„Der Griff nach Eurasien“ – Hermann Ploppa bei den BUCHKOMPLIZEN

Hermann Ploppa ist bekannt für seine akribische Recherche und pointierte Interpretation historischer und politischer Ereignisse. Er bringt zusammen, was in der deutschen Medienlandschaft, vor allem auch im Hinblick auf die eigene Historie, komplett verdrängt wurde.

Sein Buch „Hitlers amerikanische Lehrer“ öffnete bereits einem großen Publikum die Augen über die tatsächlichen Hintermänner des Diktators.

Auch in seinem neuesten Buch, das in Kürze erscheinen wird, widmet sich Hermann Ploppa den tiefen Strukturen und komplexen Zusammenhängen in Bezug auf das eurasische Verhältnis. Wer hat Interesse, dass Europa und Asien nicht weiter zusammenwachsen? Was sind die Bestrebungen des US-Imperiums, wenn China derzeit zur neuen Weltmacht aufsteigt? Welche Mittel und Wege werden gefunden, um der Herzland-Theorie von Mackinder folgend, Europa und Asien ewig zu spalten?

Im Gespräch auf der Frankfurter Buchmesse 2019 gibt Hermann Ploppa Antworten auf diese und weitere spannende Fragen der Zeit.

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71 Kommentare zu: “„Der Griff nach Eurasien“ – Hermann Ploppa bei den BUCHKOMPLIZEN

  1. Auch auf die Gefahr hin, dass ich nerve:
    Warum geh ich auf den Einmarsch der Deutschen in Belgien ein und wie Sir Edward Grey diesen genutzt hat, um das kriegsunwillige britische Volk und Parlament in den Ersten Weltkrieg zu führen?

    Weil wir in allerjüngster Zeit den Einmarsch Erdogans in Nordsyrien haben – eine ähnliche, wenn auch nicht gleiche Situation und unsere Eliten nutzen jetzt diesen Einmarsch, um das kriegsunwillige deutsche Volk zu bearbeiten, damit es künftig echten militärischen Auslandseinsätzen überall auf der Welt zustimmt, obwohl die gegen das Grundgesetz sind.

    Ich habe in den letzten Tagen in mehreren Kommentaren von mir unter KenFM-Beiträge, wie z. B. hier https://kenfm.de/tagesdosis-21-10-2019-barcelona-und-london-der-unaufhaltsame-zerfall-der-eu/
    und hier https://kenfm.de/tagesdosis-15-10-2019-ja-was-ist-denn-mit-den-amerikanern-los/ anhand von Sendungen und Diskussionen, die ich verfolgt habe, die Vermutung geäußert, dass die „transatlantische Gemeinschaft“ will, dass Deutschland (und wahrscheinlich auch die EU) künftig die Rolle des „Weltpolizisten“ spielen solle und ich habe analysiert, wie ein parteiübergreifende Gruppe von deutschen Politikern, die aber alle Transatlantiker (!) sind, sich dafür aussprechen, dass Deutschland künftig bei Kriegen mit kämpfenden Soldaten mitmachen soll. Das trojanische Pferd, mit dem diese grundgesetz-widrigen Auslandseinsätze gerechtfertigt werden sollen, sind Phrasen wie „humanitäre Intervention“, „internationale Sicherheitszone“ usw…
    Gestern, am 24.10.2019 gab es bei Maybritt Illner wieder eine Sendung in dieser Richtung: Geladen waren wieder Interventions-befürwortende Falken, wie Ruprecht Polenz. Es fielen Sätze wie: „Wir sind zu spät“. „Wir brauchen einen Fuß in der Tür“, jemand spricht an, dass Norbert Röttgen einen „Paradigmen-Wechsel“ anstrebe. Ruprecht Polenz nennt etwas, was eigentlich Krieg bedeutet „Befriedung“.
    Dazu sollte man noch beachten, was Wolfgang Ischinger in einem Interview mit dem Spiegel sagt und dass Friedrich Merz Annegret Kramp Karrenbauers Vorstoß in den Medien auch gelobt hat. Also ein Vorstoß, bei dem sogar SPD-Mann Sigmar Gabriel mitmacht, der sich für künftige Kriegseinsätze ausspricht.
    Und obwohl der Zug für diesmal abgefahren ist und jetzt in Syrien „nichts mehr machen ist“ – so dienen solche Sendungen dazu, das deutsche Publikum für KÜNFTIGE Kriegseinsätze zu bearbeiten – und die Falken könnten dann, bei künftigen ähnlichen Regime Change Versuchen den gescheiterten, westlichen Militäreinsatz in Syrien als Beispiel für einen „schmachvollen Misserfolg“ heranziehen, weil "Europa" zu lange gezögert habe.

    Auch Wolfgang Ischinger hat sich im Spiegel geäußert, wie wir es von ihm gewohnt sind…
    Die deutschen „Transatlantiker“, sind in Thinktanks wie Bilderbergern, Transatlantik-Brücke und so weiter zu Anglo-Amerikanern umerzogen worden und sie sind, wenn man ein geschichtliches Beispiel heranziehen will, vergleichbar mit den Fürstenkindern der Antike aus besiegten Ländern, die die Römer zu Römern erzogen hatten, damit sie das römische Imperium nicht bekämpften. Diese „ango-amerikanisierten Deutschen sind Atlantik-Brücken-Sigmar Gabriel, Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz, Norbert Röttgen, Wolfgang Ischinger, Ruprecht Polenz, Joachim Gauck… Diese Leute vertreten nicht deutsche Interessen sondern transatlantische Interessen und sie führen Deutschland womöglich ins Verderben. Denn wenn Deutschland tatsächlich wieder Kriege führen würde – was glaube Sie, was dann los wäre? Dann wird es wieder den Hass der ganzen Welt auf sich ziehen und die Folge davon würde sein ein Dritter Weltkrieg, der dann mit der vollkommenen Auslöschung der Rest-Kultur Mitteleuropas und Teilen Osteuropas enden und die Region verwüsten würde. Das ist das Ziel, sehen Sie: Es geht um die Selbstzerstörung Deutschlands.

    Denn: Syrien, der Nahe Osten und Russland sind nicht Deutschland. Wir haben dort nichts zu suchen und uns auch nicht dort einzumischen – schon gar nicht als Büttel der Anglo-Amerikaner.
    Wenn die Eliten der Angelsachsen die Welt erobern wollen, dann sollen sie es mit Angelsachsen versuchen und nicht wieder andere für ihre Interessen kämpfen lassen. Es kann nicht angehen, dass die Transatlantiker die ganze Welt "verangelsachsen" wollen und – bildlich gesprochen – fordern, dass die Welt in eintöniger Monophonie singe: „Rule, Britannia, rule the waves,… you never shall be slaves…“ . Dieses Lied zeigt ja ganz deutlich den Anspruch, den gewisse Eliten dort haben….

    • Die Situation heute ist vergleichbar, wenn auch nicht genau dieselbe – Geschichte wiederholt sich nie ganz genau gleich – , aber die dahinter stehenden Vorgehensweisen und strategischen Urphänomene der Imperialmächte bleiben gleich.

      Diese Vorgehensweisen sind wie folgt:

      1. Eine Imperialmacht will in einem/einer, noch nicht unterworfenen Land/Region die bestimmende Macht werden und will es/sie, bei Widerstand, erobern.
      2. Das Land/die Region tut nicht das, was die Imperialmacht will (z. B. wollte Assad eine gewisse Pipeline nicht so bauen, wie die USA und deren Verbündete es wollten) oder wird zur wirtschaftlichen Konkurrenz (so wie das Deutsche Kaiserreich damals oder China heute)
      3. Die Presse und Medien der Imperialmacht schalten sich ein und hetzen in dämonisierender Weise gegen den „Machthaber“ des unwilligen Landes und meist auch gegen die Bewohner dieses Landes, wenn sie zu ihrem Regierungschef halten, so wie die, von Milners Round-Table-Group dominierte britische Presse lange vor 1914 begann, gegen das Deutsche Kaiserreich zu hetzen und so, wie seit etwa 2012 gegen Assad gehetzt wird und seit etwa 2015 gegen Putin.
      4. Gleichzeitig beginnt die Imperialmacht, über ihre Helfer oder befreundeten Organisationen und Verbündeten, Unzufriedene in dem Land/der Region zu unterstützen oder, falls es diese nicht genug gibt, werden Desperados eingeschleust, wie in Afghanistan und Syrien die Islamisten, die dann in der westlichen Presse als „Rebellen“ bezeichnet werden, oder so wie das „Slawische Wohltätigkeitskomitee“, dessen Fäden bis nach Russland, England und Frankreich gingen – lange vor 1914 – die irredentistischen serbischen Gruppen gegen Österreich-Ungarn unterstützt hatte und ihnen Waffen lieferte oder so wie heute die Uiguren gegen China aufgehetzt werden. Und natürlich die Kurden, denen man in allerjüngster Zeit einen eigenen Staat versprach (den Sykes und Picot ihnen 1917 nicht gaben!) und die man benutzt, dass sie gegen den, vom Westen herangezüchteten IS kämpften.
      5. Wenn die Imperialmacht mit ihren Verbündeten über das Land/die Region siegt, dann gründet sie dort Militärbasen. Aber das reicht nicht. Sie schreiben auch eine bestimmte Version der Geschichte, die die Imperialmacht verklärt und das besiegte Land in die Nähe des Bösen rückt und lehren diese überall, wobei sie den Anteil an Förderung von fanatischen Kräften innerhalb des eroberten Landes, den die Imperialmacht zuvor geleistet hat, zu verbergen trachten, so wie man lange Zeit verborgen hat, dass westliches Geld Adolf Hitler gefördert hat und dass der IS mit westlichen Waffen aufgerüstet wurde.
      6. Sie beginnen, die Eliten im eroberten Land umzuerziehen und zu "Amerikanern" zu machen, so wie die Römer danach trachteten, die Kinder der besiegten Barbaren, römisch zu erziehen. Darauf spielt auch das neue Asterix an – das übrigens an Witz verloren hat, aber dafür ideologisch gefärbt ist, indem die dort eingeführte Heldin die Idee der Multi-Kulti-Ideologie transportiert.

      Diese Strategien, die früher geklappt haben, sind bei Assad gescheitert. Offenbar haben die Verbündeten von Assad: Putin und Lawrow und andere durchschaut, wie die westliche Imperialmacht vorging. Sie sind in der Hinsicht viel wachsamer und reagieren intelligenter als die deutschen, transatlantischen Falken, die ich oben benannt habe.

      Es geht um viel – sehr sehr viel – und wenn die deutsche Bevölkerung schläft und nicht durchschaut, was die "Falken" tun, dann gute Nacht!

    • Habe einen Buchtip für Dich, der Deine Thesen bestätigt und vertieft: Der Synchronizitätsschlüssel.
      Lohnt sich. Wirst überrascht sein.
      Ein weiterer Tip: The Trigger (über 9/11).

  2. Zusatz-Info für Berndraht und alle, die es interessiert:

    Ja, der minutiös geplante Schlieffen-Plan war wohl für den Fall eines Zweifronten-Kriegs gegen die Riesenheere der Franzosen und Russen konzipiert worden und sah den Durchmarsch der Deutschen durch Belgien vor. Das Deutsche Kaiserreich hätte besser dagestanden, wenn es nicht in Belgien einmarschiert wäre. Ob die Russen und Franzosen dann die Grenze Deutschlands überschritten und den Krieg nach Deutschland gebracht hätten? Meiner Ansicht nach wäre es dem britischen Außenminister Sir Edward Grey dann unmöglich gewesen, die Engländer und das englische Parlament dazu zu bringen, in den Krieg auf Seiten der Alliierten einzutreten. Die in einem früheren Post von mir aufgelisteten Mobilisierungsdaten zeigen, wie bedrohlich ein führender Militär, wie Moltke, die Situation Anfang August einschätzen musste: Die Riesenheere der Russen und Franzosen waren schon mobilisiert und standen bereit, er fürchtete einen drohenden Zweifrontenkrieg auf deutschem Boden – und da war Deutschland durch den 30jährigen Krieg und die Napoleonischen Kriege, die über mitteleuropäischen Boden hinweggefegt waren, traumatisiert. So erkläre ich mir, dass die Militärs das keinesfalls wollten. Die deutsche Politik und der deutsche Geheimdienst hätten mehr durchschauen müssen, wie gefährlich England für Deutschland war – da unterlagen sie einer totalen Fehleinschätzung, dass sie dachten, England würde evtl. neutral bleiben. Die deutsche Diplomatie und Politik in den letzten Juli-Tagen und Anfang August war chaotisch.

    Sir Edward Grey hat allerdings eine sehr verheimlichende, irreführende Politik betrieben. Terry Boardman hat hier https://www.youtube.com/watch?v=_Hsb9SQ6Ayw bei Minute 1:53:37 eine sehr interessante Liste von Greys Irreführungen und Auslassungen zusammengestellt, die ich hier in Übersetzung liefere:
    Greys Täuschungen und Auslassungen:
    1. (Grey) war einer jener, die Maxse beim ABC-Memorandum geholfen haben.
    2. Verschwörung von Asquith, Grey und Haldane im Dorf Relugas gegen Campbell-Bannermann.
    3. Verbarg 5 Jahre lang militärische Absprachen vor seinen Kollegen.
    4.Verbarg die Wahrheit der anglo-russischen Marinegespräche vor dem Unterhaus im Juni 1914
    5.Verbarg von 1912-1914 die Englisch-Französischen Marinegespräche vor dem Unterhaus
    6.Ließ die Österreicher bis zum 24. Juli 1914 im Glauben, dass er sie unterstütze
    7.Tat nichts, um Russland und Frankreich zurückzuhalten; schlug nutzlose Konferenzen vor.
    8.Machte Lichnowsky am 1. August verwirrende Mitteilungen, die dann nach Berlin gingen
    9.Verschwieg dem Kabinett am 2. August die Angebote vom deutschen Botschafter Lichnowsky
    10. Bedrängte Kollegen durch Androhung seines Rücktritts in der entscheidenden Kabinettssitzung v. 2. August 1914
    11. Am 3. August kommunizierte er für 24 Stunden nichts nach Deutschland
    12. Zahlreiche Auslassungen/Verheimlichungen in der Rede vor dem Unterhaus am 3. August 1914
    13. Ließ das House of Commons nichts entscheiden, obwohl er das Gegenteil sagte
    14. Drängte (31. Juli) die Belgier und forderte (4. August) von ihnen, sich zu verteidigen. (Anmerk.d.Übers.:Wortlaut eines d. Telegramme siehe unten)
    15. fälschte das Britische Blue Book und seine Memoiren.

    • Bei 1:50:50 im selben youtube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=_Hsb9SQ6Ayw sagt Boardman über die Debatte im House of Commons am 3. August 1914 (Punkt 13, oben)

      Boardman (übersetzt von mir): „…und dann kam die Rede von Grey im House of Commons am 3. August. Ich empfehle Ihnen sehr, die gesamte Rede online zu lesen. Das war das erste Mal, dass es den britischen Volksvertretern gesagt wurde. Sie erinnern sich: Hastings und Co. sagen alle, das Deutsche Reich sei eine militaristische Autokratie gewesen und Großbritannien sei eine Demokratie gewesen. Nun, die Briten, durch ihre Vertreter im House of Commons, hatten nur eine Gelegenheit, etwas über die gesamte Situation zu hören – durch ein Statement von Grey am Nachmittag des 3. August 1914. Sie können sie online lesen. Das war alles. Es gab keine Debatte darüber. .. [leider schwer verständlich] nur sofort danach machten einige Kommentare. Aber es gab keine Debatte. Sie kamen nochmal am Abend desselben Tages zurück – es gab ein kurze Debatte über die Deutschen??? von fünf Minuten… nicht sehr viel; und dann, waren die Liberalen, Greys eigene Partei, wirklich wütend über das was Grey getan hatte, sie verlangten, dass die Debatte fortgesetzt würde und fast jeder war wütend gegen den eigenen Außenminister, was er tat. Doch dann beendete Jemand die Debatte, indem er sie eine unverschämte und böse Debatte nannte. Raten Sie mal, wer derjenige war, der die Debatte beendete? Alle Senior Members der Regierung? waren gegangen[??] Balfour. Mitglied der Cecil-Familie. Balfour stand auf und sagte: Dies ist eine unverschämte und böse Debatte und wir müssen diese Debatte nun aufhören. Und soweit, meine Damen und Herren, ist es mit unserer sogenannten Demokratie gekommen, als sie nicht einmal eine Entscheidung über den größten Kollaps in unserer Geschichte treffen konnte – oder sogar über die Geschichte der ganzen Welt, wenn Sie daran denken, was daraus entstanden ist…" – Ende Übersetzung

      Sir Edward Grey, der Britische Außenminister, der ausgerufen haben soll: "I hate war, I hate war" hatte die Belgier am 4. August mit zwei Telegrammen aufgefordert, sich energisch zu verteidigen. Ich habe bei Markus Osterrieder, Welt im Umbruch, S. 792 folgende Übersetzung dieser Telegramme gefunden: Zitat: „Unterrichten Sie die Regierung, bei der Sie beglaubigt sind, daß, wenn Deutschland einen Druck auf sie ausübt, um sie zur Aufgabe der Neutralität zu veranlassen, Seiner Majestät Regierung erwartet, daß sie mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln Widerstand leisten wird, wobei Seiner Majestät Regierung sie unterstützen wird; Seiner Majestät Regierung ist in diesem Fall auf Wunsch bereit, zusammen mit Rußland und Frankreich der Regierung, bei der Sie beglaubigt sind, sofort ein Bündnis zur Abwendung von Gewaltanwendung Deutschlands gegen sie sowie eine Garantie anzubieten, künftighin ihre Unabhängigkeit und Integrität aufrechtzuerhalten.“ Zitatende

  3. @ Andreas (Herr oder Frau):

    Zu vielen Themen kann man viele Kommentare von Ihnen lesen, in denen ich folgende Eindrücke gewinne:
    Sie wissen wirklich Bescheid, oder meinen es zumindest.

