Der Berliner Babylon-Skandal

Kultursenator Lederer boykottiert Preisverleihung

Ein Kommentar von Wolfgang Bittner.

Wir haben es schon seit Jahren immer mehr mit Politikern und Journalisten zu tun, die sich windschnittig im gesteuerten Mainstream etabliert haben, die Krieg als Mittel der Politik befürworten und für jede Gemeinheit und Aggression der USA Verständnis bekunden. Zu diesem Personenkreis der sogenannten Atlantiker gehört offenbar auch der Berliner Kultursenator Klaus Lederer, der kurioserweise der Partei DIE LINKE angehört. Da wird dann das Messer gewetzt, wenn etwas nicht in die vorgegebene Ideologie passt, deren Befolgung oder sogar Verinnerlichung man seine Karriere zu verdanken hat. Jetzt hat Lederer dafür Sorge getragen, dass die Verleihung des Kölner Karlspreises für engagierte Literatur und Publizistik (benannt nach Karl Marx) an den Journalisten und Verleger der Internetplattform KenFM, Ken Jebsen, im Kinopalast Babylon in Berlin-Mitte vertragswidrig abgesagt worden ist.

Lederer hat dazu auf Facebook geschrieben: „Wie ich heute erfahren habe, soll im Dezember im Kino Babylon die Verleihung eines Preises für ‚engagierte Literatur und Publizistik‘ an Ken Jebsen stattfinden. Der Preisträger und mehrere an dieser Veranstaltung Beteiligte sind in der Vergangenheit durch offenen, abgründigen Israelhass, die Verbreitung typisch antisemitischer Denkmuster und kruder Verschwörungstheorien in Erscheinung getreten… Ich bin entsetzt, dass ein Kulturort in Berlin diesem Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte eine Bühne bietet. Vom Geschäftsführer des Kinos Babylon würde ich mir angesichts dessen die Courage wünschen, zu sagen: Als Plattform für diesen Wahnsinn stehen wir nicht zur Verfügung.“(1)

Das Babylon erhält jährlich eine Zuwendung von 400.000 Euro aus dem Berliner Kulturetat. Insofern ist es nicht völlig unverständlich, dass die Geschäftsführung auf das nachdrückliche Ansinnen des Kultursenators einging und den Nutzungsvertrag mit der Neuen Rheinischen Onlinezeitung, die den Preis vergibt, kündigte, zumal die Kultursenatsverwaltung auch direkt interveniert hat. Wer Jebsen und sein Internetportal kennt, wird sich zwar über diesen Angriff auf die Kultur- und Pressefreiheit empören, aber wundern kann man sich nicht. Denn der investigativ arbeitende Journalist, der dezidiert Gegenpositionen zum Mainstream einnimmt, ist seit Längerem Persona non grata für die etablierte Politik- und Medienszene.

2007 hatte Jebsen, Jahrgang 1966, noch für eine Reportage den Europäischen Civis Hörfunkpreis erhalten. Aber 2011 wurde er dann aufgrund einer Intrige nach zehnjähriger erfolgreicher Tätigkeit als Moderator beim Rundfunk Berlin Brandenburg entlassen. Vorausgegangen war eine regelrechte Kampagne, in der ihm Antisemitismus und Holocaust-Leugnung vorgeworfen wurden. Dass es sich dabei um eine Verleumdung handelte, war bald geklärt. In einer Meldung der Pressestelle des rbb hieß es: „Die Vorwürfe gegen den Moderator, er verbreite antisemitisches Gedankengut und verleugne den Holocaust, hält der Rundfunk Berlin-Brandenburg für unbegründet.“ Aber wer mit Dreck beworfen wird, hat Mühe, sich reinzuwaschen.

Die Konsequenz war, dass Jebsen seine Hörfunksendung KenFM als crowdfinanzierten Blog im Internet unter eigener Regie weiterführte. Er bringt seither Artikel, Interviews, Gruppendiskussionen, Monologe und Kommentare mit zumeist brisanten Inhalten. Und er ist damit außerordentlich erfolgreich. Das Internetportal hat inzwischen etwa so viele Aufrufe wie Spiegel Online und mehr „Follower“ bei Facebook als die ARD. Es hat sich dank des enormen Engagements seines Herausgebers zu einem der wichtigsten alternativen Medienorgane in Deutschland entwickelt. Das ist eine ernstzunehmende Konkurrenz für die sogenannten Qualitätsmedien, und viele der in die Kritik geratenden Politiker sehen es als eine ernste Gefahr für ihr Image und die von ihnen vertretene Politik an.

