Der Arbeitsfetisch

Von Susan Bonath.

Die Schizophrenie der modernen Industriegesellschaft

Faulheit gilt in den westlichen Industrienationen als Todsünde. Wer nicht täglich flott und adrett zur Arbeit fährt, wer unbezahlte Überstunden verweigert, lieber nachdenkt als malocht oder es gar wagt, mitten in der Woche auch mal bis mittags nichtstuend herumzuliegen, läuft Gefahr, des Schmarotzertums und parasitären Lebens bezichtigt zu werden.

Nein, stopp: Nur die armen Arbeitslosen fallen in die Schublade »Ballastexistenz«. Millionenerben, Banker- und Industriellenkinder dürfen durchaus lebenslang arbeitslos und faul sein. Sie dürfen andere kommandieren, während sie sich den Bauch auf ihrer Jacht sonnen.

Der »heilige Arbeitsmarkt«

Früher glaubten viele Menschen an einen Gott. Wie viele heute noch glauben, da oben säße einer, der alles lenke, weiß ich nicht. Das ist auch egal. Gottes ersten Platz hat im modernen Industriezeitalter längst ein anderer eingenommen: Der »heilige Markt«. Der Finanzmarkt. Der Immobilienmarkt. Der Energiemarkt. Der Nahrungsmittelmarkt. Und der Arbeitsmarkt.

Der Arbeitsmarkt ist, wie der Name schon sagt, zum Vermarkten von Arbeitskraft da. Wer kein Geld und keinen oder nur sehr wenig Besitz hat, verkauft sie. Die Eigentümer der Konzerne konsumieren sie, um daran zu verdienen. Das geht ganz einfach: Sie schöpfen den Mehrwert ab. Sprich: Der Arbeiter bekommt nur einen Teil seiner Arbeit bezahlt. Den Rest verrichtet er für den Gewinn des Unternehmers.

Arbeit verkaufen, Arbeit konsumieren: So geschieht es seit Beginn der industriellen Revolution. Denn Sklaverei und Leibeigenschaft wurden ja, zumindest auf dem Papier, abgeschafft.

Der Arbeitsmarkt ist unser Gott. Jeder und jede muss in ihn integriert werden: Die Väter, die Mütter, die Jugendlichen, die Erwerbslosen, die Alleinerziehenden, die Behinderten, die Kranken. Und die Alten. Ja, die Alten! In Sachsen-Anhalt zum Beispiel ist gerade ein Programm namens »Jobperspektive 58 plus« angelaufen. Zwanzig Wochenstunden »zusätzliche Arbeit« sollen sie verrichten. Für 750 Euro brutto im Monat. Macht netto 580 Euro. Dass davon keiner leben kann, muss ich niemandem erzählen.

Der Witz dabei ist jedoch: Die meisten 60jährigen glauben sogar, was man ihnen sagt: Fühl dich integriert. Sie fühlen sich integriert. »Endlich fühle ich mich wieder gebraucht«, sagte mir 2013 eine 59jährige. Das Jobcenter hatte sie für 1,28 Euro die Stunde angeheuert. Sie und ihre Kolonne in blauen Arbeitsanzügen mussten die Elbufer vom Flutdreck säubern.

Arbeiten bedeutet heute nicht mehr das, was es früher war: Garten beackern, waschen, kochen, putzen, Kinder erziehen, den alten Papa pflegen. Arbeit gibt es heute nur noch auf dem Arbeitsmarkt, besser: Dem Lohnerwerbsmarkt. Der fähigste Sklave gewinnt. Manche werden auch zu »selbständigen« Selbstausbeutern. Wir verkaufen unsere Arbeitskraft.

Wer sich in diesen Markt integriert, so heißt es, wird auch sozial integriert. So tönt es aus den Bundes- und Landesparlamenten, in Ausschüssen und Stadträten, auf Managertreffen, in Zeitungen und Broschüren. Wer nicht mithält, wer nicht schuftet bis zum Umfallen, ist halt »marktfern«. Oder schlimmer noch: »bildungsfern«. Und sehr viele glauben das tatsächlich.

Maschine oder Mensch?

Andererseits tüfteln Wissenschaftler und andere schlaue Leute seit Jahrhunderten daran herum, wie der Mensch von der Arbeit befreit werden könnte. Maschinen spucken Autoteile aus oder backen Brot. Winzige Chips steuern Fließbänder, Turbinen oder Waschmaschinen. Roboter bauen Handys zusammen. Und vieles mehr. Und sehnsüchtig schauen die Kassiererin, die Bürokauffrau und der Elektriker auf die Uhr: Drei Stunden noch bis zum Feierabend. Ja was denn nun: Feiern oder arbeiten?

Letztens habe ich gelesen, dass im EU-Parlament sogar darüber nachgedacht wird, neben natürlichen (Menschen) und juristischen (Kapitalgesellschaften) auch elektronische Personen (Roboter) als Subjekte anzuerkennen – mit eigenen Gesetzen, die sich zwar wie aus der Zeit der Sklavenhaltergesellschaft lesen, aber immerhin: Bald könnten der Industrieroboter Paul oder die Altenpflegeroboterin Lucy (müssen sie auch geändert werden?) ganz eigene Regeln bekommen: Sie sollen arbeiten, arbeiten, arbeiten und gehorchen.

Super, dank der Technik kann der Mensch nun kürzertreten und nach drei, vier Stunden täglich nach Hause gehen, und all die schönen Dinge, die geschaffen werden, auskosten. Könnte. Denn Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) und ihresgleichen scheinen diese einfach Logik noch nicht kapiert zu haben. Was ihr Parteikollege, Ex-Vizekanzler Franz Müntefering bei der Einführung von Hartz IV verlangte, ist Gesetz: Wer nicht arbeitet, soll nicht essen. Er hätte genauso gut sagen können: Wer nicht arbeitet, hat kein Recht zu leben. Der kann verrecken. Und so hält man es auch: Wer nicht pariert, wird sanktioniert.

Steine klopfen, Löcher graben?

Denke ich an diese für solche Propagandaverbreitung exorbitant bezahlten »Intelligenzbolzen« in den politischen Gremien, denke ich an vier Millionen »erwerbsfähige Leistungsberechtigte« im Hartz-IV-Bezug, an eine Million Arbeitslosengeld-I-Bezieher, an eine halbe Million Behinderte, an fünf Millionen Menschen, die aus Scham keine Sozialleistungen beantragen, an was weiß ich wie viele Millionen Ehefrauen, die, einkommenslos, ihre Selbstbestimmung mit der Hochzeit an den Nagel gehängt haben. Ich stelle mir vor, all jene schleppten in Steinbrüchen schweres Geröll. Millionen Schwerstarbeiter, ausgelacht von »elektronischen Personen«. Und einen Teller Suppe als Lohn bekommen nur die Fleißigsten.

Haben wir eigentlich so viele Steinbrüche? Falls nicht, irgendwas wird sich wohl finden. Gegen die Faulheit. Für den Fleiß. Man könnte die Arbeitslosen auch einfach Löcher schaufeln und wieder zuschütten lassen. Ihre Kinder könnten ihnen helfen. Um – ja was wohl? – arbeiten zu lernen.

Als ich vor einer Weile in einer Keramikfabrik sah, wie hunderte Kloschüsseln mit Zutun von nur drei (natürlichen) Personen fix und fertig vom Band kamen, musste ich an früher denken. Vor 30 Jahren wimmelte das Werk von Arbeitern. Die bekamen damals alle ihren Lohn. Die Automaten brauchen kein Geld. Was tun die Leute heute, wenn sie nicht gestorben sind? Schwatzen sie, in Anzug und Krawatte gezwängt, alten Frauen Versicherungsverträge auf? Fahren sie in Dienstwagen durch die Lande, um Kühlschränke oder Immobilien zu verkaufen? Mähen sie für einen Euro die Stunde in einer Gruppe über 50jähriger den Rasen im Landschaftspark? Oder – ich wage es kaum auszusprechen – hängen die etwa faul herum?

