Den Spieß umdrehen: Unten gegen oben!

Schwindende Ressourcen, globaler Wirtschaftskrieg, wachsende Ausbeutung: Dichte Grenzen, »Ausländer raus«-Geschrei oder eine neue Kanzlerin sind keine Lösung.

Von Susan Bonath.

Das Kapital wankt zwischen Profit- und Verwertungskrise. Bei Monopoly 2016 gewinnen nur die Härtesten. Mittendrin der kleine Deutsche. Der empört sich: Über Flüchtlinge und Ausländer, die »den Sozialstaat« plünderten und deutschen Obdachlosen die Schlafplätze in schäbigen Mehrbettcontainern klauten, ganz so, als kämpfe er schon seit Jahrzehnten darum, dass es »Brückenpennern« besser geht. Vor allem empört sich der Empörte über Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die habe diese Ausländer schließlich reingelassen. Dass die alle schon längst auf dem Weg waren, weil es in den türkischen und libanesischen Lagern kaum noch was zu essen gab, ist Nebensache. Und dass an den EU-Grenzen inzwischen die Politik des wirtschaftstreuen dunkelbraunen Flügels der kaum minder braunen CDU namens AfD umgesetzt wird: Geschenkt. »Merkel muss weg!«, lautet des deutschen »Widerständlers« Schlachtruf.

Bekräftigt wird die Parole gerne mit eifriger Wahlwerbung für die AfD, mit »Wir sind das Volk«-Rufen zwischen Deutschlandfähnchen, oder auch mit Steinen, Molotowcocktails neuerdings auch scharfen Patronen. Flüchtlingsbusse und -heime werden blockiert und Frauke Schießbefehl-Petry als neue Kanzlerin ausgerufen. Mancher glaubt tatsächlich, so sein geliebtes Deutschland retten zu können. Nur hat er wohl die Wirklichkeit verpennt. Ein Blick über den Gartenzaun hinaus genügt: Die Krise des Systems ist längst global. Dass sie durch ein bisschen Nachbessern rasch wieder verschwindet, ist ausgeschlossen. Sie stellt die Menschheit vor den Scheideweg: Totaler Kollaps oder komplettes Umdenken. Die Ressourcen werden knapp. Ungezügelter Raubbau bedroht das ökologische System. Die Ozeane sind voller Müll. Lebensräume weichen Wüsten. Rund ein Drittel der Menschheit – 2,5 Milliarden – hat nicht genug zu essen und keinen Zugang zu sauberem Wasser. Die Ausbeutung Lohnabhängiger verschärft sich nicht nur in Bangladesch, sondern auch in Deutschland. Und mit der Automatisierung steigt die Zahl der Erwerbslosen, von CDUCSUSPDGRÜNEFDP und auch der AfD als »Faulpelze« oder »Minderleister« gebrandmarkt.

Terror und Imperialismus Hand in Hand

Aber da ist ja noch der Terror, der mit den Flüchtlingen ins schöne Deutschland eingeschleppt werde. Doch auch dieser Terror kam nicht über Nacht in unsere Welt. Gefüttert von deutschen, französischen, britischen, russischen, amerikanischen Rüstungskonzernen und Geheimdiensten, ist er mehr Produkt wirtschaftlicher Unterdrückung als irgendeiner Religion Seit Jahrhunderten benutzen interessierte Kreise Religionen, um eigene ökonomische Interessen durchzusetzen. IS und Co wollen eben auch zum Abschluss noch ein bisschen mitplündern am großen Markt. Und wo Verelendung und Ausgrenzung herrschen, wo Armut Bildung verhindert und fehlende Perspektiven Depressionen, Psychopathen oder Dschihadisten produzieren, greifen Opfer viel eher als anderswo zur Waffe. Dann wird die Terrororganisation zum Brötchengeber, Heilsbringer und letzten Strohhalm. Dann wird abgeräumt: Irre Glaubenskämpfer mit Bart gegen irre Glaubenskämpfer des Imperiums. Eine Ölquelle auf Zeit gegen 10.000 tote Kinder. Ruinenstädte und Millionen Ausgebombte für einen neuen Absatzmarkt für Antibiotikahähnchen aus Massentierhaltung. Feindbildpropaganda und Leichenberge für die Waffenindustrie. So und nicht anders geht Imperialismus. Je mehr das »ewige Wachstum« stagniert, desto brutaler wird der Kampf um Profite.

Wollen wir das stoppen, reicht es nicht, ein paar Tausend Rumänen, Polen, Spaniern oder Griechen die deutsche Sozialhilfe zu verweigern. Es reicht nicht, eine unliebsame Kanzlerin abzusetzen. Es reicht nicht, Flüchtlinge in blutige Kriege oder Hungergebiete zurückzuschicken oder ihnen beim Verrecken an umzäunten Grenzen zuzusehen. Wer kann das wollen für die maximale Hoffnung, auf einem kleinen Fleckchen Erde noch ein paar Jahre bis zum Versiegen der Rohstoffe so weiter zu machen wie bisher?

Mut zu massenhaftem Ungehorsam

Es hilft nichts. Wir müssen den tobenden Wirtschaftskrieg beenden, bevor das System die ganze Erde in Schutt und Asche legt. Wer nicht will, dass seine Kinder, Enkel und Urenkel auf Kosten der Profitmehrung einiger Weniger in naher Zukunft elendig zugrunde gehen, muss die Strukturen durchbrechen. Schluss mit dem tödlichen Monopoly. Alles in diesem Spiel hängt daran, wem was gehört. Für jegliche Ausbeutung ist nur eins vonnöten: Privateigentum. Wer Industrie, Fabriken, Banken, Ölquellen, Felder besitzt, ist sogar gezwungen, auszubeuten, um der Konkurrenz standzuhalten und seinen eigenen Absturz zu verhindern. Im Klartext: Wer wirklich etwas ändern will, muss über andere, über gesellschaftliche Produktionsprozesse nachdenken. Das ist unmöglich, wenn Grund, Boden, Ressourcen und Maschinen nur wenigen gehören.

Dafür eintreten können nur alle Lohnabhängigen gemeinsam, ob erwerbslos oder nicht, ob geflüchtet, immigriert oder einheimisch, ob weiß, gelb oder schwarz. Wir brauchen einen Plan, um zu retten, was noch zu retten ist. Wir brauchen Einigkeit. Und ein Ziel: Umverteilung zugunsten der gesamten Gesellschaft. Weg mit dem Konkurrenzprinzip. Plump gesagt: Bonzen enteignen. Kein bürgerliches Parlament wird dies je für uns tun, keine in Regierungsposten strebende Partei, keine neue Bundeskanzlerin. Wir müssen es schon selber machen. Schluss mit den Kämpfen unten gegen unten, Zeit uns kennen zu lernen, solidarisch zu sein. Die obdachlose Roma-Frau braucht genauso viel Hilfe wie der einheimische verarmte Rentner. Beide haben nur ihr kleines Leben – wie jeder von uns. Wir brauchen Mut, für Massendemos, Massenstreiks, millionenfachen Ungehorsam gegen von den Herrschenden aufgedrückte und vom Staatsapparat durchgesetzte Repressionen. Wir könnten Konzerne besetzen, Häuser besetzen, Felder besetzen. Wir könnten die interessengesteuerte Propaganda der Politik, von vielen Medien unhinterfragt abgeschrieben, ignorieren. Wir könnten rassistischen Hetzern, die kontraproduktiv spalten und dem System somit zum Überleben verhelfen, den Finger zeigen, wie auch der gesamten »Grundordnung«, die nur den Reichen dient. Wenn wir endlich einmal anerkennen würden, dass wir dieselben Probleme haben und wir sie nur gemeinsam lösen können. Der Kampf Reich gegen Arm tobt seit Ewigkeiten. 62 Menschen besitzen inzwischen so viel, wie die halbe Weltbevölkerung. Diesmal sind wir am Limit. Die Zeit drängt. Wir müssen den Spieß umdrehen: Unten gegen oben.

