kapitalismus schafft keine Demeter-Betriebe mit zufriedenen Kühen, sie sind ihm wesensfremd. Er produziert wesensgemäß Unternehmen wie Monsanto. Seine Landwirtschaft induziert das Bienensterben. Kapitalismus sorgt auch nicht dafür, dass man Kunststoffe aus Lignin entwickelt, die kompostierbar sind, um das gigantische Problem der Mikropartikel in den Weltmeeren zu lösen. Unter der angeblich so unendlich weisen Herrschaft seiner „unsichtbaren Hand“ werden weiter PET Flasche produziert, weil sie 2 Cent billiger sind.

Es ist doch lächerlich: überall feiern wir „Innovation“. Nur beim Wirtschaftssystem selbst glauben wir mit religiöser Verbohrtheit an den Kapitalismus, der unveränderlich, ungeschaffen, außerhalb aller Zeit war, ist und immer sein wird. Auch das ist der Gipfel – der Idiotie.

Last not least: wir werden dem weiblichen Prinzip, dem Lebendigen, freiwillig und aus Einsicht Macht einräumen müssen, wenn wir auf bessere Zukunftsideen kommen wollen. Dafür sorgt man am besten, wenn man Frauen wichtige Dinge entscheiden lässt, vielleicht sogar einige Dinge alleine. Auch hier können wir von den Indianern lernen. Die Cherokee ließen ihre Frauen über den Krieg mitentscheiden. Es gäbe wohl kaum eine vernünftigere Idee der Geschlechtertrennung, als nur Müttern die Entscheidung über Krieg und Frieden zu überlassen. Oder, wie Tsutomo Yamaguchi es ausdrückte, der beide Atombombenexplosion von Hiroshima und Nagasaki (!) überlebte: „Die einzigen Menschen, denen erlaubt werden sollte, Länder mit Nuklearwaffen zu regieren, sind Mütter, und zwar die, die noch ihre Säuglinge stillen.“

Was wir brauchen ist Experimentierfreude, Mut und Gelegenheit zur Umsetzung. Man wird sie uns nicht schenken, im Gegenteil, man wird sie mit allen Möglichkeiten des US-Geheimdienststaates bekämpfen, wie bei Mossadegh, Arbenz, Allende und Palme. Wir werden sie uns ertrotzen müssen. Wir brauchen kein starres Programm, kein neues Manifest, sondern die Überprüfung der Lebensfähigkeit. Wir müssen „klug wie die Schlangen sein, und ohne Falsch wie die Tauben“ wie es in der Bibel heißt. Aber: „Ohne die Rose tun wir´s nicht“ – weil es sonst nichts wird.

Die Zukunft, wenn es denn eine geben wird, wird abseits der G-20 Gipfel geschaffen werden. Von uns selbst. Oder gar nicht.

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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29 Kommentare zu: “Das war der Gipfel – Das ist der Gipfel

  1. Wir erlauben uns angesichts dieser Lage eine hypertrophe Wirtschaftsordnung, die den blauen Planeten als Rohstofflieferant missbraucht, erstickt und vergiftet, die, wie Papst Franziskus richtig darlegte, „tötet“ und die von einer Supermacht beherrscht wird, deren Präsident viel zu große Ähnlichkeit mit Caligula oder Nero aufweist. Dessen Zukunftsvision ist, dieses Wirtschaftssystem wo immer möglich zu entfesseln und zu beschleunigen, sich die dafür nötigen Ressourcen militärisch zu sichern und das eigene Land gegen die globalen Folgen dieser Politik zu isolieren. Das ist der Gipfel – der Verantwortungslosigkeit.

    Wir erlauben uns das alles, weil wir alle der Ansicht sind, dass es ohne gegenseitiges Wegnehmen nicht geht. Das bekommen wir von klein auf eingetrichtert in dem wir lernen mit dem Tausch über Geld umzugehen und dieses als alternativlos zu betrachten. Irgendwie beschweren sich alle, dass das alles so behinderte Auswirkungen hat, wenn man aber mal fragt wie es mal mit dem Versuch ohne Geld wäre, dann erntet man entgeisterte Gesichter in deren Schädeln gähnende Leere herrscht, weil man sich das garnicht vorstellen kann.

