David gegen Goliath an der Wall Street? | Von Ernst Wolff

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

In der vergangenen Woche kam es an der Wall Street zu Turbulenzen, die weltweit große Aufmerksamkeit erregten. Einzelne Aktienkurse schossen auf Rekordwerte, stürzten kurze Zeit später ab und sorgten anschließend für Kursschwankungen in nie gekanntem Ausmaß.

Die Mainstream-Medien verbreiteten umgehend folgende Version der Ereignisse: Große Gruppen von Kleinanlegern hätten sich über Trading Apps wie Robinhood und WallStreetBets zusammengetan, gierige Hedgefonds durch gezielte Aktienkäufe in die Enge getrieben und den Marktgiganten damit den Fehdehandschuh hingeworfen.

Die Crowd gegen das Großkapital – das klingt nach einer hollywoodreifen Auseinandersetzung zwischen David und Goliath und lässt die Menschen aufhorchen. Doch leider hat diese Darstellung der Ereignisse mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun. Es handelt sich nämlich um ein abgekartetes Spiel, bei dem Davids bitteres Ende vorprogrammiert ist.

Schauen wir uns die Vorgänge einmal genauer an:

In den vergangenen Jahren sind immer mehr provisionsfreie Trading Apps auf den Markt gekommen, die es vor allem jungen Leuten sehr einfach machen, online mit Aktien zu handeln. Dieser Trend hat sich im vergangenen Jahr erheblich verstärkt. Während des Lockdowns haben viele junge, zum Teil arbeitslose Menschen zu spekulieren begonnen. Dadurch ist ein Markt entstanden, der allein in den USA inzwischen die Eine-Billion-Dollar-Grenze überschritten hat.

Da die meisten dieser Neulinge, Neotrader genannt, vom Spekulationsgeschäft so gut wie keine Ahnung haben, stellen die Anbieter Plattformen bereit, auf denen der einzelne User nachsehen kann, wie seine Mitstreiter traden. So kommt es häufig zu einer Art Schwarmbildung, die den Kurs einzelner Aktien in die Höhe treibt.

Das nimmt wegen der Naivität der Beteiligten bisweilen bizarre Züge an.

So sind zum Beispiel die Aktien des US-Autovermieters Hertz nach dessen Insolvenz im vergangenen Sommer plötzlich um fast 1500 Prozent gestiegen, weil sich ein Schwarm von RobinHood-Tradern darauf gestürzt hatte.

In der vergangenen Woche konnte man nun ein ähnliches Phänomen beobachten, das allerdings erheblich größere Auswirkungen hatte und daher hohe Wellen schlug: Trader von WallStreetBets und RobinHood trieben die Aktienkurse der Unternehmen GameStop und AMC in aberwitzige Höhen.

Beide Firmen sind zwar nicht insolvent, stecken aber in großen Schwierigkeiten: GameStop ist eine strauchelnde Einzelhandelskette für Videospiele und Equipment, deren Geschäft seit Jahren immer schlechter läuft, und bei AMC handelt es sich um einen Kinobetreiber, der wegen der Pandemie-Maßnahmen tief in den roten Zahlen steckt.

Dass dieser Aktion erheblich mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde als dem Fall Hertz hat seinen Grund: Mächtige Hedgefonds hatten zuvor mit hohen Summen auf sinkende Kurse beider Unternehmen gewettet und gerieten durch die plötzlichen Kursanstiege in Turbulenzen. Einer von ihnen, Melvin Capital, geriet so sehr ins Trudeln, dass zwei andere, nämlich Citadel und Point72Asset Management, die im Falle der Zahlungsunfähigkeit von Melvin Capital mit in den Abgrund gerissen worden wären, ihn durch den Einsatz von 2,75 Milliarden Dollar retten mussten.

Sowohl RobinHood als auch WallStreetBets erließen daraufhin Handelsbeschränkungen, die den Kursanstieg der Aktien nicht nur bremsten, sondern zu kräftigen Kursverlusten führten. Das half den Leerverkäufern, schadete aber gleichzeitig den Neotradern und erzeugte im Netz einen Shitstorm gegen die Betreiber von RobinHood und WallStreetBets.