 

Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

23 Kommentare zu: “Den Spieß umdrehen: Unten gegen oben!

  1. Es ist egal welchen Konflikt man nimmt, es geht um die Zerstörung der Kulturen der Völker.Die neue Kultur ist dann eine Monopolkultur.(TV,MCDonalds,facebook,google,amazone,RFID unter der Haut)
    Das ist das ZIEL mit jedem Konflikt, ob Ukraine,Syrien,Libyen,Russland u.s.w..
    Die letzte Widerstandskraft gegen eine Globale Finanzoligarchie wird duch die Flüchtlinge gebrochen.Man möchte die Nationalstaaten abschaffen.Und dann gewinnt man den seit 100 Jahren dauernden Krieg.Die folgenden Zitate kommen von“Warren Edward Buffett (* 30. August 1930 in Omaha, Nebraska) ist ein US-amerikanischer Großinvestor, Unternehmer und Mäzen. Mit einem geschätzten Privatvermögen von 72,7 Milliarden US-Dollar ist er der drittreichste Mensch der Welt. [1][2][3] Nahezu sein gesamtes Vermögen ist in dem von ihm aufgebauten und geleiteten Investment-Unternehmen Berkshire Hathaway angelegt, dessen größter Aktionär er selbst ist. Aktuell (August 2015) hält er immer noch knapp 19 % der Gesellschaftsanteile, obwohl er seit 2006 kontinuierlich Aktien für Spenden verkauft. Ohne diese Spenden hielte er knapp 31 % und wäre mit 108,8 Milliarden US-Dollar mit Abstand der reichste Mensch der Welt.[4] Die Aktie seines Unternehmens ist die teuerste an der Börse zu kaufende Aktie der Welt.“
    „Wenn in Amerika ein Klassenkampf tobt, ist meine Klasse dabei, ihn zu gewinnen.“
    Milliarden- Macher. Focus 25.03.2004
    „Es herrscht Klassenkampf, meine Klasse gewinnt, aber das sollte sie nicht“
    Die Presse 28. 08.2010
    „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen“
    nrhz.de/flyer 29. Juli 2011
    „Meine Freunde und ich sind lange genug von einem milliardärfreundlichen Kongress verhätschelt worden. Es ist Zeit, dass unsere Regierung Ernst damit macht, allen gemeinsame Opfer abzuverlangen.“
    DER SPIEGEL 34/2011 22. August 2011
    https://de.wikiquote.org/wiki/Warren_Buffett
    Georg Schramm 2016.
    https://www.youtube.com/watch?v=mf1R09vMvnk

    Die Staatliche Realitätskontrolle ist das Zauberwort.
    „Realitätskontrolle bedeutete die Fähigkeit, die Bevölkerung durch die Veränderung alltäglichen Sprechens und Denkens zu kontrollieren und manipulieren. Neusprech war die Methode, das Denken über die Sprache zu kontrollieren. Doppeldenk war die Methode, das Denken unmittelbar zu manipulieren.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Doppeldenk

    MFG LB

  2. Spooky sagt: „Denn Lösungen sind machbar, wenn Wege transparent sind und jedem Menschen klar wird, dass er gemeinsam solidarisch handeln kann“…ist Zeugnis eines vorherrschenden Systems – mir geht es aber Transformation, nicht um Bestätigung eines gültigen und für die meisten Menschen eher schlechten Systems.“

    Die Zeit für eine Veränderung im System braucht ihr Momentum, und dass ist noch nicht da.Erst ,wenn eine bestimmte Masse an Menschen, ein meist emotionales Thema hat geht es auf die Strasse. Bei der Französichen Revolution war es halt eine Aufklärung durch:“Montesquieus Modell einer Gewaltenteilung zwischen gesetzgebender, ausführender und richterlicher Gewalt „und „Für die radikaldemokratische zweite Revolutionsphase hat Rousseau wichtige Impulse geliefert, unter anderem, indem er das Eigentum als Ursache der Ungleichheit zwischen den Menschen ansah und Gesetze kritisierte, die ungerechte Besitzverhältnisse schützten.“
    Aber erst der Hunger war der Auslöser.
    „Der Großteil der Bevölkerung im Ancien régime war an Aufklärungsdenken und Politisierung wenig interessiert, am Brotpreis umso mehr. Die Bauern, die vier Fünftel der Bevölkerung stellten, hatten 1788 infolge der Kleinen Eiszeit eine schlimme Missernte erlitten und danach einen harten Winter durchlebt.“
    “ Das bedeutete für den städtischen Handwerker, dass er etwa die Hälfte seines Einkommens allein für die Brotversorgung ausgeben musste. Jede Preissteigerung wirkte da existenzbedrohend und ließ die Nachfrage nach anderen Gütern des täglichen Bedarfs sinken. „Nun erreichten Unzufriedenheit und Erregung auch diejenigen, die von der öffentlichen Auseinandersetzung um die Finanzmisere und die Funktionsunfähigkeit des Staates noch nicht unmittelbar erreicht und mobilisiert worden waren. Die wirtschaftliche Not, die infolge der Teuerung und Unterproduktion die städtischen Konsumenten und dann auch Handel und Gewerbe betraf, brachte die ‚Massen’ auf die politische Bühne.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Revolution
    Ich denke dieser Auslöser fehlt noch das kann Krieg,Inflation,Massenarbeitslosigeit in ganz Europa ,oder sonst was sein.
    Außerdem glaube ich ,dass sich schon viele im Netz informieren , aber die Erkenntnis selbst Aktiv zu werden fehlt.
    Wenn der persönliche Einsatz steigt werden automatisch Veränderungen folgen, weil dann Lebensenergie in andere Systeme (z.B.Alternative Medien) fließt.Dieser Prozess läuft gerade und die aktuellen Chefs haben Angst davor,weil es an
    Allen Ecken Brennt. Die Neue Aufklärung läuft und trägt schon Früchte.Man merkt es in seinem Umfeld,dass ein starkes Interesse an den Ursachen der Probleme z.B. Flüchtlingskrise besteht.Das führt die Leute jetzt zu den neuen Medien.Ich hoffe nur, dass die Masse sich nicht gegeneinander Ausspielen läßt und die Transformation friedlich verläuft.

    MFG LB

    • Die Zeit für eine Veränderung im System braucht ihr Momentum, und dass ist noch nicht da.Erst ,wenn eine bestimmte Masse an Menschen, ein meist emotionales Thema hat geht es auf die Strasse.

      Ja. Stimme ich in großen Teilen zu. Werde das später noch ausführen, wo ich Unterschiede sehe.

      Bei der Französichen Revolution war es halt eine Aufklärung durch:“Montesquieus Modell einer Gewaltenteilung zwischen gesetzgebender, ausführender und richterlicher Gewalt „und „Für die radikaldemokratische zweite Revolutionsphase hat Rousseau wichtige Impulse geliefert, unter anderem, indem er das Eigentum als Ursache der Ungleichheit zwischen den Menschen ansah und Gesetze kritisierte, die ungerechte Besitzverhältnisse schützten.“
      Aber erst der Hunger war der Auslöser.

      Das würde bedeuten: Griechenland als Vorbild. Dort verhungern die Menschen, das Sozialsystem ist sehr weit unten – aber eine „blutige“ Revolution bleibt dort aus. Ist der der Charakter der Menschen dort, oder brauchen wir vielleicht andere Lösungsoptionen neuerer Art, als es bei der französischen Revolution notwendig war?

      Ich denke dieser Auslöser fehlt noch das kann Krieg,Inflation,Massenarbeitslosigeit in ganz Europa ,oder sonst was sein.

      Da komme ich gleich zu.

      Außerdem glaube ich ,dass sich schon viele im Netz informieren , aber die Erkenntnis selbst Aktiv zu werden fehlt.

      Das stimmt zu 100% , oder mindestens zu 99% ( wenn einige, wenige Aktive angerechnet werden können)

      Wenn der persönliche Einsatz steigt werden automatisch Veränderungen folgen, weil dann Lebensenergie in andere Systeme (z.B.Alternative Medien) fließt.Dieser Prozess läuft gerade und die aktuellen Chefs haben Angst davor,weil es an
      Allen Ecken Brennt. Die Neue Aufklärung läuft und trägt schon Früchte.Man merkt es in seinem Umfeld,dass ein starkes Interesse an den Ursachen der Probleme z.B. Flüchtlingskrise besteht.Das führt die Leute jetzt zu den neuen Medien.Ich hoffe nur, dass die Masse sich nicht gegeneinander Ausspielen läßt und die Transformation friedlich verläuft.

      Ja. Das ist ein wichtiger Punkt. Immer dann, wenn eine Gesellschaft, oder auch ein einzelner Mensch in einem Prozess ist, wo er sich für oder gegen etwas / für oder gegen Veränderung entscheiden kann, gibt es diesen Punkt, wo es möglich ist, Einfluss zu nehmen.

      In dem Moment, wo Jemand dabei ist, sich zu wandeln, ist er noch offen für bestimmte Einflüsse.

      Bei Gerald Hüther gab es letztens was interessantes zu sehen und zu hören:

      Potentialentfaltung unerwünscht? Gerald Hüther im NuoViso Talk

      https://www.youtube.com/watch?v=2p6l-PTqcQo

      Er sagt z.B., dass die Veränderungen vor Ort, beim Nachbarn im direkten Umfeld erfolgen müssen. Eine Graswurzelbewegung – nicht durch einen Politiker. „Wir werden es selber machen müssen“ sagt Hüther.

      Im Grunde schon fast eine Aussage, die mich Zweifeln lässt an der Nützlichkeit von Internetplattformen als Diskussionsmöglichkeit.

      Aber Recht kann ich Herrn Hüther in sehr vielen Punkten geben.

      Denn: wenn ich vor Ort, in meinem Umfeld Dinge anspreche – mein Verhalten und Umgang so gestalte, dass alle einen Nutzen davon haben, öffne ich mir vor Ort schon Möglichkeiten der Veränderung.

      Das werde ich demnächst auch viel stärker fokussieren, als hier im Forum bei KenFM z.B.

      KenFM oder auch andere Formate, bieten z.B. gute Austauschmöglichkeiten hier – keine Frage.

      Den unmittelbaren Nutzen / die Wechselwirkung meines Handelns kann ich vor Ort nur viel besser erreichen, erspüren und erfahren als hier durch geschriebene Worte.

