Demokratie statt Kampf oder: Marx‘ Irrtum | Von Rüdiger Lenz (Podcast)

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Der Gebrauch der Vernunft ist für die Menschheit noch zu unvollkommen, um die Gesetze des Unbewussten enthüllen zu können und besonders, um es zu ersetzen. Der Anteil des Unbewussten an unseren Handlungen ist ungeheuer und der Anteil der Vernunft sehr klein. Gustave Le Bon

Klassenkampf statt Querfront

Ein großes Laken wurde entfaltet, auf dem stand groß und fett zu lesen: Klassenkampf statt Querfront, kurz nach dem ein Anschlag auf den Verleger und Friedensaktivisten Ken Jebsen verübt wurde. Wahrscheinlich waren die Frau und der Mann, die zusammen den Anschlag verübten, Mitglieder der Antifa oder einer anderen linksextremen Gruppierung, wie die Aufschrift ihres Lakens zeigte. Ja, Querfront, das sind die anderen, die Feinde, und der Klassenkampf, das betrifft uns, die unterdrückten Lohnempfänger, mögen sie denken. Doch ist den meisten Menschen nicht bekannt, was Kampf überhaupt ist, was er bedeutet, wenn der heutige Mensch ihn im Kontext irgendeiner Partei, einer Idee, oder schlichtweg für seine guten Ziele einsetzt. Ich werde hier die These aufstellen, dass der Kampf, in Form einer Gewaltabsicht und oder einer Verdrängung von Personen zu einem Gegenüber, oft auch gegen sich selbst – was er im Grunde immer ist, eher innere Motive der Kämpfer offenlegt, als dass ein solcher Kampf auch nur irgendetwas mit einer guten Tat mittels Kampf zu tun hat. Kampf ist immer ein Überträger, ein Mittler von Gewalt- und Unterdrückungsabsichten. Gleichfalls werde ich hier darlegen, dass sich der Begründer der Klassenkampf-These, Karl Marx, ganz gründlich geirrt hat dabei, dazu aufzurufen, dass man mittels eines Kampfes der Klassen vom einfachen Arbeiter nach ganz oben in die Regierungsführung gelangen kann, ohne dabei selbst zum Massentäter zu werden. Natürlich kann man sich bei einem solchen Kampf einbilden, man könne über Leichen gehen, ohne diese Leichen dabei zu bemerken oder sie als notwendiges Übel für die gute Sache abzutun. Lenin und Trotzki waren in diesem Sinn Massenmörder im Auftrag ihrer Definitionen vom Sieg des Proletariats. Schaut man aber näher und tiefer in deren Verhalten hinein, entpuppen sich beide als Nutzer der damaligen Revolution, um ihre jeweils innere Gestörtheit in die Welt hineinzuprojizieren. Aber das will ich hier nur kurz erwähnen und nicht tiefer darlegen. 

Warum die Regierung über der Wahrheit steht

Kampf ist das Endergebnis eines Verhaltens, das wir als Durchsetzung von Interessen kennen. Du musst dich durch kämpfen, bis zum Erfolg, ist eine Devise in unserer Gesellschaft, die so gut wie jedem mitgeteilt wird, um im Wettbewerb der Interessen, seine eigenen durchzusetzen und so Erfolg, sprich Karriere und Geld zu bekommen. Jeder soll schließlich Teil der Wohlstandsgemeinschft sein. Ohne Kampf Erfolg zu bekommen, ist den Menschen in unserer Gesellschaft ein Unding. Kampf ist die Wesenheit unseres Systems und spätestens ab Schulbeginn ist jeder von uns via Noten dazu verdammt, dem Kampf im eigenen Leben einen Hauptplatz einzuräumen. Wer das nicht tut, nicht will oder nicht kann, der wird später zum großen Berg der Verlierer gehören. Wer sich durchsetzt wird gewinnen. 