    Wenn Sie etwas nicht wissen, dann ist es ohnehin nicht wichtig, gehört zum unwesentlichen Kleinklein, abseits der großen Linien, die Sie beobachten und die Ihnen ausreichen, alles Wesentliche zu verstehen und zu beurteilen.

    Sie entscheiden, welche Kenntnisse überhaupt von Bedeutung sind, welche Begriffe man verwenden darf, wofür man sich erst gar nicht zu interessieren braucht. Sie unterstellen Motive und erlauben sich auch, diese nach Ihren eigenen Vorstellungen abzuwerten.

    Ihr „KEINE Ahnung Weil mich sowas alles nicht interessiert.“ ist Ihr gutes Recht und sei Ihnen unbenommen. Das Recht, aus dieser Haltung eine Vorgabe für andere Leute oder gar eine Allgemeingültigkeit abzuleiten, möchte ich Ihnen absprechen.
    Ihr Vorgehen erinnert mich an Menschen, die schon immer alle Antworten kennen, bevor sie die Fragen verstanden oder diese überhaupt gehört haben.

    Mir persönlich wird das Lesen Ihrer Einlassungen leichter fallen, wenn Sie andere Autoren nicht maßregeln, sondern selbst konstruktive Beiträge leisten, aus denen ich etwas lernen kann.

    • @ Pezola
      "Zu vielen Themen kann man viele Kommentare von Ihnen lesen"

      Schön, dass Sie offensichtlich viele Themen auf KenFM schauen/hören/lesen, das tue ich auch.
      Schön, dass Sie offensichtlich auch die Kommentare mitlesen, das tue ich auch.
      Schön, dass Sie, so wie jetzt hier, auch auf Kommentare antworten, das tue ich auch.
      Wenn ich häufiger als Sie kommentiere, ist das objektiv ein Unterschied in der Anzahl der Kommentare.

      "in denen ich folgende Eindrücke gewinne: Sie wissen wirklich Bescheid, oder meinen es zumindest."

      Auf KenFM wird ja doch einiger Stoff geboten; warum sind Sie hier auf KenFM unterwegs, weil sie meinen Sie wüssten wirklich Bescheid ?

      "Wenn Sie etwas nicht wissen, dann ist es ohnehin nicht wichtig, gehört zum unwesentlichen Kleinklein,"

      Von dem, was ich bisher noch nicht weiß, muss ich entscheiden, was davon ich mir in den Kopf tue, das ist auch eine Sache der Aufmerksamkeitsökonomie.
      Wenn ich etwas unwesentliches bis in kleinste Details weiß, ist es trotzdem unwesentlich.
      Abgesehen davon spielt es (was ich weiß oder nicht) insofern nicht diese Rolle, als dass jemand, der kommentiert – also offensichtlich Internetzugang hat – vieles, was er bisher nicht weiß, mit wenigen Klicks zumindest grob wissen kann und wenn sich Zusammenhänge zeigen, vertiefen könnte.

      "abseits der großen Linien, die Sie beobachten"

      Ja, die beobachte ich, was beobachten Sie denn so?
      Und übrigens: Den Unterschied zwischen Strategie und Taktik habe ich mir nicht ausgedacht, der besteht unabhängig von mir.

      "und die Ihnen ausreichen, alles Wesentliche zu verstehen und zu beurteilen."

      Meine Güte "alles Wesentliche" … Ja klar weiß ich, was die Welt im Innersten zusammenhält, Sie etwa nicht ?! 😀
      Die Anzahl der Beine bestimmt nicht das Wesen eines Tisches, ob er ein oder drei oder vier oder acht Beine sind, ist unwesentlich.
      (Außer das Thema ist, wie man den Tisch baut, da ist das Wesen des Tisches Nebensache … )

      Falls Sie es sich angehört haben, in dem Buchmesse-Gespräch mit Dirk Pohlmann und Ullrich Mies diskutieren die beiden die Herangehensweisen "von unten" (über "den Kleinkram") oder wie Pohlmann sagt "induktiv" – und "von oben" (von den Zielen der Herrschenden aus, von "den großen Linien" aus).
      Und m.E. kommt es wie meistens ganz drauf an:
      a) Wenn "die große Linie" nicht ohne weiteres erkennbar ist, dann brauche ich "den ganzen Kleinkram", um Stück für Stück das Puzzle zusammenzusetzen, aus dem "die große Linie" dann erkennbar wird.
      b) Wenn beispielsweise – wie bei diesem Thema hier WKI und WKII – auf der einen Seite eine Herzland-Theorie und auf der anderen Seite Expansionsbestrebungen (mehr/größere Kolonien) bekannt sind, dann sind "die großen Linien" derart offensichtlich, dass zumindest ich "den ganzen Kleinkram" wirklich NICHT brauche.
      Wie nähern Sie sich denn Themen?

      "Sie entscheiden"

      Für mich.

      "welche Kenntnisse überhaupt von Bedeutung sind"

      So wenig wie ich mir den Unterschied zwischen Strategie und Taktik ausgedacht habe, so wenig habe ich mir die Logik ausgedacht, da überschätzen Sie mich dann vielleicht doch etwas.

      "welche Begriffe man verwenden darf"

      Ja klar, ich bin der Kaiser von China und kann das entscheiden.

      " … Sie unterstellen Motive"

      Ich weise nach und ob mir der Nachweis jeweils gelungen ist, das kann ich mir aus der Eigenperspektive nicht anmaßen zu beurteilen, aber ich unterstelle eben nicht einfach so, sondern versuche zumindest nach bestem Wissen und Gewissen nachzuweisen.

      "und erlauben sich auch, diese nach Ihren eigenen Vorstellungen abzuwerten."

      Falls ich das tue, dann genau so, wie Sie sich jetzt hier erlauben, meine Sichtweisen abzuwerten.

      "Ihr „KEINE Ahnung Weil mich sowas alles nicht interessiert.“ ist Ihr gutes Recht und sei Ihnen unbenommen. Das Recht, aus dieser Haltung eine Vorgabe für andere Leute oder gar eine Allgemeingültigkeit abzuleiten, möchte ich Ihnen absprechen."

      Da sind wir einer Meinung, das Recht würde ich mir auch absprechen, falls ich je auf die Idee kommen würde, es mir anzumaßen.
      Aus meiner Sicht wäre dann die Frage, wie Sie zu Ihrem Eindruck kommen.
      Wenn Sie wenigstens jeweils Beispiele aus meinen Kommentaren geben würden, um konkret klarer zu machen, was Sie meinen; so auf der "Metaebene" kann ich mit Ihrer Kritik nur bedingt was anfangen, weil nicht besonders konkret.

      "Ihr Vorgehen erinnert mich an Menschen, die schon immer alle Antworten kennen, bevor sie die Fragen verstanden oder diese überhaupt gehört haben."

      Und da wir uns nicht weiter kennen, bin ich ganz bestimmt einer dieser Menschen, an die Sie sich erinnern.

      "Mir persönlich wird das Lesen Ihrer Einlassungen leichter fallen, wenn Sie andere Autoren nicht maßregeln, sondern selbst konstruktive Beiträge leisten, aus denen ich etwas lernen kann."

      Und wenn Sie nicht versuchen würden, einen anderen Kommentator (hier mich) allgemein zu maßregeln, sondern konstruktiv an Beispielen aus meinen Kommentaren verdeutlichen könnten, was Sie jeweils meinen, dann könnte ich daraus möglicherweise etwas lernen oder wie gesagt wenigstens ahnen, was Sie meinen.

      Soweit zu Ihrem Eindruck, den Sie dargelegt haben.
      ——————————————————————————————–

      Und da Außenperspektive und Innenperspektive nicht das selbe sind – oder ist es schon wieder zuviel, dass ich das voraussetze?! – schildere ich gerne meine Innenperspektive dazu:

      Ich argumentiere.
      Und ich stelle mit meinen Argumentationen diese auch automatisch zur Diskussion.
      Da können andere konkret drauf eingehen, ggf. konkret Lücken und oder Widersprüche der konkreten Argumentation aufzeigen, das ist ja der Sinn davon, Argumentationen anzubieten:
      Argumentation, Überprüfung der Argumentation, Gegenargumentation … eben Diskussion.

      Wenn mein Argumentieren als "Maßregeln" oder sonstwas empfunden wird, dann gibt es mindestens zwei Möglichkeiten:
      1. Meine Innenperspektive ist weitgehend verschoben und in Wirklichkeit argumentiere ich NICHT, sondern "maßregle" oder sonstwas.
      2. Jemand, der Argumentieren als "Maßregeln" oder sonstwas empfindet, dem ist das Wesen des Diskutierens so fremd, dass er das Diskussionsangebot, welches eine Argumentation immer auch beinhaltet, NICHT bemerkt.

  4. Der vernünftigste Staatsmann seiner Zeit im O-ton:

    "Kommt Ihr vor den Feind, so wird derselbe geschlagen! Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht! Wer euch in die Hände fällt, sei euch verfallen! Wie vor tausend Jahren die Hunnen unter ihrem König Etzel sich einen Namen gemacht, der sie noch jetzt in Überlieferung und Märchen gewaltig erscheinen läßt, so möge der Name Deutscher in China auf 1000 Jahre durch euch in einer Weise bestätigt werden, daß es niemals wieder ein Chinese wagt, einen Deutschen scheel anzusehen!"

    • 100 Jahre später wollen die Chinesen die Deutschen gar nicht scheel anschauen, sondern finden die Deutschen (Unternehmen 😉 ) gut und kaufen gerne die Aktienmehrheit bei Kuka und anderswo. 🙂

    • Das Zitat trifft leider zu. Die Bürger anderer Kontinente scheint er als eine Art Untermenschen gewertet zu haben in solchen Äußerungen. Auch habe ich Haus Doorn noch im Gedächtnis, wo der Kaiser Wilhelm II nach seiner Abdankung im Exil in den Niederlanden lebte. Kontakte zur kritischen und erneuerungsgeneigten Kulturelite in Deutschland scheint er schon auf intellektueller Ebene nicht gerade gesucht zu haben. Dennoch: die Schuldfrage für die beiden Weltkriege ist neu in den Blick zu nehmen. Warum kam die Vereinigung der beiden deutschen Teile ohne eine als souveränes Volk beschlossene neue Verfassung, warum kam sie als Beitritt zum Geltungsbereich des Grundgesetzes. Diese Fragen gehören neu auf den Tisch, auch wenn die herrschenden Eliten den Nationalstaat nur zu gern schleichend und zunehmend entmachten und letztlich abschaffen wollen. Die in verschiedenen Rollen verantwortlichen Staaten, die den militärischen Konflikt suchten, sollte immer wieder neu von nachwachsenden Generationen untersucht werden. Allerdings bleibt es dabei, dass das Reich in Belgien einmarschiert ist und nicht die Belgier ins Rheinland. So hat es George Clemenceau richtigerweise betont. Daran soll nicht ohne solide Gegenbeweise gerüttelt werden.

    • Ja, Kaiser Wilhelm II hat manchmal törichte Reden gehalten – schreibt auch Walter Millis in Road to War.
      Mit dieser doofen Rede hat er auch die wenig schmeichelhafte Bezeichnung geliefert, die die Deutschen dann später von den Alliierten im Ersten Weltkrieg aufgedrückt bekamen: "The Huns".
      Hier ist ein älterer Artikel aus der Welt, in dem dieses Zitat aus der Rede auch geschrieben steht:
      https://www.welt.de/print-welt/article545552/Griff-in-die-Geschichte-Germans-to-the-front.html
      Der Artikel beginnt:
      „Es war einmal vor hundert Jahren. Da befahl ein britischer Lord: "The Germans to the front." Dass die Deutschen in erster Reihe kämpfen durften, war als Ehre gedacht, da sie eine "Schmach" zu vergelten hatten.“ (Ende Zitat aus Zeitung.) Ich finde auch, dass die Deutschen damals auf diese „Ehre“ lieber hätten verzichten sollen, statt sich von einem britischen Lord dazu „anregen“ zu lassen – wenn es so war – wie www.Welt.de schreibt.
      Dennoch – man muss die Worte an den Taten prüfen: Man kann sich fragen, ob dieser britische Lord nicht insgeheim wollte, dass diese Deutschen da endlich auch mal mitmachen – bei den Kolonialkriegen – so ähnlich, wie bei dem Jugoslawienkrieg 1999, als man die Bundesrepublik-Deutschen, nach 54 Jahren ohne Kriegsbeteiligung auch endlich, endlich so weit hatte, dass sie endlich mitmachten… denn wer mitmacht, macht sich mitschuldig – wird evtl. angreifbar…
      Denn tatsächlich hat Kaiser Wilhelm II bis Kriegsausbruch 1914 sehr wenige Kriege geführt – im Vergleich zum British Empire. Er war eigentlich ein friedliebender Kaiser. Aber prüfen Sie selbst: Die bestimmt nicht Kaiser-freundliche Wikipedia findet auch nicht viele Kriege deutschsprachiger Länder:
      Im Vergleich zum British Empire hatten nämlich alle deutschsprachigen Staatsgebilde (das Deutsche Kaiserreich, die deutschen Kleinstaaten davor und Österreich-Ungarn in der Zeit von 1916 (nach Napoleon) bis 1914 viel, viel weniger Kriege geführt als das British Empire im selben ZEitraum (1816-1913), siehe hier:

      Kriege des British Empire zwischen 1816-1913

      1. Gurkha-Krieg (1814–1816)
      2. Dritter Marathenkrieg (1817–1818)
      3. Erster Anglo-Birmanischer Krieg (1824–1826)
      4. Zweiter Anglo-Birmanischer Krieg (1852–1853)
      5. Dritter Anglo-Birmanischer Krieg (1885)
      6. Erster Anglo-Afghanischer Krieg (1839–1842)
      7. Zweiter Anglo-Afghanischer Krieg (1878–1881)
      8. Dritter Anglo-Afghanischer Krieg (1919)
      9. Erster Opiumkrieg (1840–1842)
      10. Zweiter Opiumkrieg (1856–1860)
      11. Neuseelandkriege (1845–1872)
      12. Erster Sikh-Krieg (1845–1846)
      13. Zweiter Sikh-Krieg (1848–1849)
      14. Krimkrieg (1853–1856)
      15. Anglo-Persischer Krieg (1856 – 1857)
      16. Sepoy-Aufstand (1857)
      17. Schweinekonflikt (1859)
      18. Britische Äthiopienexpedition von 1868 (1868)
      19. Aschanti-Kriege
      20. Red River Expedition (1870)
      21. Zulukrieg (1879)
      22. Erster Burenkrieg (1880/81)
      23. Anglo-Ägyptischer Krieg (1882)
      24. Mahdi-Aufstand (1881–1898)
      25. Gordon Relief Expedition (1884/85)
      26. Britisch-Sansibarischer Krieg (1896)
      27. Zweiter Matabelekrieg (1896)
      28. Malakand Field Force (1897)
      29. Boxeraufstand (1899/1900)
      30. Zweiter Burenkrieg (1899–1902)
      31. Feldzüge in Somaliland (1902–1920)
      32. Britischer Tibetfeldzug (1903-1904) https://de.wikipedia.org/wiki/Britischer_Tibetfeldzug

      Aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Britisches_Weltreich/Kriege_des_Britischen_Weltreiches

      Kriege deutsch-sprachiger Staaten zwischen 1816-1913

      Und nun, im Vergleich dazu, die Liste der Kriege, die die späteren, sogenannten „Mittelmächte“, also Preußen, der Deutsche Bund und Österreich im gleichen Zeitraum geführt haben:
      1. Schleswig-Holsteinischer Krieg (1848–1851)
      2. Krieg gegen Ungarn 1848 und 1849
      3. Deutsch-Dänischer Krieg (1864)
      4. Deutscher Krieg (1866)
      5. Deutsch-Französischer Krieg (1970-1871)
      6. Militärische Besetzung Bosnien-Herzegowinas durch Österreich-Ungarn (auf Anraten Lord Salisburys während des Berliner Kongresses, 1878)
      7. Boxeraufstand (1899/1900)
      8. Herero-Aufstand (1904)
      9. Nama-Aufstand (1904-1908)

      https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kriege_und_Schlachten_Preu%C3%9Fens
      https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Kaiserreich
      https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Milit%C3%A4rgeschichte

      32 Kriege zu 9 Kriegen. – und Kaiser Wilhelm II eigentlich nur 3.

    • A. Eberl,

      die Engländer haben die Deutschen mitgenommen, weil sie so gerne eine "Vorreiterrolle" spielen und am Ende als einziger Verbrecher darstehen.

      Die Amis wissen auch, wie doof die Deutschen sind und nehmen sie ebenso überhall hin mit. Die deutschen Vorreiter begehen auch immer wieder grausame Verbrechen, dass die Amis gerne nutzen, um ihre eigenen zu überdecken. Von Afghanistan wird der deutsche Oberst Klein in ewiger Erinnerung bleiben, der über 120 Menschen mit Kampfflugzeugen in Fetzen riss, die mit ihren Gefäßen etwas konstenlosen Kraftstoff aus dem steckengeblieben Tanker zapfen wollten.