Maschinen machen arbeitslos

Monat für Monat tönen die Jubelmeldungen durch die Presse: Weniger Arbeitslose. Unter 2,7 Millionen! Dabei ist schon der Begriff falsch. Eine Mutter, die kocht, wäscht und mit den Kindern Hausaufgaben macht, arbeitet. Ein Vater, der einen Schrank zusammenbaut oder die Stube streicht, arbeitet. Der ehrenamtliche Feuerwehrmann, die unbezahlte Vorleserin im Altenheim arbeiten. Selbst ein Bettler, der mit der Gitarre am Bahnhof sitzt und musiziert, arbeitet. Sie meinen also nicht Arbeit, sondern bezahlte Arbeit. Erwerbsarbeit. Und sie meinen auch nicht reiche Arbeitslose, die sich auf dem Dach ihrer spanischen Villa sonnen und ab und an die Kontostände checken. Sie meinen ganz konkret die armen Schlucker, die keiner kaufen will.

Früher, vor dem Kapitalismus, gab es keine Erwerbslosen. Im Feudalismus gehörten alle, die weder Land noch Adelstitel besaßen, einem, der Land oder Adelstitel besaß. Die einen arbeiteten für die, die andere für sich arbeiten lassen konnten. Weil sie über Besitz verfügten. Genauer: Über Produktionsmittel. Also Boden und Werkzeuge.

Die »Arbeitslosen« kamen mit der Industrialisierung. Firmen wuchsen heran zu großen Fabriken. Maschinen ersetzten die Arbeiter. So landeten immer mehr von ihnen auf der Straße. Sie sind ein Produkt der modernen Industriegesellschaft. Wir bekämpfen sie, obwohl wir vorher wussten: Mit den Maschinen wird die Arbeit weniger.

Zurück zum Faustkeil?

Es ist zum Verrücktwerden. Gewerkschaften fordern mehr Arbeitsplätze in Rüstungsfabriken. Einfach, um die Arbeitsplätze zu erhalten. Ich frage: Wollen wir, um des »heiligen Arbeitsmarktes« willen, zulassen, dass irgendwelche Rüstungsbonzen noch mehr Kriegsgerät zum Morden und Märkte erobern für Profit verkloppen? Wollen wir Arbeitsplätze mit Leichen und Kriegswaisen bezahlen? Mit privatisiertem Wasser und Verdurstenden? Mit blutigen Kämpfen zwischen Islamisten und Christen, die in Wahrheit doch nur alle ein möglichst großes Stück vom längst verteilten Kuchen abbekommen wollen?

Wir brauchen einen Ausweg. Man könnte einfach alles einmotten. Vergraben vielleicht. Und den Faustkeil wieder reaktivieren. Zurück zu Säbelzahntigern und Vollbeschäftigung. Wir könnten das jedenfalls tun, wenn wir nicht dummerweise einen Verstand bekommen hätten, mit dem wir Autos, Schiffe, Flugzeuge und Computer bauen und die Verteilung quer über den Planeten regeln könnten. Mit Satelliten und Hochleistungsrechenmaschinen könnten wir die Verfügbarkeit der Ressourcen überprüfen. Arbeitsministerin Nahles scheint das nicht zu wissen. Sie redet von Arbeiten 4.0. Und ihre Kumpels von Schwarz-Rot-Grün in Sachsen-Anhalt schicken über 58jährige in Jobs, mit denen sie auf Sozialhilfeniveau herumvegetieren. Schlimmer noch: Wer von lebenslanger Lohnarbeit redet und Rente mit 75 (oder war es schon 80?), nennt sich heutzutage »Wirtschaftsweiser« oder »Ökonom«.

Wir müssen uns entscheiden: Wollen wir Fortschritt und weniger Arbeit für alle? Oder doch in 60-Stunden-Wochen schuften bis ins Grab? Wollen wir Produziertes nach Bedarf verteilen? Oder sollen reiche Kapitalisten, die wir nicht mal kennen, jedes Jahr weiter Hunderttausende Tonnen Lebensmittel vernichten, um die Preise oben zu halten? Wollen wir Zeit zum Nachdenken und für Innovation oder Dauermaloche, die uns Abend für Abend todmüde ins Bett fallen lässt? Wollen wir Beschäftigungstherapie a la 58 plus oder lieber kreativ sein? Wollen wir das letzte Öl, das letzte Gas, die letzte Kohle aus der Erde holen, damit noch einer dran verdienen kann? Oder wäre es sinnvoller, endlich Wind, Wasser, Sonne zu nutzen? Wollen wir uns weiter um die Kosten für wissenschaftliche Projekte streiten oder es einfach tun? Wollen wir weiter gegeneinander konkurrieren, statt zu kooperieren?

Ende der Konkurrenz?

Wenn die Konkurrenz ein Ende haben soll, müssen wir über Eigentum nachdenken. Wenn wir privat Kloschüsseln besitzen, kann niemand damit ein Problem haben. Aber damit jeder eine besitzen kann, muss die Kloschüsselfabrik allen gehören. Genauso ist es mit den eigenen vier Wänden und der Baufirma, dem Licht und dem Energielieferanten, dem Brot und dem Acker, der Kleidung und den Textilfabriken.

Ich lese schon die Kommentare. Sie werden sein, wie verschiedentliche Reaktionen, die ich erhalte, wenn ich Menschen von meinen Vorstellungen erzähle. Manche gehen so: Die will den Kommunismus. Gulags! Nun, man hat uns jahrzehntelang eingetrichtert, dass sozial und gemeinschaftlich irgendetwas mit Stalin, Mao oder gar Pol Pot zu tun haben muss. Mindestens mit Diktatur. Dass sogar Marx in seinem kommunistischen Manifest das Gegenteil davon vorausgedacht hatte, lernen wir nicht. Aber auch egal: Meinetwegen können wir das neue System auch Bockwurst oder Wattebällchen nennen.

Andere Widersacher poltern gerne los: Dann würde niemand mehr arbeiten! Ihnen halte ich entgegen: Wie, zum Kuckuck, hat die Menschheit, wenn sie so faul ist, überhaupt je Computer und all die hübsche Technik erfinden können? Wie hat sie überhaupt zwei oder fünf Millionen Jahre durchgehalten? Warum kam sie überhaupt jemals von den Bäumen herunter und aus den Höhlen raus? Weil sie so faul war und ständig zur Arbeit angetrieben werden musste?

Die Faulheitsdebatte ist nichts als Propaganda. Um die Sklaven dort zu halten, wo sie sind: Unten. Sie sollen fröhlich um die Brotkrumen bitten. Und gefälligst reiche Säcke bedienen. Gibt es keine Arbeit mehr für sie, sind sie am besten zu entsorgen. Und so strecken wir unsere Hände unseren Herren entgegen. Demütig, die anderen Sklaven unterbietend. Ja, ich mache es auch für achtfünfzig. Überstunden? Kein Problem. Die Faulheitsdebatte taugt einzig dazu, die Herrschaft über die Beherrschten zu erhalten. Blöd könnte es nur werden, wenn die Beherrschten erkennen, dass sie viel mehr sind. Und dummerweise diesem Arbeitsfetisch verfallen sind.

Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

35 Kommentare zu: “Der Arbeitsfetisch

  1. In den USA erledigen solche Arbeiten in blauen, äh orangen Overalls am Straßenrand, in Parks etc. Strafgefangene oder die, die zu Sozialstunden verurteilt wurden. Ich glaube „Chaingangs“ gibt es nicht mehr. Also eher im Overall Dreck entfernen durch Sozialstundler…

    Eigentlich müsste man zu diesen „Stolzen“ hingehen und ihnen auf einem Tablet zeigen dass das was sie da machen woanders als Strafe gilt…
    Sie dabei filmen und mit englischen Untertiteln bzw. Off-Kommentar bei YouTube hochladen…

    Und im Supermarkt arbeiten gilt in den USA ZU RECHT als „übel“, als „gescheitert“.
    Genau so die Tankstelle und erst recht die Burgerbude.
    Im Supermarkt arbeiten Junge Menschen bevor sie etwas besseres machen, und Renter als Begrüßer…
    In der Burgerbude evtl. Schüler in den Ferien.
    Wo sich hier ein Typ in der McDonalds-Propagandan als „Chef über 40 Angestellte“ profiliert (da habe Ich irgendwie Mitleid ;-] ), ist der „Manager“ einer Burgerbude (oder Würstchen…) einer Kette auch mal ein pickeliger Teenager…
    Hier in der Propaganda wird das als was universell erstrebenswertes verkauft.
    Ich wäre lieber arbeitsloser Programmierkundiger mit Hauptschulabschluss als „Chef über 40 Angestellte“ mit BWL-Studium bei Lidl, McDonalds etc..

    => https://i.imgur.com/Etn1HWo.jpg

    [b]Lidl-Filialleiter müssen ihre Mitarbeiter also täglich „motivieren“, weil die Arbeit als abhaengig beschäftigte Ladenschwengel so mies und frustrierend bis deprimierend ist…?!? Eigentlich nur ehrlich dieses Banner… Frage dich selbst: „Würde Ich die Arbeit die Ich ausübe, weiter machen, wenn Ich zu 50Mio Euro käme?“. Nein? Denn Fakt ist, Arbeit die man wenn man zu Vermögen käme aufgäbe, ist IMMER nur Arbeit die nur fürs Geld gemacht wird. Also ist sie MIES… Frage dich selbst, hast du dich jemals Freitag Abend auf Montag Morgen gefreut? Ja, solche Menschen soll es geben. Sie hatten oft das Glück keine asozialen Eltern gehabt zu haben, die nicht alles dafür taten, dass sie ein gutes bis sehr gutes Abitur machen, und auch studieren, was sie wirklich interessiert. [b]Nicht nur irgendeinen Lehrberuf zu dem sie sich dann die nächsten 50 Jahre hinschleppen und den Feierabend herbeisehnen. Kennst oder nutzt du das Wort „runterkommen“? Arbeit von der man „runterkommen“ muss, traurig… Auch „Feierabend“ bezeichnet eine Arbeit bei der man „feiert“ dass sie endlich rum ist… Ist es für dich unvorstellbar einmal nicht in Rente gehen zu wollen? Der Laserphysiker Anton Zeilinger hat seiner Uni damit gedroht dass er ins Ausland an eine Uni gehen würde, wenn man ihn wie vorgesehen in Rente schickt.[/b]

    Aktuell sucht man wieder mit so einem Banner, aber diesmal ohne den „Motivieren“-Spruch.
    Ob die meinen Spurch dazu, mein Foto davon gelesen haben…
    Ich überlege das Teil irgendwann mal auf öffentliche Gebäude zu projizieren, mit meinem Kommentar in kurz darunter. DAS werden die nie mehr los.
    Das ist das Komasaufen-Foto von Lidl…

    Hier hatte Ich mal einen Newsgroup-Strang zusammen gefasst:

    „Die Macht des Wortes Faul“:
    https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Die-sind-arbeitslos-aber-HALO/Die-Macht-des-Wortes-Faul-alter-Newsgroup-Strang/posting-30741410/show/

    Die wichtigsten Kommentare, aber dort findet sich auch der Link zum vollen Thread.
    Das sollte man auch mal öffentlich auf ein Gebäude projizieren.
    Für solch eine Aktion wäre auch eine Kurzversion dieses Blog-Artikels gut.
    Als Präsentation mit hohem Kontrast, damit Passanten es gut und schnell lesen können.

    Fünf Mio könnten Hartz4 beantragen?
    Würden dann die „2,5Mio“ (eher 3,5Mio) um 5Mio ansteigen?
    Dann sollte man Propaganda dafür machen dass jeder der das Recht darauf hat, auch den Antrag stellt.

    Löcher schaufeln und danach zuschütten, hat man das nicht wirklich mal gemacht?
    Weltwirtschaftskriese, da sollen Arbeitslose das tatsächlich gemacht haben. Bis zum Abend mit Schaufeln, danach wurden die Löcher wieder mit Baggrn zugeschüttet, und sie gruben am nächsten Tag woanders…

    Es braucht so eine Art schnelle „Minodoku“, evtlö. 5-10 Minauten lang wo all das (inkl. dem Löcher buddeln und zuschütten) in schnellem Tempo wie mit dem Holzhammer vorgebracht wird.
    Auch als Kontrastereiche Präsentation (z.B. mit symbolhaften Schattenrissen, wenn man Personen zeigen will) mit Text für öffentliches Projizieren auf Gebäude.
    Abgesehen vom Fahrzeug aktuell, hätte Ich alles dafür da. Projektor mit 4000AL, 9Kg-Minigenerator…
    Dazu könnten Personen mit Kamera und Mikrofon die Reaktionen der Passanten einfangen und sie dazu befragen.

    Diese werden dann wiederrum in eine Version für YouTube, aber auch in Artikel wie diesen gesetzt.
    Hier im Internet auf Seiten wie diesen haben wir Kommentare von denen die im Internet aktiv sind, UND auf Seiten wie diesen landen. Also nicht „repräsentativ“.
    Daher wäre es gut mit solchen öffentlichen Aktionen die Kommentare derer zu provozieren und einzufangen die nicht hier lesen.

  2. Der hiesige alleinige Zweck der Produktion ist Profit, demgemäß findet (Lohn)Arbeit nur statt wenn diese sich lohnt (Hi hi, darum heisst das vielleicht Lohnarbeit?), für den, der Kapital in Arbeit investiert.
    Die Politik (=Herrschaft) sorgt dafür, dass die Wirtschaft Arbeit lohnend verwerten kann (ausbeuten) setzt aber (mit dem Arbeitrecht) auch Schranken, so dass eine Reproduktion der Arbeiterschaft (=Lohnabhängigen) gewährleistet ist.
    In Konsequenz vermehrt die Lohnarbeit also das Eigentum derjenigen, die die sie bezahlen. Den Lohnarbeiter selbst hält sie in Lohnabhängigkeit. Im Ergebnis werden Reiche immer reicher und Arme immer Ärmer.
    Mit dem Sozialstaat geht man davon aus, dass die Produktion nicht der Versorgung der Bevölkerung dient und dass nicht alle für die Erwirtschaftung von Profit nötig sind und dass die dadurch entstehende Armut verwaltet werden muss. Die Kosten dafür bürdet man über die Sozialversicherung größtenteitls den lohnabhängigen auf.
    Gleichzeitig fordert man von den arbeitslosen aber, dass sie sich gefälligts stets darum zu bemühen haben, sich für jemanden als sich lohnende Arbeitskraft anzubiedern (Hartz IV).
    Mir mag sich nicht erschließen, wie genau das BGE daran etwas ändern soll? Wenn es etwas ändert, warum redet man dann immer von Geld und nicht davon den Produktionszweck zu ändern? Nämlich weg vom Profit und hin zu einer arbeitsteiligen auf Kooperation basierenden Produktionsweise, in der die Leute auf ermitteln was sie insgesamt so alles haben wollen, dieses dann mit Einsatz der notwendigen Arbeit herstellen, und die hergestellten Produkte (sic! dies wären dann keine Waren mehr) genießen und sich aufgrund der hohen Automatisierung ihrer Freizeit erfreuen.