      Wenn z.B. niemand auf meinen Beitrag antwortet – weiß ich dann sicher, ob er andere berührt hat? Ob er andere erreicht hat? Ob er was verändert hat? Ob er gelesen wurde? Ob ich mich mit Person xy hier vernetzen kann??

      Also: das Forum hat gewiss auch seine Funktion, um aber auf den Punkt zu kommen:

      von 2 Seiten ( dem Forum und dem Umfeld vor Ort) auf ein Ziel zuzusteuern, lässt sicher mehr Möglichkeiten der Vernetzung zu, als nur eine Möglichkeit davon zu nutzen.

      Ich dachte bisher: hier im Internet Konsens finden – dann handeln… und vor Ort?… ach… das wird schon/ früher oder später – können andere machen, aber doch nicht ich .. (lol) …

      -> ziemlich kurz gedacht gewesen von mir, wenn ich ehrlich bin.

      Daher: ich probiere demnächst beides aus.

    • Spooky sagt:

      „Ich dachte bisher: hier im Internet Konsens finden – dann handeln… und vor Ort?… ach… das wird schon/ früher oder später – können andere machen, aber doch nicht ich .. (lol) …
      -> ziemlich kurz gedacht gewesen von mir, wenn ich ehrlich bin.
      Daher: ich probiere demnächst beides aus.“
      Und das ist der Prozess den man fördert. Die Erkenntnis das man im Umfeld was bewirken kann.
      Dafür findet man im Netz einen Konsens.Nicht die Menschen die z.B. aus Syrien sind Schuld an ihrer Flucht ,sondern der Krieg.Also sollte man die Ursache stoppen.Dafür kann man im Umfeld werben.Die jetzigen Strukturen haben noch die Möglichkeiten diesen Konsen zu manipulieren.Es werden zum Beispiel bestimmte positive Bewegungen diffamiert.Der nächste Schritt wäre die Organisationmöglichkeiten des Netzes besser zu nutzen zum Beispiel verschiedene rechtlich, verbindliche „Entscheidungsapps“.Diese verpflichtet die Menschenvertreter (Politiker) sich mit wichtigen Themen der Bevölkerung zu beschäftigen und Lösungen anzubieten. Diese Ideen Umzusetzen dafür Bedarf es noch mehr „Macher“. Man sollte bei seinen persönlichen Aktivitätsentscheidungen aber sehr Wachsam sein, um sich nicht instrumentalisieren zu lassen.Zum Beispiel bei Pegida und AFD,Antifa u.s.w. sollte jeder für sich Abwegen ob er da Energie reinsteckt. Es muss am Ende der „Sache“ dienlich sein. Für mich bedeutet das Ursachen erkennen und über rechtlich,verbindliche Strukturen politisch Konsensverbesserungen herstellen.Das ist aber noch ein langer Weg.
      So paar Macher gibt es schon z.B.
      http://www.informationsgeld.info/ oder
      „OSBEEE ist eine geniale Vision: Eine globale neue Wirtschaftswelt, für die Kooperation, Fairness und Vertrauen die grundlegenden Bausteine darstellen. Die Zeit ist reif für diese grandiose Veränderung!“
      https://osbeee.com/ueber-osbeee/

      Jeder muss seinen persönlichen Einsatz selber Verantworten.

      MFG LB

  3. Um den Einfluss der Finanzindustrie noch zu verdeutlichen.Eine Meldung von heute.SZ
    „An Posten mangelt es Friedrich Merz wahrlich nicht. Der frühere CDU-Politiker sitzt in Aufsichtsräten, berät internationale Konzerne und leitet den Verein Atlantik-Brücke, der sich für die deutsch-amerikanische Partnerschaft einsetzt. Trotzdem war es ein Coup, als im Januar bekannt wurde, welcher Posten im Frühjahr dazukommen wird: Merz soll Aufsichtsratschef bei Blackrock Deutschland werden.“
    Die bestimmen in Deutschland und kein andere.Da weiß Black Rock von Merkel gleich was los ist.
    „So kommt es, dass Blackrock Anteile an ALLEN Dax-Unternehmen hält. Über seine vielen Fonds ist der US-Konzern beispielsweise größter Einzelaktionär der Chemiekonzerne BASF und Bayer. Zusammengerechnet sind die Dax-Beteiligungen des Konzerns mehr als 50 MILLIARDEN Euro wert.“
    „Umstritten ist, dass Blackrock und andere Großinvestoren persönliche Gespräche mit dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, führen. Die EZB, deren Geldpolitik die Finanzmärkte prägt, braucht diesen Austausch nach eigenen Angaben, um die Dynamik an den Märkten zu verstehen. „Doch der direkte Kontakt zur EZB beschert Blackrock einen massiven Informationsvorteil gegenüber kleineren Fondshäusern“, sagt Burghof. “
    „Die Organisation Corporate Europe Observatory (CEO) warnt, Fondshäuser betrieben die beängstigendste Lobbyarbeit in ganz Brüssel. „Finanz-Lobbyisten haben zurzeit viele Einflussmöglichkeiten“, sagt CEO-Forscher Kenneth Haar.“

    MFG LB

    • Lightbringer sagt:
      3. März 2016 at 08:15

      Um den Einfluss der Finanzindustrie noch zu verdeutlichen.Eine Meldung von heute.SZ
      „An Posten mangelt es Friedrich Merz wahrlich nicht. Der frühere CDU-Politiker sitzt in Aufsichtsräten, berät internationale Konzerne und leitet den Verein Atlantik-Brücke, der sich für die deutsch-amerikanische Partnerschaft einsetzt. Trotzdem war es ein Coup, als im Januar bekannt wurde, welcher Posten im Frühjahr dazukommen wird: Merz soll Aufsichtsratschef bei Blackrock Deutschland werden.“
      Die bestimmen in Deutschland und kein andere.Da weiß Black Rock von Merkel gleich was los ist.
      „So kommt es, dass Blackrock Anteile an ALLEN Dax-Unternehmen hält. Über seine vielen Fonds ist der US-Konzern beispielsweise größter Einzelaktionär der Chemiekonzerne BASF und Bayer. Zusammengerechnet sind die Dax-Beteiligungen des Konzerns mehr als 50 MILLIARDEN Euro wert.“
      „Umstritten ist, dass Blackrock und andere Großinvestoren persönliche Gespräche mit dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, führen. Die EZB, deren Geldpolitik die Finanzmärkte prägt, braucht diesen Austausch nach eigenen Angaben, um die Dynamik an den Märkten zu verstehen. „Doch der direkte Kontakt zur EZB beschert Blackrock einen massiven Informationsvorteil gegenüber kleineren Fondshäusern“, sagt Burghof. “
      „Die Organisation Corporate Europe Observatory (CEO) warnt, Fondshäuser betrieben die beängstigendste Lobbyarbeit in ganz Brüssel. „Finanz-Lobbyisten haben zurzeit viele Einflussmöglichkeiten“, sagt CEO-Forscher Kenneth Haar.“

      MFG LB

      Nun gut, dies zeigt: wenn Jemand systemimanet agiert, bündelt er immer mehr Verantwortung innerhalb des Systems.

      Wie lässt sich dies nun auf den Gedanken transformieren, dass eine bessere Gesellschaft für alle Menschen sinnvoll ist?

      Was müsste nun getan werden?

      Das wäre für mich interessant; und vermutlich auch für die Menschen, die gerne handeln möchten.

      Ich bin ja immer noch in meiner Diskussion: Menschen auf die Strasse : Arbeitslose, Flüchtlinge, Friedensaktivisten und Querdenker.

      Vereint im Geiste: Den Rüstungsetat für Bildungsetat und bessere Sozialstandards einsetzen. Sowie Aufbauarbeiten in Syrien zu leisten, damit die Flüchtlinge zurück in Ihre Heimat, unter menschlichen Bedingungen können.

      Das reizt mich viel mehr: also Attraktoren zu sammeln und zu bündeln, zu vernetzen wie eine große Anzahl Menschen gemeinsam gutes füreinander tun kann.

      Denn Lösungen sind machbar, wenn Wege transparent sind und jedem Menschen klar wird, dass er gemeinsam solidarisch handeln kann – ob ein Merz oder wer sonst noch, Black Rock übernimmt, 10 Eigenheime besitzt, oder 100…

      ist Zeugnis eines vorherrschenden Systems – mir geht es aber Transformation, nicht um Bestätigung eines gültigen und für die meisten Menschen eher schlechten Systems.