      Ja, vom Überfall auf China bleibt die Hunnenrede in Erinnerung.

      Vom Kolonialismus bleibt das Massaker and den Herero und Nama übrig.

      Auch in Sachen Klimakontrolle wird immer wieder die "deutsche Vorreiterrolle" herausgefordert und siehe da, der Deutsche liefert wie auf Kommando. Die Deutschen wollen wieder mal die Welt retten. Auf an die Klimafront!

      Anhand des Fanatismus der "Klimaretter" kann der deutsche Wahn live studiert werden. Wenn die deutschen nicht gestoppt werden, dann werden wir nicht bloß 100 Millionen, sondern Milliarden Tote beklagen.

    • Ich sehe das in etwa wie Herr Berndraht. Als Reaktion auf einige Bemerkungen von Andreas gegenüber Frau Eberl (über die ich mir kein Urteil erlauben will), habe ich ein paar grundsätzliche Überlegungen zum Schuldbegriff im Zusammenhang mit Kriegen angestellt und zur Beurteilung dessen, was Herr Ploppa in seinem neuesten Buch, aber auch schon in „Hitlers amerikanische Lehrer“ tut. Der Text ist sehr lang geraten. Wenn sich jemand dadurch quälen möchte, bin ich dankbar für Anregungen und andere Sichtweisen.

      Schuld ist zum einen ein moralischer, zum anderen ein rechtlicher Begriff. Als rechtlicher Begriff ist er vom moralischen abgeleitet, weil die rechtliche Verfassung des Staates traditionell das gute Leben ermöglichen sollte (vgl. etwa Aristoteles). Inzwischen hat der Begriff im Recht zwar eine gewisse Unabhängigkeit erlangt, bleibt aber letztlich doch eng mit dem moralischen Begriff verwandt, insofern als beide von einem mit freiem Willen ausgestatteten Menschen ausgehen, der sein Handeln wahlweise am moralischen Gesetz (im Sinne Kants einem Gesetz der Vernunft) oder dem juristischen Gesetz ausrichten kann oder eben nicht.
      Die Frage, ob wir Menschen wirklich autonom in Kants Sinn sind, führt zu weit. Man kann aber feststellen, dass wir leben, als WÄREN wir es. Wir halten uns für autonome Wesen, verantwortlich für die eigenen, als willentlich wahrgenommenen Handlungen, das zumindest spricht aus unseren Handlungen. Der juristische Schuldbegriff zwingt uns ebenfalls dieses Menschenbild auf. Die gesamte Organisation unserer Gesellschaft ist also auf einen Menschen gegründet, der schuldfähig ist und nicht etwa ein determiniertes Rädchen in einem Getriebe aus physikalischen, biologischen und gesellschaftlichen Zwängen.
      Auch der Existentialismus betrachtet uns als frei, sieht aber im Gegensatz zu Kant keine uns bindenden moralischen Gesetze. Hier muss dann der Schuldbegriff durch den der Verantwortung ersetzt werden. Verantwortung ist letztlich Schuld minus Wertung. Ich habe es getan, aber es gibt keinen Maßstab, an dem sich entscheiden ließe, ob es nun gut oder schlecht ist.
      Doch so leben wir gesamtgesellschaftlich gesehen ebenfalls nicht. Wir sind uns sehr sicher, dass wir Genozide für etwas Schlimmes und in Zukunft zu Unterlassendes betrachten. Wir verurteilen Angriffskriege.
      Eine nüchterne, rein faktenorientierte Sicht erscheint mir nicht lebbar. Egon Bahr hat zwar gesagt, dass die Innenpolitik das Feld der Werte sei, die Außenpolitik hingegen das der Interessen. Aber nähme man das ernst, so dürften wir kriegerische Auseinandersetzungen nicht moralisch verurteilen, weil es eben um den Ausgleich gleichberechtigter Interessen gehe (wobei hier „gleichberechtigt“ auch schon ein moralisches Urteil impliziert). Da ist man dann im Grunde bei Clausewitz und seiner Idee des Krieges als Fortsetzung der Politik.
      Für uns als Wähler hieße das, dass wir bei Fragen der Außenpolitik als Maßstab zur Beurteilung eines zu wählenden Politikers nur den der Geschicklichkeit bei der Realisierung „nationaler Interessen“ anwenden dürften und nicht etwa den der Moralität.
      Das scheint mir absurd, denn in einer Demokratie sollten die Willensäußerungen der Wähler die Richtung der Politik vorgeben und den Maßstab ihrer Beurteilung bilden. Nun wollen aber die meisten Menschen nicht, dass anderen Menschen (oder ihnen selbst) Leid angetan wird, was Krieg ja immer zur Folge hat.
      Also ist es m.E. folgerichtig, politisches Geschehen am Maßstab seiner Moralität (natürlich bezogen auf gegenwärtige Wertvorstellungen) zu messen.
      Genauso folgerichtig ist es, in Bezug auf als verwerflich beurteilte Geschehnisse die Schuldfrage zu stellen. Dies gilt dann auch in Bezug auf Kriege.
      VERANTWORTUNG kann dabei nur der haben, dessen Handeln 1. Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit eines Kriegsausbruchs hatte und der 2. Entscheidungsfreiheit besaß, der also auch hätte anders handeln können, als er es getan hat.
      SCHULD kann nur der haben, der 1. Verantwortung hatte und 2. die erwartbaren Folgen seines Handelns überblicken konnte. Wer etwas getan hat, was den Ausbruch des Krieges begünstigte, dies aber nicht wusste, kann nicht als schuldig, sondern höchstens – wenn er sich das Wissen hätte verschaffen können – als fahrlässig bezeichnet werden.
      Es wird also beim Ausbruch eines Krieges vier Menschengruppen geben: die Nichtverantwortlichen, die gar keine Möglichkeit hatten, steuernd einzugreifen, die unschuldigen Verantwortlichen (die z.B. etwas nicht wissen konnten, weil man es ihnen bewusst verschwieg), die fahrlässigen Verantwortlichen und die im vollen Wortsinn Schuldigen.
      Die Vorstellung einer Kollektivschuld (die widerlegen zu müssen ja wohl auch nur völkisch gesinnte Revisionisten glauben) stellt so hohe Anforderungen an die Handlungsspielräume und das Wissen jedes Staatsbürgers, dass man sie wohl nur um den Preis moralischer Überheblichkeit vertreten kann. Stichwort: Glück der Spätgeborenen.
      Allein der Umstand, dass es Gegner der Nazis gab, die ihr Leben im Kampf gegen diese gelassen haben, widerspricht einer Kollektivschuldthese. Diese Menschen haben ihre Handlungsspielräume ja wohl definitiv ausgereizt.
      Daneben gibt es viele Menschen, die irgendwie einen Einfluss auf das gesellschaftliche Klima hätten nehmen können, und dies aus dem einen oder anderen Grund nicht getan haben. Der Grad ihrer Mitschuld richtet sich nach dem Maß ihres Verständnisses der moralischen Implikationen ihres Handelns. Das müsste im Einzelfall geprüft werden, was kaum möglich und nicht sehr gewinnbringend wäre. Die Psychologie hat sich mit Themen wie Mitläufertum oder der Ausbildung eines autoritären Charakters befasst und man hat versucht, daraus resultierende Einsichten in die Prinzipien der Erziehung zu übernehmen.
      Es gibt aber natürlich in jedem Staat Eliten, die – ohne ein Geschichtsverständnis von in Staatsaktionen alles lenkenden großen Männern vertreten zu wollen – einen bedeutend größeren Einfluss auf das politische Geschehen nehmen, als die Frau oder der Mann von der Straße. Das bringen Machtpositionen einfach mit sich, deshalb heißen sie ja auch so.
      An Menschen in diesen Positionen darf man m.E. deutlich erhöhte Anforderungen stellen. Sie haben sich aus eigenem Antrieb in verantwortungsvolle Positionen begeben, woraus eine erhöhte Sorgfaltspflicht resultiert. Moralisch ist von ihnen nicht mehr zu erwarten, als von jedem anderen, aber eben mehr Sorgfalt. Und es ist natürlich moralisch auch nicht weniger von ihnen zu erwarten: Mord bleibt verwerflich, auch wenn man einen Staat regiert.
      Realistisch betrachtet wird zwar eine Machtposition die Wahrscheinlichkeit erhöhen, Entscheidungen in Dilemmasituationen fällen zu müssen, in denen Leid in Kauf genommen werden muss. Aber das obige Schuldkonzept kann damit problemlos umgehen, denn wenn mir nur die Wahl zwischen Pest und Cholera bleibt, kann man mir natürlich nicht vorwerfen, dass ich den Patienten nicht geheilt habe.
      Es scheint mir daher nicht falsch, sich Gedanken über die Schuld an einem Krieg zu machen. Man kann sagen, dies sei nicht Aufgabe der Geschichtswissenschaften, die den tatsächlichen Hergang der Ereignisse zu rekonstruieren habe. Aber zumindest die Sichtweise, Historiker sammelten bloße Fakten, scheint mir nicht ganz korrekt. Geschichtswissenschaftler „erzählen“ die Geschichte. Sie fällen, nachdem sie Fakten gesammelt haben, Urteile darüber, welche davon ausschlaggebender waren, welche nicht, setzen die Fakten so zueinander in Beziehung, dass sie eine kohärente Erzählung bilden, quasi unter der Überschrift „Wie es dazu kam“.
      Historiker versuchen also zumindest die Verantwortungen in obigem Sinne zu klären. Es kommt aber letztlich, wenn auch vielleicht nicht von ihnen, auch zu Schuldzuweisungen, zum Einen, weil es Opfern und ihren Angehörigen verständlicherweise nicht genügt, wenn ihr Leid in einer Art Kausalkette erklärt wird, sie brauchen für ihre psychische Gesundung eine allgemeine Anerkennung des Geschehenen als Unrecht, zweitens, weil Schuld natürlich für Entschädigungsansprüche relevant ist.
      Schuld ist selbstverständlich keineswegs immer gleich verteilt. Es gibt zwar nicht immer, aber oft eben doch eindeutige Täter und Opfer. Ein Land, dass beispielsweise aus imperialistischen Motiven einen Angriffskrieg führt, ist in diesem Sinne natürlich dann Täter und nicht Opfer, die Schuld an dem, was geschehen ist, ist in diesem Land zu suchen.
      Wie oben gesagt, bedeutet das nicht, dass es eine Kollektivschuld der Bevölkerung dieses Landes gibt, aber da Länder in ihrem Außenverhältnis mit einer Stimme sprechen (über die im Innern heftige Zweitracht herrschen kann), also quasi als eine (juristische) Person auftreten, ist es nachvollziehbar, wie hier trotzdem von der Schuld eines Staates gesprochen werden kann.
      Es hat zwar tatsächlich Züge von Sippenhaft, wenn auch diejenigen Staatsbürger für das Handeln ihres Staates, etwa in Form von Entschädigungszahlungen, in Haftung genommen werden, die im Innern zur Opposition gehörten. Andererseits wären berechtigte Entschädigungsforderungen kaum durchsetzbar, wenn Opfer die konkreten Täter in einem anderen Staat selbst ausfindig machen und ihre Schuld nachweisen müssten. Letztlich würde dies in der Regel zu einer Immunität im Namen des Staates begangenen Unrechts führen. Insofern erscheint es in Ordnung, wenn Staaten in ihrer Ganzheit Adressaten von Forderungen sind und man es in die Verantwortung der Bürger übergibt, im Inneren für Verhältnisse zu sorgen, die schuldhaftes Verhalten des Staates nach außen verhindern.
      Was aber, wenn schuldhaftes Verhalten nicht nur bei einem Staat auszumachen ist, sondern bei mehreren? Dann, denke ich, kommt es auf den Einzelfall an.
      Wenn ursprünglich einem Staat die Schuld an zwei verschiedenen Aspekten zugeschrieben wurde und es stellt sich heraus, dass einen der beiden Aspekte ein anderer Staat verschuldet hat, so mindert dies natürlich die Schuld des ersten Staates.
      Wenn aber ein Staat willentlich Unrecht getan hat und sich herausstellt, dass er darin von einem anderen Staat, der ebenfalls in böser Absicht gehandelt hat, unterstützt wurde, so mindert das die Schuld des ersten Staates nicht und kann folglich auch nicht zu seiner moralischen Reinwaschung missbraucht werden.
      Schuld hat keinen festen, einer Tat zugeordneten Betrag, der auf alle Täter aufgeteilt wird. Andernfalls bräuchte ein Mörder nur genügend Mittäter zu finden, damit die „Pro-Kopf-Schuld“ zu einer Bagatelle würde.
      Von letzterer Art scheinen mir Herrn Ploppas Thesen zu sein. Er erkennt das vom NS-Staat begangene Unrecht an, versucht nicht, irgendetwas zu mindern oder zu verharmlosen, sondern versucht, ebenfalls schuldhaftes Verhalten Großbritanniens aufzudecken.
      Daraus lässt sich aber keine moralische Entlastung des NS-Staates herleiten; er bleibt voll schuldig.
      Man kann daher Herrn Ploppa keinen Revisionismus in der Art, wie in Rechtsradikale betreiben, vorwerfen.
      Ein letzter Punkt: Für die Verantwortung heute lebender Menschen scheint mir die Diskussion unerheblich. Wenn ich heute um die Geschichte weiß, ist es doch eigentlich unerheblich, ob es die Geschichte meines Landes ist oder die eines anderen Landes: Es liegt in meiner Verantwortung, meinen Beitrag dazu zu leisten, dass so etwas nie wieder geschieht. Diese Verantwortung lastet also nicht nur auf Deutschen, sondern ohnehin auf allen Menschen. Daran können auch Versuche zur Neubeurteilung der Kriegsschuldfrage nichts ändern.

    • @ Berndraht
      " Die Bürger anderer Kontinente scheint er als eine Art Untermenschen gewertet zu haben in solchen Äußerungen."

      Und in den dazugehörigen Handlungen, z.B. bezüglich der zitierten Rede Militär zu entsenden, um den Aufstand in China niederzuschlagen.
      Allerdings sehe ich da mal wieder keinen wesentlichen Unterschied zu den anderen europäischen Mächten der gleichen Zeit, speziell natürlich nicht den anderen europäischen Kolonialmächten.

      "Allerdings bleibt es dabei, dass das Reich in Belgien einmarschiert ist und nicht die Belgier ins Rheinland."

      Das entspricht meiner Sichtweise. Man sollte m.E. vor lauter neuen Fakten, so spannend und aufschlussreich die sein mögen oder auch nicht, die bisher bekannten Fakten nicht vergessen.

    • @ A.Eberl
      " törichte Reden … doofen Rede"

      Warum nur kommt es mir bei Ihnen immer wieder so vor, als würden Sie die damaligen Deutschen, hier den Kaiser, verharmlosen wollen?
      Rein rhetorische Frage.

      "Im Vergleich zum British Empire hatten nämlich alle deutschsprachigen Staatsgebilde (das Deutsche Kaiserreich, die deutschen Kleinstaaten davor und Österreich-Ungarn in der Zeit von 1916 (nach Napoleon) bis 1914 viel, viel weniger Kriege geführt als das British Empire"

      Daraus ableiten zu wollen, dass das Deutsche Kaiserreich irgendwie friedlicher oder umgedreht das British Empire irgendwie kriegslüsterner gewesen wäre, hakt aber an einer Kleinigkeit:
      Das Deutsche Kaiserreich hatte auch sehr viel weniger Kolonien als das British Empire.

    • @ Thorsten Schewe
      Ihre Betrachtungen zu "Schuld" usw. teile ich weitgehend.
      Bezüglich der Weltkriege sehe ich nur wenige Unterschiede zwischen den Kriegsparteien.
      Alle aktiven Seiten wollten ihre Macht festigen oder erweitern, also eher nicht Polen, sondern eben alle aktiven Kriegsparteien.
      Zwei gleiche Faktoren auf beiden Seiten einer Gleichung kürzen sich raus.

      Den Punkt, der mich an alledem am meisten interessiert, haben Sie auch angesprochen:

      "Es wird also beim Ausbruch eines Krieges vier Menschengruppen geben: die Nichtverantwortlichen, die gar keine Möglichkeit hatten, steuernd einzugreifen, die unschuldigen Verantwortlichen (die z.B. etwas nicht wissen konnten, weil man es ihnen bewusst verschwieg), die fahrlässigen Verantwortlichen und die im vollen Wortsinn Schuldigen."

      Ob ich die Gruppen genau so unterteilen würde … jedenfalls grob gibt es jeweils die Herrschenden und auch die sind nicht ganz homogen, sowie die Beherrschten, von denen sich einige besser und andere schlechter beherrschen lassen.
      Die gibt es quer durch alle finanziellen, bildungstechnischen und sonstigen Schichten¹, das kürzt sich mal wieder raus.
      Wenn man zumindest in solchen Sachen nicht an Zufall glaubt, dann muss es (mindestens) einen Unterschied geben zwischen denen, die sich besser beherrschen lassen, und denen, die sich schlechter beherrschen lassen.
      Und dieser Unterschied könnte dann auch für heute interessant sein.

      ¹ Man hört von Lehrern, die den üblichen Propagandamedien blind glauben, und von Lehrern, die hinterfragen; überall das Gleiche. 🙂

      Und noch eine Nebenbemerkung; auf deutsch ist Widerstand meistens eine sehr ernste Sache, aber wenn man schon bei den Weltkriegen ist, da gibt es zumindest als Kunstfigur auch den wunderbaren Braven Soldaten Schweijk, "Nach dem Krieg um fünf".