  3. @ JB Mel
    „Wie unlogisch ist das denn? Das ‚BGE‘ tut per Definition NICHTS gegen Mißbrauch. So ist das ‚BGE‘ beabsichtigt. Wenn Sie doch ‚etwas gegen Mißbrauch‘ tun wollen, brauchen Sie wieder Sanktionen!“

    Wissen Sie, ich frage mich immer, wovon die Leute ableiten, dass „Sanktionen“ mehr Gerechtigkeit herstellten. Man kann diese Sanktionen ebenso deplatziert, missbräuchlich oder irrtümlich anwenden wie „platziert“, zumal wenn man niemandem gegenüber Rechenschaft schuldig ist (ausser dem Wettbewerbsdruck, den JC-internen Wettkämpfen und der Sicherung des eigenen Arbeitsplatzes.) Und wie wollen wir möglichst objektiv diese zahlreichen Sanktionsfälle auf ihre Berechtigung hin überprüfen, gerade da solches ja gar nicht gewünscht ist?
    Das ist Religionsglaube, mehr nicht. Missbrauch kann sowohl auf der EINEN wie auch auf der ANDEREN Seite entstehen. (Meist entsteht er übrigens dort, wo die Machtverhältnisse sehr ungleich verteilt sind).
    Also: Produktivität und Kontraproduktivität von Sanktionen heben sich gegenseitig BESTENFALLS ziemlich auf.

    • N.B.: Damit gesteht die Gesellschaft übrigens den Jobcenter-Mitarbeitern genau das ein, was sie dem Leistungsbezieher von SGBII-Leitungen niemals zutraut. Wenn jene eine Situationsbeurteilung vornehmen und als Folge dieser eine „Sanktion“ verhängen, wird das schon in Ordnung sein – WIR VERTRAUEN IHNEN BLIND.
      Obwohl das keine gelernten Richter und Richterinnen sind, bzw – man höre und staune – häufig selbst geparkte
      Hartz4-Bezieher!
      So oder so, werden wir uns etwas mehr Vertrauen zu unseren Mitmenschen einflößen lassen müssen, doch auf breiterem Spektrum.

    • Ich denke, das ist einfach so zu sehen, dass der Deutsche Bürger zu autoritätenhörig ist und auf der anderen Seite schon viel zu lange zermürbt ist. Wir kocht man einen Frosch lebendig? Man dreht das Wasser sehr langsam immer heißer und der Frosch wird nicht vorzeitig heraus springen.
      Dass wir aktuell so viel Aufstöhnen hören, hat möglicherweise auch damit zu tun, dass an der Zweiten Front nun immer mehr bemerkt wird, dass man sich ja auch gegen den Rundfunkbeitrag im Recht befinden könnte. Also eine Entrechtung und eine Wegnahme von Kaufkraft auf beiden Seiten. Der Bürger merkt langsam, dass ihm vielleicht schon viel schneller nichts mehr bleiben wird.

      Entweder ein Sklave in diesem Niedriglohnspiel des Herrnn Opfer-Scheuble zu sein oder Aufzustehen mit der Gefahr zu sehen, dass man vielleicht Erfolg haben könnte. Vielleicht sind die Neoliberalen hier zu schnell vorgegangen und zu gierig gewesen. Man wird sehen.

  4. Ich halte ein paar Dinge an dem Artikel grundrichtig. Ich vermute auch, dass unsere Sicht auf die Dinge stark davon geprägt ist, aus welcher Schicht der Gesellschaft wir kommen und auf welche Art und Weise wir unser Leben bestreiten.

    Den Weg den man mühsam gegangen ist hält man oft wie den Besten. Dadurch, dass wir jeden Tag einen Felsbrocken den Berg hinaufrollen rechtfertigen wir unseren Platz unter unseren Mitmenschen. Dabei halte ich aber Wissenschaffen, Journalismus, Fürsorge, Produktion und Verwaltung für gleichermaßen erstrebenswert. Sollten wir uns nicht vielmehr fragen, warum einige Tätigkeiten in der Gesellschaft viel höheres Ansehen generieren als andere? Ich vermute hier liegt die Schuld bei unserem universellen Tauschmittel – dem Geld.

    Einige Berufe stehen von Haus aus dem Geld näher als andere und können damit eine höhere Relevanz für den Fluss des Zahlungsmittels beanspruchen. Damit geht dann auch der Trugschluss einher, sie wären für die Gesellschaft ansich wichtiger als andere Tätigkeiten. Insofern wäre eine Abkehr vom Zahlungsmittel in welcher Form auch immer durchaus in der Lage die Leistung des Einzelnen wieder in den Mittelpunkt zu rücken.

    Denn auch alle Kommunismuskritiker sollten bedenken, dass der Kapitalismus ansich mit seiner Allmacht die er der Bewertung aller Güter und Dienstleisungen als einzige Größe nur das Zahlungsmittel gegenüberstellt tatsächlich zu einer einseitigen Sicht auf die Problematik geführt hat. Wir müssen aus dem Mechanismus der Gelderschöpfung wieder Rückschlüsse ziehen auf die Problematik die sich mit exponentiellem Wachstum ergeben. Die Automatisierung hat für viele Jahre das Symptom Kollaps in die Zukunft verschoben. Das hat viel Lebenszeit gekostet und Schmerz & Leid gebracht. Wie bei einem großen Uhrwerk sind wir nun wieder kurz vor dem Zeitpunkt angekommen, an dem sich das System durch Kriege erneuert. Vielleicht muss das aber auch nicht sein. Durch das Internet haben heute viel mehr Menschen Wissen, das vorher nur wenigen zugänglich war.

    Wie nach der französischen Revolution sich damals die Geldschöpfung in die Hände der Rebellen verlaufen hatte ist heute das Verständnis zum Thema Geld in den Händen Aller. Ich denke man wird unsere Generation daran messen, ob wir verantwortungsvoller damit umgehen.

    • @Raal
      „Ich denke, das ist einfach so zu sehen, dass der Deutsche Bürger zu autoritätenhörig ist…“

      Der Aspekt der Autoriätenhörigkeit in diesem psychologisch hochinteressanten Massenverhalten stellt einen sehr wichtigen Ansatz dar. Die Meisten dürften im schulischen Regelunterricht frühzeitig gelernt haben, dass eine Behauptung eines anschließenden Beweises bedarf, wenn sie eben zu mehr als einer Behauptung sich aufschwingen soll. Daran sollte es also nicht scheitern.
      Andererseits ist die Gesellschaft mit ihrer Autoriätenhörigkeit dann auch wieder nicht konsequent genug, denn wie wir gesehen haben und wovon sich ein jeder gründlich überzeugen kann, ist ein einfacher (Aushilfs-)Sachbearbeiter ohne spezielle rechtlich-juristische Qualifikation, dem man das Sanktionsinstrumentarium anvertraut, keine wirklich (nach anderen als subjektiven Kriterien) ernstzunehmende Autorität, die sich gerade für den unmittelbar Betroffenen einfach auf die ihr verliehene Verfügungsgewalt stützt (rein formal gesehen, heißt das).
      Ich möchte das also eine SCHEINautoriät nennen – oder SCHEINautoritätenhörigkeit – nennen, Dilettantismus, ein Übel, wovon wahrlich viele befallen sind – dieses grassiert wie die Pest.

    • @raimundralfs
      Dieser Ansatz ist schon richtig. Googeln Sie mal „Obrigkeitshörigkeit“. Es ist die Geschichte unseres Landes, warum die Menschen so geworden sind.
      Ich habe miterlebt, wie den Kindern in der Schule jede Kreativität genommen wird. Eine Bildergeschichte muss genau so aufgeschrieben werden, wie vorgegeben. Keine Möglichkeit, sich selbst z. B. den Schluss auszudenken.
      Das war eine Art Schlüsselerlebnis für mich.
      Autoritäten: Wie will man gegen die ankommen, die an bestimmten Stellen sitzen und über Gedeih und Verderb bestimmen?
      Man macht die Leute mürbe und kürzt Gelder. Dem Einen oder Anderen möglicherweise zurecht. Wieder Andere kommen durch drastische Sanktionen überhaupt nicht mehr auf die Beine und bleiben auf Hilfe aus der Familie angewiesen. Was folgt ist mangelndes Selbstvertrauen und Depressionen. Die selbstherrlichen Damen und Herren in den Ämtern verstecken sich hinter irgendwelchen Paragraphen und Leitlinien und sitzen am längeren Hebel.