Was bei alledem aber so gut wie vollkommen vergessen wird, ist die Frage danach, was dieses Verhalten in uns konditioniert hat und mit welcher Wahrheit wir den Kampf bedampft haben. Beantwortet man diese Fragen, so kommt man dahinter, dass der Kampf von uns allen unsere gesamten Probleme verursacht hat, die wir heute haben. Ein Professor Drosten ist in seinem Kampf gefangen, und zwar so ganz grundsätzlich mit seiner Welt, dass er das tun muss, was er gerade tut. Er ist ein gutes Beispiel für mich, wie der Kampf zum Wahn über die Wahrheit siegen kann. Das gilt auch für Frau Merkel oder Herrn Spahn. Aber es gilt ganz sicher für Millionen solcher Menschen, die sich selbst als Elite oder als ganz oben angekommen betrachten und die Geschicke dieser Welt lenken können. Ausnahmen wird es geben, aber diese bestätigen allenfalls nur die Regel. Die Regel heißt: Meine Durchsetzung steht über der Wahrheit aller. Wer das nicht glaubt, der schaue sich explizit die beiden Seiten der jetzigen Mikrobendiktatur an. Die Regierung steht über der Wahrheit. Das ist keineswegs ein Einzelfall, dieser Vorgang ist eher die Regel, weil kranke, desorientierte innere Zustände stärker als die Einsichten sind, die in derselben Situation zu einer ganz anderen Sichtweise führen würden und die Lüge der Macht entlarven würden.

Das gefährlichste Lebewesen ist der Artgenosse

Wenn wir an Kampf denken, dann denken viele an einen Boxkampf, einen Wahlkampf oder an die Fußball-Bundesliga-Spiele. So gut wie alle Kampfarten, die wir in der Zivilisation entwickelt haben, sind völlig gekünstelte Varianten von dem Kampf, den uns die Evolution in die Wiege gelegt hat. Dieser ganz natürliche Kampf zurrte sich an die vorhandenen Ressourcen und wenn diese knapp wurden, und zwar aus natürlicher Notwendigkeit heraus knapp wurden, dann wurde um eben diese Ressource gekämpft, was selten vorkam und die jeweilige Art nie zu groß werden ließ. Ein Fressfeind, der seine Beute jagt, kämpft nicht um die Beute, er tötet sie so schnell und effektiv wie nur irgend möglich, wozu die Natur diesen Jägern spezielle Verhaltensorgane entwickeln ließ (1). Die in der Natur am häufigsten vorkommende Art des Kämpfens ist die der Scheinkämpfe, der sogenannten Kombattkämpfe. Bei ihnen geht es um das Revierverhalten oder das Ergattern möglichst vieler Weibchen. Die Evolutionsforscher sagen: Das gefährlichste Lebewesen für ein Lebewesen ist stets der Artgenosse, nicht der Jäger, der einen vielleicht fressen will. Daher hat die Natur es so eingerichtet, dass Balzkämpfe und andere Arten des natürlichen Kämpfens sich entwickeln und jeweils unterschiedlich etablieren konnten, um, ohne sich gegenseitig zu töten, den Attraktiveren oder Stärkeren zu ermitteln; was den Arterhalt am besten sicherte. Denn es wäre höchst ineffizient für die jeweilige Art, sich gegenseitig dabei zu töten, da das die Art aussterben lassen könnte. Mir ist klar, dass hier viele Leser den Begriff des Kampfes nicht so differenzieren und beschreiben, wie ich, der Autor das bisweilen gewohnt bin. 