  4. Meiner Meinung nach sind fast alle aktuellen Krisen immer nur Symptome. Der Kern ist das alles Denken und Handeln der Menschen einem übergeordneten, unbewußten Konstrukt dient. Das Leben wird dem Gesetz
    des monopolistischen Marktes unterworfen.Dieses geschieht meist in dem Gefühl das Richtige ,oder zumindest nichts Falsches zu tun.Das liegt daran, dass jede Lebenshandlung von Menschen am Markt gehandelt wird.Selbst die zu atmende Luft ist nicht umsonst.(Emissionshandel an der Börse kosten sind in Produkten enthalten)
    Und auch „Werte“ die in der Zukunft entstehen sollen haben heute schon einen handelbaren Wert in vielen Bilanzen von Banken.(Derivate)
    Diese Struktur ist global, unabhängig von Staaten und Ländern.Egal wo die Menschen Leben ob China,Russland,Deutschland oder den USA sie dienen diesen wenigen mächtigen Institutionen.(Zentralbanken,Banken)
    „Die gesellschaftliche Organisation des Kapitalismus kann die vielfältigsten Formen annehmen, wie bereits am deutschen Nationalsozialismus gezeigt. Auf der politischen Ebene zum Beispiel kann dies eine gewisse Form von Demokratie sein (Kapitaldemokratie wie in USA und in der Europäischen Union) oder eine Variante des Faschismus (Mussolini, Franco, Hitler, Metaxas, Salazar, Obristenregime in Griechenland 1976) oder Varianten von neokolonialer Diktatur (Mittel- und Südamerika im 20. Jahrhundert). (2) Bekanntlich lässt sich in mehreren „entwickelten“ kapitalistischen Staaten die Demokratie auch bestens mit vordemokratischer Monarchie verbinden. (3) Zudem kann sich Kapitalismus auch mit verschiedenen Religionen schmücken, christlich, islamisch, jüdisch etwa. Auch ein kommunistischer Kapitalismus ist möglich wie in China. “
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=22558
    “ Derivate bilden eine Schattenwelt innerhalb des Finanzsystems, da niemand genau weiß, welcher Akteur mit welchem anderen auf dieses oder jenes wettet. Die BIZ beziffert den Nennwert aller Derivate auf 553 Billionen Dollar. Eine Zahl, die etwa dem Zehnfachen des Werts aller weltweit börsennotierten Unternehmen entspricht. “
    http://www.welt.de/finanzen/article151903777/Boom-der-Indexfonds-erhoeht-Risiko-fuer-neue-Krise.html
    „Das Kapital wankt zwischen Profit- und Verwertungskrise. Bei Monopoly 2016 gewinnen nur die Härtesten. Mittendrin der kleine Deutsche.“
    Diese weltweite Struktur wird weiter wachsen auch, wenn es Lokal zu Kriegen und aufständen kommt.Dieses System profitiert davon noch, weil es in der Lage ist über diesen Dingen, von politischen Staatsstrukturen neutral, zu Schweben.Das hängt mit der medialen Focusierung auf Themen, wie Flüchtlingskrise,Syrienkrieg u.s.w.zusammen.
    „Das Center For International Finance And Development der Iowa State University kritisiert in einer Studie: …die BIZ.
    Einige Kritiker sehen die BIZ als eine Organisation, durch die eine wohlhabende Elite die Welt kontrolliert. Kritiker befürchten, dass die BIZ, da ihre Kontrolle in den Händen lediglich einer Handvoll von Zentralbanken entwickelter Länder liegt, die Macht haben könnte, zu leicht Milliarden von Dollar zu verschieben.Kritiker glauben zudem, dass die wohlhabenden Wall Street-Gläubiger, die die Rettungspakete finanzieren, zu viel Einfluß auf die Geldpolitik haben, die den Krisenländern aufgezwungen wurde.“Ein weiterer wichtiger Kritikpunkt ist die Geheimhaltung und fehlende Transparenz der BIZ. Kritiker fordern deshalb eine Erhöhung der Transparenz der BIZ-Operationen. Befürworter der BIZ-Strategie der Geheimhaltung halten diese Geheimhaltung für erforderlich bei BIZ-Transaktionen zwischen Zentralbanken. Wenn z.B. die Auswirkungen von bestimmten Transaktionen in Devisen oder Gold öffentlich gemacht würden, dann könnten in internationalen Finanzmärkten schwerwiegende Folgen auftreten.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bank_f%C3%BCr_Internationalen_Zahlungsausgleich
    Das wichtigste wäre Licht ins Dunkel der internationalen Kapitalströme der Banken und Vermögenden zu bringen.
    Eine mediale Aufklärung der Bevölkerung und ihrer Vertreter.

    MFG LB

    • Ihre These, dass Monopolbildung höchst schädlich ist, ist zu 100% Inhalt neoliberaler Politikauffassung.
      So viel mal wieder zur These, dass die aktuelle westliche Politik ’neoliberal‘ sei, was ich definitiv nicht glaube.

      In der Tat liegt ein wesentlicher Anreiz für die Unterstützung von Diktaturen und sogar ‚failed states‘ in der Möglichkeit, auf diese Weise alle Konkurrenten auszuschalten, die mit den Zuständen nicht zurechtkommen würden (die also bei der Diktatur ‚unbeliebt‘ sind oder nicht über die Möglichkeit verfügen, in failed states private Milizen für den Schutz des Firmeneigentums zu organisieren). Das bedingt einander: Firmeninhaber, die Monopole für sich anstreben, versuchen die Politik ggf. in diese Richtung zu beeinflussen. Haben sie damit Erfolg (etwa durch direkte oder indirekte Korruption oder weil sie im gleichen Klub wie die Politiker sind), werden Zustände geschaffen, die wiederum Monopole begünstigen. In der Tat liegt also ein Schlüsselproblem darin, dass zahlreiche westliche Mächte manchmal geradezu Befehlsempfänger einzelner Wirtschaftslobbisten sind.

  5. Der grundsätzlichen Aussage von Susan Bonath kann man zustimmen. Sie ist ja auch nicht neu und wird langsam auch von mehr Menschen anerkannt. Die Flüchtlingskrise wird momentan umgedeutet, tatsächlich liegt eine soziale Krise vor. Dass das Aufwiegeln der lohnabhängigen Massen immer gut funktioniert hat, zeigt die Vergangenheit, wo individuelle Aufrüstung vor kollektiven Protest kommt.

    In den Details gehen die Ansichten dann auseinander. Auch ich halte punktuelle Besetzungen von bestimmten Orten für unnütz und eine Zeitverschwendung. Solche Protestformen sind zumeist nur von einer bestimmten Gruppe (Schüler, Studenten ohne Erwerbszwang, Randständige) durchführbar, weil Otto Normal morgens um acht im Büro oder an der Drehbank stehen muss. Und im Betrieb und der Firma ist man schnell mit seinen gesellschaftskritischen Ansichten am Rand, weil sich Kollegen und Mitarbeiter aus Angst oder Ignoranz nicht äußern oder äußern wollen. Eher noch wird in das dumpfe „Die Ausländer fressen uns alles weg!“ eingestimmt, was ja das oben beschriebene Dilemma auf den Punkt bringt. Es fehlt daher m.E. in erster Linie an dem, was früher mal als „Klassenbewusstsein“ beschrieben wurde. Ein Begriff von der eigenen sozialen Lage und dass man damit nicht allein, isoliert da steht. Dass man die abhängige Größe des Kapitalerfolgs ist und mit seinem Job und allen gesellschaftlichen Verpflichtungen daran gekoppelt ist. Man sieht das daran, dass die Bereitschaft zur Teilnahme an einem gewerkschaftlichen Streik branchenspezifisch gering ausfällt. In der Metallindustrie ist es ein jährliches Ritual ohne Wille der Kapitalseite auch mal die Stirn zu bieten, auf dass man sich mit läppischen Forderungen bequemt. Und man mag gar nicht erst an alle Bereiche denken, in denen es weder Flächentarife noch starke Gewerschaften gibt. Dort ist die Lohnarbeiterin völlig auf sich gestellt.

    Man sieht ja auch im Forum, dass die Lösungsvorschläge und Lageeinschätzungen variieren, was für einen demokratischen Austausch auch normal sein sollte. Mit Patentrezepten kann man heute in der Regel niemand mehr hinterm Kamin hervorlocken. Zu groß ist die Enttäuschung bei vielen vormals politisch Interessierten über die von Parteienen verantwortete Regierungspolitik. Aber auch beim Fragenstellen geht’s durcheinander. Konzernbesetzungen und Wassenwerfer, Abschaffung des Giralgeldes, Demonstrationen vor dem Reichstag. Das sind ganz unterschiedliche Mittel, bei denen nicht einmal klar ist, ob die Beteiligten überhaupt in der Sache übereinstimmen.