  5. Claudia C.
    Was das BGE betrifft, bin ich – wie schon erwähnt – lediglich dafür, eine möglichst ideologiefreie Diskussion in der breiten Bevölkerung zuzulassen. Mich interessiert, was es für den Einzelnen und die Gesellschaft bedeuten würde, wenn der Mensch von seinen unmittelbaren Existenzängsten befreit würde.

    Da bin ich ganz bei Ihnen!
    Bei mein-grundeinkommen.de (ein privates Engagement) wurden mit über 40 verlosten BGE sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich bewundere und unterstütze dieses!

  6. Danke Katzenshaun, Sie haben verstanden, wie ich das mit dem BGE gemeint habe. Ich habe nicht studiert, Erfahrungen im Leben gesammelt. Oft „aus dem Bauch“ heraus gehandelt. Ich wusste nicht, dass ich antisozialistisch und reichen-lobbyistisch bin 😉 Dabei finde ich Lobbyismus in der Form wie er betrieben wird zum K…..! Dabei versuche ich für die zu sprechen, denen es finanziell nicht gut geht. Als jemand, dem es glücklicherweise gut geht, könnte ich sagen: Was gehen die mich an, die vom Staat leben müssen. Was macht denn das Hartz4-System mit den Menschen? Von erpresserischen Methoden hat man schon gelesen. Nun, es gibt von die Beziehern solche und solche. Welche, die sich Leistungen erschleichen und welche, die unschuldig da hinein geraten sind. Es gibt außerdem eine beträchtliche Menge an Menschen, die sich nie arbeitslos gemeldet haben. Darauf hatte ich auch keine Lust. Daneben gibt es viele Kranke, die nicht arbeiten können. Rentner mit Minirenten, Mütter, die lieber ihre Kinder selbst zuhause beaufsichtigen würden, anstatt gleich wieder arbeiten zu gehen. Für bestimmte Personenkreise wäre das BGE gut. Die Reichen können ja drauf verzichten….eigentlich müssten sie es schon aus Stolz. Und wie Claudia C. bin ich auch keine Wirtschaftswissenschaftlerin, die da was berechnen könnte. Aber wenn der Staat selbst seine Bürokratie verschlanken würde, verantwortungsvoller mit Geldern umgehen würde, käme einiges zusammen, um ein BGE zu finanzieren. Ist es nicht auch so, dass sogar die unkontrolliert Eingereisten (ob mit oder ohne Asylberechtigung/hier noch geduldet, obwohl abgelehnt) sowas wie ein BGE erhalten?

  7. GANZ SCHÖN BÖSE!
    Ich frag mich einfach, wer die ganzen maschinel erstellten Produkte kaufen soll, wenn menschliche Arbeit immer schlechter bezahlt wird. Schon Henry Ford wußte, dass Maschinen keine Autos kaufen können.
    Im übigen haben ganz viele „Gutverdiener“ auch kaum noch Zeit um „shoppen“ zu gehen und ihr Geld auf der Bank wirft auch nichts mehr ab.
    So führt sich „dieses“ Menschen-System letztlich selber ad absurdum und Krieg scheint wieder der Ausweg zu sein.
    So what …. die Spezis Mensch war es halt nicht und der Globus wirds sicher überleben.

  8. Seriöse Kritik an Hartz4 berücksichtigt, dass die Sanktionen und sogar die ‚1-Euro-Jobs‘ auch vor Hartz4 voll und ganz existierten und sogar noch willkürlicher ‚verhängt‘ wurden. Die Hartz-Gesetze haben die Rechtsposition der Leistungsempfänger durchaus auch gestärkt.
    Im Übrigen gibt es keinen ‚heiligen‘ Markt. Das ist eine Erfindung von radikalen Arbeitgeberlobbyisten, die damit einen von ihnen manipulierten ‚Markt‘ meinen. Selbstverständlich regelt der Markt keine sozialstaatlichen Probleme und hat auch gar nicht diese Aufgabe. Funktionierender Markt sorgt gesellschaftlich gesehen für diskriminierungsfreien Zugang zum Erwerbs- und Produktionsprozess. Das ist enorm wichtig und dessen politische Bedeutung wird erstaunlich oft gerade von Linken massiv unterschätzt.
    In einer 100%ig funktionierenden(!) wirklich freien Marktwirtschaft mit sozialer Sicherung werden Bürger, die z.B. regimekritische Beiträge machen, nicht wie im Sozialismus oder Kommunismus oder anderen Diktatursystemen mit Ausgreenzung erpresst, ihre ‚veröffentlichte Meinung‘ zu ändern.
    Hierbei spielt der Sozialstaat eine Rolle (sonst übernehmen marktmächtige Arbveitgeber ggf. die Rolle der Politbüros‘), aber eben auch die Marktfreiheit. Beides ist diesbezüglich wichtig. Auch daher ist Kommunismus in keinster Weise eine Lösung.

    • @Claudia, an Kaneloni musste ich auch sofort denken. All diese sinnfreien Worthülsen erinnern an einen ganz bestimmten Troll-Bot.

      Herzlichen Dank an Susan Bonath für diesen wundervollen und punktgenauen Beitrag und für die entscheidende Frage …
      „Wollen wir weiter gegeneinander konkurrieren, statt zu kooperieren?“

    • @Claudia C und Nick Sommer. Ist es nicht köstlich? Mittlerweile ist es bei mir zu einem Reflex geworden 1-2 Sätze zu lesen, um dann runterzuscrollen und zu schauen, ob anderen die unverkennbare Handschrift auch aufgefallen ist.

      Aber Spaß beiseite: Der Nagel ist auf den Kopf getroffen. Es hat also begonnen:
      „Wollen wir weiter gegeneinander konkurrieren, statt zu kooperieren?“

      Franz Hörmann engagiert sich ebenfalls für Kooperation in Verbindung mit einem ganz neuen Geld-System, wo der Begriff „Schuld“ keine Rolle mehr spielt.
      Die Herausforderung besteht darin, dass dann sämtliche Banker umdenken müssten. Wir aber auch.

      Kürzlich habe ich mich an eine Software erinnert, die als Open Source Projekt 1995 begonnen wurde. Der Apache Webserver. Durch weltweit vernetzte Kooperation vieler IT-ler ist ein (kostenloses) Produkt entstanden, was man kaum noch besser machen kann. Der Gigant Microsoft hat es nie geschafft, da auch nur mitzuhalten. Voila.

    • @ Claudia C, ‚Nick Sommer‘

      Mit Ihren hasserfüllten persönlichen Angriffen hier zeigen Sie nur, dass Sie nicht inhaltlich diskutieren können oder wollen.

      Herr Kanellos hat sachliche Kritik zum ‚BGE‘ geäußert.
      Sie können diese Kritik nicht inhaltlich beantworten und antworten daher mit Sperren und Hass.

      So wie ‚Nick Sommer‘, ‚Claudia C.‘ gehen Faschisten, Diktatoren und Kriegstreiber vor.
      Sie sind klar gegen die Meinungsfreiheit gerichtet.

      Der größte Witz ist, dass sich ‚Nick Sommer‘ als ‚Anarchist‘ bezeichnet.
      Dümmer geht es kaum, da das ‚BGE‘ natürlich einen bis ins Private hinein herrschenden Staatsapparat bräuchte und daher schon mit liberalen oder gar libertären Ideen unvereinbar wäre, geschweige denn mit anarchistischen Ideen.
      Das zeigt das, was intelligente Leute schon lange erkannt haben und was die Realität seit 1945 klar widergespiegelt hat: Wo ‚Kommunismus‘, ‚Anarchie‘ oder Ähnliches draufsteht, ist Diktatur drin.