Dieser aber verpuffte schnell, da sich der Kurs nach und nach wieder erholte und die Handelsbeschränkungen zumindest teilweise wieder aufgehoben wurden, und schlug anschließend ins Gegenteil um: Seit vergangenem Freitag melden sich immer neue Interessenten bei den Plattformen an, um ebenfalls zu traden, da sie den Mainstream-Medien ganz offensichtlich die Version vom Kampf David gegen Goliath abnehmen und gern mit zu denen zählen wollen, die den ungeliebten Goliath besiegen werden und dabei auch noch viel Geld einstreichen können.

Ganz offensichtlich geht damit ein vom digital-finanziellen Komplex im Hintergrund gefasster Plan auf, dessen Ziel darin besteht, noch mehr Geld in diese Plattformen fließen zu lassen, um die Finanzmärkte weiter zu befeuern. Dass hier Amateure abgezockte Wallstreet-Profis beinahe zu Fall gebracht hätten, erweist sich nämlich bei näherem Hinsehen als ein kompletter Unsinn.

Zum einen sollte niemand glauben, die Wall Street sei so dumm, die Masse der mittlerweile mehr als 15 Millionen Trader von RobinHood und WallStreetBets unbeobachtet gewähren zu lassen, ohne deren Plattformen ständig zu beobachten und zu manipulieren. Zum anderen muss man sich nur die geschäftlichen Verbindungen im Hintergrund ansehen, um zu wissen, dass es zwischen den Betreibern der Plattformen und den Hedgefonds enge Verbindungen gibt. So zählt der Hedgefonds Citadel, der Melvin Capital zu Hilfe gekommen ist, zu den Kunden von RobinHood und dürfte wohl kaum daran interessiert sein, die ertragreiche Geldquelle versiegen zu lassen.

Darüber hinaus sollte man wissen, dass die größten Anteilseigner von GameStop mit insgesamt 26 Prozent BlackRock und Fidelity sind, also zwei Vermögenverwaltungen, die mehr als zehn Billionen Dollar ultrareicher Investoren verwalten, und denen der Kursanstieg satte Gewinne eingebracht hat.

Im Übrigen sollte man alle RobinHooder daran erinnern, dass die Betreiber ihrer Plattform erst vor wenigen Wochen von der US-Börsenaufsicht SEC zur Zahlung einer Strafe von 65 Millionen Dollar verurteilt wurden, weil sie ihre Kunden jahrelang belogen und betrogen hatten, indem sie die Kundenorders von ihren Brokern nicht zu den bestmöglichen Kursen ausführen ließen und sich die so entstehenden Kursspannen zum Nachteil ihrer Kunden mit ihnen teilten.

Aber welches größere Spiel wird hier gespielt?

Um diese Frage zu beantworten, muss man einen Blick auf die jüngere Entwicklung des globalen Finanzsektors werfen. Das System wird seit der Krise von 2007/08 nur durch ständig neue Geldinjektionen bei gleichzeitigen Zinssenkungen am Leben erhalten. Da die Zinsen mittlerweile bei Null angekommen sind, bleibt also nur noch ein Mittel: immer neue Geldinjektionen.

Diese wurden bisher in Form von sogenannten „Rettungspaketen“ durch die Zentralbanken in den Geldkreislauf eingespeist. Seit vergangenem Jahr aber ist das anders. Wegen der weltweit grassierenden Krankheit haben die Staaten immer größere Hilfszahlungen an Normalbürger geleistet, in den USA zum Beispiel Schecks in Höhe von 600 Dollar pro Woche ausgegeben.

Gleichzeitig haben große Geldgeber Werbekampagnen für die neuen Trading-Plattformen gesponsert, so dass ein großer Teil dieses Geldes in die Spekulation geflossen ist und die Finanzmärkte angetrieben hat. Diese Entwicklung soll in den USA in diesem Jahr sogar noch weiter angeheizt werden: Derzeit wird von wöchentlichen Zahlungen in Höhe von 2000 Dollar an insgesamt fast 100 Millionen US-Bürger gesprochen.