    Hier mein Vorschlag für einen Minimalkonsens: Die gegenwärtige wirtschaftliche und soziale Lage ist verfahren und bedarf der Umsteuerung. Große Kapitalismuskritik ist nicht das Geschäft der Massen, sondern ruft er müdes Gähnen hervor. Dazu gesellt sich schnell ein dumpfer Anti-Intellektualismus, wonach man diese oder jene Theorie schon kenne oder was das denn überhaupt nütze. Um daher nicht einem vorschnellen Aktionismus zu verfallen, der nur für noch mehr Enttäuschung führen kann, weil kurzfristige Lösungen ausbleiben, sollte man an ein mehreren Punkten ansetzende Strategie haben. Hier einige Vorschläge:
    1. Die Lohnpolitik in Deutschland muss sich grundlegend ändern. Über einen Zeitraum von 10 Jahren müssen 5 Prozent mehr Lohn die Regelforderung der Gewerkschaften sein, um die Exportabhängigkeit Deutschland zu begrenzen.
    2. Rüstungskonzerne, die stark vom Waffenexport abhängen müssen per Gesetz auf Konversion ihrer Produktpalette verpflichtet werden. Auch dies muss in einem realistischen Szenario auf mehrere Jahre gestreckt werden, um den Unternehmen eine Umsattelung zu ermöglichen. Andernfalls schmeißen sie ihre Belegschaft sofort raus, was die Mitarbeiter zu allem befähigt, außer einer Gewerkschaftsmitgliedschaft.
    3. Die Mitgliedschaft in Gewerkschaften sollte wieder „Standard“ werden, wenn man abhängig Beschäftigter ist. Das garantiert noch nicht viel, aber – siehe Poststreik, Kitastreik, Bahnstreik letzten Sommer – ein breiteres Bewusstsein der Beschäftigten, dass ihre Interessen verhandel- und beeinflussbar sind.
    4. Sein Privatkonto kann man durch einen Wechsel zu einer Genosschaftsbank wie GLS ablösen. Eine solche Bank agiert nicht als Finanzinvestor am globalen Kapitalmarkt und investiert nicht in Rüstungs- und Nahrungsmittelspekulation. Zudem kann das eigene Spargeld, das vielleicht übrig ist, selbstbestimmt in die Förderung von Genossenschaftswohnungen, Bildungsprojekte, Umweltschutz und nachhaltige Landwirtschaft investiert werden.
    5. Man beteiligt sich an den Initiativen verschiedener NGO’s, die sich für unterschiedliche Ziele einsetzen. Während Campact Interessierte und Sympathisanten dazu befragt, welche konkrete Kampagne gefahren werden soll, um die Regierungspolitik zumindest mittelbar zu beeinflussen, agieren Gruppen wie das Netzwerk Steuergerechtigkeit auf globaler Ebene und verfolgen die Strategien von Konzernen und Investoren, nationale Standards der Steuerregulierung zu unterlaufen. Ich nenne nur einige Weitere: Abgeordnetenwatch, Lobby Control (Überwachung des Lobbyismus in Deutschland), Transparency International (Korruption und Amtsmissbrauch), Oxfam, Initiative Vermögensteuer, Bund demokratischer Wissenschaftler uva. All diese Organisationen sind auf private Zuarbeit angewiesen und funktionieren am besten, wenn sie stärker zusammenarbeiten. Sie erlauben damit bei geringer Teilnahmehürde, die konkrete Beeinflussung von Politik. Zudem liefern sie regelmäßige Hintergrundinformationen, die der Aufklärung dienen.
    6. Auch die Teilnahme an Wahlen ist erforderlich, denn eine hohe Anzahl von Nichtwählern nützt in der Regel vor allem der CDU. Auch wenn die Wahl einer Partei heute vielleicht nur noch als Wahl des kleineren Übels erscheint, so sind es weiterhin Parteien, die Gesetze beschließen und die Exekutive zu ihrer Durchsetzung anhalten. Da ich nicht glaube, dass die parlamentarische Demokratie mittelfristig ersetzt wird, ist die Beeinflussung dieser durch Wahlen und Druck auf Mandatsträger eine oberste Priorität. Jeder kann heute schnell feststellen, welche Partei er bei einer Landtagswahl wählen soll. Dafür gibt es Instrumente wie den Wahl-O-Mat, der anzeigt, wo die persönlichen Überschneidungen am höchsten sind. Und ich wage zu bezweifeln, dass da bei allen Lesern automatisch Linke oder DKP im Ergebnis rauskommt. Aber auch das hilft zur Selbstorientierung. Man findet es hier: http://www.bpb.de/politik/wahlen/wahl-o-mat/
    7. Eine Diskussion darüber, welche Maßnahme im Einzelnen sofort erforderlich sei, ist m.E. wenig zielführend. Dafür müsste es überhaupt erst so etwas wie eine gemeinsame Organisation geben. Das, was früher die Arbeiterpartei als Massenorganisation war, gibt es heute nicht mehr. Angestellte sehen sich als Angestellte, Rentner als Rentner, Arbeitslose als Arbeitslose, Kleinunternehmer als Kleinunternehmer. Die Klientelpartei ist daher die schlechte Folge im Parteienstaat. Fest steht hingegen, dass gewalttätige Aktionen derzeit dazu führen, dass in den Mainstreammedien klare Schuldzuweisungen ausgesprochen werden, die durch ihre Art der Kommunikation schnell dazu führen, dass sich die Zuseher im Örtchen X am anderen Ende der Republik verängstigt abwenden. Wenn irgendwo als Banken besetzt oder wieder mal Mülltonnen und mehr angezündet werden, dann ist das einhellige Fazit in Medien und bei Otto Normal: „Das sind linke Chaoten, Mit den haben wir nichts tun!“ Und tatsächlich ist schwer erkennbar, welche politische Folge dieser Aktionismus haben soll. Noch drastischer ist das Bild bei gewaltsamen Aktionen, die nicht kontrollierbar sind. Auf die RAF wird sich heute in der Regel niemand mehr positiv beziehen, denn ihr Handeln hat mehr und mehr für Unverständnis gesorgt. Zumal die selektive Ausschaltung einzelner Repräsentanten eines Systems eher dazu führt, dass Hunderttausende aufstehen und sagen: „Das war ein Schuss gegen die Demokratie!“. Solche gewalttätigen Aktionen, die schnell zu einer unkontrollierbaren Radikalisierung führen, halte ich für sinnlos. „Castor schottern“ bleibt genauso kurzatmig wie die Besetzung irgendeines Feldes in der Pampa. Am Ende des Tages gibt es eher Demonstrationen für freie Landwirtschaft als für kollektive Lebensmittelproduktion. Im Zweifel kommt noch die Keule DDR dazu und schon rennen die Leute weg.
    9. Handlungen müssen wohlüberlegt und dürfen kein Schnellschuss sein. Unterschiedliche Meinungen führen zu ganz unterschiedlichen Handlungen. Die Grundaussage: Arme nicht gegen Arme ausspielen ist in ihrer Einfachheit richtig, führt aber mitnichten dazu, dass sich irgendwelche Arbeitnehmer mit irgendwelchen Geflüchteten identifizieren. Dafür ist m.E. noch wesentlich mehr Aufklärungsarbeit und auch getreue Analyse notwendig. Zuspitzende Artikel waren 1918 sinnvoll, als es so etwas wie einen Spartakusbund gab, heute sind sie eher verzweifelte Einzelaussage. Wir dürfen nicht vergessen, dass die neoliberale Gleichschaltung des Denkens über 30 Jahre den kritischen Geist stark beeinflusst hat. Zudem wird mit den Jungen „carrots & sticks“ gespielt. Man hält eine Karotte hin (Zeitvertrag, Lohnerhöhung) und schon schluckt man die nächste Kröte (Rausschmiss der Kollegen, Austritt aus der Gewerkschaft usw.). Wir müssen also die unterschiedlichen Sichten erst einmal anerkannen und bearbeiten. Das ist im Privatbereich schon schwer genug.

  6. Ich kann das nicht unterschreiben – absolut nicht. Das ist althergebrachtes, oktroyiertes denken und reden.

    Wir müssen wir müssen wir brauchen dies und das und vor allem Demonstationen und Besetzungen.

    So langsam sollte doch mal jedem klar werden, daß diese antiqierten Methoden und Denkrichtungen ausgelutscht sind wie ne Eiskugel.

    Was macht es denn für einen Sinn immer das gleiche zu predigen, wenn man vorher schon weiß das nichts davon passiert? Vor allem hat sich die Gegenseite längst darauf eingestellt, schickt bei Demos ihre Schlägertruppen und lutscht dabei an der Eiskugel. Wenn man überhaupt demonstrieren will, muß man das zuhause auf der Couch bei Chips und Bier machen. Wenn das Volk nur 5 Tage zuhause bleibt, DANN ist der Bankster- Wirtschafts- und Politschundadel weichgeklopft und zwar ohne sich mittels giftiger Chemie und Springerstiefeln die Gesundheit ruinieren zu lassen. Und wenn (immer) noch nicht, dann hängen wir halt noch 5 Tage dran.

    Verfolgte man das Ziel „Bonzen enteignen“ ernsthaft, findet man sich direkt im Krieg wieder. Es ist auch gar nicht nötig sich die Mühe zu machen, weil es völlig egal ist wer wieviel besitzt. Erstens ist nur wichtig was er damit machen kann/darf, zweitens kann doch nur wichtigstes Ziel sein, daß alle Menschen genug besitzen um ein angenehmes, sorgenfreies Leben führen zu können.

    Und das erreicht man ganz sicher nicht dadurch das man Bonzen enteignet. Das erreicht man ebensowenig durch Einigkeit aller Menschen, die es ohnehin niemals geben kann.

    Die Probeme die wir und durch Geld schaffen sind millionenfach größer als die die wir hätten würden wir es abschaffen

    • Bin deiner Meinung und versuche auch schon seit ein paar Monaten das den Leuten näher zu bringen. Man kann nicht wie im Mittelalter eine Demo machen und erwarten das die Eliten überrascht wären, die haben genug zeit gehabt um x Pläne zu machen was sie dagegen halten können. (Gegen Demos, Saboteure, Verbote, Deffamierung, Medien Hetze usw.)