    • @jb-mel
      Ihr eigener Kommentar ist nun wirklich kein Vorbild in Sachen Disussionskultur und Sachlichkeit.

      Was genau an „Herr Kanellos, sind Sie das?“ ist ein hasserfüllter Angriff?

      Und die Macht, irgendwen zu sperren besitze ich nicht, und vermutlich Nick Sommer auch nicht. Und wer hier warum und von wem gesperrt bzw. was gelöscht wird, erschließt sich mir nicht.

      – – – – – – – – –

      Was das BGE betrifft, bin ich – wie schon erwähnt – lediglich dafür, eine möglichst ideologiefreie Diskussion in der breiten Bevölkerung zuzulassen. Mich interessiert, was es für den Einzelnen und die Gesellschaft bedeuten würde, wenn der Mensch von seinen unmittelbaren Existenzängsten befreit würde.

      In Anbetracht der aktuellen Lage (Unsicherheiten durch Kriege, Umweltzerstörung, fortschreitende Automatisierung, wachsende Unzufriedenheit,…) tut es dringend not, über alternative Modelle nachzudenken.

      Ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler, daher kann ich ihnen kein Finanzierungsmodell vorrechnen. Das habe ich aber auch wirklich nirgendwo behauptet – mich interessiert die Frage vom gesellschaftlichen Standpunkt her viel mehr.

      Daher habe ich auch schon früher darauf hingewiesen, dass mir sehr gefällt, wie das Thema in der Schweiz diskutiert wird.

      Aus diesem Grund kann ich Ihnen die Fragen, die Sie unten gestellt haben, nicht beantworten, unter anderem auch deshalb, weil ich nicht weiß, wie Sie überhaupt auf diese Schlussfolgerungen kommen:

      „Das ‚BGE‘ wäre aus den genannten Gründen eine offensichtliche und erzwungene Umverteilung von Arm nach Reich…“

      „Das ‚BGE‘ würde den Sozialstaat von Grund auf zerstören…“

      „‚BGE‘ würde bedeuten, dass Unvermögende, die nichts haben außer ggf. ihrer Arbeitskraft, zwangsweise Abgaben leisten müssen…“

      Es steht doch gar kein Modell fest, worauf ich übrigens auch schon einmal hingewiesen habe (https://kenfm.de/arschkarten-fuer-die-mehrheit/#comment-95612) – wie können Sie da schon sagen, wie die konkreten Auswirkungen sein würden?

      – – – – – – – – –

      Und warum schießen Sie sich eigentlich so auf mich ein?

    • „Seriöse Kritik an Hartz4 berücksichtigt, dass die Sanktionen und sogar die ‚1-Euro-Jobs‘ auch vor Hartz4 voll und ganz existierten und sogar noch willkürlicher ‚verhängt‘ wurden. Die Hartz-Gesetze haben die Rechtsposition der Leistungsempfänger durchaus auch gestärkt.“

      Nein, das berücksichtigt „seriöse“ Hartz 4 Kritik eben nicht bzw. nicht in der hier vorgenommenen Gewichtung.
      Früher existierten durchaus mehr reguläre Jobs mit meist auskömmlichem Gehalt, während diese heutiger Tage SCHNELL ZUNEHMEND dahinschwinden bzw. bewusst verdrängt werden. Eben auch dank Hartz 4, das durch seine raffinierte Erpressungsmaschinerie Niedriglöhnerei in grossem Stil ermöglicht hat.
      Wohl kaum jemand käme auf die Idee, wieder Galeerensklaverei zu befürworten, mit dem Argument, dass dies Geschäftsmodell früher doch auch ganz prima funktioniert habe.
      Aber das ist längst nicht alles. Die Bedingungen im Hartz-4-Bezug werden immer empfindlicher verschärft, zum 1. August jetzt derart, dass im Bedarfsfall der gerichtliche Klageweg seitens des Hilfeempfängers kaum noch oder so gut wie gar nicht mehr beschritten werden kann. Man drehe und wende diesen Gedanken einmal im Kopf! Was jeder deutsche Bürger für sich als ein selbstverständliches Privileg eines Rechtsstaates ansieht, soll für eine gewisse Personengruppe ebenso selbstverständlich nicht mehr gelten.
      Solche Ungeheuerlichkeiten werden kaum zur Kenntnis genommen.

  9. Für mich, als ehemaligen Niedriglöhner mit Studienabschluss und Banklehre, und heutigen Hausmann und Nicht-Leistungsbezieher, der zwar eigentlich einen angemessen bezahlten Job brauchen könnte, aber die Suche längst aufgegeben hat, war das Lesen dieses Textes ein Genuss.
    Leider ist das, was dort oben so schön steht, so schwer auf die Schnelle wiederzugeben, wenn man neue Leute kennenlernt. Da hat man beim Vorstellen eher das Gefühl, nach Nennen des Namens und der Tätigkeit wüsste das Gegenüber schon mehr, als es wissen wollte. Ergibt sich dann doch mal ein längeres Gespräch, und wage ich es zudem noch, auf diesem und anderen Portalen diskutierte Themen anzubringen, kommt dann schnell: Na ja, wenn die Frau arbeiten geht ist das alles leicht gesagt. Oder: Das du das sagst ist doch klar, du hast ja eh keinen Job.

    • Ich kann das schon nachvollziehen. Als junger Mensch hatten Sie sich das sicher auch anders vorgestellt. Aber so ganz unglücklich sind Sie doch jetzt so mit dieser Situation nicht, oder? Und darauf kommt es doch an! Wer weiß, was die anderen so vorgeben, zu sein und dann doch nur im System gefangen? Mehr Schein als Sein trifft man doch immer wieder an. Die fahren vielleicht wirklich die größeren Autos oder kaufen sich nur Markenklamotten….was soll’s? Solche werden Sie auch nicht so von heute auf morgen vom Sinn des o. g. Textes überzeugen können. Hat sich für mich erst im Laufe der Jahre ergeben. Bin lange Jahre nur für die Famlie, Haus und Garten da gewesen. Ehrenamtlich einiges gemacht und immer noch tätig. Seit 8 Jahren wieder ein 450 Euro-Job um mal ein bisschen hier raus und auch etwas Rente zu bekommen. Wenn ich älter bin, geh ich vielleicht mal als Vorlesetante in einen Kindergarten. Oder kümmere mich um arme Tiere. Der Mensch denkt und Gott lenkt. Wir werden sehen. Alles zu seiner Zeit. Voraussetzung ist, dass unser Land friedlich bleibt. Und das wünsche ich uns allen!

    • Klar, ganz anders hatte ich mir das vorgestellt, aber damals wusste ich auch nichts von dem, was ich heute weiß.

      Ist schon richtig. Ich bin nicht unausgelastet, mit Haushalt, Gartenbewirtschaftung, Sanierungsarbeiten am alten Häuschen, und demnächst hoffentlich Kind. Es sind die zufrieden stellendsten Arbeiten die ich je machen durfte, und ich betrachte es mittlerweile als Privileg, auch wenn es wirklich freie Tage, WE oder Urlaub, nicht gibt, die Kehrseite dieses Parts. Allerdings hätte ich gern die Wahl gehabt.
      Natürlich können wir uns glücklich schätzen, sagen zu dürfen, zum Niedriglohn nicht mehr, dann lieber weniger Konsum, nicht in den Urlaub. In dieser Lage ist ja leider auch nicht jeder, selbst hierzulande lange nicht mehr.
      Und bei vielen Menschen im Freundes- und Bekanntenkreis habe ich schon den Eindruck, dass sie im Grunde genauso gern die Option hätten, ihren Job einfach an den Nagel zu hängen.