Dass dieser ungewöhnliche Journalist und „Macher“ preiswürdig ist, noch dazu für den einzigen alternativen Kultur- und Literaturpreis in Deutschland, steht außer Frage. Seine Veröffentlichungen, sein friedenspolitisches Engagement und seine geschliffenen, oft sehr pointierten Stellungnahmen erregen Aufsehen, die intensive Arbeit für das von ihm gegründete Internetportal trägt Früchte, auch international. Dass dies bei dem Berliner Kultursenator Klaus Lederer nicht auf Wohlwollen stößt, wird verständlich, wenn man dessen Aufstieg von der PDS zum Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und schließlich – mit wessen Unterstützung auch immer – zum Kultursenator und stellvertretenden Bürgermeister der Bundeshauptstadt sowie seine bisherigen Aktivitäten betrachtet.

Es reicht jetzt. In Artikel 14 der Verfassung von Berlin heißt es ausdrücklich: „Jedermann hat das Recht, innerhalb der Gesetze seine Meinung frei und öffentlich zu äußern, solange er die durch die Verfassung gewährleistete Freiheit nicht bedroht oder verletzt… Eine Zensur ist nicht statthaft.“ Artikel 20 bestimmt: „Das Land schützt und fördert das kulturelle Leben.“ Und die Sozialistin Rosa Luxemburg hat gesagt, Freiheit sei immer Freiheit der Andersdenkenden. Nicht einmal das scheint Lederer, der sich als Linker geriert, begriffen zu haben. Er ist aufgefordert zurückzutreten. Und die Partei DIE LINKE sollte ihn wegen parteischädigenden Verhaltens ausschließen, ehe sie noch mehr Wähler verliert.

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Der Schriftsteller und Jurist Dr. jur. Wolfgang Bittner lebt in Göttingen. Im Juni 2017 erschien von ihm im Westend Verlag eine überarbeitete und um 111 Seiten erweiterte Neuausgabe seines Buches „Die Eroberung Europas durch die USA“ https://www.westendverlag.de/buch/die-eroberung-europas-durch-die-usa-2/.

Siehe auch KenFM im Gespräch mit Wolfgang Bittner: https://kenfm.de/wolfgang-bittner-die-abschaffung-der-demokratie/

Quellenangabe:
(1) Klaus Lederer am 13.11.2017 auf Facebook: https://deutsch.rt.com/inland/60710-zensursenator-von-berlin-klaus-lederer-verhindert-preisverleihung-an-ken-jebsen/

Bild: Blömke/Kosinsky/Tschöpe, CC BY-SA 3.0 de

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31 Kommentare zu: “Der Berliner Babylon-Skandal

  1. Ich bin ein Linker.
    Was in diesem Fall in den Köpfen einiger aus der Partei (wohlgemerkt BEI WEITEM nicht allen!) vor sich geht, dafür fehlen mir die Worte.
    Habe soeben direkt den Verantwortlichen, sowie an die allgemeine Kontaktstelle der Partei eine Mail mit meinem absoluten Missmut bezüglich dieser Aktion zukommen lassen.
    Bin gespannt, ob sich hier noch etwas tut, denn ich bleibe dabei, dass dieLinke im derzeitigen Parteienspektrum die einzig vernünftige ALternative zur herrschenden neoliberalen Politik darstellt.
    (Ich weiß, dass das nicht jeder so sieht)
    ————————–
    Guten Tag Caren Lay,
    Hallo Klaus Lederer,

    ich werde sicher einer von vielen sein, der sich als Parteimitglied der Linken zum Fall Jebsen bei Euch meldet.
    Ich tue dies, um der offensichtlichen Uneinigkeit unter Linken-Anhängern in Richtung pro-Jebsen, bzw. dem Internet Medienportal KENFM meine Unterstützung kund zu tun.

    „Jebsen wird unter anderem Antisemitismus und die Beteiligung an einer Querfront zwischen Linken und Rechten vorgeworfen.“

    Sorry, das ist derselbe bullsh… den konservative Atlantikbrückenmedien von sich geben.