      Wir haben das Internet und damit die Möglichkeit mit Menschen auf der ganzen Welt in Sekunden zu Kommunizieren, warum nutzt man das nicht? Würde man es Effektiv nutzen ohne auf Eitelkeiten oder Stolz herrum zu reiten, würde es nie wieder Krieg geben, weil alle Kontrahenten erstmal mit der jeweils anderen seite schreiben würden, dadurch wären Propaganda und Lügen schnell der Wind aus den Segeln genommen.

      Man könnte wie du schon schriebst, einfach den Adel Boykotieren (Also Schwächen durch unterlassen), alle machen einfach mal ne woche Urlaub von allem und danach schaut man, ob willfähigkeit zur veränderung, bei den Eliten auf gekeimt ist in zwichen zeit, fals nicht, verlängern wir den Urlaub halt noch mal um eine Woche.

      Wir sollten uns auch vor augen halten, dass Geld von Menschen gemacht ist und nur ein Glaube uns den Wert vor spielt. Würde keiner mehr Geld für seine Wahren annehmen, würde es auf einen Hieb an Wert verlieren, darum denke ich müsste die Frage lauten, was gäbe es für eine Alternative zum Geld und wie ließe sich damit allen helfen?
      Würden wir darauf eine Antwort finden, müsste niemand, niemanden enteignen, der Besitz wäre nur einfach nix mehr wert, er wäre aber unverändert in den händen derer die das Geld horten.

  7. @spooky
    „Felder, Häuser zu besetzen, fänd ich für eine extrem Idee – da würde ich keinen Konsens mitgehen.“

    Genau diese extreme Idee (gewaltsame Enteignung) stand am Anfang des Kapitalverhältnisses, das eine Denkform und ein gesellschaftliches Verhältnis ist und ebene keine bloße Wirtschaftsform. Nochmals als Eigenzitat aus unserem Buch:

    …Zum einen geht es nicht oder erst in zweiter und dritter Hinsicht um die Arrogation von Waffenarsenalen, sondern das Gewaltmonopol bedeutet das Aufrechterhalten aller gewaltsamen Verhältnisse, die am Anfang als Geburtshelfer der bürgerlichen gesellschaftlichen Verhältnisse stehen. Geld, Land und Menschen zu Waren zu machen, ist ein Gewaltakt, an den wir uns längst gewöhnt haben, der aber am Anfang als primordiale Tat der bürgerlichen Gesellschaft blankes Entsetzen und Unverständnis hervorgerufen hat, weil er alle vorher erfahrene Gewalt übertroffen hat. Dass Menschen unfrei waren und als Unfreie verhandelt, verkauft, verschenkt und weitergegeben werden konnte, ist eine jahrtausendalte Erfahrung. Dass die Herren und Frauen den Knechten und Mägden befohlen und sie bestraften, war unter diesen Verhältnissen allgemein gültig und nicht in Frage gestellt. Dass aber die Unfreiheit nun auf anderen Grundlagen sich durchsetzte und nicht mehr als persönliche Herrschaft erfahren wurde, sondern zusätzlich als Vertreibung von Grund und Boden, zusätzlich als Beraubung aller Rechte und Privilegien, die vordem noch gegolten und gemeinschaftliches Überleben gesichert hatten, zusätzlich als Unterwerfung unter die Disziplin von Arbeitshäusern, Zwangsarbeit und Umsiedlung ohne Rekompensation, diese Umwertung aller gültigen Werte war nur durch gewaltsame Begleitmusik möglich, die den aufklärerischen Beschönigungen vom „Leviathan“ bis zum „Gesellschaftsvertrag“ Hohn sprach und sie widerlegte und als vernünftige Übereinkünfte das Ausreizen von modernen Übergriffen maskierte. Gewaltmonopol des Staats ist also nicht dem vernünftigen Abwägen geschuldet, wer die Verfügungsgewalt über die Waffen haben solle, ist nicht die Selbstbescheidung vernünftiger Staatsbürger, die die Gewalt ächten, sondern die ideologische Verschleierung der dieser gesellschaftlichen Formation zu Grunde liegenden Gewalt, die zur Durchsetzung der abstrakten Beziehungen nötig ist. Denn abstrakte Beziehungen sind es, wenn für Märkte produziert wird (also für Instanzen, die die Produkte nicht brauchen), wenn Werte von Dingen an Produktionszeiten gemessen werden (also an Parametern, die über die Brauchbarkeit nichts aussagen), wenn Menschen ihr gesellschaftliches Ansehen aus ihren erzwungenen Selbstdarstellungen und Vorhaben ziehen (also nicht aus der Erfahrung durch andere). …

    • Hallo Petra,

      ich kenne ihr Buch nicht, daher weiß ich nicht, was Sie mit

      Nochmals als Eigenzitat aus unserem Buch:

      meinen.

      Ich bin für eine klare Sprache. Die macht es dem Leser von Büchern und Texten einfacher zu folgen und auch Handlungsimpulse klar zu setzen.

      Ich habe mich mit Ihrem Eigenzitat beschäftigt und auf einen Satz fokussiert:

      Gewaltmonopol des Staats ist also nicht dem vernünftigen Abwägen geschuldet, wer die Verfügungsgewalt über die Waffen haben solle, ist nicht die Selbstbescheidung vernünftiger Staatsbürger, die die Gewalt ächten, sondern die ideologische Verschleierung der dieser gesellschaftlichen Formation zu Grunde liegenden Gewalt, die zur Durchsetzung der abstrakten Beziehungen nötig ist.

      Wieso können oder wollen Sie diesen Satz nicht einfach in einem klaren Satz formulieren?
      Ist das eine Art Intelligenztest; nur wer diese Art von Sprache beherrscht, versteht auch die Antwort?

      Ich wähle eine einfache Sprache bewusst, damit möglichst viele Menschen mich verstehen. Fachworte zu gebrauchen oder Schachtelsätze zu nützen, hat etwas von „Elfenbeinturm-Romantik“.

      Die Frage ist, wenn der Staat nun mittels Gewalt abstrakte Beziehungen verschleiern muss, wie sie schreiben – was ist nun ihr Handlungsimpuls?

      Was meinen Sie damit?

      Können Sie das in einfachen Sätzen formulieren und auf Schachtelsatzkompositionen verzichten?

      Ich für meinen Teil verstehe von Ihrem Text, dass Sie darauf Bezug nehmen, dass am Anfang Gewalt gestanden hat, um zu enteignen und die Menschen nun daran gewöhnt sind – und der Staat seine Gewalt verschleiert –

      was aber ist nun ihr Handlungsimpuls?

      Gleiches Niveau wie der Krieg? Auch gewaltsam etwas besetzen, um zu zeigen was los ist?

      ——

      Mir ist der Vorschlag von der Souverän lieber ( 5 Tage Pause) , wenn es dafür eine konkrete Ansage von den Menschen gibt. Eine Forderung: zu Hause zu bleiben, wenn nicht bestimmte Dinge geschehen.

      Oder wenn die Zahl der Arbeitslosen ( ca. 2 oder 4 Millionen, aktuell? ) sich zu einem Kollektiv auf die Strasse finden würden, um dann vor dem Berliner Reichstag zu demonstrieren.

      Deren Rechte sind unmittelbar betroffen vom Staat, der mehr in die Militärausgaben investiert, als in die Soziale Absicherung von z.B. ALO I oder Harz IV.

      Da würden dann 2 Milllionen Arbeitslose vor dem Berliner Reichstag stehen und die würden eine Wirkung haben..aber Hallo…

  8. Hallo Frau Bonath,

    unter der Rubrik WAS TUN oder wie es im Original hieß Что делать schlage ich als erstes vor:

    1.
    Ohne Rücksicht auf Konsequenzen die Bezahlung von GEZ beenden, denn die zweite Supermacht ist die öffentliche Meinung. Enteignen ist richtig, doch schneller geht es, den Mittelzufluß zu beenden. Das muß man dann auch nicht mehr enteignen.

    Der Hintergrund und warum es funktioniert:
    http://helpdesk.square7.ch/artikel19gg.html
    http://helpdesk.square7.ch/gez.html

    2.
    Wer Angst hat, daß man ihm etwas wegnimmt, der soll sich vorher selbst enteignen, bevor es die anderen tun. Den Besitz der Sache behält man, das Eigentum an der Sache gibt man weg. Die Gründung einer Stiftung nach novertis.de ist dabei sehr hilfreich.
    Was mir nicht gehört, wie z.B. die Mietwohnung, das kann man mir auch nicht wegnehmen.

    3.
    Wer in einem Eigenheim wohnt, der bestimmt in Abteilung 2 des Grundbuches eine Dienstbarkeit auf lebenslanges Wohnrecht. Ein solches Haus, erzielt in der Folge keinen Verkaufspreis mehr. Niemand kauft ein Haus, auch in einer Zwangsversteigerung nicht, das jemand anderem zu dienen hat. Für das Detail-Know-How ist hier nicht der Platz. Man kann das bei mir abrufen.