      Was die Rente angeht…vermutlich wird ein Minijob nicht reichen, um über das Grundsicherungsniveau hinausgehende Ansprüche zu erwerben, fürchte ich.
      Ich habe seit dem sechzehnten Lebensjahr regelmäßig nebenher gejobbt, neben Schule, Ausbildung, Studium, danach auch Vollzeit gearbeitet. Die Arbeitslosigkeit begann erst vor 2 Jahren, mit 34.
      Laut Rentenbescheid habe ich eine mir gerad entfallene Zahl von deutlich unter 1000 Euro Rente damit erwirtschaftet, ich meine so um die 500-700, unter der Voraussetzung, dass ich bis ins Renteneintrittsalter so weitergearbeitet hätte^^:)
      Tja, so viel zum Thema Anreize.

      Als besonders friedlich habe ich dieses Land noch nicht empfunden, aber schlimmer geht immer:)

  10. Ich bin der Ansicht das nur eine Einkommensobergrenze da Abhilfe schaffen kann…Kapital wird dem Kreislauf wieder zugeführt und durch ein BGE an die Menschen verteilt. Maschinen ersetzen uns aber sie konsumieren nicht ergo kein Gewinn für den Dienstleister und Produzenten. Von allein ändert sich niemand, der glaubt es sei sein angestammtes Recht zu befehlen etc. Machiavelli hat genug dazu gesagt. Der Kreislauf wiederholt sich oder er wird durchbrochen.

    • Das ‚BGE‘ wäre aus folgenden Gründen völlig kontraproduktiv:
      – Reichen würden im ‚BGE‘ Sozialleistungen hinterhergeworfen, die von Ärmeren abgepresst würden – warum wollen Sie, dass fleißig und erfolgreich Arbeitende ungerechte diktatorische Einkommensgrenzen bekommen, damit Millionäre, die Verlust machen, ein ‚BGE‘ hinterhergeworfen bekommen??
      – ‚BGE‘ wäre zu pauschal und reicht daher nicht aus, um denen zu helfen, die am Markt(!) benachteiligt sind. Für jemanden, der in einer Großstadt eine hohe Miete zahlen muss, wäre ein ‚BGE‘ eine eindeutige und existenzbedrohende Verschlechterung gegenüber dem Hartz4-System.

      Daher lehne ich das ‚BGE‘ kategorisch ab.

    • Das BGE wäre halt mal EINE Möglichkeit, über ein Gesellschaftsmodell jenseits von „Sozialleistungen“, „Umverteilung“ und der sogenannten „Leistungsgesellschaft“ (mit den Schlagworten „Vollbeschäftigung“ oder „Leistungsanreize“) nachzudenken und zu diskutieren.

      Das dumme ist, dass eine „kategorische Ablehnung“ jegliche Diskussion im Keim erstickt und Denkverbote errichtet. Und Denken außerhalb der gewohnten Box ist ohnehin nicht grade die Stärke der Arbeiterdrohnen in diesem System.

    • Ein BGE ist ein Schritt in Selbstbestimmung und Freiheit. Es müsste nur richtig angegangen werden. Die Reichen ab einer gewissen Einkommensgrenze oder Guthaben können es ja gerne ablehnen oder für einen guten Zweck spenden (für Tiere z. B.). Auch Richard David Precht hat sich in Interviews zum Thema Industrie 4.0 schon dafür ausgesprochen, bzw. dass es unumgänglich werden wird. Man sollte seriöse Berechnungen anstellen und vor allem Regelungen dazu treffen, die einen Missbrauch ausschließen. Momentan scheint alles aus den Fugen zu geraten, deshalb brauchen die Menschen wenigstens das als ein bisschen Sicherheit. Wem das BGE nicht reicht, sucht sich eine bezahlte Arbeit, die den Interessen und Fähigkeiten entspricht.

    • @ Claudia C.

      ‚Das BGE wäre halt mal EINE Möglichkeit, über ein Gesellschaftsmodell jenseits von „Sozialleistungen“, „Umverteilung“ und der sogenannten „Leistungsgesellschaft“ (mit den Schlagworten „Vollbeschäftigung“ oder „Leistungsanreize“) nachzudenken und zu diskutieren.‘

      Ich für meinen Teil HABE über das ‚BGE ’sehr viel nachgedacht und komme daher zum Schluss, es KATEGORISCH abzulehnen.

      Das ‚BGE‘ wäre aus den genannten Gründen eine offensichtliche und erzwungene Umverteilung von Arm nach Reich. Das ‚BGE‘ würde den Sozialstaat von Grund auf zerstören. Denn dass ein Staat sozial ist, bedeutet ja gerade, dass die Leistungen nach sozialen Bedingungen vergeben werden und nicht ‚bedingungslos‘.

      ‚BGE‘ würde bedeuten, dass Unvermögende, die nichts haben außer ggf. ihrer Arbeitskraft, zwangsweise Abgaben leisten müssen, damit Reiche, wirklich Reiche, einen durchschnittlichen Sozialhilfesatz im Monat hinterhergeworfen bekämen.
      ‚BGE‘ würde wegen der zwangsweisen Pauschalierung für wirklich Bedürftige schlechter sein als das jetzige Hartz4-System.

      Niemand hindert Sie daran, diese Punkte inhaltlich zu beantworten, dazu Stellung zu nehmen!

      ‚Das dumme ist, dass eine „kategorische Ablehnung“ jegliche Diskussion im Keim erstickt und Denkverbote errichtet.‘

      Das ist eben falsch von Ihnen. Völlig falsch sogar.

      Man kann sehr wohl nach objektiver Beschäftigung mit Vorschlägen dazu kommen, diese kategorisch abzulehnen. Das erstickt nicht im Geringsten die Diskussion. Im Gegenteil. Gehen Sie doch mal inhaltlich auf die wirklich schwerwiegenden Kritikpunkte zum ‚BGE‘ ein. Oben stehen zwei davon.

      SIE ersticken hier die Diskussion, indem Sie die Diskussionspartner diffamieren und bannen und mit hasserfüllten persönlichen Statements belegen.

    • ‚Ein BGE ist ein Schritt in Selbstbestimmung und Freiheit. ‚

      Völlig falsch.
      Das ‚BGE‘ würde aus Zwangsabgaben finanziert, die auch und gerade völlig Unvermögenden abgepresst würden. Zudem würde es den wirklich Bedürftigen ggf. nicht reichen, Beispiel: denen, die in Münschen oder Hamburg eine hohe Miete zahlen müssen.

      ‚Es müsste nur richtig angegangen werden. Die Reichen ab einer gewissen Einkommensgrenze oder Guthaben können es ja gerne ablehnen oder für einen guten Zweck spenden (für Tiere z. B.).‘

      Das ist lächerlich. Spenden kann man jetzt schon. Ein ‚BGE‘ würde Armen das Geld abnehmen, das Reichen hinterhergeworfen würde.

      ‚Auch Richard David Precht hat sich in Interviews zum Thema Industrie 4.0 schon dafür ausgesprochen, bzw. dass es unumgänglich werden wird.‘

      Welche inhaltlichen Argumente hat er dafür gebracht? Meint er damit das ‚BGE‘, also völlige Pauschalierung der Sozialhilfe bei Auszahlung dieser auch an Reiche – oder nur eine Lockerung der Sanktionen?

      ‚Man sollte seriöse Berechnungen anstellen und vor allem Regelungen dazu treffen, die einen Missbrauch ausschließen.‘

      Wie unlogisch ist das denn? Das ‚BGE‘ tut per Definition NICHTS gegen Mißbrauch. So ist das ‚BGE‘ beabsichtigt. Wenn Sie doch ‚etwas gegen Mißbrauch‘ tun wollen, brauchen Sie wieder Sanktionen!

      ‚Momentan scheint alles aus den Fugen zu geraten, deshalb brauchen die Menschen wenigstens das als ein bisschen Sicherheit.‘

      Stimmt nicht, das deutsche Sozialsystem macht teilweise sogar Überschüsse (was natürlich unsinnig und falsch ist, aber sicher nicht bedeutet, dass das System ‚aus den Fugen gerät‘).!