    Jebsen mag vielleicht mit seiner Art polarisieren aber das war es denn eigentlich auch, was man ihm vorwerfen kann.
    Wer Kritik an israelischer (falscher) Siedlungspolitik als antisemitisch darstellt, hat den Kern des Problems nicht verstanden und fällt auf den immer selben Bauerntrick herein.

    Wer sich mit Jebsen und der Mannschaft um KENFM beschäftigt, der findet praktisch ausschließlich Positionen und Aktionen, die zu 100% ins linke Parteiprogramm passen, auch wenn Jebsen kein bekennender Linker ist.

    Eine kurze Auflistung weniger Kampagnen, die zu 100% unterstützenswert sind
    (und diese Auflistung kann nahezu endlos fortgeführt werden)

    – Solidarität für Griechenland, bestehend aus tatkräftiger realer Unterstützung
    http://dokustreams.de/kenfm-die-griechenland-nothilfe/

    – Kritik am Kapitalismus
    https://kenfm.de/kapitalismus-in-der-krise/

    – Anti-Kriegs-Positionen / Kritik am milit. industr. Komplex
    https://kenfm.de/wir-sind-im-krieg/

    – Kritik an der Russland-Politik der aktuellen Regierung
    https://kenfm.de/kenfm-im-gespraech-mit-willy-wimmer-die-akte-moskau/

    usw.

    Ich behaupte hiermit, diejenigen aus der Parteiführung, die sich offen gegen Jebsen / KENFM positionieren, haben
    a) nicht den Mut, sich gegen den Mainstream zu stellen oder
    b) sich nicht mit dem Medienportal KENFM beschäftigt.

    Beides ist ein erbärmliches Armutszeugnis.

    Ein enttäuschtes Parteimitglied mit guten Besserungswünschen.

    Ihr könnt das besser.

    Dirk XXXXXXXXX
    XXXXXXXXXXXX (XXXXXXXX / BW)

    https://www.neues-deutschland.de/artikel/1072112.linke-gegen-ken-jebsen-linke-beschliesst-klare-kante-gegen-querfront-und-jebsen.html

  2. Ein Beleg dafür das inzwischen auch die Linke im Lager der kleinbürgerlichen Abzocker und „Haltet den Dieb er hat mein Messer im Rücken“-Rufer angekommen ist.

    Wenn Ken Jebsen mit Veranstaltungen zu Zensur bei Wikipedia oder mit dem Friedensforscher und Historiker Dr.Daniele Ganser den Saal vollmacht, dann nimmt man das von Seiten des Babylon gerne mit. Wenn es dann aber darauf ankommt Farbe zu bekennen, dann kneift man vor dem Kapital den Schwanz ein.

    Ich hoffe die Veranstaltung wird so groß das Sie das Babylon nicht brauchen und an einen anderen Ort umziehen. Ich jedanfalls habe mir den Termin schon frei gehalten und werde kommen. Glauben die Linken ernsthaft das man durch die Verweigerung eines Veranstalungsortes diese Ehrung aufhalten kann ? Wenn „Die Linke“ bei Regen die Revolution in den Saal verlegt ist das deren Problem. Sie sollten die Veranstaltung wirklich am Besten vor dem Reichstag organisieren.

    • „Wenn Ken Jebsen mit Veranstaltungen zu Zensur bei Wikipedia oder mit dem Friedensforscher und Historiker Dr.Daniele Ganser den Saal vollmacht, dann nimmt man das von Seiten des Babylon gerne mit.“

      Auch das ein Aspekt, der nachdenklich macht.

      Wo sind die „Getreuen“, wenn man sie „braucht“? Wo die Freunde, die auch in schweren Zeiten standhaft bleiben?
      Nach der Lektüre des Buches „Der Fall Ken Jebsen“ mußte ich lernen, daß sie unter den Kollegen beim Sender und unter den Linken nicht zu finden waren. Es waren Außenseiter, die sich die Mühe machten, nach den wahren Hintergründen des Antisemitismus-Vorwurfes gegen Ken Jebsen zu schauen und ihm in seiner Isolation beizustehen. (Außenseiter, von denen man sich heute übrigens gerne distanciert.)

      Gebraucht der Mensch die Menschen meistens nur?

      (Ja, fpdcb, mein Menschenbild ist tatsächlich nicht sehr positiv.)