Was genau bedeutet das alles?

Ganz einfach: Die Trading-Plattformen wie RobinHood und WallStreetBets sind keinesfalls dazu da, um die Großen im Geschäft in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen. Ganz im Gegenteil: Ihre Aufgabe besteht darin, das vom Staat im Interesse des digital-finanziellen Komplexes erzeugte Geld aufzusaugen und es in das Finanzcasino zu leiten, also genau das Becken, in dem die Haifische des digital-finanziellen Komplexes bereits auf ihre Beute warten.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildquelle: rblfmr / shutterstock

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Die Bücher „Ernst Wolff erklärt das globale Finanzsystem“ und „Weltmacht IWF “ von Ernst Wolff werden in diesem Zusammenhang empfohlen.

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19 Kommentare zu: “David gegen Goliath an der Wall Street? | Von Ernst Wolff

  1. JC sagt:

    Herr Wolff soll soll KenFMs Finanzexperte sein? KenFM lässt diesen Kommentar so stehen ohne ihn zu berichtigen?

    Damit katapultiert sich KenFM und Ernst Wolff nun einmal mehr ins Abseits (mehr als nur das). Da KenFM ja immer darauf Pocht, dass die Medien sich korrigieren und korrekt berichten, kann man das auch von KenFM erwarten, richtig?

    Aber fangen wir vorne an:

    Neotrader schauen auf Plattformen nach, wie seine Mitstreiter traden und traden genau so und der Kurs schnellt in die Höhe? Welche Plattformen in den USA sollen das sein? Mag sein, dass es so etwas gibt, war bei Gamestop jedoch nicht der Fall.

    Mächtige Hedgefunds haben nicht nur mit mächtigen Summen auf fallende Kurse von Gamestop gewettet sondern sie haben mit 130% also mit mehr Aktien, als es am Markt gibt, auf fallende Kurse gewettet. Ein Fakt, den Herr Wolff gar nicht erst betrachtet.
    Malvin Capital würde Citadel und Point 72 Asset Management mit in den Abgrund reißen. Warum? Wie stehen diese im Zusammenhang und warum würde Malvin Capital die zwei anderen mitreißen?

    Sowohl RobinHood und WallStreetBets erließen Handelsbeschränkungen. Herr Wolff, ist das ihr ernst? Wie kann denn ein solches Missverständnis entstehen? WallStreetBets ist ein Unter-Forum von Reddit, ähnlich wie diese Kommentar-Sektion die unter jedem Artikel. Über WallStreetBets kann man nicht Traden und kann auch keine Handelsbeschränkungen erlassen.
    Auch hat WallStreetBets keinen Shitstorm abbekommen.
    Einzig der Austausch verschiedener Menschen findet darüber statt. Genau wie hier in den Kommentaren.

  2. Udo Cremers sagt:

    Ich bin kein Börsen-Experte, aber der Text hier ist journalister Schwachfug, der von Bernd Bass schon korrigiert wurde und der dadurch auch das Fazit als bedeutungslos deklassiert:

    "Sowohl RobinHood als auch WallStreetBets erließen daraufhin Handelsbeschränkungen,"

    WSB ist keine Handelsplattform, kein Broker, und kann auch keine Handelsbeschränkungen erlassen. Das zieht sich durch den ganzen Text und zeigt deutlich, dass der Autor überhaupt keine Ahnung davon hat, worüber er schreibt. Und dieser Autor soll hier das Finanz-Genie sein?

    Sein Fazit kann daher nur mit schallendem Gelächter aufgenommen werden und bringt seine anderen Beiträge in Verruf.