Der Kampf der Welten

Der Mensch aber hat diese Version des natürlichen Kampfes bis heute vollständig pervertiert. Mag er vor vielen Jahren noch über den Wetteifer (Breitensport) versucht haben, seine Fähigkeiten bestens zu optimieren, um Vorteile zu bekommen. So ist der Kampf heute über das globale Finanzwirtschaftssystem zu einem Schuldentilgungsmittel-Wettbewerb geworden, in dem jeder, der geboren wird, in dieses Schuldgeld-System hineingeworfen wird. Der Druck, etwas zu werden und zu bekommen, ist immens gestiegen und dieser Druck steigert sich von Generation zu Generation immer weiter. Der heutige Mensch ist dadurch derart intensiv von sich und seiner wahren Natur entfremdet, dass er dadurch, dass er nicht mehr artgerecht aufwachsen kann, mehrfach traumatisiert und voller Konflikte mit der künstlichen Welt, der Kulturwelt, verschränkt ist. Zum Einen wird er so erzogen, dass er seine Empathie zu sich und zu den anderen verliert und nur zu funktionieren hat, und zum Anderen entsteht dadurch in seinem Inneren eine Fehldeutung über sich, der eigenen Innenwelt und die Beziehung zum Natürlichen, der äußeren Welt, ganz allgemein. Das beide Seiten, Innenwelt und Außenwelt, eine ihn ausmachende Realität bedeutet, hat der zu funktionierende Mensch schon vor langer Zeit vollständig verloren und ist in den Kampf dieser beiden Welten gegen sich selbst eingestiegen. Gewinner wurde die Außenwelt, degradiert zum Materialismus, der nun alles zu Automaten seiner Bedürfnisse umformte. Rene Descartes, der Begründer dieser Philosophie entzweite den Geist von der Materie, da er den Tod als Ketzer fürchtete und beging damals einen Kompromiss mit der Kirche, womit er den Urtypen des menschlichen Kampfes gegen sich selbst bis heute festzementierte. Hier entstand zum ersten Mal eine feste Theorie über den zu funktionierenden Menschen als eine Maschine. Die ganze Welt wurde als eine Maschine betrachtet und ihre Einzelteile, Tiere, Menschen, Pflanzen wurden so zu Teilen, die man reparieren könne. Dieses Denken führte zu dem Mikrobiologen Louis Pasteur, der den Unsinn von den todbringenden Keimen in der Luft begründete und so auch die Theorie von den Viren erfand, die man bekämpfen müsse. Pasteur war ein führender Mediziner, aber auch ein Betrüger, genau so auch sein Kontrahent in Deutschland, Robert Koch. Beide erfanden Seren, die sie als vielversprechend anpriesen, um Staatsgelder zu erhaschen, doch war ihre Medizin Scharlatanerie (2).

Das Eins-Sein von Geist und Materie wieder zu entdecken, nennt der Mensch entweder Religion oder Spiritualität. Der Mensch erfährt also seit Jahrhunderten eine doppelte Entfremdung. Das ist wichtig, will man verstehen, wie der Kampf den heutigen Menschen vollständig dominiert und wieso der heurige Mensch fest daran glaubt, dass dieser Lebenskampf völlig normal sei. Er ist Teil seiner normapathischen Störung. Zum einen kämpft der heutige Mensch somit gegen seine eigene innere Natur ständig an und zum Anderen hält er den Kampf um Karriere, Geld und sein Überleben in der Außenwelt für ein vollständig normales Verhalten. Dass er zum Einzelkämpfer konditioniert wird, Zeit seines Lebens auch weiter dahin optimiert wird, wird ihm in der Regel niemals klar. Er ist denaturiert von sich und seiner Horde. Zusätzlich steht er als Einzelkämpfer im Überlebenskampf mit sich selbst, was ihn zu einem Narzissten und einem Kämpfer gegen alle konditioniert hat, die es ihm gleichtun wollen. Die interessante Frage in diesem Zusammenhang ist, ob diese Spaltung ihn in die heutige Zerrissenheit geführt hat, oder ob er mittels seines Freien Willens in diese heutige Zerrissenheit gegangen ist? Anders gefragt: Hat sein selbst konstruiertes Milieu den Menschen geformt oder formt der Mensch seine Umwelt / Kultur – bis heute? Heute weiß man beispielsweise, dass nicht der Mensch seinen Ackerbau und seine Viehzucht domestizierte, sondern umgekehrt, dass die Pflanzen und das Fleisch den Menschen domestizierten (3).