  3. War es nicht Hendryk M. Broder, der damals mit diesem Antisemitismus-Vorwurf beim rbb intrigierte?
    Ist es nicht Hendryk M. Broder, der heute den Rassisten-Blog „Achse des Guten“ betreibt?
    Dass Leder auf seinem FB Profil seinen Kritikern nun auch noch vorwirft, Jebsen Anhänger würden sich auf Webseiten wie „Achse des Guten“ informieren, zeigt überhaupt erst die vollkommene Ahnungslosigkeit dieses Mannes darüber, wo dieser Vorwurf eigentlich seinen Ursprung hat, den er da so eifrig nahcplappert.

    • Richtig, man kann eine Einstweilige Verfügung erwirken. Das wird die Neue Rheinische Zeitung auch tun. Was letztlich dabei herauskommt, muss abgewartet werden. Es besteht die Chance, dass die Veranstaltung doch noch im Kino Babylon stattfinden kann.
      Herzliche Grüße
      Wolfgang Bittner

    • Das Problem dabei ist doch: man kann ein Gesetz immer so oder so „auslegen“. Und genau dieser Interpretationsspielraum wird genutzt, um die Rechtsprechung der herrschenden Meinung anzupassen.

      Außerdem: wir haben in Bayern inzwischen die „Unendlichkeitshaft“ für sog. „Gefährder“, und es gibt das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ von Herrn Maas (völlig grundgesetzwidrig)…
      Ich wünsche den Klägern viel Erfolg, vlt. klappt es, aber wundern würde es mich nicht, wenn die Justiz Herrn Lederer deckt.

    • Mein Vorschlag: Sucht einen Ort an dem wir alle zusammen kommen können, dann wirds etwas eng im Babylon, fürchte ich 😉
      Zur Not vor dem Babylon auf der Strasse und sorgt für guten Ton 😉 Nutzen wir die freudige Gelegenheit der Preisverleihung für ein Statement.
      Dann komm auch ich gern die 750KM.

  4. Danke Herr Dr. Bittner, mit Ihrem Kommentar haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Ihr Deutsche habt Euren Lederer und wir Schweizer unseren Projer. Bei uns wurde Daniele Ganser im Schweizer Fernsehen diffamiert und bei Euch ist es Ken Jebsen. Beides sind sie mutige Kämpfer für Wahrheit und Transparenz. Wir können gemeinsam stolz auf unsere Landsleute sein, die trotz Widerwärtigkeiten unbeirrt ihren Weg der Wahrheit und des Friedens weitergehen. Stärken wir ihnen mit Rat und Tat ihren Rücken!

    • Diesem Kommentar kann ich nur zustimmen! Ich bin so froh, dass es so mutige Menschen wie Ken Jebsen und Dr. Daniele Ganser gibt, die z.T. mit stoischer Ruhe und Humor ihre Meinung vertreten, uns aufklären und motivieren zu denken und zu handeln! Ich danke allen beiden von ganzem Herzen für Ihre Arbeit und bemühe mich täglich besonders ihren Mut zu lernen!

  5. Dem Kommentar von Herrn Bittner möchte ich zustimmen, dessen Forderung nach Rücktritt als Kultursenator von Herrn Lederer auch. Ein Parteiausschlussverfahren wäre angebracht, aber die Berliner LINKE hat wohl nur eine Intension, an der Macht bleiben, dafür verbündet sie sich sogar mit dem Establishment. Denn Lederer scheint nicht der einzige Opportunist und Verräter in der Partei DIE LINKE zu sein. Wenn es für die LINKE schon zur Normalität gehört, was Lederer über KenFM äussert und ein Herr S. Liebich der Atlantik-Brücke e.V. und der Partei DIE LINKE angehören kann, dann ist diese Partei nicht mehr wählbar. Bisher habe ich immer DIE LINKE gewählt, in diesem Jahr habe ich meine Stimme behalten. Parteien sind zum Spalten da, das Volk in Gruppen spalten, nur so kann eine Elite an der Macht bleiben. Wir sollten KenFM bei der Preisverleihung ein zehn- tausendfaches Publikum bieten, vielleicht erkennen dann manche Linke was sie falsch machen. Vorausgesetz, sie nehmen Ihre Ziele, Ihr Programm selbst noch ernst. ?

