Der Brexit und die Angst der Transatlantiker

Artikel von Jens Berger in den NachDenkSeiten vom 15.06.2016.

KenFM empfiehlt diesen Artikel. Hier der Link zum Text: http://www.nachdenkseiten.de/?p=33812

 

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10 Kommentare zu: “Der Brexit und die Angst der Transatlantiker

  1. Re: Michael Kanellos
    alias….

    http://www.bloomberg.com/research/stocks/private/person.asp?personId=50956279&privcapId=8032717

    Background
    Mr. Michael Kanellos, Mike, served as Editor in Chief of Greentech Media, Inc. Mr. Kanellos serves as Vice President of Eastwick Communications Inc. His areas of expertise include cleantech, IT, intellectual property and international trends. As a senior reporter for News.com, a division of CNET networks, he covered computing and personal electronics before segueing to cleantech in 2004. After initiating the cleantech push at CNET, Mr. Kanellos was invited to lead the …

    Herr Kanellos schreibt/schrieb auch im „automotive“ Sektor.

    Man kann sich viele gute Sachen wünschen – und z.B.für die EU sein.
    Aber es soll hier um einen Michael Kanellos gehen, der sich auf ein Feld begibt, auf dem er m. E. nicht zuhause ist. In der Technik ist es in der Regel nicht erforderlich, daß man „selbst“ denkt. Ich habe als Schüler und Student die Mathe- und Physikleute beneidet, weil sie schnell fertig waren, wenn sie mal ihre Formeln auswendig gelernt hatten, während ich beim xten Geschichtsbuch mit auswendig lernen keine Chance hatte und zudem noch zig Bücher auf mich warteten. Ich mußte beginnen, selbst nachzudenken und nachzulesen.
    Das soll jetzt so verstanden werden, daß beim Lesen von Michael Kanellos mein Eindruck ist, daß vieles gut auswendig gelernt aber nicht „selbst“ gedacht wurde. Zu viele Widersprüche und Formeln. Es gibt keine Formeln dafür, daß die Begriffe „Neoconservative“ und „Neoliberal“ historisch mehrfach Bedeutungswandlungen erfahren haben. Oft, je nach Standpunkt, mehrdeutig. Das muß man mühsam und zeitaufwendig nachlesen und entwirren.
    Das gleiche gilt für die aktuelle Politik, die übrigens auch nur zu verstehen ist, wenn man mehr als eine Meinung und mehr als ein Geschichtsbuch gelesen hat. Mit der einfachen Formel ist es nicht getan. Außer dieser: Zuerst das Ereignis, dann die Geschichte, und in jedem Fall ist die Geschichte immer „his story“! Und dieser: Aktion-Reaktion.
    Was ich Michael Kanellos vorwerfe?
    Schlampigen Umgang mit Begriffen und der Historie von Ereignissen! Seine eigene Meinung kann jeder haben.

    • @ Tony
      Offenbar merken Sie nicht einmal mehr, wie unfair und daneben Sie sind. Sie selbst schreiben hier anonym und hecheln aber stasimäßig hinter mir her mittels meines Namens. Sie zeigen das Verhalten von Auftragstrolls oder Antifa-Randalierern, die ad hominem ‚argumentieren‘, wenn ihnen die Meinung Anderer nicht passt, weil sie keine Sachargumente haben.

      Zum Inhaltlichen: Ich benutze die Begriffe in ihrer eigentlichen Bedeutung. Und politische Begriffe wie neokonservativ und neoliberal zeigen ABSICHTEN der Politiker an. Die US-Außenpolitik ist deshalb nicht neoliberal, weil sie in den Zielländern weder marktwirtschaftliche Politik ausreichend fördert noch überhaupt gesellschaftlich liberale Politik unterstützt. Saudi-Arabien ist dafür ein gutes Beispiel, aber nicht das einzige. Sie ist in Teilen neokonservativ, weil sie antikommunistisch ist. Es fehlt aber die gesellschaftliche Werteorientierung echter Neocon-Politik, daher ist das, was die USA aktuell betreiben, bestenfalls stark verkürzter Neokonservatismus, keineswegs neoliberal. Wie ich woanders als Anmerkung schrieb, ist ein gutes Beispiel für echte Neocon-Politik die Regierung von Singapur. Die sind zwar nicht liberal, aber begründen ihren Etatismus mit echten Werten.