Glück gehabt

Egal wie man es nimmt: In diesem System ist jeder dem anderen ein Wolf, wie Francis Bacon es einmal formuliert hat. In der Literatur der Soziologie und der Psychologie sind diese Beispiele häufig vorzufinden. Der Arzt und Psychiater Hans-Joachim Maaz hat dieses Problem zum Hauptthema seines Buches „Das gespaltene Land“ gemacht. Wobei er themenspezifisch von der inneren und der äußeren Demokratie schreibt. Sein treffender Begriff der Normopathie (4) dazu zeigt, wie wir die äußere Normalität zu einer inneren individuellen Überlebensstrategie wandeln, uns also dementsprechend anpassen und weswegen wir blind geworden sind, unsere Verunmenschlichung dabei noch zu erkennen. Kampf, naturgebunden, also als eine sekundäre Strategie zu verstehen, ist nichts Krankes. So angewandt wäre der Kampf völlig normal. Doch der Mensch hat durch seine Zweifachspaltung, nach innen zu sich und nach außen zur Welt, den Kampf zu einem primären, also alles entscheidenden Entwurf seiner Überlebensstrategien, gemacht. Der Mensch überlebt, aber er lebt nicht sein Leben – zumindest in der ganz großen Mehrheit ist das so. Und so entstanden dann auch alle sogenannten Umweltprobleme, in denen sein Überleben überdeutlich repräsentiert ist. Dadurch ist der Mensch getrieben, ständig neue Welten zu erschaffen, was ihn an seinen stärksten Motor bindet, der Korporation, die sein größtes Schicksal ist, der Faschismus in seinen vielen Farben. Ich nenne dies das Noah-Syndrom. Gleich Noah aus der Bibel muss der Mensch ständig neue Horizonte erschaffen, um sein Überleben zu garantieren. Aus der Arche ist heute die NATO erwachsen. 

Der Mensch kämpft heute ganz anders, als es ihm die Natur eingegeben hat. Heute projiziert der Mensch seine Zweifachspaltung in einen Gegner hinein, den er sich zum Feind macht und glaubt, er habe nun ein Anrecht darauf, gegen diesen Feind anzukämpfen. Nimmt man die Umweltprobleme dazu, so kämpft der Mensch gegen die Umwelt, die Mitwelt, ja gegen die kosmischen Gesetze seiner eigenen Natur an. Diese ganzen Kämpfe nennt der zivilisierte Mensch eine gute Tat und er setzt diesen Feind in einen Rahmen, einen Frame mit bestimmten Worten fest. Möglichst teuflisch soll der Begriff sein und möglichst viel Unmenschlichkeit soll dieser Begriff transportieren und suggerieren können. In der Gruppe wird sich ritualisiert aufgepeitscht und danach der Feind bekämpft. „Klassenkampf statt Querfront“ und schon ist der Polenböller geworfen, der Brandbeschleuniger dazu geworfen. Nur das Glück, das ja bekanntlich mit den Tüchtigen ist, hat Ken Jebsen davor bewahren können, dass ihm womöglich sein Sprunggelenk zerfetzt wurde, das dem Helfer auf der Bühne nicht seine beiden Hände von der Sprengkraft abgetrennt wurden. Die Projektionen kommen und gehen, weil sie allesamt verletzte Kinder ihrer Doppelentfremdungen geworden sind. Und die Projektionsflächen sind so mannigfaltig, dass sie sich selbst fast schon perpetuieren.