  3. Outlaw sagt:

    Wer die Finger mal auf der Herdplatte …..hatte ,läßt sie von der teuflischen Casinomatte ! Und wenn nun "alt" bekannte Meier-äm Rettungsschirme à la FFP3 zu Rettungspaketen à la EU-CARE o815 ,vielleicht als "Blackrock-Rosinenbomber" getarnt ,den Casino-Markt aufmischen ,sollte man als David schon mal seine "Steinschleuder" bereithalten und die Beinchen unter die Arme klemmen .Im Spiel Reich gegen Arm ,ist es gut seine eigene unabhängige Suppe zu köcheln,um zufrieden in die Zukunft zu sehen .Lassen wir die Goliaths im Mammon versinken ,haben diese aus den biblischen Werken nichts dazugelernt,dafür aber ein großes Schwert sich die Köpfe einzuschlagen .Die Plandemie -Spritztouren sorgen in den folgenden Coronajahren 21..22…. usw. noch für weitere Jahre der Trübsal ,gut wer dann wie David eine Steinsammlung – ,oder besser sein Haus auf den Fels gebaut hat .Denn am Ende des "Monopoly-Spiels wird niemand mehr über Los ziehen ,es sei denn ,man hat das große LOS gezogen ! Das aber verstehen die Mammondiener nicht ,sind sie doch schon bei Zeiten aus dem Tempel geflogen .

  4. oekobauer sagt:

    Es geht doch gar nicht darum Gewinne zu machen, sondern den Grossen massive Verluste einzufahren, die Idee ist richtig ausgeführt genial. Mit geringem Verlust für den Einzelnen kann man massiven Schaden anrichten, macht sie fertig!

  5. Bernd Bass sagt:

    Nachtrag zu meinem Kommentar.

    Die neuen Tradingapps sind meiner Meinung nach nicht per se zur Spekulation bzw. das Geld der Bürger "aufzusaugen" gedacht. Mit einem Messer lässt sich ein leckeres Essen zubereiten, aber auch schlimme Dinge tun.
    … sodass in diesem Fall eine klare Unterscheidung zwischen riskanter Spekulation (Game-Stop Aktie) und langfristiger Anlage (5-10 Jahre) in ETFs oder Aktien für mich angemessener erscheint. Beides ist mit den neuen TradingApps möglich.
    Wer einen tieferen Einblick ins Investieren erlangen möchte kann ich sehr das Buch von Gerd Kommer "Souverän Investieren" empfehlen.

    Viele Grüße

  6. Ulli sagt:

    Da liest man einmal die Wirtschaftsnachrichten, und schon hat man eine Portion Verblödung abbekommen. Orwell und das Wahrheitsministerium sind nun Realität.. Man muss es sich immer wieder vergegenwärtigen um nicht zu verdummen.
    Der falsche Hoffnungsschimmer währte nur ein paar Minuten, denn bei der Faktenlage, kann man ja nur entsprechend folgern.

  7. Poseidon sagt:

    Wenn eine Geschichte zu schoen ist im Wahr zu sein ,dann ist sie es aller Wahrscheinlichkeit auch.
    Und doch war meine Hoffnung wieder einmal groesser als meine erster leiser Zweifel .
    Denn wenn selbst die Tagesschau ueber "Robin Hood"
    wohlwollend berichtet ist in der Regel schon was faul.
    Es ist wie mit der Geschichte "Jagd auf roter Oktober"
    Die Mannschaft bekommt ein schmackhaftes Narrativ serviert
    und wird jubelnd hinter das Licht gefuehrt.
    Dennoch war die erste Begeisterung belebend schoen.
    Love it-do it ; dazu bin ich Mensch.
    Universelle Liebe ist zwar nicht alles,aber ohne sie ist alles nichts.

  8. Frank Mertens sagt:

    Sehr geehrter Herr Wolff,

    auf den Punkt. Vielen Dank, genauso geht das Spiel.

  9. Isabelle Emcke sagt:

    Schade, es wäre auch zu schön gewesen.. Man kann einfach nicht gegen die Wall Street gewinnen.