    4.
    Auto verkaufen, Car-Sharing nutzen, Straßenbahn und Fahrrad fahren.

    5.
    Bankkonto auflösen, Bargeld horten, Gold kaufen von Bargeld, das man nicht braucht, z.B. goldgrammy.de (Ich werbe hier nicht, ich haben keinen Nutzen an dieser Empfehlung)
    Der Arbeitgeber soll den Lohn als Barscheck zahlen.
    § 14 Bundesbankgesetz: „Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel.“
    Wer seine Arbeitskraft unbeschränkt abliefern soll, der darf auch den Lohn unbeschränkt erhalten, denn eigentlich ist es eine Frechheit, daß ich meine Arbeit abliefere und der andere Teil gibt meinen Lohn jemand anderem, einer Bank, die in ihren AGBs stehen hat, daß sie mein Konto jederzeit pfänden kann, auch dann, wenn es keine materiellen Pfändungsgründe gibt. Lest Eure Bank-AGBs !

    Das sind alles Sachen, die jeder auf eigenen Entschluß und ohne jemanden zu fragen heute tun kann.
    Es gibt keinen Raum für Ausreden.

    Ingolf.Petersohn@mail.ru

    • „Wer seine Arbeitskraft unbeschränkt abliefern soll, der darf auch den Lohn unbeschränkt erhalten, denn eigentlich ist es eine Frechheit, daß ich meine Arbeit abliefere und der andere Teil gibt meinen Lohn jemand anderem, einer Bank.. “
      Der „Lohn“ ist eine digitale Information“ also Giralgeld, welches gar keinen Wert besitzt.Die 1.Bank vom Arbeitgeber reduziert einfach Zahlen (Verbindlichkeiten auf der Passivseite der Bilanz) und die 2 Bank (Arbeitnehmer) erhöt Zahlen (Verbindlichkeiten auf der Passivseite der Bilanz) das ist schon alles. Geld im heutigen Gedankenmodel der normalen Menschen fließt da nicht. (einfache Erklärung)
      Solange der Zustand Giralgeld ist, bleibt die Gefahr, dass gespeicherte Arbeit manipuliert wird durch Inflation, oder in Krisenzeiten durch Enteignung.
      Das ist erstmal kein Problem :), nur Banken erzeugen so auch Kreditgeld und das macht Probleme im Laufe der Zeit.
      Wenn eine Bank zum Beispiel ein eigenes Gebäude baut erzeugt sie das Geld einfach in ihrer Bilanz nach den „kleinen“ gesetzl. Vorschriften. Kredite muss sie nicht aufnehmen. Schon gar nicht hat die Bank selber Geld.( das nennt man dann Bilanzverlängerung)
      Das Eigenkapital eine Bank ist nur der „Puffer“ Überschuss auf der Passivseite einer Bilanz.
      Geld im herkömmlichen Sinn ist das nicht.Die Informationszahlen stehen auf einem Zettel in einem Buch also Buchgeld.(Giralgeld)
      „Geschäftsbanken ist es erlaubt, Anlagevermögen (Aktiva), wie z. B. Immobilien und Wertpapiere, anzukaufen und dem Verkäufer im Gegenzug eine Gutschrift in Höhe des Kaufpreises zu buchen. Dabei wird Buchgeld geschöpft (Bilanzverlängerung).“
      https://de.wikipedia.org/wiki/Giralgeldsch%C3%B6pfung
      Früher war das ganze mit Gold „gesichert“ das hat einen Materialwert und ist Weltweit als Zahlungsmittel akzeptiert. Zu jeder Zeit, sind Länder damit in der Lage Sachwerte zu kaufen.
      Vor allem, wenn das Vertrauen verloren geht ist Gold bei Menschen,Staaten u.s.w. sehr gefragt. (Zentralbanken)
      Ich empfehle jedem sich damit zu beschäftigen.Man glaubt es kaum wie das funktioniert.

      https://www.youtube.com/watch?v=yCfq4QtH7kQ

      MFG LB

  9. Mut zu massenhaftem Ungehorsam

    Es hilft nichts. Wir müssen den tobenden Wirtschaftskrieg beenden, bevor das System die ganze Erde in Schutt und Asche legt. Wer nicht will, dass seine Kinder, Enkel und Urenkel auf Kosten der Profitmehrung einiger Weniger in naher Zukunft elendig zugrunde gehen, muss die Strukturen durchbrechen. Schluss mit dem tödlichen Monopoly. Alles in diesem Spiel hängt daran, wem was gehört. Für jegliche Ausbeutung ist nur eins vonnöten: Privateigentum. Wer Industrie, Fabriken, Banken, Ölquellen, Felder besitzt, ist sogar gezwungen, auszubeuten, um der Konkurrenz standzuhalten und seinen eigenen Absturz zu verhindern. Im Klartext: Wer wirklich etwas ändern will, muss über andere, über gesellschaftliche Produktionsprozesse nachdenken. Das ist unmöglich, wenn Grund, Boden, Ressourcen und Maschinen nur wenigen gehören.

    Dafür eintreten können nur alle Lohnabhängigen gemeinsam, ob erwerbslos oder nicht, ob geflüchtet, immigriert oder einheimisch, ob weiß, gelb oder schwarz. Wir brauchen einen Plan, um zu retten, was noch zu retten ist. Wir brauchen Einigkeit. Und ein Ziel: Umverteilung zugunsten der gesamten Gesellschaft. Weg mit dem Konkurrenzprinzip. Plump gesagt: Bonzen enteignen. Kein bürgerliches Parlament wird dies je für uns tun, keine in Regierungsposten strebende Partei, keine neue Bundeskanzlerin. Wir müssen es schon selber machen. Schluss mit den Kämpfen unten gegen unten, Zeit uns kennen zu lernen, solidarisch zu sein. Die obdachlose Roma-Frau braucht genauso viel Hilfe wie der einheimische verarmte Rentner. Beide haben nur ihr kleines Leben – wie jeder von uns. Wir brauchen Mut, für Massendemos, Massenstreiks, millionenfachen Ungehorsam gegen von den Herrschenden aufgedrückte und vom Staatsapparat durchgesetzte Repressionen. Wir könnten Konzerne besetzen, Häuser besetzen, Felder besetzen. Wir könnten die interessengesteuerte Propaganda der Politik, von vielen Medien unhinterfragt abgeschrieben, ignorieren. Wir könnten rassistischen Hetzern, die kontraproduktiv spalten und dem System somit zum Überleben verhelfen, den Finger zeigen, wie auch der gesamten »Grundordnung«, die nur den Reichen dient. Wenn wir endlich einmal anerkennen würden, dass wir dieselben Probleme haben und wir sie nur gemeinsam lösen können. Der Kampf Reich gegen Arm tobt seit Ewigkeiten. 62 Menschen besitzen inzwischen so viel, wie die halbe Weltbevölkerung. Diesmal sind wir am Limit. Die Zeit drängt. Wir müssen den Spieß umdrehen: Unten gegen oben.

    Grundsätzlich stimme ich dem Gedanken zu, dass etwas geändert und umgedreht werden muss, Frau Bonath.

    Ich werde die speziellen Stellen dazu herauspicken:

    Im Klartext: Wer wirklich etwas ändern will, muss über andere, über gesellschaftliche Produktionsprozesse nachdenken.

    Stimme ich zu.

    Wir brauchen einen Plan, um zu retten, was noch zu retten ist. Wir brauchen Einigkeit. Und ein Ziel: Umverteilung zugunsten der gesamten Gesellschaft. Weg mit dem Konkurrenzprinzip.

    Einigkeit, dass sich was verändern muss, denke ich, lässt sich schnell erzeugen bei vielen Menschen als Erkenntnis.
    Was genau sich ändern muss, darüber gibt es auch in diesem Forum schon zig Beispiele, welche Theorien oder Autoren erst verstanden werden müssen, bevor eine Handlung erfolgen könnte.

    Weg mit dem Konkurrenzprinzip, heisst für mich : weg mit der Börse, weg mit dem globalen Handel – denn die sind ja miteinander verwoben, mit dem Konkurrenzprinzip.

    Dies im Kleinen zu ändern, ist schon schwierig.

    Plump gesagt: Bonzen enteignen. Kein bürgerliches Parlament wird dies je für uns tun, keine in Regierungsposten strebende Partei, keine neue Bundeskanzlerin. Wir müssen es schon selber machen. Schluss mit den Kämpfen unten gegen unten, Zeit uns kennen zu lernen, solidarisch zu sein.

    – Folgefrage: wie viele Menschen braucht es – wo treffen sich diese / wie organisieren sich diese? – wenn der Gedanke an sich denn Konsensfähig wäre.

    Anmerkung: Vor kurzem wurde in Köln ja über die Zustände an Sylvester berichtet. Immer mehr Kameras werden nun aufgestellt – auch an Bahnhöfen – theoretisch gut, wenn sie denn bei Köln eingesetzt worden wären.

    Ein Konsens müsste auch darüber stehen, dass bei Kameras es egal ist, ob der Chef oder die Firma, wo jemand arbeitet, mitbekommt, dass ich als einzelne Person gefilmt, gescannt, beurteilt, bewertet und ggf. gekündigt werde – nach meiner Aktion und dem Konsens zum Ungehorsam und der Umverteilung.