  6. Nicht zu wählen, oder die Linke in Gruppenhaftung zu nehmen, kann nicht der Weg sein. In der Partei Die LINKE sollte man denjenigen, die Politik in unserem Sinne machen und immer wieder Wichtiges zur Sprache bringen, den Rücken stärken. Selbstzerfleischung ist genau das, was sich die Mächtigen und ihre Helfer wünschen.
    Herrn Kultursenator Lederer empfehle ich zwei Bücher zum Lesen: Mathias Bröckers „Der Fall Ken Jebsen“. Dort kann er erfahren, wie vor Jahren Ken Jebsen zu Unrecht das Etikett „Antisemit“ angehängt wurde, obwohl es unsinnig ist. Wer ihn kennt, weiß, dass er für Frieden und Menschenrechte eintritt und dabei viele jüdische Mitbürger auf seiner Seite hat.
    Ebenso wichtig wäre die Lektüre: „Die Antisemitenmacher“ des deutsch-jüdischen Schriftstellers, Verlegers und Übersetzers Abraham Melzer. Ich zitiere mal den Werbetext des Westend-Verlags: „Wer die israelische Politik kritisiert, wird schnell als Antisemit gebrandmarkt. Das gilt auch für eine Vielzahl von Juden. Abraham Melzer, Urgestein der deutsch-jüdischen Nachkriegsgeschichte, nimmt seit jeher kein Blatt vor den Mund, wenn es beispielsweise darum geht, die nunmehr 50 Jahre währende Unterdrückung der Palästinenser anzuprangern. Darüber hat er sich nicht nur mit seinem Jugendfreund Henryk M. Broder entzweit. Ohne die wahren Gefahren aus den Augen zu verlieren, zeigt er in seinem Buch, wie der Antisemitismus-Vorwurf missbraucht wurde und wird. Er kritisiert die bedingungslose Unterstützung Israels durch die deutsche Politik und das jüdische Establishment hierzulande. Und er sagt: Nicht in meinem Namen.“
    In dem Buch heißt es: Eine besondere Ausprägung dieser Konstellation der manipulativ-instrumentalisierten Verwendung des Antisemitismus-Vorwurfs bildet die Gruppe der sogenannten »Antideutschen«“. Dem ist nur hinzuzufügen, dass es leider auch und gerade bei den Linken derartig fanatische Anti-Antisemiten gibt, dass mir das fast wie eine, von wo auch immer gesteuerte Aktion erscheint. Ich kenne Linke, mit denen früher konstruktive Diskussionen über viele Themen möglich waren, die in diesem Punkt (seit 2011?) wie ferngesteuert wirken, Argumenten gegenüber unzugänglich und aggressiv, wie Menschen, die aufgehört haben, selber zu denken und sich selber eine Meinung zu bilden. Möge der linke Kultursenator Klaus Lederer nicht dazugehören. Und mögen die Betreiber des Babylon den Mut haben, die Veranstaltung am 14.12.2017 in ihren Räumen stattfinden zu lassen.
    Ich jedenfalls halte mir den Termin frei und freue mich auf eine Riesenparty zu Ehren von Ken.

  7. Viele die man als Freunde der KenFM Community hält, sind in Wirklichkeit letztlich deren Feinde. Ich finde es sehr beunruhigend, dass mahnende, einsichtige Stimmen wie jene von „Netzeri Von Account“ (bei KenFMde – YouTube) die darauf hinweisen, dass es selbstkritisch um die Sache gehen sollte, kaum zu hören sind:

    Nutzeri Von Account:
    „Wir dürfen nicht alles auf andere ableiten. Wir müssen uns einbringen! Jeder einzelne in seiner umgebung, oder wirkungskreisen.
    Ich bin zwar froh, dass es solche ehrenvolle und verantwortungsbewusste menschen wie Herr Jebsen gibt. Doch man darf nicht einen einzelnen „vorschicken“, herr Jebsen selbst lehnt es ab einzelnen personen oder parteien Verantwortung abzugeben.
    Herr Jebsen leistet sehr viel, das ist ihm auch bewusst. dafür natürlich danke. aber es ja auch vieles den anderen zu verdanken. also Herr Wimmer und Ganser. z. Bsp. und natürlich die ganzen Spender die monatlich 5€ spenden/überweisen. die videos teilen. Und Demonstrationen, Mahnwachen teilnehmen und sie organisieren. an diese leute auch Großen Dank.
    Will nicht zu populistisch klingen oder so, aber nur Ken „hin zustellen“ ihn „vorschicken“ um den kampf auszutragen. und sich selbst dann nicht einbringen IST FALSCH UND ES SCHADET sowohl Herr Jebsen, als auch uns selbst.“