  10. G.D. sagt:

    Die angesprochenen US-Hilfszahlungen von 600 Dollar respektive den geplanten 2.000 Dollar sind doch keine wie sie schreiben "wöchentlichen Zahlunge", sondern einmalige Zahlungen – oder habe ich da was nicht verstanden???

  11. Rüdiger Rauls sagt:

    „Ganz offensichtlich geht damit ein vom digital-finanziellen Komplex im Hintergrund gefasster Plan auf“ Was haben denn die Digital-Konzerne mit den derzeitigen Vorgängen um Gamestop u.a. zu tun? Amazon, Apple, fb, Microsoft und wen sonst Wolff zu diesem Komplex zählt, verkaufen Waren, Software oder Werbung. Aber sie mischen doch nicht in den Börsengeschäften der Hedgefonds mit. Das ist doch ein ganz andere Geschäftsmodell und -feld.
    Ohne hinterhältige Pläne scheint es bei Wolff nicht mehr zu gehen. Aber offensichtlich hält er sich für den einzigen, der sie durchschaut. Alle anderen gehen dem d-fK auf den Leim, so auch „die Masse der mittlerweile mehr als 15 Millionen Trader von RobinHood und WallStreetBets“. Unter all diesen 15 Millionen sollte keiner sein, der Wolff das Wasser reichen könnte? Aber immerhin waren sie doch so clever, einige große Hedge-Fonds an den Rand des Ruins zu treiben. Und noch ist die Sache nicht ausgestanden. Denn diese kleinen Verwirrten, wie Wolff sie zu sehen scheint, greifen nun nach größeren Märkten, wie dem Silbermarkt, den sie nun offensichtlich ins Visier genommen haben. Diese ganze Entwicklung scheint ein Ausmaß anzunehmen, dessen Folgen noch gar nicht abzusehen sind. Denn bisher war der Handel mit Derivaten das Geschäft und die Domäne der großen Adressen, zu denen unter anderm auch vielen Pensionfonds gehören, nicht immer nur die Milliardäre. Nun aber scheinen kleine Akteure die Möglichkeiten dieses Handels erkannt zu haben. Es ist nun nicht mehr das große Geld der wenigen Großen alleine, was an den Märkten mitmischt. Nun scheinen die vielen Kleinen mit dem kleinen Geld sich einzumischen und den ganzen Laden durcheinander zu bringen. Hat das nicht etwas von dem demokratischen Geldsystem, das Wolff sonst immer so gerne im Munde führt? Wenn es aber demokratischer zu werden scheint, wie hier oder mit den Kryptewährungen, dann ist es auch nicht das richtige. Was will denn Wolff? Vllt sollte er das mal darstellen.
    Dass die Wall-Street dem nicht tatenlos zuschaut, ist klar. Aber das ist nicht das einzige Mal, dass die Wall-Street den Handel mit einzelnen Werten aussetzte. Das tat sie nicht nur in den jetzt von Wolff beschriebenen Fällen und bei den von ihm angeführten Anleger-Kreisen. Das tut sie immer, wenn Verdacht auf Marktmanipulation vorliegt. Das tut sie auch, wenn es in einzelnen Werten zu starke Schwankungen gibt. Das tut sie auch, wenn das Handelssystem an seine Grenzen kommt. Das tut sie auch, wenn wie 2007 das Finanzsystem in Gefahr ist. Als die US-Versicher und einige Banken taumelten, schalteten US-Aufsichtsbehörden auch den Börsenhandel ab. Es geht also nicht darum, eine bestimmte Alegergruppe zu benachteiligen oder über den Tisch zu ziehen. Wenn das also der im Hintergrund gefasste Plan war, dann ist es nicht weit damit her. Dazu hätte man ein solches Spektakel nicht veranstalten müssen. Was Wolf beschreibt, ist nicht der große Wurf des d-fK, sondern Teil des ganz normalen Börsenbetriebs und der Finanzmärkte.