    Das alles heißt Kapitalismus, weil es ums Kapital geht.
    Ihr könnt alle lange hoffen, dass diese Welt plötzlich mit den Regeln ausgestattet sein wird, dass der Missbrauch der Möglichkeiten, die die Existenz des Kapitals erst ermöglichen, endlich aufhört.

    Wenn wir verstehen, dass wir kein Geld brauchen um etwas zu tun, sondern wir uns das über Jahrhunderte hinweg alles nur ausgedacht haben um uns gegenseitig auf den Keks zu gehen und zu erpressen, dann schaffen wir vielleicht auch den Sprung in ein nachhaltiges kooperatives Miteinander. Wir haben es mit Geld zwar hierher geschafft, stehen jetzt aber an der Schwelle es anders tun zu können.

    Der Planet stellt doch alles kostenfrei zur Verfügung. Warum fangen wir dann nicht an, es einfach sinnvoll zu verteilen? Am Ende werden wir sowieso sterben. Warum soll der Weg bis dahin also unnötig schwer sein, wenn er das garnicht mehr sein müsste?
    Es wird über so viel geschimpft und über so viel diskutiert, aber an die Wurzel von allem, an das Geld bzw. den Tausch, will man nicht ran. Und da finde ich, sind wir derart hirngewaschen, dass wir uns das garnicht mehr vorstellen können.

    Wer kann mir diese eine Frage sinnvoll beantworten:

    Warum muss man tauschen, nur weil man arbeitsteilig ist?

    Mal ein Beispiel, dass es manchmal dennoch einfach so geht:

    Ich war auf einem Klassenfest meiner Tochter.
    In der Zeit bevor es stattfand, ging es natürlich darum, wer etwas mitbringen möchte/kann.
    Als es stattfand, gab es einen reich gedekten Tisch und jeder hat sich einfach genommen.
    Sicherlich waren auch Leute da, die garnichts mitgebracht haben.
    Das schien aber niemanden zu stören. Auch schien niemand ermitteln zu wollen, ob nun die Mami, die riesigen Aufwand beim Kuchenbacken hatte und dafür vielleicht auch nen Haufen Geld für Zutaten ausgeben musste, einen Ausgleich von demjenigen haben sollte, der einfach beim Bäcker drei Baguette in nicht mal zwei Minuten für weniger als drei Euro besorgt hat. Es hat keiner darauf geachtet, ob nun auch jeder etwas beigesteuert hat. Es war allen völlig wurscht, weil es dabei scheinbar nicht ums Geld ging.

    Ein Gedankenexperiment ist es allemal sich vorzustellen, was passieren könnte, wenn wir den Vertrauenskreis mal nicht nur um die eigene Familie und die eigenen Freunde, sondern mal um alle Menschen der Welt ziehen würden und darauf vertrauen würden, dass die dann dennoch weiter irgendeiner Arbeit nachgehen würden, auch wenn der Anreiz Geld weg wäre.

    Horcht tief in Euch hinein, wenn ihr darüber nachdenkt und beobachtet was sich in Euch dagegen wehrt und warum.

    Ich frage mich immer, was wohl die Mathematiker vor hunderten von Jahren angetrieben hat diese ganzen meeega langweiligen mathematischen Probleme zu lösen. Geld war es sicher nicht. Und dennoch haben die da Zeit und Kraft investiert… Was hat die nur angetrieben???

    Aaaaaah. Vielleicht war es Begeisterung oder Spaß und nicht Geld!?!

    Geld ist nichts weiter als das Vertrauen darauf, dass ich etwas bekomme, wenn ich eine bestimmte Menge davon hergebe. Im Familien, Freundeskreis und manchmal sogar in der Nachbarschaft brauchen wir das meist nicht. Da vertrauen wir lieber auf die Menschen. Geht es darüber hinaus, dann sieht es anders aus. Sicher hat jeder schon mal den Satz gehört Das steht mir zu, denn ich habe dafür bezahlt!.

    Zusätzlich werden wir überall mit Nachrichten zugebombt, die uns vermitteln, dass man niemandem vertrauen kann. Auf den Großteil der Menschen kann man meiner Ansicht nach aber vertrauen. Die meisten wollen Keine Ausbeutung und kein Leid.