    Wenn der Konsens diese Hürden gedanklich überwindet, dann kann die Gesellschaft / eine Menge Menschen mühelos auf die Strasse gehen.

    Wir brauchen Mut, für Massendemos, Massenstreiks, millionenfachen Ungehorsam gegen von den Herrschenden aufgedrückte und vom Staatsapparat durchgesetzte Repressionen. Wir könnten Konzerne besetzen, Häuser besetzen, Felder besetzen. Wir könnten die interessengesteuerte Propaganda der Politik, von vielen Medien unhinterfragt abgeschrieben, ignorieren.

    Dazu bräuchte es ( ich komme zu Gerald Hüther) Menschen, die uns Angebote machen:

    „Wir brauchen Gemeinschaften, deren Mitglieder einander einladen, ermutigen und inspirieren, über sich hinauszuwachsen.“

    Gerald Hüther

    http://www.akademiefuerpotentialentfaltung.org/

    Menschen, die uns ermutigen, die schon im kleinen Kreis sich treffen und zulassen können, dass dieser Kreis größer werden kann. Alleine jetzt, heute, auf die Strasse zu gehen – sich vor dem Reichstag mit Schild aufzustellen… bewirkt immerhin ein müdes Grinsen oder Lächeln vor Ort.

    Es müssten Organisation her oder wenn schon vorhanden, Einladungen zum Beitritt und zur Diskussion her. Damit jeder für sich entscheiden kann, ob er einen Konsensgedanken mittragen möchte.

    Wir könnten Konzerne besetzen, Häuser besetzen, Felder besetzen.

    Was hat es in der Vergangenheit gebracht? Nehmen wir an, wir machten dies nun aktiv?

    1. Es würde mit Polizeigewalt versucht werden, die Menschen aus den Konzernen und Häusern zu vertreiben.
    2. Die Medien berichten : „wieder einmal wurde in der Strasse xy eine Gruppe von der Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas dazu gebracht, die Hallen des Konzern xy zu räumen. Es liefen erbitterte Strassenkämpfe…es kam zu 9 Toten…“

    Ist es das, was Sie wollen, Frau Bonath? Das wäre eine einigermaßen realistische Reaktion auf ein gewaltsames Besetzen. Der Staat würde seine Exekutive schicken, in Form von Polizei oder Militär ( ggf. würde dann der Lissabon-Vertrag gelten).
    Das wäre die natürliche Schutzreaktion des Staates auf den Angriff auf seine Struktur.

    Wie ein Körper Abwehrzellen hat, so würde der Staat auch seine „Abwehrzellen“ in Aktion rufen.

    Felder, Häuser zu besetzen, fänd ich für eine extrem Idee – da würde ich keinen Konsens mitgehen.

    Da bin ich eher für eine gesammelte Demonstration vor dem Reichstag, mit zig tausend Menschen, um dem amtierenden Personen der Regierung auf friedliche Weise eine Möglichkeit zu geben, z.B. Kriege abzulehnen.

    Je eher die Menschheit Schritte tut, welche noch Systemkonform, oder nahe an der Systemkonformität ablaufen, umso weniger wird das System seine Abwehrreaktion zeigen, in Form von Polizeigewalt etc.

    In dieser Weise sollte ein Konsens gedacht werden, da auch die meisten Menschen ( schätze ich grob) weniger für Gewalt zwischen Polizei und Militär sind, sondern eher auf friedliche Weise eine Lösung möchten.

    Wenn Sie z.B. einen Frosch in einem Wasser ganz langsam erhitzen, bleibt er im Wasser sitzen – er merkt nicht, wie ihm geschieht und ist am Schluß zu schwach, um zu reagieren.

    Erhitzen Sie das Wasser zu Beginn aber sehr stark, dann wird der Frosch sofort rausspringen. So lässt sich auch gut das Abwehrsystem des Staates verstehen, was seine Verteidigung der Ungleichverteilung angeht.

    Wenn wir endlich einmal anerkennen würden, dass wir dieselben Probleme haben und wir sie nur gemeinsam lösen können. Der Kampf Reich gegen Arm tobt seit Ewigkeiten. 62 Menschen besitzen inzwischen so viel, wie die halbe Weltbevölkerung. Diesmal sind wir am Limit. Die Zeit drängt. Wir müssen den Spieß umdrehen: Unten gegen oben.

    Da stimme ich schon zu. Grundsätzlich braucht es, ich komme immer wieder zu der Grundidee Gerald Hüthers zurück, aber Menschen, die andere dazu ermutigen.

    Ich bin jetzt durch Ihren Beitrag nicht ermutigt worden, Häuser zu besetzen, oder Konzerne zu besetzen, Frau Bonath.

    Aber es hat mich inspiriert, über das Thema Konsensbildung bei der vorherrschenden Verteilungsungleichheit bei Arm und Reich nachzudenken.

    Dafür Danke ich Ihnen.

    • Edit:

      Schauen Sie z.B. den Artikel hier „Kapitalismus 2.0“ an, von Jens Wernicke,

      ich zitiere kurz aus den Nachdenkseiten:

      29. Februar 2016 um 10:55 Uhr
      Kapitalismus 2.0
      Verantwortlich: Jens Berger

      Was geschieht, wenn der Kapitalismus in eine schwere Krise gerät? Es wird Krieg geführt – nach innen, wie nach außen, gegen Menschen und gegen Staaten. Die Armen werden weiter verarmt, andere Länder werden überfallen und ihre Ressourcen akquiriert. Es geht um Märkte, Macht, Profit – und etwas, das David Harvey, einer der bedeutendsten kritischen Intellektuellen unserer Zeit, als „Akkumulation durch Enteignung“ beschreibt.

      Wenn wir nun als Gruppe von Menschen Häuser besetzen, Konzerne besetzen würden – wo ist dann der Unterschied zu dem, was ein Krieg auch gewaltsam tut? Beide ( Häuserbesetzungen wie Krieg) enteignen gewaltsam.

      Ich sehe keinen Unterschied, was die gewaltsame Besetzung angeht.
      Der wesentliche Unterschied ist, die Bevölkerung ( wir) werden nicht durch die Rüstungsindustrie mit Extrawaffen versorgt werden…

      ich bleibe dabei: friedlich denken und friedlich handeln. Konsens finden, auf die Art wie ich zuvor ( im vorigen Beitrag) beschrieben habe.

  10. Das muss Mensch, wenn Mensch noch ein wenig Restverstand hat, 1 : 1 unterschreiben. Es lassen sich jedoch 62 Reiche besser organisieren, zumal die, wie gezeigt, alle Zugriffe auf alle Ressourcen haben, als Millarden von Menschen ohne Infrastruktur.

    Soviel Hoffnung eine solche Schrift gibt, so deprimierend ist die Frage: Wie soll das praktisch organisiert werden?

    • „Wie soll das praktisch organisiert werden?“ An dem Problem sitzen schon ein paar Leute. Wenn Du nähere Infos willst, schreib mich an.

      Nebenbei, wie die Autorin mir schreibt, verfolgt sie die Diskussion mit großem Interesse. 🙂

  11. Geiler Artikel, wenn ich es mal so ausdrücken darf! 🙂 Frau Susan Bonath, sie haben horvorragend skizziert, wer hier wen ausnutzt und auf welche Weise das geschieht.
    Das, wozu sie auffordern, ist ja exakt der Alptraum der Highsociety-Riesen, wegen dem dieselben möglichst uns gegeneinander aufhetzen.

    So sehr ich alldem auch zustimme und es richtig finde, so muss ich auch gestehen, dass mir während ihres Schlussapells etwas durch den Kopf ging…. Wird durch diesen Aufstand alles besser? Nein, es würde zwar auch Blut fließen (unabhängig davon, dass sie nicht zur Gewalt auffordern), es würde eine neue Verteilung der Macht, des Geldes geben und eine solche Revolution würde uns sicher auch ein neues Verständnis der Gesellschafft bescheren…. aber ändern würde sich doch für uns nichts. Heute sind es die bekannten Superreichen, und morgen eben andere, wenn der Sturm sich gelegt hat. Das liegt in der Natur des Menschen, oder? Wir streben Individualität an, versuchen uns durch Wohlstand abzusichern und hervorzuheben. Das ist es, was den Kapitalismus antreibt und den Kommunismus als Alternative scheitern ließ. Wir selbst stehen uns im Wege, und solange wir nicht in der Lage sind, das Verständnis unserer Selbst abzulegen und kollektiv zu handeln, wie es beispielsweise Bienen oder Ameisen tun, ist der Konflikt nicht zu verhindern. Das ist die Wahrheit, denken sie bitte darüber nach.
    Ich weis auch, was Individualität für Vorzüge hat, welche Vielfalt sie entwickeln kann,welchen Fortschritt. Aber man kann nunmal nicht alles haben, nicht wahr?

    Ich fürchte, alles was wir tun können, ist Schadensbegrenzung zu betreiben, also zu verhindern, dass wir uns gegenseitig umbringen. Ob das nun wenigstens möglich ist, weis ich angesichts der größe dieser Aufgabe aber auch nicht….

    LG 🙂

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