    Natürlich gibt „es zwischen den Betreibern der Plattformen und den Hedgefonds enge Verbindungen“. Das ist doch ganz normal in einem System, bei dem es relativ wenige Akteure gibt, die sich untereinander kennen, zum Teil zusammenarbeiten müssen wie die Fonds, die Aufsichtsbehörden, die Finanzabwickler usw. Auch die Vorstände der Bundesliga-Clubs haben alle enge Verbindungen untereinander. Aber das heißt doch noch lange nicht, dass sie alle hinterhältige Pläne schmieden zur Manipulation von Spielen und Wetten. Auch das gab es. Aber es ist aufgeflogen und wurde bestraft. Sicherlich können sich einzelne Akteure gelegentlich mit ausgefeilten Plänen Vorteile gegenüber den anderen verschaffen. Aber letztlich sind alle daran interessiert, dass der Betrieb (Fußball wie auch Börse) reibungslos funktioniert, dass das Vertrauen erhalten bleibt in die Finanzmärkte. Denn nur so kann an den Börsen Geld verdient werden, wenn der Anleger, egal ob groß oder klein, sich darauf verlassen kann, dass Sicherungssysteme vorhanden sind, die das Geld der Anleger schützen. Und wenns doch passiert, dann muss der Falschspieler bluten, damit alle anderen weiterhin Vertrauen ins System haben. Alles andere ist Quatsch und schadet dem Geschäft. Und trotz aller hinterhältigen Pläne und verschwörerischen Vorstellungen von allumfassender Kontrollsucht geht es an den Finanzmärkten ums Geldverdienen, um sonst nichts.
    Das mit den großen Plänen ist immer so eine Sache. Man kann sie hinter allem vermuten, was man nicht versteht. So sahen die Menschen auch Jahrtausende lange hinter der Schöpfung, einen großen Plan, einen göttlichen Plan. Denn wie anders konnte es sein, als dass ein höheres Wesen all diese Pracht und die Wunder des Lebesn erschaffen haben konnte. Der primitive Mensch sah sich damals dazu noch nicht in der Lage. ER verstand auch nicht, wie das alles zusammenging. Das konnte nur ein großer göttlicher Plan sein. Heute weiß jeder, dass der Donner in den Wolken nicht die Stimme eines höheren Wesens, eines Gottes war, und die Blitze nicht seine Speere. Sie wie viele andere ERscheiungen in der Natur waren ganz einfach das Ergebnis von naturgesetzen und Naturgewalten, die er inzwischen zu erkennen gelernt hatte. Auch das Leben selbst war nicht Ergebnis göttlichen Plans, sondern das geglückte Ergebnis von chemisch-physikalischen Vorgängen, die nach millionenfachen vergeblichen Versuchen nun endlich unter günstigen Bedingungen zu Leben geführt hatten, das dann irgendwann auch in der Lage war, sich selbst zu reproduzieren. Heute glaubt kaum noch jemand außer im den hinterwäldlerischen USA an göttlichen Pläne. Was man heute nicht versteht in der Welt, der Gesellschaft oder der Wirtschaft wird irgendwelchen Eliten zu geschrieben, weil man denen mehr zutraut als sich selbst, sie für mächtiger und klüger hält. Aber wie der göttliche Plan wird auch der eingebildete Plan der Eliten nur so lange die Vorstellungen der Menschen verwirren, wie die Menschen daran glauben. Wissenschaftliche Analyse hat den göttlichen Plan zerstört, nicht diejenigen, die unter allen Umständen an Gott festhalten wollten. Wer an die Allmacht der Eliten glaubt, ist genau so religiös wie derjenige, der an die Allmacht Gottes glaubt.