    • @ Andreas: Diesmal kurz, versprochen. Ich widerspreche Ihrer Vorstellung vom "Rauskürzen". Was für mathematische Faktoren gilt, gilt nicht für Schuld. Wenn ich Ihr Auto zufällig im selben Augenblick klauen, mag das finanziell u.U. ein Nullsummenspiel sein. Aber Schuld haben wir dann beide, meine Schuld hebt nicht Ihre auf und Ihre nicht meine.

    • @ Thorsten Schewe
      Genau, Sie klauen mir mein Auto und ich klaue Ihnen gleichzeitig Ihr Auto.
      Da besteht auf beiden Seiten eine Schuld, zumindest juristisch.
      Und da kann man sich für diese Schuld interessieren – aber wenn, dann eben gleichmäßig.
      Wenn ich anfangen würde, "der Herr Schewe ist aber 3 mal mehr über rote Ampeln gefahren und überhaupt, der Herr Schewe hatte einen gelben Pulli an, der hat Hauptschuld, aber ich bin da nur so reingerutscht, ich wollte doch gar kein Auto klauen, der Schewe hat mich hypnotisiert, der Schewe ist böse, dass ich ein Auto geklaut habe ist nur eine Verkettung unglücklicher Umstände … " dann würde es bestenfalls albern werden.

      Kleiner Scherz nebenbei:
      Da werden Sie Probleme haben, denn ich habe gar kein Auto 🙂 ; abgesehen von meiner finanziellen Armut , wo ein Auto eine erhebliche Belastung wäre, würde ich mir auch so als Stadtbewohner keines kaufen, in einer Stadt braucht man selten mal ein Auto, man kauft ja nun nicht jeden Tag eine Waschmaschine und selbst die könnte man liefern lassen, man braucht SEHR selten am ein Auto.
      Bei Car-Sharing entziehe ich mich damit dem System Auto(konzerne) natürlich auch nicht total, aber doch erheblich; ich keine keine genauen Zahlen, aber mal symbolisch; man braucht bei Car-Sharing 1 Auto für 10 Menschen, da verkaufen die Autokonzerne 9 Autos weniger.

      Und da könnte ich schon wieder den Kreis schließen; wenn die damaligen Deutschen sich dem System Krieg entzogen hätten, das hatten sie aber nicht, sie hatten aufgerüstet und zum erheblichen Teil Angriffswaffen.

    • @ Andreas Der deutsche Kaiser wurde bis 1913 in der int. Presse als Friedensbringer und Friedensgarant gefeiert.
      Dann wurde die FED gegründet, der erfolgreiche Versuch der Einführung einer Zentralbank in den USA, die damit aufhörten als unabhängige Nation zu existieren und es änderte sich Alles. Deutschland hatte eine goldgedeckte Währung und das war und ist auch heute noch der Feind der Zentralbanken und Politiker.
      Übrigens wurde der 1.WK schon in den 1890ern von England geplant. Durch Geheimgesellschaften wie dem Round Table zB und Leuten wie Cecil Rhodes (die übrigens zur Rothschild Gang gehörten).

  5. Bei Interesse einige Angaben zu Quellen und Historischen Werken – und weil unten die Mobilisierungsdaten vom Ersten Weltkrieg angesprochen wurden, hier einige Infos darüber mit Quellenangaben:

    Zu den Mobilisierungsdaten des Ersten Weltkriegs:
    Folgende Werke habe ich dafür herangezogen:

    1. Dr. Jacob Ruchti: Zur Geschichte des Kriegsausbruches. Nach den amtlichen Akten der Königlich Grossbritannischen Regierung. Bern 1917. (Alte Ausgabe)
    2. Markus Osterrieder, Welt im Umbruch, Stuttgart 2014.
    3. Wolfgang Effenberger und Willy Wimmer: Widerkehr der Hasardeure, Höhr-Grenzhausen 2014.
    4. Gerry Docherty und Jim Macgregor: Verborgene Geschichte, Rottenburg, 2017

    – Russland hat am 25. Juli 1914 die Teilmobilisation beschlossen (das bedeutete schon mal die Einberufung von 1,1 Millionen Mann, als Vorspiel zur Generalmobilmachung). (Ruchti, S. 16, Welt im Umbruch, S. 759).
    – Russland leugnete seine am 25. Juli beschlossene Teilmobilisation den Deutschen gegenüber zweimal unter Ehrenwort am 27. und am 29. Juli. „Unmittelbar nach der zweiten Ableugnung gaben sie dieselbe öffentlich bekannt.“ (zitiert nach Ruchti, S. 24).
    – 25. Juli 1914 – Vorbereitungen zur Mobilmachung auch in Frankreich: „Auch in Frankreich begannen jetzt die Vorbereitungen zur Mobilmachung…“ (zitiert nach Welt im Umbruch, S. 759)
    – Serbien (!) mobilisierte schon „am 25. Juli, nachmittags 3 Uhr. (zitiert nach Ruchti, S. 18).
    Am 31. Juli erfolgte die russische Generalmobilmachung. (Ruchti, S. 32)
    – Am Freitag, 31. Juli verkündete Deutschland die „drohende Kriegsgefahr.“ (Wiederkehr der Hasardeure, S. 195). Das ist noch nicht die Generalmobilmachung gewesen.
    – Dr. Jacob Ruchti :„In Österreich erging der Befehl zur allgemeinen Mobilisation (Generalmobilmachung) am 1. August morgens; die Kriegserklärung an Russland folgte erst am 5. August.“ (zitiert nach Ruchti, S. 34). (Bei Welt im Umbruch stehen auf S. 761 für Österreich: Teilmobilmachung ab 25. Juli, als Reaktion auf russische Teilmobilmachung und 31. Juli Generalmobilmachung – allerdings gibt Osterrieder dafür keine Quellen an).
    – Deutsche Generalmobilmachung am 1. August 1914, um 17:00; (Welt im Umbruch, S. 763 und Verborgene Geschichte8, S. 360.)

    Für diejenigen, die sich weiter damit beschäftigen wollen, empfehle ich zum Einstieg zwei frühe deutschsprachige Quellen, die der Perseus Verlag Basel 2005 herausgegeben hat:
    Jacob Ruchti / Helmuth von Moltke
    "Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Zwei vergessene zentrale Schriften zum Verständnis der Vorgänge bei Kriegsausbruch 1914 und der Haltung Rudolf Steiners." – Vor allem Helmuth von Moltkes Bericht: „Betrachtungen und Erinnerungen“ die er bereits im November 1914 verfasst hat, ist sehr aufschlussreich. Oft sind zeitnahe Schriften sehr informativ – und das ist eine Primärquelle!
    Dann nat. noch oben angegebene Bücher.

    Wer gut Englisch kann, dem empfehle ich zum Einstieg: Terry Boardman: Britain’s Responsibility in 1914 and Its Relation to Our Current World Situation vom 31. March 2014: https://www.youtube.com/watch?v=k1yJ0zID_xw

    Prägnant zusammengefasst mit weiteren Angaben zu historischen Werken und Quellen: Wolfgang Effenberger: Europas Verhängnis 14/18, Die Herren des Geldes greifen zur Weltmacht und Europas Verhängnis 14/18: Kritische angloamerikanische Stimmen zur Geschichte des Ersten Weltkriegs. und : Europas Verhängnis 14/18: Revolution, Rätewirren und Versailles. Alle ziemlich neu erschienen im Zeitgeist Verlag.

    Sehr interessant auch: Walter Millis – Road To War – America 1914-1917, Boston and New York 1935.

  6. Wir brauchen viele Ploppa's!!! Hermann Ploppa, ein Mann mit Herz und Rückgrat!

    Dazu ergänzend:

    Von der IG Farben zur EU
    Link: youtube.com/watch?v=A0yIJqYpRPQ
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    Dr. Rath – das komplette Interview mit Claudia Zimmermann
    Link: youtube.com/watch?v=94EJ2Rt-bg8

    —————————————————————-

    Und hier noch mal eine generelle Kritik an KenFM.
    Was soll eigentlich die zumüllende akustische Vergewaltigung bei fast allen Sendungen beim Vor- und Nachspann? Geht noch mehr Mainstream?

    Ich finde es eine ätzende Zumutung mit akustischem lauten Müll militärisch zu-geballert zu werden. Das gilt übrigens für fast alle Youtube Streamings und auch Nuoviso und viele Andere machen da keine Ausnahme. Woher kommt der Mist? Will man HIPP sein ?

    Sanfte Töne oder Stille oder Beisinnlichkeit sind ein Fremdwort bei KenFM, sowas liefert KenFM leider nicht für die Zuschauer, es muss immer extrem laut akustisch und aufdringlich sein, LAS VEGAS lässt grüßen!
    Ja, Sie wollen Aufmerksamkeit ERZWINGEN!

    Wenn Musik schon sein muss warum nicht leise? Warum nicht unsere großartigen klassischen Komponisten etwas Raum geben statt amerikanisches Gedudele, warum nicht ein Adagio? Ich weiß schon, das KNALL nicht so MILITÄRISCH rein in die Birne….

    Ich hoffe bei Ken denkt man mal selber und macht nicht jeden Mist nach oder mit. Hier hat der LAS VEGAS Virus das Denken übernommen. Machen Sie mal eine Umfrage wer von so etwas begeistert ist. Ich wende mich immer mehr angewidert von solchen Machenschaften ab! Aber, wer wie ich kein Handy hat und solche Techniken ablehnt kann da wohl nicht mitreden in der schönen neuen Welt.

    Sie wollen andere Welt Ken Jebsen? Dann fangen Sie doch mal damit an!
    Sanft statt militärisch knallendem Gedudele wäre ein guter Start.

    • "Die offiziellen Erklärungen und Interpretationen von Journalisten entsprechen eindeutig nicht mehr den Ereignissen, die sich abspielen."

      Aus: Die neue Welt erscheint vor uns

      voltairenet.org/article208017.html

    • Danke für Ihre Worte. Genau jener Artikel wollte ich auch schon zitieren.

      Putin trifft sich mit den Saudis, mit Erdogan und will mit diesem auch gemeinsame Manöver abhalten. Ich sehe das realistisch. Ohne Pazifismus als Dogma.
      Putin tritt die neue Rolle als regionale Schutzmacht an. Können wir beruhigt sein?
      Ich sehe Putin nicht als Retter oder Erlöser. Euopa, jedes Volk muss sich selbst, selbstbewusst organisieren.
      Hier unter Linken sehe ich die Sehnsucht nach Sozialismus und die Hoffnung, dass die Russen das Liefern. Wie törricht. Ich habe keine Lust auf Experimente, die eine Großmacht über mir ausbreitet. Weder USA, noch Russland werde ich da akzeptieren.
      Dies ultimative Schönfärberei von Putin ist doch die Selbstaufgabe. Vom Regen in die Traufe.
      Ich persönlich kann dem Unsinn nur mit Musik entkommen. Und die ist sicher nicht aggressiv. Ein paar Takte am Klavier und man kommt ganz gut runter. Ich versuche mich gerade an Beethoven. leibt aber Stümperei, Und dennoch erbaulich.
      Oder einfach in der Natur sein.

    • @ noein:
      Kann das was Sie sagen sehr gut nachvollziehen. Was das Herunterkomme angeht mal den Komponisten Ludovici Einaudi versuchen falls nicht bekannt. Lässt sich sehr gefühlvoll spielen.
      Seine Kompositionen sind Balsam für mein Herz.
      Hier zwei Kostproben:

      youtube.com/watch?v=Uffjii1hXzU
      youtube.com/watch?v=O-HsW142T5g

  7. Antwort an Andreas und an Herrn Schewe

    Sehr geehrter Andreas,
    sehr geehrter Herr Schewe,

    zunächst einmal entschuldige ich mich bei Herrn Schewe, dass ich Sie für das hielt, was ich schrieb – offenbar ist es doch anders und ich freue mich, dass hier ein Lehrer mitliest.
    Ich denke, ich werde Sie, Andreas, sicherlich nicht überzeugen können, dass die Deutschen am Ersten Weltkrieg nicht die Hauptschuldigen waren. Wenn Sie an Leuten, die diesbezüglich an der Wahrheit interessiert sind, unbedingt so etwas wie „Nationalstolz“ ausmachen wollen, dann muss ich damit leben. Doch den englisch-sprachigen Autoren Gerry Docherty und Jim Maggregor können Sie ja wohl schlecht deutschen Nationalstolz unterstellen, da sie keine Deutschen sind, sondern Menschen, die schlicht und einfach an der Wahrheit interessiert sind.

    Aber vielleicht darf ich bei Herrn Schewe hoffen, dass dieses Thema ihn, als Lehrer, doch interessiert, denn Lehrer geben Wissen an die junge Generation weiter. Sie haben eine unendlich wichtige Funktion, denn Sie belehren die junge Generation. Überlegen Sie, was es in den Seelen der jungen Generation bewirkt, wenn sie weiterhin eine unwahre Geschichte über den Ersten Weltkrieg lernen, die ihnen das Gefühl vermitteln könnte, dass gewissermaßen schon sehr lange, weit über hundert Jahre, etwas unverbesserlich Böses am Volk der Deutschen hafte. Doch das ist unwahr. Kann auf Unwahrheit eine weise Politik gedeihen?
    Auch ich habe jahrzehntelang das geglaubt, was Fritz Fischer und die Medien jahrein jahraus vermittelten: Dass Deutschland an zwei Weltkriegen Schuld sei, mit allen verheerenden Folgen, die sich daraus für die ganze Welt ergaben. Vor allem meine geliebte Geschichtslehrerin 1985, sehr links angehaucht, stellte schon die Preußen, das Kaiserreich und natürlich die Nazis in den allerschwärzesten Farben dar. Damals habe ich auch ähnlich argumentiert, wie Sie heute, Andreas. Kam ich ins europäische Ausland (Frankreich, Belgien) kamen früher oder später immer Bemerkungen über das, was die Deutschen gemacht hatten und ich schämte mich, Deutsche zu sein. Dabei liebte ich: Goethe, Schiller, Lessing, Schubert, Haydn, Beethoven – ebenso wie Shakespeare, Tolkien, Camus, Tolstoi und Dostojewski. Ich liebte die Landschaften und auch die Menschen in Deutschland, genauso wie ich auch die Franzosen liebte und die Briten, Belgier und Russen, als ich nach Moskau kam. Das eigene Land und Leute zu lieben, heißt nicht zwangsläufig, die anderen zu hassen. Aber alles wurde überschattet durch dieses „Wir Deutschen haben große, große Schuld auf uns geladen.“ Haben wir überhaupt noch ein Recht, als Volk zu existieren – nach diesem „Kulturbruch“? Und wenn Sie sich heute umschauen und wach sind, dann werden Sie bemerken, dass es vielen Deutschen insgeheim so geht – und dass sich das auch politisch auswirkt.
    Doch eines Tages reifte der logische Gedanke: Ich kann nicht an etwas schuld sein, was ich nicht getan habe. Ich bin 1966 geboren. Wie kann ich dann schuld sein an etwas, was lange vor meiner Geburt geschehen ist? Dazu kommt: Aus den Schuldgefühlen der Deutschen wird heute eine Art „Verantwortung“ gedreht, sich an unrechten Kriegen des Westens zu beteiligen. Das ist absurd – aber es ist so: Hat nicht Joseph Fischer 1999 dieses Schuldgefühl der Deutschen angesprochen, als er sinngemäß sagte: „Wir haben zwar gesagt, nie wieder Krieg aber wir haben auch gesagt: Nie wieder Ausschwitz.“ Und indem er an dieses Trauma rührte, ist es ihm gelungen, dass die Deutschen zugelassen haben, dass die Bundeswehr bei einem illegalen Angriffskrieg gegen Jugoslawien mitgemacht hat. Krieg nennt man ja heute „Humanitäre Intervention“ – eine Phrase, die die Wahrheit verschleiern soll, denn Krieg bleibt Krieg. Das war damals der Dammbruch, verstehen Sie? Und Kanzlerin Merkel argumentierte auch immer wieder, dass die Deutschen keine Alleingänge mehr machen dürften, was für sie hieß, bei Kriegen, bei denen die USA, Großbritannien oder Frankreich eine Beteiligung Deutschlands in irgendeiner Form wünschten, mitzumachen und heute ist Deutschland – grundgesetzwidrig – mit der Bundeswehr in Mali, in Afghanistan und was weiß ich noch wo unterwegs – und erst gestern forderte der CDU-Falke Kiesewetter eine Beteiligung der Bundeswehr in Syrien und Frau Kramp-Karrenbauer forderte eine international kontrollierte Sicherheitszone. Schritt für Schritt gehen sie verbal dem Krieg noch weiter entgegen – verstehen Sie – und echter Krieg wird die Folge sein.