    Wenn wir uns vom Geld verabschieden würden, wäre die einizige Frage, die dann für die Menschen und die Länder bleiben würde:

    Wie sichern wir unseren Zufluss an Nahrung und Rohstoffen wenn wir dann keinen mehr über Geld erpressen können?

    Kleiner Hinweis:
    Die Waffe muss der/die Soldat/in dann auch nicht mehr bedienen, da er/sie nicht mehr auf das Gehalt der Armee angewiesen ist.

    Bleibt friedlich…

    Ich

  2. Hallo, Vizero – Du hast recht. Ich habe mich falsch ausgedrückt. Ich hätte sagen sollen: „Wenn Du hier über das Weibliche Prinzip sprichst, denke ich an Merkel und vor allem an von der Leyen, die zwar äußerlich weiblich scheinen, aber mit dem Weiblichen Prinzip nichts zu tun haben.“
    Schön, dass Du sagst, auch Männer können nach diesem Prinzip denken und handeln. Der Begriff ist eben, wie so oft, irreführend, und wenn man an seiner Oberfläche bleibt, kommt es leicht zu Missverständnissen. Es ist nicht wichtig, ob man einer Frau oder einem Mann die Entscheidung über Krieg oder Frieden anvertraut, sondern ob man dafür einen Menschen wählt, der das Leben (nicht nur sein eigenes) liebt und achtet. Nennen wir es doch einfach: Weibliches Prinzip.

  3. Wer ist eigentlich wann auf die Idee gekommen, dass dieser Planet, der uns mütterlich bewirten wollte, unser willkürlich verfügbares Eigentum sei und er sich und alle seine andersartigen Geschöpfe nur für uns zum Vernutzen bereit halte?

    • Das waren die unzähligen Autoren der Bibel: Macht euch die Erde untertan. Und das war die katholische Kirche, der weltweit größte und ältesten Konzern mit einem heute nicht mehr so einmaligen Geschäftsmodell. Denn dieser Konzern hat sich die Bibel so zusammengeschustert, wie es ihr in den Kram paßte. Unerwünschte Autoren und Versionen wurden verbannt. Das ist natürlich eine verkürzte Darstellung, denn das Alte Testament wurde ja bereits von den Israeliten geschrieben, die damals wegen ihrer blutigen Opferrituale aus dem Land gejagt wurden.

    • Ja, genau, Peter Pan. Aber Martin Luther war ja auch nicht von Pappe. Sie Dir mal die 43-minütige Doku:
      „Die dunkle Seite Martin Luthers“ auf youtube an! Da bin ich im nachhinein noch heilfroh, dass ich gar nicht erst getauft wurde und meinem Vater dankbar, dass er später selber aus der Kirche ausgetreten ist.
      Trotzdem- oder gerade deshalb- ist Jesus von Nazareth für mich in unmissbrauchter Form immer gegenwärtig.

    • „Das waren die unzähligen Autoren der Bibel: Macht euch die Erde untertan“

      Die Autoren der Bibel meinten damit, dass man sich um die Erde kümmern soll. Der christlich-biblische Umgang ist zutiefst menschlich und gütig zur Schöpfung.

  4. Ich habe heute ausnahmsweise mal Radio gehört, es lief ca. 3 Stunden Nachmittags. Die bewegende Frage an der sich auch Zuhörer per Anruf beteiligen konnten lautete: ist es schlimm wenn Apple sein neues I-Phone nicht fristgerecht fertig stellt und ein paar Wochen länger braucht?
    Es entstanden angeregte Wortwechsel, das war der Inhalt dieses Nachmittags. Ich spar mir jeden weiteten Kommentar. Es wird wohl schlimm enden. Ich denke ja, der Mensch ist fähig sich selbst auszurotten, die Natur wird zurück kehren wenn der Mensch mal weg ist, da bin ich mir ziemlich sicher. Schade nur, wir könnten hier und heute im Paradies leben, wir könnten alle saubere Energie haben, gute Nahrung, im Einklang mit einer wunderschönen Natur und Welt. Allein die Gier und die Stumpfheit stehen dabei im Wege. Und doch, ich hoffe.