  2. die Kommentare und Analysen zum dem thema, sind ja zutreffend…aber wie verfahren wir mit diesen Erkenntnissen….
    eine ständige Rückblende bringt ja nichts…

    sollten die Völker der EU einen Austritt ihrer nationalstaaten vorcieren oder wie kann weiterer Schaden abgewendet werden?

    • Ich bin für die EU und gegen einen Austritt irgendeines Mitgliedsstaates. Ich bin dafür, dass die früher jugoslawischen Balkanstasten hinzukommen sowie die Ukraine. Ich bin auch für einen EU-Beitritt der Türkei, Weißrusslands und Russlands. Aber bei diesen drei Ländern ist das momentan wegen deren Politik (und bei der Türkei wegen der Grenzlage zum Nahen Osten) schwierig.

    • Ich bin für die EU und gegen den Austritt irgendeines aktuellen EU-Landes. Ich bin für den Beitritt der oder mindestens die Partnerschaft mit den noch nicht in der EU befindlichen Balkanstaaten und der Ukraine. Ebenso bin ich für die Beitritte der Türkei, Weisrusslands und Russlands. Bei diesen drei Ländern spricht zwar die aktuelle Lage (deren Politik und die Grenzlage der Türkei zum Nahen Osten) dagegen, aber langfristig ist das eine Perspektive.

  3. http://www.informationclearinghouse.info/article44880.htm

    Brexit Is The Only Way the Working Class Can Change Anything
    Working-class people are sick of being called ignorant or racist because of their valid concerns. The EU referendum has given them a chance to have their say.

    By Lisa Mckenzie

    June 15, 2016 „Information Clearing House“ – „The Guardian“ – I have lived in working-class communities all my life, and now that I research and write about those communities as a working-class academic, my motivation has always been to make sure that an authentic working-class woman’s voice tells our stories.

    • Das ist Teil der Propaganda der ‚transatlantischen‘ Lobby FÜR den Brexit als ‚Einstieg‘ in eine versuchte Spaltung Europas.
      Teilweise malen die sogar eine Kriegsdrohung an die Wand (siehe Artikel von Rodney Atkinson bei RT). Das ist mehr als fragwürdig, da RT ein russischer Staatssender ist und Russland die Verantwortung hätte, solche Wahnszenarien zu dementieren statt sie auf ihrem Regierungssender sogar verbreiten zu lassen.

    • PS:
      Die Angst vor einem Krieg mit Russland ist keine Wahnvorstellung, aber ein Krieg der EU-Staaten mit Russland wäre Resultat wahnsinniger Politik. So meine ich das – das sage ich für den Fall, dass ‚Tony‘ wieder anonym gegen mich spammen möchte.

      Es ist die EU, die sinnlose Kriege in Europa erstmals dauerhaft verhindert hat. Kriegstreiber hetzen daher auch gegen die EU. Oder unterstützen ggf. Anti-EU-Rechtspopulisten.

  4. PS:
    Und wieder wird das Wort ‚Neoliberalismus‘ auf neokonservative Monopolpolitik angewandt, die so ziemlich das Gegenteil von Neoliberalismus ist. Zitat Jens Berger:
    ‚Der Neoliberalismus transatlantischer Prägung hat seinen Glanz verloren ‚

    Fakt ist: Der Neoliberalismus wurde weltweit nahezu ausschließlich in der EU ein wenig durchgesetzt. Die EU hat wirkliche Merkmale des neoliberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells. Die Gängelungen in einzelnen EU-Staaten kommen in aller Regel von nationalen Regelungen.

    Die US-Außenpolitik hingegen propagiert mit Hilfe der NATO leider seit Jahren das Gegenteil. Diktaturen, die ausgewählte Firmen ‚dulden‘ wie Saudi-Arabien oder die Zustände in vielen Ländern Afrikas oder Asiens haben nichts mit neoliberalem Wirtschaften zu tun. Das, was in Afrika und Asien weitgehend passiert, ist bestenfalls neokonservativ (eben von Neocons propagiert), aber auch das nur verkürzt auf Abwehr von Sozialismus und Kommunismus und Konsumfreiheit für die, die es sich leisten können (sind in manchen afrikanischen Ländern sehr wenige). Schon bei der Frage der Demokratie hört es auf, es werden absichtlich sogar diktatorische Regierungen unterstützt. *)
    Diese aktuelle US-Außenpolitik hat mit Neoliberalismus meist wenig bis nichts zu tun.
    Real gesehen ist Neoliberalismus derzeit ein europäisches Phänomen – und ein Grund für die wirtschaftliche Stärke Europas.