Kampfmodus Doppelentfremdung

Über Erziehung und Bildung wird heute diese Doppelentfremdung herbeigeführt und sie wird von herrschenden Strukturen perfide ausgenutzt und möglichst beibehalten. Einer psychischen wie auch medizinischen Heilung zum natürlichen Ursprung all der innewohnenden Kräfte und Energien wird möglichst ausgewichen und die Doppelentfremdung der Menschen nach Möglichkeit verhärtet. In so gut wie allen Bereichen zivilisatorischen Lebens der Menschen wird peinlichst auf eben diese Unordnung geachtet und Probleme am laufenden Band produziert und von der Allgemeinheit auch für normal gehalten. Wohinein der noch junge Mensch wächst, das nennt er fortan Realität und wird diese nur selten komplett hinterfragen. Anpassung, sein biologisches Erbe, wird ihm nun in der Zivilisation selbst zum Verhängnis. Kriege und oder Krisen werden als Normalzustand erlebt und auch für solche gehalten. Der einzelne Mensch ist sich selbst gegenüber viel zu gefährlich, daher benötigen alle Führung, und zwar von A bis Z, darauf wird er konditioniert, was in seiner Sprache Bildung heißt. Was dabei unbemerkt bleibt, ist, dass jeder Einzelne, der so im Überlebensmodus dahinvegetiert gar nicht mehr fühlt, dass er sich im ständigen Kampfmodus um eben diese eigene Doppelentfremdung befindet. Die Seele, seine geistige Welt und sein Körper, sein wahres Zuhause, sind ihm fremd geworden. Seine Seele ist spirituell wurzellos geworden, sein natürliches Erfühlen der Welt ist ihm abhanden gekommen, seine natürliche Beweglichkeit findet erstauntes Raunen nur noch im Spitzensport und der Akrobatik. Der angepasste Mensch ist es nun gewohnt, alle, die dieses Naturfühlen wiedererlangen, für wahre und große Spinner zu halten. Akrobatik der Seele, des Fühlens und des Verstandes braucht er nicht mehr, denn, so ist es ihm beigebracht worden, das können für ihn die zahlreichen Experten, die, so wird ihm in den Bildungseinrichtungen vorgegeben, alles nur zu seinem Wohle tun. Das Gleiche sagt er bei Menschen, die sich ganz anders als er ernähren, die er deswegen auch für krank erkennt. Auch wer anderes denken kann oder die Welt in einem anderen Kontext als im gängigen normopathischen Wahn denkt, fühlt und erkennt, wird so als Aussätziger, als Spinner und kranker Geist erkannt, der nun als vogelfreier aller Doppelentfremdeter für deren Projektionen herhalten darf. Was heute mit Nazi, Neurechts, Querfront, Antisemit oder Holocaustleugner seiner Bestimmung zugeführt wird. Nur wer normopathisch lebt, isst, denkt und liebt, wird als richtig erkannt und als seinesgleichen empfunden. Diese Norm(opathie) ist für alle Normopathen das Himmelreich der jeweiligen Peer Group, der Partei- und Ideenzugehörigkeit. Das sie sich selbst im denaturierten Doppel-Entfremdungs-Modus befinden und deshalb alles natürliche ablehnen müssen, vor allem dem wahrhaft natürlichen Menschen, der, der sich selbst wieder indigenisierte Mensch, ist ihnen noch unmöglich, selbst zu erkennen. 

Kampf gegen die Lichtträger

Der Denunzierte ist oftmals das, was ich einen Spiegelträger nenne, einer, indem ein Normopath seine wahre Natur und Bestimmung irgendwie rudimentär erkennt, aber sich dabei derart erschrickt, dass er sein Erschrockensein wieder auf den zu Denunzierenden wirft. Bei vielen wird dabei eine Art Dauerschleife des Denunzierenmüssen in Gang gesetzt, erkennen solche doch auf Dauer ihre eigene Mittelmäßigkeit, obwohl sie allen Ortens dazu bemüht sind, sich zur Oberklasse des Denkens und Verstehens zu sehen. Und dann kommt einer wie Ken Jebsen daher, der das bei viel zu vielen klarstellt und schlagartig zerstört. Viel Feind, viel Ehr. Minderwertigkeitskomplexe können töten, wenn sie dürften. Früher durften sie das, heute versucht man, die Ken Jebsens dieser Welt sozialwirtschaftlich völlig zu zerstören, mittels eines Hetz-Kampfes sehr vieler gegen einen Einzigen – was in Wahrheit höchst unmoralisch und unfair ist. Doch wenn dieselben Menschen sonntags ihre affektgeladenen Reden schwingen, halten sie die Fähigkeiten und Lebensweisen der Ken Jebsens dieser Welt ganz ganz hoch. Das tun sie immer erst dann, wenn ein Ken Jebsen gestorben ist. Ich wette, das tun sie wieder, wenn Julian Assange gestorben ist. Dann halten sie so hoch, wie ihre Mäuler schreien und ihre Arme ihn hochhalten können. Die Mittelmäßigen halten stets und seit Jahrtausenden zusammen im Kampf gegen die Lichtträger dieser Welt.