    • Leider strahlt die Sonne heute etwa doppelt so stark, wie noch zu Zeiten der Ursuppe. Wenn wir den Point-Of-No-Return im Treibhauseffekt erreichen, dann wird die Erde so heiss dass DNA nicht mehr existieren kann. Dann würden wir nicht nur alle „höheren“ Lebensformen vernichten, sondern alles uns bekannte Leben. Leider ist es sogar so, dass es aus Sicht des Planeten besser wäre, wir würden uns in einem Atomkrieg auslöschen. Leider scheinen die Menschen aber deutlich mehr Angst davor zu haben als vor dem Klimawandel.

  5. Schade, dass dieser hervorragende Artikel fast nur von jenen Personen gelesen wird, welche die Misere schon lange erkannt haben und darunter leiden. Der Raubbau an unserem Planeten ist bereits so weit fortgeschritten, dass die Abwärtsspirale nicht mehr zu stoppen sein wird. Die Erde wird uns abschütteln wie lästige Zecken und sich ohne die Spezies homo sapiens wieder erholen, Katastrophen erleiden, wieder lebenswerte Bedingungen bieten und diesen Zyklus beibehalten, wie sie es schon seit Milliarden von Jahren tut. Schade ist, dass die Missgeburt Mensch einerseits zu genialen Erfindungen und Errungenschaften fähig ist, andererseits sich als eine dumme, gierige und aggressive Masse darstellt, die sich von einer ganz kleinen Gruppe aber deren mächtigen Medienapparat, Lobbyisten und Politdarstellern manipulieren, ins Unglück treiben lässt und das auch noch für normal, gottgegeben und unvermeidlich hin nimmt.

    • Wenn dieser Planet den Schädling Mensch nur „abschütteln“ könnte wie „lästige Zecken“, wäre das sogar noch die harmlosere Variante. Es ist aber leider auch die Möglichkeit denkbar, dass diese undankbaren Nutzniesser ihn vor ihrem eigenen Untergang mit den Scalarwaffen sogar noch vollständig zerstören, zur Spaltung bringen oder er seine Halterung verliert und ins Weltall geschleudert wird. (Buch: „Kriegswaffe Planet Erde“, Rosalie Bertell). Wer weiß?

  6. Da hat Dirk Pohlmann aber brillant in die alte Leier gegriffen, was man ja nicht oft genug tun kann. Ich schätze seinen forschen Stil sehr, immer frei nach dem Dramatiker Christian Dietrich Grabbe (1801 – 1836): Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung. Inhaltlich gibt es nichts auszusetzen, auch mit dem Aufbau (Dramaturgie) darf man zufrieden sein. Ein großartiger Artikel, der den Autor sicherlich hat spüren lassen, wie sich der heilige Zorn auf unsere Spezies anfühlt, wenn man die Ansprache an sie immer wieder mit verheerenden Fakten belegen muss, es aber gleichzeitig als seine Pflicht ansieht, ihr mit (machbaren) Visionen zu begegnen, von denen man jedoch weiß, dass diese orientierungslose Ameisenschar namens Menschheit sie auf dem brennenden Baumstamm Erde weder versteht noch umsetzen kann (wird). Daumen hoch für eine starke, aber völlig überflüssige, weil wirkungslose journalistische Leistung. Die Mahn-Wesen pflanzen halt ihre Apfelbäumchen …

    • Überflüssig find ich den herablassenden Kommentar und den spöttischen Zynismus. (.. Die Mahn-Wesen planzen halt ihre Apfelbäumchen..)

    • Alles ist miteinander verbunden. Diese Sichtweise vertrat u.A. Hans-Peter-Dürr.
      Eine gute Idee zu Formulieren, ein Lob auf Ihre Bücher und dennoch letztlich mit der Bezeichnung:

      Daumen hoch für eine starke, aber völlig überflüssige, weil wirkungslose journalistische Leistung.

      dies zu „wertschätzen“ – damit schaden Sie sich letzlich auch selbst. Denn Jemand, der Ihre Werke würdigt, den mit seinem Beitrag als „überflüssig“ zu qualifizieren… nunja. So ist meine Meinung dazu.

      Ich fand Ihr Erscheinen bei Nuoviso zu G20 übrigens positiv.