    Dazu nochmals mein Beitrag:
    Wenn man glaubt, dass der Kultursenator von Berlin mit seiner Einstellung im deutschsprachigen Raum eine Ausnahme, ein Einzelfall sei (und dies nehme ich niemandem ab), gibt man sich weiterhin unglückseligen Selbsttäuschungen hin. Man kann sich auch entsetzt fragen warum es möglich ist, dass man sich so leicht täuschen lässt oder warum man dies nicht hören resp. lesen will. Wie steht es mit den „Alternativ“-Medien?

    • Das ist genau meine Ansicht, die ich hier auch des Öfteren hinterlasse.

      Jeder sollte versuchen sich mit den Menschen in seiner Umgebung zusammen zu tun. So kann der Grundstein für ein größeres Gemeinschaftsbewusstsein geschaffen werden. Gemeinschaft entsteht für mich von Angesicht zu Angesicht und Hand in Hand.

      Zum Artikel:
      Diejenigen, die da mal eben eine ganze Gruppe von Menschen als Aluhutträger herabsetzen, sollten mal die Eier haben MIT und nicht ÜBER die Menschen zu sprechen, über die sie nur vom Hörensagen wissen. Es soll Menschen geben, die tatsächlich in der Lage sind zwischen seltsamen und nicht so seltsamen Verschwörungstheorien zu unterscheiden und die trotz der Informationen über angebliche Verschwörungen dennoch nicht alles glauben, was so verbreitet wird.

  8. Die Linke geht ganz offensichtlich den Weg aller sogenannten „Volksvertreter“ und reiht sich damit ein in die Schaar der gekauften Parlamentäre, der „nach dem Munde“ Redner, die nur noch ihrem eigenen Vorteil nachgehen. Stimmanteile bei Wahlen mit der Wahlkampfkostenerstattung aufwiegen.

    Was Ken Jebsen mit seiner Platform leistet ist streitbare Publizistik, ist Dokumentation, vor allem aber Anregung wieder die eigene Hirnmasse in Schwung zu bringen und mal wieder zu denken. Etwas das der Seele gut tut. Sieht man sich die Seiten der sogenannten Volksparteien und in diesem Falle der Partei die Linke an: gähnede Langeweile. Alltagsfragen werden kaum behandelt, bestenfalls im Jargon der „Gleichgeschalteten“. Keinerlei Disskussion um Zukunftsfragen, um Fragen wo es hingehen soll mit dieser Gesellschaft.

    Ich habe die Linke das letzte Mal gewählt. Ich gehöre ab jetzt auch zur Partei der Nichtwähler. Lieber Ken Jebsen weiter so, Wir sehen uns auf der Werft.

  9. Sehr gut, Herr Bittner.
    Es ist mir seit einiger Zeit ein Bedürfnis, einen Eimer Wasser mit mir rumzutragen. Dazu ein frisches Handtuch. Und jedesmal, wenn ein solch geistiger Komposthaufen sichtbar wird (wie diese blödsinnige Absage einer Veranstaltung), bekomme ich das übermächtige Gefühl, demjenigen das in sauberes Wasser getunkte Handtuch so lange um die Ohren zu klatschen, bis der/die endlich mal AUFWACHT! (Wohlgemerkt, es soll niemand zu Schaden kommen).

    Herr Lederer: Sie haben K E I N E Ahnung, was Sie da losgetreten haben. Es ist schon eine reife „Leistung“, wenn die eigenen Parteifreunde sich ÖFFENTLICH von Ihrem Sagen und Tuen distanzieren. Es gehört wenig analytische Fähigkeit dazu, Ihre politische Zukunft vorherzusagen: Sie sind erledigt. Und das ist gut so. Wegen öffentlich nachgewiesener Unfähigkeit, dieses Amt auszuüben.