    Vor etwa fünf Jahren stieß ich auf die Schriften von ehrlich hinterfragenden Menschen, die durch ihren Lebensweg dazu gekommen waren, das gängige Narrativ von der Fischer-These und ähnlichen Historikern der deutschen Hauptschuld am Ersten Weltkrieg zu hinterfragen – und die gute Belege dafür hatten, dieses Narrativ zu hinterfragen. Der Erste Weltkrieg ist aber die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Ich fand in Büchern eine historische Karte aus England, die schon 1890 ein geteiltes Deutschland zeigte und ein zerstückelte Österreich und eine Balkanföderation. Ich hörte die Aussagen von George Friedman /Stratfor vom Feb. 2015. Und es stellte sich die Frage: Ist der Erste Weltkrieg vielleicht gerade von gewissen elitären Kreisen in den alliierten Ländern – ich sage nicht, von den dortigen Völkern, sondern von gewissen dortigen Eliten herangelotst worden? Ja, es gab diese Kreise. Sie sind mittlerweile erforscht.
    Bei Interesse: Hier habe ich mal zusammengefasst, was ich, als Laie, bei Historikern gefunden habe. Quellen sind angegeben: https://fassadenkratzer.wordpress.com/2019/03/27/widerlegung-der-hauptschuld-deutschlands-am-1-weltkrieg/#more-5330

    • Liebe Frau Eberle, vielen Dank, dass Sie noch einmal so ausführlich Ihre Motive offenlegen. Bei allem, was Sie über das gesagt haben, was mit der deutschen Einmischung in Jugoslawien unter Fischer begann, war ich ohnehin schon vorher bei Ihnen. Und natürlich haben Sie recht, dass kluges Handeln eine solide Faktenbasis braucht. Ich habe inzwischen ein Interview mit Herrn Ploppa bei "Kanal42" gesehen, bei dem er sein Verständnis von Revisionismus erläutert. Das teile ich. Revisionismus ist natürlich nur problematisch, wenn man damit meint, die Geschichte umzuschreiben, mit dem eigentlichen Ziel, eine moralische Entlastung Deutschlands – ohne Rücksicht auf Fakten – zu bewirken. Wenn Revisionismus hingegen eine sachliche Überprüfung und ggf. Korrektur bisheriger Annahmen aufgrund einer veränderten Quellenlage meint, ist er selbstverständliche Aufgabe der Historiker – und wenn die es nicht tun, meinetwegen auch engagierter Laien. Herr Ploppa beklagt ein Zitationskartell, dass eine Neubeurteilung letztlich verunmögliche. Wenn dieses Kartell existiert und aus ideologischen Gründen eine Korrektur historischer Fehlannahmen verhindert, ist das ein Problem. Denkbar ist das. Ich komme wohl nicht umhin, mich intensiver in das Thema einzuarbeiten, um einen Hauch von Urteilsfähigkeit zu erlangen. Danke für Ihren Link als erste Anregung!

    • @ A.Eberl
      "Ich denke, ich werde Sie, Andreas, sicherlich nicht überzeugen können, dass die Deutschen am Ersten Weltkrieg nicht die Hauptschuldigen waren."

      Wieder ein Beispiel, an dem es sich in seiner Offensichtlichkeit anschaulich nachweisen lässt:
      Zitat A.Eberl:
      "dass die Deutschen am Ersten Weltkrieg nicht die Hauptschuldigen waren."

      Das beinhaltet, dass andere die Hauptschuldigen wären.
      Und damit bedeutet das, dass andere mehr Schuld hätten, wenn es nach Ihnen ginge.
      Gleiches Maß für alle scheint Ihnen an der Stelle fremd zu sein.
      Dass entweder die anderen genauso gut&edel waren wie die Deutschen, oder dass die Deutschen genau solche miesen Drecklöcher waren wie alle anderen, DAS können Sie offensichtlich nicht ertragen, daran müssen Sie immer wieder versuchen zu drehen, so wie oben mit "nicht die Hauptschuldigen".
      Es gibt eine Erklärung, warum Sie das nicht ertragen können – Nationalstolz.
      Bei Ihnen müssen die Deutschen unbedingt, egal durch welche Hintertür, BESSER erscheinen als die anderen.
      Es muss
      1. eine HAUPTschuld sein damit
      2. die HAUPTschuld die ANDEREN haben
      Nationalstolz.

      Nachweis Ende.
      ——————————————————————————————-

      Und noch nebenbei:
      "Doch den englisch-sprachigen Autoren Gerry Docherty und Jim Maggregor können Sie ja wohl schlecht deutschen Nationalstolz unterstellen"

      Sie unterstellen, das ich unterstellen würde, dabei müssten Sie aus vergangenen Kommunikationen inzwischen wissen, dass ich Sie zitiere und an Ihren Worten aufzeige, was ich sage, so wie hier in diesem Posting oben.
      Ob mir der Nachweis jeweils gelingt, das kann ich mir aus der Eigenperspektive nicht anmaßen zu beurteilen, aber ich versuche nach bestem Wissen und Gewissen eben nicht zu unterstellen, sondern nachzuweisen.

      Zu den Autoren kann ich gar nichts sagen, was ich aber aus Erfahrung sagen kann, das ist:
      Wenn Sie – A.Eberl – aus Büchern von Autoren Fakten zitieren, die für sich genommen hoffentlich stimmen, dann versuchen Sie Ableitungen daraus, die die Fakten zwar nicht hergeben, aber die so aussehen, als ob die Deutschen irgendwie BESSER gewesen wären als die anderen.

      "da sie keine Deutschen sind, sondern Menschen, die schlicht und einfach an der Wahrheit interessiert sind."

      Die beiden Autoren vielleicht, jedenfalls sollten sie an der Richtigkeit der Fakten interessiert sein und wenn sie seriös sind, keine Ableitungen vornehmen, die die Fakten NICHT hergeben.
      Sie – A.Eberl – sind daran interessiert, a) überhaupt die "Schuldfrage" zu thematisieren und b) in der Form zu thematisieren, dass dabei die Deutschen immer BESSER aussehen als die anderen – Nationalstolz.

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/andreas/' rel='nofollow'>@Andreas</a> ich glaube sie verdrehen hier ganz gewaltig was bzw interpretieren hier Dinge rein die ganz schön an den Haaren herbei gezogen sind. Es geht nicht um Nationalstolz sondern darum ob man einem ganzem Volk die alleinige Schuld geben kann wenn die Historische Aufarbeitung etwas anderes her gibt. Da wir aber das nicht kontrollieren können da angeblich die gesamten Deutschen Akten in London zu diesem Thema liegen .Unter Verschluss versteht sich . Ist es wirklich unverschämt einer Frau Eberle überhöhter Nationalismus vorzuwerfen. Genauso könnte man ihnen nach ihrer Antwort Deutschen Hass bzw Faschismus vorwerfen.

    • @ Benjamin Zuckschwerdt
      "ich glaube sie verdrehen hier ganz gewaltig was bzw interpretieren hier Dinge rein die ganz schön an den Haaren herbei gezogen sind."

      Wenn Sie sich die Mühe machen würden, anhand meiner Worte zu begründen, warum dem so sei, dann hätte ich vielleicht auch was davon, nun ja; so glauben Sie halt irgendwas.

      "Es geht nicht um Nationalstolz"

      Schaun mer ma:

      "sondern darum ob man einem ganzem Volk die alleinige Schuld geben kann"

      Wer sagt, dass es darum ginge?
      Sie jetzt hier.
      Und sonst, wer sagt das sonst?
      Woher kommt die Vorstellung, dass das eine oder die Frage sei?
      Das könnte auch völlig irrelevant sein und ohne Nationalstolz soviel interessieren wie ein Pups im Meerschweinchengehege.
      Es gehe nicht um Nationalstolz ?!
      Warum interessiert Sie die Frage der "Schuld" dann überhaupt so? 😀

      "wenn die Historische Aufarbeitung etwas anderes her gibt."

      Historische Aufarbeitung gibt Fakten her.
      Moralisch-ethische Deutungen der Fakten – "Schuld" – sind NICHT die Fakten, sondern eben DEUTUNGEN der Fakten.
      Und daraus entsteht die Frage nach der Motivation
      a) überhaupt die Fakten nicht einfach Fakten sein zu lassen, sondern unbedingt irgendwie deuten zu müssen und
      b) dann in eine bestimmte Richtung zu deuten.

      "Da wir aber das nicht kontrollieren können"

      Die Weltkriege u.a. sind umfangreich dokumentiert.
      Wenn Sie nicht glauben wollen, dass die Deutschen in Verdun standen und weiter nach Frankreich eindringen wollten, dann "kontrollieren" Sie es!
      Wenn Sie nicht glauben wollen, dass die Deutschen mehr Kolonien wollten und grausame Verbrechen an den dortigen Menschen begangen, dann "kontrollieren" Sie es!
      usw.
      Suchen Sie sich raus, was Sie wollen und wenn noch bisher unbekannte Akten auftauchen; es wird weder Ihnen noch jemand anderem gelingen, die Deutschen als irgendwie besser als die anderen darzustellen, ich weiß nicht, was Sie da "kontrollieren" wollen.

      "da angeblich die gesamten Deutschen Akten in London zu diesem Thema liegen.Unter Verschluss versteht sich."

      angeblich, die gesamten – na wie konkret!

      "Ist es wirklich unverschämt einer Frau Eberle überhöhter Nationalismus vorzuwerfen."

      Huch wo kommt denn da bei Ihnen dieses kleine "überhöhter" her?
      Sie werden in diesem Thread in meinem Text exakt das Wort "Nationalstolz" finden, an anderer Stelle vielleicht auch "Nationalismus", ist schon länger her, weiß ich jetzt nicht mehr, aber wenn Sie jetzt nur hier gelesen haben, dann auch nicht "Nationalismus", sondern "Nationalstolz".
      Aber "überhöhter" steht in meinem Text nirgendwo, "überhöhter" kommt aus IHREM Kopf.

      "Genauso könnte man ihnen nach ihrer Antwort Deutschen Hass bzw Faschismus vorwerfen."

      Sie können mir was vorwerfen.
      Aber ob Sie den Inhalt Ihres Vorwurfes so nachweisen können, wie ich oben A.Eberles Nationalstolz anhand von "Hauptschuld" nachgewiesen habe, das wäre der spannendere Teil als einfach nur was vorzuwerfen. 😀

    • Nun im welchem Satz bestätigen Sie das Fr E den deutschen weniger Schuld zuweist als den Alliierten ? War es nicht so das zuerst Russland mobil machte , dann die englische Flotte dann Frankreich und zwei Stunden später Deutschland ? Wurde nicht Jean Jaures der sich gegen einen Kriegseintritt Frankreichs aussprach am 31.7 ermordet ? Kurz nachdem das deutsche Kaiserreich Frankreich aufforderte Neutral zu bleiben ? Wenn man den Artikel 231 ließt …..ach ist mir zu Spät oder zu früh weiter zu schreiben. Es gibt sehr viele Schuldige und vermutlich sind alle gleich Schuld da der Wille nicht da war es zu verhindern . Sondern von vielen gewollt war.

    • @ Benjamin Zuckerschwerdt
      "Nun im welchem Satz bestätigen Sie das Fr E den deutschen weniger Schuld zuweist als den Alliierten ?"

      Aus meinem obigen Posting:
      " Zitat A.Eberl:
      "dass die Deutschen am Ersten Weltkrieg nicht die Hauptschuldigen waren."

      Das beinhaltet, dass andere die Hauptschuldigen wären.
      Und damit bedeutet das, dass andere mehr Schuld hätten, wenn es nach Ihnen ginge.
      Gleiches Maß für alle scheint Ihnen an der Stelle fremd zu sein.
      Dass entweder die anderen genauso gut&edel waren wie die Deutschen, oder dass die Deutschen genau solche miesen Drecklöcher waren wie alle anderen, DAS können Sie offensichtlich nicht ertragen, daran müssen Sie immer wieder versuchen zu drehen, so wie oben mit "nicht die Hauptschuldigen".
      Es gibt eine Erklärung, warum Sie das nicht ertragen können – Nationalstolz.
      Bei Ihnen müssen die Deutschen unbedingt, egal durch welche Hintertür, BESSER erscheinen als die anderen.
      Es muss
      1. eine HAUPTschuld sein damit
      2. die HAUPTschuld die ANDEREN haben
      Nationalstolz.

      Nachweis Ende. "

      Und wie ich auch an anderer Stelle schrieb; ob mir der Nachweis jeweils gelingt, das kann ich mir aus der Eigenperspektive heraus nicht anmaßen zu beurteilen, aber zumindest versuche ich nach bestem Wissen und Gewissen, nicht einfach was zu behaupten, sondern es nachzuweisen.

      "War es nicht so das zuerst Russland mobil machte , dann die englische Flotte dann Frankreich und zwei Stunden später Deutschland ?"
      KEINE Ahnung
      "Wurde nicht Jean Jaures der sich gegen einen Kriegseintritt Frankreichs aussprach am 31.7 ermordet ?"
      KEINE Ahnung
      "Kurz nachdem das deutsche Kaiserreich Frankreich aufforderte Neutral zu bleiben ?"
      KEINE Ahnung
      "Wenn man den Artikel 231 ließt … "
      KEINE Ahnung
      Weil mich sowas alles nicht interessiert.
      (Wie die alle am Tropf der selben Bank hingen, wie hier von Ploppa gesagt, sowas interessiert mich schon mehr 😉 )

      "Es gibt sehr viele Schuldige und vermutlich sind alle gleich Schuld"

      So könnte man es auch sagen; ich sage immer Mächte haben Interessen, was ja beinhaltet: ALLE Mächte haben Interessen.
      Ein gleicher Faktor auf beiden Seiten einer Gleichung kürzt sich raus.

      Das einzige, wo "Schuld" eine Rolle spielen könnte, wäre Versailles, weil da offiziell Deutschland eine Alleinschuld zugesprochen wurde.
      Aber auch da kann ich nicht nachvollziehen, sich an "Schuld" abzuarbeiten.
      Hu hu die bööösen Siegermächte haben das aaarme Deutschland … der schröckliche Knebelvertrag …
      Wenn man – so wie es allerseits zu Recht gefordert wird – von den Fakten ausgeht, gibt es da keinerlei Überraschungen, alles normal, kein Widerspruch irgendwo, alles folgerichtig.

      Die Fakten von Versailles:
      Deutschland war militärisch und ökonomisch völlig am Boden.
      (Völlig am Boden; Deutschland hätte nichtmal theoretisch den Siegermächten irgendeine Verhandlungsmasse entgegensetzen können.)
      Die Siegermächte hatten noch vergleichsweise erhebliche Kapazitäten.

      Dementsprechend konnten die Siegermächte ihre Bedingungen diktieren und – alles normal, kein Widerspruch irgendwo, alles folgerichtig – genau so sah der Vertrag von Versailles dann auch aus.
      Das ist sowas von glasklar, ich verstehe echt NICHT, was es da zu diskutieren geben sollte.

      Deutschland verloren, Siegermächte gewonnen.
      Hu hu die bööösen Siegermächte haben das aaarme Deutschland … der schröckliche Knebelvertrag … boah eyh was soll sowas?!
      Selbstverständlich haben die Sieger die Verlierer ausgepresst.
      Was könnte wohl ein mögliches Ziel von Krieg sein?! Vielleicht u.a. andere auszubeuten?
      Ich verstehe nicht, wie sich Leute an einer so klaren und im Prinzip sehr banalen Sache derart abarbeiten können, wie es etliche tun.
      Außer eben, das Abarbeiten an X hat mit X gar nichts zu tun und X ist nur die Projektionsfläche.

      (Da ist mir Hermann Ploppa angenehm, der erwähnt vorneweg kurz zur Einordnung, dass Deutschland in Versailles die Alleinschuld zugesprochen wurde, und geht dann nüchtern in die recherchierten Fakten seines Buches.)

      "da der Wille nicht da war es zu verhindern . Sondern von vielen gewollt war."

      Diese Punkte interessieren mich schon eher, denn es war von praktisch allen Mächtigen gewollt, aber es gab eher wenig Widerstand dagegen von den Bevölkerungen, jedenfalls nicht zu Kriegsbeginn.
      Und heute ist die BRD an einem Punkt, wo konservative Medien und Regierung mit Atlantik-Brücke besetzt sind, Wirtschaftssanktionen gegen Russland und gegen Syrien und gegen Iran fährt … und die Bevölkerung hier und da ein wenig grummelt, aber ansonsten "wie war Fußball?" …

    • Andreas, die Deutschen haben die kleinste Schuld am 1. WK. Dieser wurde schon in den 1890ern von den Briten geplant.
      Aber Propagandisten und Diffamierer wie Du werden das immer abstreiten und Leute, die es enthüllen zu diskreditieren versuchen.
      The WWI Conspiracy – Part One: To Start A War

      https://m.youtube.com/watch?v=tclAbWvBt70

    • Andreas, „keine Ahnung und ist mir egal“ passt zu Deinem Quatsch, den Du von Dir gibst.
      Keine Ahnung hast Du wirklich viel, weil….. Du Dich für neue Informationen und Erkenntnisse nicht interessierst.
      Egal welchen Post von Dir man durchliest- er steckt voller Lügen und Diffamierungen.
      Karma is a bitch Kleiner. Denk dran.

  8. Schön, dass es noch Menschen gibt, die Wahrheiten suchen – und bei all den bekannten Verdrehungen liegen diese leider nicht offen und unwiedersprochen vor uns, sondern müssen mühsam gesucht und ausgegraben werden. Da ihre Gegner zusammenarbeiten, sollten auch wir uns gegenseitig unterstützen, vernetzen, und konstruktiv voranbringen.
    Allen Personen, die daran mitarbeiten – Autoren, Journalisten, Medien wie KenFM … gilt mein "Danke!".

    Beim Versuch, bestimmte Zusammenhänge zu verstehen, bin ich kürzlich auf ein Buch gestoßen, das m.E. zu Herrn Ploppas Thema passt.
    Titel: "Wer hat Hitler gezwungen, Stalin zu überfallen?"