      Was der gewünschten Veränderung, die Sie, Herr Pohlmann , viele andere vermutlich und auch ich wünschen fehlt:

      ein Mix.

      Ein Mix aus mehreren Dingen:

      1. Eine journalistische Arbeit, die viele Netzwerke, Geldströme / Muster etc. aufzeigt ( gibt es ja zum Teil schon)

      2. Direkt zu solchen aufgezeigten Vernetzungen und Negativberichten : Lösungsideen / Lösungsmuster ( gibt es zumindest rudimentär)

      3. Eine Vernetzung von Journalisten zu Friedensaktivisten und anderen Organisationen, die dem Frieden zugeneigt sind und bei entsprechender Infos auch aktiv auf die Strasse gehen wollen würden.

      4. Mediale Gegenberichterstattungen, sobald die Mainstreampresse mal wieder Unsinn erzählt, oder wichtige Gesetze im Sommerloch zu verschwinden drohen. Damit die Masse der Menschen theoretisch auch regelmäßig lernt: erstmal sacken lassen – sich nicht verwirren lassen vom Mainstream; erstmal Dinge aufklären lassen, bevor emotionale Panik zugelassen wird.

      5. Eine regelmäßige und dynamische Kommunikation alternativer Medien ( die ähnliche Ziele verfolgen) untereinander und mit der Community.

      6. Dokumentation von erfolgreichen Aktionen und Veränderungen.

      7. Würdigung von positiven Events und Planung neuer Strategien.

      8. Ein Gremium / Kommitee, was neuen Input systematisch sammelt und auswertet

      9. ….

      —————–

      Das alles sollten einige Menschen verstehen.

      Hauptsächlich die Menschen, die viele andere Menschen erreichen.

      Aber auch die Menschen, die gerne etwas negatives suchen und finden möchten.

      Ohne positive Visionen und Utopien und Würdigung kleiner Erfolge wird die Welt stückweise bergab gehen.

      Denn alle Menschen, die für sich persönlich negativ etwas empfinden, strahlen dies in ihrem Umfeld aus – und ggf. auch einem breiteren Publikum, wenn sie dies öffentlich in den Kommentaren, Gesprächsrunden oder Beiträgen formulieren.

      Kein Mensch ist wertlos.

      Und alles kann auch als Chance genutzt werden.

      Wenn die Punkte 1-9 aber nicht von einigen „Machern“ der Medien und vielen anderen Usern verstanden werden und Lösungen zur Vernetzung und Veränderung einer Medienlandschaft genutzt werden…

      dann kann ich Ihren Kommentar :

      Daumen hoch für eine starke, aber völlig überflüssige, weil wirkungslose journalistische Leistung.

      letztlich vollends unterstützen.

      Aber: wer bestimmt, wann die letzte Möglichkeit zur „Nutzung“ und „Veränderung“ besteht?

      Jeder einzelne Mensch selbst.

      Selbst wenn das System BIS, Staat etc. immer straffer gemanaged werden sollte.

      Es sind am Schluß immer noch Menschen auf der Welt – jeder einzelne entscheidet jederzeit individuell, ob er nun sich Gedanken über Lösungen machen möchte, oder lieber sagt „alles überflüssig – alles wirkungslos – alles hinfällig – ich geh jetzt sterben..auf Wiedersehen…“

      https://kenfm.de/christian-kreiss-profit-und-kreislauf-leistungsloser-einkommen/#comment-119332

    • Zum Glück war Zynismus nur anfangs vorhanden und und man wurde dem des Artikels gerecht!!

      Die Erde weint
      von Viktoria Brandt

      Die Erde weint,sie ist alleine.
      Der Mensch hat viel kaputt gemacht,
      Sie ist so groß man macht sie kleiner,
      sie fühlt sich einfach ausgelacht.
      Und was noch kommt, das weiß noch Keiner,
      es haben viele im Verdacht.
      Der Kreis wird niemals mehr gereinigt.
      Die Zukunft steht in Menschensmacht.
      Aber wie lange weiß noch keiner,
      es kann sich ändern über Nacht,
      es kann auch sein,dass es nur einmal
      auf dieser Erde ganz laut kracht.
      Was ist danach, ob wir dann weinen,
      ob es uns überhaupt noch gibt?
      Wir alle müssen uns beeilen,
      damit die Erde uns vergibt.