    Weniger gut ist die Ungewissheit der Preisverleihung. Gibt es denn niemand mehr auf diesem Planet, der EIER IN DER HOSE HAT?
    Meine Kritik geht an die Babylon Betreiber: Was soll denn das mit dem Einknicken? Wenn Ihr Euch wegduckt, seid Ihr für mich die größten Feiglinge der Nation. Pfui! Es gibt viel mutigere Zeitgenossen, wie Ihr es hättet sein müssen. Soll ich aufzählen?

    * Leonardi da Vinci
    * Sophie Scholl
    * Edwin Hubble
    * Albert Einstein
    * Isaak Newton
    * Aristoteles

    Und nun die Frage: an WEM orientiert sich Euer Weltbild? An Politikern? Gute Nacht Deutschland.

    • Mein Weltbild mache ich selbst, seit ich dafür Zeit habe.
      Wenn ein physisches Weltbild gemeint ist, ich vermisse Galileo.
      Wer Sophie Scholl ist, keine Ahnung.
      Das Problem mit politischen Weltbilder ist das die immer und überall waren, Ceasar’s Buch ein der ältesten Vorbilde.
      In ‚guten‘ alten Zeiten hatte jede Nation ein Weltbild, die eigene Nation war die beste.
      Jetzt, im Teil der Welt beherrscht durch das Westen, dasselbe, wir sind die Guten, die Anderen sind die Schlechten.
      Das die Schlechten schlecht über uns denken macht deutlich wie schlecht sie sind.

    • Erstaunlich, dass Du nicht weißt, wer Sophie Scholl ist! Es gibt eine gute Biographie über sie von Barbara Beuys.

    • @johndavid
      Solche schmierigen Typen sind politisch nicht erledigt. Leider.
      Die tauchen einfach beim nächst besten Politverein wieder auf,
      egal welcher Couleur.

      @Wolfgang Bittner

      Ihrem Artikel kann ich vollends zustimmen und bedanke mich für die klaren Worte.

  10. In Deutschland Freiheit für Andersdenkenden ?
    Ich bin mir nicht sicher ob was folgt wahr ist, aber nachdem der Mann die Jahrelang als Hess in Spandau war, der USA Gefängnisartzt war sicher das er nicht Hess war, er schrieb ein Buch darüber, Selbstmord begang, bevor er frei kam (wer glaubt es), wurde Spandau abgebrochen, die Steine verpulvert und das Pulver in die Nordsee geworfen.
    In ein solches Land soll es Freiheit geben zu sagen was man will ?

    Hess wurde vermutlich 1943 getötet bei ein nie aufgeklärtes Flugboot Unglück in Schottland, an einer Stelle wo ein Flugboot nie hätte kommen sollen.
    Es gab eine Leiche zuviel, die Vermuting ist das Hess eingestigen war nach eine Landung auf ein Schottischer See, auch tot war der Bruder der Britischen König, die Vermuting geht dan weiter das der Flugboot nach Stockholm hätte fliegen sollen, um dort Frieden zwischen GB und Deutschland bekannt zu geben.
    Hitler und Churchill wurden zurücktreten.

    Wer dann der Mann in Spandau war, keiner weiss es, aber es erklärt das merkwürdige benehmen der Mann der in Nüremberg Hess war.
    Lynn Picknett, Clive Prince and Stephen Prior, ‘Double standards, The Rudolf Hess cover-up’, London 2002
    Diese Version der Geschichte kann auch der angebliche Brief unserer Prinzen Bernard an Hitler erklären, worin er Hitler gebittet haben soll ihn die Niederländen regieren zu lassen.
    Am Abend bevor das Unglück hatten Bernhard und der Bruder zusammen Abendessen.

  11. Jetzt weiß ich wenigstens etwas in Bezug auf die Erpressung des Babylon. Die 400 000 Euro Zuschüsse pro Jahr vom Senat waren in Gefahr. Es fehlt mir aber noch ein richtiges Statement zur Sache von den Betreibern. Ebenso von der Rheinischen Zeitung. Sie könnte ja die Preisverleihung auch woanders oder im Freien abhalten, oder? Vielleicht vor dem Bundestag?

    • Vor dem Bundestag ist ne gute Idee.

      Was auch schön wäre: Lederer wird parteikommissarisch dazu verpflichtet, Herrn Jebsen persönlich den Preis zu überreichen, lobende Worte im Babylon für Herrn Jebsen zu finden und sich dort öffentlich zu entschuldigen.

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