    Dabei handelt es sich um eine – hervorragend lesbare – Übersetzung, die Herr Dr. Wolfgang Schacht vom Original des russischen Autors Nikolay Starikov vorgenommen und als pdf frei lesbar veröffentlicht hat.
    http://dr-schacht.com/Starikov_Wer_hat_Hitler_gezwungen_STALIN_zu_ueberfallen.pdf

    Als Angehöriger des russischen Volkes, das 27 Millionen Opfer zu beklagen hat, steht Herr Starikov kaum im Verdacht, die Untaten der deutschen Invasoren klein oder schön zu reden, und auch ich habe daran nicht das geringste Interesse.
    Wenn aber ausgerechnet aus dieser Richtung Informationen angeboten werden, die nach den Hintergründen und mir sonst nirgends angebotenen Zusammenhängen fragen, dann darf man das auch als Deutscher durchaus zur Kenntnis nehmen.

    Da ich der russischen Sprache nicht mächtig bin, kann ich zwar in den sehr vielen Quellenangaben nicht nachlesen, die Argumentationslinien sprechen aber für sich und erklären mir erstmals Dinge, die mir bisher immer unausgegoren und unverständlich erschienen.
    Meines Erachtens ein unbedingt lesenswertes Buch, vielleicht sogar eine Pflichtlektüre für alle, die die Geschehnisse der letzten hundert Jahre – und die unserer Tage – verstehen wollen.
    Auf Rückmeldungen gespannt,
    Gruß,
    Pezola

    • Das war kürzlich gerade Thema unter einem anderen Beitrag:

      https://kenfm.de/tiefer-staat-wie-koennen-wir-ihn-enttarnen-ullrich-mies-und-dirk-pohlmann-bei-den-buchkomplizen/#comment-172646

      Die Geschichte nach Gründung der FED 2013 wird in den CFR-Medien mehr oder weniger durchgehend so behandelt wie 9/11.

      Zu dem salbadernden Geschwurbel unten kann ich nur sagen: Keine Macht dem Deppenapostroph!
      http://www.deppenapostroph.info/

    • Himmel Herrgott! Gut, dann war das stilistisch etwas daneben, mir gefällt im Nachhinein auch nicht immer alles, was ich geschrieben habe. Aber dann denke ich so bei mir: "Was soll's?
      Ich finde es grundsätzlich sinnvoll, sich sprachlich, aber vor allem in Bezug auf Höflichkeit ein bisschen Mühe zu geben, weil das zu einem respektvollen Umgang beiträgt. Das scheint mir hier etwas nach hinten losgegangen zu sein. Goethe hat sich ja auch einmal nach einem langen Brief entschuldigt, er habe zu wenig Zeit für einen kurzen gehabt. Ohne mich mit Goethe vergleichen zu wollen: So ähnlich war es hier auch.
      Zum Deppenapostroph: Da haben Sie mir etwas Neues beigebracht. Ich dachte bisher immer, Deppenapostroph bezeichne das apostrophierte Genitiv-s (Ich habe es in Duisburg auch schon einmal als Plural-s gesehen: "Gebrauchte Auto's"), bei Zusammenziehungen, dachte ich, gehöre es gesetzt. Stimmt ja auch bei Fällen wie dem obigen ("Was soll's?"), nicht (mehr?) aber wohl bei konventionaliserten Zusammenziehungen wie "ins", "ums" etc., sagt der Duden. Na ja, man kann so alt werden wie eine Kuh, man lernt immer noch was dazu, pflegte meine Omma zu sagen.
      Stilistisch habe ich meinen Text ja unten sozusagen sukzessive entschlackt, so dass sein Inhalt nun in voller Schönheit erstrahlen dürfte.

    • "Stilistisch habe ich meinen Text ja unten sozusagen sukzessive entschlackt, so dass sein Inhalt nun in voller Schönheit erstrahlen dürfte."

      Wie sagt der Schwabe? Nix gsagt, isch gnug globt. 😉

    • @ Pezola
      "Wahrheiten … "

      Ein etwas zu großes Wort für meinen Geschmack.
      Was "wahr" oder "unwahr" sein kann, sind Fakten.
      Beispielsweise Staat A hat mit Staat B ein geheimes Abkommen geschlossen, 100 Jahre später wird das öffentlich, das Abkommen ist ein Fakt.
      Staat A hat diese und jene Handlung vollzogen, die ist geschichtlich dokumentiert, die ist Fakt.
      Staat B hat diese und jene Handlung vollzogen, die ist geschichtlich dokumentiert, die ist Fakt.

      Vorsicht ist geboten bei allem Mutmaßungen.
      Beispielsweise Staat A hat mit Staat B ein geheimes Abkommen geschlossen und Staat A hat diese und jene Handlung vollzogen, also sei WAHR, dass C …
      Viele Mutmaßungen sind nicht ganz verkehrt, weil WAHRSCHEINICH, aber zwischen wahrscheinlich und bewiesen ist ein kleiner aber feiner Unterschied.
      Manche Mutmaßungen sind bestenfalls unterhaltsam.

      " … bei all den bekannten Verdrehungen liegen diese leider nicht offen und unwiedersprochen vor uns, sondern müssen mühsam gesucht und ausgegraben werden."

      Mühsam? Das finde ich NICHT.

      Okay, wenn eine Macht versucht die andere auszutricksen, dann wird natürlich so vorgegangen, dass es nicht sofort durchschaubar ist, aber auch da ist am Resultat danach alles klar.

      UK, USA, UdSSR und danach Russland, Deutschland, Frankreich, Japan … Indien, China;
      ob vor 100 Jahren oder zwischendurch oder heute:
      Die Interessenlagen der Mächte liegen glasklar offen.
      Und zwar liegen die glasklar offen anhand der Handlungen der Mächte.

      Darum finde ich, zu einem Gesamtüberblick zu kommen (keine Einzelheiten, die grob/ßen Linien) ist sehr einfach, nämlich einfach die Handlungen der Mächte anschauen.

  9. Lieber Herr Jebsen, ich traue mich jetzt einfach noch einmal, zu versuchen, mit Ihnen über journalistische Prinzipien und kommunikative Strategien in‘s Gespräch zu kommen.
    Herr Müller von den NachDenkSeiten hat im Interview etwas meines Erachtens sehr Richtiges und aus strategischer Sicht Wichtiges gesagt. Er wies nämlich darauf hin, dass es wichtig ist, möglichst viele Menschen zu erreichen, weil die Leute ungern die Rolle des Außenseiters einnehmen, der eine andere Sicht auf die Welt hat, als alle, die ihm lieb und teuer sind. Und wenn Platon mit seinem Höhlengleichnis richtig liegt, haben sie damit j auch ganz recht, denn dem einsamen Mahner ergeht es schlecht.
    Nun haben Sie unter diesem Aspekt das Problem, dass Ihnen alte Querfrontvorwürfe und Antisemitismusvorwürfe nachhängen, ebenso wie der Ruf ein Verschwörungstheoretiker zu sein (Ich referiere hier die Sicht derer, die noch vollkommen in der Sphäre der traditionellen Medien verhaftet sind). Das macht Sie für auf Seriosität bedachte Menschen zunächst einmal höchst verdächtig. Ich habe (quasi als jederzeit revidierbare Arbeitshypothese) beschlossen, Ihnen zu glauben, dass Ihr Engagement von echter Wahrheitssuche und einer pazifistischen Haltung getrieben ist.
    Themen wie die der Kriegsschuldfrage sind aber natürlich vermintes Gelände, weil sich hier durchaus Revisionisten herumtreiben, die von Nationalstolz getrieben, Umdeutungen vornehmen wollen, die keinerlei Rücksicht auf die Fakten nehmen. Mit denen möchten Sie sich, so hoffe ich, nicht gemein machen.
    Und es ist ja auch völlig richtig, zu sagen, dass auch diese Themen keinerlei Denktabus unterworfen sein dürfen. Es gibt ja immer wieder auch historische Fehlbeurteilungen oder die Notwendigkeit, Sichtweisen zu verändern, etwa infolge einer veränderten Quellenlage. Vor diesem Hintergrund ist es daher auch skandalös, wenn das EU-Parlament im September eine bestimmte Sicht auf die Ursachen des Zweiten Weltkriegs per Resolution festzuschreiben versucht hat (So wie ich es verstanden habe, leitet man aus dem Molotov-Ribbentrop-Pakt eine gleich große Mitschuld der Sowjetunion ab, was für mich nur als politischer Angriff auf das heutige Russland zu verstehen ist), wo diese Fragen doch den deskriptiven und nicht den normativen Bereich betreffen und folglich stets frei diskutierbarer Gegenstand wissenschaftlicher Befassung sein müssen.
    Es ist sicherlich gut, wie sie es ja immer wieder tun, anzumerken, dass es nicht darum gehen soll, die Verbrechen der Nationalsozialisten zu leugnen oder zu verharmlosen (Holocaust an den Juden, den Sinti und Roma, Ermordung von politischen Gegnern, Euthanasie und medizinische Menschenversuche, Angriffskrieg und Kriegsverbrechen), aber ich glaube, dass dies nicht reicht. Reden kann man schließlich viel und wer garantiert mir oder jedem anderen Zuschauer, dass sie nicht insgeheim eben doch eine revisionistische Agenda verfolgen, dass sie nicht nur einen trügerischen Schafspelz angelegt haben? Mussolini hat sehr offen zugegeben, dass für Faschisten ein solches strategisches Maskenspiel völlig legitim ist, solange es den Weg zur Macht ebnet. Man muss sich schon sehr intensiv mit Ihrer Arbeit befassen, um zu dem (relativ sicheren) Schluss zu kommen, dass dem nicht so ist. Und wer tut das schon?
    Wenn man etwa bei Psiram nach Herrn Ploppa sucht, so bekommt man dort die Auskunft, er betreibe Geschichtsrevisionismus und seine Werke seien durch selektive Berücksichtigung der Quellen geprägt. Nun hat man, wenn man schon etwas länger abseits des Mainstreams liest, ein Grundmisstrauen gegen Psiram – und die Aussage, Herr Ploppa gehe selektiv mit den Quellen um, ist keine große Hilfe, weil dafür keine konkreten Belege angeführt werden. Aber da nicht prinzipiell alles falsch sein muss, was bei Psiram steht, und weil es durchaus Belege geben könnte, die an dieser Stelle nur nicht angegeben sind, bleibt eine Unsicherheit, weil es dem Durchschnittszuschauer schlicht nicht möglich sein wird, dies genau zu prüfen. Es erfordert jahrelange Einarbeitung, um beurteilen zu können, ob das Gesamtbild der Quellen berücksichtigt wurde. Dafür gibt es ja die Spezialisierung in den Wissenschaften.
    Sie überfordern daher hier wieder den Zuschauer, wenn Sie es seiner Mündigkeit überlassen, nun selbst zu entscheiden, was für ihn stimmt und was nicht. Das kann er nämlich gar nicht sachgerecht. Das Angebot einer weiteren Perspektive führt so nicht zu mehr Aufklärung, sondern nur zu der kognitiven Dissonanz, die Aufklärung als Überwindung falscher Sichtweisen prinzipiell ermöglichen würde. Statt Handlungsfähigkeit in die eine oder andere Richtung resultiert Lähmung, denn einerseits sind alte Gewissheiten erschüttert, andererseits können sich neue aber nicht bilden (außer man läuft Ihnen doof hinterher und denkt: „Wenn der Jebsen oder seine Gesprächspartner das sagen, wird es schon stimmen“).
    Deshalb auch hier mein Rat: Laden Sie in Ihre Gesprächsrunden neben Herrn Wimmer oder Herrn Ploppa auch traditionelle Historiker ein, damit dem Zuschauer die Möglichkeit geboten wird, einer echten Prüfung der Gedanken dieser Herren beizuwohnen. Diese Experten sind eher in der Lage diejenigen Fragen zu stellen, die Einseitigkeiten aufdecken. Was man dem Zuschauer dann meines Erachtens durchaus zutrauen kann, ist zu bemerken, welche Position argumentativ in‘s Schwimmen gerät, wer sich in Widersprüche verstrickt oder ähnliches. Nutzen Sie die Expertise der Gegenseite, um Seriosität zu gewinnen. Das geht natürlich nicht in diesem Format, aber in Ihrer Positionenreihe könnten Sie dies viel stärker tun.
    Wie immer: Aller nur MEINES ERACHTENS. Ich versuche zu diskutieren, nicht meine Sicht zu verabsolutieren (Das habe ich Ihnen tatsächlich ein bisschen übel genommen – aber nur ein bisschen).

    • Sehr geehrter Herr Schewe,

      Ihr Kommentar reizt mich in folgenden Punkten zur durchdachten Wiederlegung, denn er betrifft ja auch uns Leser und Zuschauer:

      1. Sie schreiben: „Aber da nicht prinzipiell alles falsch sein muss, was bei Psiram steht, und weil es durchaus Belege geben könnte, die an dieser Stelle nur nicht angegeben sind, bleibt eine Unsicherheit, weil es dem Durchschnittszuschauer schlicht nicht möglich sein wird, dies genau zu prüfen. Es erfordert jahrelange Einarbeitung, um beurteilen zu können, ob das Gesamtbild der Quellen berücksichtigt wurde. Dafür gibt es ja die Spezialisierung in den Wissenschaften.“

      Wieso sollte es dem Durchschnittszuschauer nicht möglich sein, Herrn Ploppas Recherchen zu überprüfen, wenn er Zweifel hat? An Widersprüchen würde des Zuschauers oder Lesers Denken erwachen! Ich habe von Herrmann Ploppa das Buch „Hitlers amerikanische Lehrer“ gelesen und er gibt seine Quellen an – sogar häufig im laufenden Text. So kann der zweifelnde Leser selbst die Quellen suchen und nachprüfen. Und jeder Leser kann Ploppas Gedankengänge und Schlussfolgerungen nachvollziehen – und – mündig – selbst entscheiden, ob sie stimmig und folgerichtig sind, oder nicht. Und es ist besser, seinem eigenen Verstand zu vertrauen und seine eigene Urteilsfähigkeit zu schulen, als sich, autoritätshörig, nur auf diejenigen „wissenschaftlichen Spezialisten“ zu verlassen, die das gängige „Fritz-Fischer-Narrativ“ aufrechterhalten. Wenn Sie dem Leser keine eigene Beurteilungsfähigkeit zutrauen, dann entlarven Sie sich als jemand, der den Menschen nichts zutraut und unterstellt, ihr Wissen müsse gewissermaßen dogmatisch „betreut“ werden.

      2. Sie schreiben weiter: „Sie überfordern daher hier wieder den Zuschauer, wenn Sie es seiner Mündigkeit überlassen, nun selbst zu entscheiden, was für ihn stimmt und was nicht. Das kann er nämlich gar nicht sachgerecht. Das Angebot einer weiteren Perspektive führt so nicht zu mehr Aufklärung, sondern nur zu der kognitiven Dissonanz, die Aufklärung als Überwindung falscher Sichtweisen prinzipiell ermöglichen würde. Statt Handlungsfähigkeit in die eine oder andere Richtung resultiert Lähmung, denn einerseits sind alte Gewissheiten erschüttert, andererseits können sich neue aber nicht bilden (außer man läuft Ihnen doof hinterher und denkt: „Wenn der Jebsen oder seine Gesprächspartner das sagen, wird es schon stimmen“).“

      Wie gewählt Sie sich doch ausdrücken; es ist aber schon lustig, dass Sie uns Leser vor „kognitiver Dissonanz“ (eine vornehme, aber entmündigende Umschreibung für Zweifel und Widerspruch) bewahren wollen, doch damit entmündigen Sie uns schon. Wünschen Sie etwa – einem dogmatischen Priester gleich – blinden Glauben an die Geschichtswerke der Mainstream-Historiker und erlauben Sie nicht, dass man bei Zweifeln an deren widersprüchlichen Ergebnissen selbst nachzuforschen beginnt? Und die Werke anderer, als „revisionistisch“ beschimpfte Historiker heranzieht? Halten Sie es denn für so schlimm, wenn „Gewissheiten“ erschüttert werden? Fürchten Sie tatsächlich, dass dadurch die „Handlungsfähigkeit“ eingeschränkt würde? Ich kann Sie beruhigen: Das Gegenteil ist der Fall. Wenn ein Geschichts-interessierter Leser, wie ich, auf Widersprüche stößt, und ich bin auf mannigfaltige Widersprüche gestoßen – dann setzt das in mir großes Interesse frei, dann reizt das erst meinen Forschergeist, dann will ich mein Wissen vermehren und logisch verknüpfen können, will selbst urteilen – und ich lasse mir da nicht von Psiram oder gar der "Lückenpresse" oder sonstigen „Möchtegern-Denk-Erziehern“ vorschreiben, was ich lesen dürfe und was nicht, was ich denken dürfe, und was nicht.