    • An InDubioCuibonokurzgesagt:
      Da haben Sie völlig recht, meine ich, sie sprechen mir aus der Seele. Ich bin deswegen demnächst auch bei NuoViso.

      wegen des Kommentars von Dirk Fleck:
      ich bin mit meinem Namensvetter mittlerweile befreundet und weiß, was er damit ausdrücken will. Von oben herab ist er nun gar nicht, obwohl ich verstehe, dass man sein Posting so verstehen könnte, falls er ein anderer wäre, so ein Marketing-Werbeagentur-Industrieschamane mit Pferdeschwanz oder Glatze plus schwarzer Brille und Rasierklingensätzen. Er ist aber gar nicht so. Er wird um so mitfühlender, je verletzter sein Gegenüber ist. Er ist so gutwillig, dass ich ihm den Spitznamen „Flipper“ verpasst habe, weil er einen unglaublichen Draht zu sensiblen Seelen, Kindern und offenbar Frauen ganz generell hat. Es gibt eine erstaunliche Anzahl von Menschen, die ihm einfach vertrauen – und die sind auf dem richtigen Dampfer unterwegs, nicht auf der Titanic. Dirk C. Fleck ist nur -leider- davon überzeugt, dass „der Drops gelutscht ist“, womit er den ökologischen Kollaps meint, und dass jegliche Aufklärungsarbeit Luthersches Apfelbäumchenpflanzen ist. Dafür spricht ja leider einiges. Mir fällt dazu aber auch das Gedicht von Benn ein. Dann geht es eben genau darum: ein Apfelbäumchen pflanzen.

      Zum Thema weibliches Prinzip. Ich meinte damit mehr als „Gleichberechtigungsbeauftragtenprosa“. Ich verstehe das Argument mit von der Leyen gut. Mir fällt auch immer Thatcher ein, wenn ich so etwas sage. Ich meine damit aber einerseits die Frauenverachtung in der Philosophe (die ich liebe) und vor allem in den monotheistischen Religionen. Unserer Kultur fehlt die Verehrung des Weiblichen – und ich meine, das ist ein entschidender Mangel. Aber anderseits möchte ich das weibliche nicht auf einen so hohen Sockel stellen, dass die Frauen schön weit weg von der Realität sind, und nicht die Kreise der Männer stören. Es geht immer auch konkret um Macht und das Recht, von der Norm abzuweichen, ohne bestraft zu werden, also um Freiheit. Und die bitte künstlerisch betrachtet, nicht mit Guillotinen-Juristerei. Ich hoffte, durch meine Ausdrucksweise beides benannt zu haben, aber es ist eben ein weites Feld, dass zu Missverständnissen einlädt. Aber der Satz des Atombombenopfers spricht für sich selbst, dachte ich. Und die Cherokee hatten nach einigen Quellen eben einen Friedens und Kriegshäuptling und einen Frauenrat, der sozusagen als letzte Kammer über Krieg entschied. Und das hat mich umgehauen, als ich es gelesen habe. In so einer Gesellschaft wird wohl evolutionär keine Maggy Thatcher erzeugt, die ist Erscheinungsform des viktorianischen Manchester Kapitalismus und Imperialismus. (Noch so ein Beispiel: Königin Viktoria)

      Specht hat mich verstanden!

    • Vielen Dank Herr Pohlmann für Ihre Antwort.

      Ich werde wohl häufiger meine Ideen hier wieder vervielfältigen wollen. Wenn Sie es ebenfalls als positiv ansehen, bestärkt es mich, konstruktiv weitere Ideen einfliessen zu lassen.