Der missbrauchte Mensch

Der Klassenkampf ist die goldene Regel des marxistischen Himmelreiches und die Sozialisten und die Linken ganz allgemein. Sie glauben, weil Marx es ihnen vorgedacht hat und es für sie aufschrieb, dass sie gegen alle Kämpfen müssen, um ein Ende des Kapitaldiktates zu erreichen. Dass wer das Kapital vernichten will, also den gesamten Finanzgeldverkehr, nicht bloß einen Ersatz neu erfinden muss, sondern viel mehr einen Bedeutungsgewinn für erfolgreich motiviertes Verhalten, der hat, Entschuldigung das ich das schreiben muss, von Tuten und Blasen keinerlei Ahnung. Was wieder darauf hindeutet, dass es dem Klassenkämpfer auch gar nicht darum geht, eine heilende Gesellschaft zu errichten, sondern sein Inneres bloß nach außen zu kehren. Und so kommen diese Eingeschworenen nicht mehr auf andere Ideen, die es allerdings zahlreich gibt. Doch, so sind diese über seine Schriften gedrillt, ist jede andere Idee eine Ausgeburt des Denkens, die nur dem Kapital dienen kann, ergo eine boshafte Querfront genannt werden muss. Und so kommen diese Leute nicht auf den Fehler, den Marx selbst nicht sehen konnte, da zu seiner Zeit die Erkenntnisse der Seelenforschung nicht im Ansatz so weit fortgeschritten waren, wie sie es heute jedoch sind. Wer kämpft, verschmiert bloß sein verhalten mit seiner Doppelentfremdung und projiziert einen Gegner oder Feind, der aber in Wahrheit in ihnen selbst hasserfüllt wütet. Wenn also die Leute der Antifa beispielsweise so hasserfüllt gegen alle möglichen Demonstranten vorgehen, ohne zu wissen und zu begreifen, was diese wirklich wollen, dann dürfte auch hier klar sein, gegen wen sie wirklich schreien: gegen die, die ihnen diese Lebensschmerzen verursacht haben, was die Eltern, die Schule und die allgemeine doppelte Entfremdung mit ihnen angestellt haben. Der Missbrauch der Menschen durch die Zwangsanpassung an das ihnen beherrschende System wird von Generation zu Generation immer heftiger, so dass auch die individuelle Verdrängung dieses sehr schmerzhaften Prozesses ebenfalls immer früher und vehementer angegangen werden muss. Die Feindbild-Projektionen dazu, was wir alle bei der Black Lives Matter-Bewegung sehen konnten, werden immer zahlreicher und kurzsichtiger, ja irrationaler, was eine hohe Gefahr für das Gemeinwesen in sich birgt. Zumal wenn die Regierung nicht verstehen will, was da wirklich geschieht. Das ist das Dilemma, das sie selbst nicht erkennen und jeden für ein Mitglied einer Querfront halten müssen, der ihnen sagt, dass sie sich in ihrem Verhalten irren, nicht aber in ihren Gefühlen, diese Gesellschaft abzulehnen.

Wir alle werden in unserer Gesellschaft auf fast allen Ebenen zutiefst missbraucht. Und dies ein Leben lang. Wir alle werden in einer Dauerschleife des eigenen Überlebens gehalten, damit Herrschaft fortbesteht, Eliten uns lenken und Vorgaben machen können, eine kleine Kaste enormen Profit und Reichtum mit dem Missbrauch der Menschheit machen können und einige sehr kranke Menschen uns auch noch einreden können, dass wir ohne ihr Geschick nicht alleine lebensfähig sind. Die Mehrheit weiß über diese wahren Zusammenhänge nichts, will es auch  nicht wissen und bleibt lieber in der irrationalen Haltung der Normopathie gefangen. Die Täter sitzen in den Banken, den Militärs, den Diensten, den politischen Ämtern, in der Justiz und fast überall dort, wo wir den Begriff der Elite verwenden. 