    • DerKleinePuk sagt:

      Wie wäre es denn seinen Textbeitrag leserlich zu gestalten.
      Es gibt Absätze und Leerzeilen.

    • Rüdiger Rauls sagt:

      Dann lesen Sie ihn doch nicht, wenn er Ihnen zu schwierig ist.

    • addcc sagt:

      Ich lese solche Textblöcke auch nicht gern. Auch auf die Gefahr hin, dass mir was entgeht.

      Immerhin ignorierts du nicht deine Shift-Taste, das ist noch schlimmer.

      Die Kritik von DerKleinePuk war konstruktiv. Warum kanzelst du das so ab?

    • Rüdiger Rauls sagt:

      addcc

      ich lese auch so manchen dieser Kommentare nicht gern. Deshalb tue ich mir die meisten auch gar nicht an. Insofern gilt dasselbe für Sie wie für den Kleinen Puk. Lassen Sie es einfach.
      Zudem: woher wollen SIE wissen, dass der KOmmentar vom kleinen Puk konstruktiv gemeint war? Sind Sie das selbst oder kennen Sie ihn so gut? Ich fand ihn eher in diesem überheblich-pädagorischen Lehrerstil. Als bräuchte ich den Klenen Punk, um auf Leerzeilen und Absätze aufmerksam zu werden. Soll der kleine Puk sich mit Absätzen beschäftigen. Vielleicht ist er dann nicht mehr so klein. Denn Welpenschutz gibts nicht. Wer mit den großen Hunden Pinkeln will, muss das Bein schon hochkriegen

    • Frank Mertens sagt:

      Herr Rauls,

      ich freue mich für Sie dass Sie noch in einer heilen Welt leben. Mit Hilfe des Internets können Sie sich aber Ihre heile Welt zerstören indem Sie mal schauen wie verschiedenste Amerikanische Industrien (nicht nur die digitale), Banken und Hedgefonds investiert sind. Wenn Sie sich Mühe geben, ist das Ergebnis ein Spinnennetz bei dem jeder der wichtigen Player in den USA Aktien des anderen hält. Viel Spass. Tut mir leid dass hier jetzt noch so ein Verschwörungstheoretiker auftaucht der nicht daran glaubt das die amerikanische Finanzelite nur investiert um die Welt zu retten. Foundations haben in den USA nur zwei Ziele,
      1. Steuerminderung
      2. Gewinnoptimierung

      Einen schönen Abend noch.

    • Dana Bombis sagt:

      Sehr geehrter Herr Rauls,
      ich persönlich finde, dass ihr Kommentar nicht dazu beiträgt mehr Licht in diese Angelegenheit zu bringen. Falls Sie fundiertes Wissen in Bezug auf die derzeitigen Vorgänge an der Börse haben, dann sind Sie meines Erachtens in der Verantwortung, diese in einer entsprechend nachvollziehbar recherchierten Art und Weise darzustellen. Haben Sie denn eine Internetseite oder schreiben Sie selbst zu diesen Themen? Bitte verlinken Sie doch Quellen, sodass wir hier etwas konkreter werden können.
      Ich hielte es für vorteilhaft, wenn Sie sich persönlich an Hernn Wolff wenden würden um mit ihm in den Austausch zu kommen.
      Ich verstehe auch nicht worauf Sie in Ihrem Komentar hinweisen wollen. Geht es darum, Herrn Wolff zu verunglimpfen oder darum Licht in die Angelegenheit zu bringen? Ersteres ist ihnen wahrscheinlich gelungen, Letzteres nach meiner Aufassung kaum. Schade eigentlich. Ich selbst hätte gern von einem weiteren Fachkundigen (und ich halte Hernn Wolff hier für einen solchen) mehr darüber erfahren. Wozu sonst auch die Kommentare?

      Herzliche Grüße

  12. Bernd Bass sagt:

    Lieber Herr Wolf,
    soweit ich weiß ist "wallstreetbets" keine Tradingplattform, sondern ein Reddit-Channel, der die ganze Aktion innitiiert hat. Meinten Sie "Trade Republic" ?

    • WhatoP sagt:

      Sehr geehrter Herr Bass,

      ja das ist korrekt, WSB ( WallStreetBets) ist keine Tradingplattform wie oben geschildert sondern nur ein Subreddit. Dieser lässt sich von jedem ganz einfach öffnen und man kann dort alles ohne Problem nachlesen.
      Hätte der Herr KenFM lieber machen sollen bevor er so einen Artikel verfasst.

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