      ‚Wem das BGE nicht reicht, sucht sich eine bezahlte Arbeit, die den Interessen und Fähigkeiten entspricht.‘

      Oha – das ist jetzt die gleiche arrogante und (von ‚oben‘) klassenkämpferische Rhetorik der Neocons und Arbeitgeberlobby, so nach dem Motto, dass alle, die nicht genug haben, nur zu faul sind, sich einen Job zu suchen! Das ist verräterisch – es zeigt, wie die Unterstützer des ‚BGE‘ ticken – antisozialstaatlich und reichen-lobbyistisch.

    • J.B. Mel ich empfehle die Lektüre des „Plan B“ der Wissensmanufaktur, und du wirst verstehen. Ob jemand heute Millionär ist oder nicht spielt dann keine Rolle mehr.

      „‚Wem das BGE nicht reicht, sucht sich eine bezahlte Arbeit, die den Interessen und Fähigkeiten entspricht.‘

      Oha – das ist jetzt die gleiche arrogante und (von ‚oben‘) klassenkämpferische Rhetorik der Neocons und Arbeitgeberlobby, so nach dem Motto, dass alle, die nicht genug haben, nur zu faul sind, sich einen Job zu suchen! Das ist verräterisch – es zeigt, wie die Unterstützer des ‚BGE‘ ticken – antisozialstaatlich und reichen-lobbyistisch.“

      Sie schreiben Unsinn. Diejenigen, die nicht genug haben, seien zu faul sich einen Job zu suchen, ist genau der Irrglaube, den unsere Regierung samt Propagandamedien gern in die Herzen der Bevölkerung säht.
      Mit dem, was „Umdenkerin“ schrieb hat das aber gar nichts zu tun. Sie redet von der Option, sich Luxusartikel über zusätzliche Arbeit ermöglichen zu können. Wie du da einen Zusammenhang herstellen kannst erschließt sich mir nicht. Aber um Schlüssigkeit geht es dir ja auch nicht. Es geht vielmehr darum, plump und trollig zu vermischen und zu diffamieren. Ein alter Hut.

    • Die Finanzierung eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) mit Hilfe einer einheitlichen Quellensteuer* auf ausnahmslos alle Einkommen als »Basic Income Flat Tax« (BIFT) ist ein volkswirtschaftliches Nullsummenspiel und kostet keinen Cent.

      Wenn wir das Existenzminimum (8.652 Euro/Jahr, 721 Euro/Monat in 2016), das schon heute jedem Bundesbürger entweder per steuerfreiem Grundfreibetrag oder via Grundsicherung (ALG 2, Grundsicherung im Alter etc.) zusteht, ab morgen direkt an die gleichen Bürger auszahlen, kostet das den Staat keinen Cent extra (für Kinder* wäre das BGE analog etwas niedriger).

      Eine BIFT würde nicht nur auf Löhne (Arbeit), sondern auch auf Leistungslose Gewinne (»arbeiten lassen«) erhoben. Bei 50 % schließt sie die Einkommensschere von Löhnen und Gewinnen. Bei einem jährlichen Volkseinkommen* von 2260 Mrd. (2015) fallen bei Grenzsteuersatz 50 % 1130 Mrd. im Jahr an. Ein monatliches BGE in Höhe von 1150 Euro ist bei 82 Mio. Einwohnern so aus den Primär-Einkommen finanzierbar.

      Der Schweizer Ökonom Peter Ulrich erläutert in einem Interview, wie die Ausschüttung eines BGE an alle Bürger finanziert und bewerkstelligt werden kann:
      https://youtu.be/_5nPV7GKfIc?t=5m12s

      Darüber hinaus lässt sich eine BIFT zur Finanzierung des BGE auch mit Konsum- bzw. Verbrauchsteuern zur Finanzierung der übrigen Staatsausgaben und dem Abbau der Staatsschulden mittels Abbau privater Vermögen kombinieren:
      https://www.youtube.com/watch?v=SV0Pg5ZMk14&feature=youtu.be&t=37m21s

      *Indem jedem Bürger ein Grundeinkommen ausgezahlt wird, kann der einheitliche Steuersatz (BIFT) auf alle Einkünfte erhoben werden, ohne dass hierbei persönliche Steuersätze oder Freibeträge zu berücksichtigen sind. Der »Steuerfreibetrag« ergibt sich aus der Höhe des Einkommensteuersatzes und des Grundeinkommens.

      *Aktuell (2016) beträgt das vom Bundesverfassungsgericht festgestellte soziokulturelle Existenzminimum für Kinder 604 Euro monatlich (7.248 Euro pro Jahr). Es setzt sich aus der Höhe des sächlichen Existenzminimums (4.608 Euro/Jahr, 384 Euro/Monat) und dem Freibetrag für die Betreuung und Erziehung bzw. Ausbildung (BEA) in Höhe von 2.640 Euro/Jahr, 220 Euro/Monat) zusammen.

      *Das Volkseinkommen umfasst das von Inländern empfangene Arbeitnehmerentgelt sowie die Unternehmens- und Vermögenseinkommen.

      Für die Kranken- und Unfallversicherung könnte eine Grundversicherungspflicht eingeführt werden. Im Grundeinkommen wäre dann ein Gutschein über 200 Euro Krankenversicherungsbeitrag enthalten. Dieser »Versicherungsgutschein« könnte bei einer freigewählten Kranken- beziehungsweise Unfallversicherung eingelöst werden, wobei alle Krankenkassen zu deren Annahme verpflichtet wären (also einem Diskriminierungsverbot und Kontrahierungszwang unterliegen würden).

      Quelle:
      http://bgekoeln.ning.com/forum/topics/bge-in-deutschland-einfach-zu-finanzieren

  11. Ich denke nach wie vor, dass Menschen, deren Existenz gesichert ist und die nicht vollzeit (für andere) arbeiten müssen, deutlich gesünder und kreativer sind. Sie haben Spaß am Denken und Erfinden, agieren sozialer und bringen sich lieber und dann auch freiwillig ein. Dahin sollten wir kommen. Das scheint mir aber eine Sichtweise zu sein, die vom ‚System‘ nicht gewünscht ist.

    • Ganz meiner Meinung, Minzinella!
      Wie viele Menschen hat stressige Arbeit krank gemacht oder ihnen das Leben gekostet. Es mag sich ja am Anfang gut anfühlen, wenn man erfolgreich ist, gebraucht wird, gefördert wird. Aber im Endeffekt sind viele doch nur irgendwer in einem großen Unternehmen das aus ihnen alles herausholt. Menschen machen Werbung für andere Menschen, die sagt, du must das und das und das haben. Konsum ohne Nachdenken, ohne Rücksicht auf Natur und Umwelt. Alles hat seine Grenzen und wir scheinen bei manchen Dingen wirklich daran angekommen zu sein. Wollen wir wirklich die Abschaffung des Bargelds zulassen, damit sie uns über die Kreditkarte noch weiter überwachen können? Wollen wir uns einen Chip einpflanzen lassen? Wollen wir weiter zusehen, wie sie Nahrungsmittel systematisch vergiften? Die NWO will die Bevölkerungszahl auf der Welt sehr stark verringern. Ich fürchte, sie haben bereits damit begonnen. Sie werden es auf mehreren Wegen angehen.

    • Das jetzige Hartz4-System sichert die Existenz eindeutig besser als sie ein pauschales ‚BGE‘ auf dem Niveau des durchschnittlichen Sozialhilfesatzes plus durschschnittlicher Miete sichern würde.

    • „Das jetzige Hartz4-System sichert die Existenz eindeutig besser als sie ein pauschales ‚BGE‘ auf dem Niveau des durchschnittlichen Sozialhilfesatzes plus durschschnittlicher Miete sichern würde.“

      Diesen Unfug müssen Sie mir aber mal genauer erklären…

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