Wie wollen wir zukünftig miteinander leben?

Würde Karl Marx heute seine Schriften verfassen, so würde er den Begriff des Kampfes nicht mehr verwenden, da bin ich mir sicher! Er würde von Strategien schreiben, vielleicht sogar Strategemen dazu verfassen und er würde Antworten benennen, die davon abraten würden, dass Ameisen einen Drachen mit einem Schwert zerteilen könnten. Er würde den Drachen mit seinen eigenen Waffen schlagen und dazu aufrufen, den Drachen zu studieren, als zu sagen, man solle den Drachen reiten lernen und dabei dann den Sattel erfinden, damit man nicht beim Reiten des Drachen hinunterfällt. Der Bürgerrechtler Martin Luther King sagte einmal ähnliches als dazu riet, die Unterdrücker zu studieren und sie mit den gleichen intelligenten Waffen zu schlagen. Sollten sich heute kluge Köpfe damit beschäftigen, wie wir gemeinsam aus der jetzigen Misere herauskommen, so würde wohl niemand von ihnen auf einen Kampf gegen die Klassen kommen. Ich bin mir dessen sehr sicher, da ich schon einigen solchen Gruppen beistand und alle waren sich unisono stets sicher, dass sie mit einem Kampf gegen die Verhältnisse nicht einsteigen wollten, weil sie wussten, dass sie so einer Übermacht ihre Energien schenkten und diese dann gegen sie gerichtet würden. In politisch linken Kreisen ist der Nichtkampf ein Unding. Viele hier, wie auch ich entgegne ihnen: Sei niemals gegen etwas, denn dann wird der Kampf dein Rezept. Sei für etwas und die gesamten kognitiven Lösungen breiten sich dann vor dir aus. Also, wenn du gegen Krieg bist, dann sei für Frieden. Wenn Du gegen die Atomkraft bist, dann sei für die Sonnenenergie und andere regenerativen und nachwachsenden Energien. Wenn du gegen die Herrschaft des Kapitals bist, dann sei für ein gesellschaftlich salutogenes Konzept. Die soziale Dreigliederung der Gesellschaft von Rudolf Steiner, mit einigen Modifikationen, wäre ein solches Konzept und fast wäre es nach dem Ersten Weltkrieg zu einem solchen, von Rudolf Steiner konzipierten Konzept in Deutschland gekommen. 

Wie wollen wir zukünftig miteinander zusammenleben und wie erhalten wir das Leben, ohne uns selbst dabei zu vernichten. Man würde darauf kommen, dass man nicht mehr das Zerstörungsprinzip aufnehmen darf, also unser derzeitiges Finanzwirtschaftssystem, sondern das Hüterprinzip. Der Mensch als Hüter der Natur, als Bewahrer der Schöpfung und des Respektes vor allem Lebendigen. Wir dienen der Natur und nicht, die Natur dient unserem Ausbeutungswahn, was ich die schlimmste Form des pervertierten Kampfvermögens von uns Menschen nenne.

Demokratie statt Klassenkampf oder Querfront

Wenn wir zum Anfang des Artikels kommen, können wir den beiden Anschlagstätern die Frage stellen, welchen Feind solltet ihr wirklich bekämpfen? Den eigenen Inneren oder den projizierten äußeren Feind Ken Jebsen? Ich sag es euch beiden: Ihr solltet euren inneren Feind befrieden lernen. Wenn euch das gelingen sollte, dann werdet ihr nie wieder gegen irgendetwas ankämpfen. Klassenkampf statt Querfront oder Demokratie statt Klassenkampf? In meinem hier dargelegten Artikel ist der Klassenkampf selbst die Querfront, die sich gegen unsere innere Natur aufgestellt hat, und zwar in einem doppelten Sinn, wie jetzt klar sein dürfte. Zum Einen können sich die meisten Menschen nicht mehr mit ihrer inneren Natur verbinden und sich dann mit der äußeren Natur verbünden, um wieder eins zu werden mit den Kräften des Kosmos. 