  7. Lieber Herr Pohlmann! Das finde ich sympathisch, dass Sie hier Dirk C. Fleck und Joseph Beuys als gute Inspiratoren nennen. Mit Steven Hawkins konnte ich auch noch nie etwas anfangen. Wer weiß, ob der nicht mittlerweile nur noch von vorgefertigten Blättern abliest.
    Joseph Beuys habe ich noch persönlich erlebt und ich habe auch erlebt, dass man gut dran tat, wenn man sich in der Nähe seiner Ausstellungsobjekte aufhiellt, so wie er tatsächlich einmal geraten hat. Ich habe ihn in den 1970er Jahren in einem großen, gerammelt vollen Vortragssaal erlebt, in dem die Luft nur so von Aggressionen gegen ihn schwirrte. Es waren nur erst ganz wenige damals , die bemerkt hatten, was mit diesem Menschen wirklich los war. Er hatte Fähigkeiten und Einsichten auf einer -der wichtigsten und wirkungsmächtigsten- Ebene, von der heute die meisten noch nicht einmal träumen. Er war dafür bekannt, dass er seine Kunststücke für eine Ausstellung immer selber sehr genau auf Millimeter genau und in bestimmtem Winkel im Raum verteilte – mit gutem Grund. Wenn man sich richtig dabei plazierte, konnte man es spüren. Er war wirklich so etwas wie ein „Schamane“… Ein ganz Großer!

  8. So sehr ich den Artikel unterstütze – Beim Weiblichen Prinzip denke ich an Merkel und vor allem an von der Leyen. Die Entscheidung über Krieg und Frieden liegt unter anderem in den Händen dieser beiden Frauen. Ich kann nicht sagen, dass mich das beruhigt.

    • Genau mein Gedanke. Merkel hat zwar keine Kinder, Panzer-Uschi dafür umso mehr, und die denkt trotzdem nur ans Aufrüsten. Bevor man Frauen darüber entscheiden lässt, ob Männer in den Krieg geschickt werden, sollte man vielleicht erst mal die Soldaten fragen, ob die Lust zum Sterben haben.

    • Diese beiden „Frauen“ sind letztlich deswegen „erfolgreich“, weil sie wie Männer agieren, weil sie sich die Verhaltensweisen von Männern angeeignet haben – nicht etwa vordergründig, indem sie sich wie Männer kleiden oder sich Bärte ankleben, sondern vielmehr in ihrer grundsätzlichen Haltung. Irgendwelche Frauenquoten, von denen man sich einst erhofft hatte, daß in Führungsetagen auch das „weibliche Prinzip“ – Weichheit, Empathievermögen, mehr Zuhören als Schwätzen usw. – vertreten sei, bringen daher gar nichts, außer daß sie den Menschen die Illusion verschaffen, mit einer Frau an der Spitze würde nun automatisch alles besser.

      Es ist nicht wirklich ein Zeichen von Gesundheit, sich einer krankhaften Gesellschaft anzupassen.

    • Es gibt aber durchaus auch Frauen, die im Sinne des „weiblichen Prinzip“ viel heilsames tun. Beispiel: die Physikerin und Umweltaktionistin aus Indien Vandanà Śivà, die für indische, von MONSANTI&CO geschädigte Bauern z.B. u.a. eine private Samenbank angelegt hat, wo die sich kostenlos wieder fruchtbare neue Samen holen können. Sie weiß genau, was los ist und spricht es in der Öffentlichkeit auch aus. Hier ein Teil Ihres Textes aus dem Vorwort für das Buch: „Kriegswaffe Planet Erde“, das unter großen Schwierigkeiten auch in Deutsch erscheinen konnte(„Planet Earth-the latest weapon“) Sie war übrigens auch in Hamburg. Aber es berichtet niemand darüber.

      „Wir befinden uns inmitten einer epochalen Auseinandersetzung – einem Wettstreit zwischen den Rechten der Mutter Erde und den Rechten der Konzerne und militarisierten Staaten.
      (…)
      Es gibt „planetare Kriege“, die mithilfe von Geo Engineering stattfinden- wie die Schaffung künstlicher Vulkane, das Düngen der Ozeane mit Eisenpartikeln und die Ausbringung von Reflektoren am Himmel, um zu verhindern, dass die Sonne auf die Erde scheint, so als ob die Sonne ein Problem wäre und nicht die Gewalttätigkeit der Menschen gegen die Erde und ihre arrogante Ignoranz im Umgang mit ihr….“

    • Zitat „Beim Weiblichen Prinzip denke ich an Merkel und vor allem an von der Leyen.“
      Du hast da etwas nicht richtig verstanden. Das weibliche Prinzip hat nichts mit Merkel, Thatcher und co. zu tun, sondern eher mit Menschen wie Petra Kelly und ähnlich denkenden/handelnden, auch Männern.

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