    • Sehr geehrter Herr Eberl,

      zunächst mal drücke ich mich aus, wie ich mich eben ausdrücke. Ich wusste nicht, dass man sich hier sprachlich keine Mühe geben darf und dass das hier überhaupt so entscheidend ist. Aber betrachten Sie mich meinetwegen als affektiert, ich rechne Ihnen hoch an, dass Sie sich ansonsten auf eine sachliche Unterhaltung einlassen und komme lieber zur eigentlichen Sache: Ich bin mir sicher, dass Sie mich falsch verstanden haben. Zuerst zur kognitiven Dissonanz. Ich möchte niemand vor kognitiver Dissonanz bewahren, im Gegenteil. Ich habe auch geschrieben, dass sie zur Überwindung falscher Sichtweisen notwendig ist. Sie reicht nur eben nicht. Erst muss man sich irritieren lassen, muss sicher Geglaubtes infrage stellen, dann kann man zu einer neuen Sicht finden.
      Ich lobe also ausdrücklich, dass Herr Jebsen ständig heterodoxe Positionen präsentiert – sonst würde ich mir das ja wohl auch nicht anschauen. Aber was zumindest bei mir geschieht – und vielleicht bin ich einfach erheblich dümmer als alle anderen Zuschauer, aber das glaube ich natürlich nicht – ist, dass ich nach einem Interview hier zwar gelegentlich in meinen bisherigen Überzeugungen erschüttert bin, deshalb aber noch lange nicht weiß, was wahr ist. Wie auch?
      Und da wären meines Erachtens die fachlichen Autoritäten hilfreich. Allerdings nicht, wie Sie mich zu verstehen scheinen, um mir von denen sagen zu lassen, was richtig ist. Sie haben ja recht, dass ich, da Herr Ploppa wissenschaftliche Standards einhält, die von ihm angegebenen Quellen prüfen kann. In meinem Fall übersteigt das zwar die mir zur Verfügung stehende freie Zeit, aber das können Sie mein Problem nennen. Ich könnte prüfen, ob Herr Ploppa Quellen korrekt wiedergibt, in gewissem Maße könnte ich vielleicht auch entscheiden, ob mir eine Quelle selbst dubios vorkommt und ich ihr lieber kein Vertrauen schenken möchte. Was ich aber nicht so leicht prüfen kann, ist, ob Herr Ploppa bewusst seiner jeweiligen These widersprechende Quellen ignoriert hat. Ich bin halt kein Historiker, der sich seit Jahren mit der Thematik befasst. Hätte ich letzteres getan, würde ich mir, und analog Ihnen und fast jedem anderen ebenfalls zutrauen, zu entscheiden, ob der bei psiram geäußerte Vorwurf, Herr Ploppa verschweige einseitig Quellen, gerechtfertigt oder bloße Verleumdung ist (was ich vermute, aber das reicht mir nicht). So aber muss ich zugeben: Ich habe keinen Schimmer, welche Quellen das sind, die er ggf. verschweigt. Es ist doch keine Autoritätengläubigkeit, anzuerkennen, dass die intensive Einarbeitung eines Fachwissenschaftlers diesem einen Kenntnisvorsprung verschafft.
      Bei meinem Vorschlag, sozusagen „orthodoxe“ Fachwissenschaftler hinzuzuziehen geht es also nicht darum, dass deren Urteil bestimmt, was richtig als richtig zu gelten hat. Ich traue diesen Menschen aber zu, Herrn Ploppa, Herrn Wimmer oder wen auch immer mit den Fakten und Quellen zu konfrontieren, so sie denn tatsächlich existieren, die sie außer Acht gelassen haben. Sie stellen auf Basis ihres Fachwissens andere Fragen, als ich das täte.
      Für mich als Zuschauer bliebe immer noch eine entscheidende Denkleistung zu erbringen, die ich mir persönlich aber eher zutraue. Ich muss versuchen, die jeweils vorgebrachten Argumente zu verstehen, manipulative Strategien zu erkennen, wenn diese zum Einsatz kommen (was, da Wissenschaftler aus Sorge um ihre Reputation oft auch nicht gern einen Fehler eingestehen, sicherlich geschähe), muss logische Fehler feststellen und ideologische Einseitigkeiten bei den Diskutanten beider Seiten erkennen.
      Ich habe das an anderer Stelle hier schon geschrieben: Ich finde nicht, dass Mündigkeit heißt, dass ich mir per se in jeder Frage Urteilsfähigkeit zutraue. Ich weiß, dass ich letztlich in einer Demokratie selbst zu einem Urteil kommen muss, aber ich halte es für sinnvoll Expertise heranzuziehen, um nicht Opfer meiner eigenen Begrenztheiten zu werden. Mündigkeit umfasst für mich nämlich auch eine nüchterne Sicht auf die eigenen Grenzen.
      Ein zweiter, für mich ebenso wichtiger Punkt ist aber der der Außenwirkung. Es ist ja hier oft genug Thema, wie der Mainstream mit Abweichlern umgeht. Vielen Gesprächspartnern bei KenFM klebt der Mainstream Etiketten wie Verschwörungstheoretiker, Neurechter, Querfrontler, Antisemit oder eben Revisionist an. Und ich habe versucht zu erklären, wie schwierig es ist, solche Anwürfe zu prüfen und als haltlos zu erweisen. In der Masse wirkt die Ausgrenzung durch diese Etiketten daher hervorragend, denn die wenigsten machen sich die Mühe einer sorgfältigen Prüfung. Gerade gebildete Menschen reagieren meiner Erfahrung nach mit besonderem Misstrauen. Ich erkläre mir das damit, dass diese Menschen im Sinne Bourdieus mit ihrer Bildung soziales Kapital zu verlieren haben, was ihnen Angst macht. Lieber gedankenlos der herrschenden Meinung folgen, als Gefahr zu laufen, als Wirrkopf zu gelten. Gerade diese Menschen zu gewinnen wäre aber, da sie zentrale Stellen in der Gesellschaft besetzt halten, äußerst vorteilhaft. Darauf hat Herr Müller meines Erachtens angespielt.
      Bei diesen Menschen könnte echter Pluralismus in den Diskussionen und die Teilnahme anerkannter Wissenschaftler, denen nicht die stigmatisierenden Etiketten anhaften, weil sie keine vom Mainstream abweichende Position vertreten, ein Türöffner sein. Anders als in inszenierten Diskussionen im Stile der vielen Fernsehpolittalks könnten bei KenFM echte ergebnisoffene Diskussionen laufen. Das hätte ungemein großen Charme für jeden, der sich für einen freien Geist hält. Es würde die bei KenFM präsentierten Positionen einem größeren Kreis bekannt machen und wenn sie wirklich bestehen können, sicherlich auch einige Skeptiker überzeugen.
      Herr Jebsen bezeichnet einen Journalismus, der jede Seite zu Wort kommen lässt, als sein Ideal und man kann natürlich dafür argumentieren, dass die Mainstreamsicht schon zur Genüge vorkommt und es reicht die heterodoxen Sichtweisen zu präsentieren. Aber wenn man die Sphären trennt, bleiben sie eben auch getrennt, was wohl kaum das Ziel sein kann. Und ich bin fest davon überzeugt, dass sich Unsinn in einer echten Diskussion unter Fachleuten am besten und überzeugendsten selbst entlarvt.

    • blablabla…
      viel geschrieben
      nichts gesagt …
      danke..
      und diesen pseudointellektuellen mumpitz …
      guter journalismus?
      fasse dich kurz! schreibe für alle …
      und psiram als quelle der vielfältigen einfalt …
      murks bleibt murks auch wenn er überkorrekt dargestellt wird ..
      und fakten bleiben nun einmal fakten. …auch dann wenn sie vielen menschen gegen den strich gehen… da helfen keine sätze und sätze und sätze,sätze sätze sätze
      .. und kein geschwurbel über die …ach so gewollte klarheit und reinheit der umgangsformen ….
      wer schreit hat unrecht … schon klar..
      wie war das noch? nach der »Finanzkrise« (also dem bankrott unseres ach so tollem finanzsystems?) ..steht/stand sogar im spiegel …. schäubles finanztruppe und die der wallstreet?
      eine schreiorgie war es …die haben sich nur angebrüllt, unsere ausgewachsenen übereumel!
      wer die form wahren will, möchte oft nur allzu gerne vom inhalt ablenken …alter trick

    • Alles klar. Ich glaube immer noch, dass ich meinen Stil selbst wählen darf. Da könnt ihr sagen, was ihr wollt. Ich duz jetzt mal, das passt ja hier irgendwie besser.

      Egal. Dass ich nichts gesagt habe, stimmt aber nicht.
      Wie gesagt:
      1. Gegenpositionen würden helfen, um besser urteilen zu können. Nicht jeder kennt sich so aus wie Herr/Frau Eberl.
      2. Der Eindruck, ein Haufen Wirrköpfe blieben unter sich, würde vermieden. Man bekäme vielleicht auch Leute, die Euch hier aus Schmutzangst meiden.
      3. Ich weiß, dass Psiram Müll ist. Aber wenn einer nach Herrn Ploppa sucht, findet er leicht erstmal das. Könnte abschrecken.

      Neu:
      4. Überkorrekt gibt es bei Stil nicht.
      5. Kann sein, dass Stil oft ablenken soll. Aber nicht immer. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
      6. Wo ist denn hier der Pazifismus und der Unterschied zum Positionen ausgrenzenden Mainstream, wenn man wegen einer bloßen Stilfrage gleich angefeindet wird? Habt ihr Angst, dass ich mich für etwas Besseres halte? Kann Euch das nicht völlig latte sein? "Der tickt nicht wie ich, was für eine Zumutung!" Ich finde das spießig.

      So, waren die Sätze kurz genug? War der Ton giftig genug? Wird das hier verstanden und akzeptiert?

    • Herr Schewe, sie bekommen mein größtes Kompliment. Ich zitiere mal Voltaire: "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst". Das trifft hier sehr gut zu. Bleiben sie ihrem Stile treu. Wir brauchen Individualisten, anders Denkende, Menschen die auch mal was anders tun, oder auch mal mehr in die Tiefe gehen. Ich würde mich gerne an ihrer Anregung teilnehmen, aber die Zeit habe ich nicht. Vlt. finde ich diese. In ihrer Tiefe, die so hier voregeben, ist es aus meiner Sicht sinnvoller, dies in einem Gespräch zu tun, einer Diskussionsrunde, etc. Herr Jebsen macht seine Sache sehr gut, natürlich ist niemand perfekt.

    • Herr Schewe – Ich bin übrigens Frau Eberl – ich bemerke, dass Sie sich in verschiedenen Sprachstilen ausdrücken können und dass Sie es meisterhaft beherrschen, Schwächen in der Argumentation aufzuspüren und das Gespräch dann darauf festzuhaken, indem Sie provozierende Fragen stellen, wie z. B. : „Wo ist denn hier der Pazifismus? Oder: „Habt ihr Angst…“ etc…

      Vielleicht irre ich mich ja, aber ich deute das dahingehend, dass Sie eine gute rhetorische Schulung durchlaufen haben? Es gibt ja Gruppen, die lernen ganz gezielt, wie sie die Positionen ihrer Gruppe rhetorisch verteidigen und denjenigen, den sie als Gegner ansehen, durch rhetorische Ablenkungsmanöver abqualifizieren, so dass er die Sympathien der Zuhörer verliert. Wenn die Diskussions-Teilnehmer sich dann in Wortgefechten verzetteln, wurde von den eigentlichen Widersprüchen und Fehlschlüssen der Historiker, die andere Historiker und Journalisten interessieren müssten, erfolgreich abgelenkt.

      Solch ein Widerspruch zur Wirklichkeit – oder vielleicht besser ausgedrückt: Fehlschluss in der offiziellen Geschichtsschreibung ist z. B. die Behauptung, dass der Reichstag damals nur von einem einzigen, fast blinden Mann angezündet worden sei… denn was danach passierte passt dazu nicht.
      Herr Ploppa legte in obigem Interview sehr überzeugend dar, warum das Einzeltäter-Narrativ mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmen kann. Daraus ergibt sich die Frage: Welches Interesse hatten Rudolf Agustein, Mommsen usw, dieses Narratif zu entwickeln?

    • @ Thorsten Schewe
      "Themen wie die der Kriegsschuldfrage sind aber natürlich vermintes Gelände, weil sich hier durchaus Revisionisten herumtreiben, die von Nationalstolz getrieben, Umdeutungen vornehmen wollen, die keinerlei Rücksicht auf die Fakten nehmen. "

      Und genau genommen von den psychologischen Funktionen hinter Nationalstolz getrieben; deswegen sind die bei der Kriegsschuldfrage nicht ganz Herr ihrer selbst und können nicht anders – aber daran erkennt man diese Revisionisten dann ja auch.

      Entweder man lässt "Schuld" weg und betrachtet es politisch, taktisch, strategisch; m.E. eben sachlich.
      Oder man geht auf "Schuld" ein, dann aber gleichmäßig – mit gleichem Maß.

      Aber genau da können diese Revisionisten nicht anders als erstens auf "Schuld" eingehen und zweitens dann einseitig – eben weil die von Nationalstolz getrieben sind.
      Die können sich sonstwas für Mühe geben sachlich zu wirken, z.B. wird ein bewiesener Fakt genannt, irgendwas was Kräfte aus UK oder USA taten, mit Quellenangabe und alles hochseriös, aber dann geht eben der Nationalstolz mit denen durch und die können es nicht lassen, dann die Schuld der anderen stark zu betonen und die Schuld der Deutschen gar nicht.

      Leser und Zuhörer würde ich nicht aus ihrer Verantwortung entlassen, jeweils selber beurteilen zu müssen; sooo schwer ist es ja nun auch wieder nicht.

      Übrigens habe ich von Herrmann Ploppa bisher den Eindruck, dass der kaum anders könnte als sachlich.
      Zwar weiß ich immer noch nicht, wo die unglaublich falsche Darstellung des Krieges bzw. der Kriege stattfinden soll, die es unbedingt zu korrigieren gälte … aber das sei mal dahingestellt.
      Nach kurzer Vorrede geht Ploppa nüchtern in interessante Fakten; ich würde sagen so muss das.

    • Ähnlichkeiten mit irgendwas oder irgendwem sind zufällig, ein reines Gedankenexperiment:

      Angenommen
      1.
      Ich hätte den Drang, bezüglich der Weltkriege Schuld von den Deutschen waschen zu wollen.
      2.
      Ich wäre unreflektiert genug, mich NICHT zu fragen, warum ich diesen Drang habe oder ich wäre gar so völlig unreflektiert, nichtmal zu bemerken, dass ich diesen Drang habe.
      3.
      Ich würde mich in einem (eher bescheidenen) Rahmen bewegen, in dem ich für meinen Drang, bezüglich der Weltkriege Schuld von den Deutschen waschen zu wollen, verhältnismäßig wenig Kritik und viel Zuspruch erfahre.
      4.
      In diesen Rahmen hinein käme plötzlich jemand, dessen sprachlicher Stil ungewöhnlich für den Rahmen, in dem ich Zustimmung erhalte, ist.
      5.
      Dieser jemand ist kritisch aufmerksam gegenüber Geschichtsrevisionismus einschließlich Kriegsschuldfragen.
      6.
      Seiner sprachlichen Potenz nach zu urteilen könnte dieser jemand möglicherweise auch geistig über dem Niveau derer liegen, von denen ich Zustimmung, bezüglich der Weltkriege Schuld von den Deutschen waschen zu wollen, erhalte.

      1.-6. würden eine kognitive Dissonanz bewirken:
      Entweder ich müsste mich hinterfragen
      oder ich müsste irgendeinen Flecken auf der Weste des anderen entdecken; hm … vielleicht dieser sprachliche Stil … 😀

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/andreas/' rel='nofollow'>@Andreas</a>: Was die Psychologie von Revisionisten angeht, sehe ich das wie Sie. Ich würde aber keinem/r der hier mitduskutieren irgendetwas unterstellen.
      Auch in Bezug auf Herrn Ploppa teile ich Ihre Einschätzung. Er hat sich ja auch schon zu verschieden Themen geäußert und macht nun wirklich nicht den Eindruck, von überzogenem Nationalstolz getrieben zu sein.
      Eine Interviewsituation wie diese hier auf der Buchmesse lässt sich wahrscheinlich wirklich nicht wesentlich besser angehen, wobei ich mir bei Herrn Jebsen – bei allem Respekt vor seiner immensen Leistung – manchmal ein bisschen mehr advocatus diavoli wünschen würde. Man merkt, dass er seine Gäste auswählt, weil er gut findet, was sie sagen. Statt kritische Fragen zu stellen, scheint er sich oft seine Meinung bestätigen lassen zu wollen. Aber das nicht zu tun, ist auch schwierig, wenn man so für eine Sache brennt, wie er es wohl tut.
      Deshalb meinte ich ja, dass seine Positionenreihe dafür eher geeignet wäre. Da kann er echten Gegnern das kritische Fragen überlassen.
      Mir wird immer klarer, dass mein Thema etwas off-threat ist. Daraus resultieren wahrscheinlich meine Verständigungsschwierigkeiten mit Frau Eberle.
      Mir geht es um Form. Herr Jebsen legt großen Wert auf Form, weil er weiß, wie wichtig sie ist, um sein Produkt – aus seiner Sicht zu wenig beachtete Positionen – an den Mann oder die Frau zu bringen.
      Seine Youtubevideos sind, wie jeder sofort sieht, hochprofessionell gemacht, er setzt vor allem in "Me, Myself and Media" sein schauspielerisches Können geschickt ein und wenn er im Gespräch mit Erwin Thoma und Franz Alt anmerkt, dass es keine Absprache in Bezug auf die Hemden gegeben habe, zeigt mir das auch, dass er ein detailverliebter Profi ist.
      Das sind alles wichtige Mittel, einen Eindruck von Seriosität zu erwecken. Darauf beruht m.E. in weiten Teilen der Seriositätsnimbus der Tagesschau. Aber sie sind letztlich manipulativ, weil sie sich auch eignen, um fehlende Seriosität zu kaschieren (siehe Tagesschau).
      Wie wichtig Wirkung ist, zeigt, wie sich hier die Diskussion um meine Beiträge an Äußerlichkeiten abgearbeitet hat.
      Echter Dissens in Diskussionsrunden wirkt seriös und IST es auch.
      Ich bin Lehrer und erlebe täglich, wenn ich mit meinen Kollegen über irgendetwas rede, was ich "abseits" des Hauptstroms gelesen habe, welche Angst vor Reputationsverlust sie haben. Diese Leute kriegt man nur mit untadeligem Gesamteindruck.
      Deshalb habe ich, als "Rubikon" startete, dort die Einrichtung eines Korrektorats angeregt und mitaufgebaut, weil ich auch da den Eindruck hatte, dass eine schludrige äußere Form die Wirkung der zum Teil großartigen Artikel beeinträchtigte. Leider musste ich aus Zeitgründen da wieder aussteigen.
      Es geht mir einfach darum, wie die "Dissenters" hier, wenngleich ihre Zahl ja wächst, noch schneller die Aufmerksamkeit größerer Teile der Bevölkerung auf sich ziehen können.