    *) Eine der wenigen nicht auf reines Wirtschaften verkürzten Neocon-Regierungen der Welt ist übrigens die Regierung von Singapur. Die haben zwar auch ein Problem mit Pressefreiheit und haben zwei Jahre Zwangsdienst für junge Männer, aber die haben anders als Saudi-Arabien kein Problem mit Religionsfreiheit und sind – das können viele deutsche pseudo’konservative‘ Rechtspopulisten mal lesen – eindeutig FÜR die multikulturelle Gesellschaft, die übrigens dort hervorragend ‚funktioniert‘.

  5. Ich halte diesen Artikel der ‚Nachdenkseiten‘ für eine grobe Fehleinschätzung – ich nehme an, dass der Autor mit ‚den Transatlantikern‘ die hier ja oft diskutierte US-Kriegslobby meint.
    Die Fakten zeigen, dass große Teile dieser Lobby den ‚Brexit‘ sogar WOLLEN. Einigen Verbündeten der ‚Transatlantiker‘ geht der ‚Brexit‘ aber auch zu weit. Es kann in keinster Weise davon ausgegangen werden, dass die US-amerikanische Teile-und Herrsche-Lobby, genannt ‚Transatlantiker‘, geschlossen ‚Angst‘ vor diesem ‚Brexit‘ hätte.
    Hier die Gründe für diese Folgerung:
    – Die britische Regierung hat dieses ‚Brexit‘-Referendum zugelassen. Das ist nicht selbstverständlich. Denn die gleiche britische Regierung lehnt z.B. ein weiteres Referendum zur Abspaltung Schottlands von Großbritannien ab. Warum sollte ein ‚Elite‘-Politiker und ‚Transatlantiker‘ wie Cameron ein solches Referendum zulassen, wenn sein wesentlicher Lobbyverband / Geheimbund Angst davor hätte?
    – Boulevardmedien wie die ‚Sun‘ hetzen eindeutig pro ‚Brexit‘
    – Offensichtliche Mitglieder der ‚transatlantischen‘ Teile-und-Herrsche-Lobby propagieren Drohkulissen von Krieg mit Russland, und behaupten suggestiv (aber völlig wahrheitswidrig), dass der ‚Brexit‘ dafür eine Lösung wäre:
    „https://www.rt.com/op-edge/345325-brexit-saving-democracy-war/“
    – Die ‚transatlantische‘ Teile-und-Herrsche-Lobby heißt bei mir deswegen so, weil sie seit Jahren weltweit massive Spaltungspolitik und Mindsetting für Krieg und nationale Abspaltung betreiben. Warum sollte das in Europa anders sein?

    Fazit: Der ‚Brexit‘ ist ein erster Versuch der ‚transatlantischen‘ Kriegslobby, das Teile-und-Herrsche nach Europa zu bringen. In Europa haben die bisher dank der EU ihre Politik nicht ansatzweise durchsetzen können, trotz der üblen Nummern der osteuropäischen Rechtspopulisten. Daher auch solche Sprücher wie ‚F.. the EU‘ seitens ihrer exponierteren Vertreter (die US_Offensivdiplomatin Victoria Nuland sagte das in einem geleakten Telefongespräch mit einem anderen US-Diplomaten).
    Allerdings ist hier die Lobby offenbar untereinander nicht ganz einig, ggf. ist sogar Cameron wirklich persönlich gegen die ‚Brexit‘-Spaltung, aber hat von seinen Lobbyisten oder seinem ‚Geheimbund‘ den Auftrag, genau diese zu pushen. Daher wird mit Volksentscheiden und sicher auch im Falle eines Brexit-Entscheids viel Verzögerung operiert.

    Davon, dass die ‚Transatlantiker‘ geschlossen Angst vor der Spaltung Europas hätten, kann keine Rede sein.

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