Für diejenigen, die das bis hierhin Beschriebene verstehen und nicht gleich in die Abwehr oder in Besserwisserei verfallen, sind beide Begriffe Synonyme einer zutiefst kranken Gesellschaft. Querfront und Klassenkampf, beide Trennen und bekämpfen die Menschen, sie vereinen nicht und können sich nicht mehr liebevoll zueinander wenden und miteinander umgehen, weil der eigene Umgang mit sich selbst nicht in Liebe und als kraftvolle Einheit fortbesteht, sondern man sich selbst in einem doppelten Getrennt-Sein (noch) erlebt, aber nicht erfühlt. Die Empathie mit sich und den anderen ist im Panzerschrank eingesperrt und der Schlüssel dazu verlegt und die Zahlenkombination komplett vergessen. Dort wird ein Trauma mit einem anderen Trauma bekämpft, anstelle sich selbst erst einmal wieder zu naturalisieren, was zunächst einmal sehr anstrengend und auch schmerzlich ist. Wer das aber einmal geschafft hat, der wird sagen: Nie wieder will ich zurück zu dieser kranken Person, die ich früher einmal war, nie wieder gehe ich zurück in die kranke Welt, in der Zerstörung der einzige Wert ist, der dem eigenen Leben zu Sinn verhilft. Das ist zutiefst krank. Ab jetzt, so denken wirklich die meisten sich selbst wieder indigenisierte Menschen, verhelfe ich den anderen Menschen dazu, sich selbst wiederzufinden. Die Einen nennen das Aufklärung, die Anderen einen Dienst an der Liebe. 

Quellen:

(1) Rupert Riedl: Die Ordnung des Lebendigen, Systembedingungen der Evolution, Paul Parey-Verlag 1975

(2) Torsten Engelbracht, Dr. med. Claus Köhnlein: Virus-Wahn, wie die Medizin-Industrie ständig Seuchen erfindet und auf Kosten der Allgemeinheit Milliarden-Profite macht. 8. erweiterte Auflage, Lahnstein 2020

(3) Yuval Noah Harari, Eine kurze Geschichte der Menschheit, 27. Auflage, Pantheon-Verlag 2013

(4) Hans-Joachim Maaz, Das falsche Leben, Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft, 2.Auflage, München 2017

(5) Rudolf Steiner: Zur Dreigliederung des sozialen Organismus, Gesammelte Aufsätze 1919 – 1921, Stuttgart 1962

Weitere Buchempfehlungen: 

Rüdiger Lenz: Die Fratze der Gewalt, Versuch einer Aufklärung, 2012

Rüdiger lenz: Das Nichtkampf-Prinzip, 3. Auflage, Lengerich 2016

Axel Binhack: Über das Kämpfen, zum Phänomen des Kampfes in Sport und Gesellschaft, Frankfurt am Main 1998

Norbert Bischof, Psychologie, ein Grundkurs für Anspruchsvolle, Verlag W. Kohlhammer, 1. Auflage 2008, Stuttgart

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung

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Bildquelle: Shutterstock / Fona

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Ein Kommentar zu: “Demokratie statt Kampf oder: Marx‘ Irrtum | Von Rüdiger Lenz (Podcast)

  1. Ich muss hier für das linke Spektrum eine Lanze brechen.

    Den KenFM hassenden Teil der Antifa mit Marx in Verbindung zu bringen halte ich für unpassend. Diese Antifa ist nicht mehr links, sie agiert deutlich im neoliberalen Kontext (wie auch weite Teile der Linkspartei, aber eben nicht alle). Erinnert an die ganz hohlen Rechtsamerikaner, die in den Demokraten die kommunistische Bedrohung sehen. Einfach nur absurd.

    Desweiteren muss man natürlich immer auch die enorme Anzahl von anstachelnden V-Männern im Extremistenbereich beachten. Die sind auch nicht links.

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