    • @ Thorsten Schewe
      M.E. stellt KenFM hauptsächlich Bücher vor und versucht dann in den Interviews und Gesprächen, die politischen und sozialen Zusammenhänge zu ergründen. Und ich kaufe mir dann selten mal ein Buch, ich finde ja nicht jedes Thema sooo spannend, aber WENN ich dann zu einem Thema das Buch lese, ja dann ist das eine Horizonterweiterung, mit der ich im "normalen Leben" oft alleine dastehe.
      Manchmal "schicke ich das Buch auf Reisen", sprich wenn ich es gelesen habe, gebe ich es weiter mit der Ansage, dass das Buch wandern soll. 😉

      Zu einem Ihrer Punkte hege ich Zweifel:
      "Ich bin Lehrer und erlebe täglich, wenn ich mit meinen Kollegen über irgendetwas rede, was ich "abseits" des Hauptstroms gelesen habe, welche Angst vor Reputationsverlust sie haben. Diese Leute kriegt man nur mit untadeligem Gesamteindruck."

      Ich will Ihnen ja nicht Ihnen die Hoffnung nehmen, aber da haben Sie sehr geringe Chancen.
      Egal wie untadelig die längeren Stäbe sind, Claus Kleber und alle anderen sagen jeden Tag, dass die kürzeren Stäbe die längeren sind, also muss es stimmen.
      Welche Stäbe?
      Die Gruppen-Phänomene sind schon länger bekannt; in einem der Buchmesse-Gespräche erwähnte Daniele Ganser dieses:
      Konformitätsexperiment von Asch
      Darum steht zu befürchten, dass Sie keine Chance haben, wenn Sie der einzige in der Gruppe sind.

      Jetzt mal abgesehen davon, dass Schule ein Thema ist und wenn man regelmäßig liest oder hört, wie fremdbestimmt ein Großteil der Lehrer offensichtlich ist … aber das würde hier zu weit führen. Bildung usw. kommt sicher noch öfter mal wieder auf KenFM vor.

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/thorsten/' rel='nofollow'>@Thorsten</a>: ich denke "Du" ist hier sinnvoll, um einem Geschlechtsfauxpas wie bei Frau Eberl entgegen zu wirken.

      Ich versuche es mal simpel und kurz, da ich tatsächlich auch den Eindruck habe, dass Du hier mit Satzbergen die Gegend etwas verhügelst und ich den Gedankenhorizont nicht noch unnötig weiter zustellen möchte.

      Du wirst das was Du Dir denke ich wünschst, eine Aufklärung des Zuschauers über den Erfahrungsweg aus einem offenen Diskurs heraus, derzeit in keinem anderen deutschen Bildmedium besser bekommen als hier. Das hat sehr viel mit der Hingabe und der Expertise der Person Ken Jebsen zu tun, dessen Fragen und Gesprächsführung nunmal die Hälfte dieser Bildungschance ausmachen. Denk Dir einfach mal die Top-ARDler an seine Stelle oder schau Dir das Buchmesseinterview mit dem Kollegen an – Tag und Abend.

      Das sieht übrigens nach etwa fünf Minuten denke ich jeder, der unfallfrei bis drei zählen kann und es braucht für mich niemanden, der mir erzählt ob Herr Plopper, Herr Wimmer oder Herr Jebsen integer sind. Verlass Dich da mal auf Deine Menschenkenntnis. Ohne Vertrauen (vor allem in die eigene Entscheidungsfähigkeit) geht's halt nicht.

      Zudem ist es dank der Schmierenkampagne über Psiram und andere "Güllepumpen" (Pohlmann), nicht möglich gestandene Wissenschaftler oder Profis aus der Wirtschaft oder der Hochleistungspresse in eine Positionensendung zu bringen. Somit ist Dein Wunsch zwar fromm und richtig, aber auch realitätsfern.

      Was glaubste denn, warum Frau Dagdelen und der Herr von der Anstalt nicht von Ken Jebsen interviewt wurden? Das vorne KenFM im Video steht könnte die schon den Job kosten. Wenn die eine Frage von Ken Jebsen beantworten wars das mit deren beruflicher Karriere und um den Mann von der Anstalt wäre das wirklich schade.

      Hinzu kommt noch, dass auch gestandene Experten häufig auf dem Steckenpferd der "Erfahrung" einreiten und die ist oftmals, wie sich gerade in den letzten Jahren immer deutlicher zeigt, nicht viel wert. Man kann auch eine Sache 40 Jahre lang falsch machen…

      Hier zu sehen, live und in Farbe zum Thema "Tod von Uwe Barschel". Besonders hilfreich war da das ewige "Ich habe recht", "Nee, haste nicht, ich habe recht" für die Willensbildung des Zuschauers nicht:

      https://www.youtube.com/watch?v=EZm4bXYOPPw

      Das entspricht ja ungefähr Deinem Wunsch eines bildenen Formates, richtig? Wenn ja, muss ich sagen: ich habe lieber etwas Vertrauen in dieses Portal und freue mich, was hier läuft.

      Ganz zum Schluss ist es doch so: ich kann mich verbiegen und es allen recht machen, um die Zielgruppe zu erweitern, oder ich bleibe meinen Idealen treu und lebe damit, dass meine Zielgruppe kleiner ist. Albrecht Müller und Ken Jebsen gehen da andere Wege und das ist gut so.

      LGj

    • @ Jörn Brodersen
      "Ich versuche es mal simpel und kurz, da ich tatsächlich auch den Eindruck habe, dass Du hier mit Satzbergen die Gegend etwas verhügelst und ich den Gedankenhorizont nicht noch unnötig weiter zustellen möchte."

      Okay Ihre Meinung; aber die wirft eine Frage auf, ich versuche es mal simpel und kurz:
      Wenn ein Kommentar aus mehr als drei Dreiwortsätzen für Sie schon " Satzberge" sind, wie ergeht es Ihnen dann, wenn Sie versuchen eines der Bücher, die auf KenFM besprochen werden, zu lesen?

    • Andreas,
      danke, das klappt ganz gut 🙂

      Die Kritik des Vorschreibers an Thorsten, einen Berg an wohl formulierten Sätzen zu produzieren und eigentlich nur eine oder zwei Punkte zu machen, fand ich nachvollziehbar, wenn auch etwas unhöflich, und muss gestehen, dass Thorsten auch mich als aufmerksamen Leser seines Textes dadurch verloren hat.

      Das war aber auch garnicht meine Hauptaussage, sondern als liebevoller Einleitungshinweis gemeint, dass ich mir das ebenso kürzer gewünscht hätte.

      Thorstens Kritik an KenFM ist ja nachvollziehbar und ich habe versucht zu antworten. Dabei nun über die Form zu streiten finde ich nicht sinnvoll, denn wir diskutieren ja nicht der Diskussion wegen, oder etwa doch 😉

    • @ Jörn Brodersen
      So unterscheiden sich die Wahrnehmungen. Ich finde es regelrecht eine Wohltat, wenn man merkt, dass sich jemand beim Formulieren von Kritik die m.E. nötige Mühe gibt.

  10. Ach manno …
    warum nur sooooooo verdammt kurz…mit dem herrn ploppa? manno
    der mensch ist wahrlich ein »eyeopener« ..
    aber aber
    vielen, vielen dank für den gesamten in/out/put …
    man kann sagen was man will …
    jetzt wieder das aber, nein nicht in dem sinne
    die frankfurter buchmesse ist durch das was jetzt durch kenfm in halle xx booth yy auf ein niveau gehoben worden … nur geil!
    nur geil! weiter so
    ich bin begeistert …wahrlich
    PS: ich hoffe es kommt noch ein 2 stunden interview mit herrn ploppa… oder positionen mit mies, ploppa, bröckers & ganser…. motto: des wahnsinns fette beute 😉
    was sagte jesus? herr vergib ihnen denn sie wissen nicht was sie tun .. ich sage herr vergib ihnen denn sie wissen Nicht WO sie sind …
    ich meine wer weiss das schon. … oder?

  11. Mein Vater war bei den Kaisertreuen und da 1938 gewählter Bürgermeister einer ostpreußischen
    Gemeinde politisch bestens informiert. Er hat mir den gesamten Verlauf mehrmals ausführlich erklärt.
    Seitdem habe ich es nicht mehr in der Deutlichkeit vernommen.
    Er sah Adolf als´ armer Irrer´ und wurde wegen Verweigerung des NSDAP- Parteibuches nach Stalingrad eingezogen.
    1947 war seine politische Einstellung dann Grund ihm die Auswanderung in die USA zu verweigern.

    Hab Euern Marathon im Internet halbwegs mitgemacht. Beachtlich.
    Bin auf die Resonanz gespannt.
    Macht es doch mal einfacher euch zu helfen. Funnel , Banner usw.
    Und an alle
    https://www.buchkomplizen.deunbedingt. weiterempfehlen.

  12. Sehr gute Einsichten!
    Der Vertrag von Rapallo war mir nicht bekannt. Danke für dieses Wissen.
    Dies erklärt die Ermordung von Walther Rathenau sehr schlüssig.

    Ich will nur ergänzen.

    Das British Empire hatte einen ganz konkreten Grund, den Weg nach Russland zu suchen.
    Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde entschieden die Befeuerung der Kriegsmarine von Kohle auf Erdöl umgestellt.

    Die größten bekannten Reserven lagen damals in Azerbaijan, innerhalb des Russischen Zarenreichs.
    Deshalb musste eine starke, kriegerische Landmacht aufgebaut werden, um den Weg nach Russland zu öffnen. Für diese Drecksarbeit haben sich die Deutschen geradezu angeboten, auch wenn sie stets geglaubt haben, sie würden im eigenen Interesse handeln. Wir haben gerade eine Wiederholung dieses Konzepts.

    Die industrielle Entwicklung des Erdöls und der Bau der 1. Pipeline wurde in Russland von den Gebrüdern Nobel vorgenommen.

    Ludvig Immanuel Nobel
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ludvig_Nobel

    Robert Nobel
    https://en.wikipedia.org/wiki/Emil_Oskar_Nobel

    US-imperialer Kriegszug gegen Russland ist unvermeidbar! Europa dient als Aufmarsch- und Frontgebiet und Quelle von Kanonenfutter!
    https://geoarchitektur.blogspot.com/p/us-imperialer-kriegszug-gegen-russland.html

  13. Ab etwa 12:12. sagt Herr Ploppa, dass Hindenburg und Ludendorff Lenin in den Zug nach St. Petersburg gesetzt haben. Doch weniger bekannt ist, dass die Briten auch ihre Finger im Spiel hatten: Der Historiker Terry Boardman [von seinem youtube-Video habe ich auch den Hinweis auf John Charmley!] sagt sehr Interessantes hier in diesem Youtube-Video
    https://www.youtube.com/watch?v=k1yJ0zID_xw
    ab 1:06:02
    [Auf der Leinwand erscheint eine Landkarte: „The Kaiser`s Dream“ ]

    Boardman (übersetzt von mir): „1890 kam diese Landkarte in einem britischen Magazin heraus. Das ist eine deutsche Kopie davon. Das britische Magazin hieß „Truth“, das von einem ziemlich bizarren Charakter herausgegeben worden war… Und diese Landkarte zeigt des Kaisers Traum. 1890 – der Kaiser [Wilhelm] war gerade erst Kaiser geworden [1888], er war also gewissermaßen ein Unbekannter, und sie stellen sich schon vor, wie sie den Kaiser hypnotisieren. Sie hypnotisieren den Kaiser und er hat einen Traum und aus diesem Traum heraus bekommt er Visionen für das 20. Jahrhundert. Und in dieser Vision wird ein großer Krieg sein, in dem Deutschland mit Russland in einen Krieg verwickelt wird. Und als Ergebnis dieses Krieges wird Europa umgeformt und alle Monarchien werden verschwunden und durch Republiken ersetzt sein und Deutschland wird in mehrere Republiken auseinandergebrochen sein und Russland wird zu einer Wüste. Das ist das Ziel, sehen Sie? Nach diesem Krieg sollte Russland sozialistischen Marxismus haben, das ihm vom Westen injiziert worden wäre. Wir erinnern oft daran, dass Lenin vom deutschen Oberkommando erlaubt worden war, Deutschland zu durchqueren; denn das Oberkommando hoffte, Lenin würde die Revolution machen und die bolschewistische Revolution würde Russland aus dem Krieg herausnehmen. Doch wir vergessen oft, dass der Mann, der wirklich Krieg für die Bolschewiken wollte, Bürgerkrieg in Russland wollte, war Trotzki. Trotzki war der Mann vor Ort. Er war der oberste Organisator. Lenin stand im Hintergrund, …[??], der die Ideen produzierte, Trotzki ging hinaus und machte das ganze Organisatorische. Er war der Mann, der wirklich das Gehirn war, der diesen Krieg wollte und wer hat ihn nach Russland gelassen? Wir [Boardman meint die Briten]. Wir haben das getan. Wir haben ihn nach Russland gelassen. Er war bei seinem Versuch, nach Russland zu gelangen, in Kanada festgenommen worden. Er war dort festgenommen worden auf Befehl des MI5 und er war freigelassen worden auf Befehl des MI6. Von London. Eine Information kam aus London, dass dieser Mann freigelassen werden sollte. Und so erlaubten sie ihm die Weiterreise über Skandinavien nach Russland.

    Die Deutschen haben Lenin also für ein simples, taktisches Manöver von der Schweiz aus Deutschland durchqueren lassen, um über Skandinavien Russland zu erreichen, um Russland dazu zu bringen, den Krieg abzubrechen und um den Krieg zu gewinnen, aber die Briten haben viel weiter in die Zukunft hineingeschaut: Sie haben das künftige Schicksal Russlands vorausgeschaut, und auch auf die globale Auswirkung – den Wunsch, dass Russland kommunistisch würde.

    Also, Trotzki wurde erlaubt, dorthin zu gehen. Und dann gab es verschiedene Wege, mit denen die Briten und Amerikaner sicherstellten, dass die Bolschewiken den Bürgerkrieg nicht verlören. Und nach dem Bürgerkrieg, das wissen Sie sicher, halfen wir, die sowjetische Industrie aufzubauen und so weiter [Anmerk. d Übers.: siehe Antony Suttons Recherchen]. Es wurde also ein Experiment in die Wege geleitet: Der sozialistische Kommunismus. Ein Experiment wurde begonnen…“

    Brzezinski hat ja auch gesagt, sinngemäß: Das kommunistische Experiment sei gescheitert.

    Man sollte beachten, dass auf dieser Landkarte im britischen Magazin "Truth" von 1890 steht "Russian desert", "Russische Wüste". Damals schon. Und wenn ich an dieses "Dropshot" denke, das geplant war… Furchtbar!

  14. Großes Lob für diese Buchkomplizen-Gespräche. Die finanzielle Unterstützung für die Nazis war ja offenbar noch viel höher, als ich bisher dachte. Dank an Herrn Ploppa für diese Recherchen!
    Ich habe eine Zusatz-Information, wie lange Russland schon im Visier der angelsächsischen Elite war: Das „Herzland“ von Mackinder ist ja im Wesentlichen Russland. Deshalb zog die Landmacht Russland schon während der Zeit des britischen Imperialismus das große Interesse der angelsächsischen Eliten auf sich. Und dafür habe ich einen Beleg bei einem Historiker gefunden: John Charmley: "Splendid Isolation?"

    Der hochadelige britische Staatsmann Robert Gascoyne-Cecil, 3. Marquess of Salisbury überlegte sich schon im Jahre 1885 (!), wie Russland- der eigentliche Konkurrent des British Empire – in Schach gehalten werden konnte.

    Der Historiker John Charmley schreibt in seinem, mir vorliegenden Buch: „Splendid Isolation?“, London, 1999 auf S. 201, welche Strategie Salisbury dem neuen britischen Botschafter in St. Petersburg, Sir Robert Morier im Jahre 1885 erklärte: Zitat: “Russia’s only weak point was her ‘financial embarrassement’, and ‘if we become her chronic enemy it is to that weak point that our efforts must be addressed. We must lead her into all the expence we can’ in the hope that ‘a few steps further must push her into the revolution over which she seems constantly to be hanging.’

    und auf S. 213 desselben Buches schreibt Charmley, wie Salisbury mit (Randolph) Churchill zum Thema diskutierte: „..Time and chance might provide the answer to the Russian problem, either in the form of revolution, Islamic revival or war against Germany…”

    Also hier sind eigentlich schon alle wichtigen späteren Langzeit-Strategien, die von Großbritannien ausgingen, genannt:

    1. Schwächung des Gegners durch Hineintreiben in Zahlungsunfähigkeit und danach Entfachen von Revolutionen (nennt man heute "Destabilisierung")
    2. Widerbelebung des Islams an Russlands Rändern und
    3. ein verlustreicher Krieg gegen Deutschland.

    Alle drei Strategien wurden ausgeführt!

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